Kategorie: Spezialvorstellung

  • [:de]Preview: The Chronology of Water[:]

    [:de]Preview: The Chronology of Water[:]

    [:de]

    Ein Film von Kristen Stewart. Am 5.3. im fsk. Preview am 3.2. um 20:30.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Was für ein Debüt! US-Schauspielerin Kristen Stewart, bekannt gewor­den durch die „Twilight“-Blockbuster nach Stephenie Meyer, eman­zi­piert sich mit ihrer ers­ten Regiearbeit end­gül­tig vom Konsenskino Hollywoods. Die Charakterstudie „The Chronology of Water“, eine Verfilmung der gleich­na­mi­gen Memoiren Lidia Yuknavitchs, bewegt sich mit ihrer bruch­stück­haf­ten Erzählweise, ihrer eigen­wil­li­gen Bildsprache und ihrer scho­nungs­los ergrün­de­ten Missbrauchsthematik deut­lich abseits des Mainstreams. Ein furio­ser, manch­mal auch anstren­gen­der Trip, der einen unter Garantie kräf­tig durchschüttelt.

    Sich nicht ver­ein­nah­men und auf bestimm­te Rollen fest­le­gen zu las­sen, das hat Kristen Stewart nach ihrem Erfolg mit der „Twilight“-Saga geschafft. Dass die US-Darstellerin mehr sein woll­te als eine wei­te­re rund um den Globus ver­ehr­te Blockbuster-Ikone, ver­deut­lich­ten schon ihre ers­ten Ausflüge ins euro­päi­sche Autorenkino mit Olivier Assayas‘ Werken „Die Wolken von Sils Maria“ (2014) und „Personal Shopper“ (2016). Anspruchsvolle Rollen und eher unkon­ven­tio­nel­le Projekte spra­chen Stewart auch in der Folgezeit an. Mit Pablo Larraín dreh­te sie das Biopic „Spencer“ (2021) über Prinzessin Diana. Unter der Regie David Cronenbergs ent­stand der Scifi-Bodyhorror-Streifen „Crimes of the Future“ (2022). Und von Rose Glass ließ sich das frü­he­re Teenageridol in der quee­ren, femi­nis­ti­schen Thriller-Romanze „Love Lies Bleeding“ (2024) inszenieren.

    The Chronology of Water“, ihr Debüt als Filmemacherin, wirkt wie der logi­sche nächs­te Schritt in der Entwicklung einer Frau, die mehr und mehr ihre eige­ne Stimme fin­det – was Stewart dann auch sehr stark mit der Geschichte ihrer Protagonistin ver­bin­det. Die Charakterstudie basiert auf den gleich­na­mi­gen Memoiren der frü­he­ren Schwimmerin und heu­ti­gen Schriftstellerin Lidia Yuknavitch, die in jun­gen Jahren von ihrem Vater sexu­ell miss­braucht wur­de und irgend­wann den Drogen und dem Alkohol ver­fiel. Harter Stoff, den die Neuregisseurin ohne Netz und dop­pel­ten Boden in ihr Erstlingswerk überführt.

    Auch wenn sich Stewart in den letz­ten Jahren im Mainstreamkino rar­mach­te, besitzt ihr Name noch immer eine enor­me Strahlkraft. Dennoch scheint es nicht leicht gewe­sen zu sein, ihren ers­ten eige­nen Film auf die Beine zu stel­len. Das las­sen zumin­dest die vie­len im Vorspann genann­ten Produktionsfirmen und damit die breit­ge­fä­cher­te Finanzierung ver­mu­ten. Kein Wunder! Denn „The Chronology of Water“ schil­dert auf radi­ka­le, expe­ri­men­tel­le Weise eine von Gewalt, Zweifeln und Selbstzerstörung gepräg­te Lebensgeschichte.

    Stewarts kom­pro­miss­lo­ser Ansatz zeigt sich schon zu Anfang des in meh­re­re Kapitel unter­teil­ten Dramas. Als Zuschauer sucht man irgend­wie Halt, bemüht sich, dem Gezeigten Sinn zu geben. Aber zunächst stürzt auf uns ein Schwall an Bildern, Tönen, Wort- und Satzfetzen ein. Das grob­kör­ni­ge 16mm-Analogmaterial ver­leiht dem Ganzen sofort einen betont sub­jek­ti­ven Anstrich. Was sich aus den teils in extre­men Nahaufnahmen gefilm­ten Fragmenten mit der Zeit her­aus­le­sen lässt: In ihrem Elternhaus durch­lebt die klei­ne Lidia (Anna Wittowsky) die Hölle. Während ihre Mutter (Susannah Flood) kon­se­quent weg­schaut, hat ihr sexu­ell über­grif­fi­ger Vater (mit furcht­ein­flö­ßen­der Präsenz: Michael Epp) ein auf abso­lu­te Kontrolle aus­ge­rich­te­tes Terrorregime eta­bliert, vor dem Lidias älte­re Schwester Claudia (als Erwachsene von Thora Birch ver­kör­pert) Reißaus nimmt.

    Auch der Protagonistin (im Teenager- und im Erwachsenenalter von Imogen Poots gespielt) gelingt dank eines Schwimmstipendiums irgend­wann der Absprung. Drogen- und Alkoholmissbrauch, Beziehungsfrust und eine Fehlgeburt wer­fen die jun­ge Frau aller­dings immer wie­der aus der Bahn. Ihre Bestimmung und eine Möglichkeit, sich aus­zu­drü­cken, fin­det sie erst in der Literatur. Doch der Weg zur Heilung ist lang, da die Schatten der Vergangenheit nicht so ein­fach ver­schwin­den wollen.

    The Chronology of Water“ erzählt den Werdegang nicht streng chro­no­lo­gisch, son­dern sprung­haft und asso­zia­tiv. Ganz ähn­lich eben, wie die mensch­li­che Erinnerung funk­tio­niert. Geräusche, Personen oder bestimm­te Gegenstände lösen einen Impuls aus, der frü­he­re Eindrücke wie­der hoch­schwemmt und dama­li­ge Gefühle repro­du­ziert. Ständig erklingt über den Bildern die Stimme der Hauptfigur, die mal aus­führ­li­cher, mal kryp­ti­scher Dinge kom­men­tiert. Am schwie­rigs­ten zu fas­sen ist sicher­lich der Einstieg. Im wei­te­ren Verlauf gibt es immer­hin eini­ge Passagen, in denen die Zersplitterung etwas nachlässt.

    So her­aus­for­dernd das aus vie­len grö­ße­ren und klei­ne­ren Bruchstücken bestehen­de Geschehen auch sein mag – auf Kurs gehal­ten wird der Film von Imogen Poots, die sich mit einer fast schon furcht­ein­flö­ßen­den Unerschrockenheit in ihre Rolle wirft. Ihr Gesicht häu­fig in Großaufnahme ein­ge­fan­gen, gibt sich die Britin ganz der Kamera hin und spielt sich im wahrs­ten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib. Lust, Ausgelassenheit, Ekel, Schmerz, Verzweiflung – jede Emotion lebt die Hauptdarstellerin mit vol­ler Intensität. Nach die­sem Dreh kann sie eigent­lich nur völ­lig aus­ge­pumpt gewe­sen sein! Was mimi­sche Qualität bewir­ken kann, zeigt auch das Beispiel Jim Belushis, der in sei­nen weni­gen Szenen als (real exis­tie­ren­der) Schriftsteller Ken Kesey (unter ande­rem Autor von „Einer flog über das Kuckucksnest“) eine raum­grei­fen­de, in Erinnerung blei­ben­de Figur erschafft. Wer sich mit Kristen Stewarts Kunstanspruch, ihrem unan­ge­pass­ten Stil schwer­tut, kann sich wenigs­tens von die­sen bei­den Performances mit­rei­ßen las­sen. Christopher Diekhaus | programmkino.de

    Credits:

