Basel Adra, ein junger palästinensischer Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit seiner Kindheit gegen die Vertreibung seiner Gemeinschaft durch die israelische Besatzung. Er dokumentiert die schrittweise Auslöschung der Dörfer seiner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israelischen Regierung nach und nach Häuser abreißen und ihre Bewohnerinnen vertreiben. Irgendwann begegnet er Yuval, einem israelischen Journalisten, der ihn in seinen Bemühungen unterstützt. Eine unwahrscheinliche Allianz entsteht. Die Beziehung der beiden wird durch die enorme Ungleichheit zwischen ihnen zusätzlich belastet: Basel lebt unter militärischer Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines palästinensisch-israelischen Kollektivs vierer junger Aktivist*innen entstand als Akt des kreativen Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit. Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024
Basel Adra, ein junger palästinensischer Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit seiner Kindheit gegen die Vertreibung seiner Gemeinschaft durch die israelische Besatzung. Er dokumentiert die schrittweise Auslöschung der Dörfer seiner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israelischen Regierung nach und nach Häuser abreißen und ihre Bewohnerinnen vertreiben. Irgendwann begegnet er Yuval, einem israelischen Journalisten, der ihn in seinen Bemühungen unterstützt. Eine unwahrscheinliche Allianz entsteht. Die Beziehung der beiden wird durch die enorme Ungleichheit zwischen ihnen zusätzlich belastet: Basel lebt unter militärischer Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines palästinensisch-israelischen Kollektivs vierer junger Aktivist*innen entstand als Akt des kreativen Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit. Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024
In grellen Neonfarben strahlt das abgelegen an der nordbrasilianischen Küste gelegene Stundenhotel Motel Destino unter der grenzenlosen Weite des leuchtend blauen Himmels. Hier strandet der junge Heraldo nach einem missglückten Raubüberfall, auf der Flucht vor der Polizei und seinen eigenen Komplizen. Der undurchsichtige Betreiber Elias und seine Frau Dayana stellen nicht viel Fragen: Für Elias kommt Heraldo als billige, ganz ans Motel gefesselte Arbeitskraft gelegen, und Dayana, zunehmend frustriert von der Enge ihres Lebens, ist fasziniert von dem seltsam naiven jungen Mann. Ein gefährliches Spiel beginnt, ein Tanz der Macht, des Begehrens, der Loyalitäten, der Liebe, ein Kräftemessen, in dem der Wunsch nach Freiheit immer drängender wird.
„Motel Destino“ ist ein Tropical Noir voller Licht, Farben und Körper, Sehnsucht, Gewalt, Begehren und Zärtlichkeit, mit den großartigen Igor Xavier, Nataly Rocha und Fabio Assunção in den Hauptrollen, wunderbar gefilmt von Kamerafrau Hélène Louvart und montiert von Nelly Quettier. Alles, was hier passiert, drückt sich in und durch die Körper aus, die Gewalt in einer nach den Jahren der Bolsonaro-Regierung zerrütteten Gesellschaft, die Sehnsucht nach einem eigenen Leben, das Begehren und Aufbegehren einer Jugend, die verzweifelt versucht, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
„Obwohl Brasilien ein katholisches Land ist, leben die Menschen ihre Sexualität dort relativ frei aus. Und die einzige Möglichkeit für mich, eine glaubwürdige Verbindung zwischen Dayana und Heraldo herzustellen, war durch die Begegnung zweier Körper, die verschmelzen und eins werden. Die Fragen, die ich mir gestellt habe, waren: Wenn ich den Sex zeige, warum? Was will ich damit sagen? Es kommt dabei in erster Linie immer auf die Körperstellungen an, auf die Intensität, auf den Rhythmus, auf die Begegnung ihrer Blicke. Denn es ist nicht nur eine Sexszene, sie hat eine Bedeutung und die muss man nachvollziehen können. Bei Dayana und Heraldo kommt noch dazu, dass ihre Beziehung nicht auf Liebe basiert, sondern auf Leidenschaft. Und diese Art von Leidenschaft ist der erste Funke einer jeden Revolution.“ Karim Aïnouz
Pema, eine junge Frau aus der oberen Himlaya-Region Nepals, heiratet. Zu erst einmal Tashi, aber zugleich werden der Tradition nach seine beiden Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner. Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine längere Handelsreise, Karma kehrte zurück ins Kloster, nur der vorlaute Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwanger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, sondern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den anderen Männern zurückkehrt, befürchtet Pema, er habe auch davon gehört und bliebe deshalb in den Bergen. Um ihn zu finden, begibt sie sich auf eine beschwerliche, aber gleichsam erkenntnisreiche Reise in überwältigender Landschaft. „Der Film lebt von seinen beeindruckenden, zum Teil sensationell prächtigen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spielenden Szenen meistern. Bham ist ein sehr sorgfältiger Beobachter und bedächtiger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zeigen sich in kleinen Gesten; die Story entwickelt sich anhand alltäglicher Handlungen und Begebenheiten. Bham [verzichtet] auf jede dramatische Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei geprägten Strom filmischer Erzeugnisse herausragen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und seine innere Geruhsamkeit einzulassen. Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vorwiegend an Menschen vergeben wird, die als Wiedergeburt eines früheren Meisters anerkannt werden. Erst dann versteht man nämlich, was Karma während der Reise zu Pema sagt: dass nämlich die Frage nach der biologischen Vaterschaft belanglos sei, weil sich das wahre Wunder des Lebens erst mit der Geburt offenbare. Das wird zum eigentlichen Schlüssel dieses wunderschönen Films, der weniger über weibliche Emanzipation als vielmehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.” Irene Genhart | Filmdienst.
Credits:
NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min., Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deutschen und englischen Untertiteln Regie: Min Bahadur Bham Kamera: Aziz Zhambakiyev Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama
Disneys STARWARS trifft TWINPEAKS trifft französische Coming-of-Age-Sommerkömodie: Keinen Deut weniger skurril und schwer lokalisierbar ist die Weggabelung, an der Bruno Dumonts DASIMPERIUM (L’EMPIRE) sitzt und auf Godot wartet. In seiner Weird Wave-haften Satire kämpft Gut gegen Böse unter Einsatz von Lichtschwertern, moralisch aber unterscheidet sie nichts. Es wird elektrisch verzerrt rückwärts gesprochen und hölzern zu Jazzklängen getanzt, aber ob dem eine außerirdische Kultur oder purer Surrealismus zugrunde liegt, bleibt offen. Junge Menschen fallen auf Fischerbooten übereinander her, aber von Liebe keine Spur. L’EMPIRE fühlt sich wohl im No Man’s Land der Transgression.
So sieht es dort aus: In einem nordfranzösischen Dorf gibt es zwei Geheimgesellschaften außerirdischen Ursprungs, die menschliche Körper bevölkern. Die „Einsen“ wohnen in fliegenden gotischen Kathedralen und wollen das Gute im Menschen vermehren. Das Mutterschiff der „Nullen“ ist eine flugzeugträgerartige Kopie des Schloss Versailles, Ziel: Die Weltherrschaft. Es entbrennt ein kriegerischer Streit um Freddy, den Sohn eines Fischers, mythologisch der Thronfolger eines dunklen Königreichs.
Dumonts Film, der im Wettbewerb der 74. Berlinale lief, verschränkt und verquirlt auch ästhetisch Gegensätze: sommerlich-überbelichteten Realismus und opulente CGI-Designs. Die Science-Ficition-Elemente sind dabei nicht nur hochkreativ, sondern sehen auch in jedem Detail nach Triple‑A aus. Sie alleine dürften Millionen gekostet haben. Wer aber demgemäß drei Akte, klar gezeichnete Identifikationsfiguren oder auch nur kohärente Anschlussszenen erwartet, wird bei IMPERIUM enttäuscht in einem nichtssagenden Steinbruch an der Opalküste allein gelassen. Der Film dürfte an eben dieser Stelle hofnärrische Freude haben.
Basel Adra, ein junger palästinensischer Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit seiner Kindheit gegen die Vertreibung seiner Gemeinschaft durch die israelische Besatzung. Er dokumentiert die schrittweise Auslöschung der Dörfer seiner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israelischen Regierung nach und nach Häuser abreißen und ihre Bewohnerinnen vertreiben. Irgendwann begegnet er Yuval, einem israelischen Journalisten, der ihn in seinen Bemühungen unterstützt. Eine unwahrscheinliche Allianz entsteht. Die Beziehung der beiden wird durch die enorme Ungleichheit zwischen ihnen zusätzlich belastet: Basel lebt unter militärischer Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines palästinensisch-israelischen Kollektivs vierer junger Aktivist*innen entstand als Akt des kreativen Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit. Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024
In grellen Neonfarben strahlt das abgelegen an der nordbrasilianischen Küste gelegene Stundenhotel Motel Destino unter der grenzenlosen Weite des leuchtend blauen Himmels. Hier strandet der junge Heraldo nach einem missglückten Raubüberfall, auf der Flucht vor der Polizei und seinen eigenen Komplizen. Der undurchsichtige Betreiber Elias und seine Frau Dayana stellen nicht viel Fragen: Für Elias kommt Heraldo als billige, ganz ans Motel gefesselte Arbeitskraft gelegen, und Dayana, zunehmend frustriert von der Enge ihres Lebens, ist fasziniert von dem seltsam naiven jungen Mann. Ein gefährliches Spiel beginnt, ein Tanz der Macht, des Begehrens, der Loyalitäten, der Liebe, ein Kräftemessen, in dem der Wunsch nach Freiheit immer drängender wird.
