Im Prinzip Familie

Im Prinzip Familie

Ein Film von Daniel Abma.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

In einem Haus am Ufer eines idyl­li­schen Sees, umge­ben von dich­ten Wäldern, arbei­ten drei Erzieher:innen im Schichtdienst in einer Wohngruppe. Die Kinder nen­nen sie Herr Wagner, Frau Wagner und Herr Gerecke. Kochen, waschen, ein­kau­fen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule und Freizeitaktivitäten zu brin­gen, gehört eben­so zu ihrem Alltag, wie zuhö­ren, trös­ten, auf dem Sofa kuscheln, Filmabende und Gute-Nacht-Geschichten vor­le­sen. Die Betreuer:innen wol­len kei­ne Ersatzeltern sein, und den­noch zei­gen, wie sich ein fami­liä­res Miteinander anfüh­len kann.

Alle fünf Kinder, die hier leben, ver­eint vor allem eines: der Wunsch eines Tages nach Hause zurück­zu­keh­ren. Dafür set­zen sich die Erzieher:innen uner­müd­lich ein: sie spre­chen mit Vormund, Eltern und Jugendamt, doku­men­tie­ren, orga­ni­sie­ren, set­zen gemein­sam Ziele und tref­fen Verabredungen – und sind nicht sel­ten dar­über ent­täuscht, dass die­se nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Das erin­nert an einen Kampf gegen Windmühlen, an den Grenzen eines über­for­der­ten Systems.

Was frü­her das Dorf war, ist heu­te der kom­ple­xe Apparat der Kinder- und Jugendhilfe. Spätestens seit der Pandemie gilt das Berufsfeld als sys­tem­re­le­vant, und den­noch bleibt die beson­de­re wie her­aus­for­dern­de Arbeit der Fachkräfte, ihr enga­gier­ter Einsatz zum Wohl der Kinder, meist unsicht­bar. IM PRINZIP FAMILIE gewährt über ein Jahr lang einen inti­men Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und rich­tet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag dar­an arbei­ten, den Kindern das zu geben, was sie am meis­ten brau­chen: Geborgenheit und jeman­den, der auf ihrer Seite steht.

Der Film ist nomi­niert für den Deutschen Kamerapreis (Kamera: Johannes Praus) und wur­de u.a. mit dem ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness (DOK Leipzig Filmfestival 2024) und dem Perception Change Award der Vereinten Nationen beim Filmfestival Visions du Réel 2025 in der Schweiz ausgezeichnet.

Credits:

DE 2024, 91 Min., dt. OmeU
Regie: Daniel Abma

Kamera: Johannes Praus
Schnitt: Jana Dugnus 

Trailer:
nach oben

Kategorie: Vorstellung

  • Im Prinzip Familie

    Im Prinzip Familie

    Ein Film von Daniel Abma.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In einem Haus am Ufer eines idyl­li­schen Sees, umge­ben von dich­ten Wäldern, arbei­ten drei Erzieher:innen im Schichtdienst in einer Wohngruppe. Die Kinder nen­nen sie Herr Wagner, Frau Wagner und Herr Gerecke. Kochen, waschen, ein­kau­fen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule und Freizeitaktivitäten zu brin­gen, gehört eben­so zu ihrem Alltag, wie zuhö­ren, trös­ten, auf dem Sofa kuscheln, Filmabende und Gute-Nacht-Geschichten vor­le­sen. Die Betreuer:innen wol­len kei­ne Ersatzeltern sein, und den­noch zei­gen, wie sich ein fami­liä­res Miteinander anfüh­len kann.

    Alle fünf Kinder, die hier leben, ver­eint vor allem eines: der Wunsch eines Tages nach Hause zurück­zu­keh­ren. Dafür set­zen sich die Erzieher:innen uner­müd­lich ein: sie spre­chen mit Vormund, Eltern und Jugendamt, doku­men­tie­ren, orga­ni­sie­ren, set­zen gemein­sam Ziele und tref­fen Verabredungen – und sind nicht sel­ten dar­über ent­täuscht, dass die­se nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Das erin­nert an einen Kampf gegen Windmühlen, an den Grenzen eines über­for­der­ten Systems.

    Was frü­her das Dorf war, ist heu­te der kom­ple­xe Apparat der Kinder- und Jugendhilfe. Spätestens seit der Pandemie gilt das Berufsfeld als sys­tem­re­le­vant, und den­noch bleibt die beson­de­re wie her­aus­for­dern­de Arbeit der Fachkräfte, ihr enga­gier­ter Einsatz zum Wohl der Kinder, meist unsicht­bar. IM PRINZIP FAMILIE gewährt über ein Jahr lang einen inti­men Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und rich­tet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag dar­an arbei­ten, den Kindern das zu geben, was sie am meis­ten brau­chen: Geborgenheit und jeman­den, der auf ihrer Seite steht.

    Der Film ist nomi­niert für den Deutschen Kamerapreis (Kamera: Johannes Praus) und wur­de u.a. mit dem ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness (DOK Leipzig Filmfestival 2024) und dem Perception Change Award der Vereinten Nationen beim Filmfestival Visions du Réel 2025 in der Schweiz ausgezeichnet.

    Credits:

    DE 2024, 91 Min., dt. OmeU
    Regie: Daniel Abma

    Kamera: Johannes Praus
    Schnitt: Jana Dugnus 

    Trailer:
    nach oben
  • Das Fest geht weiter!

    Das Fest geht weiter!

    Ein Film von Robert Guédiguian. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]


    Nach einem Ausflug ins afri­ka­ni­sche Mali kehrt der fran­zö­si­sche Regisseur Robert Guédiguian für Das Fest geht wei­ter in sei­ne Heimat Marseille zurück, der Stadt in der er einen Großteil sei­ner Filme insze­niert hat, deren Menschen und Macken er kennt und por­trä­tiert wie kein Zweiter. Fast doku­men­ta­risch mutet sein Blick daher an, sozia­lis­tisch und huma­nis­tisch, wenn­gleich auch zuneh­mend skeptisch.Am 5. November 2018 stürz­ten in Marseille zwei Gebäude ein, acht Menschen kamen unter den Trümmern ums Leben. Schauplatz war das Viertel Noailles, unweit des Hafens gele­gen, dort wo das tra­di­tio­nel­le Marseille noch deut­li­cher zu spü­ren ist, als in den schi­cke­ren, moder­ne­ren Vierteln. …
    Mit Bildern der ein­ge­stürz­ten Häuser beginnt Das Fest geht wei­ter und ver­or­tet sich dadurch kon­kret in Raum und Zeit, auch wenn sich im Folgenden die Geschichte um fik­ti­ve Figuren ent­wi­ckelt. Die wer­den aller­dings von Schauspielern ver­kör­pert, die schon oft in den Filmen von Robert Guédiguian zu sehen waren, die dadurch fast eben­so wie Einwohner von Marseille wir­ken, wie der Autor und Regisseur selbst zu einer Art Chronist sei­ner Heimatstadt gewor­den ist.
    Hauptfigur ist Rosa, Witwe, Mutter von zwei schon erwach­se­nen Söhnen. Als Krankenschwester arbei­tet sie, bald will sie in den Ruhestand gehen, was für eine umtrie­bi­ge, sozi­al enga­gier­te Person wie sie es ist, kaum denk­bar erscheint. Nicht nur im Krankenhaus, auch im Privaten küm­mert sich Rosa eher um ande­re Menschen als um sich selbst … . Aus die­sem Grund kan­di­diert die umtrie­bi­ge Rosa auch bei den bald anste­hen­den Kommunalwahlen, ange­sichts ihrer Beliebtheit im Viertel steht ihrem Einzug in den Stadtrad nichts ent­ge­gen. Doch dann lernt Rosa Alice Vater Henri ken­nen, der gera­de sein klei­nes Buchgeschäft auf­ge­ge­ben hat und sich nun end­gül­tig aus­schließ­lich den schö­nen Dingen des Lebens wid­men möch­te. Zum ers­ten Mal seit sehr lan­ger Zeit spürt Rosa das Bedürfnis, sich mehr um sich selbst zu küm­mern.
    Auf dem Papier könn­te man Das Fest geht wei­ter für eine leich­te, harm­lo­se roman­ti­sche Komödie hal­ten, in der ein älte­res Paar ein spä­tes Glück erlebt. Doch auch wenn Robert Guédiguian nicht mit Bildern glei­ßen­der Sonnenuntergänge spart, in denen Marseille traum­haft schön wirkt, hat sein Film auch eine ande­re Ebene. Als aus­ge­wie­se­ner Sozialist hat der inzwi­schen 71jährige Regisseur immer wie­der die Notwendigkeit und Bedeutung von per­sön­li­chem Engagement the­ma­ti­siert, vom gesell­schaft­li­chen Miteinander, von Bürgerinitiativen und leb­haf­ten, laut­star­ken Protesten.“ Michael Meyns

    Credits:

    Et la fête con­ti­nue ! 
    FR/IT 2023, 106 Min., frz. OmU
    Regie: Robert Guédiguian
    Kamera: Pierre Milon
    Schnitt: Bernard Sasia
    mit: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Lola Naymark, Grégoire Leprince-Ringuet, Robinson Stévenin.

    Trailer:
    nach oben

  • Black Tea

    Black Tea

    Ein Film von Abderrahmane Sissako.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Aya, eine jun­ge ivo­ri­sche Frau, sagt an ihrem Hochzeitstag zum Erstaunen und Entsetzen aller „Nein“. Sie lässt die Elfenbeinküste hin­ter sich und beginnt ein neu­es Leben in Guangzhou, China. In die­sem pul­sie­ren­den Viertel, „Chocolate City“ genannt, zählt die afri­ka­ni­sche Diaspora offi­zi­ell 20000 Menschen, geschätzt wird aber ein viel­fa­ches. Hier trifft die afri­ka­ni­sche auf die chi­ne­si­sche Kultur, hier fin­det Aya Arbeit in einem tra­di­tio­nel­len Tee-Laden. Der chi­ne­si­sche Besitzer Cai weist sie in die Kunst der Teezeremonie ein und lang­sam ent­wi­ckelt sich eine zärt­li­che Liebe zwi­schen den bei­den, eine behut­sa­me und sinn­li­che Annäherung, gelei­tet von Interesse, Neugier und Offenheit.
    Abderrahmane Sissako (Regisseur u.a. von Bamako und TimbuktuBlack Tea ist sein sechs­ter Film im fsk-Kino) wirft einen höchst fas­zi­nie­ren­den Blick auf die Verflechtung der Kulturen in unse­rer heu­ti­gen glo­ba­li­sier­ten Welt. Recherchiert haben Sissako und sei­ne Drehbuchautorin Kessen Tall in Guangzhou, gedreht aber wur­de in Taiwan.
    „China und Afrika unter­hal­ten viel­fa­che Beziehungen, da liegt es doch nahe, dass Menschen sich auch pri­vat näher­kom­men. Allerdings sind die Beziehungen nicht immer kon­flikt­frei: Rassismus ist in China stark ver­brei­tet, bei den Wirtschaftsbeziehungen geht es um Weltmachtpolitik und nicht um Völkerfreundschaft.
    Abderrahmane Sissako weiß das alles, aber ihm geht es um eine posi­ti­ve Utopie: Black Tea hat etwas von der Traumatmosphäre des gro­ßen Studiokinos. Die Kultur des Tees, die auf jahr­hun­der­te­al­tem Wissen und auf Plantagen in wun­der­schö­nen Landschaften beruht, ist so etwas wie eine moder­ne Religion, auf die sich ein Mann aus China und eine Frau aus der Elfenbeinküste eini­gen kön­nen. Je mehr Aya und Cai ein­an­der näher­kom­men, des­to deut­li­cher wird auch eine lan­ge Geschichte der Beziehungen zwi­schen China und Afrika erkenn­bar. Politik ist all­ge­gen­wär­tig in Black Tea, aber sie bleibt im Hintergrund. Im Vordergrund sehen wir eine fast schon zere­mo­ni­el­le, äußerst sub­til insze­nier­te Romanze mit Hindernissen, die zum Schönsten gehört, das man zuletzt im Kino sehen konn­te.“
    Bert Rebhandl | Tip-Magazin

    Credits:

    FR/MR/LU/TW/CI 2024, 111 Min., Mandarin, Französisch, Englisch, Portugiesisch OmU
    Regie: Abderrahmane Sissako
    Kamera: Aymerick Pilarski
    Schnitt: Nadia Ben Rachid
    mit Nina Mélo, Chang Han, Wu Ke-Xi, Michael Chang

    Trailer:
    nach oben
  • Copa 71

    Copa 71

    Ein Film von Rachel Ramsay und James Erskine.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    August 1971: Mexico City ist Austragungsort für ein rie­si­ges Fußballspektakel, bei dem Teams aus England, Argentinien, Mexiko, Frankreich, Dänemark und Italien auf­ein­an­der­tref­fen. Über 100.000 Fans ver­wan­deln das his­to­ri­sche Azteca-Stadion Spiel für Spiel in einen Ort der Begeisterung, das Fernsehen berich­tet durch­ge­hend. Die Atmosphäre erin­nert an die größ­ten Momente der inter­na­tio­na­len Fußballgeschichte. Aber die­ses Turnier ist anders als alles, was es vor­her gab, denn auf dem Platz sind aus­schließ­lich Frauen. Es han­delt sich um die Copa ’71, die ers­te inof­fi­zi­el­le Frauenfußball-WM. Von der FIFA und den natio­na­len Fußballverbänden abge­lehnt, wur­de die­ses his­to­ri­sche Ereignis aus den Annalen des Fußballs ver­drängt. Doch nun erin­nert ein Dokumentarfilm an die­ses Turnier, das über zehn Jahre vor der ers­ten offi­zi­el­len Frauenfußball-Weltmeisterschaft statt­fand, und rückt die Spielerinnen der dama­li­gen Zeit, die cha­ris­ma­ti­schen Pionierinnen ihrer Sportart, end­lich ins Rampenlicht.

    Es gibt viel zu erzäh­len – von der Geschichte des Frauenfußballs, der in Europa in den 1920ern auf­kam, dann vie­ler­orts als „unweib­lich“ und angeb­lich gesund­heits­schäd­lich wie­der unter­drückt und in Deutschland und England erst 197071 wie­der offi­zi­ell zuge­las­sen wur­de; über die groß­flä­chi­ge Kampagne der Organisatoren der COPA, die ihre Teams zu Medienstars mach­ten und dafür sorg­ten, dass 110.000 Menschen das Finale im sechs­größ­ten Stadium der Welt, dem Azteka-Stadium in Mexiko City, ver­folg­ten; bis hin zu den dia­bo­li­schen Machenschaften der FIFA. Nicht nur ver­such­te die FIFA, die Veranstaltung zu ver­hin­dern, im Anschluss an das Turnier unter­sag­te sie den ihr ange­schlos­se­nen Vereinen, Frauenteams bei sich trai­nie­ren zu las­sen. Für eini­ge Spielerinnen war das Turnier in Mexiko das letz­te Mal, dass sie pro­fes­sio­nell oder über­haupt Fußball gespielt haben.“ Hendrike Bake | indiekino

    Vom Anfang an war uns klar, dass wir einen Film machen woll­ten, der nicht nur die his­to­ri­sche Ungleichheit her­vor­hebt, son­dern auch die invol­vier­ten Frauen wirk­lich fei­ert und ihnen die Möglichkeit gibt, gehört und aner­kannt zu wer­den. Wir woll­ten, dass die Zuschauer:innen in die Welt von Copa ´71 ein­tau­chen. Wir woll­ten einen Raum zum Lachen, zum Weinen und zum Schreien kre­ieren. Wir woll­ten auch eine wirk­lich glo­ba­le Geschichte erzäh­len, eine, die die­se ein­zig­ar­ti­ge kol­lek­ti­ve Erfahrung spie­gelt.” Regiestatement

    Im August zei­gen wir in Zusammenarbeit mit der Gallerie und deren Ausstellung „She can kick it“ zwei wei­te­re Frauenfußballfime:
    Marinette – Kämpferin. Fußballerin. Legende und Das Wunder von Taipeh

    Credits:

    GB 2023, 91 Min., Englisch/Spanisch/Italienisch/Französisch mit deut­schen Untertiteln, Regie: Rachel Ramsay und James Erskine
    Schnitt: Arturo Calvete und Mark Roberts
    Kamera: Angela Neil

    Trailer:
    nach oben
  • Agent of Happiness

    Agent of Happiness

    Ein Film von Arun Bhattarai & Dorottya Zurbó. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das Konzept des Bruttonationalglücks lehnt sich an den Begriff des Bruttonationaleinkommens an.
    Anders als die­ser quan­ti­täts­ori­en­tier­te Indikator zielt das Bruttonationalglück dar­auf ab, die Qualität des Lebensstandards zu defi­nie­ren. Es dient als Messwert für das Wohlergehen eines gesam­ten Volkes.
    Aber – wie ist Glück mess­bar? Bhutan ermit­telt das hier erfun­de­ne poli­ti­sche Glückmaß seit 1997 alle fünf Jahre, indem Interviewer anhand eines umfas­sen­den Fragebogens die not­wen­di­gen Informationen Haus für Haus ein­ho­len.
    Das Regie-Duo aus Ungarn und Bhutan beglei­tet zwei von ihnen, Amber Kumar Gurung und Guna Raj Kuikel, auf ihrem Weg. Dabei beob­ach­ten sie nicht nur zu Herzen gehen­de, dra­ma­ti­sche wie tröst­li­che Erzählungen der Befragten. Auch das Schicksal des offe­nen, manch­mal auch selbst­iro­ni­schen Luftgitarrespielers Amber berührt. Als Angehöriger der nepa­le­si­schen Minderheit in Bhutan wird der 40-jäh­ri­ge selbst im per­sön­li­chen Bereich so beschränkt, dass sein Glückswert laut eige­ner Einschätzung weit unter dem Durchschnitt liegt.
    „In unse­ren Filmen beschäf­ti­gen wir uns oft mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen, Identitäten, Werten und Mustern. Diese Geschichten zie­hen uns an, die inti­men Situationen des Lebens, die unse­re kul­tu­rel­len Unterschiede ega­li­sie­ren und mit denen wir das Vertraute im Anderen zei­gen kön­nen ….“ sagen die Regisseure – so kommt das ermit­tel­te Ergebnis auch in Bhutan, wie über­all auf der Welt, nicht zuletzt durch Art der Fragestellung zustan­de.
    „Angesichts der Beschreibung des Films und der Werbefotos die­ses wun­der­schö­nen Landes könn­te man mei­nen, dass Agent of Happiness Bhutan als eine Art Paradies dar­stellt, aber der Film ist nicht ein­di­men­sio­nal und auch kei­ne rei­ne Propaganda für Bhutan als glück­li­che bud­dhis­ti­sche Enklave. Wie sein Schwerpunkt zeigt, scheut er sich nicht, die Fehler eines solch mono­li­thi­schen reli­giö­sen und eth­ni­schen Ansatzes für natio­na­les Glück auf­zu­zei­gen, der Menschen wie Amber in der Masse unter­ge­hen lässt.“
    Aren Bergstrom | hot docs

    Credits:

    BT 2024, 94 Min., Dzongkha OmU
    Regie: Arun Bhattarai, Dorottya Zurbó

    Kamera: Arun Bhattarai,
    Schnitt: Péter Sass

    Trailer:
    Agent Of Happiness – Unterwegs im Auftrag des Glücks | Kinotrailer OmdU | ab 03.07.25 im Kino
    nach oben
  • Zikaden

    Zikaden

    Ein Film von  Ina Weisse.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Isabell erkennt erschro­cken, dass ihre Eltern nicht mehr allei­ne zurecht­kom­men, und muss sich küm­mern. Während sie pen­delt, zwi­schen Berlin und dem bran­den­bur­gi­schen Land, wo ihr einst berühm­ter Architekten-Vater ein Haus im moder­nis­ti­schen Stil hat bau­en las­sen, sucht sie ver­zwei­felt Pflegepersonal. Die Eltern müs­sen auch noch davon über­zeugt wer­den, sich hel­fen zu las­sen. In die­ser ange­spann­ten Situation trifft Isabell im Ort immer wie­der auf die eigen­wil­li­ge Anja, eine allein­er­zie­hen­de Mutter, die mit ihren eige­nen Herausforderungen zu kämp­fen hat. Als Anja und ihre klei­ne Tochter Greta zuneh­mend in Isabells Leben tre­ten, ent­steht eine uner­war­te­te Bindung zwi­schen den bei­den Frauen. Gleichzeitig beginnt Isabell, an dem Leben zu zwei­feln, das sie bis­lang für sicher und ver­traut hielt, zumal ihre Ehe mit Philippe ers­te Risse zeigt.
    Ina Weisse: „Ist zwi­schen den bei­den sehr unter­schied­li­chen Frauen, die aus ganz unter­schied­li­chen Milieus kom­men, eine Freundschaft mög­lich? Sie tref­fen in einer schwie­ri­gen Phase ihres Lebens auf­ein­an­der. Sie rin­gen um Selbstbestimmung. Sie  sind so damit beschäf­tigt, sich um  ande­re zu küm­mern, dass sie sich selbst ver­ges­sen haben. Die Annäherung, wie sie sich gegen­sei­tig beob­ach­ten, vor­ein­an­der zurück­wei­chen, ver­un­si­chert sind und dann wie­der auf­ein­an­der zuge­hen, die­se Zwischentöne sind inter­es­sant für mich.“ 
    „… ein Film, der immer in Bewegung ist, obwohl Stasis herrscht, Eiszeit in den som­mer­li­chen Bildern von Kamerafrau Judith Kaufmann, der kei­nen fes­ten Boden unter die Füße bekommt im ste­ten Rhythmus, den Hansjörg Weißbrich ein­mal mehr traum­wand­le­risch sicher gefun­den hat: eine Frau, naja, am Rande des Nervenzusammenbruchs, der das Leben zu ent­glei­ten droht, die har­mo­ni­sche Fassade vor ihren Augen zer­brö­selt. Entsprechend kreist alles um das Haus der Eltern in der Provinz, das der Vater ent­wor­fen und gebaut hat, ein Haus vol­ler Geister und Erinnerungen.“ Thomas Schultze |SPOT media & film