    US/FR/LV 2025, 128 Min., engl. OmU
    Regie: Kristen Stewart
    Kamera: Corey C. Waters
    Schnitt: Olivia Neergaard-Holm
    mit: Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Tom Sturridge, Kim Gordon, Michael Epp, Jim Belushi

    Trailer:
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    [:en]

    A film by Kristen Stewart. Starts March 5th at the fsk. Preview on February 3rd. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Based on the bel­oved memoir by Lidia Yuknavitch and mar­king the direc­to­ri­al debut of Kristen Stewart, The Chronology of Water is a raw and unflin­ching por­trait of sur­vi­val, sexua­li­ty, and self-inven­ti­on. The film traces Lidia’s life from her ear­liest memo­ries in the Pacific Northwest, as a pro­mi­sing swim­mer, through frac­tu­red rela­ti­onships, near-mother­hood, addic­tion, and encoun­ters with artis­tic heroes. Told as a flu­id memo­ry wash, the sto­ry trans­forms trau­ma into art, embo­dy­ing Yuknavitch’s defi­ant voice that made her work a modern cult clas­sic. It is not only a chro­nic­le of a woman beco­ming a wri­ter, but a vis­ce­ral jour­ney through the wrecka­ge and resi­li­ence of a life lived against the grain.

    Credits:

    US/FR/LV 2025, 128 Min., engl. OmU
    Regie: Kristen Stewart
    Kamera: Corey C. Waters
    Schnitt: Olivia Neergaard-Holm
    mit: Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Tom Sturridge, Kim Gordon, Michael Epp, Jim Belushi

    Trailer:
    The Chronology of Water | Official Trailer UHD

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln

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    [:]
  • [:de]filmPOLSKA reloaded – White Courage[:]

    [:de]filmPOLSKA reloaded – White Courage[:]

    [:de]

    Am 28.1. um 18:00. Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)

    [Tickets]

    Zakopane in den Dreißigerjahren, hier leben die Góralen: Im süd­polni­schen Hochgebirge spricht man sei­ne eige­ne Sprache, pflegt sei­ne alpi­nen Traditionen und hält Abstand zu ande­ren – auch zu Polen. Hier fin­den zwei Familien zuein­an­der, die durch stra­te­gi­sche Heirat ihre Situation ver­bes­sern wol­len. Aber wie so oft sind Liebe und Heirat zwei ver­schie­de­ne Dinge – der älte­re, beson­ne­ne Maciek soll die schö­ne Bronka hei­ra­ten, obwohl sie ein Verhältnis mit sei­nem jün­ge­ren, unge­stü­men Bruder Jędrek hat und sogar ein Kind von ihm erwar­tet. Koszałka beschränkt sich nicht auf ein folk­lo­ris­ti­sches Kammerspiel um Liebe und Gehorsam. Vielmehr ent­wi­ckelt er die Geschichte über einen län­ge­ren Zeitraum und ver­leiht ihr damit auch eine poli­ti­sche Dimension. Denn 1939 mar­schiert die deut­sche Wehrmacht in der Hohen Tatra ein und die Góralen müs­sen sich ent­schei­den – kol­la­bo­rie­ren sie und sichern ihren Wohlstand oder blei­ben sie rebel­lisch und ris­kie­ren damit ihr Leben? [Rainer Mende]

    Biała odwa­ga
    PL 2024
    R/K: Marcin Koszałka
    111 min, OmeU
    B: Łukasz M. Maciejewski & Marcin Koszałka
    S: Agnieszka Glińska
    M: Jacek Grudzień
    D: Filip Pławiak, Julian Świeżewski, Jakub Gierszał, Sandra Drzymalska, Wiktoria Gorodeckaja, Andrzej Konopka u. a.

