Sad Jokes

Sad Jokes

Ein Film von Fabian Stumm.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Ein jun­ger Filmemacher, der sich von der eige­nen Biografie und Lebensgeschichte inspi­rie­ren lässt? Was nach einem alten Hut klingt, wird bei Fabian Stumm zu etwas sehr Besonderen….
Sein neu­er Film Sad Jokes etwa ist eine direk­te Reaktion auf das Debüt Knochen und Namen, was dazu führt, dass im Zweitling nun ein Regisseur namens Joseph zwi­schen Uraufführung und Kinostart sei­nes ers­ten Films schon an den Ideen für den nächs­ten feilt. Derweil zeigt sich, dass er über die schon eine Weile zurück­lie­gen­de Trennung vom Ex doch noch nicht so wirk­lich hin­weg ist, wäh­rend das Kümmern um den klei­nen Sohn dadurch erschwert wird, dass des­sen Mutter und Josephs bes­te Freundin Sonya mit schwe­ren Depressionen kämpft.
Die trau­ri­gen Witze, die Stumms fan­tas­ti­schem Film sei­nen Namen geben, sind hier Programm. Sad Jokes ver­eint Humor und Tragik mit einer Leichtigkeit, die hier­zu­lan­de eher sel­ten gelingt. … Wobei Stumm, der oben­drein auch noch ein Händchen für Slapstick hat, letz­te­re so echt, glaub­wür­dig und wit­zig schreibt wie lan­ge nie­mand mehr im deut­schen Kino.
Zum Ereignis wird sein Film aber auch, weil er sei­nen Schauspielenden (dar­un­ter Marie-Lou Sellem, Godehard Giese, Knut Berger oder Anneke Kim Sarnau) mit oft nur einer ein­zi­gen Szene eine wun­der­ba­re Bühne zum Glänzen bie­tet. Und weil es nicht nur ein berüh­ren­der Film über Erwachsenen-Alltag und Kunstschaffen ist, son­dern neben­bei auch mit gro­ßer Selbstverständlichkeit wich­ti­ge Themen wie que­e­re Elternschaft oder psy­chi­sche Gesundheit ver­han­delt … ohne je über­frach­tet zu wir­ken.
Patrick Heidmann | indie­ki­no
INDIEKINO: In der Eingangssequenz Ihres neu­en Films erzäh­len ver­schie­de­ne Menschen vor der Kamera Witze. Welcher gefällt Ihnen per­sön­lich am bes­ten?
Fabian Stumm: Ich kann mich schwer ent­schei­den. Ich glau­be, der mit dem Oktopus, obwohl er sehr lang ist. Die Frau, die ihn erzählt, ist mei­ne Mutter. Sie ist die Komikerin in unse­rer Familie. Aber sie ver­tut sich, wie man sieht, ger­ne mal in der Pointe.

Credits:

DE 2024, 96 Min., deutsch-eng­lisch-schwe­disch-ita­lie­ni­sche Originalfassung, teil­wei­se mit deut­schen Untertiteln
Regie: Fabian Stumm
Kamera: Michael Bennett

Schnitt: Kaspar Panizza
mit Fabian Stumm, Haley Louise Jones, Justus Meyer, Ulrica Flach, Jonas Dassler, Godehard Giese, Marie-Lou Sellem

Trailer:
SAD JOKES Trailer Deutsch | German [HD]
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Kategorie: Vorstellung

  • Sad Jokes

    Sad Jokes

    Ein Film von Fabian Stumm.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein jun­ger Filmemacher, der sich von der eige­nen Biografie und Lebensgeschichte inspi­rie­ren lässt? Was nach einem alten Hut klingt, wird bei Fabian Stumm zu etwas sehr Besonderen….
    Sein neu­er Film Sad Jokes etwa ist eine direk­te Reaktion auf das Debüt Knochen und Namen, was dazu führt, dass im Zweitling nun ein Regisseur namens Joseph zwi­schen Uraufführung und Kinostart sei­nes ers­ten Films schon an den Ideen für den nächs­ten feilt. Derweil zeigt sich, dass er über die schon eine Weile zurück­lie­gen­de Trennung vom Ex doch noch nicht so wirk­lich hin­weg ist, wäh­rend das Kümmern um den klei­nen Sohn dadurch erschwert wird, dass des­sen Mutter und Josephs bes­te Freundin Sonya mit schwe­ren Depressionen kämpft.
    Die trau­ri­gen Witze, die Stumms fan­tas­ti­schem Film sei­nen Namen geben, sind hier Programm. Sad Jokes ver­eint Humor und Tragik mit einer Leichtigkeit, die hier­zu­lan­de eher sel­ten gelingt. … Wobei Stumm, der oben­drein auch noch ein Händchen für Slapstick hat, letz­te­re so echt, glaub­wür­dig und wit­zig schreibt wie lan­ge nie­mand mehr im deut­schen Kino.
    Zum Ereignis wird sein Film aber auch, weil er sei­nen Schauspielenden (dar­un­ter Marie-Lou Sellem, Godehard Giese, Knut Berger oder Anneke Kim Sarnau) mit oft nur einer ein­zi­gen Szene eine wun­der­ba­re Bühne zum Glänzen bie­tet. Und weil es nicht nur ein berüh­ren­der Film über Erwachsenen-Alltag und Kunstschaffen ist, son­dern neben­bei auch mit gro­ßer Selbstverständlichkeit wich­ti­ge Themen wie que­e­re Elternschaft oder psy­chi­sche Gesundheit ver­han­delt … ohne je über­frach­tet zu wir­ken.
    Patrick Heidmann | indie­ki­no
    INDIEKINO: In der Eingangssequenz Ihres neu­en Films erzäh­len ver­schie­de­ne Menschen vor der Kamera Witze. Welcher gefällt Ihnen per­sön­lich am bes­ten?
    Fabian Stumm: Ich kann mich schwer ent­schei­den. Ich glau­be, der mit dem Oktopus, obwohl er sehr lang ist. Die Frau, die ihn erzählt, ist mei­ne Mutter. Sie ist die Komikerin in unse­rer Familie. Aber sie ver­tut sich, wie man sieht, ger­ne mal in der Pointe.

    Credits:

    DE 2024, 96 Min., deutsch-eng­lisch-schwe­disch-ita­lie­ni­sche Originalfassung, teil­wei­se mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Fabian Stumm
    Kamera: Michael Bennett

    Schnitt: Kaspar Panizza
    mit Fabian Stumm, Haley Louise Jones, Justus Meyer, Ulrica Flach, Jonas Dassler, Godehard Giese, Marie-Lou Sellem

    Trailer:
    SAD JOKES Trailer Deutsch | German [HD]
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  • Sad Jokes

    Sad Jokes

    Ein Film von Fabian Stumm.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein jun­ger Filmemacher, der sich von der eige­nen Biografie und Lebensgeschichte inspi­rie­ren lässt? Was nach einem alten Hut klingt, wird bei Fabian Stumm zu etwas sehr Besonderen….
    Sein neu­er Film Sad Jokes etwa ist eine direk­te Reaktion auf das Debüt Knochen und Namen, was dazu führt, dass im Zweitling nun ein Regisseur namens Joseph zwi­schen Uraufführung und Kinostart sei­nes ers­ten Films schon an den Ideen für den nächs­ten feilt. Derweil zeigt sich, dass er über die schon eine Weile zurück­lie­gen­de Trennung vom Ex doch noch nicht so wirk­lich hin­weg ist, wäh­rend das Kümmern um den klei­nen Sohn dadurch erschwert wird, dass des­sen Mutter und Josephs bes­te Freundin Sonya mit schwe­ren Depressionen kämpft.
    Die trau­ri­gen Witze, die Stumms fan­tas­ti­schem Film sei­nen Namen geben, sind hier Programm. Sad Jokes ver­eint Humor und Tragik mit einer Leichtigkeit, die hier­zu­lan­de eher sel­ten gelingt. … Wobei Stumm, der oben­drein auch noch ein Händchen für Slapstick hat, letz­te­re so echt, glaub­wür­dig und wit­zig schreibt wie lan­ge nie­mand mehr im deut­schen Kino.
    Zum Ereignis wird sein Film aber auch, weil er sei­nen Schauspielenden (dar­un­ter Marie-Lou Sellem, Godehard Giese, Knut Berger oder Anneke Kim Sarnau) mit oft nur einer ein­zi­gen Szene eine wun­der­ba­re Bühne zum Glänzen bie­tet. Und weil es nicht nur ein berüh­ren­der Film über Erwachsenen-Alltag und Kunstschaffen ist, son­dern neben­bei auch mit gro­ßer Selbstverständlichkeit wich­ti­ge Themen wie que­e­re Elternschaft oder psy­chi­sche Gesundheit ver­han­delt … ohne je über­frach­tet zu wir­ken.
    Patrick Heidmann | indie­ki­no
    INDIEKINO: In der Eingangssequenz Ihres neu­en Films erzäh­len ver­schie­de­ne Menschen vor der Kamera Witze. Welcher gefällt Ihnen per­sön­lich am bes­ten?
    Fabian Stumm: Ich kann mich schwer ent­schei­den. Ich glau­be, der mit dem Oktopus, obwohl er sehr lang ist. Die Frau, die ihn erzählt, ist mei­ne Mutter. Sie ist die Komikerin in unse­rer Familie. Aber sie ver­tut sich, wie man sieht, ger­ne mal in der Pointe.

    Credits:

    DE 2024, 96 Min., deutsch-eng­lisch-schwe­disch-ita­lie­ni­sche Originalfassung, teil­wei­se mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Fabian Stumm
    Kamera: Michael Bennett

    Schnitt: Kaspar Panizza
    mit Fabian Stumm, Haley Louise Jones, Justus Meyer, Ulrica Flach, Jonas Dassler, Godehard Giese, Marie-Lou Sellem

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  • Was will der Lama mit dem Gewehr?

    Was will der Lama mit dem Gewehr?

    Ein Film von Pawo Choyning Dorji.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Jahr 2006 hält die Modernisierung Einzug im Königreich Bhutan: Als letz­tes Land der Erde erhält Bhutan Zugang zu Fernsehen und Internet. Doch die größ­te Veränderung steht noch bevor: Die Einführung der Demokratie. Nach sei­nem Oscar-nomi­nier­ten Spielfilmdebüt Lunana lie­fert Pawo Choyning Dorji mit The Monk and the Gun eine wit­zi­ge und warm­her­zi­ge Politsatire mit über­ra­schen­den Wendungen.

    Es war eine klei­ne Sensation: Im Jahr 2022 wur­de ein bhu­ta­ni­scher Filmemacher mit sei­nem ers­ten Spielfilm für die Oscars nomi­niert. Sein Film Lunana, den er aus­schließ­lich mit Solarenergie gedreht hat­te, fei­er­te gros­se Erfolge und lock­te allein in der Schweiz 15’000 Menschen in die Kinos. Mit The Monk and the Gun mel­det sich Pawo Choyning Dorji mit einem eben­so ver­gnüg­li­chen wie auch wohl­tu­en­den Film zurück: Während die Bevölkerung gera­de James Bond, das Fernsehen und das Internet ent­deckt hat, beschließt der König, sein Land wei­ter zu moder­ni­sie­ren, indem er Wahlen anbe­raumt, um ein par­la­men­ta­ri­sches System ein­zu­füh­ren. Doch kaum steht der poli­ti­sche Wandel bevor, beginnt die Machtgier die Gemüter der sonst so sanft­mü­ti­gen Bevölkerung zu erhit­zen. Dorji schickt drei Figuren auf die Reise, deren Wege sich vor atem­be­rau­ben­der Kulisse kreu­zen wer­den: Wahlleiterin Tshering Yangden soll in den Bergdörfern Testwahlen durch­füh­ren und ein jun­ger Mönch für die geheim­nis­vol­le Zeremonie sei­nes Meisters zwei Schusswaffen fin­den, wäh­rend ein US-ame­ri­ka­ni­scher Waffensammler ein altes Gewehr sucht.

    Was will ein Mönch mit einer Waffe? Dorjis pazi­fis­ti­sche Antwort ist in Zeiten wie die­sen schlicht eine Wohltat und die Seitenhiebe auf den Kapitalismus sind urko­misch. In sei­nem zwei­ten Spielfilm ent­puppt sich der jun­ge Regisseur als begna­de­ter Geschichtenerzähler, der das Publikum über die Motive sei­ner Figuren bis zum Schluss rät­seln lässt und die Spannung bra­vou­rös auf­recht­erhält. Ohne zu urtei­len und mit viel Respekt rich­tet Dorji sei­nen Blick auf das Geschehen und auf einen Moment in sei­ner Heimat, in dem poli­ti­sche Veränderungen mit den tra­di­tio­nel­len bud­dhis­ti­schen Werten kollidieren.

    Credits:

    The Monk and the Gun
    BT 2023, 107 Min., Dzongkha, Englisch OmU
    Regie: Pawo Choyning Dorji

    Kamera: Jigme Tenzing
    Schnitt: Hsiao-Yun Ku

    mit: Tandin Wangchuk, Deki Lhamo, Pema Zangmo Sherpa, Tandin Sonam, Harry Einhorn, Choeying Jatsho, Tandin Phubz, Yuphel Lhendup Selden, Kelsang Choejay

    Trailer:
    WAS WILL DER LAMA MIT DEM GEWEHR? l OmU Trailer
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  • filmPOLSKA – Scarborn

    filmPOLSKA – Scarborn

    Kos / Scarborn

    [Tickets]


    PL 2023
    R: Paweł Maślona
    119 min, OmdU
    B: Michał A. Zieliński
    K: Piotr Sobociński jr.
    S: Piotr Kmiecik
    M: Mikołaj Trzaska
    D: Bartosz Bielenia, Jacek Braciak, Jason Mitchell, Robert Więckiewicz, Agnieszka Grochowska, Łukasz Simlat, Andrzej Seweryn u. a.

    Frühjahr 1794, Polen ist in Aufruhr. General Tadeusz „Kos“ Kościuszko, ein enger Verbündeter von General George Washington und Oberst in der Kontinentalarmee, kehrt in sei­ne pol­ni­sche Heimat zurück. Begleitet wird er von sei­nem dun­kel­häu­ti­gen Freund Domingo, einem ehe­ma­li­gen Sklaven. Gemeinsam pla­nen sie, den pol­ni­schen Adel und die Bauern zu einem Aufstand gegen die Russen zu mobilisieren.

    Doch Kościuszko wird von Anfang an von dem gna­den­lo­sen rus­si­schen Rittmeister Dunin ver­folgt. Der will den General um jeden Preis gefan­gen neh­men, bevor die­ser einen Volksaufstand aus­lö­sen kann. Zur glei­chen Zeit träumt der jun­ge Bauer Ignacy – ein ade­li­ger Bastard – davon, Wappen und Gut von sei­nem leb­li­chen Vater Duchnowski zu erhal­ten. Dieser hat­te ihn kurz vor sei­nem Tod tes­ta­men­ta­risch damit bedacht.

    Ein biss­chen Western, ein biss­chen Tarantino – so respekt­los, gna­den­los und pro­vo­kant wur­de die pol­ni­sche Geschichte lan­ge nicht mehr auf die Leinwand gebracht. Maślona gelang es mit sei­nem zwei­ten Film nicht nur, den Staub eini­ger Historienfilme weg­zu­pus­ten, son­dern auch, den Hauptpreis beim pol­ni­schen Filmfestival in Gdynia zu gewin­nen und ein gro­ßes Publikum jeden Alters ins Kino zu locken. [Bernd Karwen / Rainer Mende]

    15.09. / 15:00 / fsk

    wei­te­re Filmpolska Termine:

    • vorbei 

  • Crossing – Auf der Suche nach Tekla

    Crossing – Auf der Suche nach Tekla

    Ein Film von Levan Akin. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In jedem Road-Movie steckt immer auch ein Weg der Hauptfigur zu sich selbst, und Crossing schickt die Georgierin Lia los. Nach dem Tod ihrer gelieb­ten Schwester, die sie lan­ge pfleg­te, hat die streng wir­ken­de, pen­sio­nier­te Lehrerin das Gefühl, kei­ne Perspektive im Leben und nichts mehr zu ver­lie­ren zu haben. Allerdings hat sie einen Auftrag mit­be­kom­men: sie soll ihre ver­schol­le­ne trans Nichte Tekla, der sie einst sehr nahe stand, fin­den. Als ihr jun­ger Nachbar Achi behaup­tet, Teklas Adresse in Istanbul – eine Stadt, in der man gut ver­schwin­den kann, wenn man will – zu ken­nen, und zudem Englisch zu spre­chen, nimmt sie ihn wider­stre­bend mit auf die Suche. Die Reise ver­än­dert Lia zuse­hends. Durch ihre Beziehung zu Achi und ihre Begegnungen mit der trans Community in Istanbul, ins­be­son­de­re mit der lebens­lus­ti­gen, enga­gier­ten Anwältin Evrim, öff­net sich Lia all­mäh­lich und sieht die Welt und ihren Platz dar­in mit ande­ren Augen. Alle drei Protagonist:innen eint, in ihrem Leben gro­ße Opfer gebracht und Einschränkungen in Kauf genom­men zu haben, um die herr­schen­de Hegemonie, im per­sön­li­chen wie poli­ti­schem Umfeld, nicht zu stö­ren. Crossing ist ein leben­di­ger, unge­schön­ter Film über Solidarität, über die klei­nen Gesten der Güte, und des Verständnisses zwi­schen Fremden und inner­halb der Familie.
    In vie­ler­lei Hinsicht ist er auch ein Liebesbrief an Istanbul und sei­ne Geschichte, trotz der offen­sicht­li­chen, durch die Straßenkinder Izzet und Gulpembe ins Bild auf­ge­nom­me­nen Armut:
    „Istanbul ist ein Ort, an dem man auf engs­tem Raum gegen­sätz­li­che Welten antref­fen kann. Die eine Straße ist sehr reli­gi­ös, und wenn man zwei Straßen wei­ter­geht, ist man plötz­lich in einer quee­ren Oase, wo Männer händ­chen­hal­tend her­um­lau­fen. Diese Ambivalenz woll­te ich im Film dar­stel­len. Wenn Lia und Achi im Film ins que­e­re Viertel gehen, ist der kur­ze Weg, den sie gehen, der tat­säch­li­che Weg in der Realität. In Istanbul leben die unter­schied­lichs­ten Religionen, Menschen und, nicht zu ver­ges­sen, Katzen und Hunde.“ Levan Akin
    Teddy – Preis der Jury 2024 Berlinale – Panorama

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı

    Trailer:
    CROSSING – Trailer OmU German | Deutsch
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  • Ellbogen

    Ellbogen

    Ein Film von Aslı Özarslan. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Weißt du noch, was du wer­den woll­test, als du noch klein warst? Du woll­test Ärztin wer­den. Mama woll­te immer, dass du Arzthelferin wirst. Aber du woll­test Ärztin wer­den“, erzählt Semra ein­mal zu ihrer klei­nen Schwester Hazal, um sie auf­zu­mun­tern. Die küh­le Antwort: „Ich woll­te nie Ärztin wer­den. Als ich klein war, woll­te ich Popstar wer­den.“ Ob Ärztin, Arzthelferin oder Popstar, bis dato kann die jun­ge Frau aus dem Wedding trotz vie­ler Bewerbungen über­haupt kei­nen Beruf oder Ausbildungsplatz vor­wei­sen, nicht zu einer ein­zi­gen Vorstellung wur­de sie ein­ge­la­den. Das stresst und frus­triert, doch an ihrem 18. Geburtstag soll gefei­ert wer­den, dass es kracht, und der gemei­ne Alltag bleibt daheim. Mit den Freundinnen Elma, Gül und Ebru zieht Hazel durch die Stadt, Höhepunkt soll der Besuch im cools­ten Club der Stadt sein, doch dort ist Schluss: kein Einlass, da zu auf­ge­bre­zelt. Die extre­me Wut über die erneu­te Zurückweisung ent­lädt sich bei Hazel in einer Weise, dass sie als Ausweg nur noch die Flucht aus dem Land sieht, und so sitzt sie schon am nächs­ten Tag in dem ihr unbe­kann­ten Istanbul. Konnte sie in Berlin wegen ihrer tür­ki­schen Backgrounds nie rich­tig ankom­men, fin­det sie sich in der für sie frem­den Türkei auch nicht zurecht.
    Die Berliner Regisseurin Asli Özarslan (ihr Dokumentarfilm Dil Leyla war 2017 bei uns zu sehen), ver­filmt hier den gleich­na­mi­gen Roman von Fatma Aydemir kon­se­quent aus jun­ger, weib­li­cher, migran­ti­scher Perspektive. Die Protagonistin möch­te eigent­lich ein für sie nor­ma­les Leben füh­ren, wehrt sich aber gegen alle ihr von ver­schie­de­nen Seiten zuge­schrie­be­nen Rollen, in Deutschland wie in der Türkei, und gerät so zwi­schen alle Stühle. Mit größt­mög­li­cher Präzision und Einfühlung erzählt Ellbogen die Geschichte eines der vie­len jun­gen Menschen, die aus der Gesellschaft ver­drängt wer­den, die eigent­lich die ihre ist.

    Credits:


    DE/TK/FR 2024, 86 Min., Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Aslı Özarslan

    Kamera: Andac Karabeyoglu-Thomas
    Schnitt: David J. Achilles, Ana Branea
    mit: Melia Kara, Doğa Gürer, Jale Arıkan, Haydar Şahin, Orhan Kiliç, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Mina Sağdıç 

    Trailer:
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  • My Stolen Planet

    My Stolen Planet

    Ein Film von Farahnaz Sharifi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Filmemacherin Farahnaz Sharifi por­trä­tiert in My sto­len pla­net ihr Leben, geprägt durch die Machtübernahme der Mullahs im Iran 1979. In ihrem Geburtsjahr fand die Revolution statt und die Monarchie wur­de weg­ge­fegt. Genauso wie die Hoffnungen der demo­kra­ti­schen Kräfte, die nach den Hinrichtungswellen gegen die Mittäter des Schah-Regimes in den Focus des neu­en Regimes gerie­ten und genau­so eli­mi­niert wur­den. Der Wechsel von einer Diktatur in die nächs­te wur­de extrem schnell voll­zo­gen, Farahnaz wuchs in einer schi­zo­phre­nen Welt auf, zu hau­se wur­de getanzt, gesun­gen, gelebt, sich auf Augenhöhe begeg­net. Draußen vor der Tür war all das ver­bo­ten, drau­ßen tanz­te nur die Doppelmoral. Die Jin-Jiyan-Azadî-Bewegung scheint Jahrzehnte spä­ter alles ver­än­dern zu kön­nen, setzt Mut und Hoffnung frei.
    My sto­len Planet ist ein opu­len­tes, scharf­sin­ni­ges Werk vol­ler Bilder, denn die Regisseurin wuchs mit Kameras auf, mach­te hem­mungs­los Gebrauch davon und ent­führt in die gehei­me, pri­va­te Welt ihrer Familie. Außerdem hat sie Trödelläden durch­siebt und Amateurfilme mit­ge­nom­men, die eben­falls von die­ser Welt hin­ter ver­schlos­se­nen Türen han­deln. Mit den Protesten öff­nen sich die­se Türen, die Ereignisse über­schla­gen sich. Für mich der beein­dru­ckends­te Film der letz­ten Berlinale.

    Schon als Kind erlebt Farahnaz Sharifi den Alltag im Iran getrennt in ein pri­va­tes und ein öffent­li­ches Leben, die so weit von­ein­an­der ent­fernt lie­gen, wie zwei unter­schied­li­che Planeten. Auf ihrem Heimatplaneten im Kreis von Familie und Freund*innen kann sie tan­zen, sin­gen, lachen und wei­test­ge­hend frei von den zahl­rei­chen Einschränkungen und Repressionen des Regimes leben.
    Sie ent­wi­ckelt eine Faszination für pri­va­te Aufnahmen, die eine Realität des Irans abbil­den, wel­che die Machthaber gewalt­sam zu unter­drü­cken ver­su­chen. Super 8 Videos von Geburtstagsfeiern und Familienurlauben wer­den zum Beleg für Verstöße gegen das Verbot von Tanzen, Trinken, weib­li­chen Stimmen, unver­schlei­er­ten Frauen. Sie bewah­ren die Erinnerung dar­an, dass es eine Alternative zur bestehen­den isla­mis­ti­schen Ordnung gibt. Sharaifi sam­melt die Aufnahmen von Unbekannten, um sie vor dem erzwun­ge­nen kol­lek­ti­ven Vergessen zu bewah­ren.“
    (Lea Gronenberg, Filmlöwin) 

    Credits:

    Sayyareye doz­di­de sho­deye man
    DE/IR 2024, 82 Min., far­si OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Farahnaz Sharifi 

    Trailer:
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  • filmPOLSKA – Imago

    filmPOLSKA – Imago

    Imago

    [Tickets]


    PL/NL/CZ 2023
    R: Olga Chajdas
    113 min, OmeU
    B: Lena Góra & Olga Chajdas
    K: Tomasz Naumiuk
    S: Pavel Hrdlička
    M: Andrzej Smolik
    D: Lena Góra, Bogusława Schubert, Mateusz Więcławek, Wacław Warchoł, Michał Balicki, Wojciech Brzeziński u. a.

    Gdańsk in den Achtzigerjahren – graue Industriemetropole und Fenster zur Welt, Hort katho­li­scher Familientraditionen und Hotspot einer alter­na­ti­ven Jugendkultur, die der New Wave aus Manchester viel näher steht als dem sozia­lis­ti­schen Mainstream aus Warschau. In die­ser explo­si­ven Mischung schlägt sich Ela durch ihr jun­ges Erwachsenenleben. Doch irgend­wie scheint ihr frei­er Geist nicht kom­pa­ti­bel mit dem tra­di­tio­nel­len Erwartungen ihrer Familie zu sein.

    Elas Fluchtwege sind die Musik, die Kunst, die Drogen, der Sex. Wie im Rausch treibt sie aktiv und pas­siv durch die Subkultur der Dreistadt, schein­bar los­ge­löst von Raum und Zeit – die doch ihre Grenzen haben, denn der kom­mu­nis­ti­sche Staat hat Erwartungen in sei­ne Staatsbürgerinnen, vor allem in ihre Rolle als berufs­tä­ti­ge Mütter und Ehefrauen. Die passt nicht zu einer Frau, die Kette raucht, als Sängerin einer Indie-Band näch­te­lang durch die Clubs tin­gelt, an Performances mit­wirkt und deren Leben selbst eine Performance ist.

    In ihrem Zweitwerk taucht Olga Chajdas mit dezi­diert weib­li­chem Fokus tief in das Lebensgefühl der Achtzigerjahre ein, das sie kon­ge­ni­al zitiert – u. a. durch den Retro-Soundtrack von Andrzej Smolik und die kör­nig-ana­lo­gen Bildern von Tomasz Naumiok. Hauptdarstellerin und Co-Autorin Lena Góra schlüpft mit Bravour in ihre bis­her ver­mut­lich schwie­rigs­te Rolle – die ihrer (inzwi­schen ver­stor­be­nen) Mutter, die als Sängerin die nord­pol­ni­sche Kulturszene der Achtzigerjahre präg­te und mit der sie sich durch die­sen Rollentausch aus­söhnt. [Rainer Mende]

    15.09. / 20:00 / fsk

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  • Sad Jokes

    Sad Jokes

    Ein Film von Fabian Stumm.

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    Ein jun­ger Filmemacher, der sich von der eige­nen Biografie und Lebensgeschichte inspi­rie­ren lässt? Was nach einem alten Hut klingt, wird bei Fabian Stumm zu etwas sehr Besonderen….
    Sein neu­er Film Sad Jokes etwa ist eine direk­te Reaktion auf das Debüt Knochen und Namen, was dazu führt, dass im Zweitling nun ein Regisseur namens Joseph zwi­schen Uraufführung und Kinostart sei­nes ers­ten Films schon an den Ideen für den nächs­ten feilt. Derweil zeigt sich, dass er über die schon eine Weile zurück­lie­gen­de Trennung vom Ex doch noch nicht so wirk­lich hin­weg ist, wäh­rend das Kümmern um den klei­nen Sohn dadurch erschwert wird, dass des­sen Mutter und Josephs bes­te Freundin Sonya mit schwe­ren Depressionen kämpft.
    Die trau­ri­gen Witze, die Stumms fan­tas­ti­schem Film sei­nen Namen geben, sind hier Programm. Sad Jokes ver­eint Humor und Tragik mit einer Leichtigkeit, die hier­zu­lan­de eher sel­ten gelingt. … Wobei Stumm, der oben­drein auch noch ein Händchen für Slapstick hat, letz­te­re so echt, glaub­wür­dig und wit­zig schreibt wie lan­ge nie­mand mehr im deut­schen Kino.
    Zum Ereignis wird sein Film aber auch, weil er sei­nen Schauspielenden (dar­un­ter Marie-Lou Sellem, Godehard Giese, Knut Berger oder Anneke Kim Sarnau) mit oft nur einer ein­zi­gen Szene eine wun­der­ba­re Bühne zum Glänzen bie­tet. Und weil es nicht nur ein berüh­ren­der Film über Erwachsenen-Alltag und Kunstschaffen ist, son­dern neben­bei auch mit gro­ßer Selbstverständlichkeit wich­ti­ge Themen wie que­e­re Elternschaft oder psy­chi­sche Gesundheit ver­han­delt … ohne je über­frach­tet zu wir­ken.
    Patrick Heidmann | indie­ki­no
    INDIEKINO: In der Eingangssequenz Ihres neu­en Films erzäh­len ver­schie­de­ne Menschen vor der Kamera Witze. Welcher gefällt Ihnen per­sön­lich am bes­ten?
    Fabian Stumm: Ich kann mich schwer ent­schei­den. Ich glau­be, der mit dem Oktopus, obwohl er sehr lang ist. Die Frau, die ihn erzählt, ist mei­ne Mutter. Sie ist die Komikerin in unse­rer Familie. Aber sie ver­tut sich, wie man sieht, ger­ne mal in der Pointe.

    Credits:

    DE 2024, 96 Min., deutsch-eng­lisch-schwe­disch-ita­lie­ni­sche Originalfassung, teil­wei­se mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Fabian Stumm
    Kamera: Michael Bennett

    Schnitt: Kaspar Panizza
    mit Fabian Stumm, Haley Louise Jones, Justus Meyer, Ulrica Flach, Jonas Dassler, Godehard Giese, Marie-Lou Sellem

    Trailer:
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    Ellbogen

    Ein Film von Aslı Özarslan. 

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    Weißt du noch, was du wer­den woll­test, als du noch klein warst? Du woll­test Ärztin wer­den. Mama woll­te immer, dass du Arzthelferin wirst. Aber du woll­test Ärztin wer­den“, erzählt Semra ein­mal zu ihrer klei­nen Schwester Hazal, um sie auf­zu­mun­tern. Die küh­le Antwort: „Ich woll­te nie Ärztin wer­den. Als ich klein war, woll­te ich Popstar wer­den.“ Ob Ärztin, Arzthelferin oder Popstar, bis dato kann die jun­ge Frau aus dem Wedding trotz vie­ler Bewerbungen über­haupt kei­nen Beruf oder Ausbildungsplatz vor­wei­sen, nicht zu einer ein­zi­gen Vorstellung wur­de sie ein­ge­la­den. Das stresst und frus­triert, doch an ihrem 18. Geburtstag soll gefei­ert wer­den, dass es kracht, und der gemei­ne Alltag bleibt daheim. Mit den Freundinnen Elma, Gül und Ebru zieht Hazel durch die Stadt, Höhepunkt soll der Besuch im cools­ten Club der Stadt sein, doch dort ist Schluss: kein Einlass, da zu auf­ge­bre­zelt. Die extre­me Wut über die erneu­te Zurückweisung ent­lädt sich bei Hazel in einer Weise, dass sie als Ausweg nur noch die Flucht aus dem Land sieht, und so sitzt sie schon am nächs­ten Tag in dem ihr unbe­kann­ten Istanbul. Konnte sie in Berlin wegen ihrer tür­ki­schen Backgrounds nie rich­tig ankom­men, fin­det sie sich in der für sie frem­den Türkei auch nicht zurecht.
    Die Berliner Regisseurin Asli Özarslan (ihr Dokumentarfilm Dil Leyla war 2017 bei uns zu sehen), ver­filmt hier den gleich­na­mi­gen Roman von Fatma Aydemir kon­se­quent aus jun­ger, weib­li­cher, migran­ti­scher Perspektive. Die Protagonistin möch­te eigent­lich ein für sie nor­ma­les Leben füh­ren, wehrt sich aber gegen alle ihr von ver­schie­de­nen Seiten zuge­schrie­be­nen Rollen, in Deutschland wie in der Türkei, und gerät so zwi­schen alle Stühle. Mit größt­mög­li­cher Präzision und Einfühlung erzählt Ellbogen die Geschichte eines der vie­len jun­gen Menschen, die aus der Gesellschaft ver­drängt wer­den, die eigent­lich die ihre ist.

    Credits:


    DE/TK/FR 2024, 86 Min., Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Aslı Özarslan

    Kamera: Andac Karabeyoglu-Thomas
    Schnitt: David J. Achilles, Ana Branea
    mit: Melia Kara, Doğa Gürer, Jale Arıkan, Haydar Şahin, Orhan Kiliç, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Mina Sağdıç 

    Trailer:
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