Shambhala

Ein Film von Min Bahadur Bham.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Pema, eine jun­ge Frau aus der obe­ren Himlaya-Region Nepals, hei­ra­tet. Zu erst ein­mal Tashi, aber zugleich wer­den der Tradition nach sei­ne bei­den Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner.
Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine län­ge­re Handelsreise, Karma kehr­te zurück ins Kloster, nur der vor­lau­te Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwan­ger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, son­dern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den ande­ren Männern zurück­kehrt, befürch­tet Pema, er habe auch davon gehört und blie­be des­halb in den Bergen. Um ihn zu fin­den, begibt sie sich auf eine beschwer­li­che, aber gleich­sam erkennt­nis­rei­che Reise in über­wäl­ti­gen­der Landschaft.
„Der Film lebt von sei­nen beein­dru­cken­den, zum Teil sen­sa­tio­nell präch­ti­gen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spie­len­den Szenen meis­tern. Bham ist ein sehr sorg­fäl­ti­ger Beobachter und bedäch­ti­ger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zei­gen sich in klei­nen Gesten; die Story ent­wi­ckelt sich anhand all­täg­li­cher Handlungen und Begebenheiten.
Bham [ver­zich­tet] auf jede dra­ma­ti­sche Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei gepräg­ten Strom fil­mi­scher Erzeugnisse her­aus­ra­gen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und sei­ne inne­re Geruhsamkeit ein­zu­las­sen. Außerdem soll­te man im Hinterkopf behal­ten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vor­wie­gend an Menschen ver­ge­ben wird, die als Wiedergeburt eines frü­he­ren Meisters aner­kannt wer­den. Erst dann ver­steht man näm­lich, was Karma wäh­rend der Reise zu Pema sagt: dass näm­lich die Frage nach der bio­lo­gi­schen Vaterschaft belang­los sei, weil sich das wah­re Wunder des Lebens erst mit der Geburt offen­ba­re. Das wird zum eigent­li­chen Schlüssel die­ses wun­der­schö­nen Films, der weni­ger über weib­li­che Emanzipation als viel­mehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.”
Irene Genhart | Filmdienst.

Credits:

NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min.,
Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
Regie: Min Bahadur Bham
Kamera: Aziz Zhambakiyev
Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha
mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama 

Trailer:
SHAMBHALA l OmU Trailer
nach oben

Archiv: Termine

  • Shambhala

    Shambhala

    Ein Film von Min Bahadur Bham.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Pema, eine jun­ge Frau aus der obe­ren Himlaya-Region Nepals, hei­ra­tet. Zu erst ein­mal Tashi, aber zugleich wer­den der Tradition nach sei­ne bei­den Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner.
    Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine län­ge­re Handelsreise, Karma kehr­te zurück ins Kloster, nur der vor­lau­te Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwan­ger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, son­dern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den ande­ren Männern zurück­kehrt, befürch­tet Pema, er habe auch davon gehört und blie­be des­halb in den Bergen. Um ihn zu fin­den, begibt sie sich auf eine beschwer­li­che, aber gleich­sam erkennt­nis­rei­che Reise in über­wäl­ti­gen­der Landschaft.
    „Der Film lebt von sei­nen beein­dru­cken­den, zum Teil sen­sa­tio­nell präch­ti­gen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spie­len­den Szenen meis­tern. Bham ist ein sehr sorg­fäl­ti­ger Beobachter und bedäch­ti­ger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zei­gen sich in klei­nen Gesten; die Story ent­wi­ckelt sich anhand all­täg­li­cher Handlungen und Begebenheiten.
    Bham [ver­zich­tet] auf jede dra­ma­ti­sche Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei gepräg­ten Strom fil­mi­scher Erzeugnisse her­aus­ra­gen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und sei­ne inne­re Geruhsamkeit ein­zu­las­sen. Außerdem soll­te man im Hinterkopf behal­ten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vor­wie­gend an Menschen ver­ge­ben wird, die als Wiedergeburt eines frü­he­ren Meisters aner­kannt wer­den. Erst dann ver­steht man näm­lich, was Karma wäh­rend der Reise zu Pema sagt: dass näm­lich die Frage nach der bio­lo­gi­schen Vaterschaft belang­los sei, weil sich das wah­re Wunder des Lebens erst mit der Geburt offen­ba­re. Das wird zum eigent­li­chen Schlüssel die­ses wun­der­schö­nen Films, der weni­ger über weib­li­che Emanzipation als viel­mehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.”
    Irene Genhart | Filmdienst.

    Credits:

    NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min.,
    Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Min Bahadur Bham
    Kamera: Aziz Zhambakiyev
    Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha
    mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama 

    Trailer:
    SHAMBHALA l OmU Trailer
    nach oben
  • Das Imperium

    Das Imperium

    Ein Film von Bruno Dumont. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Disneys STAR WARS trifft TWIN PEAKS trifft fran­zö­si­sche Coming-of-Age-Sommerkömodie: Keinen Deut weni­ger skur­ril und schwer loka­li­sier­bar ist die Weggabelung, an der Bruno Dumonts DAS IMPERIUM (L’EMPIRE) sitzt und auf Godot war­tet. In sei­ner Weird Wave-haf­ten Satire kämpft Gut gegen Böse unter Einsatz von Lichtschwertern, mora­lisch aber unter­schei­det sie nichts. Es wird elek­trisch ver­zerrt rück­wärts gespro­chen und höl­zern zu Jazzklängen getanzt, aber ob dem eine außer­ir­di­sche Kultur oder purer Surrealismus zugrun­de liegt, bleibt offen. Junge Menschen fal­len auf Fischerbooten über­ein­an­der her, aber von Liebe kei­ne Spur. L’EMPIRE fühlt sich wohl im No Man’s Land der Transgression.

    So sieht es dort aus: In einem nord­fran­zö­si­schen Dorf gibt es zwei Geheimgesellschaften außer­ir­di­schen Ursprungs, die mensch­li­che Körper bevöl­kern. Die „Einsen“ woh­nen in flie­gen­den goti­schen Kathedralen und wol­len das Gute im Menschen ver­meh­ren. Das Mutterschiff der „Nullen“ ist eine flug­zeug­trä­ger­ar­ti­ge Kopie des Schloss Versailles, Ziel: Die Weltherrschaft. Es ent­brennt ein krie­ge­ri­scher Streit um Freddy, den Sohn eines Fischers, mytho­lo­gisch der Thronfolger eines dunk­len Königreichs.

    Dumonts Film, der im Wettbewerb der 74. Berlinale lief, ver­schränkt und ver­quirlt auch ästhe­tisch Gegensätze: som­mer­lich-über­be­lich­te­ten Realismus und opu­len­te CGI-Designs. Die Science-Ficition-Elemente sind dabei nicht nur hoch­krea­tiv, son­dern sehen auch in jedem Detail nach Triple‑A aus. Sie allei­ne dürf­ten Millionen gekos­tet haben. Wer aber dem­ge­mäß drei Akte, klar gezeich­ne­te Identifikationsfiguren oder auch nur kohä­ren­te Anschlussszenen erwar­tet, wird bei IMPERIUM ent­täuscht in einem nichts­sa­gen­den Steinbruch an der Opalküste allein gelas­sen. Der Film dürf­te an eben die­ser Stelle hof­när­ri­sche Freude haben.

    Christopher Suss | indiekino

    Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären — Preis der Jury auf der Berlinale 2024

    Credits:

    L’Empire
    FR/ DE/ IT/ BE/ PT 2024, 110 Min. fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Bruno Dumont
    Kamera: David Chambille
    Schnitt: Desideria Rayner, Bruno Dumont
    mit: Camille Cottin, Lyna Khoudri, Fabrice Luchini, Anamaria Vartolomei, Bernard Pruvost

    Trailer:
    DAS IMPERIUM | Trailer | Film von Bruno Dumont (2024) [OmU DE] ᴴᴰ
    nach oben
  • No Other Land

    No Other Land

    Ein Film von Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Basel Adra, ein jun­ger paläs­ti­nen­si­scher Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit sei­ner Kindheit gegen die Vertreibung sei­ner Gemeinschaft durch die israe­li­sche Besatzung. Er doku­men­tiert die schritt­wei­se Auslöschung der Dörfer sei­ner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israe­li­schen Regierung nach und nach Häuser abrei­ßen und ihre Bewohnerinnen ver­trei­ben. Irgendwann begeg­net er Yuval, einem israe­li­schen Journalisten, der ihn in sei­nen Bemühungen unter­stützt. Eine unwahr­schein­li­che Allianz ent­steht. Die Beziehung der bei­den wird durch die enor­me Ungleichheit zwi­schen ihnen zusätz­lich belas­tet: Basel lebt unter mili­tä­ri­scher Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines paläs­ti­nen­sisch-israe­li­schen Kollektivs vie­rer jun­ger Aktivist*innen ent­stand als Akt des krea­ti­ven Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit.
    Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024

    Credits:

    PS/NO 2024, 95 Min., Arabisch, Hebräisch, Englisch OmU
    Regie & Schnitt: Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor

    Kamera: Rachel Szor 

    Trailer:
    nach oben
  • Togoland Projektionen

    Togoland Projektionen

    Ein Film von Jürgen Ellinghaus.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Anfang des letz­ten Jahrhunderts ent­ste­hen in Togo, des dama­li­gen deut­schen Übersee-Imperiums namens Togoland, Abenteuer‑, Dokumentar- und soge­nann­te Kulturfilme, die in Deutschland gro­ßen Erfolg haben und wesent­lich zum Afrikabild hier bei­tra­gen. Im Ursprungsland aber hat nie­mand sie je zu Gesicht bekom­men, oder von ihrer Existenz gewusst. Gedreht wur­den sie von Hans Schomburgk, der als Großwildjäger, Tierfänger, Expeditionsleiter, Kartograf, Schriftsteller, Filmproduzent und Regisseur immer wie­der nach Afrika reis­te, und nach dem 2. Weltkrieg als Autor und mit Vorträgen sein Geld ver­dien­te.
    Über 100 Jahre spä­ter begibt sich Regisseur Jürgen Ellinghaus mit einem mobi­len Kino und anhand der Reiseberichte der Schauspielerin Meg Gehrts zu den Original-Drehorten. Was den­ken die Menschen dort über die Bilder ihrer Vorfahren? Zusammen mit den togo­le­si­schen Zuschauer:innen ergrün­det Ellinghaus den his­to­ri­schen Kontext der Filmbilder, die Realität und die Auswirkungen des Kolonialismus. Was zei­gen die Filme, was ver­schwei­gen sie über „Togoland“, das sei­ner­zeit als „Musterkolonie“ des Deutschen Reiches geprie­sen wurde?

    Credits:

    DE 2023, 96 Min., div. OmU
    Regie: Jürgen Ellinghaus
    Kamera: Rémi Jennequin
    Schnitt: Nina Khada 

    Trailer:
    Togoland Projektionen (Trailer HD deutsch)
    nach oben
  • Shambhala

    Shambhala

    Ein Film von Min Bahadur Bham.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Pema, eine jun­ge Frau aus der obe­ren Himlaya-Region Nepals, hei­ra­tet. Zu erst ein­mal Tashi, aber zugleich wer­den der Tradition nach sei­ne bei­den Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner.
    Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine län­ge­re Handelsreise, Karma kehr­te zurück ins Kloster, nur der vor­lau­te Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwan­ger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, son­dern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den ande­ren Männern zurück­kehrt, befürch­tet Pema, er habe auch davon gehört und blie­be des­halb in den Bergen. Um ihn zu fin­den, begibt sie sich auf eine beschwer­li­che, aber gleich­sam erkennt­nis­rei­che Reise in über­wäl­ti­gen­der Landschaft.
    „Der Film lebt von sei­nen beein­dru­cken­den, zum Teil sen­sa­tio­nell präch­ti­gen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spie­len­den Szenen meis­tern. Bham ist ein sehr sorg­fäl­ti­ger Beobachter und bedäch­ti­ger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zei­gen sich in klei­nen Gesten; die Story ent­wi­ckelt sich anhand all­täg­li­cher Handlungen und Begebenheiten.
    Bham [ver­zich­tet] auf jede dra­ma­ti­sche Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei gepräg­ten Strom fil­mi­scher Erzeugnisse her­aus­ra­gen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und sei­ne inne­re Geruhsamkeit ein­zu­las­sen. Außerdem soll­te man im Hinterkopf behal­ten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vor­wie­gend an Menschen ver­ge­ben wird, die als Wiedergeburt eines frü­he­ren Meisters aner­kannt wer­den. Erst dann ver­steht man näm­lich, was Karma wäh­rend der Reise zu Pema sagt: dass näm­lich die Frage nach der bio­lo­gi­schen Vaterschaft belang­los sei, weil sich das wah­re Wunder des Lebens erst mit der Geburt offen­ba­re. Das wird zum eigent­li­chen Schlüssel die­ses wun­der­schö­nen Films, der weni­ger über weib­li­che Emanzipation als viel­mehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.”
    Irene Genhart | Filmdienst.

    Credits:

    NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min.,
    Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Min Bahadur Bham
    Kamera: Aziz Zhambakiyev
    Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha
    mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama 

    Trailer:
    SHAMBHALA l OmU Trailer
    nach oben
  • Das Imperium

    Das Imperium

    Ein Film von Bruno Dumont. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Disneys STAR WARS trifft TWIN PEAKS trifft fran­zö­si­sche Coming-of-Age-Sommerkömodie: Keinen Deut weni­ger skur­ril und schwer loka­li­sier­bar ist die Weggabelung, an der Bruno Dumonts DAS IMPERIUM (L’EMPIRE) sitzt und auf Godot war­tet. In sei­ner Weird Wave-haf­ten Satire kämpft Gut gegen Böse unter Einsatz von Lichtschwertern, mora­lisch aber unter­schei­det sie nichts. Es wird elek­trisch ver­zerrt rück­wärts gespro­chen und höl­zern zu Jazzklängen getanzt, aber ob dem eine außer­ir­di­sche Kultur oder purer Surrealismus zugrun­de liegt, bleibt offen. Junge Menschen fal­len auf Fischerbooten über­ein­an­der her, aber von Liebe kei­ne Spur. L’EMPIRE fühlt sich wohl im No Man’s Land der Transgression.

    So sieht es dort aus: In einem nord­fran­zö­si­schen Dorf gibt es zwei Geheimgesellschaften außer­ir­di­schen Ursprungs, die mensch­li­che Körper bevöl­kern. Die „Einsen“ woh­nen in flie­gen­den goti­schen Kathedralen und wol­len das Gute im Menschen ver­meh­ren. Das Mutterschiff der „Nullen“ ist eine flug­zeug­trä­ger­ar­ti­ge Kopie des Schloss Versailles, Ziel: Die Weltherrschaft. Es ent­brennt ein krie­ge­ri­scher Streit um Freddy, den Sohn eines Fischers, mytho­lo­gisch der Thronfolger eines dunk­len Königreichs.

    Dumonts Film, der im Wettbewerb der 74. Berlinale lief, ver­schränkt und ver­quirlt auch ästhe­tisch Gegensätze: som­mer­lich-über­be­lich­te­ten Realismus und opu­len­te CGI-Designs. Die Science-Ficition-Elemente sind dabei nicht nur hoch­krea­tiv, son­dern sehen auch in jedem Detail nach Triple‑A aus. Sie allei­ne dürf­ten Millionen gekos­tet haben. Wer aber dem­ge­mäß drei Akte, klar gezeich­ne­te Identifikationsfiguren oder auch nur kohä­ren­te Anschlussszenen erwar­tet, wird bei IMPERIUM ent­täuscht in einem nichts­sa­gen­den Steinbruch an der Opalküste allein gelas­sen. Der Film dürf­te an eben die­ser Stelle hof­när­ri­sche Freude haben.

    Christopher Suss | indiekino

    Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären — Preis der Jury auf der Berlinale 2024

    Credits:

    L’Empire
    FR/ DE/ IT/ BE/ PT 2024, 110 Min. fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Bruno Dumont
    Kamera: David Chambille
    Schnitt: Desideria Rayner, Bruno Dumont
    mit: Camille Cottin, Lyna Khoudri, Fabrice Luchini, Anamaria Vartolomei, Bernard Pruvost

    Trailer:
    DAS IMPERIUM | Trailer | Film von Bruno Dumont (2024) [OmU DE] ᴴᴰ
    nach oben
  • No Other Land

    No Other Land

    Ein Film von Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Basel Adra, ein jun­ger paläs­ti­nen­si­scher Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit sei­ner Kindheit gegen die Vertreibung sei­ner Gemeinschaft durch die israe­li­sche Besatzung. Er doku­men­tiert die schritt­wei­se Auslöschung der Dörfer sei­ner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israe­li­schen Regierung nach und nach Häuser abrei­ßen und ihre Bewohnerinnen ver­trei­ben. Irgendwann begeg­net er Yuval, einem israe­li­schen Journalisten, der ihn in sei­nen Bemühungen unter­stützt. Eine unwahr­schein­li­che Allianz ent­steht. Die Beziehung der bei­den wird durch die enor­me Ungleichheit zwi­schen ihnen zusätz­lich belas­tet: Basel lebt unter mili­tä­ri­scher Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines paläs­ti­nen­sisch-israe­li­schen Kollektivs vie­rer jun­ger Aktivist*innen ent­stand als Akt des krea­ti­ven Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit.
    Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024

    Credits:

    PS/NO 2024, 95 Min., Arabisch, Hebräisch, Englisch OmU
    Regie & Schnitt: Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor

    Kamera: Rachel Szor 

    Trailer:
    nach oben
  • Togoland Projektionen

    Togoland Projektionen

    Ein Film von Jürgen Ellinghaus.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Anfang des letz­ten Jahrhunderts ent­ste­hen in Togo, des dama­li­gen deut­schen Übersee-Imperiums namens Togoland, Abenteuer‑, Dokumentar- und soge­nann­te Kulturfilme, die in Deutschland gro­ßen Erfolg haben und wesent­lich zum Afrikabild hier bei­tra­gen. Im Ursprungsland aber hat nie­mand sie je zu Gesicht bekom­men, oder von ihrer Existenz gewusst. Gedreht wur­den sie von Hans Schomburgk, der als Großwildjäger, Tierfänger, Expeditionsleiter, Kartograf, Schriftsteller, Filmproduzent und Regisseur immer wie­der nach Afrika reis­te, und nach dem 2. Weltkrieg als Autor und mit Vorträgen sein Geld ver­dien­te.
    Über 100 Jahre spä­ter begibt sich Regisseur Jürgen Ellinghaus mit einem mobi­len Kino und anhand der Reiseberichte der Schauspielerin Meg Gehrts zu den Original-Drehorten. Was den­ken die Menschen dort über die Bilder ihrer Vorfahren? Zusammen mit den togo­le­si­schen Zuschauer:innen ergrün­det Ellinghaus den his­to­ri­schen Kontext der Filmbilder, die Realität und die Auswirkungen des Kolonialismus. Was zei­gen die Filme, was ver­schwei­gen sie über „Togoland“, das sei­ner­zeit als „Musterkolonie“ des Deutschen Reiches geprie­sen wurde?

    Credits:

    DE 2023, 96 Min., div. OmU
    Regie: Jürgen Ellinghaus
    Kamera: Rémi Jennequin
    Schnitt: Nina Khada 

    Trailer:
    Togoland Projektionen (Trailer HD deutsch)
    nach oben
  • Shambhala

    Shambhala

    Ein Film von Min Bahadur Bham.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Pema, eine jun­ge Frau aus der obe­ren Himlaya-Region Nepals, hei­ra­tet. Zu erst ein­mal Tashi, aber zugleich wer­den der Tradition nach sei­ne bei­den Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner.
    Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine län­ge­re Handelsreise, Karma kehr­te zurück ins Kloster, nur der vor­lau­te Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwan­ger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, son­dern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den ande­ren Männern zurück­kehrt, befürch­tet Pema, er habe auch davon gehört und blie­be des­halb in den Bergen. Um ihn zu fin­den, begibt sie sich auf eine beschwer­li­che, aber gleich­sam erkennt­nis­rei­che Reise in über­wäl­ti­gen­der Landschaft.
    „Der Film lebt von sei­nen beein­dru­cken­den, zum Teil sen­sa­tio­nell präch­ti­gen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spie­len­den Szenen meis­tern. Bham ist ein sehr sorg­fäl­ti­ger Beobachter und bedäch­ti­ger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zei­gen sich in klei­nen Gesten; die Story ent­wi­ckelt sich anhand all­täg­li­cher Handlungen und Begebenheiten.
    Bham [ver­zich­tet] auf jede dra­ma­ti­sche Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei gepräg­ten Strom fil­mi­scher Erzeugnisse her­aus­ra­gen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und sei­ne inne­re Geruhsamkeit ein­zu­las­sen. Außerdem soll­te man im Hinterkopf behal­ten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vor­wie­gend an Menschen ver­ge­ben wird, die als Wiedergeburt eines frü­he­ren Meisters aner­kannt wer­den. Erst dann ver­steht man näm­lich, was Karma wäh­rend der Reise zu Pema sagt: dass näm­lich die Frage nach der bio­lo­gi­schen Vaterschaft belang­los sei, weil sich das wah­re Wunder des Lebens erst mit der Geburt offen­ba­re. Das wird zum eigent­li­chen Schlüssel die­ses wun­der­schö­nen Films, der weni­ger über weib­li­che Emanzipation als viel­mehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.”
    Irene Genhart | Filmdienst.

    Credits:

    NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min.,
    Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Min Bahadur Bham
    Kamera: Aziz Zhambakiyev
    Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha
    mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama 

    Trailer:
    SHAMBHALA l OmU Trailer
    nach oben
  • Das Imperium

    Das Imperium

    Ein Film von Bruno Dumont. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Disneys STAR WARS trifft TWIN PEAKS trifft fran­zö­si­sche Coming-of-Age-Sommerkömodie: Keinen Deut weni­ger skur­ril und schwer loka­li­sier­bar ist die Weggabelung, an der Bruno Dumonts DAS IMPERIUM (L’EMPIRE) sitzt und auf Godot war­tet. In sei­ner Weird Wave-haf­ten Satire kämpft Gut gegen Böse unter Einsatz von Lichtschwertern, mora­lisch aber unter­schei­det sie nichts. Es wird elek­trisch ver­zerrt rück­wärts gespro­chen und höl­zern zu Jazzklängen getanzt, aber ob dem eine außer­ir­di­sche Kultur oder purer Surrealismus zugrun­de liegt, bleibt offen. Junge Menschen fal­len auf Fischerbooten über­ein­an­der her, aber von Liebe kei­ne Spur. L’EMPIRE fühlt sich wohl im No Man’s Land der Transgression.

    So sieht es dort aus: In einem nord­fran­zö­si­schen Dorf gibt es zwei Geheimgesellschaften außer­ir­di­schen Ursprungs, die mensch­li­che Körper bevöl­kern. Die „Einsen“ woh­nen in flie­gen­den goti­schen Kathedralen und wol­len das Gute im Menschen ver­meh­ren. Das Mutterschiff der „Nullen“ ist eine flug­zeug­trä­ger­ar­ti­ge Kopie des Schloss Versailles, Ziel: Die Weltherrschaft. Es ent­brennt ein krie­ge­ri­scher Streit um Freddy, den Sohn eines Fischers, mytho­lo­gisch der Thronfolger eines dunk­len Königreichs.

    Dumonts Film, der im Wettbewerb der 74. Berlinale lief, ver­schränkt und ver­quirlt auch ästhe­tisch Gegensätze: som­mer­lich-über­be­lich­te­ten Realismus und opu­len­te CGI-Designs. Die Science-Ficition-Elemente sind dabei nicht nur hoch­krea­tiv, son­dern sehen auch in jedem Detail nach Triple‑A aus. Sie allei­ne dürf­ten Millionen gekos­tet haben. Wer aber dem­ge­mäß drei Akte, klar gezeich­ne­te Identifikationsfiguren oder auch nur kohä­ren­te Anschlussszenen erwar­tet, wird bei IMPERIUM ent­täuscht in einem nichts­sa­gen­den Steinbruch an der Opalküste allein gelas­sen. Der Film dürf­te an eben die­ser Stelle hof­när­ri­sche Freude haben.

    Christopher Suss | indiekino

    Ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären — Preis der Jury auf der Berlinale 2024

    Credits:

    L’Empire
    FR/ DE/ IT/ BE/ PT 2024, 110 Min. fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Bruno Dumont
    Kamera: David Chambille
    Schnitt: Desideria Rayner, Bruno Dumont
    mit: Camille Cottin, Lyna Khoudri, Fabrice Luchini, Anamaria Vartolomei, Bernard Pruvost

    Trailer:
    DAS IMPERIUM | Trailer | Film von Bruno Dumont (2024) [OmU DE] ᴴᴰ
    nach oben