    BIAŁA ODWAGA – Zwiastun PL (Official Trailer)
    [:]
  • [:de]filmPOLSKA reloaded – White Courage[:]

    [:de]filmPOLSKA reloaded – White Courage[:]

    [:de]

    Am 28.1. um 18:00. Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)

    [Tickets]

    Zakopane in den Dreißigerjahren, hier leben die Góralen: Im süd­polni­schen Hochgebirge spricht man sei­ne eige­ne Sprache, pflegt sei­ne alpi­nen Traditionen und hält Abstand zu ande­ren – auch zu Polen. Hier fin­den zwei Familien zuein­an­der, die durch stra­te­gi­sche Heirat ihre Situation ver­bes­sern wol­len. Aber wie so oft sind Liebe und Heirat zwei ver­schie­de­ne Dinge – der älte­re, beson­ne­ne Maciek soll die schö­ne Bronka hei­ra­ten, obwohl sie ein Verhältnis mit sei­nem jün­ge­ren, unge­stü­men Bruder Jędrek hat und sogar ein Kind von ihm erwar­tet. Koszałka beschränkt sich nicht auf ein folk­lo­ris­ti­sches Kammerspiel um Liebe und Gehorsam. Vielmehr ent­wi­ckelt er die Geschichte über einen län­ge­ren Zeitraum und ver­leiht ihr damit auch eine poli­ti­sche Dimension. Denn 1939 mar­schiert die deut­sche Wehrmacht in der Hohen Tatra ein und die Góralen müs­sen sich ent­schei­den – kol­la­bo­rie­ren sie und sichern ihren Wohlstand oder blei­ben sie rebel­lisch und ris­kie­ren damit ihr Leben? [Rainer Mende]

    Biała odwa­ga
    PL 2024
    R/K: Marcin Koszałka
    111 min, OmeU
    B: Łukasz M. Maciejewski & Marcin Koszałka
    S: Agnieszka Glińska
    M: Jacek Grudzień
    D: Filip Pławiak, Julian Świeżewski, Jakub Gierszał, Sandra Drzymalska, Wiktoria Gorodeckaja, Andrzej Konopka u. a.

    BIAŁA ODWAGA – Zwiastun PL (Official Trailer)
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  • [:de]White Snail – mit Gast[:]

    [:de]White Snail – mit Gast[:]

    [:de]

    Ein Film von Elsa Kremser und Levin Peter.
    Am 31.1. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Levin Peter.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Von zwei sehr ver­schie­de­nen Menschen, die der Welt abge­wandt erschei­nen und sich für eine Zeit Halt geben kön­nen, erzählt der ers­te Spielfilm des bis­her auf doku­men­ta­ri­sches spe­zia­li­sier­ten Regieduos Elsa Kremser und Levin Peter. Reine Fiktion ist es den­noch nicht, denn immer­hin spie­len die bei­den eine Version ihrer selbst.
    Mascha geht auf eine Modelschule und hat gute Chancen, danach in China zu arbei­ten. Der eini­ge Jahre älte­re Misha arbei­tet im Leichenschauhaus und ver­ar­bei­tet dies in dras­ti­schen Gemälden. Die im Film ange­leg­te Freundschaft zwi­schen der gra­zi­len, fast durch­schei­nend wir­ken­den jun­gen Frau und dem über und über täto­wier­tem, zurück­ge­zo­gen leben­den Maler ent­wi­ckelt sich, als Mascha nach einem Suizidversuch im Krankenhaus mit dem Tod eines Mitpatienten kon­fron­tiert wird. Fasziniert davon schleicht sie sich in das Leichenschauhaus, und lernt dort Misha ken­nen.
    „Zwei kon­trast­rei­che Welten – bei­de um den Körper und sei­ne Darstellung zen­triert, doch auf zutiefst unter­schied­li­che Weise aus­ge­drückt – brin­gen wir in einem fik­tio­na­len Gefüge gezielt zum Zusammenstoß. Gemeinsam träu­men sie vom Ausbruch, doch ihre Hoffnungen wer­den gefes­selt von Angst und Scham – der Scham, als Künstler unge­se­hen zu blei­ben, der Scham im Kampf mit
    Depressionen. Im Zentrum der Geschichte steht ein grund­le­gen­der Konflikt: die Wahl, sich einem ande­ren zu öff­nen und dadurch Verletzungen zu ris­kie­ren – oder sich zu iso­lie­ren und Einsamkeit und Stillstand zu akzep­tie­ren. …
    Mit White Snail wol­len wir Verbundenheit spür­bar machen – das Gefühl, in unse­ren Kämpfen nicht allein zu sein, und den Mut, unse­re Schwächen nicht zu ver­ber­gen. Wir möch­ten sicht­bar machen, was meist ver­bor­gen bleibt – jen­seits von Nostalgie und ost­eu­ro­päi­schen Klischees. Wir erzäh­len von einem Land, des­sen Stimmen nur noch sel­ten über sei­ne Grenzen hin­aus­drin­gen.“ Regiekommentar
    „Kemser und Peter fol­gen nie den gän­gi­gen Prinzipien und Mustern vie­ler inhalt­lich ähn­lich aus­ge­rich­te­ter Romanzen.… ruhig und gemäch­lich ent­wi­ckelt sich die Verbindung der bei­den Hauptcharaktere in die­sem unkon­ven­tio­nel­len, dring­li­chen Mix aus Drama und Romanze.“ Filmstarts.de 


