Ein Film von Daniel Abma.
[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]
In einem Haus am Ufer eines idyllischen Sees, umgeben von dichten Wäldern, arbeiten drei Erzieher:innen im Schichtdienst in einer Wohngruppe. Die Kinder nennen sie Herr Wagner, Frau Wagner und Herr Gerecke. Kochen, waschen, einkaufen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule und Freizeitaktivitäten zu bringen, gehört ebenso zu ihrem Alltag, wie zuhören, trösten, auf dem Sofa kuscheln, Filmabende und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Die Betreuer:innen wollen keine Ersatzeltern sein, und dennoch zeigen, wie sich ein familiäres Miteinander anfühlen kann.
Alle fünf Kinder, die hier leben, vereint vor allem eines: der Wunsch eines Tages nach Hause zurückzukehren. Dafür setzen sich die Erzieher:innen unermüdlich ein: sie sprechen mit Vormund, Eltern und Jugendamt, dokumentieren, organisieren, setzen gemeinsam Ziele und treffen Verabredungen – und sind nicht selten darüber enttäuscht, dass diese nicht eingehalten werden. Das erinnert an einen Kampf gegen Windmühlen, an den Grenzen eines überforderten Systems.
Was früher das Dorf war, ist heute der komplexe Apparat der Kinder- und Jugendhilfe. Spätestens seit der Pandemie gilt das Berufsfeld als systemrelevant, und dennoch bleibt die besondere wie herausfordernde Arbeit der Fachkräfte, ihr engagierter Einsatz zum Wohl der Kinder, meist unsichtbar. IM PRINZIP FAMILIE gewährt über ein Jahr lang einen intimen Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und richtet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag daran arbeiten, den Kindern das zu geben, was sie am meisten brauchen: Geborgenheit und jemanden, der auf ihrer Seite steht.
Der Film ist nominiert für den Deutschen Kamerapreis (Kamera: Johannes Praus) und wurde u.a. mit dem ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness (DOK Leipzig Filmfestival 2024) und dem Perception Change Award der Vereinten Nationen beim Filmfestival Visions du Réel 2025 in der Schweiz ausgezeichnet.




Credits:
DE 2024, 91 Min., dt. OmeU
Regie: Daniel Abma
Kamera: Johannes Praus
Schnitt: Jana Dugnus
Trailer:
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[:en]
A film by Daniel Abma. Starts June 5th at the fsk. In German with English subtitles.
[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]
When parents can no longer fulfil their duty of care, the children’s world often falls apart. Nothing stays as it was. Suddenly it is no longer mum or dad who are in charge but the youth welfare system. Daniel Abma followed a youth housing group in a rural area over several years, showing professional educators who want to give five boys between the ages of seven and fourteen what they need most urgently, day by day: security, orientation, a home.
The documentary focus is not on the children but on those who take the parents’ place. They sometimes remind us of Don Quixote tilting at the windmills, for there is a diffusion of responsibility between school, youth welfare services, and absent mothers and fathers. Words fail when adults do not keep appointments, when those in charge capitulate in the face of racist bullying and propose some “time out” – for the bullied boy – in a psychiatric facility. It would be easy to denounce these mechanisms, but that is not the point Daniel Abma wants to make. His observation, both emphatic and reserved, looks questioningly into the gaps in the system – with those who are in danger of falling through and those who try to fill them with affection. He makes us suspect that the answer is not to close all the system’s gaps. It is people who are there for other people and take responsibility. Luc-Carolin Ziemann




Credits:
DE 2024, 91 Min., dt. OmeU
Regie: Daniel Abma
Kamera: Johannes Praus
Schnitt: Jana Dugnus
Trailer:
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