Schon einmal haben die Emotionen in den Untergang geführt; daher „reinigt“ die herrschende KI die ihr dienenden Menschen. Gelassenheit soll walten! Im Zuge der Prozedur erinnert Gabrielle ihre vormaligen Leben – 1910, 2014, 2044 –, vor allem aber: ihre große Liebe zu Louis, die sie nie wagte sich zuzugestehen. Kühl und elegant setzt Bonello sein epochenquerendes, dabei das Unheimliche wie das Horrible streifende Science-Fiction-Melodram in Szene. Während Seydoux und MacKay, eingedenk des Menschlichen und der Zärtlichkeit, derer es fähig ist, die inkriminierten Gefühlswesen in ihr Recht setzen. Und die Frage aufwerfen, wer hier eigentlich die Bestie ist? (Alexandra Seitz)
Credits:
FR/CA 2023, 146 Min., engl./frz. OmU Regie: Bertrand Bonello Kamera: Josée Deshaies Schnitt: Anita Roth mit: Léa Seydoux, George MacKay, Guslagie Malanda, Dasha Nekrasova, Martin Scali, Elina Löwensohn
Trailer:
The Beast (offizieller Trailer) – mit Léa Seydoux & George MacKay
Schon einmal haben die Emotionen in den Untergang geführt; daher „reinigt“ die herrschende KI die ihr dienenden Menschen. Gelassenheit soll walten! Im Zuge der Prozedur erinnert Gabrielle ihre vormaligen Leben – 1910, 2014, 2044 –, vor allem aber: ihre große Liebe zu Louis, die sie nie wagte sich zuzugestehen. Kühl und elegant setzt Bonello sein epochenquerendes, dabei das Unheimliche wie das Horrible streifende Science-Fiction-Melodram in Szene. Während Seydoux und MacKay, eingedenk des Menschlichen und der Zärtlichkeit, derer es fähig ist, die inkriminierten Gefühlswesen in ihr Recht setzen. Und die Frage aufwerfen, wer hier eigentlich die Bestie ist? (Alexandra Seitz)
Credits:
FR/CA 2023, 146 Min., engl./frz. OmU Regie: Bertrand Bonello Kamera: Josée Deshaies Schnitt: Anita Roth mit: Léa Seydoux, George MacKay, Guslagie Malanda, Dasha Nekrasova, Martin Scali, Elina Löwensohn
Trailer:
The Beast (offizieller Trailer) – mit Léa Seydoux & George MacKay
„Weißt du noch, was du werden wolltest, als du noch klein warst? Du wolltest Ärztin werden. Mama wollte immer, dass du Arzthelferin wirst. Aber du wolltest Ärztin werden“, erzählt Semra einmal zu ihrer kleinen Schwester Hazal, um sie aufzumuntern. Die kühle Antwort: „Ich wollte nie Ärztin werden. Als ich klein war, wollte ich Popstar werden.“ Ob Ärztin, Arzthelferin oder Popstar, bis dato kann die junge Frau aus dem Wedding trotz vieler Bewerbungen überhaupt keinen Beruf oder Ausbildungsplatz vorweisen, nicht zu einer einzigen Vorstellung wurde sie eingeladen. Das stresst und frustriert, doch an ihrem 18. Geburtstag soll gefeiert werden, dass es kracht, und der gemeine Alltag bleibt daheim. Mit den Freundinnen Elma, Gül und Ebru zieht Hazel durch die Stadt, Höhepunkt soll der Besuch im coolsten Club der Stadt sein, doch dort ist Schluss: kein Einlass, da zu aufgebrezelt. Die extreme Wut über die erneute Zurückweisung entlädt sich bei Hazel in einer Weise, dass sie als Ausweg nur noch die Flucht aus dem Land sieht, und so sitzt sie schon am nächsten Tag in dem ihr unbekannten Istanbul. Konnte sie in Berlin wegen ihrer türkischen Backgrounds nie richtig ankommen, findet sie sich in der für sie fremden Türkei auch nicht zurecht. Die Berliner Regisseurin Asli Özarslan (ihr Dokumentarfilm Dil Leyla war 2017 bei uns zu sehen), verfilmt hier den gleichnamigen Roman von Fatma Aydemir konsequent aus junger, weiblicher, migrantischer Perspektive. Die Protagonistin möchte eigentlich ein für sie normales Leben führen, wehrt sich aber gegen alle ihr von verschiedenen Seiten zugeschriebenen Rollen, in Deutschland wie in der Türkei, und gerät so zwischen alle Stühle. Mit größtmöglicher Präzision und Einfühlung erzählt Ellbogen die Geschichte eines der vielen jungen Menschen, die aus der Gesellschaft verdrängt werden, die eigentlich die ihre ist.
