Kategorie: archiv

  • Gelobt sei Gott

    Gelobt sei Gott

    Ein Film von François Ozon.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Die katho­li­sche Kirche inter­es­siert sich seit eini­ger Zeit gezwun­ge­ner­ma­ßen für die Aufarbeitung ihrer Missbrauchsgeschichte, die weit zurück­reicht. Schon 400 AD wur­de Priestern die Drittehe verboten,1139 war dann kom­plett Schluß mit Frauen. Danach impro­vi­sier­te man, z.B. mit dem Konkubinat (zu hohe Geldstrafen). Gerne aber auch im Bereich der Pädophilie, denn es han­delt sich bei der K.K. schließ­lich bis heu­te um eine rei­ne Männerbastion. Das Thema erle­dig­te sich dann die­ses Jahr wie von selbst. Ex Papst Benedikt von Bayern konn­te die 68er als die Schuldigen ent­lar­ven. Scheiterhaufen wur­den errich­tet, bis jemand vor­sich­tig dar­auf hin­wies, dass 68er Bashing längst ille­gal ist.

    Trotz der Bräsigkeit und Starrheit der K.K., die des­halb eigent­lich wenig guten Stoff bie­tet, hat François Ozon einen enorm reflek­tier­ten, intel­li­gen­ten Film gemacht, weil er einen gläu­bi­gen Christen katho­li­scher Konfession in den Mittelpunkt von „Grâce à Dieu“ stellt, mit Melvil Poupaud per­fekt besetzt. Ozon über­trägt eine tat­säch­li­che Geschichte in einen Spielfilm, nicht um sich abzu­si­chern (nach einer wah­ren Geschichte), son­dern weil eine wei­te­re Dramatisierung weder mög­lich noch nötig ist. Dadurch gewinnt der schmerz­haf­te Gang durch die Katakomben der Kirche auf der Suche nach nur einem Würdenträger, der Würde besitzt und das Versprechen, für Aufklärung und Gerechtigkeit zu sor­gen, ein­löst, eine Allgemeingültigkeit. So funk­tio­nie­ren Machtapparate immer und über­all, egal in wel­cher Größe oder Farbe. Verweigern, Verharren, Vertuschen, bis ins höchs­te Amt. Ozon hat trotz­dem eine opti­mis­ti­sche Geschichte geschrie­ben, die den Widerstand von unten gegen die Missstände von oben aus­lo­tet. Die erzählt, wie eini­ge Menschen den Mut auf­brin­gen, durch einen eiser­nen Vorhang gehen zu wol­len und ihr Beispiel ande­re über­zeugt, eben­falls die Grenzen zu ignorieren.

    „La majo­ri­té des faits, grâce à Dieu, sont pre­scrits, mais cer­ta­ins peut-être pas”

    „Ein Großteil der Taten ist, Gott sei Dank, ver­jährt, aber man­che viel­leicht nicht.“

    (Kardinal Philippe Barbarin anno 2016)

    „Stained glass win­dows keep the cold out­side
    While the hypo­cri­tes hide insi­de
    With the lies of sta­tu­es in their minds
    Where the Christian reli­gi­on made them blind
    Where they hide
    And prey to the God of a bitch spel­led back­wards is dog“

    (PIL, Religion II)

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    Credits:

    Grâce à Dieu
    FR 2019, 137 Min., frz. OmU

    Regie, Buch: François Ozon
    Kamera: Manu Dacosse
    Schnitt: Laure Gardette
    mit: Melvil Poupaud, Denis Ménochet, Swann Arlaud, Éric Caravaca, François Marthouret, Bernard Verley, Martine Erhel 

     

    Termine:

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    Trailer:

    GRACE A DIEU (Official Trailer, Französisch/deutsch)
    film by François Ozon. In French with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Alexandre lives with his wife and child­ren in Lyon. One day he dis­co­vers by chan­ce that the priest who abu­sed him when he was a boy scout is still working with young peo­p­le. Long repres­sed memo­ries awa­ken. Distraught, Alexandre final­ly finds the cou­ra­ge to take action against the man. His search for fur­ther vic­tims of the cler­gy­man, who is high­ly respec­ted in his office, leads Alexandre to François and Emmanuel. Each of the­se three men is strugg­ling with hims­elf in a dif­fe­rent way. And each of them will have to do batt­le with the shadows of their past in order to cope with the far-rea­ching con­se­quen­ces of this pro­cess. The crea­ti­on of the self-help orga­ni­sa­ti­on ‘La Parole Libérée’ (The Liberated Word) is just the first step.
    Based on the real case of Father Bernard Preynat who in 2016 was char­ged with sexu­al­ly assaul­ting around 70 boys in Lyon, François Ozon por­trays the vic­tims as adult men and reve­als the lifel­ong wounds they have sus­tained. At the same time, the film cri­ti­ci­s­es the church’s silence on pae­do­phi­lia and asks about its com­pli­ci­ty. As of January 2019, Cardinal Philippe Barbarin is stan­ding tri­al for ‘non-den­un­cia­ti­on of sexu­al aggression’.

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    Credits:

    Grâce à Dieu
    FR 2019, 137 Min., frz. OmU

    Regie, Buch: François Ozon
    Kamera: Manu Dacosse
    Schnitt: Laure Gardette
    mit: Melvil Poupaud, Denis Ménochet, Swann Arlaud, Éric Caravaca, François Marthouret, Bernard Verley, Martine Erhel 

    Termine:

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    Trailer:

    GRACE A DIEU (Official Trailer, Französisch/deutsch)
  • Wajib

    Wajib

    Ein Film von Annemarie Jacir.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Ein Tag in Nazareth im Winter. Zwei Männer, Abu Shadi und sein Sohn Shadi (gespielt von Mohammad und Saleh Bakri, die auch im wirk­li­chen Leben Vater und Sohn sind) fah­ren kreuz und quer durch die Gassen. Hunderte von Einladungen müs­sen sie an nahe Verwandte, ent­fern­te Verwandte, Freunde, Freundinnen und ande­re, denen sie ver­pflich­tet sind, ver­tei­len. Tochter bzw. Schwester Amal wird hei­ra­ten, und die per­sön­li­che Übergabe ist Tradition.
    Shadi arbei­tet als Architekt in Rom und ist mit der Tochter eines hoch­ran­gi­gen PLO-Aktivisten liiert. Seinem eher unpo­li­ti­schem Vater, der ange­se­he­ne Lehrer steht kurz vor sei­ner Pensionierung ist das unan­ge­nehm. Er möch­te, dass Shadi zurück­kommt, und auch, dass er eine ande­re Frau, z.B. eine aus der Heimat, fin­det. So preist er unter­wegs unent­wegt die Vorteile diver­ser Cousinen oder ande­rer Frauen, wäh­rend Shadi sich über den bau­li­chen Zustand der alten Gebäude und die klei­nen Geschmacklosigkeiten sei­ner Bewohner auf­regt. Entlang der vie­len Zwischenstopps und Stippvisiten, wo ihnen oft nicht nur Tee, son­dern ger­ne auch Hochprozentiges auf­ge­nö­tigt wird, tun sich mehr und mehr Gräben zwi­schen den bei­den auf. Dann erreicht sie die Nachricht, dass die Mutter der Braut, die lan­ge schon im Ausland lebt, nicht zur Hochzeit kom­men wird.

    „Der Film kreist um die Feier einer Familie, die längst zer­bro­chen ist, und por­trä­tiert dabei den Mikrokosmos christ­li­cher Palästinenser in Nazareth, eine klei­ne Welt mit vie­len Traditionen und weni­gen Bewegungsmöglichkei­ten. Die anrüh­ren­de Vater-Sohn-Geschichte der paläs­ti­nen­si­schen Regisseurin Annemarie Jacir wahrt die Balance zwi­schen der Tragödie mensch­li­cher Einsamkeit und fei­ner Situationskomik, zwi­schen poli­ti­scher Bestandsaufnahme, eth­no­gra­phi­scher Studie und dem kul­tur­über­grei­fen­den Konflikt zwi­schen Söhnen und Vätern.” Wolfgang Harmsdorf, Filmdienst
    WAJIB ist Palästinas offi­zi­el­ler Kandidat für den Oscar für den bes­ten inter­na­tio­na­len Film

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    Credits:

    PS/FR/DE/CO/NO/QA/AE 2017, 96 min,  Arabisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie & Buch: Annemarie Jacir 
    Kamera: Antoine Héberlé
    Schnitt: Jacques Comets
    mit: Mohammad Bakri, Saleh Bakri, Maria Zreik

    Termine:

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    Trailer:

    WAJIB – ein Film von Annemarie Jacir (dt Trailer) – (واجب – فيلم ل ان ماري جاسر (إعلان الفيلم
    film by Annemarie Jacir. In Arabic with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Abu Shadi is a divorced father and a school tea­cher in his mid-60s living in Nazareth. After his daughter’s wed­ding in one month he will be living alo­ne. Shadi, his archi­tect son, arri­ves from Rome after years abroad to help his father in hand deli­ve­ring the wed­ding invi­ta­ti­ons as per local Palestinian cus­tom. As the estran­ged pair spend the day tog­e­ther, the ten­se details of their rela­ti­onship come to a head chal­len­ging their fra­gi­le and very dif­fe­rent lives.

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    Credits:

    PS/FR/DE/CO/NO/QA/AE 2017, 96 min,  Arabisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie & Buch: Annemarie Jacir 
    Kamera: Antoine Héberlé
    Schnitt: Jacques Comets
    mit: Mohammad Bakri, Saleh Bakri, Maria Zreik

    Termine:

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    Trailer:

    WAJIB – ein Film von Annemarie Jacir (dt Trailer) – (واجب – فيلم ل ان ماري جاسر (إعلان الفيلم
  • Der Glanz der Unsichtbaren

    Der Glanz der Unsichtbaren

    Ein Film von Louis-Julien Petit.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Vor dem Tor zum Tageszentrum für woh­nungs- und obdach­los gewor­de­ne Frauen tum­melt sich jeden Morgen viel Prominenz: Lady Di steht neben Edith Piaf und Salma Hayek drängt Ciccolina an die Seite. Ihren rich­ti­gen Namen brau­chen die hier Wartenden nicht anzu­ge­ben, ein selbst­ge­wähl­tes Alias reicht, und so wird aus Aïchi halt Vanessa Paradis und statt Stéphanie steht dort Françoise Hardy. Dafür spie­len eini­ge der Darstellerinnen sich selbst, und die weni­gen Profis pas­sen gut zwi­schen die Laien, die aus eige­ner Erfahrung wis­sen, wen und was sie hier spie­len.
    Für den Regisseur war das Buch „Sur la rou­te des Invisibles“ von Claire Lajeunie der Funke, der das Filmprojekt zum Leben erweck­te. Dort ent­deck­te er neben der geschil­der­ten Brutalität des Milieus und dra­ma­ti­scher Lebenswege eben­so tra­gik­ko­mi­sche Momente und weit kom­ple­xe­re Geschichten als erwar­tet. Trotz des ers­ten Impulses, ein ankla­gen­des doku­men­ta­ri­sches Drama zu insze­nie­ren, ent­schied er sich, sei­ne Protagonistinnen, die betrof­fe­nen Frauen genau so wie die Sozialarbeiterinnen, in einen Kampf zu schi­cken, gegen Bürokratie und Vorturteile, Ungerechtigkeit und die aus­weg­los schei­nen­de Situation, in einen Kampf auf ihre eige­ne Art, sub­til, soli­da­risch, mit Humor und Prinzipien. So wur­de aus dem har­ten Stoff eine Sozialkomödie a lá Stephen Frears: „Die Komödie erschien mir als das geeig­ne­te Genre, um die Verbindung zwi­schen dem Publikum und die­sem Thema her­zu­stel­len, mit dem man sich eigent­lich nicht beschäf­ti­gen will. Draußen auf der Straße senkt man den Blick, aus Ohnmacht oder Angst, aber im Kino sieht man die­se Frauen an, und lacht mit ihnen.“ Regisseur Louis-Julien Petit
    „Les Invisibles“ wur­de in sei­ner Heimat über­ra­schend zum Hit an der Kinokasse, trotz sei­nes unpo­pu­lä­ren Themas: „Ein Ensemblefilm. Ein Film über Frauen. Ein Film, in dem man lacht und weint. In Frankreich hat „Der Glanz der Unsichtbaren“ weit über eine Million Zuschauer erreicht: Eine Sensation” IL FATTO QUOTIDIANO

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    Credits:

    Les Invisibles
    FR 2019, 102 Min., frz. OmU
    Regie und Buch: Louis-Julien Petit
    nach dem Buch von Claire Lajeunie „Sur La Route Des Invisibles, Femmes Dans La Rue“
    Kamera: DAVID CHAMBILLE
    Schnitt: ANTOINE VAREILLE & NATHAN DELANNOY
    mit: Audrey Lamy, Corinne Masiero, Noémie Lvovsky, Déborah Lukumuena, Sarah Suco, Brigitte Sy, Pablo Pauly, Quentin Faure u.a.

