To nie mój film / It’s Not My Film

filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

To nie mój film / It’s Not My Film

[Tickets]

PL 2024
R/B/K: Maria Zbąska
99 min, OmdU
S: Andrzej Kowalski
M: Anja Garbarek
D: Zofia Chabiera, Marcin Sztabiński u. a.

Die impul­si­ve Wanda ist nur noch genervt. Sie und ihr Freund Janek haben sich aus­ein­an­der­ge­lebt, ihre Beziehung steckt fest. Das Geld ist chro­nisch knapp, stän­dig gibt es Streit, der freud­lo­se Alltag ist nur noch die Wiederholung des ewig Gleichen und Janeks rou­ti­nier­ter Pragmatismus bringt sie zur Weißglut. Haben sie über­haupt noch eine gemein­sa­me Zukunft?

Für Wanda steht fest: Sie müs­sen durch gemein­sa­me Grenzerfahrungen wie­der zuein­an­der fin­den – oder für immer aus­ein­an­der­ge­hen. Also bre­chen sie auf, mit­ten im Winter, ein­mal 400 km den pol­ni­schen Ostseestrand ent­lang von West nach Ost. Es gilt die eiser­ne Regel: Sie dür­fen den Strand nicht ver­las­sen. Wird sie gebro­chen, ist das Projekt been­det – das gilt für die Wanderung, aber auch für ihre Beziehung. Wind, Kälte und Erschöpfung set­zen ihnen eben­so zu wie die Notwendigkeit, trotz unter­schied­li­cher Charaktere immer wie­der einen kleins­ten gemein­sa­men Nenner zu finden.

Maria Zbąska insze­niert in ihrem Debüt eine Reise, die kei­nen Anfang und kein Ende zu haben scheint – ein bit­ter­süß-poe­ti­sches Psycho-Kammerspiel und ein Road-Movie ohne Straßen. [Rainer Mende]

Maria Zbąska (geb. 1975) absol­vier­te ein Kamera-Studium an der Filmhochschule Łódź und ver­öf­fent­lich­te ab 2001 sie­ben Kurzfilme, bevor sie 2024 mit „Das ist nicht mein Film“ ihren ers­ten Langfilm dreh­te. Für alle ihre Filme stand sie auch hin­ter der Kamera.

Autor: fsk

  • filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

    filmPOLSKA reloaded – This Is Not My Film

    To nie mój film / It’s Not My Film

    [Tickets]

    PL 2024
    R/B/K: Maria Zbąska
    99 min, OmdU
    S: Andrzej Kowalski
    M: Anja Garbarek
    D: Zofia Chabiera, Marcin Sztabiński u. a.

    Die impul­si­ve Wanda ist nur noch genervt. Sie und ihr Freund Janek haben sich aus­ein­an­der­ge­lebt, ihre Beziehung steckt fest. Das Geld ist chro­nisch knapp, stän­dig gibt es Streit, der freud­lo­se Alltag ist nur noch die Wiederholung des ewig Gleichen und Janeks rou­ti­nier­ter Pragmatismus bringt sie zur Weißglut. Haben sie über­haupt noch eine gemein­sa­me Zukunft?

    Für Wanda steht fest: Sie müs­sen durch gemein­sa­me Grenzerfahrungen wie­der zuein­an­der fin­den – oder für immer aus­ein­an­der­ge­hen. Also bre­chen sie auf, mit­ten im Winter, ein­mal 400 km den pol­ni­schen Ostseestrand ent­lang von West nach Ost. Es gilt die eiser­ne Regel: Sie dür­fen den Strand nicht ver­las­sen. Wird sie gebro­chen, ist das Projekt been­det – das gilt für die Wanderung, aber auch für ihre Beziehung. Wind, Kälte und Erschöpfung set­zen ihnen eben­so zu wie die Notwendigkeit, trotz unter­schied­li­cher Charaktere immer wie­der einen kleins­ten gemein­sa­men Nenner zu finden.

