Der Fleck

Ein Film von Willy Hans.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Eigentlich hät­te er Sportunterricht, aber Simon dreht kurz vor der Schule um. Er trifft einen Nachbarn und fährt mit zu des­sen Clique an den Fluss. Es ist heiß, und Gespräche und Aktivität lau­fen eher trä­ge ab, ein biss­chen Unsinn reden, schwim­men, spie­len, necken, ärgern, essen, aber auch: den „Neuen“, Simon, abche­cken. Dann weckt die plötz­lich auf­tau­chen­de Marie Simons Interesse. Zusammen zie­hen sie los, holen Pommes und las­sen sich durch den Wald trei­ben. Sie ver­ges­sen die Zeit und tau­chen immer tie­fer in die ver­wun­sche­ne som­mer­li­che Flusslandschaft ein.
„‚Die Hölle, das sind die ande­ren‘ – die­ser Schlüsselsatz aus Jean Paul Sartres Einakter Geschlossene Gesellschaft bringt für mich den Zustand, in dem sich die Figuren in mei­nem Spielfilm-Debüt Der Fleck befin­den, auf den Punkt. Sie suchen Bestätigung im gegen­sei­ti­gen Blick, schau­en selbst gna­den­los auf das Gegenüber und wer­den so ein­an­der unfrei­wil­lig zu Folterknechten. Und obwohl es kei­ne offen­sicht­lich bösen Absichten oder offen­si­ve Feindseligkeiten unter den Jugendlichen gibt, trans­por­tiert sich deut­lich ein all­um­fas­sen­des Unbehagen. Hier wird im Kleinen erprobt, was auch unter Erwachsenen geschieht. Alle loten unbe­wusst und lau­ernd ihre Stellung aus, ver­su­chen her­aus­zu­fin­den, wer wie zuein­an­der steht, wo sich Allianzen bil­den las­sen, und wo Rivalitäten. Das zu beob­ach­ten, die­ses hilf­lo­se Verbiegen, Maßregeln und Beäugen ist zum Heulen und zum Lachen gleich­zei­tig – allein weil es mit ein wenig Abstand betrach­tet so absurd erscheint. Dass es eine irdi­sche Hölle gibt, ist in in der Welt des Atheisten Sartre sicher. Aber gibt es auch so etwas wie einen Himmel? Und was wäre das? Es wäre ein Blick, der uns nicht fest­legt oder ver­ur­teilt, der nicht redu­ziert auf das, was wir wur­den, son­dern sich öff­net für das was wir wer­den könn­ten. Einen klei­nen Einblick in die­se unbe­kann­te Welt möch­te ich mei­ne Figuren SIMON und MARIE in Der Fleck kurz erha­schen las­sen. So beginnt sich jen­seits all der Apathie und des pas­siv-aggres­si­vem Gelabers, im Laufe der fort­schrei­ten­den Erzählung etwas Hoffnungsvolles und Lebensbejahendes abzu­zeich­nen.“ Willi Hans

Credits:

DE/CH 2024, 94 Min., dt. OmeU
Regie & Schnitt: Willy Hans
Kamera: Paul Spengemann
mit: Leo Konrad Kuhn, Alva Schäfer, Shadi Eck, Felix Maria Zeppenfeld, Darja Mahotkin, Marlene Becker u. a. 

Trailer:
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Kategorie: Vorstellung

  • Der Fleck

    Der Fleck

    Ein Film von Willy Hans.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eigentlich hät­te er Sportunterricht, aber Simon dreht kurz vor der Schule um. Er trifft einen Nachbarn und fährt mit zu des­sen Clique an den Fluss. Es ist heiß, und Gespräche und Aktivität lau­fen eher trä­ge ab, ein biss­chen Unsinn reden, schwim­men, spie­len, necken, ärgern, essen, aber auch: den „Neuen“, Simon, abche­cken. Dann weckt die plötz­lich auf­tau­chen­de Marie Simons Interesse. Zusammen zie­hen sie los, holen Pommes und las­sen sich durch den Wald trei­ben. Sie ver­ges­sen die Zeit und tau­chen immer tie­fer in die ver­wun­sche­ne som­mer­li­che Flusslandschaft ein.
    „‚Die Hölle, das sind die ande­ren‘ – die­ser Schlüsselsatz aus Jean Paul Sartres Einakter Geschlossene Gesellschaft bringt für mich den Zustand, in dem sich die Figuren in mei­nem Spielfilm-Debüt Der Fleck befin­den, auf den Punkt. Sie suchen Bestätigung im gegen­sei­ti­gen Blick, schau­en selbst gna­den­los auf das Gegenüber und wer­den so ein­an­der unfrei­wil­lig zu Folterknechten. Und obwohl es kei­ne offen­sicht­lich bösen Absichten oder offen­si­ve Feindseligkeiten unter den Jugendlichen gibt, trans­por­tiert sich deut­lich ein all­um­fas­sen­des Unbehagen. Hier wird im Kleinen erprobt, was auch unter Erwachsenen geschieht. Alle loten unbe­wusst und lau­ernd ihre Stellung aus, ver­su­chen her­aus­zu­fin­den, wer wie zuein­an­der steht, wo sich Allianzen bil­den las­sen, und wo Rivalitäten. Das zu beob­ach­ten, die­ses hilf­lo­se Verbiegen, Maßregeln und Beäugen ist zum Heulen und zum Lachen gleich­zei­tig – allein weil es mit ein wenig Abstand betrach­tet so absurd erscheint. Dass es eine irdi­sche Hölle gibt, ist in in der Welt des Atheisten Sartre sicher. Aber gibt es auch so etwas wie einen Himmel? Und was wäre das? Es wäre ein Blick, der uns nicht fest­legt oder ver­ur­teilt, der nicht redu­ziert auf das, was wir wur­den, son­dern sich öff­net für das was wir wer­den könn­ten. Einen klei­nen Einblick in die­se unbe­kann­te Welt möch­te ich mei­ne Figuren SIMON und MARIE in Der Fleck kurz erha­schen las­sen. So beginnt sich jen­seits all der Apathie und des pas­siv-aggres­si­vem Gelabers, im Laufe der fort­schrei­ten­den Erzählung etwas Hoffnungsvolles und Lebensbejahendes abzu­zeich­nen.“ Willi Hans

    Credits:

    DE/CH 2024, 94 Min., dt. OmeU
    Regie & Schnitt: Willy Hans
    Kamera: Paul Spengemann
    mit: Leo Konrad Kuhn, Alva Schäfer, Shadi Eck, Felix Maria Zeppenfeld, Darja Mahotkin, Marlene Becker u. a. 

    Trailer:
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  • Agent of Happiness

    Agent of Happiness

    Ein Film von Arun Bhattarai & Dorottya Zurbó. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das Konzept des Bruttonationalglücks lehnt sich an den Begriff des Bruttonationaleinkommens an.
    Anders als die­ser quan­ti­täts­ori­en­tier­te Indikator zielt das Bruttonationalglück dar­auf ab, die Qualität des Lebensstandards zu defi­nie­ren. Es dient als Messwert für das Wohlergehen eines gesam­ten Volkes.
    Aber – wie ist Glück mess­bar? Bhutan ermit­telt das hier erfun­de­ne poli­ti­sche Glückmaß seit 1997 alle fünf Jahre, indem Interviewer anhand eines umfas­sen­den Fragebogens die not­wen­di­gen Informationen Haus für Haus ein­ho­len.
    Das Regie-Duo aus Ungarn und Bhutan beglei­tet zwei von ihnen, Amber Kumar Gurung und Guna Raj Kuikel, auf ihrem Weg. Dabei beob­ach­ten sie nicht nur zu Herzen gehen­de, dra­ma­ti­sche wie tröst­li­che Erzählungen der Befragten. Auch das Schicksal des offe­nen, manch­mal auch selbst­iro­ni­schen Luftgitarrespielers Amber berührt. Als Angehöriger der nepa­le­si­schen Minderheit in Bhutan wird der 40-jäh­ri­ge selbst im per­sön­li­chen Bereich so beschränkt, dass sein Glückswert laut eige­ner Einschätzung weit unter dem Durchschnitt liegt.
    „In unse­ren Filmen beschäf­ti­gen wir uns oft mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen, Identitäten, Werten und Mustern. Diese Geschichten zie­hen uns an, die inti­men Situationen des Lebens, die unse­re kul­tu­rel­len Unterschiede ega­li­sie­ren und mit denen wir das Vertraute im Anderen zei­gen kön­nen ….“ sagen die Regisseure – so kommt das ermit­tel­te Ergebnis auch in Bhutan, wie über­all auf der Welt, nicht zuletzt durch Art der Fragestellung zustan­de.
    „Angesichts der Beschreibung des Films und der Werbefotos die­ses wun­der­schö­nen Landes könn­te man mei­nen, dass Agent of Happiness Bhutan als eine Art Paradies dar­stellt, aber der Film ist nicht ein­di­men­sio­nal und auch kei­ne rei­ne Propaganda für Bhutan als glück­li­che bud­dhis­ti­sche Enklave. Wie sein Schwerpunkt zeigt, scheut er sich nicht, die Fehler eines solch mono­li­thi­schen reli­giö­sen und eth­ni­schen Ansatzes für natio­na­les Glück auf­zu­zei­gen, der Menschen wie Amber in der Masse unter­ge­hen lässt.“
    Aren Bergstrom | hot docs

