Ein Film von Ayşe Polat.
[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]
Im kurdischen Gebiet im Nordosten der Türkei dreht eine deutsche Regisseurin einen Dokumentarfilm über „imaginäre Denkmäler“, über Rituale und Erzählungen, die der Erinnerung an verschwundene oder verschleppte Menschen dienen. Am Rande der Interviews ereignen sich merkwürdige Dinge, und als die Situation der Filmcrew letztendlich zu bedrohlich erscheint, packen sie eilig die Koffer. Die Brücke zum zweiten Teil schlagen Leyla, die Übersetzerin des Teams und Melek, ein kleines Mädchen, dem sie Unterricht gibt, und deren Vater in üble undurchsichtige politische Machenschaften verwickelt ist. Im dritten Teil widmet sich der Film fast ganz dieser Familie.
Im Toten Winkel ist ein subtil verschachtelter politischer Thriller, in dessen Mittelpunkt Melek zu stehen scheint. Ohne sie deuten zu können, erkennt sie die Geschehnisse um sie herum sonderbarerweise besser als die Erwachsenen, die ihre Erlebnisse und Geister-Erzählungen nur als kindliche Fantasien abtun können. Wie von Geisterhand erscheinen auch die technisch und multi-perspektivisch, oft absenderlos anmutenden Bilder, die zum Mittel der Überwachung, Bedrohung und Einschüchterung eingesetzt werden, und Paranoia erzeugen.
„Der blinde Fleck heißt Trauma, transgenerational. Die deutsch-kurdische Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Ayşe Polat inszeniert ihn in Perfektion.“
Berlinale | Wettbewerb Encounters
„JİTEM ist ein Geheimdienst, dessen Existenz der türkische Staat leugnet. Ayşe Polat gibt dieser inoffiziellen Organisation Gesichter, baut sogar eine Szene ein, in der die Agenten auf Polizisten treffen – eine Szene, die subtil impliziert, dass der türkische Staat sehr wohl involviert ist. Mit Im toten Winkel ist es ihr gelungen, Politik, Medientheorie und Genrekino zu verschränken, und es ist keine Begleitbroschüre nötig, damit der Film funktioniert, denn er ist trotz aller Komplexität hochspannend.“
Mathis Raabe | kino-zeit





Credits:
DE 2023, 118 Min., Deutsch, Türkisch, Kurdisch, Englisch OmU
Regie: Ayşe Polat
Kamera: Patrick Orth
Schnitt: Serhad Mutlu, Jörg Volkmar
mit Katja Bürkle, Ahmet Varlı, Çağla Yurga, Aybi Era, Maximilian Hemmersdorfer, Nihan Okutucu, Tudan Ürper, Mutallip Müjdeci, Rıza Akın, Aziz Çapkurt
Trailer:
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[:en]
A film by Ayşe Polat. In German, Turkish, Kurdish, English with German subtitles.
[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]
A German documentary film project in north-eastern Turkey. Simone wants to learn more about Hatice, whose son was abducted a quarter of a century ago. Storytelling to prevent forgetting, rituals to contest disappearance. The lives of the Kurdish people – lives lived in a blind spot – are characterised by violence and resistance to an uncertain existence. Strange incidents soon overshadow the filming as well: turning up alongside interpreter Leyla and directly in front of the camera is the neighbour’s little daughter Melek, with her pretty purple dress and a mysterious gaze that goes right through you. What follows is a subtly framed, coldly brutal political thriller told in three chapters and from multiple perspectives. For it is not only the strategies of sinister organisations and the logic of paranoia that is the focus of this clever and complex cinematic conundrum, but the act of seeing itself – in all its dimensions, from observation to prophecy. The blind spot is in fact trauma, of the transgenerational kind. German-Kurdish director, screenwriter and producer Ayşe Polat stages it to perfection.





Credits:
DE 2023, 118 Min., Deutsch, Türkisch, Kurdisch, Englisch OmU
Regie: Ayşe Polat
Kamera: Patrick Orth
Schnitt: Serhad Mutlu, Jörg Volkmar
mit Katja Bürkle, Ahmet Varlı, Çağla Yurga, Aybi Era, Maximilian Hemmersdorfer, Nihan Okutucu, Tudan Ürper, Mutallip Müjdeci, Rıza Akın, Aziz Çapkurt
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