Certain Women

Certain Women

Ein Film von Kel­ly Reichardt. Ab 2.3.2017 im Kino.

[Pres­se­zo­ne]

In ihrem schö­nen neu­en Film ver­knüpft Kel­ly Reichardt (Old Joy, Wen­dy & Lucy, Meek’s Cutoff, Night Moves) lose drei Geschich­ten mit vier Frau­en in Livings­ton, Mon­tana, oder vier Auto­stun­den davon ent­fernt:
Lau­ra ist Anwäl­tin, die einen ver­zwei­fel­ten Kli­en­ten davon über­zeu­gen will, dass eine Arbeits­rechts­kla­ge erfolg­los sein wird. Gina und ihr Mann Ryan begin­nen mit­ten im Wald mit dem Bau eines eige­nen Hau­ses und möch­ten dafür dem alten Nach­barn die Natur­stei­ne abluch­sen, und haben eine schwer puber­tie­ren­de Toch­ter im Gepäck. Die jun­ge Pfer­de­pfle­ge­rin Jamie ver­liebt sich in Beth, die ihr Jura­stu­di­um gera­de abge­schlos­sen hat und als ers­ten Job Abend­schul­un­ter­richt auf dem Land gibt.
Der Film, basie­rend auf Kurz­ge­schich­ten der Schrift­stel­le­rin Mai­le Meloy, ver­wei­gert sich der Zuschrei­bung von übli­chen Frauen-Filmfigur-Klischees (von der„starken Frau“ bis zum „Opfer“). Er gewinnt dadurch rea­lis­ti­sche, nach­voll­zieh­ba­re Cha­rak­te­re, die sich mit all­täg­li­chen Pro­ble­men her­um­schla­gen – Aner­ken­nung als Kom­pe­tenz, Ver­ständ­nis ohne Gön­ner­haf­tig­keit, Ein­sam­keit und (herz­ze­rei­ßen­de) Sehn­sucht. Mit aller Ruhe und beson­de­rer Auf­merk­sam­keit fürs Sub­ti­le und für Zwi­schen­tö­ne ermög­licht Cer­tain Women ein wun­der­bar ange­neh­mes, gelas­se­nes Schau­en, das es natür­li­ch in sich hat: gera­de das schein­bar Neben­säch­li­che, die all­täg­li­chen Klei­nig­kei­ten prä­gen hier Bezie­hun­gen und Ver­hält­nis­se, nicht gro­ße Ereig­nis­se.

»Die wun­der­ba­re Lau­ra Dern, die sub­ti­le Michel­le Wil­liams, die stil­le Kris­ten Ste­wart und die viel­leicht berüh­rends­te unter ihnen, die eigen­sin­ni­ge Lily Glads­to­ne, machen Cer­tain Women zu einem her­aus­ra­gen­den­Ki­no­er­eig­nis. … Erneut erweist sich Reichardt als Meis­te­rin, Inhal­te über Bil­der zu trans­por­tie­ren, die ohne red­un­dan­te Dia­lo­ge, ohne umständ­li­che Erklä­run­gen aus­kom­men, und aus einer puren visu­el­len Kraft geschöpft sind.« Vien­na­le

USA 2016, 105 Min., engl. OmU
Regie, Buch, Schnitt: Kel­ly Reichardt
Kame­ra: Chris­to­pher Blau­velt
mit Lau­ra Dern, Michel­le Wil­liams, Kris­ten Ste­ward, Lily Glads­to­ne, James LeGros u.a.

Hier der ame­ri­ka­ni­sche Trai­ler: