Köln 75

Köln 75

Ein Film von Ido Fluk.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Köln 75 erzählt die wah­re Geschichte hin­ter einer der meist­ver­kauf­ten Jazzplatten aller Zeiten, dem „Köln Concert“ von Keith Jarrett aus dem Jahr 1975. Fast wäre das Konzert gar nicht zustan­de gekom­men, doch ein ent­schlos­se­ner deut­scher Teenager, die erst 18-jäh­ri­ge Vera Brandes, setz­te alle Hebel in Bewegung, um die Voraussetzungen für die Entstehung eines Meisterwerks zu schaf­fen. Vera, die noch zur Schule geht, als sie anfängt, in Köln Musikevents zu pro­du­zie­ren und zu pro­mo­ten, geht aufs Ganze, um die­ses Konzert auf die Bühne zu brin­gen. Es scheint, als stün­de alles gegen sie, doch Vera glaubt an die Kraft der Musik und hat noch nie jeman­den so spie­len sehen wie Keith Jarrett.

Credits:

DE/BE/PL 2024, 115 Min.,
Regie: Ido Fluk
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Anja Siemens
mit Mala Emde, John Magaro, Michael Chernus, Alexander Scheer, Ulrich Tukur

Trailer:
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Kategorie: Vorstellung

  • Köln 75

    Köln 75

    Ein Film von Ido Fluk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Köln 75 erzählt die wah­re Geschichte hin­ter einer der meist­ver­kauf­ten Jazzplatten aller Zeiten, dem „Köln Concert“ von Keith Jarrett aus dem Jahr 1975. Fast wäre das Konzert gar nicht zustan­de gekom­men, doch ein ent­schlos­se­ner deut­scher Teenager, die erst 18-jäh­ri­ge Vera Brandes, setz­te alle Hebel in Bewegung, um die Voraussetzungen für die Entstehung eines Meisterwerks zu schaf­fen. Vera, die noch zur Schule geht, als sie anfängt, in Köln Musikevents zu pro­du­zie­ren und zu pro­mo­ten, geht aufs Ganze, um die­ses Konzert auf die Bühne zu brin­gen. Es scheint, als stün­de alles gegen sie, doch Vera glaubt an die Kraft der Musik und hat noch nie jeman­den so spie­len sehen wie Keith Jarrett.

    Credits:

    DE/BE/PL 2024, 115 Min.,
    Regie: Ido Fluk
    Kamera: Jens Harant
    Schnitt: Anja Siemens
    mit Mala Emde, John Magaro, Michael Chernus, Alexander Scheer, Ulrich Tukur

    Trailer:
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  • Arsenal on location: Buchpräsentation – Aus der ersten Person – Filmische Autobiografien/Autofiktion

    Arsenal on location: Buchpräsentation – Aus der ersten Person – Filmische Autobiografien/Autofiktion

    Buchpräsentation mit Lesung und Gespräch am 4.4. um 20:00 im fsk.
    zu Gast: Esther Buss (Autorin)

    [Tickets]

    Das vor kur­zem erschie­ne­ne Buch Aus der ers­ten Person. Filmische Autobiografien / Autofiktion von Esther Buss (Scriptings/Archive Books, E‑Book Eeclectic 2025) ist eine per­sön­li­che Erkundung des „Ich-Films“ und sei­ner prä­gen­den Gattungen Tagebuchfilm, Journal, Filmpoem und Travelogue. In Close Readings zu Arbeiten von Chantal Akerman, Dominique Cabrera, Alain Cavalier, Vincent Dieutre und ande­ren folgt die Autorin Blicken nach innen, aus dem Fenster und ins Weite, voll­zieht Denkbewegungen und kör­per­li­che Erfahrungen nach und tas­tet sich durch das unbe­fes­tig­te Gelände von Erinnerungsräumen. Die Publikation spannt dabei einen Bogen von der direk­ten Erzählweise frü­her Selbstdokumentationen bis hin zum auto­fik­tio­na­len Essay- und Spielfilm der jün­ge­ren Gegenwart.
    Zur Buchpräsentation zeigt das Arsenal zwei Filme, die sich in Form fil­mi­scher Schreibakte mit Fragen von Herkunft und Entfremdung befas­sen. (Esther Buss)

    Familiengruft – ein Liebesgedicht an mei­ne Mutter
    In FAMILIENGRUFTEIN LIEBESGEDICHT AN MEINE MUTTER skiz­ziert Maria Lang in grob­kör­ni­gen Schwarzweiß-Bildern Szenen aus dem klein­bür­ger­li­chen Alltag ihrer Familie in einem baye­ri­schen Dorf. Das so schrof­fe wie zärt­li­che Mutterporträt ist eine kri­ti­sche Auseinandersetzung mit gesell­schaft­li­chen Rollenbildern und der Versuch, den ambi­va­len­ten Gefühlslagen zwi­schen Nähe und Abgrenzung einen sprach­li­chen Ausdruck zu verleihen.

    BRD 1981/1982, 11 Min., OF Deutsch
    Regie: Maria Lang

    Ne croyez sur­tout pas que je hur­le
    Die aus­schließ­lich aus exis­tie­ren­den Filmbildern kom­pi­lier­te Tagebuchchronik NE CROYEZ SURTOUT PAS QUE JE HURLE pro­to­kol­liert eine radi­ka­le Selbstisolation. Der Filmemacher Frank Beauvais bleibt nach der Trennung von sei­nem Lebensgefährten allein und hoff­nungs­los in einem elsäs­si­schen Dorf zurück, des­sen Milieu ihm ein Graus ist. Mit exzes­si­vem Filmkonsum ver­sucht er sei­ner exis­ten­zi­el­len Krise bei­zu­kom­men, bald stellt sich jedoch die Frage, ob das Kino wirk­lich Rettung ist oder nicht viel­mehr krank macht. Obsessive Selbstbeobachtung und Überlegungen zu den Potentialen und Fallen des Ich-Sagens ver­bin­den sich mit dem Blick auf das (nicht min­der kri­sen­haf­te) Weltgeschehen. Ein in sei­ner Sprach- und Bilderdichte sog­haf­tes Werk, das durch­aus gewollt Schwindelgefühle her­vor­ruft. Erst wenn Bonnie Prince Billys düs­ter-schö­nes Schlusslied erklingt, löst sich der Knoten.

    FR 2019, 75 Min. fran­zö­si­sche OmeU
    Regie: Frank Beauvais

    Dieses Programm ist Teil der vom Hauptstadtkulturfonds geförderten Veranstaltungsreihe Arsenal on Location:


  • Mond

    Mond

    Ein Film von Kurdwin Ayub.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sarahs Karriere als Mixed-Martial-Arts-Kämpferin geht zu Ende, statt in den Ring zu stei­gen, wird sie zukünf­tig Kinder trai­nie­ren. Ein plötz­li­ches Angebot aus Jordanien, die Töchter einer rei­chen Familie zu unter­rich­ten – MMA sei dort gera­de der letz­te Schrei – hört sich da sehr exo­tisch und ver­füh­re­risch an. Sarah sagt ja und packt ihre Sachen. Dort ange­kom­men, muss sie bald erken­nen, dass die Familie viel rei­cher ist als gedacht, und soviel Einfluss besitzt, dass man ihr im Hotel, wo sie unter­ge­bracht ist, nichts dar­über erzäh­len mag. Außerdem ist unschwer zu erken­nen, dass die drei jun­gen Frauen kein wirk­li­ches Interesse am Sport haben. Viel lie­ber sit­zen sie im Wohnzimmer, lackie­ren sich die Nägel und schau­en Soaps. Dabei ste­hen sie immer unter Aufsicht, auch bei gele­gent­li­chen Shopping-Ausflügen beglei­tet sie ein Bodyguard. Als auf­ge­klär­te Frau aus dem Westen denkt sich Sarah ihren Teil, und als sie gefragt wird, glaubt sie, Nour, Shaima und Fatima hel­fen zu kön­nen und zu müssen.

    Mir war wich­tig, dass das Publikum Sarah folgt und sich die­sel­ben Fragen stellt wie sie. Auch Sarah sieht nie das gan­ze Bild. Trotzdem bleibt die Frage, ob sie soli­da­risch agie­ren soll. Dieser Zweifel soll­te bis zum Ende bestehen. Mich hat dabei die Geschichte von Prinzessin Latifah, der Tochter des Königs von Dubai, inspi­riert. Sie ist mit ihrer fin­ni­schen Capoeira-Lehrerin geflüch­tet. Tatsächlich kam aber nicht die Prinzessin heil davon, son­dern die Europäerin. Das fand ich inter­es­sant und woll­te die­ses Gefühl in Mond wie­der­ge­ben: Wem glaubt man? Was ist wirk­lich pas­siert? Sind mei­ne eige­nen Vorurteile im Weg?” Kurdwin Ayub im ray-Magazin

    Nach Sonne ist dies der zwei­te Teil einer geplan­ten Trilogie der kur­disch-öster­rei­chi­schen Regisseurin Kurdwin Ayub, die dafür beim Filmfestival von Locarno mit dem Spezialpreis der Jury aus­ge­zeich­net wurde.

    Credits:

    AT 2024, 93 Min, deutsch/arabisch/englische OmU
    Regie: Kurdwin Ayub
    Kamera: Klemens Hufnagl,
    Schnitt: Roland Stöttinger,

    mit: Florentina Holzinger, Andria Tayeh, Celina Antwan, Nagham Abu Baker, u.a.

    Trailer:
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  • Flow

    Flow

    Ein Film von Gints Zilbalodis.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gerade noch im üppi­gen Grün des Waldes her­um­ge­streift, hat sich die Katze im Haus gemüt­lich zum Schlafen ein­ge­rollt, als sie ein sich nähern­des Rumoren wahr­nimmt – eine rie­si­ge Wasserwelle flu­tet das Land. Unsere Heldin kann sich knapp auf ein vor­bei­schwim­men­des Segelboot ret­ten. Nun glei­tet sie dahin über das Meer, durch Urwälder, an spit­zen Bergkegeln vor­bei, die aus dem Wasser ragen, an Städten, die wie unwirk­li­che rie­si­ge Paläste aus­se­hen, stets ange­spannt auf­merk­sam, mit einer Mischung aus Neugierde und Furcht.
    Genau wie Gints Zilbalodis, der hier erst­mals mit einem grö­ße­ren Team arbei­tet, muss sich die klei­ne schwar­ze Katze, die bis­her allei­ne leb­te, auf Kooperation ein­stel­len. Mit an Bord kom­men näm­lich eben­falls unfrei­wil­lig ein ver­spiel­ter und gei­zi­ger Lemur, ein schläf­ri­ges Wasserschwein, der immer freund­li­che Golden Retriever, und der ver­letz­te, hilfs­be­rei­te Sekretär. Zum Überleben der Katastrophe müs­sen die fünf sich zusam­men­rau­fen, denn stets und über­all lau­ert Gefahr.
    Das groß­ar­ti­ge an Flow ist, dass die­se Crew nicht ver­mensch­licht wird. Alle behal­ten ihre tie­ri­schen Eigenarten, die sie aller­dings auf der Fahrt modi­fi­zie­ren müs­sen. Die Katze wird muti­ger, der Hund vor­sich­ti­ger, der Lemur lernt zu tei­len, der ver­sto­ße­ne Sekretär über­nimmt die Führung. Nur das Wasserschwein bleibt phleg­ma­tisch wie eh und je.
    Flow ist ver­träumt, episch, bedroh­lich und wun­der­schön. Das Beste von allem ist, dass die Tiere Tiere sind, wort­los und haupt­säch­lich mit ihrer eige­nen Sicherheit und ihrer nächs­ten Mahlzeit beschäf­tigt. Dennoch sind sie gezwun­gen, mit­ein­an­der aus­zu­kom­men, und sie wer­den zu mehr als der Summe ihrer pel­zi­gen und gefie­der­ten Teile. … Der Regisseur die­ser magi­schen Fabel ist Gints Zilbalodis, ein 30-jäh­ri­ger let­ti­scher Animator. Möge Hollywood ihn nie­mals mit Angeboten für Reichtum und Fortsetzungen umwer­ben …“ Ty Burr | Washington Post

    Oscar für den bes­ten Animationsfilm 2025

    Credits:

    LV/FR/BE 2023, 84 Min., ohne Dialog
    Regie: Gints Zilbalodis

    Kamera: Léo Silly Pélissier
    Schnitt: Gints Zilbalodis

    Trailer:
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  • Die Schattenjäger

    Die Schattenjäger

    Ein Film von Jonathan Millet.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Für die aller­meis­ten Beobachter völ­lig über­ra­schend begann Ende November 2024 ein kur­zer Sturm, der das seit über 50 Jahren regie­ren­de Regime der Assad-Familie weg­feg­te und – viel­leicht – den Weg in eine bes­se­re Zukunft für das von Diktatur und Bürgerkrieg gebeu­tel­te Syrien weist. Eine Frage, die sich in den nächs­ten Monaten und Jahren stel­len wird, lau­tet: Wie mit den Tätern umge­hen, nicht den Mitläufern, aber den Folterknechten, die in den Gefängnissen agier­ten und im Laufe der Jahre Tausende oder mehr ermor­de­ten und ver­krüp­pel­ten, kör­per­lich, aber auch seelisch.

    Diese Frage steht auch im Mittelpunkt von Jonathan Millets „Die Schattenjäger“, der im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes sei­ne Premiere fei­er­te und nun beson­de­re Relevanz erhält. Im Mittelpunkt steht Hamid (Adam Bessa), ein Syrer, der an der Universität Literatur unter­rich­te­te, bevor er in die Fänge des Regimes geriet, gefol­tert und in der Wüste aus­ge­setzt wur­de. Doch wider Erwarten über­leb­te Hamid und schloss sich einer klan­des­ti­nen Gruppe an, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, syri­sche Täter zu jagen, die sich, oft getarnt als Flüchtlinge und Asylsuchende, in Europa verstecken.

    Aktuelles Ziel ist der Mann, der auch Hamid im berühmt-berüch­tig­ten Saidnaya-Gefängnis gefol­tert hat. Das Problem: Hamid hat sei­nen Peiniger nie zu Gesicht bekom­men, stets hat­te er eine Kapuze über dem Kopf, konn­te sei­nen Folterer nur hören und rie­chen. Dennoch glaubt er, ihn in Sami Hamma (Tawfeek Barhom) wie­der­zu­er­ken­nen, einem Studenten in Straßburg. Immer beses­se­ner wird Hamid von der Überzeugung, sei­nen Peiniger ent­deckt zu haben, doch die ande­ren Mitglieder der Gruppe sind vor­sich­tig. Einen Fehler kön­nen sie sich nicht leis­ten, zumal sich ihre Arbeit oft gefähr­lich nahe an der Selbstjustiz bewegt.

    Unweigerlich muss man ange­sichts des Themas an den Nazi-Jäger Simon Wiesenthal den­ken, der nur knapp den Holocaust über­leb­te und den Rest sei­nes Lebens dem Aufspüren von Tätern wid­me­te. Bewunderung bekam Wiesenthal zwar meist, bis­wei­len aber auch Kritik an sei­ner Arbeit, die letzt­end­lich auf pro­ble­ma­ti­sche Weise das Recht in die eige­nen Hände nahm.

    In der fik­ti­ven Figur des Hamid wird die Problematik noch frap­pie­ren­der, denn Hamid jagt nicht irgend­wel­che Täter, son­dern genau den Mann, der ihn einst selbst mona­te­lang aufs schwers­te fol­ter­te, wovon die Spuren auf sei­nem Rücken zeu­gen, vor allem aber die Spuren auf sei­ner Seele.

    Auch wenn „Die Schattenjäger“ wie ein Thriller beginnt, man sich durch­aus eine pla­ka­ti­ve­re Version der Geschichte vor­stel­len könn­te, in der Hamid und sei­ne Mitstreiter ohne Skrupel tat­säch­lich oder mut­maß­li­che Täter fas­sen und viel­leicht sogar töten, ent­schei­det sich Jonathan Millet – zum Glück – für einen ande­ren Schwerpunkt. Immer stär­ker wer­den die psy­chi­schen Folgen ange­deu­tet, die Hamid nicht nur durch die erlit­te­ne Folter mit sich trägt, son­dern vor allem auch dadurch, dass er sein Leben kom­plett auf den Wunsch nach Rache aus­ge­legt hat. Wenn er etwa die Syrerin Yara (Hala Rajab) trifft, die ihm anfangs miss­traut, ihm dann Hinweise gibt und schließ­lich sogar mit ihm flir­tet, wirkt Hamid völ­lig über­rascht, um nicht zu sagen über­for­dert von der Möglichkeit, eine Beziehung zu einer Person auf­zu­bau­en, die von Nähe und Wärme geprägt ist.

    Auch Rache, viel­leicht sogar der Tod sei­nes Peinigers, wür­de das Leid nicht rück­gän­gig machen, zu die­ser Erkenntnis gelangt Hamid nur lang­sam, der Weg dahin lässt aus dem anfäng­li­chen Polit-Thriller eine tra­gi­sche Erzählung wer­den, die am Ende weit über den Syrien-Konflikt hinausweist.

    Michael Meyns | programmkino.de

    Credits:

    Les Fantômes FR 2024, 106 Min., Arab., Frz. OmU
    Regie: Jonathan Millet
    Kamera: Olivier Boonjing
    Schnitt: Laurent Sénéchal
    mit: Adam Bessa, Tawfeek Barhom, Julia Franz Richter, Hala Rajab, Safiqa El Till

    Trailer:
    Die Schattenjäger (Ghost Trail) Trailer Original mit dt. UT
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  • Mond

    Mond

    Ein Film von Kurdwin Ayub.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sarahs Karriere als Mixed-Martial-Arts-Kämpferin geht zu Ende, statt in den Ring zu stei­gen, wird sie zukünf­tig Kinder trai­nie­ren. Ein plötz­li­ches Angebot aus Jordanien, die Töchter einer rei­chen Familie zu unter­rich­ten – MMA sei dort gera­de der letz­te Schrei – hört sich da sehr exo­tisch und ver­füh­re­risch an. Sarah sagt ja und packt ihre Sachen. Dort ange­kom­men, muss sie bald erken­nen, dass die Familie viel rei­cher ist als gedacht, und soviel Einfluss besitzt, dass man ihr im Hotel, wo sie unter­ge­bracht ist, nichts dar­über erzäh­len mag. Außerdem ist unschwer zu erken­nen, dass die drei jun­gen Frauen kein wirk­li­ches Interesse am Sport haben. Viel lie­ber sit­zen sie im Wohnzimmer, lackie­ren sich die Nägel und schau­en Soaps. Dabei ste­hen sie immer unter Aufsicht, auch bei gele­gent­li­chen Shopping-Ausflügen beglei­tet sie ein Bodyguard. Als auf­ge­klär­te Frau aus dem Westen denkt sich Sarah ihren Teil, und als sie gefragt wird, glaubt sie, Nour, Shaima und Fatima hel­fen zu kön­nen und zu müssen.

    Mir war wich­tig, dass das Publikum Sarah folgt und sich die­sel­ben Fragen stellt wie sie. Auch Sarah sieht nie das gan­ze Bild. Trotzdem bleibt die Frage, ob sie soli­da­risch agie­ren soll. Dieser Zweifel soll­te bis zum Ende bestehen. Mich hat dabei die Geschichte von Prinzessin Latifah, der Tochter des Königs von Dubai, inspi­riert. Sie ist mit ihrer fin­ni­schen Capoeira-Lehrerin geflüch­tet. Tatsächlich kam aber nicht die Prinzessin heil davon, son­dern die Europäerin. Das fand ich inter­es­sant und woll­te die­ses Gefühl in Mond wie­der­ge­ben: Wem glaubt man? Was ist wirk­lich pas­siert? Sind mei­ne eige­nen Vorurteile im Weg?” Kurdwin Ayub im ray-Magazin

    Nach Sonne ist dies der zwei­te Teil einer geplan­ten Trilogie der kur­disch-öster­rei­chi­schen Regisseurin Kurdwin Ayub, die dafür beim Filmfestival von Locarno mit dem Spezialpreis der Jury aus­ge­zeich­net wurde.

    Credits:

    AT 2024, 93 Min, deutsch/arabisch/englische OmU
    Regie: Kurdwin Ayub
    Kamera: Klemens Hufnagl,
    Schnitt: Roland Stöttinger,

    mit: Florentina Holzinger, Andria Tayeh, Celina Antwan, Nagham Abu Baker, u.a.

    Trailer:
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  • Flow

    Flow

    Ein Film von Gints Zilbalodis.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gerade noch im üppi­gen Grün des Waldes her­um­ge­streift, hat sich die Katze im Haus gemüt­lich zum Schlafen ein­ge­rollt, als sie ein sich nähern­des Rumoren wahr­nimmt – eine rie­si­ge Wasserwelle flu­tet das Land. Unsere Heldin kann sich knapp auf ein vor­bei­schwim­men­des Segelboot ret­ten. Nun glei­tet sie dahin über das Meer, durch Urwälder, an spit­zen Bergkegeln vor­bei, die aus dem Wasser ragen, an Städten, die wie unwirk­li­che rie­si­ge Paläste aus­se­hen, stets ange­spannt auf­merk­sam, mit einer Mischung aus Neugierde und Furcht.
    Genau wie Gints Zilbalodis, der hier erst­mals mit einem grö­ße­ren Team arbei­tet, muss sich die klei­ne schwar­ze Katze, die bis­her allei­ne leb­te, auf Kooperation ein­stel­len. Mit an Bord kom­men näm­lich eben­falls unfrei­wil­lig ein ver­spiel­ter und gei­zi­ger Lemur, ein schläf­ri­ges Wasserschwein, der immer freund­li­che Golden Retriever, und der ver­letz­te, hilfs­be­rei­te Sekretär. Zum Überleben der Katastrophe müs­sen die fünf sich zusam­men­rau­fen, denn stets und über­all lau­ert Gefahr.
    Das groß­ar­ti­ge an Flow ist, dass die­se Crew nicht ver­mensch­licht wird. Alle behal­ten ihre tie­ri­schen Eigenarten, die sie aller­dings auf der Fahrt modi­fi­zie­ren müs­sen. Die Katze wird muti­ger, der Hund vor­sich­ti­ger, der Lemur lernt zu tei­len, der ver­sto­ße­ne Sekretär über­nimmt die Führung. Nur das Wasserschwein bleibt phleg­ma­tisch wie eh und je.
    Flow ist ver­träumt, episch, bedroh­lich und wun­der­schön. Das Beste von allem ist, dass die Tiere Tiere sind, wort­los und haupt­säch­lich mit ihrer eige­nen Sicherheit und ihrer nächs­ten Mahlzeit beschäf­tigt. Dennoch sind sie gezwun­gen, mit­ein­an­der aus­zu­kom­men, und sie wer­den zu mehr als der Summe ihrer pel­zi­gen und gefie­der­ten Teile. … Der Regisseur die­ser magi­schen Fabel ist Gints Zilbalodis, ein 30-jäh­ri­ger let­ti­scher Animator. Möge Hollywood ihn nie­mals mit Angeboten für Reichtum und Fortsetzungen umwer­ben …“ Ty Burr | Washington Post

    Oscar für den bes­ten Animationsfilm 2025

    Credits:

    LV/FR/BE 2023, 84 Min., ohne Dialog
    Regie: Gints Zilbalodis

    Kamera: Léo Silly Pélissier
    Schnitt: Gints Zilbalodis

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  • Simón de la montaña

    Simón de la montaña

    Ein Film von Federico Luis.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Simóns Verhältnis zu sei­ner Mutter ist schon län­ger schwie­rig. Wirklich zu Hause fühlt er sich nur bei Pehuén und den ande­ren an der Schule für Menschen mit kör­per­li­chen und geis­ti­gen Behinderungen. Dort hat er das Gefühl, er selbst sein zu dür­fen, auch wenn er anders ist als alle anderen.

    In lose ver­bun­de­nen Vignetten tau­chen wir in das Leben einer Gruppe ver­hal­ten­so­ri­gi­nel­ler Jugendlicher ein. Unser Titelheld fühlt sich vor allem an der Seite von Pehuén und Colo wohl (wie die ande­ren kogni­tiv Eingeschränkten von Laien gespielt) – ein­mal, als die bei­den Sex haben, steht er sogar für sie Schmiere. Doch irgend­wann fragt sich, was Simón an die­ser Schule eigent­lich ver­lo­ren hat und war­um er sich hier zuge­hö­rig fühlt. Luis’ unge­wöhn­li­ches Drama stellt unse­re Wahrnehmung von Menschen, die wir als „anders“ qua­li­fi­zie­ren, auf die Probe. Sein Plädoyer lässt vie­les offen, aber kei­nen Zweifel: Verbundenheit kann nur durch Offenheit ent­ste­hen. (Roman Scheiber)

    Credits:

    Argentinien, Uruguay, Chile 2024, 97 Min., span. OmU
    Regie: Federico Luis
    Kamera: Marcos Hastrup
    Schnitt: Tomás Murphy, Andrés Medina
    mit: Lorenzo Ferro, Pehuén Pedre, Kiara Supini, Laura Nevole, Agustín Toscano, Camila Hirane

    Trailer:
    Simón de la Montana ab 27.03.25 im Kino
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  • Mond

    Mond

    Ein Film von Kurdwin Ayub.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sarahs Karriere als Mixed-Martial-Arts-Kämpferin geht zu Ende, statt in den Ring zu stei­gen, wird sie zukünf­tig Kinder trai­nie­ren. Ein plötz­li­ches Angebot aus Jordanien, die Töchter einer rei­chen Familie zu unter­rich­ten – MMA sei dort gera­de der letz­te Schrei – hört sich da sehr exo­tisch und ver­füh­re­risch an. Sarah sagt ja und packt ihre Sachen. Dort ange­kom­men, muss sie bald erken­nen, dass die Familie viel rei­cher ist als gedacht, und soviel Einfluss besitzt, dass man ihr im Hotel, wo sie unter­ge­bracht ist, nichts dar­über erzäh­len mag. Außerdem ist unschwer zu erken­nen, dass die drei jun­gen Frauen kein wirk­li­ches Interesse am Sport haben. Viel lie­ber sit­zen sie im Wohnzimmer, lackie­ren sich die Nägel und schau­en Soaps. Dabei ste­hen sie immer unter Aufsicht, auch bei gele­gent­li­chen Shopping-Ausflügen beglei­tet sie ein Bodyguard. Als auf­ge­klär­te Frau aus dem Westen denkt sich Sarah ihren Teil, und als sie gefragt wird, glaubt sie, Nour, Shaima und Fatima hel­fen zu kön­nen und zu müssen.

    Mir war wich­tig, dass das Publikum Sarah folgt und sich die­sel­ben Fragen stellt wie sie. Auch Sarah sieht nie das gan­ze Bild. Trotzdem bleibt die Frage, ob sie soli­da­risch agie­ren soll. Dieser Zweifel soll­te bis zum Ende bestehen. Mich hat dabei die Geschichte von Prinzessin Latifah, der Tochter des Königs von Dubai, inspi­riert. Sie ist mit ihrer fin­ni­schen Capoeira-Lehrerin geflüch­tet. Tatsächlich kam aber nicht die Prinzessin heil davon, son­dern die Europäerin. Das fand ich inter­es­sant und woll­te die­ses Gefühl in Mond wie­der­ge­ben: Wem glaubt man? Was ist wirk­lich pas­siert? Sind mei­ne eige­nen Vorurteile im Weg?” Kurdwin Ayub im ray-Magazin

    Nach Sonne ist dies der zwei­te Teil einer geplan­ten Trilogie der kur­disch-öster­rei­chi­schen Regisseurin Kurdwin Ayub, die dafür beim Filmfestival von Locarno mit dem Spezialpreis der Jury aus­ge­zeich­net wurde.

    Credits:

    AT 2024, 93 Min, deutsch/arabisch/englische OmU
    Regie: Kurdwin Ayub
    Kamera: Klemens Hufnagl,
    Schnitt: Roland Stöttinger,

    mit: Florentina Holzinger, Andria Tayeh, Celina Antwan, Nagham Abu Baker, u.a.

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  • Köln 75

    Köln 75

    Ein Film von Ido Fluk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Köln 75 erzählt die wah­re Geschichte hin­ter einer der meist­ver­kauf­ten Jazzplatten aller Zeiten, dem „Köln Concert“ von Keith Jarrett aus dem Jahr 1975. Fast wäre das Konzert gar nicht zustan­de gekom­men, doch ein ent­schlos­se­ner deut­scher Teenager, die erst 18-jäh­ri­ge Vera Brandes, setz­te alle Hebel in Bewegung, um die Voraussetzungen für die Entstehung eines Meisterwerks zu schaf­fen. Vera, die noch zur Schule geht, als sie anfängt, in Köln Musikevents zu pro­du­zie­ren und zu pro­mo­ten, geht aufs Ganze, um die­ses Konzert auf die Bühne zu brin­gen. Es scheint, als stün­de alles gegen sie, doch Vera glaubt an die Kraft der Musik und hat noch nie jeman­den so spie­len sehen wie Keith Jarrett.

    Credits:

    DE/BE/PL 2024, 115 Min.,
    Regie: Ido Fluk
    Kamera: Jens Harant
    Schnitt: Anja Siemens
    mit Mala Emde, John Magaro, Michael Chernus, Alexander Scheer, Ulrich Tukur

    Trailer:
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