Flow

Ein Film von Gints Zilbalodis.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Gerade noch im üppi­gen Grün des Waldes her­um­ge­streift, hat sich die Katze im Haus gemüt­lich zum Schlafen ein­ge­rollt, als sie ein sich nähern­des Rumoren wahr­nimmt – eine rie­si­ge Wasserwelle flu­tet das Land. Unsere Heldin kann sich knapp auf ein vor­bei­schwim­men­des Segelboot ret­ten. Nun glei­tet sie dahin über das Meer, durch Urwälder, an spit­zen Bergkegeln vor­bei, die aus dem Wasser ragen, an Städten, die wie unwirk­li­che rie­si­ge Paläste aus­se­hen, stets ange­spannt auf­merk­sam, mit einer Mischung aus Neugierde und Furcht.
Genau wie Gints Zilbalodis, der hier erst­mals mit einem grö­ße­ren Team arbei­tet, muss sich die klei­ne schwar­ze Katze, die bis­her allei­ne leb­te, auf Kooperation ein­stel­len. Mit an Bord kom­men näm­lich eben­falls unfrei­wil­lig ein ver­spiel­ter und gei­zi­ger Lemur, ein schläf­ri­ges Wasserschwein, der immer freund­li­che Golden Retriever, und der ver­letz­te, hilfs­be­rei­te Sekretär. Zum Überleben der Katastrophe müs­sen die fünf sich zusam­men­rau­fen, denn stets und über­all lau­ert Gefahr.
Das groß­ar­ti­ge an Flow ist, dass die­se Crew nicht ver­mensch­licht wird. Alle behal­ten ihre tie­ri­schen Eigenarten, die sie aller­dings auf der Fahrt modi­fi­zie­ren müs­sen. Die Katze wird muti­ger, der Hund vor­sich­ti­ger, der Lemur lernt zu tei­len, der ver­sto­ße­ne Sekretär über­nimmt die Führung. Nur das Wasserschwein bleibt phleg­ma­tisch wie eh und je.
Flow ist ver­träumt, episch, bedroh­lich und wun­der­schön. Das Beste von allem ist, dass die Tiere Tiere sind, wort­los und haupt­säch­lich mit ihrer eige­nen Sicherheit und ihrer nächs­ten Mahlzeit beschäf­tigt. Dennoch sind sie gezwun­gen, mit­ein­an­der aus­zu­kom­men, und sie wer­den zu mehr als der Summe ihrer pel­zi­gen und gefie­der­ten Teile. … Der Regisseur die­ser magi­schen Fabel ist Gints Zilbalodis, ein 30-jäh­ri­ger let­ti­scher Animator. Möge Hollywood ihn nie­mals mit Angeboten für Reichtum und Fortsetzungen umwer­ben …“ Ty Burr | Washington Post

Oscar für den bes­ten Animationsfilm 2025

Credits:

LV/FR/BE 2023, 84 Min., ohne Dialog
Regie: Gints Zilbalodis

Kamera: Léo Silly Pélissier
Schnitt: Gints Zilbalodis

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Archiv: Termine

  • Flow

    Flow

    Ein Film von Gints Zilbalodis.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gerade noch im üppi­gen Grün des Waldes her­um­ge­streift, hat sich die Katze im Haus gemüt­lich zum Schlafen ein­ge­rollt, als sie ein sich nähern­des Rumoren wahr­nimmt – eine rie­si­ge Wasserwelle flu­tet das Land. Unsere Heldin kann sich knapp auf ein vor­bei­schwim­men­des Segelboot ret­ten. Nun glei­tet sie dahin über das Meer, durch Urwälder, an spit­zen Bergkegeln vor­bei, die aus dem Wasser ragen, an Städten, die wie unwirk­li­che rie­si­ge Paläste aus­se­hen, stets ange­spannt auf­merk­sam, mit einer Mischung aus Neugierde und Furcht.
    Genau wie Gints Zilbalodis, der hier erst­mals mit einem grö­ße­ren Team arbei­tet, muss sich die klei­ne schwar­ze Katze, die bis­her allei­ne leb­te, auf Kooperation ein­stel­len. Mit an Bord kom­men näm­lich eben­falls unfrei­wil­lig ein ver­spiel­ter und gei­zi­ger Lemur, ein schläf­ri­ges Wasserschwein, der immer freund­li­che Golden Retriever, und der ver­letz­te, hilfs­be­rei­te Sekretär. Zum Überleben der Katastrophe müs­sen die fünf sich zusam­men­rau­fen, denn stets und über­all lau­ert Gefahr.
    Das groß­ar­ti­ge an Flow ist, dass die­se Crew nicht ver­mensch­licht wird. Alle behal­ten ihre tie­ri­schen Eigenarten, die sie aller­dings auf der Fahrt modi­fi­zie­ren müs­sen. Die Katze wird muti­ger, der Hund vor­sich­ti­ger, der Lemur lernt zu tei­len, der ver­sto­ße­ne Sekretär über­nimmt die Führung. Nur das Wasserschwein bleibt phleg­ma­tisch wie eh und je.
    Flow ist ver­träumt, episch, bedroh­lich und wun­der­schön. Das Beste von allem ist, dass die Tiere Tiere sind, wort­los und haupt­säch­lich mit ihrer eige­nen Sicherheit und ihrer nächs­ten Mahlzeit beschäf­tigt. Dennoch sind sie gezwun­gen, mit­ein­an­der aus­zu­kom­men, und sie wer­den zu mehr als der Summe ihrer pel­zi­gen und gefie­der­ten Teile. … Der Regisseur die­ser magi­schen Fabel ist Gints Zilbalodis, ein 30-jäh­ri­ger let­ti­scher Animator. Möge Hollywood ihn nie­mals mit Angeboten für Reichtum und Fortsetzungen umwer­ben …“ Ty Burr | Washington Post

    Oscar für den bes­ten Animationsfilm 2025

    Credits:

    LV/FR/BE 2023, 84 Min., ohne Dialog
    Regie: Gints Zilbalodis

    Kamera: Léo Silly Pélissier
    Schnitt: Gints Zilbalodis

    Trailer:
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  • Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte

    Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte

    Ein Film von Klára Tasovská.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein Fotofilm, mon­tiert aus tau­sen­den Aufnahmen der Fotografin Libuše Jarcovjáková, unter­legt mit Texten aus ihren Tagebüchern. Das Kaleidoskop eines erfüll­ten Lebens, hart und uner­bitt­lich abge­run­gen und erkämpft, was mög­lich schien. Ohne sich zu scho­nen, um aus dem Vollen schöp­fen zu kön­nen. All das ist in den schwarz/weißen Momentaufnahmen greif­bar und spür­bar.
    Dem Grau des real exis­tie­ren­den Sozialismus und der Depression nach der Niederschlagung des Prager Frühlings ent­flieht die Fotografin in die Ritzen, die es damals zumin­dest in Prag gab. Weil ihre Eltern als unzu­ver­läs­sig gal­ten, wur­de Libuše Jarcovjáková lan­ge das Studium an der Kunstschule ver­sperrt, sie muss­te sich erst als Arbeiterin bewäh­ren. Schichten in einer Druckerei, dort arbeiten/saufen/schlafen. In Kneipen leben, lan­ge in der ein­zi­gen Schwulenbar am Ort. Sprachkurse für viet­na­me­si­sche Vertragsarbeiter, nackig daheim mit Freunden und noch ein paar Gläser mehr. Die Kamera erlebt alles mit, sach­lich, neu­tral und grob­kör­nig. Durch einen Zufall kommt sie nach Japan und wird Modefotografin, denn das Leben schreibt die schlech­tes­ten Drehbücher. Dabei wird sicht­bar, über welch viel­sei­ti­ges Repertoire sie ver­fügt. Aber geleck­te Modeaufnahmen lie­gen ihr eben nicht und sie fährt zurück. Zu Prag und Tokio gesellt sich schließ­lich West-Berlin, der sur­rea­le Ort, der von Oktober bis April aus­schließ­lich in Grautönen exis­tier­te. Libuše Jarcovjáková arbei­tet hier u.a. als Zimmermädchen, denn als Künstlerin ent­deckt und aner­kannt wird sie erst sehr spät. Noch bin ich nicht… ist ein wil­der Bilderrausch aus der Untersicht, vol­ler Empathie für die, die im Spiegelreflex strah­len.
    In wel­cher Welt lebe ich? Wer bin ich? Wie möch­te ich leben? Aus Libuše Jarcovjákovás Werk von zehn­tau­sen­den Negativen und dut­zen­den Tagebüchern hat die tsche­chi­sche Regisseurin Klára Tasovská einen poe­ti­schen Filmessay mon­tiert. Noch bin ich nicht, wer ich sein möch­te erzählt von einem beson­de­ren Künstlerinnenleben und einer bewe­gen­den Reise in die Freiheit, die sich über sechs Jahrzehnte spannt und von der sowje­tisch „nor­ma­li­sier­ten“ ČSSR der spä­ten 1960er und frü­hen 70er über das Ost-Berlin der 80er bis ins Prag nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und von heu­te führt.

    Credits:

    Ještě nej­sem, kým chci být
    CZ/SK/AU 2024, 90 Min., tsche­chi­sche Originalfassung mit deut­schen Untertiteln
    Regie:
    Klára Tasovská
    Schnitt: Alexander Kashcheev

    Trailer:
    NOCH BIN ICH NICHT, WER ICH SEIN MÖCHTE Trailer Deutsch | German [HD]

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  • Soundtrack to a Coup d’Etat

    Soundtrack to a Coup d’Etat

    Ein Film von Johan Grimonprez.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Grunde ist die­ser Film eine Zumutung: Er ist lang, schnell und wütend, und er ent­hält eine Überfülle an Informationen. Mit einer unglaub­lich umfang­rei­chen Materialsammlung aus Film- und Fernsehbildern, Reportagen, mit geschicht­li­chem und geo­po­li­ti­schem Hintergrundwissen gelingt hier eine Verdichtung der sechs Monate von der Unabhängigkeit Kongos von Belgien bis zur Ermordung des ers­ten Ministerpräsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Patrice Lumumba. Im Zuge der Dekolonisierung wuchs die Zahl der Mitgliedsstaaten der UN Anfang der 1960er Jahre schnell aufs drei­fa­che an, wodurch ein Machtverlust der bis­he­ri­gen Mitglieder droh­te. Viele der neu­en Staaten wur­den von sozia­lis­ti­schen Regimen unter­stützt, was die west­li­che Seite nicht hin­neh­men konn­te, zumal wert­vol­le Bodenschätze zur Disposition stan­den. Anhand rasan­ter Bild- und Tonmontagen führt Johan Grimonprez eine hoch­in­ter­es­san­te stra­te­gi­sche Antwort der USA vor. Ein beein­dru­cken­des und span­nen­des Werk, auf­wüh­lend und lei­der immer noch aktuell.

    Dieser detail­rei­che und fas­zi­nie­ren­de Film springt zwi­schen Zeitebenen und Kontinenten hin und her. Er zeigt, wie die CIA unwis­sen­de Jazzmusiker (z. B. Louis Armstrong) als Ablenkungsmanöver ein­setzt, um ihre poli­ti­schen Einmischungen in ver­schie­de­nen Ländern zu ver­schlei­ern. Es geht um die unglaub­li­che Andrée Blouin – Frauenrechtsaktivistin, Lumumbas Beraterin und Redenschreiberin … .Es gibt Werbeeinblendungen für iPhones und Teslas, die zei­gen, wie die Bodenschätze der Demokratischen Republik Kongo das Land zu einem begehr­ten Ziel für die Kolonialmächte mach­ten, und die die Vergangenheit mit der aktu­el­len Geschichte ver­knüp­fen. Informativ, gründ­lich recher­chiert, aber nie tro­cken oder didak­tisch, ist dies eine phä­no­me­na­le Leistung von Grimonprez, der auch sein eige­nes Land für sei­ne beschä­men­de Rolle in die­ser trau­ri­gen Geschichte zur Rechenschaft zieht.“
    Wendy Ide | The Guardian

    Credits:


    BE/FR/NL 2024, 150 Min., engl., frz. OmU, 

    Regie: Johan Grimonprez, 

    mit: Patrice Lumumba, Louis Armstrong, Andrée Blouin, Nina Simone, Nikita Krutschev, Eisenhower, Fidel Castro, Duke Elligton

    Trailer:
    Soundtrack to a Coup d’Etat – Official Trailer
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  • Tracing Light – Die Magie des Lichts

    Tracing Light – Die Magie des Lichts

    Ein Film von Thomas Riedelsheimer.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Jeder glaubt zu wis­sen, was Licht ist“, sagt der Quantenphysiker Daniele Faccio. „Aber dann gräbt man ein biss­chen tie­fer und merkt, dass man kei­ne Ahnung hat.“
    Tracing Light – Die Magie des Lichts erkun­det in fas­zi­nie­ren­den Bildern und Begegnungen das wohl bedeu­tends­te aller Naturphänomene. Thomas Riedelsheimer, des­sen Filme Rivers and Tides und Touch The Sound wir lie­ben, blickt dies­mal mehr als dort auch auf eine künst­le­ri­sche Herangehensweise an das Wesen des Lichts, die mit der Forschung zusam­men­geht. So bringt er her­aus­ra­gen­de Wissen- schaftler:innen mit Künstler:innen zusam­men, die mit Licht arbei­ten, und sich fra­gen: Was ist Licht als Material? Wie ver­hält es sich in sei­ner rät­sel­haf­ten Doppelgestalt als Welle und Teilchen? Verändert sich Licht, wenn wir es sehen? In wel­chem Verhältnis ste­hen Licht, Raum und Zeit? Wie prägt unse­re Wahrnehmung des Lichts unser Verständnis der Welt?
    Im Zusammenspiel mit sei­nen cha­ris­ma­ti­schen Protagonist:innen und der kon­ge­nia­len Filmmusik von Fred Frith (nb – ab 6.3. als WA im Kino: Step across the Border) und Gabby Fluke-Mogul machen Thomas Riedelsheimers fas­zi­nie­ren­de Bilder das Licht in sei­nen unzäh­li­gen Facetten, Erscheinungen und Formen, in all sei­ner Komplexität erfahr­bar.
    „Zwischen den Forscherinnen des Max-Planck-Instituts in Erlangen und der ’Extreme Light Group‚ der Universität Glasgow sowie inter­na­tio­nal renom­mier­ten Künstlerinnen wie Ruth Jarman, Joe Gerhardt, Julie Brook, Johannes Brunner und Raimund Ritz ent­wi­ckelt sich ein intel­lek­tu­ell-poe­ti­sches Pingpong-Spiel. In des­sen Verlauf füh­ren die ver­schie­de­nen Perspektiven auf das Thema Licht auf allen Seiten zu Erkenntnissen, die ohne die­ses metho­di­sche Cross-over kaum ent­stan­den wären: von Laserkraft und Farbpigmenten, von schwar­zen Löchern und schwe­ben­den Skulpturen. In kur­zen Momenten mögen Unkundige sogar eine Vorstellung von den gemein­hin als nicht-dar­stell­bar gel­ten­den Regeln der Quantenphysik bekom­men.“
    Luc-Carolin Ziemann | Dok-Leipzig (Eröffnungsfilm 2024)

    Credits:

    DE/GB 2024, 99 Min., OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Thomas Riedelsheimer

    Musik: Fred Frith, gab­by flu­ke-mogul

    Trailer:
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  • Flow

    Flow

    Ein Film von Gints Zilbalodis.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Gerade noch im üppi­gen Grün des Waldes her­um­ge­streift, hat sich die Katze im Haus gemüt­lich zum Schlafen ein­ge­rollt, als sie ein sich nähern­des Rumoren wahr­nimmt – eine rie­si­ge Wasserwelle flu­tet das Land. Unsere Heldin kann sich knapp auf ein vor­bei­schwim­men­des Segelboot ret­ten. Nun glei­tet sie dahin über das Meer, durch Urwälder, an spit­zen Bergkegeln vor­bei, die aus dem Wasser ragen, an Städten, die wie unwirk­li­che rie­si­ge Paläste aus­se­hen, stets ange­spannt auf­merk­sam, mit einer Mischung aus Neugierde und Furcht.
    Genau wie Gints Zilbalodis, der hier erst­mals mit einem grö­ße­ren Team arbei­tet, muss sich die klei­ne schwar­ze Katze, die bis­her allei­ne leb­te, auf Kooperation ein­stel­len. Mit an Bord kom­men näm­lich eben­falls unfrei­wil­lig ein ver­spiel­ter und gei­zi­ger Lemur, ein schläf­ri­ges Wasserschwein, der immer freund­li­che Golden Retriever, und der ver­letz­te, hilfs­be­rei­te Sekretär. Zum Überleben der Katastrophe müs­sen die fünf sich zusam­men­rau­fen, denn stets und über­all lau­ert Gefahr.
    Das groß­ar­ti­ge an Flow ist, dass die­se Crew nicht ver­mensch­licht wird. Alle behal­ten ihre tie­ri­schen Eigenarten, die sie aller­dings auf der Fahrt modi­fi­zie­ren müs­sen. Die Katze wird muti­ger, der Hund vor­sich­ti­ger, der Lemur lernt zu tei­len, der ver­sto­ße­ne Sekretär über­nimmt die Führung. Nur das Wasserschwein bleibt phleg­ma­tisch wie eh und je.
    Flow ist ver­träumt, episch, bedroh­lich und wun­der­schön. Das Beste von allem ist, dass die Tiere Tiere sind, wort­los und haupt­säch­lich mit ihrer eige­nen Sicherheit und ihrer nächs­ten Mahlzeit beschäf­tigt. Dennoch sind sie gezwun­gen, mit­ein­an­der aus­zu­kom­men, und sie wer­den zu mehr als der Summe ihrer pel­zi­gen und gefie­der­ten Teile. … Der Regisseur die­ser magi­schen Fabel ist Gints Zilbalodis, ein 30-jäh­ri­ger let­ti­scher Animator. Möge Hollywood ihn nie­mals mit Angeboten für Reichtum und Fortsetzungen umwer­ben …“ Ty Burr | Washington Post

    Oscar für den bes­ten Animationsfilm 2025

    Credits:

    LV/FR/BE 2023, 84 Min., ohne Dialog
    Regie: Gints Zilbalodis

    Kamera: Léo Silly Pélissier
    Schnitt: Gints Zilbalodis

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  • Bird

    Bird

    Ein Film von Andrea Arnold.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wer die Filme von Andrea Arnold kennt, weiß, dass sie ihre Figuren liebt.
    Die trau­ern­de CCTV-Sicherheitsbeamtin in Red Road eben­so wie die Jugendlichen der Drückerkolonne in American Honey, die Hip-Hop-Tänzerin Mia in Fish Tank, Catherine und Heathcliff in Wuthering Heights – gleich wie rau, unge­ho­belt oder pro­ble­ma­tisch sie sich ver­hal­ten, immer lässt sie ihnen ihr Leben, nie wür­de sie jeman­den davon vor­füh­ren. Auch Luma, der rea­len Kuh aus Cow, bringt sie vol­len Respekt ent­ge­gen. In Bird beglei­ten wir die 12-jäh­ri­ge Bailey, die zusam­men mit dem Halbbruder bei ihrem durch­ge­knall­ten, viel zu jun­gen Vater Bug in einem her­un­ter­ge­kom­me­nen Wohnblock lebt, und schwer genervt von ihrer Umgebung ist. Dem plötz­lich auf­tau­chen­den Bird, einer merk­wür­di­gen Erscheinung auf der Suche nach sei­ner Familienvergangenheit, begeg­net sie zuerst auch miss­trau­isch und abwei­send. Bald aber wird der melan­cho­li­sche Fremde eine Art Vertrauter für sie, und manch­mal scheint Bailey dann eine ande­re Welt zu betre­ten.
    „Schon in frü­he­ren Filmen hat die Regisseurin Andrea Arnold jun­ge Protagonist:innen in den Fokus genom­men und dabei mit kla­rem, durch­aus auch oft har­tem Blick für bit­te­re sozia­le Realitäten. Zum auf Authentizität set­zen­den Realismus der Britin gesellt sich die­ses Mal durch den von Franz Rogowski irgend­wo zwi­schen naiv und ver­lo­ren ange­leg­ten Titelhelden ein erfreu­li­cher­wei­se nicht zu dick auf­ge­tra­ge­ner magi­scher Realismus. Das kennt man von Arnold sonst so gar nicht, geht hier aber bes­tens auf.
    Mit der Hauptdarstellerin Nykiya Adams gelingt der Regisseurin aber­mals eine ech­te Entdeckung, und nicht zuletzt eine Vielzahl von Tieren – von einer Halluzinogene abson­dern­den Kröte über Pferde und einen Fuchs bis hin zu einem beson­ders bedeu­tungs­vol­len Raben – ver­leiht Bird einen ganz eige­nen Touch. Vor allem aber ist der Film eine erfreu­lich sen­si­ble, ein­falls­rei­che und wie immer bei Arnold auch musi­ka­lisch prä­gnan­te Variante des sonst hin­läng­lich abge­gras­ten Coming of Age-Genres.“ Patrick Heidmann | Cineman