    Maria Zbąska insze­niert in ihrem Debüt eine Reise, die kei­nen Anfang und kein Ende zu haben scheint – ein bit­ter­süß-poe­ti­sches Psycho-Kammerspiel und ein Road-Movie ohne Straßen. [Rainer Mende]

    Maria Zbąska (geb. 1975) absol­vier­te ein Kamera-Studium an der Filmhochschule Łódź und ver­öf­fent­lich­te ab 2001 sie­ben Kurzfilme, bevor sie 2024 mit „Das ist nicht mein Film“ ihren ers­ten Langfilm dreh­te. Für alle ihre Filme stand sie auch hin­ter der Kamera.

  • Wohin der Wind uns trägt

    Wohin der Wind uns trägt

    Ein Film von Amel Guellaty. Ab 16.4. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die quir­li­ge Alyssa und der zurück­hal­ten­de Mehdi, bei­de um die zwan­zig, sind bes­te Freunde mit gros­sen Träumen: Sie will im Ausland durch­star­ten, er als Zeichner in Tunesien Fuss fas­sen. Als sie von einem Kunstwettbewerb auf Djerba erfah­ren, beginnt ein Roadtrip, der ihr Leben ver­än­dern könnte.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine inni­ge Freundschaft. Die 19-jäh­ri­ge Alyssa muss sich neben ihren schu­li­schen Verpflichtungen um ihre klei­ne Schwester und die kran­ke Mutter küm­mern. Sie ist eine Rebellin und möch­te der Enge in Tunis ent­flie­hen. Mehdi ist zurück­hal­tend und bewirbt sich mehr schlecht als recht auf IT-Jobs, hofft aber ins­ge­heim, eines Tages von sei­ner Zeichenkunst leben zu kön­nen. Als die bei­den von einem Kunstwettbewerb erfah­ren, bei dem ein Atelieraufenthalt in Deutschland als Hauptpreis winkt, bekom­men ihre Träume Flügel. Doch schon das Beschaffen eines Fahrzeugs bedarf Alyssas Kühnheit, und ehe Mehdi sich ver­sieht, sind sie unter­wegs durch ein unbe­kann­tes Tunesien, das eben­so fas­zi­nie­rend wie gesell­schaft­lich erdrü­ckend ist.

    Mit spie­le­ri­scher Leichtigkeit erzählt Amel Guellaty in ihrem Langfilmdebüt vom Elan einer Generation, die das ent­täu­schen­de Erbe des Arabischen Frühlings mit Fantasie, Humor und Improvisationstalent antritt. Mehdis Zeichnungen erwa­chen dezent zum Leben, Alyssas Vorstellungskraft sorgt für fei­ne, sur­rea­le Tupfer und ara­bi­sche Indie-Musik trägt das Filmpaar durch die Landschaft. Es ent­steht das Porträt einer auf­ge­schlos­se­nen Jugend, die wie über­all auf der Welt ihr eige­nes Potenzial ent­de­cken muss, das manch­mal greif­bar nah liegt.

    Credits:

    TN/FR 2025, 99 Min., Arabisch-fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Amel Guellaty
    Kamera: Frida Marzouk
    Schnitt: Amel Guellaty, Ghalya Lacroix, Malek Kammoun
    mit:  Eya Bellagha, Slim Baccar, Maya Blouza, Firas Khoury

    Trailer:
    Trailer „Wohin der Wind uns trägt”
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  • A Missing Part

    A Missing Part

    Ein Film von Guillaume Senez. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Franzose Jay (Romain Duris) hat sich ent­schie­den aus Japan nach Frankreich zurück­zu­keh­ren. Neun Jahre hat er als Taxifahrer in Tokyo ver­geb­lich nach sei­ner Tochter Lily gesucht. Nach ihrer Trennung ist Jays Frau mit der gemein­sa­men Tochter in Tokyo unter­ge­taucht. Jay hat sei­ner Frau die Scheidung ver­wei­gert, weil er sonst nach japa­ni­schem Recht jedes Anrecht ver­lie­ren wür­de sei­ne Tochter vor ihrer Volljährigkeit wie­der­zu­se­hen. Für Jay heißt es nun, sein Haus ver­kau­fen und Abschiednehmen von sei­ner Sorgerechtsanwältin Michiko (Tsuyu), und der Selbsthilfegruppe aus Männern und Frauen, Japanern und Ausländern, denen allen der regel­mä­ßi­ge Zugang zu ihren Kindern ver­wei­gert wird. Gerade neu hin­zu­ge­kom­men ist Jessica (Judith Chemla) deren Sohn Lucas nach der Trennung sei­ner Eltern von sei­nem Vater von Paris nach Tokyo ent­führt wor­den ist.
    Als Jay eine Schicht für einen erkrank­ten Kollegen in einem ande­ren Stadtteil über­nimmt steigt ein Mädchen (Mei Cirne-Masuki) in sei­nen Wagen das sei­ne Tochter sein könn­te.
    Jays Vater, der in Paris auf ihn war­tet, warnt ihn, dass es das 10te Mal sei, dass er glaubt sei­ne Tochter gefun­den zu haben.

    Credits:

    Une part man­quan­te
    FR/BE 2024, 98 Min., franz. OmU
    Regie: Guillaume Senez
    Kamera: Elin Kirschfink
    Schnitt: Julie Brenta
    mit:  Romain Duris, Judith Chemla, Mei Cirne-Masuki, Tsuyu

    Trailer:
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  • Alpha

    Alpha

    Ein Film von Julia Ducournau. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Auf einer Party lässt sich die 13jährige Alpha (Mélissa Boros) ein Tattoo ste­chen: Wie ein Blitz wirkt das A, das nun ihren Oberarm ziert. Dass ein so jun­ges Mädchen auf Parties anzu­fin­den ist, könn­te für eine gewis­se Verwahrlosung spre­chen, doch das Gegenteil ist der Fall. Ihre Mutter (Golshifteh Farahani) liebt sie über alles, zieht sie seit Jahren allein auf – vom Vater ist nie die Rede – und hat es bis zur Position einer Ärztin geschafft.

    Anderen zu hel­fen scheint der Mutter, die namen­los bleibt, ange­bo­ren zu sein, denn auch ihren Bruder Amin (Tahar Rahim) pflegt sie immer wie­der, nimmt ihn auf, wenn die Sucht ihn wie­der ein­mal obdach­los gemacht hat, ret­tet ihm das Leben, wenn er einer Überdosis nahe ist.

    Und als Ärztin weiß die Mutter, wel­che Gefahr das unbe­dach­te Tattoo für ihre Tochter bedeu­tet: Ob die Nadel sau­ber war, will sie von Alpha wis­sen, ob sie vor­her in einem ande­ren Arm steck­te, mit frem­dem Blut ver­schmutzt war. Denn mit­tels Blut wird das Virus über­tra­gen, dass auch von Amin längst besitzt ergrif­fen hat, dass auch die Patienten in dem Krankenhaus quält, in dem die Mutter arbei­tet: Mehr Palliativstation als Krankenhaus, denn das Virus mar­mori­siert die Körper der Infizierten, ergreift lang­sam aber unaus­weich­lich vom gan­zen Körper Besitz und ver­wan­delt ihn in eine Statue von unwirk­li­cher Schönheit.

    Das A auf Alphas Arm bezieht sich einer­seits auf ihren Namen, zitiert das A, dass die Ehebrecherin Hester Prynne in Nathanial Hawthrones Roman „Der schar­lach­ro­te Buchstabe“ zum Zeichen ihrer Transgression tra­gen muss­te, und ver­weist schließ­lich auf AIDS. Zwar fal­len die Begriffe AIDS oder HIV nicht, aber die Bezüge sind mehr als deut­lich. Nicht ganz in unse­rer Welt spielt „Alpha“ dabei, son­dern in einer Art Parallelwelt, die so aus­sieht wie die Welt Anfang der 90er Jahre, in der AIDS sei­nen größ­ten Schrecken hat­te, die aber uni­ver­sel­ler und am Ende auch phan­tas­ti­scher wirkt.

