filmPOLSKA reloaded – Flowers Of Ukraine

Kwiaty Ukrainy / Flowers Of Ukraine
am 25.2. 18:00 im fsk

[Tickets]

UKR/PL 2024
R: Adelina Borets
70 min, OmeU
K: Bohdan Rozumnyi & Bogdan Borysenko
S: Agata Cierniak & Mateusz Wojtyński
M: DakhaBrakha

Inmitten von rie­si­gen Beton-Wohnblöcken hat sich die 67-jäh­ri­ge Natalia ein grü­nes Refugium geschaf­fen. Der etwas strup­pi­ge, gelieb­te und gepfleg­te Garten ist nicht nur Nutzfläche, son­dern auch Rückzugsgebiet, Energietankstelle und Ort der Begegnung. Aber auch in Kyiw wird jedes freie Fleckchen bebaut und die Bauunternehmer haben die­ses Filetstück schon lan­ge für ihre Baupläne im Auge. Als sie Bagger anrol­len las­sen, gibt sich das Energiebündel Natalia nicht geschla­gen. Die agi­le Rentnerin orga­ni­siert den Widerstand und kann das kol­lek­ti­ve klei­ne Paradies ret­ten – vorerst.

Doch bald gibt es Wichtigeres als Unkrautjäten und Gemüseernte. Im März 2022 befin­det sich der Garten plötz­lich im Kriegsgebiet und Natalia muss neue Schwierigkeiten bewäl­ti­gen. Statt zwi­schen Stauden und Bäumen sitzt sie nun immer wie­der im Bunker, Verwandte und Freunde ver­las­sen das Land. Aber mit einer gehö­ri­gen Portion Galgenhumor, Erfindungsgeist und jeder Menge Lebensfreude meis­tert Natalia auch die­se Herausforderung – denn wie die Ukraine ist sie stolz, zäh, ideen­reich und soll­te nie unter­schätzt werden.

Adelina Borets ist ein stim­mi­ges, warm­her­zi­ges Sozialporträt gelun­gen, das trotz sei­nes erns­ten Themas durch eine hin­rei­ßen­de Protagonistin zum Feel-Good-Movie wird. [Rainer Mende]

 

wei­te­re filmPOLSKA Termine:

  • vorbei 
Flowers of Ukraine 2024 | Documentary Trailer

Autor: fsk

  • filmPOLSKA reloaded – Flowers Of Ukraine

    filmPOLSKA reloaded – Flowers Of Ukraine

    Kwiaty Ukrainy / Flowers Of Ukraine
    am 25.2. 18:00 im fsk

    [Tickets]

    UKR/PL 2024
    R: Adelina Borets
    70 min, OmeU
    K: Bohdan Rozumnyi & Bogdan Borysenko
    S: Agata Cierniak & Mateusz Wojtyński
    M: DakhaBrakha

    Inmitten von rie­si­gen Beton-Wohnblöcken hat sich die 67-jäh­ri­ge Natalia ein grü­nes Refugium geschaf­fen. Der etwas strup­pi­ge, gelieb­te und gepfleg­te Garten ist nicht nur Nutzfläche, son­dern auch Rückzugsgebiet, Energietankstelle und Ort der Begegnung. Aber auch in Kyiw wird jedes freie Fleckchen bebaut und die Bauunternehmer haben die­ses Filetstück schon lan­ge für ihre Baupläne im Auge. Als sie Bagger anrol­len las­sen, gibt sich das Energiebündel Natalia nicht geschla­gen. Die agi­le Rentnerin orga­ni­siert den Widerstand und kann das kol­lek­ti­ve klei­ne Paradies ret­ten – vorerst.

    Doch bald gibt es Wichtigeres als Unkrautjäten und Gemüseernte. Im März 2022 befin­det sich der Garten plötz­lich im Kriegsgebiet und Natalia muss neue Schwierigkeiten bewäl­ti­gen. Statt zwi­schen Stauden und Bäumen sitzt sie nun immer wie­der im Bunker, Verwandte und Freunde ver­las­sen das Land. Aber mit einer gehö­ri­gen Portion Galgenhumor, Erfindungsgeist und jeder Menge Lebensfreude meis­tert Natalia auch die­se Herausforderung – denn wie die Ukraine ist sie stolz, zäh, ideen­reich und soll­te nie unter­schätzt werden.