    Credits:

    BT 2024, 94 Min., Dzongkha OmU
    Regie: Arun Bhattarai, Dorottya Zurbó

    Kamera: Arun Bhattarai,
    Schnitt: Péter Sass

    Trailer:
    Agent Of Happiness – Unterwegs im Auftrag des Glücks | Kinotrailer OmdU | ab 03.07.25 im Kino
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  • Zikaden

    Zikaden

    Ein Film von  Ina Weisse.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Isabell erkennt erschro­cken, dass ihre Eltern nicht mehr allei­ne zurecht­kom­men, und muss sich küm­mern. Während sie pen­delt, zwi­schen Berlin und dem bran­den­bur­gi­schen Land, wo ihr einst berühm­ter Architekten-Vater ein Haus im moder­nis­ti­schen Stil hat bau­en las­sen, sucht sie ver­zwei­felt Pflegepersonal. Die Eltern müs­sen auch noch davon über­zeugt wer­den, sich hel­fen zu las­sen. In die­ser ange­spann­ten Situation trifft Isabell im Ort immer wie­der auf die eigen­wil­li­ge Anja, eine allein­er­zie­hen­de Mutter, die mit ihren eige­nen Herausforderungen zu kämp­fen hat. Als Anja und ihre klei­ne Tochter Greta zuneh­mend in Isabells Leben tre­ten, ent­steht eine uner­war­te­te Bindung zwi­schen den bei­den Frauen. Gleichzeitig beginnt Isabell, an dem Leben zu zwei­feln, das sie bis­lang für sicher und ver­traut hielt, zumal ihre Ehe mit Philippe ers­te Risse zeigt.
    Ina Weisse: „Ist zwi­schen den bei­den sehr unter­schied­li­chen Frauen, die aus ganz unter­schied­li­chen Milieus kom­men, eine Freundschaft mög­lich? Sie tref­fen in einer schwie­ri­gen Phase ihres Lebens auf­ein­an­der. Sie rin­gen um Selbstbestimmung. Sie  sind so damit beschäf­tigt, sich um  ande­re zu küm­mern, dass sie sich selbst ver­ges­sen haben. Die Annäherung, wie sie sich gegen­sei­tig beob­ach­ten, vor­ein­an­der zurück­wei­chen, ver­un­si­chert sind und dann wie­der auf­ein­an­der zuge­hen, die­se Zwischentöne sind inter­es­sant für mich.“ 
    „… ein Film, der immer in Bewegung ist, obwohl Stasis herrscht, Eiszeit in den som­mer­li­chen Bildern von Kamerafrau Judith Kaufmann, der kei­nen fes­ten Boden unter die Füße bekommt im ste­ten Rhythmus, den Hansjörg Weißbrich ein­mal mehr traum­wand­le­risch sicher gefun­den hat: eine Frau, naja, am Rande des Nervenzusammenbruchs, der das Leben zu ent­glei­ten droht, die har­mo­ni­sche Fassade vor ihren Augen zer­brö­selt. Entsprechend kreist alles um das Haus der Eltern in der Provinz, das der Vater ent­wor­fen und gebaut hat, ein Haus vol­ler Geister und Erinnerungen.“ Thomas Schultze |SPOT media & film

    Credits:

    DE/FR 2024, 100 Min.
    Regie:  Ina Weisse 

    Kamera: Judith Kaufmann
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich
    mit Nina Hoss, Saskia Rosendahl, Vincent Macaigne, Thorsten Merten

    Trailer:
    ZIKADEN | Trailer deutsch
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  • One to One

