The room next door

Ein Film von Pedro Almodóvar.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

Hendrike Bake | indiekino

Credits:

DE 2023, 90 Min., engl. OmU
Regie: Pedro Almodóvar
Kamera: Eduard Grau
Schnitt: Teresa Font
mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

Trailer:
THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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Archiv: Termine

  • The room next door

    The room next door

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

    THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

    Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

    THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

    Hendrike Bake | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

    Trailer:
    THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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  • Frau aus Freiheit

    Frau aus Freiheit

    Ein Film von Małgorzata Szumowska & Michał Englert. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Polen in den frü­hen 1980ern. Während das Land dem Kommunismus all­mäh­lich den Rücken kehrt und sich zu einem demo­kra­ti­schen Staat wan­delt, sucht Aniela Wesoły in einer Kleinstadt ihre Freiheit als Frau. Schon wäh­rend ihrer Kindheit und Jugend beginnt sie, sich anders zu füh­len. Ihre Umgebung reagiert mit Unverständnis und Verdrängung. Doch weder die Widerstände in ihrer Familie noch staat­li­che Repressionen kön­nen sie davon abhal­ten, end­lich die Person zu wer­den, die sie schon immer war.

    Vor dem Hintergrund der jün­ge­ren his­to­ri­schen Entwicklungen in Polen erzählt „Frau aus Freiheit“ von der Selbstermächtigung einer Frau über 50 Jahre. Der neue Filme von Małgorzata Szumowska und Michał Englert („33 Szenen aus dem Leben“, „Im Namen des…“, „Body“) ist ein bewe­gend gespiel­tes Figurenporträt von epi­scher Wucht, das sich nicht vor gesell­schaft­li­chen Themen scheut, die auch im Polen von heu­te noch höchs­te Brisanz haben. Der Film wur­de im Wettbewerb von Venedig gefei­ert und glaubt, ganz im Geiste des gro­ßen Regisseurs Andrzej Wajda dar­an, dass Kino die Kraft der Veränderung in sich trägt!

    Credits:

    Kobieta Z…
    PL/SE 2023, 132 Min., poln. OmU
    Regie: Małgorzata Szumowska & Michał Englert

    Kamera: Michał Englert
    Schnitt: Jarosław Kamiński
    mit: Małgorzata Hajewska, Joanna Kulig, Mateusz Więcławek, Bogumiła Bajor

    Trailer:
    Frau aus Freiheit – OmU – Trailer
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  • Afrikamera – Nome

    Afrikamera – Nome

    Ein Film von Sana Na N’Hada. Am 13.11. im fsk im Rahmen des Afrikamera Festivals.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    NOME, der drit­te Spielfilm des guinei­schen Filmemachers Sana Na N’Hada erzählt in rausch­haf­ten Bildern vom Unabhängigkeitskrieg der ehe­ma­li­gen por­tu­gie­si­schen Kolonie Guinea-Bissau, die 1974 nach drei­zehn Jahre Konflikt befreit wurde.

    Der jun­ge Nome flüch­tet, nach­dem er sei­ne Cousine Nambú geschwän­gert hat, aus Angst vor Schande Ende der 1960er-Jahre aus sei­nem Dorf und schließt sich der Guerilla an. Nach dem Krieg zieht er nach Bissau, um dort als Regierungsbeamter zu arbei­ten. Während er sei­ne Position für zwei­fel­haf­te Geschäfte aus­nutzt, ver­leug­net er sei­ne dörf­li­che Herkunft, ver­rät sei­ne Kampfgefährt*innen und ver­liert dabei zuse­hends sei­ne Verbindung zur Natur und spi­ri­tu­el­len Welt. Schließlich kehrt Nome mit neu­en Zukunftsplänen in sein Heimatdorf zurück…

    Regisseur Sana Na N’Hada, Jahrgang 1950, wur­de mit 16 Jahren in die mar­xis­ti­sche Guerilla von Amílcar Cabral auf­ge­nom­men. Da er nicht kampf­fä­hig war, wur­de er bald nach Kuba geschickt, um sich dort zusam­men mit vier ande­ren jun­gen Guineer*innen zum Filmemacher aus­bil­den zu las­sen. Als er 1972 nach Guinea-Bissau zurück­kehr­te, doku­men­tier­te er uner­müd­lich den Kampf sei­ner Kameraden und die ers­ten Jahre der Unabhängigkeit bis 1977.

    Der Fluss der Erzählung chan­giert zwi­schen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ver­schränkt das eige­ne doku­men­ta­ri­sche 16 mm-Archivmaterial mit traum­ähn­li­chen Filmbildern.

    NOME erleb­te sei­ne Premiere im Rahmen der ACID Selektion im Rahmen des Filmfestivals in Cannes 2023 und wur­de beim dies­jäh­ri­gen Internationalen Filmfestival Rotterdam nicht zuletzt für sei­ne Bildsprache gefeiert.

    Credits:

    Frankreich / Portugal / Angola 2023 I OmeU I 118 min
    Regie: Sana Na N’Hada 

    Kamera: João Ribeiro
    Schnitt: Sarah Salem
    mit: Marcelino António Ingira, Binete Undonque, Marta Dabo, Helena Sanca, Riquelme Biga

    Trailer:
    Nome – trai­ler | IFFR 2024
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  • Motel Destino

    Motel Destino

    Ein Film von Karim Aïnouz.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In grel­len Neonfarben strahlt das abge­le­gen an der nord­bra­si­lia­ni­schen Küste gele­ge­ne Stundenhotel Motel Destino unter der gren­zen­lo­sen Weite des leuch­tend blau­en Himmels. Hier stran­det der jun­ge Heraldo nach einem miss­glück­ten Raubüberfall, auf der Flucht vor der Polizei und sei­nen eige­nen Komplizen. Der undurch­sich­ti­ge Betreiber Elias und sei­ne Frau Dayana stel­len nicht viel Fragen: Für Elias kommt Heraldo als bil­li­ge, ganz ans Motel gefes­sel­te Arbeitskraft gele­gen, und Dayana, zuneh­mend frus­triert von der Enge ihres Lebens, ist fas­zi­niert von dem selt­sam nai­ven jun­gen Mann. Ein gefähr­li­ches Spiel beginnt, ein Tanz der Macht, des Begehrens, der Loyalitäten, der Liebe, ein Kräftemessen, in dem der Wunsch nach Freiheit immer drän­gen­der wird.

    Motel Destino“ ist ein Tropical Noir vol­ler Licht, Farben und Körper, Sehnsucht, Gewalt, Begehren und Zärtlichkeit, mit den groß­ar­ti­gen Igor Xavier, Nataly Rocha und Fabio Assunção in den Hauptrollen, wun­der­bar gefilmt von Kamerafrau Hélène Louvart und mon­tiert von Nelly Quettier. Alles, was hier pas­siert, drückt sich in und durch die Körper aus, die Gewalt in einer nach den Jahren der Bolsonaro-Regierung zer­rüt­te­ten Gesellschaft, die Sehnsucht nach einem eige­nen Leben, das Begehren und Aufbegehren einer Jugend, die ver­zwei­felt ver­sucht, das Schicksal in die eige­nen Hände zu nehmen.

    Obwohl Brasilien ein katho­li­sches Land ist, leben die Menschen ihre Sexualität dort rela­tiv frei aus. Und die ein­zi­ge Möglichkeit für mich, eine glaub­wür­di­ge Verbindung zwi­schen Dayana und Heraldo her­zu­stel­len, war durch die Begegnung zwei­er Körper, die ver­schmel­zen und eins wer­den. Die Fragen, die ich mir gestellt habe, waren: Wenn ich den Sex zei­ge, war­um? Was will ich damit sagen? Es kommt dabei in ers­ter Linie immer auf die Körperstellungen an, auf die Intensität, auf den Rhythmus, auf die Begegnung ihrer Blicke. Denn es ist nicht nur eine Sexszene, sie hat eine Bedeutung und die muss man nach­voll­zie­hen kön­nen. Bei Dayana und Heraldo kommt noch dazu, dass ihre Beziehung nicht auf Liebe basiert, son­dern auf Leidenschaft. Und die­se Art von Leidenschaft ist der ers­te Funke einer jeden Revolution.“ Karim Aïnouz

    Credits:

    BR/DE/FR 2024, 115 Min., por­tu­gie­si­sche OmU
    Regie: Karim Aïnouz
    Kamera: Hélène Louvart
    Schnitt: Nelly Quettier
    mit: Fábio Assunção, Nataly Rocha, Iago Xavier

    Trailer:
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  • No Other Land

    No Other Land

    Ein Film von Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Basel Adra, ein jun­ger paläs­ti­nen­si­scher Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit sei­ner Kindheit gegen die Vertreibung sei­ner Gemeinschaft durch die israe­li­sche Besatzung. Er doku­men­tiert die schritt­wei­se Auslöschung der Dörfer sei­ner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israe­li­schen Regierung nach und nach Häuser abrei­ßen und ihre Bewohnerinnen ver­trei­ben. Irgendwann begeg­net er Yuval, einem israe­li­schen Journalisten, der ihn in sei­nen Bemühungen unter­stützt. Eine unwahr­schein­li­che Allianz ent­steht. Die Beziehung der bei­den wird durch die enor­me Ungleichheit zwi­schen ihnen zusätz­lich belas­tet: Basel lebt unter mili­tä­ri­scher Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines paläs­ti­nen­sisch-israe­li­schen Kollektivs vie­rer jun­ger Aktivist*innen ent­stand als Akt des krea­ti­ven Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit.
    Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024

    Credits:

    PS/NO 2024, 95 Min., Arabisch, Hebräisch, Englisch OmU
    Regie & Schnitt: Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor

    Kamera: Rachel Szor 

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  • Frau aus Freiheit

    Frau aus Freiheit

    Ein Film von Małgorzata Szumowska & Michał Englert. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Polen in den frü­hen 1980ern. Während das Land dem Kommunismus all­mäh­lich den Rücken kehrt und sich zu einem demo­kra­ti­schen Staat wan­delt, sucht Aniela Wesoły in einer Kleinstadt ihre Freiheit als Frau. Schon wäh­rend ihrer Kindheit und Jugend beginnt sie, sich anders zu füh­len. Ihre Umgebung reagiert mit Unverständnis und Verdrängung. Doch weder die Widerstände in ihrer Familie noch staat­li­che Repressionen kön­nen sie davon abhal­ten, end­lich die Person zu wer­den, die sie schon immer war.

    Vor dem Hintergrund der jün­ge­ren his­to­ri­schen Entwicklungen in Polen erzählt „Frau aus Freiheit“ von der Selbstermächtigung einer Frau über 50 Jahre. Der neue Filme von Małgorzata Szumowska und Michał Englert („33 Szenen aus dem Leben“, „Im Namen des…“, „Body“) ist ein bewe­gend gespiel­tes Figurenporträt von epi­scher Wucht, das sich nicht vor gesell­schaft­li­chen Themen scheut, die auch im Polen von heu­te noch höchs­te Brisanz haben. Der Film wur­de im Wettbewerb von Venedig gefei­ert und glaubt, ganz im Geiste des gro­ßen Regisseurs Andrzej Wajda dar­an, dass Kino die Kraft der Veränderung in sich trägt!

    Credits:

    Kobieta Z…
    PL/SE 2023, 132 Min., poln. OmU
    Regie: Małgorzata Szumowska & Michał Englert

    Kamera: Michał Englert
    Schnitt: Jarosław Kamiński
    mit: Małgorzata Hajewska, Joanna Kulig, Mateusz Więcławek, Bogumiła Bajor

    Trailer:
    Frau aus Freiheit – OmU – Trailer
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  • Afrikamera – Bufis

    Afrikamera – Bufis

    Ein Film von Mahad Ahmed & Vincenzo Cavallo. Am 14.11. im fsk im Rahmen des Afrikamera Festivals.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Nairobis Stadtteil Eastleigh leben vie­le Exil-Somalierinnen, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland geflo­hen sind. Einmal im Jahr, wenn die kenia­ni­sche US-Botschaft ihre Pforten zur Visa-Lotterie öff­net, schlägt die Stunde von Assad: Der begna­de­te Storyteller stellt aus den ver­streu­ten Geflüchteten Scheinfamilien zusam­men, ent­wi­ckelt fik­ti­ve Familiengeschichten und coacht sei­ne Klientinnen so lan­ge, bis ihre Geschichten wirk­lich glaub­wür­dig sind. Basierend auf wah­ren Begebenheiten ist BUFIS eine humor­vol­le wie berüh­ren­de Geschichte über Lebensträume.

    Credits:

    Kenya/ Germany 2023 | Original Version with English Subtitles I 105 min 
    Regie: Mahad Ahmed & Vincenzo Cavallo

    Kamera: Joan Poggio
    Schnitt: Panos Voutsaras, Louiza Wanjiku
    mit: Ilmi Ahmed, Ali Buul, Zeitun Salat, Gure Sayid, Mohamud Fidle, Shazmin Ali

    Trailer:
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  • Frau aus Freiheit

    Frau aus Freiheit

    Ein Film von Małgorzata Szumowska & Michał Englert. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Polen in den frü­hen 1980ern. Während das Land dem Kommunismus all­mäh­lich den Rücken kehrt und sich zu einem demo­kra­ti­schen Staat wan­delt, sucht Aniela Wesoły in einer Kleinstadt ihre Freiheit als Frau. Schon wäh­rend ihrer Kindheit und Jugend beginnt sie, sich anders zu füh­len. Ihre Umgebung reagiert mit Unverständnis und Verdrängung. Doch weder die Widerstände in ihrer Familie noch staat­li­che Repressionen kön­nen sie davon abhal­ten, end­lich die Person zu wer­den, die sie schon immer war.

    Vor dem Hintergrund der jün­ge­ren his­to­ri­schen Entwicklungen in Polen erzählt „Frau aus Freiheit“ von der Selbstermächtigung einer Frau über 50 Jahre. Der neue Filme von Małgorzata Szumowska und Michał Englert („33 Szenen aus dem Leben“, „Im Namen des…“, „Body“) ist ein bewe­gend gespiel­tes Figurenporträt von epi­scher Wucht, das sich nicht vor gesell­schaft­li­chen Themen scheut, die auch im Polen von heu­te noch höchs­te Brisanz haben. Der Film wur­de im Wettbewerb von Venedig gefei­ert und glaubt, ganz im Geiste des gro­ßen Regisseurs Andrzej Wajda dar­an, dass Kino die Kraft der Veränderung in sich trägt!

    Credits:

    Kobieta Z…
    PL/SE 2023, 132 Min., poln. OmU
    Regie: Małgorzata Szumowska & Michał Englert

    Kamera: Michał Englert
    Schnitt: Jarosław Kamiński
    mit: Małgorzata Hajewska, Joanna Kulig, Mateusz Więcławek, Bogumiła Bajor

    Trailer:
    Frau aus Freiheit – OmU – Trailer
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  • No Other Land

    No Other Land

    Ein Film von Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Basel Adra, ein jun­ger paläs­ti­nen­si­scher Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit sei­ner Kindheit gegen die Vertreibung sei­ner Gemeinschaft durch die israe­li­sche Besatzung. Er doku­men­tiert die schritt­wei­se Auslöschung der Dörfer sei­ner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israe­li­schen Regierung nach und nach Häuser abrei­ßen und ihre Bewohnerinnen ver­trei­ben. Irgendwann begeg­net er Yuval, einem israe­li­schen Journalisten, der ihn in sei­nen Bemühungen unter­stützt. Eine unwahr­schein­li­che Allianz ent­steht. Die Beziehung der bei­den wird durch die enor­me Ungleichheit zwi­schen ihnen zusätz­lich belas­tet: Basel lebt unter mili­tä­ri­scher Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines paläs­ti­nen­sisch-israe­li­schen Kollektivs vie­rer jun­ger Aktivist*innen ent­stand als Akt des krea­ti­ven Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit.
    Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024

    Credits:

    PS/NO 2024, 95 Min., Arabisch, Hebräisch, Englisch OmU
    Regie & Schnitt: Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor

    Kamera: Rachel Szor 

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  • The room next door

    The room next door

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

    THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

    Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

    THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

    Hendrike Bake | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

    Trailer:
    THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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