Miroirs No.3

Ein Film von Christian Petzold.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Genau wie ande­re Regiekollegen, Jim Jarmusch, Hong Sang-Soo oder Wes Anderson bei­spiels­wei­se, liebt auch Christian Petzold die Kontinuität bei der Zusammenarbeit beim Filmen. Sie schafft eine Vertrautheit, auf die man auf­bau­en kann, und trotz­dem immer wie­der Neues her­vor­bringt. Aber nicht nur Team und Cast, auch bestimm­te Motive erfreu­en sich einer gewis­sen Beliebtheit. Mit einem pro­vo­zier­ten Autounfall endet Die inne­re Sicherheit, den Freitod per Auto sucht Ali in Jericho und in Wolfsburg und Yella wird die Geschichte, wie auch dies­mal, durch einen (töd­li­chen) Crash erst in Bewegung gebracht.
Laura, eine jun­ge Pianistin aus Berlin, scheint ver­lo­ren und nicht mehr in ihre Jetzt-Welt zu gehö­ren. Sie merkt, dass sie an dem Ausflug aufs dem Land mit dem ober­fläch­li­chen Trio aus ihrem Musiker-Freund, des­sen Produzenten samt Freundin nicht teil­neh­men will, und als ver­meint­li­che Spaßbremse wie­der­um wird sie nur all­zu ger­ne zie­hen gelas­sen. Auf der Fahrt zurück zum Bahnhof kommt das rote Cabrio von der Straße ab – ihr Freund stirbt bei dem Unfall, Laura über­lebt. Die ver­wirrt her­um­ir­ren­de wird von der im nahe gele­ge­nen Haus woh­nen­den Betty auf­ge­nom­men und gepflegt.
„Laura … fängt in der trü­ge­ri­schen länd­li­chen Idylle gewis­ser­ma­ßen ein neu­es Leben an, in einem Phantasma, das sie gemein­sam mit Betty und dann auch der Mitwirkung ihrer Familie erschafft und in der jeder sein eige­nes Spiel zu spie­len scheint. Es ist ein zärt­lich gezeich­ne­ter Kokon aus fami­liä­rer Geborgenheit, gemein­sa­men Essen, Besuchen in der Autowerkstatt. Doch die gan­ze Zeit ist klar, dass er nicht von Dauer sein kann. [Es ist] … ein Spiel mit reiz­vol­len Motiven, die aber teils skiz­zen­haft blei­ben. Im Kontext mit sei­nen ande­ren Werken betrach­tet ist er ein wei­te­rer sehens­wer­ter Mosaikstein in sei­ner an fas­zi­nie­ren­den Geschichten und Metaphern so wun­der­bar rei­chen erzäh­le­ri­schen Welt.“
Patrick Seybold | epd Film

Credits:

DE 2025, 86 Min., deut­sche OmeU
Regie: Christian Petzold

Schnitt:  Bettina Böhler
Kamera: Hans Fromm

mit: Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs

Trailer:
Trailer MIROIRS NO. 3 – ab 18. September im Kino
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Kategorie: Vorstellung

  • Miroirs No.3

    Miroirs No.3

    Ein Film von Christian Petzold.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Genau wie ande­re Regiekollegen, Jim Jarmusch, Hong Sang-Soo oder Wes Anderson bei­spiels­wei­se, liebt auch Christian Petzold die Kontinuität bei der Zusammenarbeit beim Filmen. Sie schafft eine Vertrautheit, auf die man auf­bau­en kann, und trotz­dem immer wie­der Neues her­vor­bringt. Aber nicht nur Team und Cast, auch bestimm­te Motive erfreu­en sich einer gewis­sen Beliebtheit. Mit einem pro­vo­zier­ten Autounfall endet Die inne­re Sicherheit, den Freitod per Auto sucht Ali in Jericho und in Wolfsburg und Yella wird die Geschichte, wie auch dies­mal, durch einen (töd­li­chen) Crash erst in Bewegung gebracht.
    Laura, eine jun­ge Pianistin aus Berlin, scheint ver­lo­ren und nicht mehr in ihre Jetzt-Welt zu gehö­ren. Sie merkt, dass sie an dem Ausflug aufs dem Land mit dem ober­fläch­li­chen Trio aus ihrem Musiker-Freund, des­sen Produzenten samt Freundin nicht teil­neh­men will, und als ver­meint­li­che Spaßbremse wie­der­um wird sie nur all­zu ger­ne zie­hen gelas­sen. Auf der Fahrt zurück zum Bahnhof kommt das rote Cabrio von der Straße ab – ihr Freund stirbt bei dem Unfall, Laura über­lebt. Die ver­wirrt her­um­ir­ren­de wird von der im nahe gele­ge­nen Haus woh­nen­den Betty auf­ge­nom­men und gepflegt.
    „Laura … fängt in der trü­ge­ri­schen länd­li­chen Idylle gewis­ser­ma­ßen ein neu­es Leben an, in einem Phantasma, das sie gemein­sam mit Betty und dann auch der Mitwirkung ihrer Familie erschafft und in der jeder sein eige­nes Spiel zu spie­len scheint. Es ist ein zärt­lich gezeich­ne­ter Kokon aus fami­liä­rer Geborgenheit, gemein­sa­men Essen, Besuchen in der Autowerkstatt. Doch die gan­ze Zeit ist klar, dass er nicht von Dauer sein kann. [Es ist] … ein Spiel mit reiz­vol­len Motiven, die aber teils skiz­zen­haft blei­ben. Im Kontext mit sei­nen ande­ren Werken betrach­tet ist er ein wei­te­rer sehens­wer­ter Mosaikstein in sei­ner an fas­zi­nie­ren­den Geschichten und Metaphern so wun­der­bar rei­chen erzäh­le­ri­schen Welt.“
    Patrick Seybold | epd Film

    Credits:

    DE 2025, 86 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Christian Petzold

    Schnitt:  Bettina Böhler
    Kamera: Hans Fromm

    mit: Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs

    Trailer:
    Trailer MIROIRS NO. 3 – ab 18. September im Kino
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  • Miroirs No.3

    Miroirs No.3

    Ein Film von Christian Petzold.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Genau wie ande­re Regiekollegen, Jim Jarmusch, Hong Sang-Soo oder Wes Anderson bei­spiels­wei­se, liebt auch Christian Petzold die Kontinuität bei der Zusammenarbeit beim Filmen. Sie schafft eine Vertrautheit, auf die man auf­bau­en kann, und trotz­dem immer wie­der Neues her­vor­bringt. Aber nicht nur Team und Cast, auch bestimm­te Motive erfreu­en sich einer gewis­sen Beliebtheit. Mit einem pro­vo­zier­ten Autounfall endet Die inne­re Sicherheit, den Freitod per Auto sucht Ali in Jericho und in Wolfsburg und Yella wird die Geschichte, wie auch dies­mal, durch einen (töd­li­chen) Crash erst in Bewegung gebracht.
    Laura, eine jun­ge Pianistin aus Berlin, scheint ver­lo­ren und nicht mehr in ihre Jetzt-Welt zu gehö­ren. Sie merkt, dass sie an dem Ausflug aufs dem Land mit dem ober­fläch­li­chen Trio aus ihrem Musiker-Freund, des­sen Produzenten samt Freundin nicht teil­neh­men will, und als ver­meint­li­che Spaßbremse wie­der­um wird sie nur all­zu ger­ne zie­hen gelas­sen. Auf der Fahrt zurück zum Bahnhof kommt das rote Cabrio von der Straße ab – ihr Freund stirbt bei dem Unfall, Laura über­lebt. Die ver­wirrt her­um­ir­ren­de wird von der im nahe gele­ge­nen Haus woh­nen­den Betty auf­ge­nom­men und gepflegt.
    „Laura … fängt in der trü­ge­ri­schen länd­li­chen Idylle gewis­ser­ma­ßen ein neu­es Leben an, in einem Phantasma, das sie gemein­sam mit Betty und dann auch der Mitwirkung ihrer Familie erschafft und in der jeder sein eige­nes Spiel zu spie­len scheint. Es ist ein zärt­lich gezeich­ne­ter Kokon aus fami­liä­rer Geborgenheit, gemein­sa­men Essen, Besuchen in der Autowerkstatt. Doch die gan­ze Zeit ist klar, dass er nicht von Dauer sein kann. [Es ist] … ein Spiel mit reiz­vol­len Motiven, die aber teils skiz­zen­haft blei­ben. Im Kontext mit sei­nen ande­ren Werken betrach­tet ist er ein wei­te­rer sehens­wer­ter Mosaikstein in sei­ner an fas­zi­nie­ren­den Geschichten und Metaphern so wun­der­bar rei­chen erzäh­le­ri­schen Welt.“
    Patrick Seybold | epd Film

    Credits:

    DE 2025, 86 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Christian Petzold

    Schnitt:  Bettina Böhler
    Kamera: Hans Fromm

    mit: Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs

    Trailer:
    Trailer MIROIRS NO. 3 – ab 18. September im Kino
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  • Karla

    Karla

    Ein Film von Christina Tournatzés. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer sexu­el­le Handlungen an einer Person unter vier­zehn Jahren (Kind) vor­nimmt oder an sich von dem Kind vor­neh­men lässt.“ Dieser Paragraph wird für Karla zum Schutzschild, nach­dem sie mehr­mals erfolg­los bei der Polizei vor­ge­spro­chen hat. Diesmal lässt sie sich nicht fort­schi­cken, sie kennt ihr Recht: „Ich bin Karla Ebel. Ich bin zwölf Jahre alt und ich möch­te Anzeige erstat­ten.“ Sie hat es geschafft, zu einem Richter vor­zu­drin­gen. Der ist zunächst skep­tisch. Es ist 1962, und den Fall einer 12-jäh­ri­gen zu ver­han­deln, die ihren Vater des wie­der­hol­ten sexu­el­len Missbrauchs anzeigt, ist so aus­sichts­los wie kar­rie­re­schäd­lich, denn die Welt ist noch in Ordnung, und in guten Familien pas­siert „sowas“ nicht. Aber Karla bleibt beharr­lich.
    „Konsequent bleibt der Film ganz nah bei sei­ner Protagonistin, ihren Gefühlen, ihrem Gesicht. Es ist das Gesicht von Elise Krieps in ihrer ers­ten Rolle – eine Entdeckung, ein Glücksfall! Mit gro­ßer Präsenz ver­kör­pert sie die stil­le Kraft der trau­ma­ti­sier­ten Karla zwi­schen hilf­lo­sem Schweigen und ihrem unbän­di­gen Wunsch nach Gerechtigkeit und einem Leben ohne Übergriffe. … Kann man einen Film über sexu­el­len Missbrauch machen, ohne die Tat in Worten zu schil­dern oder in Bildern zu zei­gen? Regisseurin Christina Tournatzés gelingt es, in ihrem Spielfilmdebüt jeg­li­che Form von Voyeurismus zu ver­mei­den. Zarte Andeutungen, visua­li­sier­te Erinnerungsfetzen, blitz­schnel­le Flashbacks, doch nie wird die jun­ge Protagonistin als Opfer gezeigt. Nie ver­liert sie ihre Würde. Schon das allein macht Karla so beson­ders.“ Sabine Schultz | kino-zeit 

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche Originalfassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Christina Tournatzés
    Kamera: Florian Emmerich
    Schnitt: Isabel Meier
    mit: Elise Krieps, Rainer Bock, Imogen Kogge, Torben Liebrecht, Katharina Schüttler

    Trailer:
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  • Kontinental ’25

    Kontinental ’25

    Ein Film von Radu Jude.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Als die Protagonistin mit einem Bekannten, den sie von frü­her kennt, in der Bar eines Kinos sitzt, prangt links ein Plakat von Kuhle Wampe (1932) und rechts eines von Europa ’51 (1952). Dazwischen ver­schluckt sich der Bekannte am Rotwein, viel­leicht weil er unab­läs­sig Zen-Weisheiten zum Besten gibt. Brecht wird nicht nur ein­mal erwähnt und Rossellinis Film spie­gelt sich nicht nur im Titel von Kontinental ‘25, son­dern lie­fert mit dem Neorealismus auch den fil­mi­schen Modus, in des­sen Tradition der Regisseur Radu Jude sei­nen Film sieht. Jude arbei­tet sich in sei­nen sar­kas­ti­schen Tragikomödien durch Geschichte und Gesellschaft Rumäniens. Aferim! behan­del­te das Schicksal der ver­sklav­ten Roma im 19ten Jahrhundert, Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte ein­ge­hen die Beteiligung am Holocaust. Bad luck ban­ging or loo­ny porn kam als Gesellschaftssatire daher und gewann den Goldenen Bären. Damals in der Maskenzeit. Selbstverständlich tru­gen auch im Film alle Masken (über den Masken). So ver­blüf­fend ein­fach und genau ins schwär­zes­te Schwarz tref­fen nur rumä­ni­sche Filme und des­halb lohnt sich der Gang durch den Saurierwald von Cluj, der zweit­größ­ten, auf­stre­ben­den Metropole Rumäniens: Transsilvaniens finest. Denn so beginnt Kontinental ‘25, ein Flaschensammler flucht sich suchend durchs Vergnügungsgelände, ver­liert sei­nen Unterschlupf und ver­zwei­felt kur­zer­hand am Schicksal. Die zustän­di­ge Gerichtsvollzieherin fühlt sich schul­dig und fängt ihre Suche nach Sinnhaftig- keit in den zer­klüf­te­ten Gebilden der Stadt aus Prachtbauten der Zeit der Doppelmonarchie, Plattenbauten der Sowjetzeit und Glas/Alu Klötze kapi­ta­lis­ti­scher Prägung an. Silbernen Bär 2025 für das bes­te Drehbuch.

    First life takes time, then time takes life. Now the next move‚s up to me“ David Berman 

    Das Thema ist ernst, sicher, doch das hält ihn (Radu Jude) nicht davon ab sei­nen bösen Witz ein­zu­streu­en, iro­ni­sche Brechungen, Absicherungen und Provokationen zu eta­blie­ren. Man muss mitt­ler­wei­le nicht mehr erwäh­nen, wie gut das gelingt, wie ziel­si­cher Jude zwi­schen gal­li­gem Humor und welt­li­chen Problemen char­giert, Klassenfragen, Banalitäten, phi­lo­so­phi­sche Diskurse und absur­de Profatäten zusam­men­bringt. Das funk­tio­niert auch hier wie­der ganz groß­ar­tig, es ist ein him­mel­schrei­end komi­scher Film gewor­den, immer kurz vorm Zynismus, die­sen aber nur her­vor-blit­zen las­send, ohne ihm je wirk­lich zu ver­fal­len.“
    Benedikt Guntentaler, Artechock

    Credits:

    RO 2025, 109 Min., Rumänisch, Ungarisch, Deutsch OmU
    Regie: Radu Jude
    Schnitt: Cătălin Cristuțiu
    Kamera: Marius Panduru
    mit: Eszter Tompa, Gabriel Spahiu, Adonis Tanța, Oana Mardare, Șerban Pavlu, Annamária Biluska, Ilinca Manolache

    Trailer:
    KONTINENTAL ’25 by Radu Jude | Trailer | Berlinale 2025

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • A House of Dynamite

    A House of Dynamite

    Ein Film von Kathryn Bigelow.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Satelliten mel­den eine Atomrakete, die sich Richtung USA bewegt. Der Countdown bis zum mög­li­chen Einschlag in Chicago tickt; fieb­ri­ge Geschäftigkeit bricht bei den für die Verteidigung ver­ant­wort­li­chen Institutionen und Personen aus. Das Prozedere ist ein­ge­übt, trotz­dem wer­den die Experten ner­vös, als der ers­te Versuch, die Rakete abzu­schie­ßen, miss­lingt. Und bald stellt sich die Frage nach einem prä­ven­ti­ven Gegenschlag. Der Film ver­folgt an der Seite meh­re­rer Protagonisten, von Soldaten auf einer Basis der National Missile Defense bis hoch zum US-Präsidenten, in zeit­li­chen Schleifen die ver­zwei­fel­ten Aktivitäten bis zum Ablaufen des Countdowns. Dabei run­det sich der atem­los span­nen­de Thriller zur ein­dring­li­chen Mahnung, wie schnell aus gegen­sei­ti­ger nuklea­rer Abschreckung ein poten­zi­ell ver­nich­ten­der Atomkonflikt wer­den könn­te und dass Aufrüstung als Mittel, Sicherheit und Frieden zu gewähr­leis­ten, ein zwei­schnei­di­ges Schwert ist. (Filmdienst)

    Credits:

    US 2025, 112 Min., Englisch OmU
    Regie: Kathryn Bigelow
    Kamera: Barry Ackroyd
    Schnitt: Kirk Baxter
    mit: Idris Elba, Rebecca Ferguson, Gabriel Basso, Jason Clarke, Greta Lee, Jared Harris, Tracy Letts, Anthony Ramos, Moses Ingram und Jonah Hauer-King

    Trailer:
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  • Miroirs No.3

    Miroirs No.3

    Ein Film von Christian Petzold.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Genau wie ande­re Regiekollegen, Jim Jarmusch, Hong Sang-Soo oder Wes Anderson bei­spiels­wei­se, liebt auch Christian Petzold die Kontinuität bei der Zusammenarbeit beim Filmen. Sie schafft eine Vertrautheit, auf die man auf­bau­en kann, und trotz­dem immer wie­der Neues her­vor­bringt. Aber nicht nur Team und Cast, auch bestimm­te Motive erfreu­en sich einer gewis­sen Beliebtheit. Mit einem pro­vo­zier­ten Autounfall endet Die inne­re Sicherheit, den Freitod per Auto sucht Ali in Jericho und in Wolfsburg und Yella wird die Geschichte, wie auch dies­mal, durch einen (töd­li­chen) Crash erst in Bewegung gebracht.
    Laura, eine jun­ge Pianistin aus Berlin, scheint ver­lo­ren und nicht mehr in ihre Jetzt-Welt zu gehö­ren. Sie merkt, dass sie an dem Ausflug aufs dem Land mit dem ober­fläch­li­chen Trio aus ihrem Musiker-Freund, des­sen Produzenten samt Freundin nicht teil­neh­men will, und als ver­meint­li­che Spaßbremse wie­der­um wird sie nur all­zu ger­ne zie­hen gelas­sen. Auf der Fahrt zurück zum Bahnhof kommt das rote Cabrio von der Straße ab – ihr Freund stirbt bei dem Unfall, Laura über­lebt. Die ver­wirrt her­um­ir­ren­de wird von der im nahe gele­ge­nen Haus woh­nen­den Betty auf­ge­nom­men und gepflegt.
    „Laura … fängt in der trü­ge­ri­schen länd­li­chen Idylle gewis­ser­ma­ßen ein neu­es Leben an, in einem Phantasma, das sie gemein­sam mit Betty und dann auch der Mitwirkung ihrer Familie erschafft und in der jeder sein eige­nes Spiel zu spie­len scheint. Es ist ein zärt­lich gezeich­ne­ter Kokon aus fami­liä­rer Geborgenheit, gemein­sa­men Essen, Besuchen in der Autowerkstatt. Doch die gan­ze Zeit ist klar, dass er nicht von Dauer sein kann. [Es ist] … ein Spiel mit reiz­vol­len Motiven, die aber teils skiz­zen­haft blei­ben. Im Kontext mit sei­nen ande­ren Werken betrach­tet ist er ein wei­te­rer sehens­wer­ter Mosaikstein in sei­ner an fas­zi­nie­ren­den Geschichten und Metaphern so wun­der­bar rei­chen erzäh­le­ri­schen Welt.“
    Patrick Seybold | epd Film

    Credits:

    DE 2025, 86 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Christian Petzold

    Schnitt:  Bettina Böhler
    Kamera: Hans Fromm

    mit: Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt, Enno Trebs

    Trailer:
    Trailer MIROIRS NO. 3 – ab 18. September im Kino
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  • Karla

    Karla

    Ein Film von Christina Tournatzés. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer sexu­el­le Handlungen an einer Person unter vier­zehn Jahren (Kind) vor­nimmt oder an sich von dem Kind vor­neh­men lässt.“ Dieser Paragraph wird für Karla zum Schutzschild, nach­dem sie mehr­mals erfolg­los bei der Polizei vor­ge­spro­chen hat. Diesmal lässt sie sich nicht fort­schi­cken, sie kennt ihr Recht: „Ich bin Karla Ebel. Ich bin zwölf Jahre alt und ich möch­te Anzeige erstat­ten.“ Sie hat es geschafft, zu einem Richter vor­zu­drin­gen. Der ist zunächst skep­tisch. Es ist 1962, und den Fall einer 12-jäh­ri­gen zu ver­han­deln, die ihren Vater des wie­der­hol­ten sexu­el­len Missbrauchs anzeigt, ist so aus­sichts­los wie kar­rie­re­schäd­lich, denn die Welt ist noch in Ordnung, und in guten Familien pas­siert „sowas“ nicht. Aber Karla bleibt beharr­lich.
    „Konsequent bleibt der Film ganz nah bei sei­ner Protagonistin, ihren Gefühlen, ihrem Gesicht. Es ist das Gesicht von Elise Krieps in ihrer ers­ten Rolle – eine Entdeckung, ein Glücksfall! Mit gro­ßer Präsenz ver­kör­pert sie die stil­le Kraft der trau­ma­ti­sier­ten Karla zwi­schen hilf­lo­sem Schweigen und ihrem unbän­di­gen Wunsch nach Gerechtigkeit und einem Leben ohne Übergriffe. … Kann man einen Film über sexu­el­len Missbrauch machen, ohne die Tat in Worten zu schil­dern oder in Bildern zu zei­gen? Regisseurin Christina Tournatzés gelingt es, in ihrem Spielfilmdebüt jeg­li­che Form von Voyeurismus zu ver­mei­den. Zarte Andeutungen, visua­li­sier­te Erinnerungsfetzen, blitz­schnel­le Flashbacks, doch nie wird die jun­ge Protagonistin als Opfer gezeigt. Nie ver­liert sie ihre Würde. Schon das allein macht Karla so beson­ders.“ Sabine Schultz | kino-zeit 

    Credits:

    DE 2025, 104 Min., deut­sche Originalfassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Christina Tournatzés
    Kamera: Florian Emmerich
    Schnitt: Isabel Meier
    mit: Elise Krieps, Rainer Bock, Imogen Kogge, Torben Liebrecht, Katharina Schüttler

    Trailer:
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  • Kontinental ’25

    Kontinental ’25

    Ein Film von Radu Jude.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Als die Protagonistin mit einem Bekannten, den sie von frü­her kennt, in der Bar eines Kinos sitzt, prangt links ein Plakat von Kuhle Wampe (1932) und rechts eines von Europa ’51 (1952). Dazwischen ver­schluckt sich der Bekannte am Rotwein, viel­leicht weil er unab­läs­sig Zen-Weisheiten zum Besten gibt. Brecht wird nicht nur ein­mal erwähnt und Rossellinis Film spie­gelt sich nicht nur im Titel von Kontinental ‘25, son­dern lie­fert mit dem Neorealismus auch den fil­mi­schen Modus, in des­sen Tradition der Regisseur Radu Jude sei­nen Film sieht. Jude arbei­tet sich in sei­nen sar­kas­ti­schen Tragikomödien durch Geschichte und Gesellschaft Rumäniens. Aferim! behan­del­te das Schicksal der ver­sklav­ten Roma im 19ten Jahrhundert, Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte ein­ge­hen die Beteiligung am Holocaust. Bad luck ban­ging or loo­ny porn kam als Gesellschaftssatire daher und gewann den Goldenen Bären. Damals in der Maskenzeit. Selbstverständlich tru­gen auch im Film alle Masken (über den Masken). So ver­blüf­fend ein­fach und genau ins schwär­zes­te Schwarz tref­fen nur rumä­ni­sche Filme und des­halb lohnt sich der Gang durch den Saurierwald von Cluj, der zweit­größ­ten, auf­stre­ben­den Metropole Rumäniens: Transsilvaniens finest. Denn so beginnt Kontinental ‘25, ein Flaschensammler flucht sich suchend durchs Vergnügungsgelände, ver­liert sei­nen Unterschlupf und ver­zwei­felt kur­zer­hand am Schicksal. Die zustän­di­ge Gerichtsvollzieherin fühlt sich schul­dig und fängt ihre Suche nach Sinnhaftig- keit in den zer­klüf­te­ten Gebilden der Stadt aus Prachtbauten der Zeit der Doppelmonarchie, Plattenbauten der Sowjetzeit und Glas/Alu Klötze kapi­ta­lis­ti­scher Prägung an. Silbernen Bär 2025 für das bes­te Drehbuch.

    First life takes time, then time takes life. Now the next move‚s up to me“ David Berman 

    Das Thema ist ernst, sicher, doch das hält ihn (Radu Jude) nicht davon ab sei­nen bösen Witz ein­zu­streu­en, iro­ni­sche Brechungen, Absicherungen und Provokationen zu eta­blie­ren. Man muss mitt­ler­wei­le nicht mehr erwäh­nen, wie gut das gelingt, wie ziel­si­cher Jude zwi­schen gal­li­gem Humor und welt­li­chen Problemen char­giert, Klassenfragen, Banalitäten, phi­lo­so­phi­sche Diskurse und absur­de Profatäten zusam­men­bringt. Das funk­tio­niert auch hier wie­der ganz groß­ar­tig, es ist ein him­mel­schrei­end komi­scher Film gewor­den, immer kurz vorm Zynismus, die­sen aber nur her­vor-blit­zen las­send, ohne ihm je wirk­lich zu ver­fal­len.“
    Benedikt Guntentaler, Artechock

    Credits:

    RO 2025, 109 Min., Rumänisch, Ungarisch, Deutsch OmU
    Regie: Radu Jude
    Schnitt: Cătălin Cristuțiu
    Kamera: Marius Panduru
    mit: Eszter Tompa, Gabriel Spahiu, Adonis Tanța, Oana Mardare, Șerban Pavlu, Annamária Biluska, Ilinca Manolache

    Trailer:
    KONTINENTAL ’25 by Radu Jude | Trailer | Berlinale 2025

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • A House of Dynamite

    A House of Dynamite

    Ein Film von Kathryn Bigelow.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Satelliten mel­den eine Atomrakete, die sich Richtung USA bewegt. Der Countdown bis zum mög­li­chen Einschlag in Chicago tickt; fieb­ri­ge Geschäftigkeit bricht bei den für die Verteidigung ver­ant­wort­li­chen Institutionen und Personen aus. Das Prozedere ist ein­ge­übt, trotz­dem wer­den die Experten ner­vös, als der ers­te Versuch, die Rakete abzu­schie­ßen, miss­lingt. Und bald stellt sich die Frage nach einem prä­ven­ti­ven Gegenschlag. Der Film ver­folgt an der Seite meh­re­rer Protagonisten, von Soldaten auf einer Basis der National Missile Defense bis hoch zum US-Präsidenten, in zeit­li­chen Schleifen die ver­zwei­fel­ten Aktivitäten bis zum Ablaufen des Countdowns. Dabei run­det sich der atem­los span­nen­de Thriller zur ein­dring­li­chen Mahnung, wie schnell aus gegen­sei­ti­ger nuklea­rer Abschreckung ein poten­zi­ell ver­nich­ten­der Atomkonflikt wer­den könn­te und dass Aufrüstung als Mittel, Sicherheit und Frieden zu gewähr­leis­ten, ein zwei­schnei­di­ges Schwert ist. (Filmdienst)

    Credits:

    US 2025, 112 Min., Englisch OmU
    Regie: Kathryn Bigelow
    Kamera: Barry Ackroyd
    Schnitt: Kirk Baxter
    mit: Idris Elba, Rebecca Ferguson, Gabriel Basso, Jason Clarke, Greta Lee, Jared Harris, Tracy Letts, Anthony Ramos, Moses Ingram und Jonah Hauer-King

    Trailer:
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  • Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes

    Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes

    Ein Film von Max Ahrens & Maik Lüdemann

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Deutschland steht an einem his­to­ri­schen Wendepunkt: Erstmals seit 1945 wird im Jahr 2025 ein migra­ti­ons­po­li­ti­scher Entschließungsantrag im Bundestag ange­nom­men – mit Unterstützung der AfD, die vom Verfassungsschutz wegen rechts­extre­mer Bestrebungen beob­ach­tet wird. Die Erklärung zur Begrenzung der Zuwanderung sieht unter ande­rem eine voll­stän­di­ge Schließung der deut­schen Grenzen vor. Ein Paradigmenwechsel kün­digt sich an: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung.

    Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes begibt sich auf die Suche nach den Ursachen die­ser poli­ti­schen Zäsur und nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine auf­rüt­teln­de Reise. Die Dokumentation beginnt an den euro­päi­schen Außengrenzen, wo eine andau­ern­de huma­ni­tä­re Katastrophe auf staat­li­che Ignoranz trifft, aber auch auf zivi­les Engagement. Sie beglei­tet einen Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer, doku­men­tiert die kata­stro­pha­le Lage aus der Luft und erzählt die Geschichten von Überlebenden, die trotz Gewalt und töd­li­cher Risiken den Weg nach Deutschland gefun­den haben.

    Während Deutschland dazu bei­trägt, eine euro­päi­sche Festung zu errich­ten, gerät die poli­ti­sche Landschaft ins Wanken. Von emo­tio­na­li­sier­ten Medienberichten bis zu hilf­los nach rechts rudern­den Politiker*innen zeich­net sich eine gesell­schaft­li­che Erzählung ab, die sich gegen Migrant*innen und Schutzsuchende rich­tet. Ist Migration über­haupt das gro­ße Problem, zu dem es gemacht wird? Oder offen­bart die Abschottungspolitik tie­fe­re gesell­schaft­li­che Ängste?

    In ein­dring­li­chen Geschichten zeigt der Film eine zuneh­mend beängs­ti­gen­de Realität aus Sicht von Geflüchteten und ana­ly­siert die Dynamiken hin­ter dem his­to­ri­schen Rechtsruck. Im Dialog mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Publizist*innen for­dert Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes dazu auf, den bru­ta­len Status quo und die schein­bar unauf­halt­sa­me Radikalisierung der Migrations- und Asyldebatte in Frage zu stellen.

    Credits:

    DE 2025, 111 Min., OmU
    Regie: Max Ahrens & Maik Lüdemann
    Kamera: Nils Kohstall, Maik Lüdemann
    Schnitt: Lino Thaesler

    Trailer:
    Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes (Trailer)
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