    Wirkt „Alpha“ anfangs noch wie eine jener Geschichten, in denen eine Außenseiterin, von ihren Mitschülern aus­ge­schlos­sen und gehän­selt wird, ent­wi­ckelt sich Julia Ducournaus Film bald zu etwas ande­rem, inter­es­san­te­ren. Zunehmend wird die Welt außer­halb der Wohnung der Mutter aus­ge­blen­det, kon­zen­triert sich die Geschichte auf Alpha, die Mutter und Amin. Gegenwärtiges ver­schwimmt mit Erinnerungen, in man­chen Szenen scheint Alphas 13jähriges mit ihrem 5jährigen Ich zu ver­schmel­zen, wie ein Fiebertraum oder den Wahnvorstellungen eines Heroinrausches.

    Ihren Darstellern ver­langt Julia Ducournau dabei eini­ges ab, beson­ders Mélissa Boros, die hier in ihrer ers­ten Rolle zu sehen ist und neben Golshifteh Farahani und beson­ders Tahar Rahim besteht. Abgemagert, mit her­aus­ste­hen­den Rippen, ver­kör­pert Rahim sei­ne Figur, zeigt auf berüh­ren­de Weise sein Leid, sei­ne Sucht, bald auch sei­nen Wunsch auf Erlösung von sei­nen Qualen.

    In vie­ler­lei Hinsicht mutet „Alpha“ kon­ven­tio­nel­ler an als Ducournaus ers­te bei­den Filme „Raw“ und „Titane“, die auf den ers­ten Blick radi­ka­ler wirk­ten, bis­wei­len ihre Lust an der Provokation aus­stell­ten. „Alpha“ dage­gen wirkt rei­fer, bewuss­ter, ver­liert sich nicht mehr in betont trans­gres­si­ven Momenten, son­dern beschreibt auf emo­tio­na­le und beson­ders in der zwei­ten Hälfte mit­rei­ßen­de Weise, wie drei Menschen her­aus­zu­fin­den wol­len, wann und ob es sich zu Leben lohnt. Ein über­ra­schen­des, har­tes, berüh­ren­des Drama über die Folgen einer Epidemie auf eine Familie.
    Michael Meyns | programmkino.de

    Credits:

    FR/BE 2025, 128 Min., fran­zö­si­che OmU
    Regie: Julia Ducournau
    Kamera: Ruben Impens
    Schnitt: Jean-Christophe Bouzy
    mit: Tahar Rahim, Golshifteh Faharani, Mélissa Boros, Finnegan Oldfield, Emma Mackey

    Trailer:
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  • On the Border

    On the Border

    Ein Film von Igor Hauzenberger & Gabriela Schild. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Agadez war einst das Drehkreuz der Migration von Subsahara-Afrika nach Norden. Die loka­le Bevölkerung, vor allem Tuareg, trans­por­tier­ten die Menschen auf dem lebens­ge­fähr­li­chen Weg durch die Wüste. Diese lukra­ti­ve Einnahmequelle sicher­te über Jahre den Wohlstand von Stadt und Region. Als Teil der ECOWAS Wirtschaftsgemeinschaft herrsch­te in Niger frei­er Personenverkehr.
    2015 dräng­te die EU auf ein Gesetz, das den Transport von Menschen ohne Arbeitsvisum und ID kriminalisierte.Viele Migrant:innen an der vir­tu­el­len Grenze hat­ten plötz­lich einen ille­ga­len Status, aus Transporteuren wur­den Schlepper, und tau­sen­de ver­lo­ren über Nacht ihre Lebensgrundlage. Das Versprechen der EU, die nega­ti­ven Folgen des Gesetzes durch Umschulungsprogramme abzu­fe­dern, wur­de kaum ein­ge­löst, und nicht nur Nigriner:innen stell­ten sich die Frage: Was machen Amerika und Europa hier eigent­lich?
    Der Umgang der Bevölkerung mit die­ser EU-Außengrenze mit­ten in Afrika bil­det den roten Faden des Films. Er beglei­tet drei Einheimische über fünf Jahre, bis zum Putsch 2023: den ehe­ma­li­gen Bürgermeister Agadez’, eine Journalistin und einen Händler, und zeich­net ein Bild der zum UNESCO-Weltkulturerbe zäh­len­den frü­he­ren Handelsmetropole. Wie wirkt sich die Anwesenheit der frem­den Militärs aus, wie­weit för­dert die Perspektivlosigkeit Radikalisierung?
    „Rhissa Feltou, ehe­ma­li­ger Bürgermeister von Agadez … bezeich­net im Film die Region als „Migrationslabor der Europäer“. Wie Viele befürch­te­te auch er, dass mit dem Gesetz eine „bom­be humaine“ ent­ste­hen wür­de … . Afrikanische Ableger des Islamischen Staates und von Al-Qaida began­nen in der Region und den angren­zen­den Staaten immer mehr an Einfluss zu gewin­nen. Mit dem Zerfall Libyens lie­fen wich­ti­ge Routen für den Waffen- und Drogenschmuggel über Agadez. Es ent­stand eine Zone der Gewalt in einem schwer kon­trol­lier­ba­ren Gebiet, das grö­ßer ist als das Mittelmeer.“ G. Hauzenberger, und G. Schild