    Credits:

    DE/AT 2025, 115 Min., Russian, Belarusian, English, Mandarin OmU
    Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
    Kamera: Mikhail Khursevich
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit: Marya Imbro, Mikhail Senkov

    Trailer:
    WHITE SNAIL – Offizieller Trailer
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    [:en]

    A film by Elsa Kremser and Levin Peter. In Russian, Belarusian, English, Mandarin with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A Belarusian model dre­a­ming of a care­er in China finds hers­elf drawn to a mys­te­rious loner who works the night shift at a mor­gue. Their encoun­ter unsett­les her sen­se of body, beau­ty, and mor­ta­li­ty. The fra­gi­le love sto­ry of two out­si­ders who turn each other’s worlds upsi­de down and dis­co­ver that they are not alone.

    Credits:

    DE/AT 2025, 115 Min., Russian, Belarusian, English, Mandarin OmU
    Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
    Kamera: Mikhail Khursevich
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit: Marya Imbro, Mikhail Senkov

    Trailer:
    WHITE SNAIL – Offizieller Trailer
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    [:]
  • [:de]Preview: The Chronology of Water[:]

    [:de]Preview: The Chronology of Water[:]

    [:de]

    Ein Film von Kristen Stewart. Am 5.3. im fsk. Preview am 3.2. um 20:30.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Was für ein Debüt! US-Schauspielerin Kristen Stewart, bekannt gewor­den durch die „Twilight“-Blockbuster nach Stephenie Meyer, eman­zi­piert sich mit ihrer ers­ten Regiearbeit end­gül­tig vom Konsenskino Hollywoods. Die Charakterstudie „The Chronology of Water“, eine Verfilmung der gleich­na­mi­gen Memoiren Lidia Yuknavitchs, bewegt sich mit ihrer bruch­stück­haf­ten Erzählweise, ihrer eigen­wil­li­gen Bildsprache und ihrer scho­nungs­los ergrün­de­ten Missbrauchsthematik deut­lich abseits des Mainstreams. Ein furio­ser, manch­mal auch anstren­gen­der Trip, der einen unter Garantie kräf­tig durchschüttelt.

    Sich nicht ver­ein­nah­men und auf bestimm­te Rollen fest­le­gen zu las­sen, das hat Kristen Stewart nach ihrem Erfolg mit der „Twilight“-Saga geschafft. Dass die US-Darstellerin mehr sein woll­te als eine wei­te­re rund um den Globus ver­ehr­te Blockbuster-Ikone, ver­deut­lich­ten schon ihre ers­ten Ausflüge ins euro­päi­sche Autorenkino mit Olivier Assayas‘ Werken „Die Wolken von Sils Maria“ (2014) und „Personal Shopper“ (2016). Anspruchsvolle Rollen und eher unkon­ven­tio­nel­le Projekte spra­chen Stewart auch in der Folgezeit an. Mit Pablo Larraín dreh­te sie das Biopic „Spencer“ (2021) über Prinzessin Diana. Unter der Regie David Cronenbergs ent­stand der Scifi-Bodyhorror-Streifen „Crimes of the Future“ (2022). Und von Rose Glass ließ sich das frü­he­re Teenageridol in der quee­ren, femi­nis­ti­schen Thriller-Romanze „Love Lies Bleeding“ (2024) inszenieren.