    Termine:

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    Trailer:

    DER GLANZ DER UNSICHTBAREN – offi­zi­el­ler Trailer (OmU-Version) – ab 10. Oktober im Kino

    A film by Louis-Julien Petit. In French with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Envol (mea­ning “taking flight”) is a home­l­ess day shel­ter for women in the bleak north of France. It is run by women: Manu (Corinne Masiero, who was unfor­gettable as a woman living out of her car in Louise Wimmer – SFFF 2013), Audrey (Audrey Lamy), and Angélique (Déborah Lukumuena). They are assis­ted by a vol­un­teer, the posh, soon-to-be-sin­gle, and nai­ve Hélène (Noémie Lvovsky). They genui­ne­ly care for the women who line up at the gates every mor­ning. The shel­ter offers a warm show­er, a hot meal, cama­ra­de­rie, and coun­seling. But the city decla­res that Envol is not hel­ping enough women get off the streets. It is not pro­fi­ta­ble and the decis­i­on is bru­t­ally final: Envol will clo­se in three months.

    Audrey, Manu, and the others deci­de to make the best out of the­se three months, and do wha­te­ver it takes to help their girls one last time. And that includes ben­ding the rules. The shel­ter beco­mes a kind of boot camp for reinte­gra­ti­on, with the social workers clan­des­ti­ne­ly allo­wing the women to sleep the­re over­night and trai­ning them in the day to beco­me con­fi­dent and func­tio­ning mem­bers of society.

    Invisibles suc­cessful­ly mixes come­dy with a docu­men­ta­ry approach. Real-life home­l­ess women por­tray­ing them­sel­ves with humor star in the film. That includes Adolpha van Meerhaeghe. Like the woman she por­trays –Chantal, may­be the most memo­rable cha­rac­ter of the film – she used to sleep out­side the Lille train sta­ti­on and ser­ved time in pri­son for kil­ling her vio­lent hus­band. Actress Corinne Masiero hers­elf, now the star of one of France’s most popu­lar TV crime dra­ma series, Capitaine Marleau, open­ly talks about being home­l­ess in her twen­ties. Director Louis-Julien Petit spent a year vol­un­tee­ring in women’s home­l­ess shel­ters, say­ing that he wan­ted to get the tone of the film right: “I had a lot of pre­con­cei­ved ide­as but when I was in the shel­ters, what I found was peo­p­le who were just like me.”

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    Credits:

    Les Invisibles
    FR 2019, 102 Min., frz. OmU
    Regie und Buch: Louis-Julien Petit
    nach dem Buch von Claire Lajeunie „Sur La Route Des Invisibles, Femmes Dans La Rue“
    Kamera: DAVID CHAMBILLE
    Schnitt: ANTOINE VAREILLE & NATHAN DELANNOY
    mit: Audrey Lamy, Corinne Masiero, Noémie Lvovsky, Déborah Lukumuena, Sarah Suco, Brigitte Sy, Pablo Pauly, Quentin Faure u.a.

    Termine:

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    Trailer:

    DER GLANZ DER UNSICHTBAREN – offi­zi­el­ler Trailer (OmU-Version) – ab 10. Oktober im Kino
  • Weitermachen Sanssouci

    Weitermachen Sanssouci

    Ein Film von Max Linz.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Dem Institut für Kybernetik und Simulationsforschung droht die Schließung – so das Ausgangsszenario die­ser Satire über die Verwandlung des Universitätsbetriebs in eine tur­bo­ka­pi­ta­lis­ti­sche Forschungsmaschinerie. Phoebe Phaidon nimmt als hoch­qua­li­fi­zier­te Nachwuchswissenschaftlerin wie­der ein­mal einen befris­te­ten Lehrauftrag an. Mit ihren noch nicht ganz ver­blass­ten Idealen als pro­gres­si­ve Klimaforscherin agiert sie zwi­schen den frus­trier­ten, aber kampf­be­rei­ten Studierenden, die die Bibliothek beset­zen. Auf der ande­ren Seite: der eta­blier­te Lehrkörper, beim Überlebenswillen im Drittmittelbeschaffungssumpf zu eit­len Zynikern ver­kom­men, die sich vor kei­ner noch so gro­tes­ken Verrenkung im Evaluierungswahnsinn scheu­en. Max Linz kom­po­niert sei­nen Film mit fei­nem Gespür für Berliner Befindlichkeiten, städ­ti­sche Kulissen, Bürodekor und aka­de­mi­sche Kostüme. Und mit Lust an der Überzeichnung der deka­den­ten Uni-Sprache, die ihre Reizwörter wie Köder in der Verhaltensforschung benutzt. Am Ende ent­wi­ckelt sich der Film fast zu einem Musical – der Ohrwurm „Warum kann es hier nicht schön sein, war­um wer­den wir nicht froh?“ könn­te zu einer post­ka­pi­ta­lis­ti­schen Revolutionshymne werden.