    Credits:

    GB 2023, 119 Min., engl. OmU,
    Regie: Andrea Arnold
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Joe Bini
    mit: Barry Keoghan, Franz Rogowski, Nykiya Adams, Jason Edward Buda, Jasmine Jobson, James Nelson-Joyce
    Kayleigh Frankie Box

    Trailer:
    BIRD l Deutscher OmU Trailer
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  • September & July

    September & July

    Ein Film von Ariane Labed. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Schwestern September (Pascale Kann) und July (Mia Tharia) erschei­nen in Kleidern, die an die Zwillinge aus Stanley Kubricks „The Shining“ erin­nern. Ihre Mutter Sheela (Rakhee Thakrar), eine etwas distan­zier­te Fotografin, hält die­se Szene fest. Bereits hier spürt man die beson­de­re Dynamik, die Regisseurin Ariane Labed in ihrem Debüt-Langfilm September Says erforscht. Die Schwestern sind eng ver­bun­den, obwohl sie unter­schied­li­cher kaum sein könn­ten: September ist beschüt­zend und vor­sich­tig, wäh­rend July mit Neugier und Offenheit auf die Welt blickt. Diese unter­schied­li­chen Persönlichkeiten for­dern ihre Mutter, die das Temperament der bei­den oft nur schwer bän­di­gen kann. Als September von der Schule sus­pen­diert wird, beginnt July ihre Unabhängigkeit zu fes­ti­gen – was Spannungen zwi­schen den bei­den Schwestern aus­löst. Die drei Frauen zie­hen sich schließ­lich in ein altes Ferienhaus in Irland zurück, wo sie sich mit einer Reihe sur­rea­ler Erlebnisse kon­fron­tiert sehen.

    September Says“ ent­fal­tet sich durch Labeds kraft­vol­le Bildsprache, die mit einer psy­cho­lo­gisch dich­ten Atmosphäre und einer Prise schwar­zen Humors spielt. Themen wie weib­li­che Selbstbestimmung und die Weitergabe fami­liä­rer Prägungen zie­hen sich durch die Handlung, ohne in eine klas­si­sche Befreiungsgeschichte zu mün­den. Ariane Labed, die als Schauspielerin durch die Greek New Wave bekannt wur­de, beweist hier ihr Talent als Regisseurin, die das Groteske und das Ungewohnte im Alltäglichen auf­spürt. September Says ist eine kraft­vol­le Erkundung weib­li­cher Welten und fei­er­te sei­ne Weltpremiere in Cannes in der Reihe Un Certain Regard.

    Credits:

    September Says
    FR/GR/IE/DE/UK 2023, 96 Min., engl. OmU
    Regie: Ariane Labed

    Kamera: Balthazar Lab
    Schnitt: Bettina Böhler
    mit: Mia Tharia, Pascale Kann, Rakhee Thakrar

    Trailer:
    September Says – Official Clip
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  • Die Unerwünschten

