Kategorie: archiv

  • Black Dog

    Black Dog

    Ein Film von Guan Hu.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Geschichte der lang­sa­men Annäherung zwi­schen zwei Außenseitern, dem eigen­wil­li­gen Lang und einem schwar­zen Hund, wur­de in Cannes die­ses Jahr mit dem Hauptpreis in der Sektion „Un cer­tain regard“ aus­ge­zeich­net. Xin, der Hund, bekam zudem die begehr­te „Dog-Palm“.
    Lang saß vie­le Jahre im Gefängnis, jetzt kehrt er in sei­nen Heimatort am Rande der Wüster Gobi zurück. Wir wer­den den Einzelgänger aller­dings noch als völ­lig ver­schie­den ken­nen­ler­nen von dem, was die eige­nen Vorurteile uns dik­tie­ren.
    Die Umgebung, in die er zurück­kehrt, ist schwer von Umgestaltung betrof­fen, denn die bedeu­tet fast immer Abriss. Zwar fin­det die Olympiade – der Film spielt 2008 – woan­ders statt, aber auch in den nicht nur im räum­li­chen Sinn fer­nen glit­zern­den Großstädte muss jetzt „auf­ge­räumt“ wer­den. Betroffen davon sind auch die vie­len streu­nen­den Hunde. Ein Tier mit beson­ders schwar­zem Fell ent­wischt den Fängern immer wie­der, da wird ihm die Tollwut ange­dich­tet und ein Preis für ihn aus­ge­setzt. Lang fühlt sich dem wider­spens­ti­gen Wesen ver­wandt und nimmt es, nicht ohne Blessuren zu erlei­den, zu sich. Beide müs­sen nun schau­en, wie es für sie wei­ter­ge­hen kann.
    Regisseur Guan Hu zähl­te zusam­men mit u.a. Zhang Yuan, Wang Xiaoshuai, He Jianjun, Jia Zhang-Ke und Yu Le zur soge­nann­ten 6. Generation chi­ne­si­scher Filmemacher*innen, die es sich erlaub­ten, in ihren Filmen auch mit poli­ti­schem Blick das Alltagsleben unge­schönt dar­zu­stel­len. Nach meh­re­ren Großprojekten scheint Black Dog – Weggefährten sein Schritt zurück zu den Anfängen zu sein.
    „Auch Black Dog setzt zwar durch­aus hier und da klei­ne Spitzen gegen die offi­zi­el­le Fortschrittsrhetorik Chinas, ist aber ins­ge­samt kein sub­ver­si­ver Film. Indem er das Leid und das Freiheitsbedürfnis der Menschen auf das Leid und das Freiheitsbedürfnis der Tiere über­trägt, wird bei­des erträg­li­cher und uni­ver­sel­ler. Traurige Hundeaugen bli­cken über­all auf der Welt gleich. Später tau­chen außer­dem noch ande­re Tiere auf, Tiger und Schlangen, sowie eine Bauchtänzerin, die ein Auge auf Lang wirft und dem ansons­ten ziem­lich männ­lich domi­nier­ten Film durch­aus gut­tut. Wie man über­haupt Black Dog sei­ne rühr­se­li­ge Schlagseite kei­nes­wegs zum Vorwurf machen muss. Das Kino hat nicht die Pflicht, immer gleich das Regime stür­zen zu wol­len. Manchmal genügt es voll­auf, eine her­zens­war­me – und wirk­lich wun­der­schön foto­gra­fier­te – Ballade von einem Mann und einem Hund zu erzäh­len.“ Lukas Foerster | Die Presse

    Cannes 2024 – Un Certain Regard Preis

    Credits:

    CN 2024, 110 Min., Mandarin OmU
    Regie: Guan Hu
    Kamera: Gao Weizhe
    mit
    Eddie Peng, Zhangke Jia, Jing Liang

    Trailer:
    BLACK DOGWEGGEFÄHRTEN | offi­zi­el­ler Trailer mit Dt. Untertiteln | ab 12. Dezember im Kino
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    A film by Guan Hu. In Mandarin with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    On the edge of the Gobi desert in Northwest China, Lang returns to his home­town after being released from jail. While working for the local dog pat­rol team to clear the town of stray dogs befo­re the Olympic Games, he strikes up an unli­kely con­nec­tion with a black dog. These two lonely souls now embark on a new jour­ney together.

