[:de]Ein einfacher Unfall[:]

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Ein Film von Jafar Panahi. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Ein ein­fa­cher Unfall, Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, ist eine furcht­lo­se Leistung des Filmemachers Jafar Panahi – zugleich hoch­po­li­tisch und zutiefst mensch­lich. Mit uner­bitt­li­cher Klarheit stellt der Film mora­li­sche Fragen nach Wahrheit und Ungewissheit, Rache und Gnade.
Als der Automechaniker Vahid zufäl­lig auf den Mann trifft, der ihn mut­maß­lich im Gefängnis gefol­tert hat, ent­führt er ihn, um Vergeltung zu üben. Doch der ein­zi­ge Hinweis auf Eghbals Identität ist das unver­kenn­ba­re Quietschen sei­ner Beinprothese. Auf der Suche nach Gewissheit wen­det sich Vahid an einen zer­streu­ten Kreis ande­rer, inzwi­schen frei­ge­las­se­ner Opfer. Doch je tie­fer sie in ihre Vergangenheit ein­tau­chen und je mehr ihre unter­schied­li­chen Weltanschauungen auf­ein­an­der­pral­len, des­to grö­ßer wer­den die Zweifel: Ist er es wirk­lich? Und was hie­ße Vergeltung überhaupt?

Die Figuren des Films sind zwar fik­tiv, doch die Geschichten, die sie erzäh­len, basie­ren auf rea­len Ereignissen, die von ech­ten Gefangenen erlebt wur­den. Echt ist auch die Vielfalt die­ser Figuren und ihrer Reaktionen. Einige wer­den sehr gewalt­tä­tig und von Rachegelüsten getrie­ben. Andere wie­der­um ver­su­chen, einen Schritt zurück­zu­tre­ten und über lang­fris­ti­ge Strategien nach­zu­den­ken. Einige waren stark poli­ti­siert – oder wur­den es. Andere waren es über­haupt nicht und wur­den fast zufäl­lig ver­haf­tet. Letzteres trifft auf Vahid, die Hauptfigur, zu: Er war ein Arbeiter, der ein­fach nur sei­nen Lohn ein­for­der­te. Das Regime macht kei­nen Unterschied zwi­schen die­sen Menschen. Jede der ande­ren Figuren reprä­sen­tiert eine der vie­len, mehr oder weni­ger fest orga­ni­sier­ten Oppositionsgruppen. Diese Gruppen gera­ten oft anein­an­der, sogar
hin­ter Gittern. Sie alle sind sich einig, dass sie das Regime ableh­nen, aber dar­über hin­aus gehen die Meinungen aus­ein­an­der. Seit dem Tod von Mahsa Amini und dem Aufkommen von „Frau, Leben, Freiheit” hat sich die Ablehnung des Regimes weit ver­brei­tet. Oft wis­sen die Menschen jedoch nicht, womit sie es erset­zen sol­len. Das sieht man heu­te deut­lich: Zum Beispiel zei­gen sich vie­le Frauen nun ohne Hidschab in der Öffentlichkeit. Eine sol­che Form des mas­si­ven zivi­len Ungehorsams war vor weni­gen Jahren noch undenk­bar. Die Szenen im Film, die mit unver­schlei­er­ten Schauspielerinnen auf der Straße gedreht wur­den, spie­geln jedoch die heu­ti­ge Realität wider. Es sind die ira­ni­schen Frauen, die die­sen Wandel her­bei­ge­führt haben.„
Jafar Panahi

Auch im fsk: Jafar Panahis vor­letz­ter Film No Bears (Spezialpreis der Jury, Venedig)

Credits:

Yek tasa­def sadeh یک تصادف ساده,
IR/FR/LU 2025, 102 Min., far­si OmU
Regie: Jafar Panahi
Kamera: Amin Jafari
Schnitt: Amir Etminan
mit: Vahid Mobasseri, Maryam Afshari, Ebrahim Azizi, Hadis Pakbaten

Trailer:
EIN EINFACHER UNFALL Trailer OmU German | Deutsch
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[:en]

A film by Jafar Panahi. In Farsi with German subtitles.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Vahid, who was once impri­so­ned and tor­tu­red by the Iranian aut­ho­ri­ties, meets a man he belie­ves to have been his most sadi­stic tor­tu­rer. He can’t be sure though, as he was blind­fold­ed during the inter­ro­ga­ti­ons. Intent on vio­lent reven­ge but afraid of hur­ting an inno­cent per­son, he kid­naps the man and asks ano­ther for­mer inma­te to cor­rob­ora­te his sus­pi­ci­on. Neither abso­lut­e­ly con­fi­dent, they deci­de to track down other sur­vi­vors. The group keeps gro­wing as they dri­ve around in Vahid’s van with their pri­soner in tow, despera­te­ly pur­suing a cer­tain­ty that remains just bey­ond reach. A taut thril­ler nuan­ced by an under­cur­rent of absur­dist far­ce, YEK TASADOF‑E SADEH, win­ner of this year’s Palme d’Or, is Jafar Panahi’s most out­spo­ken and expli­cit­ly poli­ti­cal film to date. That it was made after he was hims­elf released from Tehran’s noto­rious Evin Prison gives the sto­ry an obvious auto­bio­gra­phi­cal dimen­si­on. Yet its moral impli­ca­ti­ons extend bey­ond the per­so­nal to encom­pass all of Iranian socie­ty in the wake of the Woman, Life, Freedom pro­tests. Now that new free­doms have been achie­ved, ope­ning an unpre­ce­den­ted win­dow of oppor­tu­ni­ty, the film sets the desi­re for ven­ge­an­ce against the impe­ra­ti­ve to keep pushing for­ward. (Giovanni Marchini Camia)

Credits:

Yek tasa­def sadeh یک تصادف ساده,
IR/FR/LU 2025, 102 Min., far­si OmU
Regie: Jafar Panahi
Kamera: Amin Jafari
Schnitt: Amir Etminan
mit: Vahid Mobasseri, Maryam Afshari, Ebrahim Azizi, Hadis Pakbaten

Trailer:
EIN EINFACHER UNFALL Trailer OmU German | Deutsch
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