    Adelina Borets ist ein stim­mi­ges, warm­her­zi­ges Sozialporträt gelun­gen, das trotz sei­nes erns­ten Themas durch eine hin­rei­ßen­de Protagonistin zum Feel-Good-Movie wird. [Rainer Mende]

     

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

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    Flowers of Ukraine 2024 | Documentary Trailer
  • filmPOLSKA reloaded – White Courage

    filmPOLSKA reloaded – White Courage

    Am 28.1. um 18:00. Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)

    [Tickets]

    Zakopane in den Dreißigerjahren, hier leben die Góralen: Im süd­polni­schen Hochgebirge spricht man sei­ne eige­ne Sprache, pflegt sei­ne alpi­nen Traditionen und hält Abstand zu ande­ren – auch zu Polen. Hier fin­den zwei Familien zuein­an­der, die durch stra­te­gi­sche Heirat ihre Situation ver­bes­sern wol­len. Aber wie so oft sind Liebe und Heirat zwei ver­schie­de­ne Dinge – der älte­re, beson­ne­ne Maciek soll die schö­ne Bronka hei­ra­ten, obwohl sie ein Verhältnis mit sei­nem jün­ge­ren, unge­stü­men Bruder Jędrek hat und sogar ein Kind von ihm erwar­tet. Koszałka beschränkt sich nicht auf ein folk­lo­ris­ti­sches Kammerspiel um Liebe und Gehorsam. Vielmehr ent­wi­ckelt er die Geschichte über einen län­ge­ren Zeitraum und ver­leiht ihr damit auch eine poli­ti­sche Dimension. Denn 1939 mar­schiert die deut­sche Wehrmacht in der Hohen Tatra ein und die Góralen müs­sen sich ent­schei­den – kol­la­bo­rie­ren sie und sichern ihren Wohlstand oder blei­ben sie rebel­lisch und ris­kie­ren damit ihr Leben? [Rainer Mende]

    Biała odwa­ga
    PL 2024
    R/K: Marcin Koszałka
    111 min, OmeU
    B: Łukasz M. Maciejewski & Marcin Koszałka
    S: Agnieszka Glińska
    M: Jacek Grudzień
    D: Filip Pławiak, Julian Świeżewski, Jakub Gierszał, Sandra Drzymalska, Wiktoria Gorodeckaja, Andrzej Konopka u. a.

    BIAŁA ODWAGA – Zwiastun PL (Official Trailer)
  • Das Beste liegt noch vor uns

    Das Beste liegt noch vor uns

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein Film über das Kino. Die Geschichte eines Filmemachers, des­sen Leben stets vom Kino geprägt war und des­sen Filme stets sein eige­nes Leben beglei­tet haben. Giovanni dreht einen Film, der im Jahr 1956 spielt, zur Zeit der sowje­ti­schen Invasion in Ungarn. Er glaubt fest an die­ses Projekt: Er ist über­zeugt, dass es not­wen­dig ist, die Geschichte der ita­lie­ni­schen Kommunistischen Partei zu die­ser Zeit zu erzäh­len und wie sie die Gelegenheit ver­passt hat, sich von der Sowjetunion zu lösen und end­lich einen unab­hän­gi­gen Weg ein­zu­schla­gen. Aber heu­te erin­nert sich nie­mand mehr an die­se Ereignisse, die Welt hat sich ver­än­dert, eben­so wie die Art und Weise, wie Filme gedreht wer­den. Während Giovanni über­zeugt ist, dass er einen poli­ti­schen Film dreht, ist sei­ne Schauspielerin gegen­tei­li­ger Meinung: Ihrer Ansicht nach dreht Giovanni einen Liebesfilm und merkt es nicht (und viel­leicht hat sie recht). Giovannis Frau Paola geht heim­lich zu einem Psychoanalytiker, um den Mut zu fin­den, ihn zu ver­las­sen. Außerdem pro­du­ziert sie zum ers­ten Mal einen Film, der nicht von Giovanni ist: einen Actionfilm eines jun­gen, auf­stre­ben­den Regisseurs.
    Obwohl die Welt um ihn her­um immer schwie­ri­ger zu ent­schlüs­seln und zu akzep­tie­ren ist, will Giovanni sich nicht mit einer ent­täu­schen­den Realität abfin­den. Und vor allem will er den Traum, sie ver­än­dern zu kön­nen, nicht auf­ge­ben. Und wenn das Leben und die Geschichte ihm dies nicht erlau­ben, dann ver­wan­delt das Kino mit sei­ner anste­cken­den Kraft und Energie die Realität und macht Träume mög­lich. Während er also am Set beschäf­tigt ist, berei­tet er zwei wei­te­re Filme vor und stellt sie sich vor: die Liebesgeschichte eines Paares über meh­re­re Jahrzehnte hin­weg und THE SWIMMER, basie­rend auf der Kurzgeschichte von John Cheever. Als ob die lee­ren Lücken im Leben immer durch das Kino gefüllt wer­den müss­ten.
    Ich woll­te, dass der Film Giovannis Gedanken und Gefühlen folgt. Dazu brauch­te ich, wäh­rend ich eine Geschichte (oder bes­ser gesagt meh­re­re Geschichten) erzähl­te, ein offe­nes und frei­es Drehbuch, das ver­schie­de­ne Ebenen, Töne und Stile ent­hal­ten konn­te. Der Film durch­läuft ver­schie­de­ne Krisen und über­win­det sie dann dank des Kinos, das die magi­sche Kraft hat, uns die Leichtigkeit und den Wunsch, glück­lich zu sein, wie­der­ent­de­cken zu las­sen. Trotz allem.
    Nanni Moretti

