Kategorie: filmpolska

  • filmPOLSKA – Ha’Mishlahat

    filmPOLSKA – Ha’Mishlahat

    Ha’Mishlahat / Delegacja / Delegation

    [Tickets]

    IL/PL/D 2023
    R/B: Asaf Saban
    101 min, OmdU
    K: Bogumił Godfrejów
    S: Michal Oppenheim
    M: Assaf Talmudi
    D: Neomi Harari, Yoav Bavly, Leib Lev Levin, Ezra Dagan, Alma Dishy u. a.

    Wie Tausende ande­re jun­ge Menschen aus Israel reist eine Gruppe quer durch Polen, um an authen­ti­schen Schauplätzen etwas über die Geschichte ihrer Vorfahren und deren sys­te­ma­ti­sche Vernichtung durch die deut­schen NS-Besatzer zu erfah­ren. Dabei wer­den Frisch, Ido, Nitz und ihre Klassenkamerad*innen nicht nur von Zeitzeugen beglei­tet, son­dern auch von Sehnsüchten und Sorgen, wel­che alle Teenager in die­sem Alter umtrei­ben – die ers­te Liebe, die ers­te Enttäuschung, die ers­te Identitätssuche, die ers­te Fernreise ohne den kon­trol­lie­ren­den Blick der Eltern.

    Das Coming-of-Age-Roadmovie zeigt einer­seits eine Reise, die pro­to­ty­pisch für jene Mischung aus hoch­emo­tio­na­ler Geschichtsstunde und Partytour ist, wie sie vie­le Jugendliche aus Israel erlebt haben, bevor sie in die Armee ein­ge­zo­gen wur­den. Gleichzeitig schil­dert der Film ein fili­gra­nes Beziehungsdreieck, das von einer Überdosis an Impressionen und Hormonen kräf­tig durch­ge­rüt­telt wird.

    Der Film schafft es gekonnt, die Bustour weder als blo­ßes Erinnerungskultur-Theater zu dis­kre­di­tie­ren noch sie pathe­tisch zu über­hö­hen. Vielmehr zeich­net er ein warm­her­zi­ges, glaub­wür­di­ges Panorama über das Erwachsenwerden und die Schwierigkeiten der Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert – auch dank der her­aus­ra­gen­den Leistungen der jun­gen Hauptdarsteller*innen, allen vor­an Neomi Harari als gleich­zei­tig drauf­gän­ge­ri­sche und ver­letz­li­che Nitzan. [Rainer Mende]

    12.09. / 20:00 / fsk / zu Gast: Asaf Saban

    wei­te­re Filmpolska Termine:

  • filmPOLSKA – Silent Trees

    filmPOLSKA – Silent Trees

    Drzewa milc­zą / Silent Trees

    [Tickets]

    PL 2024
    R/B: Agnieszka Zwiefka
    85 min, OmeU
    K: Kacper Czubak
    S: Michał Buczek
    M: Niklas Paschburg

    Runa ist sech­zehn, trägt locker sit­zen­de dunk­le Klamotten, malt gern und steht auf Billie Eilish. Sie könn­te ein ganz nor­ma­les Mädchen sein, aber sie ist mit ihrer kur­di­schen Familie aus dem Irak vor dem IS über Belarus nach Polen geflüch­tet. Nach 18 Tagen im Wald stirbt ihre Mutter und sie fin­det sich unver­se­hens in der Rolle der Ersatzmutter wie­der – ihr Vater ist mit den vier jün­ge­ren Brüdern und dem Leben in einem völ­lig frem­den Land heil­los überfordert.

    Über einen lan­gen Zeitraum beob­ach­tet Agnieszka Zwiefka eine dop­pel­te Metamorphose. Die Familie ver­lässt ihren Container an der bela­ru­si­schen Grenze und ver­sucht, sich einen Alltag mit Wohnung, Schule und Arbeit auf­zu­bau­en. Gleichzeitig wächst Runa lang­sam in ihre neue Rolle als Familienoberhaupt hin­ein, obwohl sie sich ver­mut­lich lie­ber alters­ge­mäß mit Comics, Freunden und Musik beschäf­ti­gen würde.

    Die dunk­len Bäume des pol­nisch-bela­ru­si­schen Urwalds zie­hen sich als Leitmotiv durch die Geschichte. Hier drang das Dunkel in Runas Leben ein, hier änder­te sich ihr Schicksal für immer. Meist schweigt sie über ihre Gefühle – die­se drückt sie lie­ber in Zeichnungen aus, deren Ästhetik von ein­ge­streu­ten Animationen auf­ge­nom­men und in fan­tas­ti­sche Sequenzen über­setzt wird. [Rainer Mende]

    14.09. / 15:00 / fsk / zu Gast: Agnieszka Zwiefka

    wei­te­re Filmpolska Termine:

  • filmPOLSKA – Scarborn

    filmPOLSKA – Scarborn

    Kos / Scarborn

    [Tickets]


    PL 2023
    R: Paweł Maślona
    119 min, OmdU
    B: Michał A. Zieliński
    K: Piotr Sobociński jr.
    S: Piotr Kmiecik
    M: Mikołaj Trzaska
    D: Bartosz Bielenia, Jacek Braciak, Jason Mitchell, Robert Więckiewicz, Agnieszka Grochowska, Łukasz Simlat, Andrzej Seweryn u. a.

    Frühjahr 1794, Polen ist in Aufruhr. General Tadeusz „Kos“ Kościuszko, ein enger Verbündeter von General George Washington und Oberst in der Kontinentalarmee, kehrt in sei­ne pol­ni­sche Heimat zurück. Begleitet wird er von sei­nem dun­kel­häu­ti­gen Freund Domingo, einem ehe­ma­li­gen Sklaven. Gemeinsam pla­nen sie, den pol­ni­schen Adel und die Bauern zu einem Aufstand gegen die Russen zu mobilisieren.

    Doch Kościuszko wird von Anfang an von dem gna­den­lo­sen rus­si­schen Rittmeister Dunin ver­folgt. Der will den General um jeden Preis gefan­gen neh­men, bevor die­ser einen Volksaufstand aus­lö­sen kann. Zur glei­chen Zeit träumt der jun­ge Bauer Ignacy – ein ade­li­ger Bastard – davon, Wappen und Gut von sei­nem leb­li­chen Vater Duchnowski zu erhal­ten. Dieser hat­te ihn kurz vor sei­nem Tod tes­ta­men­ta­risch damit bedacht.

    Ein biss­chen Western, ein biss­chen Tarantino – so respekt­los, gna­den­los und pro­vo­kant wur­de die pol­ni­sche Geschichte lan­ge nicht mehr auf die Leinwand gebracht. Maślona gelang es mit sei­nem zwei­ten Film nicht nur, den Staub eini­ger Historienfilme weg­zu­pus­ten, son­dern auch, den Hauptpreis beim pol­ni­schen Filmfestival in Gdynia zu gewin­nen und ein gro­ßes Publikum jeden Alters ins Kino zu locken. [Bernd Karwen / Rainer Mende]

    15.09. / 15:00 / fsk

    wei­te­re Filmpolska Termine:

  • filmPOLSKA – Imago

    filmPOLSKA – Imago

    Imago

    [Tickets]


    PL/NL/CZ 2023
    R: Olga Chajdas
    113 min, OmeU
    B: Lena Góra & Olga Chajdas
    K: Tomasz Naumiuk
    S: Pavel Hrdlička
    M: Andrzej Smolik
    D: Lena Góra, Bogusława Schubert, Mateusz Więcławek, Wacław Warchoł, Michał Balicki, Wojciech Brzeziński u. a.

    Gdańsk in den Achtzigerjahren – graue Industriemetropole und Fenster zur Welt, Hort katho­li­scher Familientraditionen und Hotspot einer alter­na­ti­ven Jugendkultur, die der New Wave aus Manchester viel näher steht als dem sozia­lis­ti­schen Mainstream aus Warschau. In die­ser explo­si­ven Mischung schlägt sich Ela durch ihr jun­ges Erwachsenenleben. Doch irgend­wie scheint ihr frei­er Geist nicht kom­pa­ti­bel mit dem tra­di­tio­nel­len Erwartungen ihrer Familie zu sein.

