Kommunion

Ein Film von Anna Zame­cka. Ab 4.Mai im Kino.

 [im Kino] [Pres­se­zo­ne]

Die 14-jährige Ola küm­mert sich um ihren jün­ge­ren autis­ti­schen Bru­der Niko­dem, der bald zum ers­ten Mal die hei­li­ge Kom­mu­ni­on emp­fan­gen soll. Bedin­gung für Letz­te­res ist aller­dings, dass er die münd­li­che Prü­fung besteht, des­halb lernt Ola mit ihm all das, was ein Katho­lik über sei­nen Glau­ben wis­sen soll­te, und malt in den schwär­zes­ten Far­ben aus, was pas­sie­ren könn­te, wenn er durch­fällt. Mit Hil­fe von Bana­nen­schei­ben wird schließ­lich auch geübt, wie man die Hos­tie rich­tig ent­ge­gen nimmt. Dane­ben küm­mert sich Ola um den Haus­halt und dar­um, dass der Vater, den es immer wie­der in die Knei­pe zieht, bald wie­der zu Hau­se ist. Zur Mut­ter besteht nur tele­fo­nisch Kon­takt, bei jedem Gespräch mit ihr ver­sucht Ola sie zu über­re­den, zur Kom­mu­ni­on­fei­er von Niko­dem zu kom­men – mit dem Hin­ter­ge­dan­ken, dass sich die Fami­lie dabei ja auch wie­der ver­ei­nen und die Mut­ter dann zurück zu ihnen zie­hen könn­te.
Im Direct Cinema-Stil gedreht, beschränkt sich KOMMUNION ganz dar­auf, den Lebens­all­tag von Ola und Niko­dem zu doku­men­tie­ren. Dabei ent­fal­tet sich das wech­sel­vol­le und inten­si­ve Ver­hält­nis zwi­schen den bei­den sich selbst über­las­se­nen Jugend­li­chen.

Der Rea­li­tät, die kaum Raum zum Atmen lässt, ein­ge­fan­gen mit beklem­men­der Unmit­tel­bar­keit, set­zen die Teen­ager all ihre Lebens­kraft ent­ge­gen.”
Kata­log­text Dok Leip­zig | Lars Mey­er

Ola sitzt auf einer rüt­teln­den Wasch­ma­schi­ne und hält wäh­rend­des­sen die Spü­le fest, die neben­an steht und mit­schep­pert. Es macht den Ein­druck, als wür­de ihr, wür­de sie nicht mit dem Kör­per gegen­steu­ern, die Welt um die Ohren flie­gen. Ihr jun­ger, dün­ner Kör­per wird mit einer ein­zi­gen Ein­stel­lung zum Atlas. Sie ist vier­zehn Jah­re alt, und auf ihr las­tet ein enor­mer Druck. Anna Zame­ck­as Kom­mu­ni­on zeigt uns, wie Ola den Haus­halt schmeißt, die Schul­hef­te für ihren jün­ge­ren, autis­ti­schen Bru­der Niko­dem sor­tiert und ihn auf die anste­hen­de Kom­mu­ni­on vor­be­rei­tet, die in der pol­ni­schen Pro­vinz nicht unwe­sent­lich zum Leben gehört. Nur ein­mal sehen wir Ola in einer Art Kin­der­dis­ko, in der Jun­gen und Mäd­chen auf getrenn­ten Sei­ten tan­zen. Dort tritt sie auf wie eine Ein­hei­ze­rin. Ihre Bewe­gun­gen sind die aus­la­dends­ten, sie ist die Ein­zi­ge, die in die Musik hin­ein­brüllt, die Kon­takt mit der Jungs­sei­te auf­nimmt, indem sie Stin­ke­fin­ger hin­über­schickt. Mit dem Anschwel­len der Musik ermäch­tigt sich Ola über Raum und Men­schen. Sie wird zur zen­tra­len, das Gesche­hen struk­tu­rie­ren­den Figur – und es ist ihr Tanz, es sind ihre aggres­si­ven und zugleich aus­ge­las­se­nen Bewe­gungs­kon­fi­gu­ra­tio­nen, die das leis­ten. ”
critic.de – Lucas Stern

Young Eyes Film Award | Dok Leip­zig 2016
Bes­ter Doku­men­tar­film | Pol­ni­scher Film­preis 2017

OT: Komu­nia
Polen 2016, 72 Min., pol­ni­sche OmU
Regie & Buch: Anna Zame­cka
Pro­duk­ti­on: Anna Wydra, Anna Zame­cka, Zuz­an­na Król, Han­ka Kas­te­li­co­va, Iza­be­la Łopuch
Kame­ra: Małgorz­a­ta Szyłak
Schnitt: Agnies­z­ka Glińs­ka, Anna Zame­cka, Wojciech Janas

Ver­leih unter­stützt von:

Trai­ler zum Film Kom­mu­ni­on from Peri­pher Film­ver­leih on Vimeo.