    Credits:

    GOU ZHEN
    CN 2024, 110 Min., Mandarin OmU
    Regie: Guan Hu
    Kamera: Gao Weizhe
    mit
    Eddie Peng, Zhangke Jia, Jing Liang

    Trailer:
    BLACK DOGWEGGEFÄHRTEN | offi­zi­el­ler Trailer mit Dt. Untertiteln | ab 12. Dezember im Kino
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  • The Outrun

    The Outrun

    Ein Film von Nora Fingscheidt 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach mehr als zehn Jahren kehrt Rona in ihre Heimat auf den ent­le­ge­nen Orkneyinseln zurück. Während sie die ein­zig­ar­ti­ge, raue Landschaft, in der sie auf­ge­wach­sen ist, wie­der­ent­deckt, ver­mi­schen sich ihre Kindheitserinnerungen mit sol­chen aus der letz­ten, von Sucht gepräg­ten Zeit. Ihr dama­li­ger Aufbruch in die Stadt und die fol­gen­den aus­schwei­fen­den Jahre in London mün­de­ten in einem schmerz­haf­ten Absturz. Doch nach und nach wird die Begegnung mit den ver­wun­sche­nen, wind­ge­peitsch­ten Küsten der Inseln zu einer Chance auf ein neu­es Leben.
    Nora Fingscheidts Adaption von Amy Liptrots auto­bio­gra­fi­schem Bestseller blickt in erschüt­tern­den Rückblenden auf die Abwärtsspirale, die Rona in London durch­lebt, und auf ihre Zeit in einem stren­gen Entzugsprogramm. Im Zentrum des Films steht jedoch ihre Befreiung von per­sön­li­chen Dämonen durch die Verbindung mit der Natur der Heimat ihrer Kindheit.
    „Gerade durch die Verweigerung ein­fa­cher Antworten und die kon­se­quen­te Konzentration auf die Alltäglichkeit des Kampfes sei­ner Protagonistin ent­wi­ckelt The Outrun eine stil­le, aber nach­drück­li­che Kraft. Besonders in den intro­spek­ti­ven Momenten gelingt es Saoirse Ronan, ihrer Figur eine beein­dru­cken­de Menschlichkeit zu ver­lei­hen. Die Hoffnung, die ihre Rona am Ende emp­fin­det, mag klein sein – aber sie ist echt. Und genau dar­in liegt die Stärke die­ses ein­dring­li­chen Porträts eines Heilungsprozesses.“ Arabella Wintermayr | taz

    Credits:

    GB/DE 2024, 117 Min., engl. OmU
    Regie: Nora Fingscheidt
    Kamera: Yunus Roy Imer
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit Saoirse Ronan, Paapa Essiedu, Stephen Dillane, Saskia Reeves, Nabil Elouahabi, Izuka Hoyle, Lauren Lyle 

    Trailer:
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    A film by Nora Fingscheidt. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    After an absence of more than ten years, Rona returns to her home on the remo­te Orkney Islands in Scotland. As she redis­co­vers the uni­que, wild land­scape in which she grew up, her child­hood memo­ries ming­le with tho­se from her more recent times as an addict. Her depar­tu­re for the city and sub­se­quent dis­so­lu­te years in London resul­ted in a pain­ful fall. But litt­le by litt­le, her encoun­ter with the enchan­ted, wind-bat­te­red coasts of the islands beco­mes a chan­ce for a new life.
    Nora Fingscheidt’s adapt­a­ti­on of Amy Liptot’s auto­bio­gra­phi­cal best­sel­ler uses har­ro­wing flash­backs to depict Rona’s down­ward spi­ral in London and her time in a strict rehab pro­gram­me. However, the focus of the film is on her libe­ra­ti­on from per­so­nal demons through a con­nec­tion with the natu­re of her child­hood home.

    Credits:

    GB/DE 2024, 117 Min., engl. OmU
    Regie: Nora Fingscheidt
    Kamera: Yunus Roy Imer
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit Saoirse Ronan, Paapa Essiedu, Stephen Dillane, Saskia Reeves, Nabil Elouahabi, Izuka Hoyle, Lauren Lyle 

    Trailer:
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  • Togoland Projektionen

    Togoland Projektionen

    Ein Film von Jürgen Ellinghaus.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Anfang des letz­ten Jahrhunderts ent­ste­hen in Togo, des dama­li­gen deut­schen Übersee-Imperiums namens Togoland, Abenteuer‑, Dokumentar- und soge­nann­te Kulturfilme, die in Deutschland gro­ßen Erfolg haben und wesent­lich zum Afrikabild hier bei­tra­gen. Im Ursprungsland aber hat nie­mand sie je zu Gesicht bekom­men, oder von ihrer Existenz gewusst. Gedreht wur­den sie von Hans Schomburgk, der als Großwildjäger, Tierfänger, Expeditionsleiter, Kartograf, Schriftsteller, Filmproduzent und Regisseur immer wie­der nach Afrika reis­te, und nach dem 2. Weltkrieg als Autor und mit Vorträgen sein Geld ver­dien­te.
    Über 100 Jahre spä­ter begibt sich Regisseur Jürgen Ellinghaus mit einem mobi­len Kino und anhand der Reiseberichte der Schauspielerin Meg Gehrts zu den Original-Drehorten. Was den­ken die Menschen dort über die Bilder ihrer Vorfahren? Zusammen mit den togo­le­si­schen Zuschauer:innen ergrün­det Ellinghaus den his­to­ri­schen Kontext der Filmbilder, die Realität und die Auswirkungen des Kolonialismus. Was zei­gen die Filme, was ver­schwei­gen sie über „Togoland“, das sei­ner­zeit als „Musterkolonie“ des Deutschen Reiches geprie­sen wurde?

    Credits:

    DE 2023, 96 Min., div. OmU
    Regie: Jürgen Ellinghaus
    Kamera: Rémi Jennequin
    Schnitt: Nina Khada 

    Trailer:
    Togoland Projektionen (Trailer HD deutsch)
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    A film by Jürgen Ellinghaus.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Following in the foot­s­teps of the Hamburg film direc­tor Hans Schomburgk who tra­vel­led through the German colo­ny of Togo from Lomé to the north with his com­pa­n­ion and actress Meg Gehrts in 1913, Jürgen Ellinghaus screens the foo­ta­ge shot then at its loca­ti­ons in modern-day Togo. Schomburgk’s affir­ma­ti­ve images show slave labour, humi­lia­ti­on and the arro­gan­ce of the colo­ni­al power. The mate­ri­al is con­tras­ted by Gehrts’ roman­ti­cis­ing dia­ry ent­ries and other colo­ni­al reports which often testi­fy to a hor­ri­fy­ing coldness.

    The scree­nings of this mate­ri­al, which has never been shown in Togo befo­re, prompt the audi­en­ces to reflect on tra­di­ti­on, ste­reo­ty­pes, the “white gaze.” In the vil­la­ges, the colo­ni­al images con­ju­re up memo­ries of han­ded down sto­ries. In the metro­po­lis of Lomé, young film enthu­si­asts deplo­re that the­se images were kept from them until today and dis­cuss in which con­texts they should be scree­ned. But “Togoland Projections” not only shows how much the­se pain­ful docu­ments and texts are nee­ded in con­tem­po­ra­ry Togo, becau­se they are part of the country’s histo­ry. The film also demons­tra­tes that they are nee­ded in Germany so we can take respon­si­bi­li­ty for our sup­pres­sed histo­ry and face our own racism – past and pre­sent.
    Christoph Terhechte

    Credits:

    DE 2023, 96 Min., div. OmU
    Regie: Jürgen Ellinghaus
    Kamera: Rémi Jennequin
    Schnitt: Nina Khada 

    Trailer:
    Togoland Projektionen (Trailer HD deutsch)
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  • Johatsu – Die sich in Luft auflösen

    Johatsu – Die sich in Luft auflösen

    Ein Film von Andreas Hartmann, Arata Mori. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Night Moving Company – was kann man sich dar­un­ter vor­stel­len?
    Jedes jahr wer­den in Japan ca. 80.000 Menschen als ver­misst gemel­det. Viele tau­chen wie­der auf, aber Tausende blei­ben ver­schwun­den. Sie wer­den „Johatsu“ genannt, die „ver­duns­ten, sich in Luft auf­lö­sen“. Ihre Gründe kön­nen eine gewalt­tä­ti­ge Umgebung, Verwicklung in kri­mi­nel­le Machenschaften oder Scham wegen ver­meint­li­chem Versagen sein. Nicht weni­ge davon davon haben sicher die Dienste einer „Night Moving Company“ in Anspruch genom­men, die bei der Flucht, der neu­en Identität, dem neu­en Ort, viel­leicht auch beim Job hilft und mora­li­sche Unterstützung gibt. Saita ist die Chefin eines sol­chen – weit­ge­hend legal agie­ren­den – Unternehmens. Sie gibt Auskunft über ihre Aufgabe, und der Film geht den Schicksalen eini­ger ihrer Kund:innen nach. Eine Mutter wie­der­um lässt seit Jahren ihren ver­schwun­de­nen Sohn suchen, und der beauf­trag­te Detektiv berich­tet auch von den Schwierigkeiten sei­ner Arbeit.
    „Die bei­den Dokumentarfilmer, Andreas Hartmann und Arata Mori, kom­men die­sen Menschen durch behut­sa­me Fragen und gedul­di­ge, aber inti­me Kameraarbeit (Andreas Hart­mann) sehr nahe. Und durch die­se Nähe erfährt der Zuschauer eben auch haut­nah, wel­che Verletzungen Menschen davon­tra­gen, die sich den Prinzipien einer Gesellschaft unterwer­fen, in der das Scheitern als unaus­lösch­li­che Schande begrif­fen wird. … Der Film stimmt nach­denk­lich, er wirkt beun­ru­hi­gend. Die japa­ni­sche Gesellschaft, die der Film zeigt, ist unse­ren euro­päi­schen Lebensmodellen mitt­ler­wei­le zu nahe­ge­kom­men, als dass man die­sen kommerziali­sierten Identitätsverlust als exo­tisch abtun könn­te.“ Gabi Sikorski | programmkino.de

    Credits:

    DE/JP 2024, 86 Min., japan. OmU
    Regie: Andreas Hartmann, Arata Mori

    Kamera: Andreas Hartmann
    Schnitt: Kai Eiermann (BFS)

    Trailer:
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    A film by Andreas Hartmann, Arata Mori. In Japanese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Japanese night moving com­pa­nies spe­cia­li­se in the art of dis­ap­pearance and help tho­se who need or want to lea­ve their for­mer lives behind. On their night­ly mis­si­ons they dis­crete­ly and effi­ci­ent­ly orchest­ra­te people’s tran­si­ti­on to a new exis­tence. In the pro­cess, they often skirt the boun­da­ries of lega­li­ty due to the diver­se moti­va­tions behind the dis­ap­pearan­ces. Eva Weinmann

    Credits:

    DE/JP 2024, 86 Min., japan. OmU
    Regie: Andreas Hartmann, Arata Mori

    Kamera: Andreas Hartmann
    Schnitt: Kai Eiermann (BFS)

    Trailer:
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  • Shambhala

    Shambhala

    Ein Film von Min Bahadur Bham.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Pema, eine jun­ge Frau aus der obe­ren Himlaya-Region Nepals, hei­ra­tet. Zu erst ein­mal Tashi, aber zugleich wer­den der Tradition nach sei­ne bei­den Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner.
    Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine län­ge­re Handelsreise, Karma kehr­te zurück ins Kloster, nur der vor­lau­te Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwan­ger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, son­dern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den ande­ren Männern zurück­kehrt, befürch­tet Pema, er habe auch davon gehört und blie­be des­halb in den Bergen. Um ihn zu fin­den, begibt sie sich auf eine beschwer­li­che, aber gleich­sam erkennt­nis­rei­che Reise in über­wäl­ti­gen­der Landschaft.
    „Der Film lebt von sei­nen beein­dru­cken­den, zum Teil sen­sa­tio­nell präch­ti­gen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spie­len­den Szenen meis­tern. Bham ist ein sehr sorg­fäl­ti­ger Beobachter und bedäch­ti­ger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zei­gen sich in klei­nen Gesten; die Story ent­wi­ckelt sich anhand all­täg­li­cher Handlungen und Begebenheiten.
    Bham [ver­zich­tet] auf jede dra­ma­ti­sche Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei gepräg­ten Strom fil­mi­scher Erzeugnisse her­aus­ra­gen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und sei­ne inne­re Geruhsamkeit ein­zu­las­sen. Außerdem soll­te man im Hinterkopf behal­ten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vor­wie­gend an Menschen ver­ge­ben wird, die als Wiedergeburt eines frü­he­ren Meisters aner­kannt wer­den. Erst dann ver­steht man näm­lich, was Karma wäh­rend der Reise zu Pema sagt: dass näm­lich die Frage nach der bio­lo­gi­schen Vaterschaft belang­los sei, weil sich das wah­re Wunder des Lebens erst mit der Geburt offen­ba­re. Das wird zum eigent­li­chen Schlüssel die­ses wun­der­schö­nen Films, der weni­ger über weib­li­che Emanzipation als viel­mehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.”
    Irene Genhart | Filmdienst.

    Credits:

    NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min.,
    Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Min Bahadur Bham
    Kamera: Aziz Zhambakiyev
    Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha
    mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama 

    Trailer:
    SHAMBHALA l OmU Trailer
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    A film by Min Bahadur Bham. In Tibetian and Nepali with German and English subtitles

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In the heart of the Nepalese Himalayas, the spi­ri­ted Pema embraces a poly­and­rous mar­ria­ge with Tashi and his two youn­ger brot­hers. They initi­al­ly lead a har­mo­nious life, but when Tashi fails to return from a tra­ding trip to Lhasa, the legi­ti­ma­cy of Pema’s unborn child is ques­tio­ned by her com­mu­ni­ty. Determined to pro­ve her love and puri­ty, she embarks on a quest to find Tashi. Accompanied by her brot­her-in-law, her now de fac­to spou­se Karma, she goes into the wil­der­ness. Karma is a monk. After initi­al­ly resis­ting giving up his monastic life, he gra­du­al­ly comes to app­re­cia­te the simp­le exis­tence of a secu­lar life. However, urgent duties call him back to the monas­tery and Pema is left alo­ne. As she navi­ga­tes the harsh Himalayan ter­rain, her quest tran­s­cends the search for her miss­ing hus­band. Pema beco­mes incre­asing­ly immer­sed in a spi­ri­tu­al search for mea­ning in which every step brings her clo­ser to self-dis­co­very and liberation.

    Credits:

    NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min.,
    Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Min Bahadur Bham
    Kamera: Aziz Zhambakiyev
    Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha
    mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama 

    Trailer:
    SHAMBHALA l OmU Trailer
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  • Das Imperium

    Das Imperium

    Ein Film von Bruno Dumont. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Disneys STAR WARS trifft TWIN PEAKS trifft fran­zö­si­sche Coming-of-Age-Sommerkömodie: Keinen Deut weni­ger skur­ril und schwer loka­li­sier­bar ist die Weggabelung, an der Bruno Dumonts DAS IMPERIUM (L’EMPIRE) sitzt und auf Godot war­tet. In sei­ner Weird Wave-haf­ten Satire kämpft Gut gegen Böse unter Einsatz von Lichtschwertern, mora­lisch aber unter­schei­det sie nichts. Es wird elek­trisch ver­zerrt rück­wärts gespro­chen und höl­zern zu Jazzklängen getanzt, aber ob dem eine außer­ir­di­sche Kultur oder purer Surrealismus zugrun­de liegt, bleibt offen. Junge Menschen fal­len auf Fischerbooten über­ein­an­der her, aber von Liebe kei­ne Spur. L’EMPIRE fühlt sich wohl im No Man’s Land der Transgression.

    So sieht es dort aus: In einem nord­fran­zö­si­schen Dorf gibt es zwei Geheimgesellschaften außer­ir­di­schen Ursprungs, die mensch­li­che Körper bevöl­kern. Die „Einsen“ woh­nen in flie­gen­den goti­schen Kathedralen und wol­len das Gute im Menschen ver­meh­ren. Das Mutterschiff der „Nullen“ ist eine flug­zeug­trä­ger­ar­ti­ge Kopie des Schloss Versailles, Ziel: Die Weltherrschaft. Es ent­brennt ein krie­ge­ri­scher Streit um Freddy, den Sohn eines Fischers, mytho­lo­gisch der Thronfolger eines dunk­len Königreichs.

    Dumonts Film, der im Wettbewerb der 74. Berlinale lief, ver­schränkt und ver­quirlt auch ästhe­tisch Gegensätze: som­mer­lich-über­be­lich­te­ten Realismus und opu­len­te CGI-Designs. Die Science-Ficition-Elemente sind dabei nicht nur hoch­krea­tiv, son­dern sehen auch in jedem Detail nach Triple‑A aus. Sie allei­ne dürf­ten Millionen gekos­tet haben. Wer aber dem­ge­mäß drei Akte, klar gezeich­ne­te Identifikationsfiguren oder auch nur kohä­ren­te Anschlussszenen erwar­tet, wird bei IMPERIUM ent­täuscht in einem nichts­sa­gen­den Steinbruch an der Opalküste allein gelas­sen. Der Film dürf­te an eben die­ser Stelle hof­när­ri­sche Freude haben.

    Christopher Suss | indiekino

    Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären — Preis der Jury auf der Berlinale 2024

    Credits:

    L’Empire
    FR/ DE/ IT/ BE/ PT 2024, 110 Min. fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Bruno Dumont
    Kamera: David Chambille
    Schnitt: Desideria Rayner, Bruno Dumont
    mit: Camille Cottin, Lyna Khoudri, Fabrice Luchini, Anamaria Vartolomei, Bernard Pruvost

    Trailer:
    DAS IMPERIUM | Trailer | Film von Bruno Dumont (2024) [OmU DE] ᴴᴰ
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    A film by Bruno Dumont. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The Opal Coast, nor­t­hern France. In a quiet and pic­tures­que fishing vil­la­ge, some­thing final­ly hap­pens: a spe­cial baby is born. A child so uni­que and pecu­li­ar that it unleas­hes a secret war bet­ween extra­ter­restri­al forces of good and evil.

    Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären — Preis der Jury auf der Berlinale 2024

    Credits:

    L’Empire
    FR/ DE/ IT/ BE/ PT 2024, 110 Min. fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Bruno Dumont
    Kamera: David Chambille
    Schnitt: Desideria Rayner, Bruno Dumont
    mit: Camille Cottin, Lyna Khoudri, Fabrice Luchini, Anamaria Vartolomei, Bernard Pruvost

    Trailer:
    DAS IMPERIUM | Trailer | Film von Bruno Dumont (2024) [OmU DE] ᴴᴰ
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  • Motel Destino

    Motel Destino

    Ein Film von Karim Aïnouz.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In grel­len Neonfarben strahlt das abge­le­gen an der nord­bra­si­lia­ni­schen Küste gele­ge­ne Stundenhotel Motel Destino unter der gren­zen­lo­sen Weite des leuch­tend blau­en Himmels. Hier stran­det der jun­ge Heraldo nach einem miss­glück­ten Raubüberfall, auf der Flucht vor der Polizei und sei­nen eige­nen Komplizen. Der undurch­sich­ti­ge Betreiber Elias und sei­ne Frau Dayana stel­len nicht viel Fragen: Für Elias kommt Heraldo als bil­li­ge, ganz ans Motel gefes­sel­te Arbeitskraft gele­gen, und Dayana, zuneh­mend frus­triert von der Enge ihres Lebens, ist fas­zi­niert von dem selt­sam nai­ven jun­gen Mann. Ein gefähr­li­ches Spiel beginnt, ein Tanz der Macht, des Begehrens, der Loyalitäten, der Liebe, ein Kräftemessen, in dem der Wunsch nach Freiheit immer drän­gen­der wird.

    Motel Destino“ ist ein Tropical Noir vol­ler Licht, Farben und Körper, Sehnsucht, Gewalt, Begehren und Zärtlichkeit, mit den groß­ar­ti­gen Igor Xavier, Nataly Rocha und Fabio Assunção in den Hauptrollen, wun­der­bar gefilmt von Kamerafrau Hélène Louvart und mon­tiert von Nelly Quettier. Alles, was hier pas­siert, drückt sich in und durch die Körper aus, die Gewalt in einer nach den Jahren der Bolsonaro-Regierung zer­rüt­te­ten Gesellschaft, die Sehnsucht nach einem eige­nen Leben, das Begehren und Aufbegehren einer Jugend, die ver­zwei­felt ver­sucht, das Schicksal in die eige­nen Hände zu nehmen.

    Credits:

    BR/DE/FR 2024, 115 Min., por­tu­gie­si­sche OmU
    Regie: Karim Aïnouz
    Kamera: Hélène Louvart
    Schnitt: Nelly Quettier
    mit: Fábio Assunção, Nataly Rocha, Iago Xavier

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    A film by Karim Aïnouz. In Portugese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The neon-hued Motel Destino is a roadsi­de sex hotel under the bur­ning blue ski­es of the coast of Northern Brazil, run by the boo­rish Elias and his frus­tra­ted, beau­tiful wife Dayana. When 21 year-old Heraldo finds hims­elf at the motel, after mes­sing up a hit and going on the run from both the poli­ce and the gang he let down, Dayana finds hers­elf intrigued and lets him stay. As the two navi­ga­te a dance of power, desi­re and libe­ra­ti­on, a dan­ge­rous plan for free­dom emer­ges. In this tro­pi­cal noir, loyal­ties and desi­res intert­wi­ne, reve­al­ing that desti­ny has its own enig­ma­tic design.

    Credits:

    BR/DE/FR 2024, 115 Min., Portugiesisch OmU
    Regie: Karim Aïnouz
    Kamera: Hélène Louvart
    Schnitt: Nelly Quettier
    mit: Fábio Assunção, Nataly Rocha, Iago Xavier

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  • Die Katzen vom Gokogu-Schrein

    Die Katzen vom Gokogu-Schrein

    Ein Film von Kazuhiro Soda.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In die­sem Film geht es um Katzen, vie­le Katzen – in allen Größen und Altersstufen, von jung bis alt, gesund oder krank, ob Winter- oder Sommerkatzen.  Sie leben in der Umge­bung des klei­nen, alten Shinto-Schreins Gokogu, gele­gen in Ushimado, einer Hafenstadt an der Inland-See. Es ist ein Paradies für kat­zen­lie­ben­de Einwohner und Besucher. Gokogu sieht ober­fläch­lich betrach­tet fried­lich aus, ist aber auch das Epizentrum eines heik­len Themas, das die ört­li­che Gemeinschaft spaltet.

    Deshalb geht auch um Menschen. Diejenigen, die die Katzen besu­chen, lie­ben und füt­tern, und ihnen Namen geben wie Chao, Gari, Hyaena, Koto, Chubu oder Chibi. Und die hin und wie­der auch neue Katzen mit­brin­gen und sie aus­set­zen. Gleichzeitig kom­men auch die zu Wort, die es stört, dass ihre Vorgärten oder die Pflanzen rund um den Schrein als gro­ßes Katzenklo genutzt wer­den und die Katzenliebhaber:innen ihren Müll hinterlassen.

    Kazuhiro Sōda fängt in sei­nem zehn­ten „beob­ach­ten­den Film“ das Leben rund um den Schrein ein, und gewährt einen per­sön­li­chen und ein­fühl­sa­men Blick auf die tra­di­tio­nel­le Gemeinschaft des Ortes.

    »Durch die Zeit und die Elemente, aber vor allem durch die Menschen, die ihn bewoh­nen, wird der Geist eines Ortes vor unse­ren Augen leben­dig. Und der Filmemacher schlägt uns durch sei­ne auf­merk­sa­me Haltung eine ande­re Art des Sehens vor – und damit auch eine ande­re Art, in der Welt zu sein.« (Alexandre Fontaine Rousseau | Panorama Cinema)

    Die Katzen in Ushimado sind aus­nahms­los süß – aber viel zu vie­le. Kazuhiro Sodas Dokumentarfilm zeigt hand­fes­te bio­po­li­ti­sche Maßnahmen und vor­bild­li­ches com­mu­ni­ty buil­ding – mit viel Witz, gutem Auge und Gespür für klei­ne und gro­ße Gesten.“ Leonard Krähmer

    Credits:

    Gokogu no Neko
    JP 2024, 119 Min., japa­ni­sche OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Kazuhiro Soda 

    Trailer:
    The Cats of Gokogu Shrine Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln

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    A film by Kazuhiro Soda. In Japanese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Steep steps lead up to the Gokogu Shinto shri­ne in Ushimado. The local child­ren play on them and the older resi­dents attend to their upkeep, even plan­ting mint on eit­her side. Kazuhiro Soda pres­ents the­se steps as a site of tran­si­ti­on that also forms a key ele­ment of this tiny set-up. For this ele­va­ted shri­ne isn’t just some­whe­re to visit for spi­ri­tu­al pur­po­ses – Ushimado’s feline com­mu­ni­ty has also set up home here, an occa­sio­nal­ly dyna­mic coll­ec­ti­ve con­sis­ting of cats aban­do­ned by their owners and their sub­se­quent off­spring. They need to be cared for, even as their popu­la­ti­on must be kept in check. Kazuhiro Soda’s docu­men­ta­ries – many of them which have alre­a­dy scree­ned at the Forum – always fol­low his own set of rules and show the see­mingly inno­cuous, yet still weigh­ty requi­re­ments of co-exis­tence. Slowly, yet per­sis­t­ent­ly, The Cats of Gokogu Shrine expands his gaze; the focus on details, ever­y­day ten­der­nes­ses and disci­pli­ne gives this chro­nic­le of a year a dimen­si­on that is at once down-to-earth and uni­ver­sal. And the pre­sence of Kazuhiro Soda hims­elf, who has lived in Ushimado for seve­ral years, can also be expe­ri­en­ced first-hand in a res­trai­ned, honest manner.

    Gokogu no Neko
    Credits:

    Gokogu no Neko
    JP 2024, 119 Min., japa­ni­sche OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Kazuhiro Soda 

    Trailer:
    The Cats of Gokogu Shrine Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln

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  • The room next door

    The room next door

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

    THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

    Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

    THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

    Hendrike Bake | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

    Trailer:
    THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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    A film by Pedro Almodóvar. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ingrid and Martha were clo­se fri­ends in their youth, when they work­ed tog­e­ther at the same maga­zi­ne. Ingrid went on to beco­me an auto­fic­tion nove­list while Martha beca­me a war repor­ter. Eventually, they were sepa­ra­ted by the cir­cum­s­tances of life. After years of being out of touch, they meet again in an extre­me but stran­ge­ly sweet situation.

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

    Trailer:
    THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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  • The Beast

    The Beast

    Ein Film von Bertrand Bonello.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Schon ein­mal haben die Emotionen in den Untergang geführt; daher „rei­nigt“ die herr­schen­de KI die ihr die­nen­den Menschen. Gelassenheit soll wal­ten! Im Zuge der Prozedur erin­nert Gabrielle ihre vor­ma­li­gen Leben – 1910, 2014, 2044 –, vor allem aber: ihre gro­ße Liebe zu Louis, die sie nie wag­te sich zuzu­ge­ste­hen. Kühl und ele­gant setzt Bonello sein epo­chen­que­ren­des, dabei das Unheimliche wie das Horrible strei­fen­de Science-Fiction-Melodram in Szene. Während Seydoux und MacKay, ein­ge­denk des Menschlichen und der Zärtlichkeit, derer es fähig ist, die inkri­mi­nier­ten Gefühlswesen in ihr Recht set­zen. Und die Frage auf­wer­fen, wer hier eigent­lich die Bestie ist? (Alexandra Seitz)

    Credits:


    FR/CA 2023, 146 Min., engl./frz. OmU
    Regie: Bertrand Bonello

    Kamera: Josée Deshaies
    Schnitt: Anita Roth
    mit: Léa Seydoux, George MacKay, Guslagie Malanda, Dasha Nekrasova, Martin Scali, Elina Löwensohn

    Trailer:
    The Beast (offi­zi­el­ler Trailer) – mit Léa Seydoux & George MacKay
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    A film by Bertrand Bonello. In English and French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The Beast, Bertrand Bonello’s asto­nis­hing sci-fi dra­ma, is a thril­ling jour­ney of the mind staged with visio­na­ry élan. Loosely adap­ting the Henry James novel­la The Beast in the Jungle (1903), Bonello tells the ill-fated sto­ry of Gabrielle (Léa Seydoux) and Louis (George MacKay), which is recon­fi­gu­red over three points in time and space: Paris in 2044, in Los Angeles in 2014 and Paris once again in 1910. A dark cloud looms over the heroine’s trou­bled soul from the out­set. In a near-future world domi­na­ted by AI whe­re pro­duc­ti­vi­ty is ever­y­thing, she is rest­less, emo­tio­nal and thus sub-opti­mal. Cleansing her “DNA” offers an appa­rent solu­ti­on, wher­eby she is trans­por­ted through a time por­tal whe­re she expe­ri­en­ces frag­ments of her past lives, which are dele­ted from her mind in the pro­cess. Gabrielle first meets Louis in 1910, who cap­tures her heart and spi­rit, as a powerful bond is for­ged, full of melan­cho­ly and eter­nal lon­ging. A poignant quest for deeper con­nec­tion, LA BÊTE fol­lows two lovers who will never live out their mutu­al attrac­tion. As we move with them from one epoch to the next, like in a hall of bro­ken mir­rors whe­re memo­ry and fee­lings mer­ge into exci­ting but pain­ful expe­ri­en­ces, we rea­li­ze that ever­y­thing human is doo­med to vanish. (Maria Giovanna Vagenas)

    Credits:


    FR/CA 2023, 146 Min., engl./frz. OmU
    Regie: Bertrand Bonello

    Kamera: Josée Deshaies
    Schnitt: Anita Roth
    mit: Léa Seydoux, George MacKay, Guslagie Malanda, Dasha Nekrasova, Martin Scali, Elina Löwensohn

    Trailer:
    The Beast (offi­zi­el­ler Trailer) – mit Léa Seydoux & George MacKay
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