Toxic

Ein Film von Saulė Bliuvaitė.

[Credits] [Tickets & Termine]] [Trailer]

Die jugend­li­che Marija ver­bringt den Sommer bei ihrer Großmutter in einem Industriegebiet im Hinterland Litauens. Aufgrund ihres Gehfehlers wird sie schnell gemobbt und gerät in eine Prügelei mit der gleich­alt­ri­gen Kristina, die – wie vie­le ande­re Mädchen in die­ser abge­häng­ten Gegend – eine Modelschule besucht. Bald schließt sich auch Marija der kult­ähn­li­chen Institution an. Mit der Aussicht auf eine Karriere in der Modebranche wer­den hier Gefühle von Selbsthass nor­ma­li­siert und Essstörungen sind an der Tagesordnung. Während sich eine inti­me Freundschaft zwi­schen Marija und Kristina ent­wi­ckelt, gera­ten die Mädchen in eine sich immer schnel­ler dre­hen­de Spirale, in der sie ihre Körper auf extre­me Weise missbrauchen.

Beruhend auf eige­nen Erfahrungen offen­bart Regisseurin Saulė Bliuvaitė die toxi­schen Strukturen einer aus­beu­te­ri­schen, patri­ar­cha­len Gesellschaft, mit der vie­le jun­ge Frauen zu kämp­fen haben. Der weib­li­che Körper wird zur Währung, zum mani­pu­lier­ba­ren Objekt – oder viel­leicht doch zum letz­ten Fluchtweg aus einer chan­cen­lo­sen Situation? TOXIC ist von einer inti­men Emotionalität geprägt und bezieht sei­ne Faszination aus dem Gegensatz zwi­schen der Hässlichkeit eines tris­ten Alltags und der Schönheit ech­ter Menschlichkeit und Zuneigung.

(Wichtiger Hinweis: Dieser Film behan­delt Themen im Zusammenhang mit Essstörungen und Körperbildproblemen und beinhal­tet Darstellungen von Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Diese Inhalte könn­ten für Menschen mit einer Essstörung oder einer ent­spre­chen­den Vergangenheit belas­tend sein.
Beratungsstellen fin­den: www.bundesfachverbandessstoerungen.de / www.bzga-essstoerungen.de
Anonyme und kos­ten­freie Onlineberatung: www.ANAD-dialog.de
Hinweis in Kooperation mit ANAD-dia­log erstellt.)

Credits:

Akiplėša
LT 2024, 99 Min., Litauische OmU
Regie: Saulė Bliuvaitė

Kamera: Vytautas Katkus
Schnitt: Ignė Narbutaitė
mit: Ieva Rupeikaitė, Vesta Matulytė, Giedrius Savickas, Vilma Raubaitė, Eglė Gabrėnaitė 

Trailer:
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Autor: fsk

  • Toxic

    Toxic

    Ein Film von Saulė Bliuvaitė.

    [Credits] [Tickets & Termine]] [Trailer]

    Die jugend­li­che Marija ver­bringt den Sommer bei ihrer Großmutter in einem Industriegebiet im Hinterland Litauens. Aufgrund ihres Gehfehlers wird sie schnell gemobbt und gerät in eine Prügelei mit der gleich­alt­ri­gen Kristina, die – wie vie­le ande­re Mädchen in die­ser abge­häng­ten Gegend – eine Modelschule besucht. Bald schließt sich auch Marija der kult­ähn­li­chen Institution an. Mit der Aussicht auf eine Karriere in der Modebranche wer­den hier Gefühle von Selbsthass nor­ma­li­siert und Essstörungen sind an der Tagesordnung. Während sich eine inti­me Freundschaft zwi­schen Marija und Kristina ent­wi­ckelt, gera­ten die Mädchen in eine sich immer schnel­ler dre­hen­de Spirale, in der sie ihre Körper auf extre­me Weise missbrauchen.