    The Chronology of Water“, ihr Debüt als Filmemacherin, wirkt wie der logi­sche nächs­te Schritt in der Entwicklung einer Frau, die mehr und mehr ihre eige­ne Stimme fin­det – was Stewart dann auch sehr stark mit der Geschichte ihrer Protagonistin ver­bin­det. Die Charakterstudie basiert auf den gleich­na­mi­gen Memoiren der frü­he­ren Schwimmerin und heu­ti­gen Schriftstellerin Lidia Yuknavitch, die in jun­gen Jahren von ihrem Vater sexu­ell miss­braucht wur­de und irgend­wann den Drogen und dem Alkohol ver­fiel. Harter Stoff, den die Neuregisseurin ohne Netz und dop­pel­ten Boden in ihr Erstlingswerk überführt.

    Auch wenn sich Stewart in den letz­ten Jahren im Mainstreamkino rar­mach­te, besitzt ihr Name noch immer eine enor­me Strahlkraft. Dennoch scheint es nicht leicht gewe­sen zu sein, ihren ers­ten eige­nen Film auf die Beine zu stel­len. Das las­sen zumin­dest die vie­len im Vorspann genann­ten Produktionsfirmen und damit die breit­ge­fä­cher­te Finanzierung ver­mu­ten. Kein Wunder! Denn „The Chronology of Water“ schil­dert auf radi­ka­le, expe­ri­men­tel­le Weise eine von Gewalt, Zweifeln und Selbstzerstörung gepräg­te Lebensgeschichte.

    Stewarts kom­pro­miss­lo­ser Ansatz zeigt sich schon zu Anfang des in meh­re­re Kapitel unter­teil­ten Dramas. Als Zuschauer sucht man irgend­wie Halt, bemüht sich, dem Gezeigten Sinn zu geben. Aber zunächst stürzt auf uns ein Schwall an Bildern, Tönen, Wort- und Satzfetzen ein. Das grob­kör­ni­ge 16mm-Analogmaterial ver­leiht dem Ganzen sofort einen betont sub­jek­ti­ven Anstrich. Was sich aus den teils in extre­men Nahaufnahmen gefilm­ten Fragmenten mit der Zeit her­aus­le­sen lässt: In ihrem Elternhaus durch­lebt die klei­ne Lidia (Anna Wittowsky) die Hölle. Während ihre Mutter (Susannah Flood) kon­se­quent weg­schaut, hat ihr sexu­ell über­grif­fi­ger Vater (mit furcht­ein­flö­ßen­der Präsenz: Michael Epp) ein auf abso­lu­te Kontrolle aus­ge­rich­te­tes Terrorregime eta­bliert, vor dem Lidias älte­re Schwester Claudia (als Erwachsene von Thora Birch ver­kör­pert) Reißaus nimmt.

    Auch der Protagonistin (im Teenager- und im Erwachsenenalter von Imogen Poots gespielt) gelingt dank eines Schwimmstipendiums irgend­wann der Absprung. Drogen- und Alkoholmissbrauch, Beziehungsfrust und eine Fehlgeburt wer­fen die jun­ge Frau aller­dings immer wie­der aus der Bahn. Ihre Bestimmung und eine Möglichkeit, sich aus­zu­drü­cken, fin­det sie erst in der Literatur. Doch der Weg zur Heilung ist lang, da die Schatten der Vergangenheit nicht so ein­fach ver­schwin­den wollen.

    The Chronology of Water“ erzählt den Werdegang nicht streng chro­no­lo­gisch, son­dern sprung­haft und asso­zia­tiv. Ganz ähn­lich eben, wie die mensch­li­che Erinnerung funk­tio­niert. Geräusche, Personen oder bestimm­te Gegenstände lösen einen Impuls aus, der frü­he­re Eindrücke wie­der hoch­schwemmt und dama­li­ge Gefühle repro­du­ziert. Ständig erklingt über den Bildern die Stimme der Hauptfigur, die mal aus­führ­li­cher, mal kryp­ti­scher Dinge kom­men­tiert. Am schwie­rigs­ten zu fas­sen ist sicher­lich der Einstieg. Im wei­te­ren Verlauf gibt es immer­hin eini­ge Passagen, in denen die Zersplitterung etwas nachlässt.

    So her­aus­for­dernd das aus vie­len grö­ße­ren und klei­ne­ren Bruchstücken bestehen­de Geschehen auch sein mag – auf Kurs gehal­ten wird der Film von Imogen Poots, die sich mit einer fast schon furcht­ein­flö­ßen­den Unerschrockenheit in ihre Rolle wirft. Ihr Gesicht häu­fig in Großaufnahme ein­ge­fan­gen, gibt sich die Britin ganz der Kamera hin und spielt sich im wahrs­ten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib. Lust, Ausgelassenheit, Ekel, Schmerz, Verzweiflung – jede Emotion lebt die Hauptdarstellerin mit vol­ler Intensität. Nach die­sem Dreh kann sie eigent­lich nur völ­lig aus­ge­pumpt gewe­sen sein! Was mimi­sche Qualität bewir­ken kann, zeigt auch das Beispiel Jim Belushis, der in sei­nen weni­gen Szenen als (real exis­tie­ren­der) Schriftsteller Ken Kesey (unter ande­rem Autor von „Einer flog über das Kuckucksnest“) eine raum­grei­fen­de, in Erinnerung blei­ben­de Figur erschafft. Wer sich mit Kristen Stewarts Kunstanspruch, ihrem unan­ge­pass­ten Stil schwer­tut, kann sich wenigs­tens von die­sen bei­den Performances mit­rei­ßen las­sen. Christopher Diekhaus | programmkino.de

    Credits:

    US/FR/LV 2025, 128 Min., engl. OmU
    Regie: Kristen Stewart
    Kamera: Corey C. Waters
    Schnitt: Olivia Neergaard-Holm
    mit: Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Tom Sturridge, Kim Gordon, Michael Epp, Jim Belushi

    Trailer:
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    [:en]

    A film by Kristen Stewart. Starts March 5th at the fsk. Preview on February 3rd. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Based on the bel­oved memoir by Lidia Yuknavitch and mar­king the direc­to­ri­al debut of Kristen Stewart, The Chronology of Water is a raw and unflin­ching por­trait of sur­vi­val, sexua­li­ty, and self-inven­ti­on. The film traces Lidia’s life from her ear­liest memo­ries in the Pacific Northwest, as a pro­mi­sing swim­mer, through frac­tu­red rela­ti­onships, near-mother­hood, addic­tion, and encoun­ters with artis­tic heroes. Told as a flu­id memo­ry wash, the sto­ry trans­forms trau­ma into art, embo­dy­ing Yuknavitch’s defi­ant voice that made her work a modern cult clas­sic. It is not only a chro­nic­le of a woman beco­ming a wri­ter, but a vis­ce­ral jour­ney through the wrecka­ge and resi­li­ence of a life lived against the grain.

    Credits:

    US/FR/LV 2025, 128 Min., engl. OmU
    Regie: Kristen Stewart
    Kamera: Corey C. Waters
    Schnitt: Olivia Neergaard-Holm
    mit: Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Tom Sturridge, Kim Gordon, Michael Epp, Jim Belushi

    Trailer:
    The Chronology of Water | Official Trailer UHD

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln

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  • [:de]Ungeduld Des Herzens – mit Gast[:en]Ungeduld Des Herzens[:]

    Issac, Bundeswehrsoldat, genießt den Ausgang auf der Bowlingbahn. Ein betrun­ke­ner Versuch, bei Ilona zu lan­den, endet in einer fol­gen­rei­chen Episode: Als er ihre Schwester Edith zum Bowlen auf­for­dert, sackt die­se zu Boden und er stellt fest, dass Edith gelähmt ist. Es folgt ein Handgemenge mit ande­ren Gästen. Beschämt beschließt Isaac, am nächs­ten Tag das Bild, das die bei­den Schwestern von ihm gewon­nen haben, zu kor­ri­gie­ren. Zwischen ihm und Edith ent­wi­ckelt sich eine uner­war­te­te Fr…