    Elas Fluchtwege sind die Musik, die Kunst, die Drogen, der Sex. Wie im Rausch treibt sie aktiv und pas­siv durch die Subkultur der Dreistadt, schein­bar los­ge­löst von Raum und Zeit – die doch ihre Grenzen haben, denn der kom­mu­nis­ti­sche Staat hat Erwartungen in sei­ne Staatsbürgerinnen, vor allem in ihre Rolle als berufs­tä­ti­ge Mütter und Ehefrauen. Die passt nicht zu einer Frau, die Kette raucht, als Sängerin einer Indie-Band näch­te­lang durch die Clubs tin­gelt, an Performances mit­wirkt und deren Leben selbst eine Performance ist.

    In ihrem Zweitwerk taucht Olga Chajdas mit dezi­diert weib­li­chem Fokus tief in das Lebensgefühl der Achtzigerjahre ein, das sie kon­ge­ni­al zitiert – u. a. durch den Retro-Soundtrack von Andrzej Smolik und die kör­nig-ana­lo­gen Bildern von Tomasz Naumiok. Hauptdarstellerin und Co-Autorin Lena Góra schlüpft mit Bravour in ihre bis­her ver­mut­lich schwie­rigs­te Rolle – die ihrer (inzwi­schen ver­stor­be­nen) Mutter, die als Sängerin die nord­pol­ni­sche Kulturszene der Achtzigerjahre präg­te und mit der sie sich durch die­sen Rollentausch aus­söhnt. [Rainer Mende]

    15.09. / 20:00 / fsk

    wei­te­re Filmpolska Termine:

  • filmPOLSKA – Polish Prayers

    filmPOLSKA – Polish Prayers

    Prawy chło­pak / Polish Prayers

    [Tickets]


    PL/CH 2023
    R: Hanna Nobis
    85 min, OmdU
    B: Hanna Nobis & Esther van Messel
    K: Miłosz Kasiura
    S: Bigna Tomschin
    M: Marcel Vaid

    Antek wirkt noch recht unsi­cher, aber im Kreis sei­ner erz­kon­ser­va­ti­ven Bruderschaft fühlt er sich stark. Ihre Werte wie Männlichkeit, Katholizismus und ein tra­di­tio­nel­les Familienbild geben ihm Sicherheit und wenn er mit sei­nen Kumpels gemein­sam gegen LGBTQ+-Demos pro­tes­tiert, ist er als Vorsänger ganz in sei­nem Element. Erst durch eine fes­te Freundin lernt er ande­re Sichtweisen ken­nen – dass man nicht zwin­gend einen Gott braucht, um ein recht­schaf­fe­ner Mensch zu sein, dass man tole­rant gegen­über ande­ren Lebensstilen sein kann und dass Sex vor der Ehe viel­leicht doch nicht unwei­ger­lich in die ewi­ge Verdammnis führt.

    Über einen lan­gen Zeitraum beglei­tet die Regisseurin ihren Protagonisten und doku­men­tiert dabei eine erstaun­li­che Entwicklung. Nicht nur, dass der hage­re, from­me jun­ge Mann auf ein­mal Meditation, Drogen und Bodybuilding für sich ent­deckt. Auch sei­ne Sicht auf die Welt und nicht zuletzt auf sich selbst durch­läuft eine grund­le­gen­de Metamorphose. Aber wie kom­pa­ti­bel ist die­ser neue Antek noch mit sei­nem sozia­len Umfeld, das nach wie vor flei­ßig betet und ein Kind nach dem ande­ren in die Welt setzt?

    Hanna Nobis erzählt eine Geschichte mit über­ra­schen­den Wendungen, die man unmög­lich in einem Drehbuch vor­aus­pla­nen kann. Die Kamera bleibt dabei stets nah an ihrem Beobachtungsgegenstand und wird für ihre Geduld belohnt: Der Film hält immer wie­der inti­me Momente von berü­cken­der Authentizität fest, wie sie im Dokumentarfilm sel­ten sind. [Rainer Mende]

    16.09. / 20:00 / fsk / zu Gast: Hanna Nobis

    wei­te­re Filmpolska Termine:

  • filmPOLSKA – In the Rearview

    filmPOLSKA – In the Rearview

    Skąd dokąd / In the Rearview

    [Tickets]


    PL/FRA/UKR 2023
    R: Maciek Hamela
    84 min, OmdU
    K: Yura Dunay, Wawrzyniec Skoczylas, Marcin Sierakowski & Piotr Grawender
    S: Piotr Ogiński
    M: Antoni Komasa-Łazarkiewicz

    Auch wenn sie nichts sagen, spre­chen ihre Gesichter Bände. Zusammengepfercht sit­zen sie auf den Bänken des Kleinbusses und bli­cken in eine unge­wis­se Zukunft. In ihren Augen sieht man Angst, Erschöpfung, Sorge, sel­ten Erleichterung. Erst lang­sam ver­steht man: Das ist kei­ne Urlaubsreise, son­dern eine Evakuation. Die Passagier*innen las­sen den Krieg im Osten der Ukraine hin­ter sich und mit ihm ihr Hab und Gut, Verwandte, Tiere, ihr bis­he­ri­ges Leben. Eine lan­ge und nicht unge­fähr­li­che Fahrt liegt noch vor ihnen.

    Der Film beschränkt sich in sei­nen Mitteln auf das Nötigste. Meist beob­ach­ten wir die Flüchtenden wie der Fahrer – sta­tisch, im Rückspiegel, den Blick eher zurück als nach vorn gerich­tet. In den weni­gen Szenen außer­halb des Autos ent­fal­tet sich der dra­ma­ti­sche Kontext des Geschehens – trä­nen­rei­che Abschiede, Minen auf der Straße, gespreng­te Brücken und immer wie­der Straßensperren. Und doch gibt es Hoffnung, denn jede Fahrt bringt wie­der eine Handvoll Menschen in Sicherheit. [Rainer Mende]

    17.09. / 20:00 / fsk

    wei­te­re Filmpolska Termine:

  • filmPOLSKA – It’s only/Not Only a Body

    filmPOLSKA – It’s only/Not Only a Body

    To tylko/aż ciało … albo krót­ki film o wol­ności / It’s only/Not Only a Body

    [Tickets]

    PL 2023
    R/B/K: Michał Hytroś
    82 min, OmeU
    S: Yakiv Komarynsky
    M: Magda Kramer & Tomasz Szkiela

    Zosias Körper ist etwas Besonderes. Nicht nur, dass er mit Tattoos über­sät ist, er dient auch als Vorbild. Zosia hilft näm­lich ande­ren Frauen, ein posi­ti­ves Verhältnis zu ihrem Körper zu ent­wi­ckeln. Dann steigt sie in ihr altes Wohnmobil, fährt mit ihnen ins Grüne, greift in Wald und Feld zur Kamera und zeigt mit ihren Fotos, dass jeder Körper als Teil der Natur auf sei­ne Weise schön ist. Die Frauen, die sich von ihr in ästhe­ti­schem Schwarz-Weiß ablich­ten las­sen, tei­len mit ihr nicht nur den Anblick ihrer unver­hüll­ten Körper, son­dern auch ihre Geschichten. Sie erzäh­len von Essstörungen, Bodyshaming, psy­chi­schen Problemen und sozia­ler Ablehnung.

    Doch als wir Zosia näher ken­nen­ler­nen, erfah­ren wir, dass auch sie sich ihre posi­ti­ve Einstellung zu ihrem Körper hart und schmerz­voll erar­bei­ten muss­te. Diese Frau, die ande­ren den Weg zu einem har­mo­ni­schen Körpergefühl ebnet, ist kei­nes­wegs frei von Zweifeln. Ihre rast­lo­se Lebensweise hat ihre Schattenseiten – sie ver­leiht kei­ne Stabilität und erlaubt kei­ne fes­ten sozia­len Bindungen. Irgendwann fühlt Zosia, dass sie sich ent­schei­den muss – wei­ter als Freigeist an wech­seln­den Orten ande­ren hel­fen oder doch sess­haft wer­den und sich mehr um das eige­ne psy­chi­sche Wohl kümmern?

    Michał Hytroś zeich­net – unter­stützt von Karina Paciorkowskas Animationen – anhand der Aufs und Abs sei­ner Protagonistin und ihrer Kundinnen das Kollektivporträt einer Gesellschaft, die zwi­schen tra­dier­ten sozia­len Rollen und post­mo­der­nen Lebenswelten zer­ris­sen ist. Gleichzeitig zeigt er mit gro­ßer Empathie die Haarrisse im Weltbild sei­ner Hauptfigur. [Rainer Mende]

    18.09. / 20:00 / fsk / zu Gast: Michał Hytroś

    wei­te­re Filmpolska Termine:

  • filmPOLSKA – Under The Volcano

    filmPOLSKA – Under The Volcano

    Pod wul­ka­nem / Under The Volcano / Unter dem Vulkan

    [Tickets]

    PL 2024
    R: Damian Kocur
    105 min, OmdU
    B: Damian Kocur & Marta Konarzewska
    K: Nikita Kuzmenko
    S: Alan Zejer
    D: Sofiia Berezovska, Anastasia Karpenko, Roman Lutskyi, Fedir Pugachov u. a.
    Eine Patchwork-Familie aus der ukrai­ni­schen Hauptstadt Kyiw macht Urlaub auf Teneriffa. Kurz vor der Heimreise erreicht sie die Nachricht, dass zu Hause Krieg ist, ihr Flug wur­de gecan­celt. Auf den ers­ten Blick ist die Familie im Paradies gestran­det. Sie darf sogar kos­ten­los im Hotel blei­ben. Aber nie­mand kann fröh­lich Urlaub machen, wenn die Heimatstadt bom­bar­diert wird und Verwandte und Freunde in einem Zug nach Westen oder im Bunker sit­zen. Wie wird es wei­ter­ge­hen? Warum inter­es­siert sich hier eigent­lich kein Mensch dafür, was in Osteuropa pas­siert? Sollen sie heim­keh­ren oder blei­ben?
    Über die­se Fragen und über aller­lei Kleinigkeiten gera­ten die Eltern immer wie­der in Streit. Währenddessen kap­selt sich die 15-jäh­ri­ge Tochter zuneh­mend ab und geht ihren eige­nen Weg. Über der Szenerie thront der ruhen­de Vulkan Pico del Teide. Er ver­deut­licht einer­seits, wie weit ent­fernt vom Grauen die Familie schein­bar (noch) ist, und sym­bo­li­siert ande­rer­seits, wie sehr es unter der Oberfläche mit Sonne, Strand und Straßenfesten bro­delt.
    Wie bereits in sei­nem Debüt „Chleb i sól / Brot und Salz“ erzählt Damian Kocur
    hoch­kon­zen­triert und mit doku­men­ta­ri­schem Duktus in bei­läu­fi­gen Szenen ohne Übergänge, Kunstlicht und auf­wän­di­ge Effekte eine Geschichte über Menschen wie du und ich, die durch ihre Alltäglichkeit unter die Haut geht. [Rainer Mende]
    Vorführungen in Kooperation mit dem FilmFestival Cottbus

    11.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Damian Kocur

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

    UNDER THE VOLCANO by Damian Kocur (2024) – TRAILER
  • filmPOLSKA – Glorious Summer

    filmPOLSKA – Glorious Summer

    [Tickets]

    PL 2025
    R/B: Helena Ganjalyan & Bartosz Szpak
    89 min, OmeU
    K: Tomasz Woźniczka
    S: Alan Zejer
    M: Bartosz Szpak
    D: Magdalena Fejdasz-Hanczewska, Helena Ganjalyan, Daniela Komędera, Weronika
    Humaj u. a.

    Irgendwo im Nirgendwo, jen­seits von Raum und Zeit, brö­ckelt ein Schloss vor sich hin. Es hat nur drei Bewohnerinnen, die bei per­ma­nent som­mer­li­chem Wetter in leich­te Bekleidung und blen­den­des Licht gehüllt ein auf den ers­ten Blick sorg­lo­ses Leben füh­ren. Doch da ist noch etwas. Eine Stimme, die aus jedem Winkel des Hauses den Takt angibt – sie erklärt, wie gut es die Mädchen haben, wäh­rend die­se regel­mä­ßig Rechenschaft able­gen müs­sen.
    Aber in den weni­gen Momenten, in denen sich die jun­gen Frauen unbe­ob­ach­tet füh­len, üben sie für den Ernstfall – für den Moment, in dem sie die­sen Ort ver­las­sen. Denn trotz aller Idylle ist nicht ersicht­lich, ob es sich um das Paradies oder ein streng kon­trol­lier­tes Gefängnis han­delt – Gehirnwäsche inklu­si­ve.
    In for­mal redu­zier­ten, erst nach und nach ihre Geheimnisse preis­ge­ben­den Szenen kippt die schein­ba­re Utopie lang­sam in eine Dystopie und ent­wi­ckelt sich damit zur Parabel über Zuckerbrot und Peitsche, Methoden der Bestrafung und die sub­ti­le Installation eines tota­li­tä­ren Apparats. [Rainer Mende]

    12.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Helena Ganjalyan & Bartosz Szpak

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

    GLORIOUS SUMMER | offi­ci­al inter­na­tio­nal trai­ler | ofic­jal­ny trai­ler międzynarodowy
  • filmPOLSKA – The girl with the needle

    filmPOLSKA – The girl with the needle

    Pigen med nålen / Dziewczyna z igłą / Das Mädchen mit der Nadel

    [Tickets]

    DK/PL/SVE 2024
    R: Magnus von Horn
    115 min, OmdU
    B: Magnus von Horn & Line Langebek
    K: Michał Dymek
    S: Agnieszka Glińska
    M: Frederikke Hoffmeier
    D: Vic Carmen Sonne, Trine Dyrholm, Besir Zeciri, Joachim Fjelstrup, Tessa Hoder, Ava
    Knox Martin, Monika Kępka, Magnus von Horn u. a.

    Europa wird vom Ersten Weltkrieg zer­rüt­tet und Karoline schlägt sich mehr schlecht als recht durch das har­te Leben einer Näherin in einer Kopenhagener Textilfabrik. Zum Glück hat der Fabrikbesitzer ein Auge auf sie gewor­fen, sie wird sogar von ihm schwan­ger – aber sei­ne Mutter sperrt sich gegen die Beziehung und Karoline muss zurück in ihre kal­te, bau­fäl­li­ge Absteige. Dorthin kommt unver­mit­telt ihr tot­ge­glaub­ter Mann schwer ent­stellt von der Front zurück.
    Verzweifelt ver­sucht Karoline, mit einer Nadel das unge­woll­te Kind in ihrem Bauch
    los­zu­wer­den. Eine frem­de Frau ver­hin­dert das in letz­ter Sekunde und lädt sie ein, nach der Geburt zu ihr zu kom­men. Sie will bei der Suche nach wohl­ha­ben­den Adoptiveltern hel­fen. Aber irgend­et­was ist an ihr ver­däch­tig. Ist sie eine barm­her­zi­ge Helferin oder eine skru­pel­lo­se Geschäftsfrau?
    In vir­tuo­sen, redu­zier­ten Schwarz-Weiß-Bildern von Michał Dymek, unter­malt von
    elek­tro­ni­schen Klängen Frederikke Hoffmeiers, erzählt Magnus von Horn vor­der­grün­dig
    ruhig, jedoch in star­ker Verdichtung eine Geschichte, die als Sozialstudie beginnt und sich zur Tragödie aus­wei­tet, deren Relevanz bis in die Gegenwart reicht. Dabei bril­lie­ren die Hauptdarstellerinnen Vic Carmen Sonne und Trine Dyrholm, Für die Szenografie wur­den u. a. Kłodzko, Łódź, Zgierz und Wrocław in Szene gesetzt. [Rainer Mende]

    13.09. / 15:00 / fsk Kino

    wei­te­re filmPOLSKA Termine:

    The Girl with the Needle Trailer #1 (2024)