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    Credits:

    DE 2019, 80 Min.
    Regie: Max Linz
    Kamera: Carlos Andrés López
    Schnitt: Bernd Euscher, René Frölke
    Mit: Sarah Ralfs, Sophie Rois, Philipp Hauß, Bernd Moss, Maryam Zaree, Bastian Trost, Leonie Jenning, Luis Krawen, Martha von Mechow, Max Wagner, Anna Papenburg, Olga Lystsova, Kerstin Grassmann, Jean Chaize, Friedrich Liechstenstein

    Termine:

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    Trailer (Ausschnitt):

    WEITERMACHEN SANSSOUCI | Trailer (deutsch) | Film von Max Linz (2019) [English sub­tit­les] ᴴᴰ

    A film by Max Linz. In German with English subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    The Institute for Cybernetics and Simulation Research is threa­ten­ed with clo­sure – the start­ing point for this sati­re about how the uni­ver­si­ty sys­tem is to be trans­for­med into a tur­bo-capi­ta­list rese­arch machi­ne. Phoebe Phaidon, a high­ly qua­li­fied, up-and-coming young aca­de­mic, accepts yet ano­ther tem­po­ra­ry tea­ching con­tract. With her pro­gres­si­ve ide­als on cli­ma­te rese­arch still more or less int­act, she acts as a link to the frus­tra­ted, yet com­bat-rea­dy stu­dents who have occu­p­ied the libra­ry. On the other side of the batt­le lines are the estab­lished facul­ty, who­se will to sur­vi­ve in the cess­pool of third-par­ty fun­ding acqui­si­ti­on has ground them down into vain cynics for whom no ridi­cu­lous con­ces­si­on to eva­lua­ti­on mad­ness is too gro­tes­que. Max Linz crafts his film with a keen sen­se of Berlin’s sen­si­ti­vi­ties, urban back­drops, office décor and aca­de­mic atti­re. And he exag­ge­ra­tes deca­dent uni­ver­si­ty jar­gon with gus­to, its buz­zwords func­tio­ning almost like the bait in beha­viou­ral stu­dies. By the end, the film has prac­ti­cal­ly beco­me a musi­cal, with a cat­chy tune that could be a post-capi­ta­list revo­lu­tio­na­ry anthem: “Why can’t it be nice here, why are we not happy?”

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    Credits:

    DE 2019, 80 Min.
    Regie: Max Linz
    Kamera: Carlos Andrés López
    Schnitt: Bernd Euscher, René Frölke
    Mit: Sarah Ralfs, Sophie Rois, Philipp Hauß, Bernd Moss, Maryam Zaree, Bastian Trost, Leonie Jenning, Luis Krawen, Martha von Mechow, Max Wagner, Anna Papenburg, Olga Lystsova, Kerstin Grassmann, Jean Chaize, Friedrich Liechstenstein

    Termine:

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    Trailer (Ausschnitt):

    WEITERMACHEN SANSSOUCI | Trailer (deutsch) | Film von Max Linz (2019) [English sub­tit­les] ᴴᴰ
  • Insel der hungrigen Geister

    Insel der hungrigen Geister

    Ein Film von Gabrielle Brady.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Vor der Küste Indonesiens liegt die von Australien ver­wal­te­te, rund 2000 Einwohner zäh­len­de Weihnachtsinsel, deren Gebiet zur Hälfte als Nationalpark aus­ge­wie­sen ist. Die Millionen dort leben­den Krabben bege­ben sich jähr­lich auf die Reise aus dem Inneren des Dschungels zum Meer, ein vom Vollmond seit Urzeiten bestimm­tes Naturspektakel.

    Auf die­sem para­die­si­schen Eiland hat die aus­tra­li­sche Regierung ein soge­nann­tes „Detention Center“-Lager errich­tet, das nur der Abschreckung dient. Hier sind die Asylsuchenden qua­si recht­los und ver­lie­ren ihre letz­ten Hoffnungen. Die Traumatherapeutin Poh Lin Lee ver­sucht, ihre ver­letz­ten Seelen zu hei­len, oder zumin­dest vor wei­te­rem Schaden zu bewahren.

    Die ursprüng­lich aus China stam­men­den Einheimischen ver­an­stal­ten jedes Jahr ihre „Hungry Ghost“ Rituale. Sie brin­gen Opfergaben, um die ein­sa­men Seelen derer, die ohne Begräbnis star­ben, zu besänf­ti­gen. Von ihnen heißt es, sie irr­ten auf der Suche nach einer Heimat des Nachts durch den Dschungel.

    Dem hybri­den Film gelingt es, das unsicht­ba­re Zusammenspiel von Traum und Trauma zu erfas­sen. Licht und Schatten, Farben und Geräusche, stil­les Lauschen und ein­dring­li­che Beobachtungen erzäh­len auf unmit­tel­ba­re Weise, wozu Menschen fähig sind. Sie errich­ten Orte der Verzweiflung, wo selbst die Helfer*innen an ihrer Hilflosigkeit zu zer­bre­chen dro­hen. Während Poh-Lin beob­ach­tet, wie sich der Zustand ihrer Klienten rapi­de ver­schlech­tert, wer­den ihrer Arbeit immer mehr Steine in den Weg gelegt.

    » „Hybrid docu­men­ta­ry“ nennt Brady das Genre, in dem sie hier die Grenzen eines Paradieses erkun­det, das für Asylsuchende eine rea­le Hölle wur­de. … Die Traumatherapeutin Poh Lin Lee, von deren Arbeit mit Geflüchteten der Film so berüh­rend erzählt, ist eine Freundin der Regisseurin. Was auf den ers­ten Blick aus­sieht wie eine bril­lant insze­nier­te, krab­ben­rei­che Fiktion, ist tat­säch­lich fast zur Gänze aus doku­men­ta­ri­schem Material mon­tiert.«
    Robert Weixlbaumer / Viennale

     

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    Credits:

    DE/GB/AU 2018, 94 Min., eng­li­sche OmU
    Regie und Buch: Gabrielle Brady
    Kamera: Michael Latham
    Schnitt: Katharina Fiedler

    Termine:

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    Trailer:

    Island of the Hungry Ghosts Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

     

     A film by Gabrielle Brady. In English with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Christmas Island, an iso­la­ted part of the world, loca­ted bet­ween Indonesia and Australia, is one of the of-ter­ri­to­ry sites Australia uses to detain peo­p­le see­king refu­ge or asyl­um (or a bet­ter life) on its ter­ri­to­ry pro­per. The tro­pi­cal island is also the site of ano­ther kind of migra­ti­on: Usually at the begin­ning of the wet sea­son thou­sands of red crabs make their way from the forest to the sea shore, a pas­sa­ge that finds pro­tec­tion from the peo­p­le on Christmas Island. In one sce­ne in Gabrielle Brady’s docu­men­ta­ry we see her prot­ago­nist, the the­ra­pist Poh Lin Lee, careful­ly clea­ring the road in order to avo­id crab road­kill. Her main task on the island (and her voca­ti­on, we may sur­mi­se) is to help some of the detai­nees on the island, who suf­fer from the uncer­tain­ty of their sta­tus, and who often react by har­ming them­sel­ves. Poh Lin Lee offers an ori­gi­nal the­ra­py using a sand­box as a device to address trau­ma. ISLAND OF THE HUNGRY GHOSTS is as much a subt­ly radi­cal poli­ti­cal docu­men­ta­ry as it is a deep­ly moving medi­ta­ti­on on extre­me con­di­ti­ons in a place haun­ted by ghosts of all kind – the big­gest ghost being the unjust world order against which the­re is no easy offe­ring. (Bert Rebhandl)