Credits:
DE/TK/FR 2024, 86 Min., Originalfassung mit deutschen und englischen Untertiteln Regie: Aslı Özarslan Kamera: Andac Karabeyoglu-Thomas Schnitt: David J. Achilles, Ana Branea mit: Melia Kara, Doğa Gürer, Jale Arıkan, Haydar Şahin, Orhan Kiliç, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Mina Sağdıç
Charly Hübner hat einen Film über ELEMENTOFCRIME gedreht. Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENTOFCRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusammen Musik macht. Er folgt der Band auf einer kleinen Tour durch Berlin, die eigens zu diesem Zweck organisiert wurde und die vom kleinen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führte, immer mit ausgesuchtem Support. Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nostalgisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr existierende Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berichtet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, sondern nur noch Klischee. Wie man die NDW überlebte, wie die unterschiedlichen Richtungen und Schwerpunkte der einzelnen Bandmitglieder zusammenkamen. Was wichtig war, ein bisschen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wurde, und wie sowas heutzutage nur noch als Phrase existiert. Für alle, die dabei waren, hätten dabei sein, oder einfach nur mal schauen und hören wollen. Bemerkenswerterweise werden die Tracks fast durchweg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – ausgespielt! „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hoffen und das ist Charly Hübner. Wir wussten, er liebt die Band, wir vertrauten ihm und wir hatten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwartet, und das sind immer die besten Filme.“ Sven Regener
Credits:
DE 2024, 93 Min., Regie: Charly Hübner Kamera: Casey Campbell Schnitt: Christoph Brunner mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa Sauermann
Trailer:
ELEMENTOFCRIME in ‚Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin‘ | TRAILER – Jetzt für zuhause
Über drei Jahre begleitet die Filmemacherin Ruth Beckermann eine Klasse im Alter von sieben bis zehn Jahren und ihre engagierte Lehrerin in einer großen Schule im Wiener Bezirk Favoriten. Der Film nimmt uns mit in den Unterricht und lässt uns die täglichen Abenteuer, Kämpfe, Niederlagen und Erfolge der Kinder ganz nah miterleben. Der Stadtteil Favoriten war einst ein Arbeiterbezirk, heute spricht ein Großteil der Kinder an den dortigen Grundschulen nicht Deutsch als Erstsprache. Mit großer Sensibilität begleitet der Film die Kinder, während ihre Lehrerin ihnen dabei hilft, einen Platz in einer Welt zu finden, in der sie sich oft nicht zugehörig fühlen. Indem wir die „Favoriten“ kennen lernen, erleben wir mit ihnen eine bewegte Zeit, die ihre Zukunft entscheidend prägen wird.
Ruth Beckermanns neuer Film ist eine Langzeitbeobachtung, die den Blick auf die strukturellen Probleme im Schulsystem lenkt und die Perspektive der Kinder ernst nimmt. Ein erstaunlich heiteres Porträt einer ungewöhnlichen Gemeinschaft, das Fragen stellt, auf die viele von uns eine Antwort suchen. Ein Film über das Lehren und das Lernen und darüber, wie die Zukunft unserer Gesellschaft auch im Klassenzimmer ausgehandelt wird.