„Motel Destino“ ist ein Tropical Noir voller Licht, Farben und Körper, Sehnsucht, Gewalt, Begehren und Zärtlichkeit, mit den großartigen Igor Xavier, Nataly Rocha und Fabio Assunção in den Hauptrollen, wunderbar gefilmt von Kamerafrau Hélène Louvart und montiert von Nelly Quettier. Alles, was hier passiert, drückt sich in und durch die Körper aus, die Gewalt in einer nach den Jahren der Bolsonaro-Regierung zerrütteten Gesellschaft, die Sehnsucht nach einem eigenen Leben, das Begehren und Aufbegehren einer Jugend, die verzweifelt versucht, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
„Obwohl Brasilien ein katholisches Land ist, leben die Menschen ihre Sexualität dort relativ frei aus. Und die einzige Möglichkeit für mich, eine glaubwürdige Verbindung zwischen Dayana und Heraldo herzustellen, war durch die Begegnung zweier Körper, die verschmelzen und eins werden. Die Fragen, die ich mir gestellt habe, waren: Wenn ich den Sex zeige, warum? Was will ich damit sagen? Es kommt dabei in erster Linie immer auf die Körperstellungen an, auf die Intensität, auf den Rhythmus, auf die Begegnung ihrer Blicke. Denn es ist nicht nur eine Sexszene, sie hat eine Bedeutung und die muss man nachvollziehen können. Bei Dayana und Heraldo kommt noch dazu, dass ihre Beziehung nicht auf Liebe basiert, sondern auf Leidenschaft. Und diese Art von Leidenschaft ist der erste Funke einer jeden Revolution.“ Karim Aïnouz
Pema, eine junge Frau aus der oberen Himlaya-Region Nepals, heiratet. Zu erst einmal Tashi, aber zugleich werden der Tradition nach seine beiden Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner. Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine längere Handelsreise, Karma kehrte zurück ins Kloster, nur der vorlaute Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwanger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, sondern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den anderen Männern zurückkehrt, befürchtet Pema, er habe auch davon gehört und bliebe deshalb in den Bergen. Um ihn zu finden, begibt sie sich auf eine beschwerliche, aber gleichsam erkenntnisreiche Reise in überwältigender Landschaft. „Der Film lebt von seinen beeindruckenden, zum Teil sensationell prächtigen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spielenden Szenen meistern. Bham ist ein sehr sorgfältiger Beobachter und bedächtiger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zeigen sich in kleinen Gesten; die Story entwickelt sich anhand alltäglicher Handlungen und Begebenheiten. Bham [verzichtet] auf jede dramatische Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei geprägten Strom filmischer Erzeugnisse herausragen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und seine innere Geruhsamkeit einzulassen. Außerdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vorwiegend an Menschen vergeben wird, die als Wiedergeburt eines früheren Meisters anerkannt werden. Erst dann versteht man nämlich, was Karma während der Reise zu Pema sagt: dass nämlich die Frage nach der biologischen Vaterschaft belanglos sei, weil sich das wahre Wunder des Lebens erst mit der Geburt offenbare. Das wird zum eigentlichen Schlüssel dieses wunderschönen Films, der weniger über weibliche Emanzipation als vielmehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.” Irene Genhart | Filmdienst.
Credits:
NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min., Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deutschen und englischen Untertiteln Regie: Min Bahadur Bham Kamera: Aziz Zhambakiyev Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama
Disneys STARWARS trifft TWINPEAKS trifft französische Coming-of-Age-Sommerkömodie: Keinen Deut weniger skurril und schwer lokalisierbar ist die Weggabelung, an der Bruno Dumonts DASIMPERIUM (L’EMPIRE) sitzt und auf Godot wartet. In seiner Weird Wave-haften Satire kämpft Gut gegen Böse unter Einsatz von Lichtschwertern, moralisch aber unterscheidet sie nichts. Es wird elektrisch verzerrt rückwärts gesprochen und hölzern zu Jazzklängen getanzt, aber ob dem eine außerirdische Kultur oder purer Surrealismus zugrunde liegt, bleibt offen. Junge Menschen fallen auf Fischerbooten übereinander her, aber von Liebe keine Spur. L’EMPIRE fühlt sich wohl im No Man’s Land der Transgression.