     

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    Credits:

    DE/GB/AU 2018, 94 Min., eng­li­sche OmU
    Regie und Buch: Gabrielle Brady
    Kamera: Michael Latham
    Schnitt: Katharina Fiedler

    Termine:

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    Trailer:

    Island of the Hungry Ghosts Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

     

     

  • Heute oder Morgen

    Heute oder Morgen

    Ein Film von Thomas-Moritz Helm.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Sommer in Berlin. Niels (Maximilian Hildebrandt) und Maria (Paula Knüpling) sind ein Paar, ver­su­chen sich aber an offe­nen Beziehungsformen, gehen mit wech­seln­den Partnern ins Bett, mal allein, mal auch zusam­men. Sie schla­gen sich mit Nebenjobs durchs Leben, hän­gen rum, rau­chen Gras und genie­ßen ihr Leben und ihre Freiheit.

    Bis eines Tages die Engländerin Chloe (Tala Gouveia) in ihrem Leben auf­taucht und alles ver­än­dert. Anfangs als poten­ti­el­ler Partner für einen Dreier im Gespräch, ent­wi­ckelt sich zwi­schen Maria und Chloe bald etwas, dass über rein kör­per­li­che Anziehung hin­aus­geht. Zunehmend ent­frem­det sich Maria von Niels, beginnt ihr Lebensmodell zu hin­ter­fra­gen. Währenddessen agiert Niels immer besitz­ergrei­fen­der, ver­sucht Maria zu kon­trol­lie­ren und sorgt damit erst recht dafür, dass ihr einst zu viel­ver­spre­chend und pro­gres­siv wir­ken­des Lebensmodell an sei­ne Grenzen stößt, spä­tes­tens dann, als Chloe plötz­lich schwan­ger ist.

    Man könn­te klei­ne Festivals mit Debütfilmen oder Filmhochschulabschlussfilmen fül­len, die meis­ten in Berlin spie­lend, man­che auch in Köln oder ande­ren deut­schen Großstädten, die sich mit unter­schied­li­chen Formen unkon­ven­tio­nel­ler Beziehungsmodellen beschäf­ti­gen. Der Eröffnungsfilm der Perspektive Deutsches Kino, „easy love“ ist so ein Film, „Voll Rita“ oder „Kim hat einen Penis“ mag man dazu­zäh­len, ganz gewiss aber Thomas-Moritz Helms „Heute oder Morgen“.

    Anders als etwa „easy love“ mit sei­nem semi­do­ku­men­ta­ri­schen Ansatz oder „Kim hat einen Penis“ mit sei­ner fast schon phan­tas­ti­schen Geschichte, bewegt sich Thomas-Moritz Helm im rea­lis­ti­schen, natu­ra­lis­ti­schen Bereich. In zurück­hal­ten­den, ruhi­gen Bildern beob­ach­tet er das Paar, das bald zu einem Trio wird, spitzt die Situation lang­sam zu, wobei das Externe stets unwich­ti­ger bleibt als das Interne. Während Niels ange­sichts der Gefühlsverwirrungen zuneh­mend gereizt agiert, sich in macho­haf­te Posen flüch­tet, immer mehr Mühe hat, sich als der sou­ve­rä­ne Typ zu zei­gen, als der er sich sieht, zieht sich Maria immer mehr zurück.

    Gerade als Chloe gesteht, dass sie schwan­ger ist, ver­mut­lich von Niels, beginnt sie ihr Beziehungsmodell zu hin­ter­fra­gen. Zu dritt ein Kind auf­zu­zie­hen, scheint eine logi­sche Weiterentwicklung zu sein, doch ob Chloe da mit­ma­chen möch­te ist eine ande­re Frage.

    Die Egozentrik einer Generation, die mit dem Gefühl auf­ge­wach­sen ist, stets im Mittelpunkt zu ste­hen, wird hier por­trä­tiert. Ohne Rücksicht auf Verluste zu leben, den eige­nen Wünschen zu fol­gen, sich wenig Gedanken über das Danach zu machen: So leben Niels und Maria, in die­ser Blase haben sie es sich gemüt­lich gemacht, in ihr ste­cken sie auch am Ende eines Films noch fest, der ohne deut­lich zu wer­ten und kri­ti­sie­ren, doch die Grenzen eines Lebensmodells auf­zeigt, das ganz auf der Idee von Freiheit basiert.

    Michael Meyns | programmkino.de

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    Credits:

    DE 2018, 93 Min.
    Regie & Buch: Thomas-Moritz Helm
    Kamera: Stefan Neuberger
    Schnitt: Elena Weihe
    Darsteller: Paula Knüpling, Maximilian Hildebrandt, Tala Gouveia, Roland Bonjour, Nora Decker, Carrie Getman

    Termine:

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    Trailer:

    Heute oder mor­gen Trailer Deutsch | German [HD]
    Film by Thomas-Moritz Helm. In German and English with  English and German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Summer in Berlin. Two Berliners, Maria and Niels, and one British stu­dent, Chloë, are three twen­ty-some­things. Drifting libi­di­nous­ly through Berlin, they plun­ge head­long into a care­free and chao­tic love affair with each other. Boisterously living life to the full, they grasp ever­y­thing and any­thing they plea­se. Their only com­pass seems to be the plea­su­re they expe­ri­ence tog­e­ther – which works per­fect­ly well until Chloë unin­ten­tio­nal­ly falls pregnant. Insecurity and anger, jea­lou­sy and doubt now break out. An abor­ti­on is plan­ned, and rejec­ted. Who is allo­wed to have a say, and when, and about what? Their unu­su­al tri­ni­ty dis­sol­ves and their once balan­ced rela­ti­onship muta­tes into shif­ting con­stel­la­ti­ons of two – until it seems it might be pos­si­ble to res­to­re a pre­ca­rious equi­li­bri­um, at least for a moment. Is their uto­pia within reach or is this just the calm befo­re the storm? To love dif­fer­ent­ly is hard work. The world is not pre­pared for Maria, Niels and Chloë. And neither are they.