    Credits:

    l sol del­l’av­ve­ni­re
    IT/FR 2023, 95 Min., ital. OmU
    Regie: Nanni Moretti
    Kamera: Michele D’Attanasio
    Schnitt: Clelio Benevento
    mit: Nanni Moretti, Margherita Buy, Silvio Orlando, Barbora Bobulova, Mathieu Amalric

    Trailer:
    DAS BESTE LIEGT NOCH VOR UNS I OmU-Trailer, deutsch I Ab 12. Februar im Kino!
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  • The Chronology of Water

    The Chronology of Water

    Ein Film von Kristen Stewart. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Schauspielerin Kristen Stewarts Regiedebüt basiert auf dem gleich­na­mi­gen auto­bio­gra­fi­schen Roman der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Lidia Yuknavitch. Darin erzählt sie von sexu­el­lem Missbrauch in der Kindheit, von der Entdeckung der Worte und des Wassers als Fluchten. Von Drogen, Selbstzerstörung, Beziehungen. Selbstheilung und einer Begegnung in einem Schreibseminar mit Ken Kesey – dem Autor von „Einer flog über das Kuckucksnest”. Stewart hüllt die Erzählung in traum­glei­che Bilder. Nahaufnahmen, 16-mm-Format, Spiegelungen, schnel­le Schnitte. Sie packt anschei­nend alle Mittel aus der Trickkiste des ana­lo­gen Films aus, setzt die­se aber doch behut­sam genug ein, damit es noch bedacht und nicht zu viel erscheint. Schnell fin­det man sich im Sog der inten­si­ven Bilderwelten und der poe­ti­schen und doch schmerz­li­chen Erzählung im Off. Literaturprogramme. Partys. Die Erkundung der eige­nen Sexualität. Der Verlust eines Kindes. Das Schwimmen als Metapher ihres Lebens. Lidia ver­bin­det die Punkte ihrer Biografie ehr­lich und berüh­rend.
    Selbstverständlich kann eine Hollywood-Größe wie Kristen Stewart geschätz­te Kolleg*innen um sich ver­sam­meln, und so ist der Cast ein­fach sehr gut. Kim Gordon hat einen Auftritt. Jim Belushi als lebens­süch­ti­ger Kesey schaut so ver­schmitzt und ver­lo­ren unter sei­nem Anglerhut her­vor, wie man sich einen altern­den Hippie-Autor vor­stel­len mag. Zwischen Kesey und Lidia ent­fal­ten sich auch groß­ar­ti­ge Momente der Intimität und des Ausatmens, die den Fluss an Stilmitteln vor­teil­haft unter­bre­chen und den Fokus auf die Charaktere legen. Imogen Poots schenkt ihrer Lidia ein lau­tes, unge­stü­mes Lachen, mit dem sie hel­den­haft durch alle Höhen und Tiefen navi­giert, ohne zu über­zeich­nen. Eine kraft­vol­le Verfilmung auto­fik­tio­na­ler Literatur, die auf die Komplexität sei­nes Vorbilds und die Sprache des Kinos setzt.“
    Clarissa Lempp | indiekino