    Beruhend auf eige­nen Erfahrungen offen­bart Regisseurin Saulė Bliuvaitė die toxi­schen Strukturen einer aus­beu­te­ri­schen, patri­ar­cha­len Gesellschaft, mit der vie­le jun­ge Frauen zu kämp­fen haben. Der weib­li­che Körper wird zur Währung, zum mani­pu­lier­ba­ren Objekt – oder viel­leicht doch zum letz­ten Fluchtweg aus einer chan­cen­lo­sen Situation? TOXIC ist von einer inti­men Emotionalität geprägt und bezieht sei­ne Faszination aus dem Gegensatz zwi­schen der Hässlichkeit eines tris­ten Alltags und der Schönheit ech­ter Menschlichkeit und Zuneigung.

    (Wichtiger Hinweis: Dieser Film behan­delt Themen im Zusammenhang mit Essstörungen und Körperbildproblemen und beinhal­tet Darstellungen von Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Diese Inhalte könn­ten für Menschen mit einer Essstörung oder einer ent­spre­chen­den Vergangenheit belas­tend sein.
    Beratungsstellen fin­den: www.bundesfachverbandessstoerungen.de / www.bzga-essstoerungen.de
    Anonyme und kos­ten­freie Onlineberatung: www.ANAD-dialog.de
    Hinweis in Kooperation mit ANAD-dia­log erstellt.)

    Credits:

    Akiplėša
    LT 2024, 99 Min., Litauische OmU
    Regie: Saulė Bliuvaitė

    Kamera: Vytautas Katkus
    Schnitt: Ignė Narbutaitė
    mit: Ieva Rupeikaitė, Vesta Matulytė, Giedrius Savickas, Vilma Raubaitė, Eglė Gabrėnaitė 

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  • Klandestin

    Klandestin

    Ein Film von Angelina Maccarone.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eine Mischung aus Polit-Thriller und Drama im Schatten der Frankfurter Hochfinanz-Skyline – in Angelina Maccarones fünf­ten Kinofilm tref­fen dort für eine kur­ze Zeit vier Personen schick­sals­haft auf­ein­an­der. Die Eltern der jun­gen Juristin Amina stam­men aus Marokko, des­halb gilt es für die kon­ser­va­ti­ve Europapolitikerin Mathilda als cle­ve­rer Schachzug, sie als per­sön­li­che Assistentin zu gewin­nen. Mathildas guter Freund aus Jugendtagen, der Brite Richard, hat lan­ge in Marokko gelebt. Jetzt kommt er zurück und braucht für Malik, einen von ihm ille­gal ein­ge­schleus­ten Schützling, ein siche­res Versteck, und fragt aus­ge­rech­net die Politikerin um Hilfe für ein Visum und Unterkunft. Ihrem eige­nen poli­ti­schen Credo wider­spre­chend wil­ligt sie ein, und beauf­tragt Amina, auf den jun­gen Mann in ihrer Wohnung auf­zu­pas­sen. Doch Malik, der von einem bes­se­ren Leben in Europa träumt, will sich nicht ein­sper­ren las­sen. Konsequent erzählt der Film aus den vier Perspektiven, wodurch sich nach und nach erst das gan­ze Bild ergibt.
    „Die Perspektiven bün­deln sich zu einem kalei­do­skop­ar­ti­gen Porträt der gegen­wär­ti­gen, von wach­sendem gegen­sei­ti­gen Misstrauen gekenn­zeich­ne­ten Gesellschaft. Dabei ent­hält sich Angelina Maccarone jeg­li­cher Wertung. Sie zeigt die Bilder, ohne zu sym­pa­thi­sie­ren oder Partei zu ergrei­fen. Und Gewissheiten lässt sie eben­falls nicht zu. Wer sich anfangs ein Urteil über eine der Per­sonen gebil­det hat, wird es irgend­wann revi­die­ren müs­sen. Ganz wie im wirk­li­chen Leben sind die Dinge meist nicht so, wie sie zu sein schei­nen…. Angelina Maccarone hat sich mit „Klandestin“ zudem auf die Spuren Claude Chabrols bege­ben. Sie hat eine Polit-Thriller-Handlung mit poli­ti­scher Analyse und bei­ßen­der Gesellschaftskritik ver­knüpft, ohne dabei die intel­li­gen­te Unterhaltung des Publikums zu ver­nach­läs­si­gen.“ Gaby Sikorski | Programmkino.de

    Credits:

    DE 2024, 124 Min., Deutsch, Englisch, Arabisch OmU
    Regie: Angelina Maccarone

    Kamera: Florian Foest
    Schnitt: Gergana Voigt
    mit: Habib Adda, Lambert Wilson, Barbara Sukowa, Banafshe Hourmazdi, Katharina Schüttler 

    Trailer:
    Klandestin | Trailer [HD]
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  • Im Haus meiner Eltern

    Im Haus meiner Eltern

    Ein Film von Tim Ellrich. Am 12.4. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Vor ein paar Jahren hat­ten wir die Freude, den viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten Dokumentarfilm Mein Vietnam von Thi Hien Mai und Tim Ellrich inner­halb unse­rer Reihe „Dok-Termin“ vor­stel­len zu dür­fen, einen sehr per­sön­li­cher Einblick in das Leben der Eltern der Regisseurin. In sei­nem Spielfilm-Debüt schil­dert Ko- Regisseur Tim Ellrich jetzt eben­falls eine Geschichte aus sei­ner nächs­ten Familie. Holle, eso­te­ri­sche Therapeutin, Tochter und Schwester, muss sich als ein­zi­ge um ihren Bruder Sven küm­mern, bei dem vor vie­len Jahren Schizophrenie dia­gnos­ti­ziert wur­de. Er ver­wei­ger­te jede Behandlung und lebt seit­her zurück­ge­zo­gen auf dem Dachboden im Haus der Eltern, die sich all­mäh­lich, mit zuneh­men­dem Alter, von ihm über­for­dert füh­len. Als ihre Mutter ins Krankenhaus kommt, ver­bringt Holle immer mehr Zeit mit Sven und beim Vater, und ver­nach­läs­sigt ihre eige­ne Beziehung dabei sträf­lich.
    »Die mar­kan­te for­ma­le Gestaltung von Im Haus mei­ner Eltern schiebt der all­zu direk­ten Deutung als auto­bio­gra­fi­sche Nabelschau einen Riegel vor. Mit Schwarz-weiß-Bildern und einem schma­len Bildformat ver­leiht Ellrich der Geschichte einen uni­ver­sel­len Charakter. … Das ein­drucks­volls­te Element des stil­len Dramas ist die Darstellung des psy­chisch erkrank­ten Sven. Fernab kli­schee­haf­ter Darstellungen von Schizophrenie zeigt Ellrich die Erkrankung als Rückzug ins Innere, womit eine Auflösung für die ande­ren ver­bun­den ist.“ Christian Horn | FilmDienst
    Das gran­di­os gespiel­te und stren­gem schwarz-weiß gehal­te­ne Familiendrama wur­de in IFF Rotterdam mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.

    Credits:

    DE 2025, 95 Min,
    Regie: Tim Ellrich
    Kamera: Konstantin Pape
    Schnitt: Tobias Wilhelmer
    mit: Jenny Schily, Ursula Werner, Manfred Zapatka und Jens Brock 

    Trailer:
    Im Haus mei­ner Eltern – trai­ler | IFFR 2025
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  • filmPOLSKA reloaded: It’s only/Not Only a Body

    filmPOLSKA reloaded: It’s only/Not Only a Body

    Am 2.4. um 18:00 im fsk.

    [Tickets]

    Zosias Körper ist etwas Besonderes. Nicht nur, dass er mit Tattoos über­sät ist, er dient auch als Vorbild. Zosia hilft näm­lich ande­ren Frauen, ein posi­ti­ves Verhältnis zu ihrem Körper zu ent­wi­ckeln. Dann steigt sie in ihr altes Wohnmobil, fährt mit ihnen ins Grüne, greift in Wald und Feld zur Kamera und zeigt mit ihren Fotos, dass jeder Körper als Teil der Natur auf sei­ne Weise schön ist. Die Frauen, die sich von ihr in ästhe­ti­schem Schwarz-Weiß ablich­ten las­sen, tei­len mit ihr nicht nur den Anblick ihrer unver­hüll­ten Körper, son­dern auch ihre Geschichten. Sie erzäh­len von Essstörungen, Bodyshaming, psy­chi­schen Problemen und sozia­ler Ablehnung.

    Doch als wir Zosia näher ken­nen­ler­nen, erfah­ren wir, dass auch sie sich ihre posi­ti­ve Einstellung zu ihrem Körper hart und schmerz­voll erar­bei­ten muss­te. Diese Frau, die ande­ren den Weg zu einem har­mo­ni­schen Körpergefühl ebnet, ist kei­nes­wegs frei von Zweifeln. Ihre rast­lo­se Lebensweise hat ihre Schattenseiten – sie ver­leiht kei­ne Stabilität und erlaubt kei­ne fes­ten sozia­len Bindungen. Irgendwann fühlt Zosia, dass sie sich ent­schei­den muss – wei­ter als Freigeist an wech­seln­den Orten ande­ren hel­fen oder doch sess­haft wer­den und sich mehr um das eige­ne psy­chi­sche Wohl küm­mern?

    Michał Hytroś zeich­net – unter­stützt von Karina Paciorkowskas Animationen – anhand der Aufs und Abs sei­ner Protagonistin und ihrer Kundinnen das Kollektivporträt einer Gesellschaft, die zwi­schen tra­dier­ten sozia­len Rollen und post­mo­der­nen Lebenswelten zer­ris­sen ist. Gleichzeitig zeigt er mit gro­ßer Empathie die Haarrisse im Weltbild sei­ner Hauptfigur. [Rainer Mende]

    To tylko/aż ciało … albo krót­ki film o wol­ności / It’s only/Not Only a Body
    PL 2023
    R/B/K: Michał Hytroś
    82 min, OmeU
    S: Yakiv Komarynsky
    M: Magda Kramer & Tomasz Szkiela
    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem fsk Kino

  • Simón de la montaña

    Simón de la montaña

    Ein Film von Federico Luis.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Simóns Verhältnis zu sei­ner Mutter ist schon län­ger schwie­rig. Wirklich zu Hause fühlt er sich nur bei Pehuén und den ande­ren an der Schule für Menschen mit kör­per­li­chen und geis­ti­gen Behinderungen. Dort hat er das Gefühl, er selbst sein zu dür­fen, auch wenn er anders ist als alle anderen.

    In lose ver­bun­de­nen Vignetten tau­chen wir in das Leben einer Gruppe ver­hal­ten­so­ri­gi­nel­ler Jugendlicher ein. Unser Titelheld fühlt sich vor allem an der Seite von Pehuén und Colo wohl (wie die ande­ren kogni­tiv Eingeschränkten von Laien gespielt) – ein­mal, als die bei­den Sex haben, steht er sogar für sie Schmiere. Doch irgend­wann fragt sich, was Simón an die­ser Schule eigent­lich ver­lo­ren hat und war­um er sich hier zuge­hö­rig fühlt. Luis’ unge­wöhn­li­ches Drama stellt unse­re Wahrnehmung von Menschen, die wir als „anders“ qua­li­fi­zie­ren, auf die Probe. Sein Plädoyer lässt vie­les offen, aber kei­nen Zweifel: Verbundenheit kann nur durch Offenheit ent­ste­hen. (Roman Scheiber)

    Credits:

    Argentinien, Uruguay, Chile 2024, 97 Min., span. OmU
    Regie: Federico Luis
    Kamera: Marcos Hastrup
    Schnitt: Tomás Murphy, Andrés Medina
    mit: Lorenzo Ferro, Pehuén Pedre, Kiara Supini, Laura Nevole, Agustín Toscano, Camila Hirane

    Trailer:
    Simón de la Montana ab 27.03.25 im Kino
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  • Oslo Stories: Sehnsucht

    Oslo Stories: Sehnsucht

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am stärks­ten im Fokus steht das freund­li­che Verwischen von Grenzen zwi­schen den Identitäten und Orientierungen im Film Sehnsucht / Sex. Es ist zugleich der lus­tigs­te Teil der Trilogie. Der Film star­tet mit Aufnahmen vom Osloer Umland: Auffahrtstraßen, Industriegebiet, im Gemeindeschwimmbad zie­hen Menschen ihre Bahnen. Dann beginnt ein namen­lo­ser Mann , Schornsteinfeger, Familienvater, Mitte vier­zig, von sei­nem ver­wir­ren­den Traum zu erzäh­len – ein­fach so, beim Mittagessen im Pausenraum.
    David Bowie und er, erzählt der Mann, sei­en sich in sei­nem Traum in einer Toilette begeg­net, und Bowie hät­te ihn gemus­tert, als wäre er, der Schornsteinfeger, eine Frau. Die Blicke sei­en nicht abwer­tend gewe­sen, ein­fach nur anders. Nein, eigent­lich sogar ange­nehm.
    Sein bes­ter Freund, eben­falls Schornsteinfeger, Familienvater, Mitte vier­zig, hört ihm auf­merk­sam und ver­ständ­nis­voll zu. Dann erzählt er, wie ihm jüngst ein Klient nach geta­ner Arbeit Zeichen gege­ben habe, an ihm inter­es­siert zu sein. Erst habe er gezö­gert, dann hät­ten sie Sex gehabt. »Wie er mich ange­se­hen hat, das habe ich noch nie erlebt«, sagt der Freund. »Als hät­te er Lust auf mich. Regelrecht scham­los.«
    Später erzählt der Freund auch sei­ner Ehefrau von dem Sex. Sein Argument: Gerade weil es mit einem Mann gewe­sen sei und er ganz offen dar­über spre­che, habe er sie nicht betro­gen. Doch das sieht die Ehefrau ganz anders….“
    Hannah Pilarczyk | Der Spiegel
    Und natür­lich besteht auch hier viel Gesprächsbedarf.

    Credits:

    OT: Sex
    DE 2023, 90 Min., norw. OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud
    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad
    mit: Jan Gunnar Røise, Thorbjørn Harr, Siri Forberg, Birgitte Larsen

    Trailer:
    Sex Trailer | OIFF 2024
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  • Oslo Stories: Träume

    Oslo Stories: Träume

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach Oslo-Stories: Liebe, die­sem Filmjuwel, dass sich bis­her viel zu vie­le haben ent­ge­hen las­sen, kommt hier schon der nächs­te Teil von Dag Johan Haugeruds Oslo-Trilogie ins Kino, und er bringt wert­vol­les Gepäck mit – den Goldenen Bären der letz­ten Berlinale. Die Tradition des Festivals, expli­zit poli­tisch zu lesen­de Filme aus­zu­zeich­nen, wur­de dies­mal unter­bro­chen. Träume ist des­we­gen nicht min­der auf­re­gend.
    Die 17-jäh­ri­ge Johanne ver­liebt sich Hals über Kopf in ihre neue Lehrerin. Im spä­te­ren Verlangen, die­se wich­ti­ge Zeit für sich fest­zu­hal­ten, ver­packt sie die Erlebnisse in eine Erzählung. Als erst ihre Mutter, und spä­ter auch ihre Großmutter, eine bekann­te Dichterin, den Text lesen, ist die Aufregung groß. Bewunderung und Stolz, Sorge und sogar Konkurrenzangst wech­seln sich ab, und zwi­schen den Frauen drei­er Generationen gibt es viel Gesprächsbedarf.
    Träume ist einer­seits ein sehr ein­fa­cher Film, der eine klei­ne Geschichte ohne dra­ma­ti­sche Wendungen erzählt. Andererseits ist Träume ein sehr kom­ple­xer Film, der auf meh­re­ren klug ver­schach­tel­ten Ebenen dar­über nach­denkt, wie Texte, die Realität, die sie beschrei­ben, und die Menschen, die sie ver­fas­sen oder rezi­pie­ren, mit­ein­an­der ver­bun­den sind, und wie ihre Bedeutungen einer per­ma­nen­ten Veränderung unter­wor­fen sind – je nach­dem wer was wann war­um wo sagt oder hört, oder auch ver­schweigt. Und schließ­lich ist Träume ein sehr freund­li­cher, tröst­li­cher Film, der von Wandelbarkeit erzählt. Wo die meis­ten Filme ver­su­chen, eine mehr­deu­ti­ge und unor­dent­li­che Realität in eine sinn­haf­te Geschichte zu ver­wan­deln, unter­nimmt Träume das Gegenteil. Jede Szene, jede Person, jede Form des Diskurses fügt der Welt, die Träume abbil­det, eine neue Facette hin­zu, macht sie grö­ßer, offe­ner, viel­fäl­ti­ger. Für mich hät­te Träume ein­fach immer wei­ter gehen kön­nen.“ Hendrike Bake | indiekino

    Die drei „Oslo-Stories“ bil­den eine ein­zig­ar­ti­ge Filmtrilogie. Liebe (Venedig Wettbewerb 2024), Träume (Berlinale Goldener Bär 2025) und Sehnsucht / Sex (Berlinale Panorama 2024) sind drei jeweils eigen­stän­di­ge Filme mit neu­en Figuren und einer unab­hän­gi­gen Geschichte, und jeder ist ein Ereignis. Getrennt von­ein­an­der wer­fen sie jeweils einen neu­en Blick auf die Dinge, die unser Leben bestim­men. Erzählen von Liebe, Sehnsucht und Träumen, hin­ter­fra­gen Identität, Gender und Sexualität, ent­wer­fen mit fas­zi­nie­ren­den Charakteren und klu­gen Dialogen gewitzt und nah­bar Utopien, wie wir auch zusam­men­le­ben könn­ten. Und Oslo sehen wir aus der Perspektive der Protagonisten: inner­städ­tisch bei Träume, hoch auf den Dächern bei Sehnsucht / Sex und in Liebe wird stän­dig der Oslofjord mit der Fähre überquert.

    Goldener Bär – Berlinale 2025

    Credits:

    NO 2024, 110 Min., nor­we­gi­sche OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud

    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad
    mit: Ella Øverbye, Selome Emnetu, Ane Dahl Torp, Anne Marit Jacobsen

    Trailer:
    DREAMS (SEX LOVE) International Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Oslo-Stories: Liebe

    Oslo-Stories: Liebe

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Dag Johan Haugeruds Trilogie Oslo Stories besteht aus drei jeweils eigen­stän­di­gen Filmen mit einer unab­hän­gi­gen Geschichte. Der Teil Träume („Der mit der Lehrerin“, ab 8.5.) hat gera­de den Goldenen Bären gewon­nen, Sehnsucht heist im Original Sex („Der mit den Dachdeckern“, Panorama 2024, ab 22.5.) und zuerst nun der Teil Liebe („Der mit der Fähre“ Venedig 2024)

    Oslo Stories: LIEBE ist ein roman­ti­scher Film, der Sexualität, Beziehungen und Liebe erforscht und sich um einen schwu­len Krankenpfleger und eine hete­ro­se­xu­el­le Ärztin dreht. In vie­ler­lei Hinsicht ist die­ser Film uto­pisch: Er han­delt vom Streben nach sexu­el­ler und emo­tio­na­ler Nähe zu ande­ren, ohne sich dabei unbe­dingt an die gesell­schaft­li­chen Normen und Konventionen zu hal­ten, die Beziehungen regeln. Die weib­li­che Sexualität, die in vie­len Teilen der Gesellschaft sowohl von Männern als auch von Frauen stän­dig unter die Lupe genom­men und in Frage gestellt wird, ist ein zen­tra­ler Schwerpunkt des Films. Wir haben noch nicht den Punkt erreicht, an dem Frauen Entscheidungen in Bezug auf ihre Sexualität und ihr Liebesleben tref­fen kön­nen, ohne sich ver­tei­di­gen oder erklä­ren zu müs­sen. Der Film deu­tet auch an, dass bestimm­te Erfahrungen und Praktiken inner­halb der homo­se­xu­el­len Gemeinschaft wert­vol­le Erkenntnisse für die Gesellschaft im Allgemeinen bie­ten könn­ten.
    Aber im Kern geht es in dem Film um die Frage, wie man Gutes tun kann. Ich glau­be, dass Fiktion eine ent­schei­den­de Rolle dabei spielt, sich alter­na­ti­ve Welten und Prspektiven vor­zu­stel­len. Sie ermög­licht es den Menschen, sich aus­zu­drü­cken und auf unge­wöhn­li­che Weise zu han­deln. Für mich besteht eine wich­ti­ge Funktion der Fiktion dar­in, neue Denkweisen im wirk­li­chen Leben zu inspi­rie­ren. Mit Oslo Stories: LIEBE – und der gesam­ten Trilogie – war es mein vor­ran­gi­ges Ziel, zu ver­mit­teln, dass neue Denk- und Verhaltensweisen mög­lich sind.

    Dag Johan Haugerud

    Credits:

    Love
    NO 2024, 119 Min, Norwegische OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud
    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad,
    mit: Andrea Bræin Hovig, Tayo Cittadella Jacobsen, Marte Engebrigtsen, Lars Jacob Holm, Thomas Gullestad

    Trailer:
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  • Der Code

    Der Code

    Ein Film von Assaf Lapid.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der ande­re Planet, mit nichts in die­ser Welt ver­gleich­bar – das war für ihn Auschwitz. Hier erleb­te Yehiel De-Nur die Schrecken der Shoah, die er nach dem Krieg unter dem Pseudonym Ka.tzetnik lite­ra­risch radi­kal ver­ar­bei­te­te. Über Gewalt, Folter und Kannibalismus schrei­bend wur­de er immer wie­der zum Häftling, wäh­rend er gleich­zei­tig ein bür­ger­li­ches Leben führte.

    Die radi­ka­le Aufspaltung in zwei Persönlichkeiten war Yehiel De-Nurs (geb. Feiner) Strategie, um mit sei­nem Trauma umzu­ge­hen. Wenn er als Ka.tzetnik abge­kap­selt und in Häftlingskleidung sei­ne inter­na­tio­na­len Bestseller ver­fass­te, war er wie­der auf dem „ande­ren Planeten“, den die Kunstfigur mit dem KZ im Namen nie ver­las­sen hat­te. Die Bücher von Ka.tzetnik haben Israel bewegt. Er reflek­tier­te dar­in Gewaltexzesse, deren Nähe zu sexu­ell kon­no­tier­ter Gewalt, die Abgründe des Menschlichen, und pro­vo­ziert dabei – als Holocaust-Überlebender – mit Titeln wie „Ich bin der SS-Mann. Eine Vision“ (Ein ande­rer bekann­ter Titel des Buches ist: „Shvitti. Eine Vision“). Auch der Name der Indie-Band „Joy Division“ geht auf ein Buch von Ka.tzetnik zurück.
    De-Nur hin­ge­gen fass­te als beschei­de­ner Ehemann und lieb­vol­ler Vater in Israel wie­der Fuß. Erst der Eichmann-Prozess, wo De-Nur und Ka-Tzetnik im Zeugenstand erst­mals auf­ein­an­der­tra­fen, brach­te die­ses Konstrukt zum Einsturz. Der auch 30 Jahre nach dem Krieg noch von sei­nem Trauma Verfolgte hoff­te, in den Niederlanden durch eine LSD-Therapie end­lich Frieden zu fin­den.
    Die Dokumentar-Biografie über­setzt die­se Persönlichkeitsspaltung in Bilder. Während wir in Berichten von Zeitzeuginnen und Forscherinnen der Person De-Nur begeg­nen, füh­ren uns ani­mier­te Sequenzen in die Gedankenwelt des Autors und sei­ner lite­ra­ri­schen Figur Ka.tzetnik. Dabei wird nicht nur die Frage nach Möglichkeiten der Traumabewältigung gestellt, son­dern auch nach dem Wert sub­jek­ti­ver Wahrheit.
    Rainer Mende

    Credits:

    The Return from the Other Plaent
    DE/IL 2023, 81 Min., eng­lisch, hebrä­isch, jid­disch, nie­der­län­disch OmU
    Regie: Assaf Lapid

    Kamera: Talia Tulik Galon, Jörg Adams
    Schnitt: Nohar Avigail Haseen, Assaf Lapid 

    Trailer:
    The Return from the Other Planet_English Trailer
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  • Primadonna – Das Mädchen von morgen

    Primadonna – Das Mädchen von morgen

    Ein Film von Marta Savina. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sizilien in den 1960-er Jahren. Den gesell­schaft­li­chen, auch vom Gesetz gestütz­ten Vorstellungen nach ver­liert eine unver­hei­ra­te­te Frau mit dem ers­tem Sex auch ihre Ehre, die nur durch eine Heirat wie­der her­ge­stellt wer­den kann, Vergewaltigungsopfer nicht aus­ge­nom­men (Matrimonio ripa­ra­to­re – repa­rie­ren­de Heirat). Das erleb­te sei­ner­zeit die 17-jäh­ri­ge Franca Viola, an deren Fall sich PRIMADONNA anlehnt.
    Im Film heißt sie Lia, ist zurück­hal­tend, aber eigen­wil­lig und weiß, was sie will, Felder bestel­len liegt ihr bei­spiels­wei­se mehr als Hausarbeit. Nach einem kur­zen Flirt mit Lorenzo, dem char­man­ten Sohn des mafiö­sen Großunternehmers im Dorf, erkennt sie schnell, das es gar nicht passt. Der jun­ge Mann aber gibt nicht auf: er ent­führt und ver­ge­wal­tigt sie.
    Um her­nach ihre „Ehre wie­der­her­zu­stel­len“ soll sie ihn hei­ra­ten. Unterstützt von ihren Eltern wei­gert sich Lia, und da lässt sei­ne Familie sie ihre Macht spü­ren. Es kommt es zu Drohungen, Beleidigungen, Ausgrenzung und Schlimmeren. Schließlich macht Lia den uner­wart­ba­ren Schritt: sie zeigt Lorenzo an.
    In ihrem Spielfilmdebüt, dem Cinema!Italia! 2024 Publikumspreisgewinner, folgt Marta Savina Lia in ihrem bäu­er­li­chen Alltag, beob­ach­tet ihr Schweigen über die Vergewaltigung und umge­kehrt den media­len Rummel um den Prozess. Gegen alle Wahrscheinlichkeit bekommt Lia Recht, und ist damit ein Vorbild für ande­re. In der Realität dau­er­te es noch lan­ge, bis der Artikel 544* aus dem ita­lie­ni­schen Strafgesetzbuch gestri­chen wur­de.
    Für jedes Delikt des ers­ten Abschnitts (…) löscht die Ehe, die der Urheber einer Verletzung mit der ver­letz­ten Person ein­geht, das Verbrechen aus, auch in Bezug auf die­je­ni­gen, die an der glei­chen Straftat teil­ge­nom­men haben.

    Credits:

    IT 2023, 102 Min., Italienische OmU
    Regie: Marta Savina
    Kamera: Francesca Amitrano
    Schnitt: Paola Freddi

    mit: Claudia Gusmano, Fabrizio Ferracane, Manuela Ventura, Dario Aita

    Trailer:
    Trailer „Primadonna”
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