Schon einÂmal haben die Emotionen in den Untergang gefĂŒhrt; daher âreiÂnigtâ die herrÂschenÂde KI die ihr dieÂnenÂden Menschen. Gelassenheit soll walÂten! Im Zuge der Prozedur erinÂnert Gabrielle ihre vorÂmaÂliÂgen Leben â 1910, 2014, 2044 â, vor allem aber: ihre groÂĂe Liebe zu Louis, die sie nie wagÂte sich zuzuÂgeÂsteÂhen. KĂŒhl und eleÂgant setzt Bonello sein epoÂchenÂqueÂrenÂdes, dabei das Unheimliche wie das Horrible streiÂfenÂde Science-Fiction-Melodram in Szene. WĂ€hrend Seydoux und MacKay, einÂgeÂdenk des Menschlichen und der ZĂ€rtlichkeit, derer es fĂ€hig ist, die inkriÂmiÂnierÂten GefĂŒhlswesen in ihr Recht setÂzen. Und die Frage aufÂwerÂfen, wer hier eigentÂlich die Bestie ist? (Alexandra Seitz)
Schon einÂmal haben die Emotionen in den Untergang gefĂŒhrt; daher âreiÂnigtâ die herrÂschenÂde KI die ihr dieÂnenÂden Menschen. Gelassenheit soll walÂten! Im Zuge der Prozedur erinÂnert Gabrielle ihre vorÂmaÂliÂgen Leben â 1910, 2014, 2044 â, vor allem aber: ihre groÂĂe Liebe zu Louis, die sie nie wagÂte sich zuzuÂgeÂsteÂhen. KĂŒhl und eleÂgant setzt Bonello sein epoÂchenÂqueÂrenÂdes, dabei das Unheimliche wie das Horrible streiÂfenÂde Science-Fiction-Melodram in Szene. WĂ€hrend Seydoux und MacKay, einÂgeÂdenk des Menschlichen und der ZĂ€rtlichkeit, derer es fĂ€hig ist, die inkriÂmiÂnierÂten GefĂŒhlswesen in ihr Recht setÂzen. Und die Frage aufÂwerÂfen, wer hier eigentÂlich die Bestie ist? (Alexandra Seitz)
âWeiĂt du noch, was du werÂden wollÂtest, als du noch klein warst? Du wollÂtest Ărztin werÂden. Mama wollÂte immer, dass du Arzthelferin wirst. Aber du wollÂtest Ărztin werÂdenâ, erzĂ€hlt Semra einÂmal zu ihrer kleiÂnen Schwester Hazal, um sie aufÂzuÂmunÂtern. Die kĂŒhÂle Antwort: âIch wollÂte nie Ărztin werÂden. Als ich klein war, wollÂte ich Popstar werÂden.â Ob Ărztin, Arzthelferin oder Popstar, bis dato kann die junÂge Frau aus dem Wedding trotz vieÂler Bewerbungen ĂŒberÂhaupt keiÂnen Beruf oder Ausbildungsplatz vorÂweiÂsen, nicht zu einer einÂziÂgen Vorstellung wurÂde sie einÂgeÂlaÂden. Das stresst und frusÂtriert, doch an ihrem 18. Geburtstag soll gefeiÂert werÂden, dass es kracht, und der gemeiÂne Alltag bleibt daheim. Mit den Freundinnen Elma, GĂŒl und Ebru zieht Hazel durch die Stadt, Höhepunkt soll der Besuch im coolsÂten Club der Stadt sein, doch dort ist Schluss: kein Einlass, da zu aufÂgeÂbreÂzelt. Die extreÂme Wut ĂŒber die erneuÂte ZurĂŒckweisung entÂlĂ€dt sich bei Hazel in einer Weise, dass sie als Ausweg nur noch die Flucht aus dem Land sieht, und so sitzt sie schon am nĂ€chsÂten Tag in dem ihr unbeÂkannÂten Istanbul. Konnte sie in Berlin wegen ihrer tĂŒrÂkiÂschen Backgrounds nie richÂtig ankomÂmen, finÂdet sie sich in der fĂŒr sie fremÂden TĂŒrkei auch nicht zurecht. Die Berliner Regisseurin Asli Ăzarslan (ihr Dokumentarfilm Dil Leyla war 2017 bei uns zu sehen), verÂfilmt hier den gleichÂnaÂmiÂgen Roman von Fatma Aydemir konÂseÂquent aus junÂger, weibÂliÂcher, migranÂtiÂscher Perspektive. Die Protagonistin möchÂte eigentÂlich ein fĂŒr sie norÂmaÂles Leben fĂŒhÂren, wehrt sich aber gegen alle ihr von verÂschieÂdeÂnen Seiten zugeÂschrieÂbeÂnen Rollen, in Deutschland wie in der TĂŒrkei, und gerĂ€t so zwiÂschen alle StĂŒhle. Mit gröĂtÂmögÂliÂcher PrĂ€zision und EinfĂŒhlung erzĂ€hlt Ellbogen die Geschichte eines der vieÂlen junÂgen Menschen, die aus der Gesellschaft verÂdrĂ€ngt werÂden, die eigentÂlich die ihre ist.
Credits:
DE/TK/FR 2024, 86 Min., Originalfassung mit deutÂschen und engÂliÂschen Untertiteln Regie: Aslı Ăzarslan Kamera: Andac Karabeyoglu-Thomas Schnitt: David J. Achilles, Ana Branea mit: Melia Kara, DoÄa GĂŒrer, Jale Arıkan, Haydar Ćahin, Orhan Kiliç, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Mina SaÄdıç
Charly HĂŒbner hat einen Film ĂŒber ELEMENTOFCRIME gedreht. Dieser Film erzĂ€hlt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENTOFCRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und ĂŒber das Geheimnis, wie man ĂŒber 30 Jahre zusamÂmen Musik macht. Er folgt der Band auf einer kleiÂnen Tour durch Berlin, die eigens zu dieÂsem Zweck orgaÂniÂsiert wurÂde und die vom kleiÂnen Privatclub ĂŒber SO36, Lido, Admiralspalast zu gröĂÂten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau fĂŒhrÂte, immer mit ausÂgeÂsuchÂtem Support. Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nostÂalÂgisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exisÂtieÂrenÂde Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berichÂtet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, sonÂdern nur noch Klischee. Wie man die NDW ĂŒberÂlebÂte, wie die unterÂschiedÂliÂchen Richtungen und Schwerpunkte der einÂzelÂnen Bandmitglieder zusamÂmenÂkaÂmen. Was wichÂtig war, ein bissÂchen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wurÂde, und wie sowas heutÂzuÂtaÂge nur noch als Phrase exisÂtiert. FĂŒr alle, die dabei waren, hĂ€tÂten dabei sein, oder einÂfach nur mal schauÂen und hören wolÂlen. Bemerkenswerterweise werÂden die Tracks fast durchÂweg â eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik â ausÂgeÂspielt! âEin Film ĂŒber uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hofÂfen und das ist Charly HĂŒbner. Wir wussÂten, er liebt die Band, wir verÂtrauÂten ihm und wir hatÂten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwarÂtet, und das sind immer die besÂten Filme.â Sven Regener
Credits:
DE 2024, 93 Min., Regie: Charly HĂŒbner Kamera: Casey Campbell Schnitt: Christoph Brunner mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa Sauermann
Trailer:
ELEMENTOFCRIME in âWenn es dunÂkel und kalt wird in Berlinâ | TRAILER â Jetzt fĂŒr zuhause
Ăber drei Jahre begleiÂtet die Filmemacherin Ruth Beckermann eine Klasse im Alter von sieÂben bis zehn Jahren und ihre engaÂgierÂte Lehrerin in einer groÂĂen Schule im Wiener Bezirk Favoriten. Der Film nimmt uns mit in den Unterricht und lĂ€sst uns die tĂ€gÂliÂchen Abenteuer, KĂ€mpfe, Niederlagen und Erfolge der Kinder ganz nah mitÂerÂleÂben. Der Stadtteil Favoriten war einst ein Arbeiterbezirk, heuÂte spricht ein GroĂteil der Kinder an den dorÂtiÂgen Grundschulen nicht Deutsch als Erstsprache. Mit groÂĂer SensibilitĂ€t begleiÂtet der Film die Kinder, wĂ€hÂrend ihre Lehrerin ihnen dabei hilft, einen Platz in einer Welt zu finÂden, in der sie sich oft nicht zugeÂhöÂrig fĂŒhÂlen. Indem wir die âFavoritenâ kenÂnen lerÂnen, erleÂben wir mit ihnen eine bewegÂte Zeit, die ihre Zukunft entÂscheiÂdend prĂ€Âgen wird.
Ruth Beckermanns neuÂer Film ist eine Langzeitbeobachtung, die den Blick auf die strukÂtuÂrelÂlen Probleme im Schulsystem lenkt und die Perspektive der Kinder ernst nimmt. Ein erstaunÂlich heiÂteÂres PortrĂ€t einer ungeÂwöhnÂliÂchen Gemeinschaft, das Fragen stellt, auf die vieÂle von uns eine Antwort suchen. Ein Film ĂŒber das Lehren und das Lernen und darÂĂŒber, wie die Zukunft unseÂrer Gesellschaft auch im Klassenzimmer ausÂgeÂhanÂdelt wird.
âIn dem Film verÂschrĂ€nÂken sich strukÂtuÂrelÂle und indiÂviÂduÂelÂle Perspektiven. Denn zum einen wirft âFavoritenâ einen Blick auf ein von Mangel und Ungleichheit bestimmÂtes Bildungssystem, in dem bei aller EinfĂŒhlsamkeit und Hingabe der Lehrerin, die von Deutsch, Mathe ĂŒber den Schwimmunterricht bis hin zum Klassenausflug alles zu verÂantÂworÂten hat, am Ende nur die Leistung zĂ€hlt. Zum andeÂren sieht man junÂgen Individuen dabei zu, wie sie Welt, Sprache und soziaÂles Miteinander begreiÂfen, wie sie an Aufgaben wachÂsen und darÂan scheiÂtern, wie sie verÂzweiÂfeln und neuÂen Mut fasÂsen. Dieser ĂŒberÂaus lebenÂdiÂge Raum, den zu betrachÂten schön ist, anrĂŒhÂrend, trauÂrig und manchÂmal auch lusÂtig, steht in âFavoritenâ im Zentrum, auch wenn das Systemische immer mitÂwirkt. Je nĂ€her die SchĂŒler:innen dem Moment komÂmen, an dem sich ihre weiÂteÂre Schulbildung entÂscheiÂdet â Mittelschule oder, was fĂŒr die wenigsÂten von ihnen in Betracht kommt, der Ăbertritt ins Gymnasium â arbeiÂtet sich das in den Vordergrund.â Esther Buss | Filmdienst
Credits:
AT 2024, 118 Min., in deutsch mit engÂliÂschen Untertiteln Regie: Ruth Beckermann Kamera: Johannes Hammel Schnitt: Dieter Pichler
Trailer:
Favoriten (offiÂziÂelÂler Trailer) â Ein Film von Ruth Beckermann
Charly HĂŒbner hat einen Film ĂŒber ELEMENTOFCRIME gedreht. Dieser Film erzĂ€hlt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENTOFCRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und ĂŒber das Geheimnis, wie man ĂŒber 30 Jahre zusamÂmen Musik macht. Er folgt der Band auf einer kleiÂnen Tour durch Berlin, die eigens zu dieÂsem Zweck orgaÂniÂsiert wurÂde und die vom kleiÂnen Privatclub ĂŒber SO36, Lido, Admiralspalast zu gröĂÂten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau fĂŒhrÂte, immer mit ausÂgeÂsuchÂtem Support. Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nostÂalÂgisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exisÂtieÂrenÂde Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berichÂtet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, sonÂdern nur noch Klischee. Wie man die NDW ĂŒberÂlebÂte, wie die unterÂschiedÂliÂchen Richtungen und Schwerpunkte der einÂzelÂnen Bandmitglieder zusamÂmenÂkaÂmen. Was wichÂtig war, ein bissÂchen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wurÂde, und wie sowas heutÂzuÂtaÂge nur noch als Phrase exisÂtiert. FĂŒr alle, die dabei waren, hĂ€tÂten dabei sein, oder einÂfach nur mal schauÂen und hören wolÂlen. Bemerkenswerterweise werÂden die Tracks fast durchÂweg â eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik â ausÂgeÂspielt! âEin Film ĂŒber uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hofÂfen und das ist Charly HĂŒbner. Wir wussÂten, er liebt die Band, wir verÂtrauÂten ihm und wir hatÂten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwarÂtet, und das sind immer die besÂten Filme.â Sven Regener
Credits:
DE 2024, 93 Min., Regie: Charly HĂŒbner Kamera: Casey Campbell Schnitt: Christoph Brunner mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa Sauermann
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ELEMENTOFCRIME in âWenn es dunÂkel und kalt wird in Berlinâ | TRAILER â Jetzt fĂŒr zuhause
Nach Das merkÂwĂŒrÂdiÂge KĂ€tzchen geht es im Ramon ZĂŒrchers dritÂten Teil der âTier-Trilogieâ erneut um das Konstrukt von Familie, genauÂer, um deren folÂgenÂreiÂche Zumutungen. Am Vorabend einer Geburtstagsfeier im Anwesen der verÂstorÂbeÂnen Eltern, in das Karen mit Mann und Kindern einÂgeÂzoÂgen ist, truÂdeln mit ihre Schwester Jule samt Anhang bereits die ersÂten GĂ€ste ein. In den folÂgenÂden ersÂten Zweidritteln des Films zeleÂbriert er trotz aller groÂĂer-Freude-Bekundungen und mehr oder weniÂger herzÂliÂcher Umarmungen die Zerlegung der Beziehungen sowie die BeschĂ€digungen der Einzelnen aufs Böseste â ein GlanzstĂŒck anaÂlyÂtiÂscher Gemeinheit. TemporĂ€re Solidarisierungen und allâ die toll zubeÂreiÂteÂten Gerichte, Kinderspiele, die Tiermenagerie und romanÂtiÂsche Abendidylle mit Lichterkette und GlĂŒhwĂŒrmchen und Swimmingpool im Garten kaschieÂren da wenig, zumal auch das Haus die Vergangenheit in sich trĂ€gt. Die Insel im See hat sowieÂso schon vor den Kormoranen kapiÂtuÂliert. Je lĂ€nÂger der Abend dauÂert, desÂto surÂreaÂler wird es, und mit etwas Fantasie, viel Schlaf, TrĂ€umen und dem ein oder andeÂren reiÂniÂgenÂden Feuer scheint es, als könnÂten sich am nĂ€chsÂten Tag einiÂge Knoten aufÂlöÂsen. â⊠prĂ€ÂziÂse inszeÂniert und gespielt, mit Witz und Ironie erzĂ€hlt. âŠâ programmkino.de âDer Spatz im Kamin ist so eleÂgant und rafÂfiÂniert wie seiÂne beiÂden VorgĂ€ngerfilme und bisÂweiÂlen auch Ă€hnÂlich verÂgnĂŒgÂlich. Zugleich aber gelingt es Ramon ZĂŒrcher mit seiÂnen herÂvorÂraÂgenÂden Darstellerinnen und Darstellern ein neuÂes Gleichgewicht des Charmes und des Schreckens zu schafÂfen, das unter die Haut geht.â Sennhausers Filmblog
Credits:
CH 2024, 117 Min., deutÂsche Originalfassung mit engÂliÂschen Untertiteln Regie & Schnitt: Ramon ZĂŒrcher Kamera: Alex Hasskerl Produzent: Silvan ZĂŒrcher mit: Maren Eggert, Britta Hammelstein, Luise Heyer, Andreas Döhler, Milian Zerzawy, Lea Zoe Voss, Ilja Bultmann, Paula Schindler, Luana Greco
Sylvia arbeiÂtet als Pflegerin, ist alleinÂerÂzieÂhenÂde Mutter einer wunÂderÂbaÂren Tochter, hat die Alkoholsucht hinÂter sich gelasÂsen und ein gutes VerhĂ€ltnis zu ihrer Schwester und Menschen um sich herÂum, die sie schĂ€tÂzen und mögen. Doch tief in sich trĂ€gt Sylvia ein tieÂfes Trauma. Als sie von einem Klassentreffen nach Hause geht, wird sie von einem fremÂden Mann verÂfolgt. Dieser Mann heiĂt Saul und leiÂdet unter dem Anfangsstadium der Demenz. Und auch wenn das ersÂte Zusammentreffen der Beiden unter keiÂnem guten Stern steht, nĂ€hern sich Sylvia und Saul langÂsam an. Denn sie spĂŒÂren, dass sie eine groÂĂe Verletzlichkeit verÂbinÂdet. Dem Film gelingt es, die AnnĂ€herung dieÂser beiÂden âverÂloÂreÂnen Seelenâ und die Liebesbeziehung in einer unglaubÂlich anrĂŒhÂrenÂden Zartheit zu inszenieren.â
Aus der Jury BegrĂŒndung der Filmbewertugsstelle â FBW: âDabei ist MEMORY von ganz eigeÂner, auch visuÂelÂler Eleganz. Francos Film wirkt wie aus einem Guss. TatsĂ€chlich zeichÂnet Franco fĂŒr Regie, Buch und auch Schnitt verÂantÂwortÂlich. Und auch die Kamera folgt dem Konzept des Films. Bis auf weniÂge introÂduÂzieÂrenÂde GroĂaufnahmen zu Beginn, beschrĂ€nkt sich Francos Leib-und Magen-Kameramann Yves Cape maxiÂmal auf Halbtotalen, die das Publikum Sylvia und Saul nieÂmals zu nahe komÂmen lĂ€sst. MEMORY nimmt sich Zeit und Raum fĂŒr die GefĂŒhle seiÂner Protagonisten, traut sich, psyÂchiÂsche Erkrankungen ernst zu nehÂmen, verÂliert sich aber nicht in RĂŒhrseligkeit. Dramaturgisch geschickt ist MEMORY von Anfang an unterÂschwelÂlig so spanÂnend angeÂlegt, dass die Jury keiÂne Sekunde hĂ€tÂte verÂsĂ€uÂmen wolÂlen. In der Tat hat die Jury selÂten ein an sich sperÂriÂges Thema mit so viel Eleganz, bildÂliÂcher Ăsthetik und Dramaturgie so ĂŒberÂzeuÂgend fĂŒr die Leinwand inszeÂniert gesehen.â
Credits:
US, MX 2023, 103 Min., engl. OmU Regie: Michel Franco Kamera: Yves Cape Schnitt: Oscar Figueroa Jara, Michel Franco mit: Jessica Chastain, Peter Sarsgaard, Merritt Wever, Brooke Timber, Josh Charles
âWeiĂt du noch, was du werÂden wollÂtest, als du noch klein warst? Du wollÂtest Ărztin werÂden. Mama wollÂte immer, dass du Arzthelferin wirst. Aber du wollÂtest Ărztin werÂdenâ, erzĂ€hlt Semra einÂmal zu ihrer kleiÂnen Schwester Hazal, um sie aufÂzuÂmunÂtern. Die kĂŒhÂle Antwort: âIch wollÂte nie Ărztin werÂden. Als ich klein war, wollÂte ich Popstar werÂden.â Ob Ărztin, Arzthelferin oder Popstar, bis dato kann die junÂge Frau aus dem Wedding trotz vieÂler Bewerbungen ĂŒberÂhaupt keiÂnen Beruf oder Ausbildungsplatz vorÂweiÂsen, nicht zu einer einÂziÂgen Vorstellung wurÂde sie einÂgeÂlaÂden. Das stresst und frusÂtriert, doch an ihrem 18. Geburtstag soll gefeiÂert werÂden, dass es kracht, und der gemeiÂne Alltag bleibt daheim. Mit den Freundinnen Elma, GĂŒl und Ebru zieht Hazel durch die Stadt, Höhepunkt soll der Besuch im coolsÂten Club der Stadt sein, doch dort ist Schluss: kein Einlass, da zu aufÂgeÂbreÂzelt. Die extreÂme Wut ĂŒber die erneuÂte ZurĂŒckweisung entÂlĂ€dt sich bei Hazel in einer Weise, dass sie als Ausweg nur noch die Flucht aus dem Land sieht, und so sitzt sie schon am nĂ€chsÂten Tag in dem ihr unbeÂkannÂten Istanbul. Konnte sie in Berlin wegen ihrer tĂŒrÂkiÂschen Backgrounds nie richÂtig ankomÂmen, finÂdet sie sich in der fĂŒr sie fremÂden TĂŒrkei auch nicht zurecht. Die Berliner Regisseurin Asli Ăzarslan (ihr Dokumentarfilm Dil Leyla war 2017 bei uns zu sehen), verÂfilmt hier den gleichÂnaÂmiÂgen Roman von Fatma Aydemir konÂseÂquent aus junÂger, weibÂliÂcher, migranÂtiÂscher Perspektive. Die Protagonistin möchÂte eigentÂlich ein fĂŒr sie norÂmaÂles Leben fĂŒhÂren, wehrt sich aber gegen alle ihr von verÂschieÂdeÂnen Seiten zugeÂschrieÂbeÂnen Rollen, in Deutschland wie in der TĂŒrkei, und gerĂ€t so zwiÂschen alle StĂŒhle. Mit gröĂtÂmögÂliÂcher PrĂ€zision und EinfĂŒhlung erzĂ€hlt Ellbogen die Geschichte eines der vieÂlen junÂgen Menschen, die aus der Gesellschaft verÂdrĂ€ngt werÂden, die eigentÂlich die ihre ist.
Credits:
DE/TK/FR 2024, 86 Min., Originalfassung mit deutÂschen und engÂliÂschen Untertiteln Regie: Aslı Ăzarslan Kamera: Andac Karabeyoglu-Thomas Schnitt: David J. Achilles, Ana Branea mit: Melia Kara, DoÄa GĂŒrer, Jale Arıkan, Haydar Ćahin, Orhan Kiliç, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Mina SaÄdıç
Schon einÂmal haben die Emotionen in den Untergang gefĂŒhrt; daher âreiÂnigtâ die herrÂschenÂde KI die ihr dieÂnenÂden Menschen. Gelassenheit soll walÂten! Im Zuge der Prozedur erinÂnert Gabrielle ihre vorÂmaÂliÂgen Leben â 1910, 2014, 2044 â, vor allem aber: ihre groÂĂe Liebe zu Louis, die sie nie wagÂte sich zuzuÂgeÂsteÂhen. KĂŒhl und eleÂgant setzt Bonello sein epoÂchenÂqueÂrenÂdes, dabei das Unheimliche wie das Horrible streiÂfenÂde Science-Fiction-Melodram in Szene. WĂ€hrend Seydoux und MacKay, einÂgeÂdenk des Menschlichen und der ZĂ€rtlichkeit, derer es fĂ€hig ist, die inkriÂmiÂnierÂten GefĂŒhlswesen in ihr Recht setÂzen. Und die Frage aufÂwerÂfen, wer hier eigentÂlich die Bestie ist? (Alexandra Seitz)
Charly HĂŒbner hat einen Film ĂŒber ELEMENTOFCRIME gedreht. Dieser Film erzĂ€hlt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENTOFCRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und ĂŒber das Geheimnis, wie man ĂŒber 30 Jahre zusamÂmen Musik macht. Er folgt der Band auf einer kleiÂnen Tour durch Berlin, die eigens zu dieÂsem Zweck orgaÂniÂsiert wurÂde und die vom kleiÂnen Privatclub ĂŒber SO36, Lido, Admiralspalast zu gröĂÂten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau fĂŒhrÂte, immer mit ausÂgeÂsuchÂtem Support. Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nostÂalÂgisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exisÂtieÂrenÂde Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berichÂtet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, sonÂdern nur noch Klischee. Wie man die NDW ĂŒberÂlebÂte, wie die unterÂschiedÂliÂchen Richtungen und Schwerpunkte der einÂzelÂnen Bandmitglieder zusamÂmenÂkaÂmen. Was wichÂtig war, ein bissÂchen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wurÂde, und wie sowas heutÂzuÂtaÂge nur noch als Phrase exisÂtiert. FĂŒr alle, die dabei waren, hĂ€tÂten dabei sein, oder einÂfach nur mal schauÂen und hören wolÂlen. Bemerkenswerterweise werÂden die Tracks fast durchÂweg â eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik â ausÂgeÂspielt! âEin Film ĂŒber uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hofÂfen und das ist Charly HĂŒbner. Wir wussÂten, er liebt die Band, wir verÂtrauÂten ihm und wir hatÂten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwarÂtet, und das sind immer die besÂten Filme.â Sven Regener
Credits:
DE 2024, 93 Min., Regie: Charly HĂŒbner Kamera: Casey Campbell Schnitt: Christoph Brunner mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa Sauermann
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