    One to One

    Ein Film von Kevin Macdonald.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am 30. August 1972 spiel­te John Lennon in New York sein ein­zi­ges Einzelkonzert, eine Benefizveranstaltung, im Madison Square Garden. Der Dokumentarfilm nimmt das epi­sche Musikereignis zum Ausgangspunkt, um 18 ent­schei­den­de Monate im Leben von John und Yoko in einer rasan­ten Collage zu rekon­stru­ie­ren – mit Live-Songs in vol­ler Länge.
    Nach dem Umzug von England nach New York 1971 ver­bringt das Paar viel Zeit in ihrem klei­nen Apartment in Greenwich Village mit Fernsehen, und ein wil­des Gemisch aus Vietnamkrieg, Protestmärsche, Präsident Nixon, Unterhaltungsserien, Talkshows und vie­le, vie­le Werbespots. lässt es uns nach­voll­zie­hen. Running Gag unter den rea­len, von John auf­ge­zeich­ne­ten Telefongesprächen sind Yokos Aufträge zur Beschaffung von Fliegen. Ihr poli­ti­sches Engagement zeigt sich bei der Zusammenarbeit mit Jerry Rubin und vie­len kon­struk­ti­ven, nicht immer umzu­set­zen­den Ideen. Ihr sozia­les Engagement gip­felt in eben die­sem „One to One”-genannten Benefiz-Konzert nach dem „Willowbrook”-Skandal, der Aufdeckung schwers­ter Misshandlungs-Praxis in einer staat­li­chen kin­der­psy­cha­tri­schen Anstalt.
    „Der Film von Kevin McDonald ist min­des­tens so sehr ein Porträt des Zeitgeistes von 1971 wie sei­ner Protagonist*innen. Editor Sam Rice-Edwards schafft eine rasan­te Montage aus Nachrichtenschnipseln, Fernsehwerbung, Interviews und den Aufzeichnungen des Konzerts. Erstaunlich ist auch, dass der von dass Sean Ono Lennon mit­pro­du­zier­te Filme die wider­sprüch­li­chen Charaktere sei­ner Eltern nicht glät­tet. Zwar fehlt in die­sem Film die gan­ze Geschichte der Beatles-inter­nen Konkurrenz. Erzählt wird ledig­lich, dass Lennon gern Bob Dylan für eine Gefangenen-Benefiz-Tour haben woll­te. Weil einer der Tour-Organisatoren vor lau­fen­der Kamera Dylans Müll durch­wühlt hat­te, um zu zei­gen, was für ein kom­mer­zi­el­ler Lump Dylan gewor­den sei, wei­ger­te sich Dylan aller­dings, mit Lennon auf­zu­tre­ten und spiel­te statt­des­sen bei George Harrisons „Concert for Bangladesh“ … Aber das poli­ti­sche Umfeld ist viel­leicht auch inter­es­san­ter. …“ Tom Dorow | Indiekino

    Credits:

    UK 2024, 100 Min., engl. OmU
    Regie: Kevin Macdonald

    Kamera: David Katznelson
    Schnitt: Sam Rice-Edwards 

    Trailer:
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  • Der Fleck

    Der Fleck

    Ein Film von Willy Hans.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eigentlich hät­te er Sportunterricht, aber Simon dreht kurz vor der Schule um. Er trifft einen Nachbarn und fährt mit zu des­sen Clique an den Fluss. Es ist heiß, und Gespräche und Aktivität lau­fen eher trä­ge ab, ein biss­chen Unsinn reden, schwim­men, spie­len, necken, ärgern, essen, aber auch: den „Neuen“, Simon, abche­cken. Dann weckt die plötz­lich auf­tau­chen­de Marie Simons Interesse. Zusammen zie­hen sie los, holen Pommes und las­sen sich durch den Wald trei­ben. Sie ver­ges­sen die Zeit und tau­chen immer tie­fer in die ver­wun­sche­ne som­mer­li­che Flusslandschaft ein.
    „‚Die Hölle, das sind die ande­ren‘ – die­ser Schlüsselsatz aus Jean Paul Sartres Einakter Geschlossene Gesellschaft bringt für mich den Zustand, in dem sich die Figuren in mei­nem Spielfilm-Debüt Der Fleck befin­den, auf den Punkt. Sie suchen Bestätigung im gegen­sei­ti­gen Blick, schau­en selbst gna­den­los auf das Gegenüber und wer­den so ein­an­der unfrei­wil­lig zu Folterknechten. Und obwohl es kei­ne offen­sicht­lich bösen Absichten oder offen­si­ve Feindseligkeiten unter den Jugendlichen gibt, trans­por­tiert sich deut­lich ein all­um­fas­sen­des Unbehagen. Hier wird im Kleinen erprobt, was auch unter Erwachsenen geschieht. Alle loten unbe­wusst und lau­ernd ihre Stellung aus, ver­su­chen her­aus­zu­fin­den, wer wie zuein­an­der steht, wo sich Allianzen bil­den las­sen, und wo Rivalitäten. Das zu beob­ach­ten, die­ses hilf­lo­se Verbiegen, Maßregeln und Beäugen ist zum Heulen und zum Lachen gleich­zei­tig – allein weil es mit ein wenig Abstand betrach­tet so absurd erscheint. Dass es eine irdi­sche Hölle gibt, ist in in der Welt des Atheisten Sartre sicher. Aber gibt es auch so etwas wie einen Himmel? Und was wäre das? Es wäre ein Blick, der uns nicht fest­legt oder ver­ur­teilt, der nicht redu­ziert auf das, was wir wur­den, son­dern sich öff­net für das was wir wer­den könn­ten. Einen klei­nen Einblick in die­se unbe­kann­te Welt möch­te ich mei­ne Figuren SIMON und MARIE in Der Fleck kurz erha­schen las­sen. So beginnt sich jen­seits all der Apathie und des pas­siv-aggres­si­vem Gelabers, im Laufe der fort­schrei­ten­den Erzählung etwas Hoffnungsvolles und Lebensbejahendes abzu­zeich­nen.“ Willi Hans