So sieht es dort aus: In einem nordfranzösischen Dorf gibt es zwei Geheimgesellschaften außerirdischen Ursprungs, die menschliche Körper bevölkern. Die „Einsen“ wohnen in fliegenden gotischen Kathedralen und wollen das Gute im Menschen vermehren. Das Mutterschiff der „Nullen“ ist eine flugzeugträgerartige Kopie des Schloss Versailles, Ziel: Die Weltherrschaft. Es entbrennt ein kriegerischer Streit um Freddy, den Sohn eines Fischers, mythologisch der Thronfolger eines dunklen Königreichs.
Dumonts Film, der im Wettbewerb der 74. Berlinale lief, verschränkt und verquirlt auch ästhetisch Gegensätze: sommerlich-überbelichteten Realismus und opulente CGI-Designs. Die Science-Ficition-Elemente sind dabei nicht nur hochkreativ, sondern sehen auch in jedem Detail nach Triple‑A aus. Sie alleine dürften Millionen gekostet haben. Wer aber demgemäß drei Akte, klar gezeichnete Identifikationsfiguren oder auch nur kohärente Anschlussszenen erwartet, wird bei IMPERIUM enttäuscht in einem nichtssagenden Steinbruch an der Opalküste allein gelassen. Der Film dürfte an eben dieser Stelle hofnärrische Freude haben.
Basel Adra, ein junger palästinensischer Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit seiner Kindheit gegen die Vertreibung seiner Gemeinschaft durch die israelische Besatzung. Er dokumentiert die schrittweise Auslöschung der Dörfer seiner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israelischen Regierung nach und nach Häuser abreißen und ihre Bewohnerinnen vertreiben. Irgendwann begegnet er Yuval, einem israelischen Journalisten, der ihn in seinen Bemühungen unterstützt. Eine unwahrscheinliche Allianz entsteht. Die Beziehung der beiden wird durch die enorme Ungleichheit zwischen ihnen zusätzlich belastet: Basel lebt unter militärischer Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines palästinensisch-israelischen Kollektivs vierer junger Aktivist*innen entstand als Akt des kreativen Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit. Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024
In grellen Neonfarben strahlt das abgelegen an der nordbrasilianischen Küste gelegene Stundenhotel Motel Destino unter der grenzenlosen Weite des leuchtend blauen Himmels. Hier strandet der junge Heraldo nach einem missglückten Raubüberfall, auf der Flucht vor der Polizei und seinen eigenen Komplizen. Der undurchsichtige Betreiber Elias und seine Frau Dayana stellen nicht viel Fragen: Für Elias kommt Heraldo als billige, ganz ans Motel gefesselte Arbeitskraft gelegen, und Dayana, zunehmend frustriert von der Enge ihres Lebens, ist fasziniert von dem seltsam naiven jungen Mann. Ein gefährliches Spiel beginnt, ein Tanz der Macht, des Begehrens, der Loyalitäten, der Liebe, ein Kräftemessen, in dem der Wunsch nach Freiheit immer drängender wird.
„Motel Destino“ ist ein Tropical Noir voller Licht, Farben und Körper, Sehnsucht, Gewalt, Begehren und Zärtlichkeit, mit den großartigen Igor Xavier, Nataly Rocha und Fabio Assunção in den Hauptrollen, wunderbar gefilmt von Kamerafrau Hélène Louvart und montiert von Nelly Quettier. Alles, was hier passiert, drückt sich in und durch die Körper aus, die Gewalt in einer nach den Jahren der Bolsonaro-Regierung zerrütteten Gesellschaft, die Sehnsucht nach einem eigenen Leben, das Begehren und Aufbegehren einer Jugend, die verzweifelt versucht, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
„Obwohl Brasilien ein katholisches Land ist, leben die Menschen ihre Sexualität dort relativ frei aus. Und die einzige Möglichkeit für mich, eine glaubwürdige Verbindung zwischen Dayana und Heraldo herzustellen, war durch die Begegnung zweier Körper, die verschmelzen und eins werden. Die Fragen, die ich mir gestellt habe, waren: Wenn ich den Sex zeige, warum? Was will ich damit sagen? Es kommt dabei in erster Linie immer auf die Körperstellungen an, auf die Intensität, auf den Rhythmus, auf die Begegnung ihrer Blicke. Denn es ist nicht nur eine Sexszene, sie hat eine Bedeutung und die muss man nachvollziehen können. Bei Dayana und Heraldo kommt noch dazu, dass ihre Beziehung nicht auf Liebe basiert, sondern auf Leidenschaft. Und diese Art von Leidenschaft ist der erste Funke einer jeden Revolution.“ Karim Aïnouz
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