Sechswochenamt

Sechswochenamt

Ein Film von Jacqueline Jansen. Ab 18.6. im fsk. Am 19.6. 20:00 mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Jacqueline Jansen

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Am Anfang ist das Sterben, völ­lig ruhig und unsen­ti­men­tal insze­niert. Dann beginnt der Trauerprozess, ein­fühl­sam dar­ge­stellt nicht ohne geäu­ßer­te, schein­ba­re Hartherzigkeiten, die aber nicht übel genom­men, son­dern gera­de­zu ‑wie übri­gens alles- unend­lich zärt­lich erzählt wer­den? Die Überforderung, das Alleinsein, die Zumutungen: „Dieses exis­ten­zi­el­le Gefühl der Weltverlassen- und Weltverlorenheit, des Abgeschnittenseins“ (Joachim Kurz) Auch davon han­delt die­ser ein­zig­ar­ti­ge Film – sozu­sa­gen auf sei­ner Metaebene.
Lore beglei­tet ihre Mutter beim Sterben. Sie kommt in das Städtchen ihrer Kindheit, nach Erkelenz, wo vie­le Bekannte und Verwandte leben, die die rhei­ni­sche Mundart noch spre­chen. Der Umgang mit dem Tod und die Trauerarbeit sind das eigent­li­che Thema des Films. Die Darstellungsweise ist aber das wirk­lich Herausragende an die­sem Film. Natürlich schlägt die Melancholie den Grundton an, aber der mög­li­che Kitsch wird durch die neo­rea­lis­ti­sche Erzählweise kom­plett unter­lau­fen, wozu auch die lie­bens­wer­te Spielweise der vie­len Laiendarsteller bei­trägt.
Nebenher und völ­lig unauf­dring­lich spielt die Geschichte in der Pandemiezeit. In der Erzählung ein­ge­bet­tet, bil­det sie sowas wie ein Grundrauschen, ver­stärkt noch ein­mal das Gefühl des Einsam- und Verlassenseins und ver­weist damit auf den all­ge­mei­nen Zustand der Gesellschaft.
P.S. „Sechswochenamt“ ist nach der katho­li­schen Kirche eine Messe, die sechs Wochen nach dem Tod zele­briert wird und das Ende der ers­ten Trauerphase für die Hinterbliebenen markiert.

Credits:

NL/DE 2025, 108 Min., Originalfassung in Deutsch, Englisch und Niederländisch, teil­wei­se mit deut­schen Untertiteln
Regie:  Jacqueline Jansen
Kamera: Aafke Beernink
Schnitt: Xander Nijsten
mit Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth, Olga Prokot, Suzanne Ziellenbach, Marc Fischer,

Trailer:
Trailer SECHSWOCHENAMT – ab 18. Juni im Kino
nach oben