„In dem Film verschränken sich strukturelle und individuelle Perspektiven. Denn zum einen wirft „Favoriten“ einen Blick auf ein von Mangel und Ungleichheit bestimmtes Bildungssystem, in dem bei aller Einfühlsamkeit und Hingabe der Lehrerin, die von Deutsch, Mathe über den Schwimmunterricht bis hin zum Klassenausflug alles zu verantworten hat, am Ende nur die Leistung zählt. Zum anderen sieht man jungen Individuen dabei zu, wie sie Welt, Sprache und soziales Miteinander begreifen, wie sie an Aufgaben wachsen und daran scheitern, wie sie verzweifeln und neuen Mut fassen. Dieser überaus lebendige Raum, den zu betrachten schön ist, anrührend, traurig und manchmal auch lustig, steht in „Favoriten“ im Zentrum, auch wenn das Systemische immer mitwirkt. Je näher die Schüler:innen dem Moment kommen, an dem sich ihre weitere Schulbildung entscheidet – Mittelschule oder, was für die wenigsten von ihnen in Betracht kommt, der Übertritt ins Gymnasium – arbeitet sich das in den Vordergrund.“ Esther Buss | Filmdienst
Credits:
AT 2024, 118 Min., in deutsch mit englischen Untertiteln Regie: Ruth Beckermann Kamera: Johannes Hammel Schnitt: Dieter Pichler
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Favoriten (offizieller Trailer) – Ein Film von Ruth Beckermann
Charly Hübner hat einen Film über ELEMENTOFCRIME gedreht. Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENTOFCRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusammen Musik macht. Er folgt der Band auf einer kleinen Tour durch Berlin, die eigens zu diesem Zweck organisiert wurde und die vom kleinen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führte, immer mit ausgesuchtem Support. Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nostalgisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr existierende Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berichtet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, sondern nur noch Klischee. Wie man die NDW überlebte, wie die unterschiedlichen Richtungen und Schwerpunkte der einzelnen Bandmitglieder zusammenkamen. Was wichtig war, ein bisschen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wurde, und wie sowas heutzutage nur noch als Phrase existiert. Für alle, die dabei waren, hätten dabei sein, oder einfach nur mal schauen und hören wollen. Bemerkenswerterweise werden die Tracks fast durchweg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – ausgespielt! „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hoffen und das ist Charly Hübner. Wir wussten, er liebt die Band, wir vertrauten ihm und wir hatten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwartet, und das sind immer die besten Filme.“ Sven Regener
Credits:
DE 2024, 93 Min., Regie: Charly Hübner Kamera: Casey Campbell Schnitt: Christoph Brunner mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa Sauermann
Trailer:
ELEMENTOFCRIME in ‚Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin‘ | TRAILER – Jetzt für zuhause
Nach Das merkwürdige Kätzchen geht es im Ramon Zürchers dritten Teil der „Tier-Trilogie“ erneut um das Konstrukt von Familie, genauer, um deren folgenreiche Zumutungen. Am Vorabend einer Geburtstagsfeier im Anwesen der verstorbenen Eltern, in das Karen mit Mann und Kindern eingezogen ist, trudeln mit ihre Schwester Jule samt Anhang bereits die ersten Gäste ein. In den folgenden ersten Zweidritteln des Films zelebriert er trotz aller großer-Freude-Bekundungen und mehr oder weniger herzlicher Umarmungen die Zerlegung der Beziehungen sowie die Beschädigungen der Einzelnen aufs Böseste – ein Glanzstück analytischer Gemeinheit. Temporäre Solidarisierungen und all‘ die toll zubereiteten Gerichte, Kinderspiele, die Tiermenagerie und romantische Abendidylle mit Lichterkette und Glühwürmchen und Swimmingpool im Garten kaschieren da wenig, zumal auch das Haus die Vergangenheit in sich trägt. Die Insel im See hat sowieso schon vor den Kormoranen kapituliert. Je länger der Abend dauert, desto surrealer wird es, und mit etwas Fantasie, viel Schlaf, Träumen und dem ein oder anderen reinigenden Feuer scheint es, als könnten sich am nächsten Tag einige Knoten auflösen. „… präzise inszeniert und gespielt, mit Witz und Ironie erzählt. …“ programmkino.de „Der Spatz im Kamin ist so elegant und raffiniert wie seine beiden Vorgängerfilme und bisweilen auch ähnlich vergnüglich. Zugleich aber gelingt es Ramon Zürcher mit seinen hervorragenden Darstellerinnen und Darstellern ein neues Gleichgewicht des Charmes und des Schreckens zu schaffen, das unter die Haut geht.“ Sennhausers Filmblog
Credits:
CH 2024, 117 Min., deutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln Regie & Schnitt: Ramon Zürcher Kamera: Alex Hasskerl Produzent: Silvan Zürcher mit: Maren Eggert, Britta Hammelstein, Luise Heyer, Andreas Döhler, Milian Zerzawy, Lea Zoe Voss, Ilja Bultmann, Paula Schindler, Luana Greco
Sylvia arbeitet als Pflegerin, ist alleinerziehende Mutter einer wunderbaren Tochter, hat die Alkoholsucht hinter sich gelassen und ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwester und Menschen um sich herum, die sie schätzen und mögen. Doch tief in sich trägt Sylvia ein tiefes Trauma. Als sie von einem Klassentreffen nach Hause geht, wird sie von einem fremden Mann verfolgt. Dieser Mann heißt Saul und leidet unter dem Anfangsstadium der Demenz. Und auch wenn das erste Zusammentreffen der Beiden unter keinem guten Stern steht, nähern sich Sylvia und Saul langsam an. Denn sie spüren, dass sie eine große Verletzlichkeit verbindet. Dem Film gelingt es, die Annäherung dieser beiden „verlorenen Seelen“ und die Liebesbeziehung in einer unglaublich anrührenden Zartheit zu inszenieren.“
Aus der Jury Begründung der Filmbewertugsstelle – FBW: „Dabei ist MEMORY von ganz eigener, auch visueller Eleganz. Francos Film wirkt wie aus einem Guss. Tatsächlich zeichnet Franco für Regie, Buch und auch Schnitt verantwortlich. Und auch die Kamera folgt dem Konzept des Films. Bis auf wenige introduzierende Großaufnahmen zu Beginn, beschränkt sich Francos Leib-und Magen-Kameramann Yves Cape maximal auf Halbtotalen, die das Publikum Sylvia und Saul niemals zu nahe kommen lässt. MEMORY nimmt sich Zeit und Raum für die Gefühle seiner Protagonisten, traut sich, psychische Erkrankungen ernst zu nehmen, verliert sich aber nicht in Rührseligkeit. Dramaturgisch geschickt ist MEMORY von Anfang an unterschwellig so spannend angelegt, dass die Jury keine Sekunde hätte versäumen wollen. In der Tat hat die Jury selten ein an sich sperriges Thema mit so viel Eleganz, bildlicher Ästhetik und Dramaturgie so überzeugend für die Leinwand inszeniert gesehen.“
Credits:
US, MX 2023, 103 Min., engl. OmU Regie: Michel Franco Kamera: Yves Cape Schnitt: Oscar Figueroa Jara, Michel Franco mit: Jessica Chastain, Peter Sarsgaard, Merritt Wever, Brooke Timber, Josh Charles
„Weißt du noch, was du werden wolltest, als du noch klein warst? Du wolltest Ärztin werden. Mama wollte immer, dass du Arzthelferin wirst. Aber du wolltest Ärztin werden“, erzählt Semra einmal zu ihrer kleinen Schwester Hazal, um sie aufzumuntern. Die kühle Antwort: „Ich wollte nie Ärztin werden. Als ich klein war, wollte ich Popstar werden.“ Ob Ärztin, Arzthelferin oder Popstar, bis dato kann die junge Frau aus dem Wedding trotz vieler Bewerbungen überhaupt keinen Beruf oder Ausbildungsplatz vorweisen, nicht zu einer einzigen Vorstellung wurde sie eingeladen. Das stresst und frustriert, doch an ihrem 18. Geburtstag soll gefeiert werden, dass es kracht, und der gemeine Alltag bleibt daheim. Mit den Freundinnen Elma, Gül und Ebru zieht Hazel durch die Stadt, Höhepunkt soll der Besuch im coolsten Club der Stadt sein, doch dort ist Schluss: kein Einlass, da zu aufgebrezelt. Die extreme Wut über die erneute Zurückweisung entlädt sich bei Hazel in einer Weise, dass sie als Ausweg nur noch die Flucht aus dem Land sieht, und so sitzt sie schon am nächsten Tag in dem ihr unbekannten Istanbul. Konnte sie in Berlin wegen ihrer türkischen Backgrounds nie richtig ankommen, findet sie sich in der für sie fremden Türkei auch nicht zurecht. Die Berliner Regisseurin Asli Özarslan (ihr Dokumentarfilm Dil Leyla war 2017 bei uns zu sehen), verfilmt hier den gleichnamigen Roman von Fatma Aydemir konsequent aus junger, weiblicher, migrantischer Perspektive. Die Protagonistin möchte eigentlich ein für sie normales Leben führen, wehrt sich aber gegen alle ihr von verschiedenen Seiten zugeschriebenen Rollen, in Deutschland wie in der Türkei, und gerät so zwischen alle Stühle. Mit größtmöglicher Präzision und Einfühlung erzählt Ellbogen die Geschichte eines der vielen jungen Menschen, die aus der Gesellschaft verdrängt werden, die eigentlich die ihre ist.
Credits:
DE/TK/FR 2024, 86 Min., Originalfassung mit deutschen und englischen Untertiteln Regie: Aslı Özarslan Kamera: Andac Karabeyoglu-Thomas Schnitt: David J. Achilles, Ana Branea mit: Melia Kara, Doğa Gürer, Jale Arıkan, Haydar Şahin, Orhan Kiliç, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Mina Sağdıç
Schon einmal haben die Emotionen in den Untergang geführt; daher „reinigt“ die herrschende KI die ihr dienenden Menschen. Gelassenheit soll walten! Im Zuge der Prozedur erinnert Gabrielle ihre vormaligen Leben – 1910, 2014, 2044 –, vor allem aber: ihre große Liebe zu Louis, die sie nie wagte sich zuzugestehen. Kühl und elegant setzt Bonello sein epochenquerendes, dabei das Unheimliche wie das Horrible streifende Science-Fiction-Melodram in Szene. Während Seydoux und MacKay, eingedenk des Menschlichen und der Zärtlichkeit, derer es fähig ist, die inkriminierten Gefühlswesen in ihr Recht setzen. Und die Frage aufwerfen, wer hier eigentlich die Bestie ist? (Alexandra Seitz)
Credits:
FR/CA 2023, 146 Min., engl./frz. OmU Regie: Bertrand Bonello Kamera: Josée Deshaies Schnitt: Anita Roth mit: Léa Seydoux, George MacKay, Guslagie Malanda, Dasha Nekrasova, Martin Scali, Elina Löwensohn
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The Beast (offizieller Trailer) – mit Léa Seydoux & George MacKay
Charly Hübner hat einen Film über ELEMENTOFCRIME gedreht. Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENTOFCRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusammen Musik macht. Er folgt der Band auf einer kleinen Tour durch Berlin, die eigens zu diesem Zweck organisiert wurde und die vom kleinen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führte, immer mit ausgesuchtem Support. Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nostalgisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr existierende Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berichtet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, sondern nur noch Klischee. Wie man die NDW überlebte, wie die unterschiedlichen Richtungen und Schwerpunkte der einzelnen Bandmitglieder zusammenkamen. Was wichtig war, ein bisschen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wurde, und wie sowas heutzutage nur noch als Phrase existiert. Für alle, die dabei waren, hätten dabei sein, oder einfach nur mal schauen und hören wollen. Bemerkenswerterweise werden die Tracks fast durchweg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – ausgespielt! „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hoffen und das ist Charly Hübner. Wir wussten, er liebt die Band, wir vertrauten ihm und wir hatten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwartet, und das sind immer die besten Filme.“ Sven Regener
Credits:
DE 2024, 93 Min., Regie: Charly Hübner Kamera: Casey Campbell Schnitt: Christoph Brunner mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa Sauermann
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ELEMENTOFCRIME in ‚Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin‘ | TRAILER – Jetzt für zuhause
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