In meinem Kopf ein Universum

jetzt im fsk Kino

ein Film von Maciej Pieprzyca

Ihr Sohn ist nicht mehr als Gemüse“ bekommt die Mutter von einer wenig empa­thi­schen Ärztin zu hören. Es ist das Jahr 1987, wir befin­den uns in Polen, doch nicht nur hier ist das Wissen um schwe­re Nervenerkrankungen noch nicht sehr ent­wi­ckelt. Mateus ist sechs, sie­ben Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. Sprechen kann er nicht, bewegt sich nur rob­bend, doch im Gegensatz zu der Ärztin ahnen die Eltern, dass ihr Sohn alles ande­re als ein Gemüse ist. Die Jahre ver­ge­hen, Mateus wird älter. (…) Bald lässt ein Voice Over-Kommentar Continue rea­ding

Tristia – Eine Schwarzmeer Odyssee

Einmal um das Schwarze Meer, das unbe­kann­te und sagen­um­wo­be­ne Gewässer. Stanislaw Muchas Odyssee führt durch sie­ben Länder: dort, wo die Grenze zwi­schen Asien und Europa ver­läuft. „Die Komik und Tragik im Film ent­ste­he allei­ne durch die star­ken Kontraste am Schwarzen Meer. So gebe es vie­le schö­ne aber noch mehr häss­li­che Orte.“ (Duisburger Protokolle) „Anstelle von Kulturwissenschaftlern und Historikern kom­men Menschen am Wegrand zu Wort, denen der Überlebenskampf ins Gesicht geschrie­ben ist. Sie posie­ren flüch­ti­ge Momente lang vor der Kamera und wer­den in ver­meint­lich bana­le Small Talks ver­wi­ckelt, die nie län­ger als zwei­ein­halb Minuten dau­ern.“ (epd film)

tristia2D 2014, 98 Min.,

Regie: Stanislaw Mucha

Nordlichter 2015

30.April – 13.Mai

Nordlichter – das sind 5 neue Skandinavische Filme aus dem Programm der Nordischen Filmtage Lübeck:
Ich bin dein, der Preisträgerfilm der nor­we­gisch-paki­sta­ni­schen Regisseurin Iram Haq, dreht sich um eine jun­ge Frau, die sich mit den Erwartungen an sie aus­ein­an­der­set­zen muss. – Lukas Moodysson (Fucking Amal, Tilsammens) erzählt in Wir sind die Besten von Bobo und Continue rea­ding

Bande de filles

ein Film von Céline Sciamma

Marieme lebt mit ihrer Familie in der Pariser Banlieue. Die Mutter sorgt fürs Einkommen, der gro­ße Bruder kom­man­diert alle her­um und sie ver­sorgt die jün­ge­ren Schwestern. Außerfamiliär ist es nicht bes­ser. In der Nachbarschaft geben Jungs den Ton an und Continue rea­ding

Leviathan

Die Halbinsel Kola an der Barentsee – hier lebt Kolja mit Lilya, sei­ner zwei­ten Frau und Roma, sei­nem Sohn aus ers­ter Ehe, in einem Haus samt Werkstatt mit wun­der­ba­rem Blick über die Bucht. Seit Generationen ist der Grund im Besitz sei­ner Familie, aber jetzt hat der aktu­el­le Bürgermeister des Ortes den Wert des Grundstücks erkannt. Er will es kau­fen und droht mit Enteignung, als sich Kolja wei­gert. Der Automechaniker wen­det sich an sei­nen alten Armeefreund Dmitri, einen erfolg­rei­chen Anwalt aus Moskau. Sollte man vor Gericht Continue rea­ding