    Die Unerwünschten

    Ein Film von Ladj Ly.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Film beginnt mit einem rich­ti­gen Knall: genau dann, als er auf den Knopf zur Sprengung eines Wohnblocks drückt, und die­ser mit einer Wolke aus Steinstaub in die Knie geht, erlei­det der Bürgermeister des Quartiers einen Herzinfarkt. Interims-Nachfolger wird Pierre, ein büro­kra­ti­scher Kinderarzt, dem zu der Gegend und den Problemen der Bewohner des poli­tisch unge­lieb­ten Viertels nur wenig mehr ein­fällt, als hart durch­zu­grei­fen. Zunächst mehr aus Überforderung und auf Druck, nimmt er den erst­bes­ten Vorfall zum Anlass, einen Komplex sofort kom­plett eva­ku­ie­ren zu las­sen, und die Bewohner:innen auf die Straße zu set­zen, und das im Dezember. Als Pierre offi­zi­ell zur Wahl auf­ge­stellt wird, beschließt die jun­ge Haby, die als Praktikantin im Archiv des Rathauses arbei­tet und im Viertel wohnt, gegen ihn zu kan­di­die­ren. In ihrer Umgebung gibt es aber auch eini­ge, die nicht mehr an eine Verbesserung ihrer Situation mit lega­len und demo­kra­ti­schen Mitteln glau­ben.
    In sei­nem auf­se­hen­er­re­gen­dem Spielfilm Die Wütenden – Les Misérables war Ladj Ly auch schon in einer Banlieue unter­wegs. Dort auf­ge­wach­sen, kennt er, was er zeigt, und klagt an, was er dort sieht und erlebt. In Die Unerwünschten – Les Indesirables ist weni­ger radi­kal als sein Debüt, aber eben­so enga­giert und wütend. Seine fil­misch umge­setz­ten Beobachtungen sind prä­zi­se, und trotz der klar ver­teil­ten Sympathien ver­fällt er nicht in ein rei­nes Gut-Böse-Schema.
    „Ly insze­niert das Chaos mit Präzision; er sorgt dafür, dass man die Wut spürt, die sich durch die Gemeinschaft zieht, unter­malt sie aber oft mit ruhi­ger Musik und ver­bringt Zeit in den Sitzungssälen, wo die Gewalt im Stillen aus­ge­übt wird, mit Papier und Stiften. Der Film kocht vor Wut dar­über, wie die Hebel der Macht zur Unterdrückung ein­ge­setzt wer­den, aber er ist auch ein Prozessfilm, der die Situation nicht aus­reizt und rela­tiv ruhig bleibt, bis die die Wut schließ­lich über­kocht.“ The Wrap

    Credits:

    Bâtiment 5 / Les Indésirables
    FR 2023, 106 Min., frz. OmU
    Regie:
    Ladj Ly
    Kamera: Julien Poupard
    Schnitt: Flora Volpelière
    mit: Anta Diaw, Alexis Manenti, Aristote Luyindula, Steve Tientcheu, Aurélia Petit

    Trailer:
    BÂTIMENT 5 (Official Trailer, OV/d)
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  • Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte

    Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte

    Ein Film von Klára Tasovská.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein Fotofilm, mon­tiert aus tau­sen­den Aufnahmen der Fotografin Libuše Jarcovjáková, unter­legt mit Texten aus ihren Tagebüchern. Das Kaleidoskop eines erfüll­ten Lebens, hart und uner­bitt­lich abge­run­gen und erkämpft, was mög­lich schien. Ohne sich zu scho­nen, um aus dem Vollen schöp­fen zu kön­nen. All das ist in den schwarz/weißen Momentaufnahmen greif­bar und spür­bar.
    Dem Grau des real exis­tie­ren­den Sozialismus und der Depression nach der Niederschlagung des Prager Frühlings ent­flieht die Fotografin in die Ritzen, die es damals zumin­dest in Prag gab. Weil ihre Eltern als unzu­ver­läs­sig gal­ten, wur­de Libuše Jarcovjáková lan­ge das Studium an der Kunstschule ver­sperrt, sie muss­te sich erst als Arbeiterin bewäh­ren. Schichten in einer Druckerei, dort arbeiten/saufen/schlafen. In Kneipen leben, lan­ge in der ein­zi­gen Schwulenbar am Ort. Sprachkurse für viet­na­me­si­sche Vertragsarbeiter, nackig daheim mit Freunden und noch ein paar Gläser mehr. Die Kamera erlebt alles mit, sach­lich, neu­tral und grob­kör­nig. Durch einen Zufall kommt sie nach Japan und wird Modefotografin, denn das Leben schreibt die schlech­tes­ten Drehbücher. Dabei wird sicht­bar, über welch viel­sei­ti­ges Repertoire sie ver­fügt. Aber geleck­te Modeaufnahmen lie­gen ihr eben nicht und sie fährt zurück. Zu Prag und Tokio gesellt sich schließ­lich West-Berlin, der sur­rea­le Ort, der von Oktober bis April aus­schließ­lich in Grautönen exis­tier­te. Libuše Jarcovjáková arbei­tet hier u.a. als Zimmermädchen, denn als Künstlerin ent­deckt und aner­kannt wird sie erst sehr spät. Noch bin ich nicht… ist ein wil­der Bilderrausch aus der Untersicht, vol­ler Empathie für die, die im Spiegelreflex strah­len.
    In wel­cher Welt lebe ich? Wer bin ich? Wie möch­te ich leben? Aus Libuše Jarcovjákovás Werk von zehn­tau­sen­den Negativen und dut­zen­den Tagebüchern hat die tsche­chi­sche Regisseurin Klára Tasovská einen poe­ti­schen Filmessay mon­tiert. Noch bin ich nicht, wer ich sein möch­te erzählt von einem beson­de­ren Künstlerinnenleben und einer bewe­gen­den Reise in die Freiheit, die sich über sechs Jahrzehnte spannt und von der sowje­tisch „nor­ma­li­sier­ten“ ČSSR der spä­ten 1960er und frü­hen 70er über das Ost-Berlin der 80er bis ins Prag nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und von heu­te führt.