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    Credits:

    DE 2018, 93 Min.
    Regie & Buch: Thomas-Moritz Helm
    Kamera: Stefan Neuberger
    Schnitt: Elena Weihe
    Darsteller: Paula Knüpling, Maximilian Hildebrandt, Tala Gouveia, Roland Bonjour, Nora Decker, Carrie Getman

    Termine:

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    Trailer:

    Heute oder mor­gen Trailer Deutsch | German [HD]
  • Familia Sumergida – Die untergegangene Familie

    Familia Sumergida – Die untergegangene Familie

    Ein Film von Maria Alché.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Fremd und eigen­ar­tig wird Marcelas Welt nach dem Tod ihrer Schwester Rina. Sie fühlt sich in ihrem eige­nen Haus ver­lo­ren. Auch scheint ihre Beziehung zu ihrem Mann und ihren Kindern zu lei­den. Als Nacho, ein jun­ger Freund ihrer Tochter, uner­war­tet vor­bei­kommt, geht sie mit ihm auf einen Spaziergang und end­lich kann sie reden. Aber wie­der zu Hause, beginnt sie immer mehr, Gespräche mit Verwandten aus einer ande­ren Dimension zu füh­ren. Marcela, gut ver­hei­ra­tet, Mutter drei­er halb­wüch­si­ger Kinder, muss den Hausstand ihrer plötz­lich ver­stor­be­nen Schwester Rina in Buenos Aires auf­lö­sen: Strickwaren, Zimmerpflanzen, Bücher, Pelzmäntel und Möbel, Fotografien und Briefe. Erinnerungen. Mit einem Mal sit­zen die Geister alter Tanten und Onkel in Marcelas Wohnzimmer, strei­fen Schemen der Vergangenheit durch ihre Gegenwart und lösen sie auf: Vielerlei wäre nun mög­lich, eine Affäre viel­leicht? In der Trauer ent­rückt sich dem Menschen die Wirklichkeit, ein Verlust ver­än­dert die Welt – mit siche­rer Hand fängt die Schauspielerin, Fotografin und Filmemacherin Alché in ihrem Langfilmdebüt einen Schwebezustand ein.

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    Credits:

    AR/BR/DE/NO 2018, 91 Min., span. OmU
    Regie & Buch: Maria Alché
    Kamera: Hélène Louvart
    Schnitt: Livia Serpa
    mit: Mercedes Morán, Marcelo Subiotto,
    Esteban Bigliardi, Diego Vélazquez

    Termine:

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    Trailer:

    Trailer Die unter­ge­gan­ge­ne Familie Familia sum­er­gi­da dt Uts final

     

     A film by Maria Alché.  In Spanish with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Marcela’s world beco­mes stran­ge and unfa­mi­li­ar after her sis­ter Rina dies. She feels lost in her own house, and her rela­ti­onship with her hus­band and child­ren seems to suf­fer. But when Nacho, a young fri­end of her daughter’s, unex­pec­ted­ly drops by, she starts to talk and walk with him. Gradually Marcela beg­ins to have con­ver­sa­ti­ons with rela­ti­ves from ano­ther dimension.

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    Credits:

    AR/BR/DE/NO 2018, 91 Min., span. OmU
    Regie & Buch: Maria Alché
    Kamera: Hélène Louvart
    Schnitt: Livia Serpa
    mit: Mercedes Morán, Marcelo Subiotto,
    Esteban Bigliardi, Diego Vélazquez

    Termine:

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    Trailer:

    Trailer Die unter­ge­gan­ge­ne Familie Familia sum­er­gi­da dt Uts final

     

     

  • PréludePrelude

    PréludePrelude

    Ein Film von Sabrina Sarabi.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    „Da ist der deut­sche Wunderknabe“ wird der 19-jäh­ri­ge David von sei­nem Kommilitonen Walter begrüßt, gera­de ein­ge­trof­fen an sei­nem neu­en Zuhause. Die bei­den wer­den in mehr­fa­cher Hinsicht Konkurrenten wer­den, beim Klavierstudium wie bei der Liebe. Walter ist extro­ver­tiert und ver­sucht, die Situation mit über­heb­li­chem Witz zu meis­tern. Der eher in sich gekehr­te David, der als gro­ßes und viel­ver­spre­chen­des Talent gilt, wird jedoch zuneh­mend zu sei­nem eige­nen Feind. Dazu trägt auch die berech­nend-süf­fi­san­te Art sei­ner kom­pe­ten­ten Lehrerin bei, die ihre Schüler enorm her­aus­for­dert und undurch­sich­tig zwi­schen auto­ri­tär und behut­sam pen­delnd agiert. Ehrgeizig sind alle, die Studierenden am Musikkonservatorium, die Lehrenden, die einen Ruf zu ver­lie­ren haben und die Talentscouts, die nur die Besten aus­su­chen dür­fen. Dem eige­nen und äuße­ren Leistungsdruck sind nicht alle der jun­gen Musiker*innen gewach­sen. Es bau­en sich zwar Freundschaften in der ein­ge­grenz­ten Campusgemeinschaft auf, Konkurrenzdenken ist jedoch gefragt und wird, hier bei­spiels­wei­se über die Auswahl für ein begehr­tes Stipendium in New York, vor­sätz­lich geför­dert. Auch das Leben in den kalt aus­ge­stat­te­ten Räumen der Lehranstalt erscheint unge­müt­lich, unter­stri­chen von den Geräuschen – dem Knarren der Stufen, Quietschen der Türen und vom ewi­gen Ping-Pong im Hof.

    „Wie die Triller, die David in atem­be­rau­bend geschnit­te­nen Sequenzen in der Mitte des Films sto­isch übt und die sich zu einem Score vol­ler trei­ben­der Rhythmik und ener­vie­ren­der Monotonie aus­brei­ten, ist Sabrina Sarabis Spielfilmdebüt Prélude ein Werk vol­ler Musikalität und extrem rhyth­misch kom­po­niert. Die Musikstücke, das stak­ka­to­haf­te Klacken des Tischtennisballs, der vor Davids Wohnung von Walter mit beses­se­ner Inbrunst gespielt wird … — all das erzeugt einen nicht nur musi­ka­li­schen Sog, son­dern gibt dem ruhi­gen Drama, das bis­wei­len eher an einen Psychothriller der bedäch­ti­gen Art erin­nert, auch dra­ma­tur­gisch Drive und Tempo. … eine Studie über Vereinsamung und nicht nur musi­ka­li­sche Obsessionen, unter­drück­te Wut und offen­sicht­li­che Versagensangst, über Abhängigkeitsverhältnisse und deren Folgen.“ Joachim Kurz | kino-zeit

     

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    Credits:

    DE 2019, 95 min.
    Buch und Regie: Sabrina Sarabi
    Kamera: Max Preiss
    Schnitt: Hannah Schwegel, Jan von Rimscha
    mit: Louis Hofmann, Liv Lisa Fries, Johannes Nussbaum, Ursina Lardi, Jenny Schily, Saskia Rosendahl

    Termine:

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    Trailer:

    PRÉLUDE | Offizieller Trailer

     

     A film by Sabrina Sarabi. Starts August 29th at the fsk. In German with English subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Nineteen-year-old David dreams of being a con­cert pia­nist on the inter­na­tio­nal stage. Although his talent made him spe­cial in his home town, he soon rea­li­zes that at the con­ser­va­to­ry he is but one of many talen­ted stu­dents. His class­ma­te Walter is his stron­gest com­pe­ti­tor, and not only musi­cal­ly. Only an affair with Marie, a con­fi­dent voice major with a zest for life, gives him the cou­ra­ge to com­pe­te for a high­ly cove­ted scho­lar­ship in New York. Yet with expec­ta­ti­ons of him rising all around, David’s life starts to get out of control.

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    Credits:

    DE 2019, 95 min.
    Buch und Regie: Sabrina Sarabi
    Kamera: Max Preiss
    Schnitt: Hannah Schwegel, Jan von Rimscha
    mit: Louis Hofmann, Liv Lisa Fries, Johannes Nussbaum, Ursina Lardi, Jenny Schily, Saskia Rosendahl

    Termine:

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    Trailer:

    PRÉLUDE | Offizieller Trailer

     

     

  • Becoming Animal

    Becoming Animal

    Ein Film von Emma Davie & Peter Mettler.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    David Abrams Buch „The Spell of the Sensuous. Perception and Language in a More-Than-Human World“, 1996 im ame­ri­ka­ni­schen Original, erst 2012 auf Deutsch unter dem Titel „Im Bann der sinn­li­chen Natur. Die Kunst der Wahrnehmung und die mehr-als-mensch­li­che Welt“ gilt als Schlüsselwerk für die moder­ne Ökologiebewegung. Stark beein­flusst von der so genann­ten Gaia-Hypothese, die pos­tu­liert, dass die Erde, die Menschen, die Natur, die gesam­te Biosphäre als ein ver­bun­de­nes Lebewesen betrach­tet wer­den müs­se, um die Komplexität unse­rer Welt begrei­fen zu kön­nen, befasst sich Abram mit dem Verhältnis von Mensch und Natur.

    Allein das hier zwei Begriffe neben­ein­an­der, viel­leicht auch gegen­ein­an­der ste­hen sieht Abram als Teil des Problems, als Zeichen für die zuneh­men­de Loslösung des Menschen von der Natur, einem Prozess, der in der Entwicklung der Menschheit, vor allem durch die Entwicklung der Sprache, immer stär­ker wur­de. Und das bis vor weni­gen Jahren dazu führ­te, dass der Mensch und sei­ne Handlungen nicht als inte­gra­ler Teil der Biosphäre betrach­tet wur­de, son­dern qua­si als blo­ßer Bewohner und Nutzer unse­res Planeten, den er sich – ganz der Bibel fol­gend – über Jahrhunderte unter­tan machte.

    Dass die­se Ausbeutung der Ressourcen längst kata­stro­pha­le Ausmaße ange­nom­men hat wird immer deut­li­cher, dem­entspre­chend wur­de vor eini­gen Jahren der Begriff des Anthropozän geprägt, der das gegen­wär­ti­ge Erdzeitalter beschreibt, eine Ära, in der der Mensch mehr Einfluss auf die Erde ein­nimmt als die Natur selbst.

    Kann die­se Entwicklung gestoppt oder gar rück­gän­gig gemacht wer­den? Das ist eine der vie­len Fragen, die lose durch den Essayfilm der Schottin Emma Davie und des Schweiz-Kanadiers Peter Mettler schwe­ben, wäh­rend sie mit Abram durch die Natur strei­fen. Gedreht wur­de aus­schließ­lich im Grand Teton National Park im ame­ri­ka­ni­schen Bundesstaat Wyoming, einem der kom­ple­xes­ten und best­erhal­tends­ten Ökosysteme der Erde. Hier sucht Abram die Nähe zur Natur, lauscht den Lauten der Tiere eben­so wie dem Rauschen der Flüsse oder dem Rascheln der Blätter.

    Ein wenig eso­te­risch mag das auf den ers­ten Blick wir­ken, doch Abrams Gedanken sind weit­aus kom­ple­xer. Von der distan­zie­ren­den Wirkung der Sprache spricht er etwa oft, davon, wie Begriffe Differenzen erzeu­gen, die im Laufe der Zeit dazu füh­ren, dass sich etwa der Mensch von der Natur zuneh­mend ent­frem­de­te. Parallel dazu ging im Zuge der zuneh­men­den Industrialisierung und Technologisierung der Welt auch ein Gespür für die Natur ver­lo­ren, ein Wissen um die Kreisläufe der Natur, die wech­sel­sei­ti­ge Beeinflussung von Mensch, Tieren und Natur.

    Dieses Gespür wie­der­zu­fin­den ist ein eben­so heh­res wie not­wen­di­ges Ziel, will die Menschheit noch auf abseh­ba­re Zeit auf der Erde leben. Alarmistisch ist „Becoming Animal“ den­noch in kei­ner Weise, statt des­sen eine medi­ta­ti­ve, betont zurück­hal­ten­de, mäan­dern­de Annäherung an ein weit­rei­chen­des Thema. Ein klu­ger Film, der nicht so tut als gäbe es auf die drän­gen­den Themen unse­rer Zeit kla­re, ein­fa­che Antworten, son­dern es schafft, kom­ple­xe Gedanken greif­bar zu machen.

