Becoming Animal

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Ein Film von Emma Davie & Peter Mettler.

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David Abrams Buch „The Spell of the Sensuous. Perception and Language in a More-Than-Human World“, 1996 im ame­ri­ka­ni­schen Original, erst 2012 auf Deutsch unter dem Titel „Im Bann der sinn­li­chen Natur. Die Kunst der Wahrnehmung und die mehr-als-mensch­li­che Welt“ gilt als Schlüsselwerk für die moder­ne Ökologiebewegung. Stark beein­flusst von der so genann­ten Gaia-Hypothese, die pos­tu­liert, dass die Erde, die Menschen, die Natur, die gesam­te Biosphäre als ein ver­bun­de­nes Lebewesen betrach­tet wer­den müs­se, um die Komplexität unse­rer Welt begrei­fen zu kön­nen, befasst sich Abram mit dem Verhältnis von Mensch und Natur.

Allein das hier zwei Begriffe neben­ein­an­der, viel­leicht auch gegen­ein­an­der ste­hen sieht Abram als Teil des Problems, als Zeichen für die zuneh­men­de Loslösung des Menschen von der Natur, einem Prozess, der in der Entwicklung der Menschheit, vor allem durch die Entwicklung der Sprache, immer stär­ker wur­de. Und das bis vor weni­gen Jahren dazu führ­te, dass der Mensch und sei­ne Handlungen nicht als inte­gra­ler Teil der Biosphäre betrach­tet wur­de, son­dern qua­si als blo­ßer Bewohner und Nutzer unse­res Planeten, den er sich – ganz der Bibel fol­gend – über Jahrhunderte unter­tan machte.

Dass die­se Ausbeutung der Ressourcen längst kata­stro­pha­le Ausmaße ange­nom­men hat wird immer deut­li­cher, dem­entspre­chend wur­de vor eini­gen Jahren der Begriff des Anthropozän geprägt, der das gegen­wär­ti­ge Erdzeitalter beschreibt, eine Ära, in der der Mensch mehr Einfluss auf die Erde ein­nimmt als die Natur selbst.

Kann die­se Entwicklung gestoppt oder gar rück­gän­gig gemacht wer­den? Das ist eine der vie­len Fragen, die lose durch den Essayfilm der Schottin Emma Davie und des Schweiz-Kanadiers Peter Mettler schwe­ben, wäh­rend sie mit Abram durch die Natur strei­fen. Gedreht wur­de aus­schließ­lich im Grand Teton National Park im ame­ri­ka­ni­schen Bundesstaat Wyoming, einem der kom­ple­xes­ten und best­erhal­tends­ten Ökosysteme der Erde. Hier sucht Abram die Nähe zur Natur, lauscht den Lauten der Tiere eben­so wie dem Rauschen der Flüsse oder dem Rascheln der Blätter.

Ein wenig eso­te­risch mag das auf den ers­ten Blick wir­ken, doch Abrams Gedanken sind weit­aus kom­ple­xer. Von der distan­zie­ren­den Wirkung der Sprache spricht er etwa oft, davon, wie Begriffe Differenzen erzeu­gen, die im Laufe der Zeit dazu füh­ren, dass sich etwa der Mensch von der Natur zuneh­mend ent­frem­de­te. Parallel dazu ging im Zuge der zuneh­men­den Industrialisierung und Technologisierung der Welt auch ein Gespür für die Natur ver­lo­ren, ein Wissen um die Kreisläufe der Natur, die wech­sel­sei­ti­ge Beeinflussung von Mensch, Tieren und Natur.

Dieses Gespür wie­der­zu­fin­den ist ein eben­so heh­res wie not­wen­di­ges Ziel, will die Menschheit noch auf abseh­ba­re Zeit auf der Erde leben. Alarmistisch ist „Becoming Animal“ den­noch in kei­ner Weise, statt des­sen eine medi­ta­ti­ve, betont zurück­hal­ten­de, mäan­dern­de Annäherung an ein weit­rei­chen­des Thema. Ein klu­ger Film, der nicht so tut als gäbe es auf die drän­gen­den Themen unse­rer Zeit kla­re, ein­fa­che Antworten, son­dern es schafft, kom­ple­xe Gedanken greif­bar zu machen.

Michael Meyns | programmkino.de

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Credits:

CH/CA/GB 2018, 78 Min., engl. OmU
Regie: Emma Davie & Peter Mettler
Kamera: Peter Mettler

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Trailer:

film by Emma Davie & Peter Mettler. In English with German subtitles.

[Credits] [Termine] [Trailer]

An inspi­red col­la­bo­ra­ti­on bet­ween film­ma­kers Emma Davie (I Am Breathing) and Peter Mettler (The End of Time) and radi­cal wri­ter and phi­lo­so­pher David Abram (The Spell of the Sensuous), Becoming Animal is an urgent and immersi­ve audio­vi­su­al quest, for­ging a path into the places whe­re humans and other ani­mals meet, whe­re we pry open our sen­ses to wit­ness the so-cal­led natu­ral world—which in turn wit­nesses us, promp­ting us to reflect on the very essence of what it means to inha­bit our ani­mal bodies.

Shot in and around Grand Teton National Park, with its diz­zy­ing diver­si­ty of wild­life, trails of curious humans in RV’s and bil­li­on-year-old geo­lo­gy, the film is a gey­ser of pro­vo­ca­ti­ve ide­as and heigh­ten­ed sen­sa­ti­ons rela­ted to the sub­li­me cir­cuit­ry that con­nects us to our ever-shif­ting sur­roun­dings.  A snail’s body beco­mes an immense land­scape as the sound­scape immer­ses us in shi­ve­ring lea­ves, rus­hing rivers and the weird spacey pitch of elk bug­ling at night. Becoming Animal embraces the sen­so­ry tools of cine­ma to trace how the writ­ten word and tech­no­lo­gy has affec­ted how we see.

Driven by won­der, curio­si­ty and a desi­re for balan­ce bet­ween eco­lo­gi­cal and tech­no­lo­gi­cal impe­ra­ti­ves, Becoming Animal is an invi­ta­ti­on to explo­re our rela­ti­onship with this “more than human world” and reco­g­ni­se it for what it is: an exqui­si­te­ly intri­ca­te sys­tem in which ever­y­thing is ali­ve and expres­si­ve, humans, ani­mals and land­scapes are inex­tri­ca­bly inter­de­pen­dent, and the­re is no such thing as emp­ty space.

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Credits:

CH/CA/GB 2018, 78 Min., engl. OmU
Regie: Emma Davie & Peter Mettler
Kamera: Peter Mettler

Termine:

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