    Credits:

    DE/CH 2024, 94 Min., dt. OmeU
    Regie & Schnitt: Willy Hans
    Kamera: Paul Spengemann
    mit: Leo Konrad Kuhn, Alva Schäfer, Shadi Eck, Felix Maria Zeppenfeld, Darja Mahotkin, Marlene Becker u. a. 

    Trailer:
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  • Agent of Happiness

    Agent of Happiness

    Ein Film von Arun Bhattarai & Dorottya Zurbó. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das Konzept des Bruttonationalglücks lehnt sich an den Begriff des Bruttonationaleinkommens an.
    Anders als die­ser quan­ti­täts­ori­en­tier­te Indikator zielt das Bruttonationalglück dar­auf ab, die Qualität des Lebensstandards zu defi­nie­ren. Es dient als Messwert für das Wohlergehen eines gesam­ten Volkes.
    Aber – wie ist Glück mess­bar? Bhutan ermit­telt das hier erfun­de­ne poli­ti­sche Glückmaß seit 1997 alle fünf Jahre, indem Interviewer anhand eines umfas­sen­den Fragebogens die not­wen­di­gen Informationen Haus für Haus ein­ho­len.
    Das Regie-Duo aus Ungarn und Bhutan beglei­tet zwei von ihnen, Amber Kumar Gurung und Guna Raj Kuikel, auf ihrem Weg. Dabei beob­ach­ten sie nicht nur zu Herzen gehen­de, dra­ma­ti­sche wie tröst­li­che Erzählungen der Befragten. Auch das Schicksal des offe­nen, manch­mal auch selbst­iro­ni­schen Luftgitarrespielers Amber berührt. Als Angehöriger der nepa­le­si­schen Minderheit in Bhutan wird der 40-jäh­ri­ge selbst im per­sön­li­chen Bereich so beschränkt, dass sein Glückswert laut eige­ner Einschätzung weit unter dem Durchschnitt liegt.
    „In unse­ren Filmen beschäf­ti­gen wir uns oft mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen, Identitäten, Werten und Mustern. Diese Geschichten zie­hen uns an, die inti­men Situationen des Lebens, die unse­re kul­tu­rel­len Unterschiede ega­li­sie­ren und mit denen wir das Vertraute im Anderen zei­gen kön­nen ….“ sagen die Regisseure – so kommt das ermit­tel­te Ergebnis auch in Bhutan, wie über­all auf der Welt, nicht zuletzt durch Art der Fragestellung zustan­de.
    „Angesichts der Beschreibung des Films und der Werbefotos die­ses wun­der­schö­nen Landes könn­te man mei­nen, dass Agent of Happiness Bhutan als eine Art Paradies dar­stellt, aber der Film ist nicht ein­di­men­sio­nal und auch kei­ne rei­ne Propaganda für Bhutan als glück­li­che bud­dhis­ti­sche Enklave. Wie sein Schwerpunkt zeigt, scheut er sich nicht, die Fehler eines solch mono­li­thi­schen reli­giö­sen und eth­ni­schen Ansatzes für natio­na­les Glück auf­zu­zei­gen, der Menschen wie Amber in der Masse unter­ge­hen lässt.“
    Aren Bergstrom | hot docs