    Credits:

    US/FR/LV 2025, 128 Min., engl. OmU
    Regie: Kristen Stewart
    Kamera: Corey C. Waters
    Schnitt: Olivia Neergaard-Holm
    mit: Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Tom Sturridge, Kim Gordon, Michael Epp, Jim Belushi

    Trailer:
    THE CHRONOLOGY OF WATER – Kristen Stewarts radi­ka­les Regiedebüt | Trailer | OmdU
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  • Prinzessin Mononoke

    Prinzessin Mononoke

    Ein Film von Hayao Miyazaki. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Hayao Miyazakis PRINZESSIN MONONOKE (1997, deut­sche Erstaufführung 2001) gehör­te neben AKIRA (1991) und GHOST IN THE SHELL (1997) zu den ers­ten Animes für Erwachsene, die in deut­schen Kinos zu sehen waren. Der Film, der in Japan erfolg­rei­cher war als James Camerons TITANIC und immer­hin als Abschlussfilm der Berlinale 1998 lief, erreich­te im Kino nur 70.000 Zuschauer*innen und war jah­re­lang nur in der deut­schen Synchronfassung erhält­lich. Nun hat Studio Ghibli eine sorg­fäl­tig restau­rier­te digi­ta­le 4‑K-Fassung erstellt.

    Für alle, die Zeichentrick bis dahin nur in der kind­ge­rech­ten, strom­li­ni­en­för­mi­gen Disneyvariante kann­ten, war die wen­dungs­rei­che Geschichte mit ihren kom­ple­xen Figuren, schil­lern­den Waldgeistern und nied­li­chen Nebenfiguren eine Offenbarung. Prinz Ashitaka wird von einem Fluch befal­len und ver­lässt auf der Suche nach Heilung sein Heimatdorf. Weit weg von zu Hause gelangt er zu einer Eisenhütte, in der die Menschen unter Leitung ihrer Herrscherin Eboshi Edelmetalle ver­ar­bei­ten, und zu deren Betrieb sie den Wald abhol­zen. Ashitaka gerät mit­ten in den erbit­ter­ten Konflikt zwi­schen den Menschen und den Tieren und Geistern des Waldes, auf deren Seite auch Prinzessin Mononoke kämpft, die bei Wölfen auf­wuchs und alle Menschen hasst. 

    Credits:

    Mononoke-hime
    Japan 1997, 128 Min., japa­ni­sche OmU
    Regie: Hayao Miyazaki
    Kamera: Atsushi Okui
    Schnitt: Hayao Miyazaki, Takeshi Seyama

    Trailer:
    PRINCESS MONONOKE | Official Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Ungeduld des Herzens

    Ungeduld des Herzens

    Ein Film von Lauro Cress. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lauro Cress‘ mehr­fach preis­ge­krön­te fil­mi­sche Übertragung von Stefan Zweigs gleich­na­mi­gen psy­cho­lo­gi­schem Roman in die Gegenwart bleibt nah an der Vorlage, wo zwei Welten auf­ein­an­der­pral­len: hier ein Bundeswehr-Ausbildungsstützpunkt im bran­den­bur­gi­schen Hinterland und eine Villa mit wohl­ha­ben­der Familie.
    Ein Bowlingabend, ein Missverständnis – und ein kur­zer Moment, der alles ver­än­dert. Der jun­ge Soldat Isaac will Ilona impo­nie­ren, indem er ihre schlecht gelaun­te Schwester Edith mit kör­per­li­chem Nachdruck zum Mitspielen auf­for­dert. Erst als sie kraft­los zu Boden sinkt, sieht er den Rollstuhl an der Seite: Edith ist seit einem Motorradunfall quer­schnitts­ge­lähmt. Voller Scham sucht Isaac ihre Nähe, und wird von ihrem Vater freund­lich in die Familie auf­ge­nom­men. Edith lebt in sei­ner Anwesenheit auf, zumal bei­de die für sie einst tra­gi­sche Leidenschaft zum Moto-Cross ver­bin­det. Aber was emp­fin­det Isaac wirk­lich für sie?
    Zwischen Mitleid, Zuneigung und Projektion ent­wi­ckelt sich eine Beziehung, die bald gefähr­lich kippt. Isaac impo­niert die selbst­be­wuss­te Edith, und ver­wech­selt mög­li­cher­wei­se sein Bedürfnis nach Anerkennung mit Liebe, Edith erhofft sich von ihm eine ande­re Nähe als die ein­engen­de ihrer Familie und mehr Eigenständigkeit. Der Film erzählt mit gro­ßer Sensibilität und klas­sen­be­wuss­tem Blick von Sehnsucht, von der Angst, nie wirk­lich jemand gewe­sen zu sein – und von der Kraft, sich selbst zurück­zu­er­obern. „Ein elek­tri­sie­ren­des Schauspieler*innen-Ensemble, ein fein beob­ach­te­tes Drehbuch und eine Regie, die mit Sehgewohnheiten bricht, machen die­ses Debüt zu einem der ein­drucks­volls­ten Filme des Jahres.“ Goethe-Institut
    „… ganz gro­ßes Verdienst eines jun­gen Regisseurs: eine eige­ne Sicht auf die­se Dinge mit­zu­brin­gen und mit jun­gen Schauspielern eine kraft­vol­le Interpretation klas­si­scher Literatur abzu­lie­fern, die man als Zuschauer, wür­de ich behaup­ten, gar nicht als sol­che spürt.“
    Andreas Dresen, Jurymitgied Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2025

    Credits:

    DE 2015, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie Lauro Cress
    Kamera Jan David Gunther
    Schnitt Ilya Gavrilenkov
    mit: Giulio Brizzi, Ladina von Frisching, Thomas Loibl, Livia Matthes, Jan Fassbender 

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    Ungeduld des Herzens [Offizieller Trailer DEUTSCH HD] – Ab 5. Februar im Kino
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  • Delegation

    Delegation

    Ein Film von Asaf Saban. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wie Tausende ande­re jun­ge Menschen aus Israel reist eine Gruppe quer durch Polen, um an authen­ti­schen Schauplätzen etwas über die Geschichte ihrer Vorfahren und dere­nys­te­ma­ti­sche Vernichtung durch die deut­schen NS-Besatzer zu erfah­ren. Dabei wer­den Frisch, Ido, Nitz und ihre Klassenkamerad*innen nicht nur von Zeitzeugen beglei­tet, son­dern auch von Sehnsüchten und Sorgen, wel­che alle Teenager in die­sem Alter umtrei­ben – die ers­te Liebe, die ers­te Enttäuschung, die ers­te Identitätssuche, die ers­te Fernreise ohne den kon­trol­lie­ren­den Blick der Eltern.

    Das Coming-of-Age-Roadmovie zeigt einer­seits eine Reise, die pro­to­ty­pisch für jene Mischung aus hoch­emo­tio­na­ler Geschichtsstunde und Partytour ist, wie sie vie­le Jugendliche aus Israel erlebt haben, bevor sie in die Armee ein­ge­zo­gen wur­den. Gleichzeitig schil­dert der Film ein fili­gra­nes Beziehungsdreieck, das von einer Überdosis an Impressionen und Hormonen kräf­tig durch­ge­rüt­telt wird. Der Film schafft es gekonnt, die Bustour weder als blo­ßes Erinnerungskultur-Theater zu dis­kre­di­tie­ren noch sie pathe­tisch zu über­hö­hen. Vielmehr zeich­net er ein warm­her­zi­ges, glaub­wür­di­ges Panorama über das Erwachsenwerden und die Schwierigkeiten der
    Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert – auch dank der her­aus­ra­gen­den Leistungen der jun­gen Hauptdarsteller*innen, allen vor­an Neomi Harari als drauf­gän­ge­ri­sche und gleich­zei­tig ver­letz­li­che Nitzan.
    [Rainer Mende]

    Credits:

    Ha’Mishlahat
    IL/PL/DE 2023, 101 Min., Polish, English, Hebrew
    OmU
    Regie: Asaf Saban
    Kamera: Bogumił Godfrejów
    Schnitt: Michal Oppenheim
    mit: Neomi Harari, Yoav Bavly, Leib Lev Levin,
    Ezra Dagan, Alma Dishy u. a.

    Trailer:
    Delegation | Trailer [HD]
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  • Faruk

    Faruk

    Ein Film von Aslı Özge. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der über 90-jäh­ri­ge Faruk wird zuse­hends zur Hauptfigur des Films, den sei­ne Tochter über den dro­hen­den Abriss sei­nes Wohnblocks in Istanbul dreht. In der Hoffnung, den Abriss des Hauses, in dem er meh­re­re Jahrzehnte sei­nes Lebens ver­bracht hat, noch abzu­wen­den, besucht Faruk regel­mä­ßig Sitzungen der Gebäudeverwaltung. Während die Tochter ihren Vater filmt, begin­nen die Grenzen zwi­schen Realität und Fiktion zu ver­schwim­men.
    Gedreht an Originalschauplätzen, basie­rend auf wah­ren Begebenheiten und inspi­riert von rea­len Personen, gibt Aslı Özges neu­er Film Einblick in das Leben eines betag­ten Mannes in der leb­haf­ten Metropole Istanbul. Im Vordergrund ste­hen dabei neben den Folgen von Gentrifizierung auch die Verstrickungen inner­halb einer kom­ple­xen Vater-Tochter-Beziehung.

    Es ist schön zu sehen, wie spar­sam und bei­läu­fig Aslı Özge klei­ne Pointen setzt, so wie das Leben selbst: Was dem alten Mann an der zukünf­ti­gen Wohnung miss­fällt, ist nicht zuletzt, dass sie kei­nen Balkon mehr haben wird, nur einen fran­zö­si­schen. Dabei hat er sei­nen alten nie mehr benutzt. Nicht, seit sei­ne Frau gestor­ben war. Der lee­re Balkon bewahrt ihr Andenken.“ Kerstin Decker | Tsp.

    Credits:

    DE/TR/FR 2024, 97 Min., tür­ki­sche OmU
    Regie: Aslı Özge
    Kamera: Emre Erkmen
    Schnitt: Andreas Samland, Aslı Özge
    mit: Faruk Özge, Derya Erkenci, Gönül Gezer, Nurdan Çakmak, Semih Arslanoğlu, Fikret Özge

    Trailer:
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  • No Bears

    No Bears

    Ein Film von Jafar Panahi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Jafar Panahi dreht dies­mal einen Film über ein Liebespaar, das mit gefälsch­ten Pässen nach Frankreich flüch­ten will – in der Türkei. Doch wie schafft das der ira­ni­sche Regisseur, der ein Arbeitsverbot hat und das Land nicht ver­las­sen darf? Panahi hat sich in eine Provinz nahe der ira­nisch-tür­ki­schen Grenze zurück­ge­zo­gen und gibt sei­nem Regieassistenten über eine höchst insta­bi­le Internetverbindung Anweisungen. Nachts tref­fen sie sich heim­lich zur Übergabe der Festplatte mit dem neus­ten Drehmaterial. Aber Panahis Filme sind stets mehr­di­men­sio­nal. Wie schon zuvor ver­webt er auch hier geschickt Fiktion und Wirklichkeit, denn auch das länd­li­che Dorf ist Schauplatz einer fik­ti­ven Geschichte – über einen Regisseur, der den staat­li­chen Repressionen zum Trotz ver­sucht, sei­ne Arbeit als Filmemacher fort­zu­set­zen. Obwohl er sich unauf­fäl­lig ver­hält, um nicht iden­ti­fi­ziert und den Behörden gemel­det zu wer­den, gerät er wegen eines ver­meint­lich geschos­se­nen Fotos in Schwierigkeiten. Er soll ein Liebespaar abge­lich­tet haben, aber der jun­ge Mann war nicht der Verlobte, dem das Mädchen ver­spro­chen ist. Schon bald steht das gan­ze Dorf Kopf.