Eine neue Freundin

Claire und Laura waren bes­te Freundinnen. Als Laura stirbt, bricht nicht nur für Lauras Ehemann David eine Welt zusam­men, son­dern auch für Claire. Nach Tagen rafft sie sich auf, um David zu besu­chen. Auf ihr Klingeln reagiert nie­mand. Da die Tür ange­lehnt ist, tritt sie ein – und über­rascht David in Lauras Kleidern. In ihrem vor­bild­lich gut­bür­ger­li­chen Universum – Häuschen, Bürojob, Doppelpärchenessen – löst der Anblick ein klei­nes Erdbeben aus. Dennoch besucht sie ihn auf sein Bitten hin erneut. Ohne es recht zu wol­len, Continue rea­ding

Sacro Gra – Das andere Rom

GRA ist ein Autobahnring, der die ita­lie­ni­sche Hauptstadt auf 70 km Länge umkreist. In sei­nem preis­ge­krön­ten Film inter­es­siert sich Regisseur Gianfranco Rosi weni­ger für die Mammutautobahn an sich, son­dern für die unzäh­li­gen Geschichten und Figuren um sie her­um. Er por­trä­tiert unge­wöhn­li­che Menschen, die hier an der Peripherie, im Niemandsland leben: Der Biologe Francesco führt einen ver­zwei­fel­ten Kampf gegen Continue rea­ding

183 Tage – Der Auschwitz-Prozess

auschwitz183 Tage – Der Auschwitz-Prozeß  In einer Zeit, wo nur noch weni­ge Überlebende und Zeugen von den Machenschaften der Nationalsozialisten berich­ten kön­nen, gewin­nen Bild- und Tondokumente immer mehr an Bedeutung: Dieser Film ist ein Beispiel dafür, wie die­se Dokumente genutzt wer­den kön­nen, um Zusammenhänge auf­zu­zei­gen, aber auch wei­ter­hin die Continue rea­ding

Timbuktu

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[indie­ki­no Club]

Das tat­säch­li­che Timbuktu hat mit dem mythi­schen Ort der Vergangenheit wenig zu tun, denn dem Sand der Sahara lässt sich nichts ent­ge­gen­set­zen. Aus der Wüste kom­men auch die Dschihadisten in die Stadt, lang­sam ent­steht eine Atmosphäre der laten­ten Bedrohung durch die Besatzer, die in der Stadt rum­lun­gern und Schritt für Schritt Verbote und Restriktionen durch­set­zen. Die Familie von Kidame und Satima lebt drau­ßen vor der Stadt, aber der Kommandant der Miliz beginnt um Satima zu werben.

Tatsächlich wur­de Timbuktu 2012 durch eine Splittergruppe von Steinzeit-isla­mis­ten besetzt, die die Scharia ein­führ­ten und his­to­ri­sche mus­li­mi­sche Stätten beschä­dig­ten. Sissako hat das Thema nicht dra­ma­ti­siert, son­dern beob­ach­tet genau die all­mäh­li­che Brutalisierung des Alltags der Menschen durch die Eindringlinge, die ihre Macht demons­trie­ren. Der Film bleibt dadurch sowohl kon­kret bei einer poli­ti­schen Strömung als auch uni­ver­sell als Zeugnis der Unterdrückung als rei­ner Selbstzweck.

Das Tolle dar­an ist, wie Sissako, der schon mit sei­nen Filmen Bamako (2006) und Heremakono (2002) über­rasch­te, all dies nicht als das gro­ße Jenseits unse­rer Vorstellungskraft insze­niert, son­dern als Alltag und Normalität. Und das heißt nicht, dass er die Härte und die Gewalttätigkeit der Situation aus­spart oder baga­tel­li­siert, im Gegenteil, er fängt sie von der ers­ten Szene an ein, aber auf eine lako­ni­sche Weise.“
(Cristina Nord, TAZ)

Mali 2014, 97 Min., ara­bisch, bam­ba­ra, franz. OmU

Regie:
Abderrahmane Sissako

Buch:
Abderrahmane Sissako, Kessen Tall,
Kamera:
Sofian El Fani
Schnitt:
Nadia Ben Rachid

mit: Abel Jafri, Toulou Kiki, Kettly Noel