Rose

Rose

Ein Film von Markus Schleinzer. Am 10.5. mit anschlie­ßen­dem Gespräch mit Godehard Giese.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Rose war der Film aus dem Wettbewerb der dies­jäh­ri­gen Berlinale, über den wohl im posi­ti­ven Sinn am meis­ten gespro­chen wur­de, und das nicht nur wegen der ver­dient mit dem Silbernen Bären aus­zeich­ne­ten Hauptdarstellerin Sandra Hüller. Die drit­te Regiearbeit des öster­rei­chi­schen Schauspielers und Casting-Direktors Markus Schleinzer ist zugäng­li­cher als die bei­den vor­he­ri­gen Filme Michael und Angelo, aber immer noch fas­zi­nie­rend eigen. Dafür sor­gen neben den grob­kör­ni­gen schwarz-weiß Bildern und der mori­ta­ten­haf­ten Führung auch sei­ne öko­no­mi­sche Erzählweise.
„In der Hose war mehr Freiheit und es ist ja nur ein Stück Stoff. Da bin ich in die Hose“ erklärt Rose am Ende vor Gericht, aber ganz so ein­fach war es doch nicht. Nach 10 Jahren als Soldat im Feld des 30-jäh­ri­gen Krieges erhebt sie, mit gül­ti­gen Papieren, in einem pro­tes­tan­ti­schen Dorf Anspruch auf einen ver­las­se­nen Gutshof. Misstrauisch beäugt wird die­ser merk­wür­di­ge Fremde von Beginn an, beweist jedoch Mut und Zähigkeit und schafft erstaun­li­ches: der Hof wird ren­ta­bel, die Menschen arbei­ten ger­ne dort. Doch erst die Ehe mit Suzanna, der Tochter des Großgrundbesitzers, ver­schafft die gewünsch­te Anerkennung. Ein gro­ßes Risiko, das sich für kur­ze Zeit wun­der­sam in eine Art Glück ver­wan­delt.
„Basierend auf his­to­ri­schen Berichten über Frauen (oder tran­si­den­ti­tä­ren Personen), die sich unter ande­rem für den Zugang zu Arbeit, Militärdienst, Verdienstquellen und dem Ausleben les­bi­schen Begehrens als Mann aus­ga­ben, ent­wirft Markus Schleinzer die Geschichte einer „Weibs-Person“, die die Grenzen ihres Geschlechts über­win­det und sich eine eige­ne Biografie erfin­det. Der Name der Protagonistin erin­nert an eine rea­le Figur der Vergangenheit: Catharina Margaretha Linck oder Anastasius Lagrantinus Rosenstengel, wie sie sich selbst nann­te. Rosenstengel kämpf­te als Soldat bei den Truppen des Kurfürstentums Hannover und im Spanischen Erbfolgekrieg. 1720 wur­de sie, nicht etwa wegen Betrugs, son­dern wegen Unzucht mit einer ande­ren Frau, zum Tode ver­ur­teilt.
Schleinzer erzählt Roses Geschichte nicht als Historienfilm, son­dern als hoch­kon­zen­trier­tes Frauenporträt, das zwi­schen Fiktion und his­to­ri­scher Genauigkeit chan­giert. Hier sind kein Wort und kei­ne Geste zu viel.“
Esther Buss | Filmdienst

Berlinale: Silberner Bär für Sandra Hüller als bes­te Darstellerin

Credits:

DE/AT 2026, 93 Min., Deutsch OmeU
Regie: Markus Schleinzer
Kamera: Gerald Kerkletz
Schnitt: Hansjörg Weißbrich

mit: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, Godehard Giese, Augustino Renken

Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

Trailer:
ROSE – offi­zi­el­ler Kinotrailer – ab 30. April im Kino
nach oben