    Auch in «No Bears» sind Panahis auto­bio­gra­fi­sche Erfahrungen und die Entstehungsbedingungen sei­nes Werks ein zen­tra­les Motiv. Er hat damit einen ein­drucks­vol­len, wenn auch für ihn gefähr­li­chen Weg gefun­den, für die Freiheit des Kunstschaffens im Iran zu kämp­fen. Darüber hin­aus ist «No Bears» eine viel­schich­ti­ge Parabel über den beklem­men­den Stillstand einer Gesellschaft und die pani­sche Ablehnung von Veränderung: in der Stadt unter dem Druck der Autoritäten, im Dorf in der Befangenheit des Aberglaubens. Wie macht man Kunst, um die Gesellschaft zum Wandel zu bewe­gen, wenn die­se es nicht will? Zu die­ser Frage kehrt «No Bears» immer wie­der zurück und ver­zwei­felt dabei lei­se an der Welt. Der Film gewann an den Filmfestspielen von Venedig den Spezialpreis der Jury, Jafar Panahi selbst wur­de im Juli erneut inhaf­tiert und vor Kurzem auf Kaution wie­der freigelassen.

    Credits:

    Khers nist 
    IR 2022, 107 Min., far­si OmU
    Regie: Jafar Panahi
    Kamera: Amin Jafari
    Schnitt: Amir Etminan
    mit: Naser Hashemi, Jafar Panahi, Vahid Mobasheri
    , Mina Kavani

    Trailer:
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  • Souleymans Geschichte

    Souleymans Geschichte

    Ein Film von Boris Lojkine. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In man­cher Hinsicht erin­nert Lojkines drit­ter Spielfilm an eine rasan­te Neuauflage des ita­lie­ni­schen Meisterwerks Fahrraddiebe und zeigt, wie die alte Geschichte aus der Nachkriegszeit auch heu­te pas­sie­ren könn­te oder sogar pas­siert – in einer Zeit, in der Einwanderer unter kata­stro­pha­len Bedingungen uner­gie­bi­ge, aber erwünsch­te Arbeiten in Städten auf der gan­zen Welt aus­üben, Jobs, die am unte­ren Ende einer von Gleichgültigkeit gepräg­ten Gig-Economy ste­hen.
    Der Film beglei­tet den Guineaner Souleymane auf sei­ner Fahrt durch die Pariser Boulevards, und wir erle­ben eini­ge der haar­sträu­bends­ten Fahrradszenen seit Buster Keaton. Die Kamera von Tristan Galand filmt die sich stän­dig ver­än­dern­de Hauptstadt Frankreichs mit ver­schwom­me­ner impres­sio­nis­ti­scher Schönheit, und bleibt dabei Souleyman, stets Mittelpunkt des Geschehens, in der vom Anstand gebüh­ren­der Nähe auf den Fersen. Der befin­det sich in einer pre­kä­ren Lage – nicht nur in Bezug auf den Verkehr, oder nach dem Diebstahl sei­nes Gefährts, son­dern auch wirt­schaft­lich und emo­tio­nal. Ständig unter der Kontrolle und in Zeitdruck, kann er auch schon mal gegen­über einem Restaurantbesitzer, der belei­di­gend ist und ihn war­ten lässt, sei­ne eige­ne Kontrolle ver­lie­ren. Die stän­di­gen Demütigungen zer­mür­ben den jun­gen Mann, und der bevor­ste­hen­de Prüfungstermin sei­nes Asylantrags tut das übri­ge.
    „Boris Lojkine erzählt die Geschichte eines Mannes, der aus Verzweiflung lügt, sich dabei ver­liert und schließ­lich in noch mehr Verzweiflung wie­der­fin­det. Und wir reagie­ren dar­auf für ein­mal nicht wie paw­low­sche Kinohunde mit Rührung und Schrecken und schnel­lem Vergessen, son­dern mit der Erkenntnis, das wir um den Schrecken ja wis­sen, dass uns uner­war­te­te Freundlichkeit gegen­über dem Protagonisten aus der fil­mi­schen Bahn wer­fen kann, und dass die Kulisse, die wir da sehen, die Welt ist, in der wir leben.“ Sennhausers Filmblog

    Credits:

    L’Histoire de Souleymane
    FR 2024, 93 Min., Französisch, Pular, Maninka OmU
    Regie: Boris Lojkine
    Kamera: Tristan Galand
    Schnitt: Xavier Sirven
    mit: Abou Sangare, Nina Meurisse, Alpha Oumar Sow, Emmanuel Yovanie, Younoussa Diallo, Ghislain Mahan, Mamadou Barry, Yaya Diallo, Keita Diallo

    Trailer:
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