    Credits:

    DE/FR 2024, 100 Min.
    Regie:  Ina Weisse 

    Kamera: Judith Kaufmann
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich
    mit Nina Hoss, Saskia Rosendahl, Vincent Macaigne, Thorsten Merten

    Trailer:
    ZIKADEN | Trailer deutsch
    nach oben
  • One to One

    One to One

    Ein Film von Kevin Macdonald.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am 30. August 1972 spiel­te John Lennon in New York sein ein­zi­ges Einzelkonzert, eine Benefizveranstaltung, im Madison Square Garden. Der Dokumentarfilm nimmt das epi­sche Musikereignis zum Ausgangspunkt, um 18 ent­schei­den­de Monate im Leben von John und Yoko in einer rasan­ten Collage zu rekon­stru­ie­ren – mit Live-Songs in vol­ler Länge.
    Nach dem Umzug von England nach New York 1971 ver­bringt das Paar viel Zeit in ihrem klei­nen Apartment in Greenwich Village mit Fernsehen, und ein wil­des Gemisch aus Vietnamkrieg, Protestmärsche, Präsident Nixon, Unterhaltungsserien, Talkshows und vie­le, vie­le Werbespots. lässt es uns nach­voll­zie­hen. Running Gag unter den rea­len, von John auf­ge­zeich­ne­ten Telefongesprächen sind Yokos Aufträge zur Beschaffung von Fliegen. Ihr poli­ti­sches Engagement zeigt sich bei der Zusammenarbeit mit Jerry Rubin und vie­len kon­struk­ti­ven, nicht immer umzu­set­zen­den Ideen. Ihr sozia­les Engagement gip­felt in eben die­sem „One to One”-genannten Benefiz-Konzert nach dem „Willowbrook”-Skandal, der Aufdeckung schwers­ter Misshandlungs-Praxis in einer staat­li­chen kin­der­psy­cha­tri­schen Anstalt.
    „Der Film von Kevin McDonald ist min­des­tens so sehr ein Porträt des Zeitgeistes von 1971 wie sei­ner Protagonist*innen. Editor Sam Rice-Edwards schafft eine rasan­te Montage aus Nachrichtenschnipseln, Fernsehwerbung, Interviews und den Aufzeichnungen des Konzerts. Erstaunlich ist auch, dass der von dass Sean Ono Lennon mit­pro­du­zier­te Filme die wider­sprüch­li­chen Charaktere sei­ner Eltern nicht glät­tet. Zwar fehlt in die­sem Film die gan­ze Geschichte der Beatles-inter­nen Konkurrenz. Erzählt wird ledig­lich, dass Lennon gern Bob Dylan für eine Gefangenen-Benefiz-Tour haben woll­te. Weil einer der Tour-Organisatoren vor lau­fen­der Kamera Dylans Müll durch­wühlt hat­te, um zu zei­gen, was für ein kom­mer­zi­el­ler Lump Dylan gewor­den sei, wei­ger­te sich Dylan aller­dings, mit Lennon auf­zu­tre­ten und spiel­te statt­des­sen bei George Harrisons „Concert for Bangladesh“ … Aber das poli­ti­sche Umfeld ist viel­leicht auch inter­es­san­ter. …“ Tom Dorow | Indiekino

    Credits:

    UK 2024, 100 Min., engl. OmU
    Regie: Kevin Macdonald

    Kamera: David Katznelson
    Schnitt: Sam Rice-Edwards 

    Trailer:
    nach oben
  • One to One

    One to One

    Ein Film von Kevin Macdonald.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Am 30. August 1972 spiel­te John Lennon in New York sein ein­zi­ges Einzelkonzert, eine Benefizveranstaltung, im Madison Square Garden. Der Dokumentarfilm nimmt das epi­sche Musikereignis zum Ausgangspunkt, um 18 ent­schei­den­de Monate im Leben von John und Yoko in einer rasan­ten Collage zu rekon­stru­ie­ren – mit Live-Songs in vol­ler Länge.
    Nach dem Umzug von England nach New York 1971 ver­bringt das Paar viel Zeit in ihrem klei­nen Apartment in Greenwich Village mit Fernsehen, und ein wil­des Gemisch aus Vietnamkrieg, Protestmärsche, Präsident Nixon, Unterhaltungsserien, Talkshows und vie­le, vie­le Werbespots. lässt es uns nach­voll­zie­hen. Running Gag unter den rea­len, von John auf­ge­zeich­ne­ten Telefongesprächen sind Yokos Aufträge zur Beschaffung von Fliegen. Ihr poli­ti­sches Engagement zeigt sich bei der Zusammenarbeit mit Jerry Rubin und vie­len kon­struk­ti­ven, nicht immer umzu­set­zen­den Ideen. Ihr sozia­les Engagement gip­felt in eben die­sem „One to One”-genannten Benefiz-Konzert nach dem „Willowbrook”-Skandal, der Aufdeckung schwers­ter Misshandlungs-Praxis in einer staat­li­chen kin­der­psy­cha­tri­schen Anstalt.
    „Der Film von Kevin McDonald ist min­des­tens so sehr ein Porträt des Zeitgeistes von 1971 wie sei­ner Protagonist*innen. Editor Sam Rice-Edwards schafft eine rasan­te Montage aus Nachrichtenschnipseln, Fernsehwerbung, Interviews und den Aufzeichnungen des Konzerts. Erstaunlich ist auch, dass der von dass Sean Ono Lennon mit­pro­du­zier­te Filme die wider­sprüch­li­chen Charaktere sei­ner Eltern nicht glät­tet. Zwar fehlt in die­sem Film die gan­ze Geschichte der Beatles-inter­nen Konkurrenz. Erzählt wird ledig­lich, dass Lennon gern Bob Dylan für eine Gefangenen-Benefiz-Tour haben woll­te. Weil einer der Tour-Organisatoren vor lau­fen­der Kamera Dylans Müll durch­wühlt hat­te, um zu zei­gen, was für ein kom­mer­zi­el­ler Lump Dylan gewor­den sei, wei­ger­te sich Dylan aller­dings, mit Lennon auf­zu­tre­ten und spiel­te statt­des­sen bei George Harrisons „Concert for Bangladesh“ … Aber das poli­ti­sche Umfeld ist viel­leicht auch inter­es­san­ter. …“ Tom Dorow | Indiekino

    Credits:

    UK 2024, 100 Min., engl. OmU
    Regie: Kevin Macdonald

    Kamera: David Katznelson
    Schnitt: Sam Rice-Edwards 

    Trailer:
    nach oben
  • Im Prinzip Familie

    Im Prinzip Familie

    Ein Film von Daniel Abma.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In einem Haus am Ufer eines idyl­li­schen Sees, umge­ben von dich­ten Wäldern, arbei­ten drei Erzieher:innen im Schichtdienst in einer Wohngruppe. Die Kinder nen­nen sie Herr Wagner, Frau Wagner und Herr Gerecke. Kochen, waschen, ein­kau­fen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule und Freizeitaktivitäten zu brin­gen, gehört eben­so zu ihrem Alltag, wie zuhö­ren, trös­ten, auf dem Sofa kuscheln, Filmabende und Gute-Nacht-Geschichten vor­le­sen. Die Betreuer:innen wol­len kei­ne Ersatzeltern sein, und den­noch zei­gen, wie sich ein fami­liä­res Miteinander anfüh­len kann.

    Alle fünf Kinder, die hier leben, ver­eint vor allem eines: der Wunsch eines Tages nach Hause zurück­zu­keh­ren. Dafür set­zen sich die Erzieher:innen uner­müd­lich ein: sie spre­chen mit Vormund, Eltern und Jugendamt, doku­men­tie­ren, orga­ni­sie­ren, set­zen gemein­sam Ziele und tref­fen Verabredungen – und sind nicht sel­ten dar­über ent­täuscht, dass die­se nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Das erin­nert an einen Kampf gegen Windmühlen, an den Grenzen eines über­for­der­ten Systems.

    Was frü­her das Dorf war, ist heu­te der kom­ple­xe Apparat der Kinder- und Jugendhilfe. Spätestens seit der Pandemie gilt das Berufsfeld als sys­tem­re­le­vant, und den­noch bleibt die beson­de­re wie her­aus­for­dern­de Arbeit der Fachkräfte, ihr enga­gier­ter Einsatz zum Wohl der Kinder, meist unsicht­bar. IM PRINZIP FAMILIE gewährt über ein Jahr lang einen inti­men Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und rich­tet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag dar­an arbei­ten, den Kindern das zu geben, was sie am meis­ten brau­chen: Geborgenheit und jeman­den, der auf ihrer Seite steht.

    Der Film ist nomi­niert für den Deutschen Kamerapreis (Kamera: Johannes Praus) und wur­de u.a. mit dem ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness (DOK Leipzig Filmfestival 2024) und dem Perception Change Award der Vereinten Nationen beim Filmfestival Visions du Réel 2025 in der Schweiz ausgezeichnet.

    Credits:

    DE 2024, 91 Min., dt. OmeU
    Regie: Daniel Abma

    Kamera: Johannes Praus
    Schnitt: Jana Dugnus 

    Trailer:
    nach oben
  • Das Fest geht weiter!

    Das Fest geht weiter!

    Ein Film von Robert Guédiguian. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]


    Nach einem Ausflug ins afri­ka­ni­sche Mali kehrt der fran­zö­si­sche Regisseur Robert Guédiguian für Das Fest geht wei­ter in sei­ne Heimat Marseille zurück, der Stadt in der er einen Großteil sei­ner Filme insze­niert hat, deren Menschen und Macken er kennt und por­trä­tiert wie kein Zweiter. Fast doku­men­ta­risch mutet sein Blick daher an, sozia­lis­tisch und huma­nis­tisch, wenn­gleich auch zuneh­mend skeptisch.Am 5. November 2018 stürz­ten in Marseille zwei Gebäude ein, acht Menschen kamen unter den Trümmern ums Leben. Schauplatz war das Viertel Noailles, unweit des Hafens gele­gen, dort wo das tra­di­tio­nel­le Marseille noch deut­li­cher zu spü­ren ist, als in den schi­cke­ren, moder­ne­ren Vierteln. …
    Mit Bildern der ein­ge­stürz­ten Häuser beginnt Das Fest geht wei­ter und ver­or­tet sich dadurch kon­kret in Raum und Zeit, auch wenn sich im Folgenden die Geschichte um fik­ti­ve Figuren ent­wi­ckelt. Die wer­den aller­dings von Schauspielern ver­kör­pert, die schon oft in den Filmen von Robert Guédiguian zu sehen waren, die dadurch fast eben­so wie Einwohner von Marseille wir­ken, wie der Autor und Regisseur selbst zu einer Art Chronist sei­ner Heimatstadt gewor­den ist.
    Hauptfigur ist Rosa, Witwe, Mutter von zwei schon erwach­se­nen Söhnen. Als Krankenschwester arbei­tet sie, bald will sie in den Ruhestand gehen, was für eine umtrie­bi­ge, sozi­al enga­gier­te Person wie sie es ist, kaum denk­bar erscheint. Nicht nur im Krankenhaus, auch im Privaten küm­mert sich Rosa eher um ande­re Menschen als um sich selbst … . Aus die­sem Grund kan­di­diert die umtrie­bi­ge Rosa auch bei den bald anste­hen­den Kommunalwahlen, ange­sichts ihrer Beliebtheit im Viertel steht ihrem Einzug in den Stadtrad nichts ent­ge­gen. Doch dann lernt Rosa Alice Vater Henri ken­nen, der gera­de sein klei­nes Buchgeschäft auf­ge­ge­ben hat und sich nun end­gül­tig aus­schließ­lich den schö­nen Dingen des Lebens wid­men möch­te. Zum ers­ten Mal seit sehr lan­ger Zeit spürt Rosa das Bedürfnis, sich mehr um sich selbst zu küm­mern.
    Auf dem Papier könn­te man Das Fest geht wei­ter für eine leich­te, harm­lo­se roman­ti­sche Komödie hal­ten, in der ein älte­res Paar ein spä­tes Glück erlebt. Doch auch wenn Robert Guédiguian nicht mit Bildern glei­ßen­der Sonnenuntergänge spart, in denen Marseille traum­haft schön wirkt, hat sein Film auch eine ande­re Ebene. Als aus­ge­wie­se­ner Sozialist hat der inzwi­schen 71jährige Regisseur immer wie­der die Notwendigkeit und Bedeutung von per­sön­li­chem Engagement the­ma­ti­siert, vom gesell­schaft­li­chen Miteinander, von Bürgerinitiativen und leb­haf­ten, laut­star­ken Protesten.“ Michael Meyns

    Credits:

    Et la fête con­ti­nue ! 
    FR/IT 2023, 106 Min., frz. OmU
    Regie: Robert Guédiguian
    Kamera: Pierre Milon
    Schnitt: Bernard Sasia
    mit: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan, Lola Naymark, Grégoire Leprince-Ringuet, Robinson Stévenin.

    Trailer:
    nach oben