    Credits:

    AT/DE/CH 2024, 103 Min., Tamascheq, Hausa, Fulah, Französisch, Deutsch. OmU
    Regie: Gerald Igor Hauzenberger & Gabriela Schild
    Kamera: Thomas Eirich-Schneider, Gerald Igor Hauzenberger, Hajo Schomerus, Joerg Burger
    Schnitt:
    Nela Märki, Stefan Fauland

    Trailer:
    ON THE BORDER // Trailer // Kinostart mit Kinotour am 19.03.26
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  • Nouvelle Vague

    Nouvelle Vague

    Ein Film von Richard Linklater.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Als ich AUSSER ATEM und ande­re Filme der Nouvelle Vague sah, dach­te ich: „So etwas ist mög­lich?“ Diese Freiheit fas­zi­nier­te mich. Ich wuss­te nichts über das Filmemachen, aber ich konn­te spü­ren, wie cool, freu­dig und revo­lu­tio­när der Film war. Kurze Zeit spä­ter, als alle hör­ten, dass ich mich nun für Kino inter­es­sier­te, lieh mir ein Freund mei­ner Eltern sein Buch über die Nouvelle Vague.
    Diese Ära des Kinos ist für mich nach wie vor von grund­le­gen­der Bedeutung. Und nie­mand ver­kör­pert sie bes­ser als Godard. Er tut das Verbotene, er skiz­ziert, er impro­vi­siert. Ich lie­be sei­nen Humor, sei­ne Körperlichkeit, sei­ne Kühnheit. Er folgt kei­nen Regeln außer sei­nem eige­nen fil­mi­schen Bewusstsein.
    Als er sei­nen ers­ten Spielfilm dreh­te, hink­te er sei­nen Freunden von Cahiers du Cinéma hin­ter­her. Er war besorgt, ängst­lich, hat­te Angst, die Welle ver­passt zu haben. Ihm fehl­te es an Selbstvertrauen. Ich fin­de das sehr lie­bens­wert und ganz anders, als man ihn sich spä­ter in sei­ner Karriere vor­stel­len wird.
    Aus heu­ti­ger Sicht steht AUSSER ATEM in der Mitte der Filmgeschichte. Es schien jetzt der per­fek­te Moment, um die Radikalität und den Wagemut die­ses Films wie­der zu erle­ben. Um uns dar­an zu erin­nern, dass das Kino sich immer wie­der neu erfin­den kann. Ein ver­spiel­tes Porträt einer eng ver­bun­de­nen Gemeinschaft von Filmfanatikern zu zeich­nen, die Kino leben, in sich auf­neh­men und atmen. Um zu erfor­schen, wie eine neue Art des per­sön­li­chen Filmemachens ent­stand. Und um zu zei­gen, dass das Kino ein inno­va­ti­ves Medium ist – und immer sein wird.
    Es ging aber nicht dar­um, AUSSER ATEM neu zu ver­fil­men, son­dern den Filmklassiker aus einem ande­ren Blickwinkel zu betrach­ten. Ich woll­te mit mei­ner Kamera in das Jahr 1959 ein­tau­chen und die dama­li­ge Zeit, die Menschen und die Atmosphäre nach­stel­len. Ich woll­te mit den Leuten der Nouvelle Vague abhän­gen.”
    Richard Linklater

    Credits:

    FR 2025, 105 Min., franz. OmU
    Regie: Richard Linklater
    Kamera: David Chambille
    Schnitt: Catherine Schwartz
    mit: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin, Adrien Rouyard, Antoine Besson, Jodie Ruth Forest

    Trailer:
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  • Jeunes Mères – Junge Mütter

    Jeunes Mères – Junge Mütter

    Ein Film von Jean-Pierre & Luc Dardenne. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ursprünglich gab es nur die Geschichte einer ein­zel­nen jun­gen Frau, die viel zu früh schwan­ger wird. Nach dem Besuch des Mutter-Kind-Heimes in der Nähe ihres Wohnsitzes in Lieges war den Brüdern Dardenne jedoch klar, was sich ändern wird:
    „Wir gin­gen zu die­sem Haus, das ein Heim für min­der­jäh­ri­ge Frauen war. Wir gin­gen mehr­mals hin, um Informationen zu sam­meln. Wir spra­chen viel mit den Betreuerinnen. Es gab kei­ne Männer. Es gab nur Frauen. Es war eine rein weib­li­che Umgebung. Mit der Leiterin, einer Psychologin, ver­brach­ten wir viel Zeit dort. Wir waren fas­zi­niert von dem Lebensgefühl, das wir dort spür­ten, auch wenn es natür­lich auch Probleme gab. Es war kein Paradies. Aber es gab dort die­se Art von Lebenskraft, die uns sowohl ansporn­te als auch anzog. Und dann sag­ten wir zuein­an­der: „Wir müs­sen den Film hier dre­hen.“ Es war die­ses Gefühl, dass das Leben vor­an­schrei­tet, sich unsi­cher wei­ter­ent­wi­ckelt, und die Zerbrechlichkeit davon – das hat uns beflü­gelt.
    Dieser Ort steht in Beziehung zu der Gewalt, aus der all die­se Teenager kom­men – aus häus­li­cher Gewalt, Armut, zer­bro­che­nen Familien, wo die jün­ge­ren Generationen das repro­du­zie­ren, was die älte­ren getan haben. Und die­se Einrichtung schien sich für uns gegen all die­se zykli­sche Fortsetzung anzu­kämp­fen. Dieses Haus ist ein Zufluchtsort, an dem sie sicher sein kön­nen, aber es ist mehr als das: Es ist ein Ort, der Leben ver­än­dert.“ So erwei­ter­te sich der Kreis von einer auf fünf jun­ge Mütter, die mit ihrer neu­en Rolle, ihrer Verantwortung und sehr vie­len Hürden zu kämp­fen haben: Perla, Jessica, Ariane, July und Naïma.

    Fast doku­men­ta­risch beglei­ten wir sie dabei, wie sie ein­an­der Solidarität geben und in ihren Beziehungen zu ihren Partnern und ihren Müttern ent­täuscht und ver­letzt wer­den, Fehler machen und über sich hin­aus wach­sen. Sie kämp­fen auf sehr unter­schied­li­che Weise mit fami­liä­ren Traumata und der Verantwortung, jun­ge Mütter zu sein. Dabei tref­fen sie Entscheidungen, die nicht nur ihr eige­nes Leben, son­dern auch das Leben ihrer Kinder lang­fris­tig beein­flus­sen und prä­gen.
    Jeunes mères – Junge Mütter besticht durch einen Mix aus Freude, Liebe, Trauer und Enttäuschung, aus Nähe, Distanz und weib­li­cher Solidarität.“
    Lea Lünenborg | Filmlöwin

    Credits:

    BE 2025, 105 Min., franz. OmU
    Regie: Jean-Pierre & Luc Dardenne
    Kamera: Benoît Dervaux
    Schnitt: Tristan Meunier
    mit: Babette Verbeek, Elsa Houben, Janaïna Halloy Fokan, Lucie Laruelle, Samia Hilmi

    Trailer:
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  • Wovon sollen wir träumen

    Wovon sollen wir träumen

    Ein Film von Milena Aboyan und Constantin Hatz. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Milena Aboyans Debut Elaha lief vor drei Jahren bei der Berlinale, jetzt hat sie mit dem dama­li­gen Drehbuchautor Constantin Hatz gemein­sam Regie geführt: Wovon sol­len wir träu­men pre­mier­te beim Max-Ophüls-Preis und bekam neben dem Preis der Ökomenischen Jury auch den Publikumspreis „Spielfilm“ zuge­spro­chen. Eher Langzeitbeobachtung als Momentaufnahme, zeigt der Film behut­sam und mit hoher psy­cho­lo­gi­scher Glaubwürdigkeit auf, wie beim Zusammenleben alles mit­ein­an­der zusam­men­hängt und wie Empathie und Nähe mög­lich, aber auch gleich­zei­tig schwie­rig sein kön­nen. Evîn, Laura und Julia tref­fen sich zufäl­lig an einer Lebensmittelausgabestelle für Bedürftige, als die Kurdin Evîn dort von einem Mann ras­sis­tisch belei­digt wird, ihr die Freigängerin Laura zur Hilfe kommt und, als die Situation eska­liert, die Polizei in Person von Julia schlich­ten soll.
    Wir sehen, wie jede ein­zel­ne der drei Frauen mit eige­nen Problemen kämpft. Sichtbar sind dabei die Sorge um das Bleiberecht, der Gefängnisaufenthalt und die häus­li­che Gewalt. Weiter dar­un­ter ver­ber­gen sich aber Traumata, auch sol­che, die von den Eltern an die Kinder wei­ter­ge­ge­ben wur­den.
    Zum Schluss räumt der Film sei­nen Protagonistinnen zwar weni­ger die Möglichkeit einer Befreiung ein, geschwei­ge denn einer Rebellion, schenkt ihnen aber einen ver­söhn­lich-trös­ten­den Ausblick.
    „Noch wei­ter im epi­so­dischen Erzählen geht »Wovon sol­len wir träu­men« von Milena Aboyan und Constantin Hatz, der die Lebenswege drei­er Frauen (und ihrer Beziehungen) so meis­ter­haft ver­bin­det, dass einem unwei­ger­lich ‚Short Cuts‘ von Altman dazu ein­fällt.“ epd-Film

    Credits:

    DE 2025, 108 Min., Dt., Kurd., Engl., mit dt. UT
    Regie: Milena Aboyan, Constantin Hatz 
    Kamera: Rafael Starman
    Schnitt: Elias Ben Engelhardt, Marco Rottig
    mit: Lea van Acken, Luise Aschenbrenner, Bayan Layla, Valerie Tscheplanowa, Louis Nitsche

    Trailer:
    WOVON SOLLEN WIR TRÄUMEN Trailer – ab 19. Februar 2026 im Kino
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  • Blue Moon

    Blue Moon

    Ein Film von Richard Linklater. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sie wis­sen ja, dass es in der Ehe heißt ‚in guten wie in schlech­ten Zeiten‘? Ich glau­be, ich bin in mei­nem Leben jetzt im ‚schlech­ten‘ Teil ange­langt, und das geschah so lei­se, dass ich es nicht ein­mal bemerkt habe.“
    Richard Linklaters Blue Moon erzählt die Geschichte des Songwriters Lorenz Hart, des­sen beruf­li­ches und pri­va­tes Leben wäh­rend der Premierenfeier für das Musical „Oklahoma!“, mit dem sein ehe­ma­li­ger Partner, der Komponist Richard Rodgers, einen gro­ßen Erfolg fei­ert, ins Wanken gerät. Der Film, in dem eine Vielzahl von Schriftsteller*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen, Freund*innen und Protegés auf­tre­ten – eine Parade der Berühmten und derer, die es wer­den wol­len –, schil­dert über 100 Minuten in Echtzeit die Ereignisse in der Bar Sardi’s am Abend des 31. März 1943. Das Ergebnis ist eine Betrachtung über Freundschaft, Kunst und Liebe: Am Ende die­ses Abends wird Hart einer Welt, die sich durch den Krieg unwi­der­ruf­lich ver­än­dert hat, und der schein­ba­ren Unmöglichkeit der Liebe ins Auge gese­hen haben. Mit beein­dru­cken­den Darbietungen von Ethan Hawke als Lorenz Hart, Andrew Scott als Richard Rodgers, Margaret Qualley als Harts Schützling Elizabeth und Bobby Cannavale als Barkeeper, Freund und Vertrauter von Hart sowie Linklaters Talent fürs Komödiantische, gelingt es, die Ereignisse die­ses ein­zig­ar­ti­gen Abends per­fekt einzufangen.

    Eine Hommage an den guten alten Broadway, Abgesang auf jene Zeit in der Entertainmentindustrie, als der Esprit noch mehr zähl­te als der Profit. Ein Narr, wer da nicht an die klas­si­schen und die neu­en Medien von heu­te denkt, an Quoten und Clickbaits. Oder dar­an, dass das Geld zuneh­mend auch in der Politik regiert, gera­de in US-Amerika. (…)
    Linklaters Film erzählt in leich­tem Ton von einem Todgeweihten, einem, dem das Herz gebro­chen wur­de, der aber nicht las­sen kann von sei­ner Passion. Es ist wie mit den Songtexten von Lorenz Hart: Die schöns­ten Zeilen hat er der unglück­li­chen Liebe gewid­met.“ Christiane Peitz | Tsp.

    Credits:

    US/IE 2025, 100 Min., engl. OmU
    Regie: Richard Linklater 
    Kamera: Shane F. Kelly
    Schnitt: Sandra Adair
    mit: Ethan Hawke, Margaret Qualley, Bobby Cannavale, Andrew Scott

    Trailer:
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  • filmPOLSKA reloaded – Flowers Of Ukraine

    filmPOLSKA reloaded – Flowers Of Ukraine

    Kwiaty Ukrainy / Flowers Of Ukraine
    am 25.2. 18:00 im fsk

    [Tickets]

    UKR/PL 2024
    R: Adelina Borets
    70 min, OmeU
    K: Bohdan Rozumnyi & Bogdan Borysenko
    S: Agata Cierniak & Mateusz Wojtyński
    M: DakhaBrakha

    Inmitten von rie­si­gen Beton-Wohnblöcken hat sich die 67-jäh­ri­ge Natalia ein grü­nes Refugium geschaf­fen. Der etwas strup­pi­ge, gelieb­te und gepfleg­te Garten ist nicht nur Nutzfläche, son­dern auch Rückzugsgebiet, Energietankstelle und Ort der Begegnung. Aber auch in Kyiw wird jedes freie Fleckchen bebaut und die Bauunternehmer haben die­ses Filetstück schon lan­ge für ihre Baupläne im Auge. Als sie Bagger anrol­len las­sen, gibt sich das Energiebündel Natalia nicht geschla­gen. Die agi­le Rentnerin orga­ni­siert den Widerstand und kann das kol­lek­ti­ve klei­ne Paradies ret­ten – vorerst.

    Doch bald gibt es Wichtigeres als Unkrautjäten und Gemüseernte. Im März 2022 befin­det sich der Garten plötz­lich im Kriegsgebiet und Natalia muss neue Schwierigkeiten bewäl­ti­gen. Statt zwi­schen Stauden und Bäumen sitzt sie nun immer wie­der im Bunker, Verwandte und Freunde ver­las­sen das Land. Aber mit einer gehö­ri­gen Portion Galgenhumor, Erfindungsgeist und jeder Menge Lebensfreude meis­tert Natalia auch die­se Herausforderung – denn wie die Ukraine ist sie stolz, zäh, ideen­reich und soll­te nie unter­schätzt werden.

    Adelina Borets ist ein stim­mi­ges, warm­her­zi­ges Sozialporträt gelun­gen, das trotz sei­nes erns­ten Themas durch eine hin­rei­ßen­de Protagonistin zum Feel-Good-Movie wird. [Rainer Mende]

     

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

    • vorbei 
    Flowers of Ukraine 2024 | Documentary Trailer