    Michael Meyns | programmkino.de

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    Credits:

    CH/CA/GB 2018, 78 Min., engl. OmU
    Regie: Emma Davie & Peter Mettler
    Kamera: Peter Mettler

    Termine:

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    Trailer:

    film by Emma Davie & Peter Mettler. In English with German subtitles.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    An inspi­red col­la­bo­ra­ti­on bet­ween film­ma­kers Emma Davie (I Am Breathing) and Peter Mettler (The End of Time) and radi­cal wri­ter and phi­lo­so­pher David Abram (The Spell of the Sensuous), Becoming Animal is an urgent and immersi­ve audio­vi­su­al quest, for­ging a path into the places whe­re humans and other ani­mals meet, whe­re we pry open our sen­ses to wit­ness the so-cal­led natu­ral world—which in turn wit­nesses us, promp­ting us to reflect on the very essence of what it means to inha­bit our ani­mal bodies.

    Shot in and around Grand Teton National Park, with its diz­zy­ing diver­si­ty of wild­life, trails of curious humans in RV’s and bil­li­on-year-old geo­lo­gy, the film is a gey­ser of pro­vo­ca­ti­ve ide­as and heigh­ten­ed sen­sa­ti­ons rela­ted to the sub­li­me cir­cuit­ry that con­nects us to our ever-shif­ting sur­roun­dings.  A snail’s body beco­mes an immense land­scape as the sound­scape immer­ses us in shi­ve­ring lea­ves, rus­hing rivers and the weird spacey pitch of elk bug­ling at night. Becoming Animal embraces the sen­so­ry tools of cine­ma to trace how the writ­ten word and tech­no­lo­gy has affec­ted how we see.

    Driven by won­der, curio­si­ty and a desi­re for balan­ce bet­ween eco­lo­gi­cal and tech­no­lo­gi­cal impe­ra­ti­ves, Becoming Animal is an invi­ta­ti­on to explo­re our rela­ti­onship with this “more than human world” and reco­g­ni­se it for what it is: an exqui­si­te­ly intri­ca­te sys­tem in which ever­y­thing is ali­ve and expres­si­ve, humans, ani­mals and land­scapes are inex­tri­ca­bly inter­de­pen­dent, and the­re is no such thing as emp­ty space.

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    Credits:

    CH/CA/GB 2018, 78 Min., engl. OmU
    Regie: Emma Davie & Peter Mettler
    Kamera: Peter Mettler

    Termine:

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    Trailer:

  • Synonymes

    Synonymes

    Ein Film von Nadav Lapid. Ab 5.9. im fsk.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Yoav ist nach Paris gezo­gen mit der Absicht, Franzose zu wer­den und sei­ne israe­li­sche Herkunft abzu­strei­fen. Kein hebräi­sches Wort soll ihm mehr über die Lippen kom­men, er will nur noch fran­zö­sisch spre­chen und übt die Sprache, indem er ver­bis­sen Synonyme auf­zählt. Schon bald nach sei­ner Ankunft lernt er ein jun­ges Paar ken­nen, das all das ver­kör­pert, was man gemein­hin mit Paris asso­zi­iert: bei­de sind gebil­det, gut geklei­det, leben in einer geschmack­voll ein­ge­rich­te­ten Wohnung. Sie hel­fen Yoav mit etwas Geld aus und klei­den ihn ein. In die begin­nen­de Freundschaft mischen sich bald eigen­nüt­zi­ge Interessen. Der Film basiert auf eige­nen Erfahrungen des israe­li­schen Regisseurs Nadav Lapid. Er erzählt mit viel Humor und sati­ri­schen Einlagen davon, dass man sich selbst immer mit­nimmt, wenn man weg­geht. Und auch die bösen Geister der Vergangenheit krie­chen aus dem Koffer. Yoavs gespal­te­nes Verhältnis zu Israel und damit zur eige­nen Identität ist der Preis eines Lebens in stän­di­gem Kriegszustand. Auf der dies­jäh­ri­gen Berlinale wur­de SYNONYMES mit dem Goldenen Bären und dem Preis der Filmkritik ausgezeichnet.

    „Und der Goldene Bär für den bes­ten Film? Ging tat­säch­lich an den bes­ten Film. (…) SYNONYMES spielt mit klei­nen Verneigungen vor den Klassikern des fran­zö­si­schen Kinos. DER LETZTE TANGO IN PARIS, JULES UND JIM, die gro­ßen ero­ti­schen Urkonstellationen aus der Ära der Nouvelle Vague wer­den her­auf­be­schwo­ren.“ David Steinitz, Süddeutsche Zeitung

    „Der Film (…) geht auf eine gewitz­te Weise mit sei­nem nicht eben leicht­ge­wich­ti­gen Thema um, steckt vol­ler ori­gi­nel­ler Bildideen, komi­scher Situationen und skur­ri­ler Momente.“ Berliner Zeitung

    „Hier ist ein Hauptdarsteller zu ent­de­cken, der die Fähigkeit besitzt, einen Film zu beherr­schen, wie Daniel Day-Lewis oder Denis Lavant.“ Indiewire

    „In Lapids künst­le­ri­scher Verwandtschaft ist vor allem ein Name zu nen­nen: Jean-Luc Godard. (…) Das gro­ße Gelingen des Films besteht dar­in, dass er sich der Sprache ver­schreibt. Auch das Kino ist eine Sprache, und wenn man die­sen Film sieht, fällt einem auf, wie sel­ten das heu­te gewor­den ist.“ Philipp Stadelmaier, Filmbulletin

     

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    Credits:

    IL/ FR/ DE 2019, 123 Min., frz., hebr. OmU
    Regie: Nadav Lapid
    Buch: Nadav Lapid, Haïm Lapid
    Kamera: Shaï Goldman
    Schnitt: Era Lapid, Neta Braun
    Darsteller: Tom Mercier, Quentin Dolmaire, Louise Chevillotte, Uri Hayik, Léa Drucker

    Termine:

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    Trailer: