Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst

Ein Film von Marie Luise Lehner. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Langsam wird es der 12-jäh­ri­gen Anna und ihrer gehör­lo­sen Mutter doch ein wenig eng in der gemein­sa­men Wohnung. Dabei ist es nicht nur die man­geln­de Privatsphäre, die für Reibung sorgt – Anna ist neu aufs Gymnasium gewech­selt und begreift rasch, wor­auf es nun ankommt: Markenkleidung und Zugehörigkeit. Ein gefälsch­ter Ralph-Lauren-Pulli ist schnell besorgt, aber an Geld fehlt es den­noch. Marie Luise Lehner insze­niert in ihrem Debüt eine Konfrontation mit klas­sis­ti­schen Strukturen, denen Anna mit einer Mischung aus Scham und Schneid begeg­net. Eine Komplizin fin­det sie in Mara, die mit femi­nis­ti­schen Fragen pro­vo­ziert und mit ihrem quee­ren Vater eben­falls allein lebt. Lehner stellt sich bedin­gungs­los an die Seite ihrer Held*innen, schenkt ihnen Raum für Introspektion und Ausbrüche, lässt sie zurück­ru­dern und sich ver­söh­nen. Das Nichthineinpassen erlaubt es ihnen, sich selbst ken­nen- und schät­zen zu ler­nen. Lehner hisst, ganz selbst­ver­ständ­lich und mit viel pop­kul­tu­rel­ler Referenz, die Flagge der Solidarität. Und schließt mit einem befrei­en­den „Scheiß auf dich, Wien“, hoch über den Dächern der Stadt.

Credits:

AT 2025, 87 Min., Deutsch, Deutsche Gebärdensprache, Englisch OmU
Regie: Marie Luise Lehner
Kamera:
Simone Hart
Schnitt: Jana Libnik, Joana Scrinzi, Alexandra Schneider
mit: Siena Popović, Mariya Menner, Jessica Paar, Daniel Sea

Trailer:
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Kategorie: Vorstellung

  • Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst

    Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst

    Ein Film von Marie Luise Lehner. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Langsam wird es der 12-jäh­ri­gen Anna und ihrer gehör­lo­sen Mutter doch ein wenig eng in der gemein­sa­men Wohnung. Dabei ist es nicht nur die man­geln­de Privatsphäre, die für Reibung sorgt – Anna ist neu aufs Gymnasium gewech­selt und begreift rasch, wor­auf es nun ankommt: Markenkleidung und Zugehörigkeit. Ein gefälsch­ter Ralph-Lauren-Pulli ist schnell besorgt, aber an Geld fehlt es den­noch. Marie Luise Lehner insze­niert in ihrem Debüt eine Konfrontation mit klas­sis­ti­schen Strukturen, denen Anna mit einer Mischung aus Scham und Schneid begeg­net. Eine Komplizin fin­det sie in Mara, die mit femi­nis­ti­schen Fragen pro­vo­ziert und mit ihrem quee­ren Vater eben­falls allein lebt. Lehner stellt sich bedin­gungs­los an die Seite ihrer Held*innen, schenkt ihnen Raum für Introspektion und Ausbrüche, lässt sie zurück­ru­dern und sich ver­söh­nen. Das Nichthineinpassen erlaubt es ihnen, sich selbst ken­nen- und schät­zen zu ler­nen. Lehner hisst, ganz selbst­ver­ständ­lich und mit viel pop­kul­tu­rel­ler Referenz, die Flagge der Solidarität. Und schließt mit einem befrei­en­den „Scheiß auf dich, Wien“, hoch über den Dächern der Stadt.

    Credits:

    AT 2025, 87 Min., Deutsch, Deutsche Gebärdensprache, Englisch OmU
    Regie: Marie Luise Lehner
    Kamera:
    Simone Hart
    Schnitt: Jana Libnik, Joana Scrinzi, Alexandra Schneider
    mit: Siena Popović, Mariya Menner, Jessica Paar, Daniel Sea

    Trailer:
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  • Karla

    Karla

    Ein Film von Christina Tournatzés. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer sexu­el­le Handlungen an einer Person unter vier­zehn Jahren (Kind) vor­nimmt oder an sich von dem Kind vor­neh­men lässt.“ Dieser Paragraph wird für Karla zum Schutzschild, nach­dem sie mehr­mals erfolg­los bei der Polizei vor­ge­spro­chen hat. Diesmal lässt sie sich nicht fort­schi­cken, sie kennt ihr Recht: „Ich bin Karla Ebel. Ich bin zwölf Jahre alt und ich möch­te Anzeige erstat­ten.“ Sie hat es geschafft, zu einem Richter vor­zu­drin­gen. Der ist zunächst skep­tisch. Es ist 1962, und den Fall einer 12-jäh­ri­gen zu ver­han­deln, die ihren Vater des wie­der­hol­ten sexu­el­len Missbrauchs anzeigt, ist so aus­sichts­los wie kar­rie­re­schäd­lich, denn die Welt ist noch in Ordnung, und in guten Familien pas­siert „sowas“ nicht. Aber Karla bleibt beharr­lich.
    „Konsequent bleibt der Film ganz nah bei sei­ner Protagonistin, ihren Gefühlen, ihrem Gesicht. Es ist das Gesicht von Elise Krieps in ihrer ers­ten Rolle – eine Entdeckung, ein Glücksfall! Mit gro­ßer Präsenz ver­kör­pert sie die stil­le Kraft der trau­ma­ti­sier­ten Karla zwi­schen hilf­lo­sem Schweigen und ihrem unbän­di­gen Wunsch nach Gerechtigkeit und einem Leben ohne Übergriffe. … Kann man einen Film über sexu­el­len Missbrauch machen, ohne die Tat in Worten zu schil­dern oder in Bildern zu zei­gen? Regisseurin Christina Tournatzés gelingt es, in ihrem Spielfilmdebüt jeg­li­che Form von Voyeurismus zu ver­mei­den. Zarte Andeutungen, visua­li­sier­te Erinnerungsfetzen, blitz­schnel­le Flashbacks, doch nie wird die jun­ge Protagonistin als Opfer gezeigt. Nie ver­liert sie ihre Würde. Schon das allein macht Karla so beson­ders.“ Sabine Schultz | kino-zeit 

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche Originalfassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Christina Tournatzés
    Kamera: Florian Emmerich
    Schnitt: Isabel Meier
    mit: Elise Krieps, Rainer Bock, Imogen Kogge, Torben Liebrecht, Katharina Schüttler

    Trailer:
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  • Miroirs No.3

    Miroirs No.3

    Ein Film von Christian Petzold.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Genau wie ande­re Regiekollegen, Jim Jarmusch, Hong Sang-Soo oder Wes Anderson bei­spiels­wei­se, liebt auch Christian Petzold die Kontinuität bei der Zusammenarbeit beim Filmen. Sie schafft eine Vertrautheit, auf die man auf­bau­en kann, und trotz­dem immer wie­der Neues her­vor­bringt. Aber nicht nur Team und Cast, auch bestimm­te Motive erfreu­en sich einer gewis­sen Beliebtheit. Mit einem pro­vo­zier­ten Autounfall endet Die inne­re Sicherheit, den Freitod per Auto sucht Ali in Jericho und in Wolfsburg und Yella wird die Geschichte, wie auch dies­mal, durch einen (töd­li­chen) Crash erst in Bewegung gebracht.
    Laura, eine jun­ge Pianistin aus Berlin, scheint ver­lo­ren und nicht mehr in ihre Jetzt-Welt zu gehö­ren. Sie merkt, dass sie an dem Ausflug aufs dem Land mit dem ober­fläch­li­chen Trio aus ihrem Musiker-Freund, des­sen Produzenten samt Freundin nicht teil­neh­men will, und als ver­meint­li­che Spaßbremse wie­der­um wird sie nur all­zu ger­ne zie­hen gelas­sen. Auf der Fahrt zurück zum Bahnhof kommt das rote Cabrio von der Straße ab – ihr Freund stirbt bei dem Unfall, Laura über­lebt. Die ver­wirrt her­um­ir­ren­de wird von der im nahe gele­ge­nen Haus woh­nen­den Betty auf­ge­nom­men und gepflegt.
    „Laura … fängt in der trü­ge­ri­schen länd­li­chen Idylle gewis­ser­ma­ßen ein neu­es Leben an, in einem Phantasma, das sie gemein­sam mit Betty und dann auch der Mitwirkung ihrer Familie erschafft und in der jeder sein eige­nes Spiel zu spie­len scheint. Es ist ein zärt­lich gezeich­ne­ter Kokon aus fami­liä­rer Geborgenheit, gemein­sa­men Essen, Besuchen in der Autowerkstatt. Doch die gan­ze Zeit ist klar, dass er nicht von Dauer sein kann. [Es ist] … ein Spiel mit reiz­vol­len Motiven, die aber teils skiz­zen­haft blei­ben. Im Kontext mit sei­nen ande­ren Werken betrach­tet ist er ein wei­te­rer sehens­wer­ter Mosaikstein in sei­ner an fas­zi­nie­ren­den Geschichten und Metaphern so wun­der­bar rei­chen erzäh­le­ri­schen Welt.“
    Patrick Seybold | epd Film

    Credits:

    DE 2025, 86 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Christian Petzold

    Schnitt:  Bettina Böhler
    Kamera: Hans Fromm

    mit: Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs

    Trailer:
    Trailer MIROIRS NO. 3 – ab 18. September im Kino
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  • Die Möllner Briefe

    Die Möllner Briefe

    Ein Film von Martina Priessner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    1992 ver­üb­ten Nazis Brandanschläge auf zwei Wohnhäuser im schles­wig-hol­stei­ni­schen Mölln, drei Menschen kamen ums Leben. Die Stadtverwaltung erhielt hun­der­te Briefe, die an die Angehörigen der Opfer gerich­tet waren, aber man­gels einer genau­en Adresse dort lan­de­ten, Beileids- und Solidaritätsbekundungen an die Überlebenden, Zeichnungen, Gedichte, klei­ne Trostgeschenke. Einige wur­den beant­wor­tet, alle geöff­net und anschlie­ßend archi­viert – kein ein­zi­ger wur­de wei­ter­ge­lei­tet, bis sie 27 Jahre spä­ter sie zufäl­lig ent­deckt wur­den. Der Film nimmt die Briefe zum Anlass, die Unfähigkeit der Behörden, mit solch‘ einer mons­trö­sen Tat umzu­ge­hen, ein­mal mehr auf­zu­zei­gen. Im Mittelpunkt steht vor allem aber der Kampf der Überlebenden mit den Folgen der Tat, auch heu­te noch. Der damals 7‑jährige Ibrahim ist aktiv dabei, die Erinnerung an den Anschlag wach zu hal­ten und über Rassismus in Deutschland zu infor­mie­ren. Mit ihm besucht der Film drei Verfasserinnen, die Martina Priessner aus­fin­dig gemacht hat. Hätten die Briefe, wären sie damals ange­kom­men, über­haupt gehol­fen? Die Antwort ist ja, sie hät­ten zumin­dest das Gefühl, voll­kom­men allein zu sein mit der eige­nen Trauer, mil­dern können.

    Struktureller Rassismus hat nach der eigent­li­chen Tat bei den Überlebenden zu wei­te­ren Verletzungen geführt. Regisseurin Martina Priessner gibt den Zuschauer*innen einen Einblick in ein hoch kom­ple­xes Geflecht aus Trauer, Angst, Wut und Liebe, in dem die Kinder der Familie Arslan auf­wuch­sen. Sie zeigt auch, wie das neu gegrün­de­te Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland in Köln sich der Briefe annimmt. Sorgsam, respekt­voll und in enger Absprache mit den Betroffenen küm­mern sich des­sen Mitarbeitende um die Zeitzeugnisse, die tief in die deut­sche Seele bli­cken las­sen. Mit einem ganz ähn­li­chen Ethos befasst sich Die Möllner Briefe mit den Folgen der rechts­extre­men Gewalttat.“ Eva Szulkowski | indiekino 

    Credits:

    DE 2025, 96 Min., deutsch, tür­ki­sche Originalfassung mit deut­schen und tür­ki­schen Untertiteln
    Regie: Martina Priessner 

    Schnitt: Maja Tennstedt
    Kamera: Ayşe Alacakaptan, Julia Geiß

    Trailer:
    DIE MÖLLNER BRIEFE – Offizieller Trailer
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  • Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst

    Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst

    Ein Film von Marie Luise Lehner. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Langsam wird es der 12-jäh­ri­gen Anna und ihrer gehör­lo­sen Mutter doch ein wenig eng in der gemein­sa­men Wohnung. Dabei ist es nicht nur die man­geln­de Privatsphäre, die für Reibung sorgt – Anna ist neu aufs Gymnasium gewech­selt und begreift rasch, wor­auf es nun ankommt: Markenkleidung und Zugehörigkeit. Ein gefälsch­ter Ralph-Lauren-Pulli ist schnell besorgt, aber an Geld fehlt es den­noch. Marie Luise Lehner insze­niert in ihrem Debüt eine Konfrontation mit klas­sis­ti­schen Strukturen, denen Anna mit einer Mischung aus Scham und Schneid begeg­net. Eine Komplizin fin­det sie in Mara, die mit femi­nis­ti­schen Fragen pro­vo­ziert und mit ihrem quee­ren Vater eben­falls allein lebt. Lehner stellt sich bedin­gungs­los an die Seite ihrer Held*innen, schenkt ihnen Raum für Introspektion und Ausbrüche, lässt sie zurück­ru­dern und sich ver­söh­nen. Das Nichthineinpassen erlaubt es ihnen, sich selbst ken­nen- und schät­zen zu ler­nen. Lehner hisst, ganz selbst­ver­ständ­lich und mit viel pop­kul­tu­rel­ler Referenz, die Flagge der Solidarität. Und schließt mit einem befrei­en­den „Scheiß auf dich, Wien“, hoch über den Dächern der Stadt.

    Credits:

    AT 2025, 87 Min., Deutsch, Deutsche Gebärdensprache, Englisch OmU
    Regie: Marie Luise Lehner
    Kamera:
    Simone Hart
    Schnitt: Jana Libnik, Joana Scrinzi, Alexandra Schneider
    mit: Siena Popović, Mariya Menner, Jessica Paar, Daniel Sea

    Trailer:
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  • Karla

    Karla

    Ein Film von Christina Tournatzés. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer sexu­el­le Handlungen an einer Person unter vier­zehn Jahren (Kind) vor­nimmt oder an sich von dem Kind vor­neh­men lässt.“ Dieser Paragraph wird für Karla zum Schutzschild, nach­dem sie mehr­mals erfolg­los bei der Polizei vor­ge­spro­chen hat. Diesmal lässt sie sich nicht fort­schi­cken, sie kennt ihr Recht: „Ich bin Karla Ebel. Ich bin zwölf Jahre alt und ich möch­te Anzeige erstat­ten.“ Sie hat es geschafft, zu einem Richter vor­zu­drin­gen. Der ist zunächst skep­tisch. Es ist 1962, und den Fall einer 12-jäh­ri­gen zu ver­han­deln, die ihren Vater des wie­der­hol­ten sexu­el­len Missbrauchs anzeigt, ist so aus­sichts­los wie kar­rie­re­schäd­lich, denn die Welt ist noch in Ordnung, und in guten Familien pas­siert „sowas“ nicht. Aber Karla bleibt beharr­lich.
    „Konsequent bleibt der Film ganz nah bei sei­ner Protagonistin, ihren Gefühlen, ihrem Gesicht. Es ist das Gesicht von Elise Krieps in ihrer ers­ten Rolle – eine Entdeckung, ein Glücksfall! Mit gro­ßer Präsenz ver­kör­pert sie die stil­le Kraft der trau­ma­ti­sier­ten Karla zwi­schen hilf­lo­sem Schweigen und ihrem unbän­di­gen Wunsch nach Gerechtigkeit und einem Leben ohne Übergriffe. … Kann man einen Film über sexu­el­len Missbrauch machen, ohne die Tat in Worten zu schil­dern oder in Bildern zu zei­gen? Regisseurin Christina Tournatzés gelingt es, in ihrem Spielfilmdebüt jeg­li­che Form von Voyeurismus zu ver­mei­den. Zarte Andeutungen, visua­li­sier­te Erinnerungsfetzen, blitz­schnel­le Flashbacks, doch nie wird die jun­ge Protagonistin als Opfer gezeigt. Nie ver­liert sie ihre Würde. Schon das allein macht Karla so beson­ders.“ Sabine Schultz | kino-zeit 

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche Originalfassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Christina Tournatzés
    Kamera: Florian Emmerich
    Schnitt: Isabel Meier
    mit: Elise Krieps, Rainer Bock, Imogen Kogge, Torben Liebrecht, Katharina Schüttler

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  • Miroirs No.3

    Miroirs No.3

    Ein Film von Christian Petzold.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Genau wie ande­re Regiekollegen, Jim Jarmusch, Hong Sang-Soo oder Wes Anderson bei­spiels­wei­se, liebt auch Christian Petzold die Kontinuität bei der Zusammenarbeit beim Filmen. Sie schafft eine Vertrautheit, auf die man auf­bau­en kann, und trotz­dem immer wie­der Neues her­vor­bringt. Aber nicht nur Team und Cast, auch bestimm­te Motive erfreu­en sich einer gewis­sen Beliebtheit. Mit einem pro­vo­zier­ten Autounfall endet Die inne­re Sicherheit, den Freitod per Auto sucht Ali in Jericho und in Wolfsburg und Yella wird die Geschichte, wie auch dies­mal, durch einen (töd­li­chen) Crash erst in Bewegung gebracht.
    Laura, eine jun­ge Pianistin aus Berlin, scheint ver­lo­ren und nicht mehr in ihre Jetzt-Welt zu gehö­ren. Sie merkt, dass sie an dem Ausflug aufs dem Land mit dem ober­fläch­li­chen Trio aus ihrem Musiker-Freund, des­sen Produzenten samt Freundin nicht teil­neh­men will, und als ver­meint­li­che Spaßbremse wie­der­um wird sie nur all­zu ger­ne zie­hen gelas­sen. Auf der Fahrt zurück zum Bahnhof kommt das rote Cabrio von der Straße ab – ihr Freund stirbt bei dem Unfall, Laura über­lebt. Die ver­wirrt her­um­ir­ren­de wird von der im nahe gele­ge­nen Haus woh­nen­den Betty auf­ge­nom­men und gepflegt.
    „Laura … fängt in der trü­ge­ri­schen länd­li­chen Idylle gewis­ser­ma­ßen ein neu­es Leben an, in einem Phantasma, das sie gemein­sam mit Betty und dann auch der Mitwirkung ihrer Familie erschafft und in der jeder sein eige­nes Spiel zu spie­len scheint. Es ist ein zärt­lich gezeich­ne­ter Kokon aus fami­liä­rer Geborgenheit, gemein­sa­men Essen, Besuchen in der Autowerkstatt. Doch die gan­ze Zeit ist klar, dass er nicht von Dauer sein kann. [Es ist] … ein Spiel mit reiz­vol­len Motiven, die aber teils skiz­zen­haft blei­ben. Im Kontext mit sei­nen ande­ren Werken betrach­tet ist er ein wei­te­rer sehens­wer­ter Mosaikstein in sei­ner an fas­zi­nie­ren­den Geschichten und Metaphern so wun­der­bar rei­chen erzäh­le­ri­schen Welt.“
    Patrick Seybold | epd Film

    Credits:

    DE 2025, 86 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Christian Petzold

    Schnitt:  Bettina Böhler
    Kamera: Hans Fromm

    mit: Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs

    Trailer:
    Trailer MIROIRS NO. 3 – ab 18. September im Kino
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  • Die Möllner Briefe

    Die Möllner Briefe

    Ein Film von Martina Priessner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    1992 ver­üb­ten Nazis Brandanschläge auf zwei Wohnhäuser im schles­wig-hol­stei­ni­schen Mölln, drei Menschen kamen ums Leben. Die Stadtverwaltung erhielt hun­der­te Briefe, die an die Angehörigen der Opfer gerich­tet waren, aber man­gels einer genau­en Adresse dort lan­de­ten, Beileids- und Solidaritätsbekundungen an die Überlebenden, Zeichnungen, Gedichte, klei­ne Trostgeschenke. Einige wur­den beant­wor­tet, alle geöff­net und anschlie­ßend archi­viert – kein ein­zi­ger wur­de wei­ter­ge­lei­tet, bis sie 27 Jahre spä­ter sie zufäl­lig ent­deckt wur­den. Der Film nimmt die Briefe zum Anlass, die Unfähigkeit der Behörden, mit solch‘ einer mons­trö­sen Tat umzu­ge­hen, ein­mal mehr auf­zu­zei­gen. Im Mittelpunkt steht vor allem aber der Kampf der Überlebenden mit den Folgen der Tat, auch heu­te noch. Der damals 7‑jährige Ibrahim ist aktiv dabei, die Erinnerung an den Anschlag wach zu hal­ten und über Rassismus in Deutschland zu infor­mie­ren. Mit ihm besucht der Film drei Verfasserinnen, die Martina Priessner aus­fin­dig gemacht hat. Hätten die Briefe, wären sie damals ange­kom­men, über­haupt gehol­fen? Die Antwort ist ja, sie hät­ten zumin­dest das Gefühl, voll­kom­men allein zu sein mit der eige­nen Trauer, mil­dern können.

    Struktureller Rassismus hat nach der eigent­li­chen Tat bei den Überlebenden zu wei­te­ren Verletzungen geführt. Regisseurin Martina Priessner gibt den Zuschauer*innen einen Einblick in ein hoch kom­ple­xes Geflecht aus Trauer, Angst, Wut und Liebe, in dem die Kinder der Familie Arslan auf­wuch­sen. Sie zeigt auch, wie das neu gegrün­de­te Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland in Köln sich der Briefe annimmt. Sorgsam, respekt­voll und in enger Absprache mit den Betroffenen küm­mern sich des­sen Mitarbeitende um die Zeitzeugnisse, die tief in die deut­sche Seele bli­cken las­sen. Mit einem ganz ähn­li­chen Ethos befasst sich Die Möllner Briefe mit den Folgen der rechts­extre­men Gewalttat.“ Eva Szulkowski | indiekino 

    Credits:

    DE 2025, 96 Min., deutsch, tür­ki­sche Originalfassung mit deut­schen und tür­ki­schen Untertiteln
    Regie: Martina Priessner 

    Schnitt: Maja Tennstedt
    Kamera: Ayşe Alacakaptan, Julia Geiß

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    DIE MÖLLNER BRIEFE – Offizieller Trailer
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    Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst

    Ein Film von Marie Luise Lehner. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Langsam wird es der 12-jäh­ri­gen Anna und ihrer gehör­lo­sen Mutter doch ein wenig eng in der gemein­sa­men Wohnung. Dabei ist es nicht nur die man­geln­de Privatsphäre, die für Reibung sorgt – Anna ist neu aufs Gymnasium gewech­selt und begreift rasch, wor­auf es nun ankommt: Markenkleidung und Zugehörigkeit. Ein gefälsch­ter Ralph-Lauren-Pulli ist schnell besorgt, aber an Geld fehlt es den­noch. Marie Luise Lehner insze­niert in ihrem Debüt eine Konfrontation mit klas­sis­ti­schen Strukturen, denen Anna mit einer Mischung aus Scham und Schneid begeg­net. Eine Komplizin fin­det sie in Mara, die mit femi­nis­ti­schen Fragen pro­vo­ziert und mit ihrem quee­ren Vater eben­falls allein lebt. Lehner stellt sich bedin­gungs­los an die Seite ihrer Held*innen, schenkt ihnen Raum für Introspektion und Ausbrüche, lässt sie zurück­ru­dern und sich ver­söh­nen. Das Nichthineinpassen erlaubt es ihnen, sich selbst ken­nen- und schät­zen zu ler­nen. Lehner hisst, ganz selbst­ver­ständ­lich und mit viel pop­kul­tu­rel­ler Referenz, die Flagge der Solidarität. Und schließt mit einem befrei­en­den „Scheiß auf dich, Wien“, hoch über den Dächern der Stadt.

    Credits:

    AT 2025, 87 Min., Deutsch, Deutsche Gebärdensprache, Englisch OmU
    Regie: Marie Luise Lehner
    Kamera:
    Simone Hart
    Schnitt: Jana Libnik, Joana Scrinzi, Alexandra Schneider
    mit: Siena Popović, Mariya Menner, Jessica Paar, Daniel Sea

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  • Karla

    Karla

    Ein Film von Christina Tournatzés. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer sexu­el­le Handlungen an einer Person unter vier­zehn Jahren (Kind) vor­nimmt oder an sich von dem Kind vor­neh­men lässt.“ Dieser Paragraph wird für Karla zum Schutzschild, nach­dem sie mehr­mals erfolg­los bei der Polizei vor­ge­spro­chen hat. Diesmal lässt sie sich nicht fort­schi­cken, sie kennt ihr Recht: „Ich bin Karla Ebel. Ich bin zwölf Jahre alt und ich möch­te Anzeige erstat­ten.“ Sie hat es geschafft, zu einem Richter vor­zu­drin­gen. Der ist zunächst skep­tisch. Es ist 1962, und den Fall einer 12-jäh­ri­gen zu ver­han­deln, die ihren Vater des wie­der­hol­ten sexu­el­len Missbrauchs anzeigt, ist so aus­sichts­los wie kar­rie­re­schäd­lich, denn die Welt ist noch in Ordnung, und in guten Familien pas­siert „sowas“ nicht. Aber Karla bleibt beharr­lich.
    „Konsequent bleibt der Film ganz nah bei sei­ner Protagonistin, ihren Gefühlen, ihrem Gesicht. Es ist das Gesicht von Elise Krieps in ihrer ers­ten Rolle – eine Entdeckung, ein Glücksfall! Mit gro­ßer Präsenz ver­kör­pert sie die stil­le Kraft der trau­ma­ti­sier­ten Karla zwi­schen hilf­lo­sem Schweigen und ihrem unbän­di­gen Wunsch nach Gerechtigkeit und einem Leben ohne Übergriffe. … Kann man einen Film über sexu­el­len Missbrauch machen, ohne die Tat in Worten zu schil­dern oder in Bildern zu zei­gen? Regisseurin Christina Tournatzés gelingt es, in ihrem Spielfilmdebüt jeg­li­che Form von Voyeurismus zu ver­mei­den. Zarte Andeutungen, visua­li­sier­te Erinnerungsfetzen, blitz­schnel­le Flashbacks, doch nie wird die jun­ge Protagonistin als Opfer gezeigt. Nie ver­liert sie ihre Würde. Schon das allein macht Karla so beson­ders.“ Sabine Schultz | kino-zeit 

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche Originalfassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Christina Tournatzés
    Kamera: Florian Emmerich
    Schnitt: Isabel Meier
    mit: Elise Krieps, Rainer Bock, Imogen Kogge, Torben Liebrecht, Katharina Schüttler

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