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  • [:de]filmPOLSKA reloaded – Flowers Of Ukraine[:]

    [:de]filmPOLSKA reloaded – Flowers Of Ukraine[:]

    [:de]

    Kwiaty Ukrainy / Flowers Of Ukraine
    am 25.2. 18:00 im fsk

    [Tickets]

    UKR/PL 2024
    R: Adelina Borets
    70 min, OmeU
    K: Bohdan Rozumnyi & Bogdan Borysenko
    S: Agata Cierniak & Mateusz Wojtyński
    M: DakhaBrakha

    Inmitten von rie­si­gen Beton-Wohnblöcken hat sich die 67-jäh­ri­ge Natalia ein grü­nes Refugium geschaf­fen. Der etwas strup­pi­ge, gelieb­te und gepfleg­te Garten ist nicht nur Nutzfläche, son­dern auch Rückzugsgebiet, Energietankstelle und Ort der Begegnung. Aber auch in Kyiw wird jedes freie Fleckchen bebaut und die Bauunternehmer haben die­ses Filetstück schon lan­ge für ihre Baupläne im Auge. Als sie Bagger anrol­len las­sen, gibt sich das Energiebündel Natalia nicht geschla­gen. Die agi­le Rentnerin orga­ni­siert den Widerstand und kann das kol­lek­ti­ve klei­ne Paradies ret­ten – vorerst.

    Doch bald gibt es Wichtigeres als Unkrautjäten und Gemüseernte. Im März 2022 befin­det sich der Garten plötz­lich im Kriegsgebiet und Natalia muss neue Schwierigkeiten bewäl­ti­gen. Statt zwi­schen Stauden und Bäumen sitzt sie nun immer wie­der im Bunker, Verwandte und Freunde ver­las­sen das Land. Aber mit einer gehö­ri­gen Portion Galgenhumor, Erfindungsgeist und jeder Menge Lebensfreude meis­tert Natalia auch die­se Herausforderung – denn wie die Ukraine ist sie stolz, zäh, ideen­reich und soll­te nie unter­schätzt werden.

    Adelina Borets ist ein stim­mi­ges, warm­her­zi­ges Sozialporträt gelun­gen, das trotz sei­nes erns­ten Themas durch eine hin­rei­ßen­de Protagonistin zum Feel-Good-Movie wird. [Rainer Mende]

     

     

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

    • vorbei 
    Flowers of Ukraine 2024 | Documentary Trailer
    [:]
  • Sr

    In einer puris­ti­schen Filmsprache und büh­nen­haf­ten Tableaus erzählt SR vom Menschen und von durch ihn geschaf­fe­ne Wirklichkeiten. 16 frag­men­ta­ri­sche Episoden füh­ren in 91 Einstellungen an 30 Handlungsorte – unter ande­rem auf eine Insel im Westpazifik, in einen Lesesaal in New York, zu einer Keramikfabrik bei Peking, auf eine Landebahn im Niger.
    Dabei trifft der Film auf Vermutungen, Behauptungen und die Relativität von Wissen, auf kolo­nia­le Relikte, hege­mo­nia­le Strukturen, auf Aneig…

  • On The Border

    Tausend Kilometer vor dem Mittelmeer wird die Wüstenstadt Agadez zum Außenposten euro­päi­scher Migrationspolitik. Die noma­di­schen Tuareg trans­por­tie­ren hier seit Jahrhunderten Menschen durch die Wüste – bis neue Gesetze sie zu Schleusern erklä­ren. Deutschland und Europa inves­tie­ren Millionen in die loka­le Sicherheit, die USA sta­tio­nie­ren Drohnen. Doch was brin­gen Grenzkontrollen ohne wirt­schaft­li­che Perspektiven für die Menschen? Ein Bürgermeister, eine Journalistin und ein Händler er…