    Credits:

    BT 2024, 94 Min., Dzongkha OmU
    Regie: Arun Bhattarai, Dorottya Zurbó

    Kamera: Arun Bhattarai,
    Schnitt: Péter Sass

    Trailer:
    Agent Of Happiness – Unterwegs im Auftrag des Glücks | Kinotrailer OmdU | ab 03.07.25 im Kino
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  • Zikaden

    Zikaden

    Ein Film von  Ina Weisse.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Isabell erkennt erschro­cken, dass ihre Eltern nicht mehr allei­ne zurecht­kom­men, und muss sich küm­mern. Während sie pen­delt, zwi­schen Berlin und dem bran­den­bur­gi­schen Land, wo ihr einst berühm­ter Architekten-Vater ein Haus im moder­nis­ti­schen Stil hat bau­en las­sen, sucht sie ver­zwei­felt Pflegepersonal. Die Eltern müs­sen auch noch davon über­zeugt wer­den, sich hel­fen zu las­sen. In die­ser ange­spann­ten Situation trifft Isabell im Ort immer wie­der auf die eigen­wil­li­ge Anja, eine allein­er­zie­hen­de Mutter, die mit ihren eige­nen Herausforderungen zu kämp­fen hat. Als Anja und ihre klei­ne Tochter Greta zuneh­mend in Isabells Leben tre­ten, ent­steht eine uner­war­te­te Bindung zwi­schen den bei­den Frauen. Gleichzeitig beginnt Isabell, an dem Leben zu zwei­feln, das sie bis­lang für sicher und ver­traut hielt, zumal ihre Ehe mit Philippe ers­te Risse zeigt.
    Ina Weisse: „Ist zwi­schen den bei­den sehr unter­schied­li­chen Frauen, die aus ganz unter­schied­li­chen Milieus kom­men, eine Freundschaft mög­lich? Sie tref­fen in einer schwie­ri­gen Phase ihres Lebens auf­ein­an­der. Sie rin­gen um Selbstbestimmung. Sie  sind so damit beschäf­tigt, sich um  ande­re zu küm­mern, dass sie sich selbst ver­ges­sen haben. Die Annäherung, wie sie sich gegen­sei­tig beob­ach­ten, vor­ein­an­der zurück­wei­chen, ver­un­si­chert sind und dann wie­der auf­ein­an­der zuge­hen, die­se Zwischentöne sind inter­es­sant für mich.“ 
    „… ein Film, der immer in Bewegung ist, obwohl Stasis herrscht, Eiszeit in den som­mer­li­chen Bildern von Kamerafrau Judith Kaufmann, der kei­nen fes­ten Boden unter die Füße bekommt im ste­ten Rhythmus, den Hansjörg Weißbrich ein­mal mehr traum­wand­le­risch sicher gefun­den hat: eine Frau, naja, am Rande des Nervenzusammenbruchs, der das Leben zu ent­glei­ten droht, die har­mo­ni­sche Fassade vor ihren Augen zer­brö­selt. Entsprechend kreist alles um das Haus der Eltern in der Provinz, das der Vater ent­wor­fen und gebaut hat, ein Haus vol­ler Geister und Erinnerungen.“ Thomas Schultze |SPOT media & film

    Credits:

    DE/FR 2024, 100 Min.
    Regie:  Ina Weisse 

    Kamera: Judith Kaufmann
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich
    mit Nina Hoss, Saskia Rosendahl, Vincent Macaigne, Thorsten Merten

    Trailer:
    ZIKADEN | Trailer deutsch
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  • One to One

    One to One

    Ein Film von Kevin Macdonald.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am 30. August 1972 spiel­te John Lennon in New York sein ein­zi­ges Einzelkonzert, eine Benefizveranstaltung, im Madison Square Garden. Der Dokumentarfilm nimmt das epi­sche Musikereignis zum Ausgangspunkt, um 18 ent­schei­den­de Monate im Leben von John und Yoko in einer rasan­ten Collage zu rekon­stru­ie­ren – mit Live-Songs in vol­ler Länge.
    Nach dem Umzug von England nach New York 1971 ver­bringt das Paar viel Zeit in ihrem klei­nen Apartment in Greenwich Village mit Fernsehen, und ein wil­des Gemisch aus Vietnamkrieg, Protestmärsche, Präsident Nixon, Unterhaltungsserien, Talkshows und vie­le, vie­le Werbespots. lässt es uns nach­voll­zie­hen. Running Gag unter den rea­len, von John auf­ge­zeich­ne­ten Telefongesprächen sind Yokos Aufträge zur Beschaffung von Fliegen. Ihr poli­ti­sches Engagement zeigt sich bei der Zusammenarbeit mit Jerry Rubin und vie­len kon­struk­ti­ven, nicht immer umzu­set­zen­den Ideen. Ihr sozia­les Engagement gip­felt in eben die­sem „One to One”-genannten Benefiz-Konzert nach dem „Willowbrook”-Skandal, der Aufdeckung schwers­ter Misshandlungs-Praxis in einer staat­li­chen kin­der­psy­cha­tri­schen Anstalt.
    „Der Film von Kevin McDonald ist min­des­tens so sehr ein Porträt des Zeitgeistes von 1971 wie sei­ner Protagonist*innen. Editor Sam Rice-Edwards schafft eine rasan­te Montage aus Nachrichtenschnipseln, Fernsehwerbung, Interviews und den Aufzeichnungen des Konzerts. Erstaunlich ist auch, dass der von dass Sean Ono Lennon mit­pro­du­zier­te Filme die wider­sprüch­li­chen Charaktere sei­ner Eltern nicht glät­tet. Zwar fehlt in die­sem Film die gan­ze Geschichte der Beatles-inter­nen Konkurrenz. Erzählt wird ledig­lich, dass Lennon gern Bob Dylan für eine Gefangenen-Benefiz-Tour haben woll­te. Weil einer der Tour-Organisatoren vor lau­fen­der Kamera Dylans Müll durch­wühlt hat­te, um zu zei­gen, was für ein kom­mer­zi­el­ler Lump Dylan gewor­den sei, wei­ger­te sich Dylan aller­dings, mit Lennon auf­zu­tre­ten und spiel­te statt­des­sen bei George Harrisons „Concert for Bangladesh“ … Aber das poli­ti­sche Umfeld ist viel­leicht auch inter­es­san­ter. …“ Tom Dorow | Indiekino

    Credits:

    UK 2024, 100 Min., engl. OmU
    Regie: Kevin Macdonald

    Kamera: David Katznelson
    Schnitt: Sam Rice-Edwards 

    Trailer:
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  • Der Fleck

    Der Fleck

    Ein Film von Willy Hans.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eigentlich hät­te er Sportunterricht, aber Simon dreht kurz vor der Schule um. Er trifft einen Nachbarn und fährt mit zu des­sen Clique an den Fluss. Es ist heiß, und Gespräche und Aktivität lau­fen eher trä­ge ab, ein biss­chen Unsinn reden, schwim­men, spie­len, necken, ärgern, essen, aber auch: den „Neuen“, Simon, abche­cken. Dann weckt die plötz­lich auf­tau­chen­de Marie Simons Interesse. Zusammen zie­hen sie los, holen Pommes und las­sen sich durch den Wald trei­ben. Sie ver­ges­sen die Zeit und tau­chen immer tie­fer in die ver­wun­sche­ne som­mer­li­che Flusslandschaft ein.
    „‚Die Hölle, das sind die ande­ren‘ – die­ser Schlüsselsatz aus Jean Paul Sartres Einakter Geschlossene Gesellschaft bringt für mich den Zustand, in dem sich die Figuren in mei­nem Spielfilm-Debüt Der Fleck befin­den, auf den Punkt. Sie suchen Bestätigung im gegen­sei­ti­gen Blick, schau­en selbst gna­den­los auf das Gegenüber und wer­den so ein­an­der unfrei­wil­lig zu Folterknechten. Und obwohl es kei­ne offen­sicht­lich bösen Absichten oder offen­si­ve Feindseligkeiten unter den Jugendlichen gibt, trans­por­tiert sich deut­lich ein all­um­fas­sen­des Unbehagen. Hier wird im Kleinen erprobt, was auch unter Erwachsenen geschieht. Alle loten unbe­wusst und lau­ernd ihre Stellung aus, ver­su­chen her­aus­zu­fin­den, wer wie zuein­an­der steht, wo sich Allianzen bil­den las­sen, und wo Rivalitäten. Das zu beob­ach­ten, die­ses hilf­lo­se Verbiegen, Maßregeln und Beäugen ist zum Heulen und zum Lachen gleich­zei­tig – allein weil es mit ein wenig Abstand betrach­tet so absurd erscheint. Dass es eine irdi­sche Hölle gibt, ist in in der Welt des Atheisten Sartre sicher. Aber gibt es auch so etwas wie einen Himmel? Und was wäre das? Es wäre ein Blick, der uns nicht fest­legt oder ver­ur­teilt, der nicht redu­ziert auf das, was wir wur­den, son­dern sich öff­net für das was wir wer­den könn­ten. Einen klei­nen Einblick in die­se unbe­kann­te Welt möch­te ich mei­ne Figuren SIMON und MARIE in Der Fleck kurz erha­schen las­sen. So beginnt sich jen­seits all der Apathie und des pas­siv-aggres­si­vem Gelabers, im Laufe der fort­schrei­ten­den Erzählung etwas Hoffnungsvolles und Lebensbejahendes abzu­zeich­nen.“ Willi Hans

    Credits:

    DE/CH 2024, 94 Min., dt. OmeU
    Regie & Schnitt: Willy Hans
    Kamera: Paul Spengemann
    mit: Leo Konrad Kuhn, Alva Schäfer, Shadi Eck, Felix Maria Zeppenfeld, Darja Mahotkin, Marlene Becker u. a. 

    Trailer:
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  • Agent of Happiness

    Agent of Happiness

    Ein Film von Arun Bhattarai & Dorottya Zurbó. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das Konzept des Bruttonationalglücks lehnt sich an den Begriff des Bruttonationaleinkommens an.
    Anders als die­ser quan­ti­täts­ori­en­tier­te Indikator zielt das Bruttonationalglück dar­auf ab, die Qualität des Lebensstandards zu defi­nie­ren. Es dient als Messwert für das Wohlergehen eines gesam­ten Volkes.
    Aber – wie ist Glück mess­bar? Bhutan ermit­telt das hier erfun­de­ne poli­ti­sche Glückmaß seit 1997 alle fünf Jahre, indem Interviewer anhand eines umfas­sen­den Fragebogens die not­wen­di­gen Informationen Haus für Haus ein­ho­len.
    Das Regie-Duo aus Ungarn und Bhutan beglei­tet zwei von ihnen, Amber Kumar Gurung und Guna Raj Kuikel, auf ihrem Weg. Dabei beob­ach­ten sie nicht nur zu Herzen gehen­de, dra­ma­ti­sche wie tröst­li­che Erzählungen der Befragten. Auch das Schicksal des offe­nen, manch­mal auch selbst­iro­ni­schen Luftgitarrespielers Amber berührt. Als Angehöriger der nepa­le­si­schen Minderheit in Bhutan wird der 40-jäh­ri­ge selbst im per­sön­li­chen Bereich so beschränkt, dass sein Glückswert laut eige­ner Einschätzung weit unter dem Durchschnitt liegt.
    „In unse­ren Filmen beschäf­ti­gen wir uns oft mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen, Identitäten, Werten und Mustern. Diese Geschichten zie­hen uns an, die inti­men Situationen des Lebens, die unse­re kul­tu­rel­len Unterschiede ega­li­sie­ren und mit denen wir das Vertraute im Anderen zei­gen kön­nen ….“ sagen die Regisseure – so kommt das ermit­tel­te Ergebnis auch in Bhutan, wie über­all auf der Welt, nicht zuletzt durch Art der Fragestellung zustan­de.
    „Angesichts der Beschreibung des Films und der Werbefotos die­ses wun­der­schö­nen Landes könn­te man mei­nen, dass Agent of Happiness Bhutan als eine Art Paradies dar­stellt, aber der Film ist nicht ein­di­men­sio­nal und auch kei­ne rei­ne Propaganda für Bhutan als glück­li­che bud­dhis­ti­sche Enklave. Wie sein Schwerpunkt zeigt, scheut er sich nicht, die Fehler eines solch mono­li­thi­schen reli­giö­sen und eth­ni­schen Ansatzes für natio­na­les Glück auf­zu­zei­gen, der Menschen wie Amber in der Masse unter­ge­hen lässt.“
    Aren Bergstrom | hot docs

    Credits:

    BT 2024, 94 Min., Dzongkha OmU
    Regie: Arun Bhattarai, Dorottya Zurbó

    Kamera: Arun Bhattarai,
    Schnitt: Péter Sass

    Trailer:
    Agent Of Happiness – Unterwegs im Auftrag des Glücks | Kinotrailer OmdU | ab 03.07.25 im Kino
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