    Credits:

    Ještě nej­sem, kým chci být
    CZ/SK/AU 2024, 90 Min., tsche­chi­sche Originalfassung mit deut­schen Untertiteln
    Regie:
    Klára Tasovská
    Schnitt: Alexander Kashcheev

    Trailer:
    NOCH BIN ICH NICHT, WER ICH SEIN MÖCHTE Trailer Deutsch | German [HD]

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  • Tracing Light – Die Magie des Lichts

    Tracing Light – Die Magie des Lichts

    Ein Film von Thomas Riedelsheimer.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Jeder glaubt zu wis­sen, was Licht ist“, sagt der Quantenphysiker Daniele Faccio. „Aber dann gräbt man ein biss­chen tie­fer und merkt, dass man kei­ne Ahnung hat.“
    Tracing Light – Die Magie des Lichts erkun­det in fas­zi­nie­ren­den Bildern und Begegnungen das wohl bedeu­tends­te aller Naturphänomene. Thomas Riedelsheimer, des­sen Filme Rivers and Tides und Touch The Sound wir lie­ben, blickt dies­mal mehr als dort auch auf eine künst­le­ri­sche Herangehensweise an das Wesen des Lichts, die mit der Forschung zusam­men­geht. So bringt er her­aus­ra­gen­de Wissen- schaftler:innen mit Künstler:innen zusam­men, die mit Licht arbei­ten, und sich fra­gen: Was ist Licht als Material? Wie ver­hält es sich in sei­ner rät­sel­haf­ten Doppelgestalt als Welle und Teilchen? Verändert sich Licht, wenn wir es sehen? In wel­chem Verhältnis ste­hen Licht, Raum und Zeit? Wie prägt unse­re Wahrnehmung des Lichts unser Verständnis der Welt?
    Im Zusammenspiel mit sei­nen cha­ris­ma­ti­schen Protagonist:innen und der kon­ge­nia­len Filmmusik von Fred Frith (nb – ab 6.3. als WA im Kino: Step across the Border) und Gabby Fluke-Mogul machen Thomas Riedelsheimers fas­zi­nie­ren­de Bilder das Licht in sei­nen unzäh­li­gen Facetten, Erscheinungen und Formen, in all sei­ner Komplexität erfahr­bar.
    „Zwischen den Forscherinnen des Max-Planck-Instituts in Erlangen und der ’Extreme Light Group‚ der Universität Glasgow sowie inter­na­tio­nal renom­mier­ten Künstlerinnen wie Ruth Jarman, Joe Gerhardt, Julie Brook, Johannes Brunner und Raimund Ritz ent­wi­ckelt sich ein intel­lek­tu­ell-poe­ti­sches Pingpong-Spiel. In des­sen Verlauf füh­ren die ver­schie­de­nen Perspektiven auf das Thema Licht auf allen Seiten zu Erkenntnissen, die ohne die­ses metho­di­sche Cross-over kaum ent­stan­den wären: von Laserkraft und Farbpigmenten, von schwar­zen Löchern und schwe­ben­den Skulpturen. In kur­zen Momenten mögen Unkundige sogar eine Vorstellung von den gemein­hin als nicht-dar­stell­bar gel­ten­den Regeln der Quantenphysik bekom­men.“
    Luc-Carolin Ziemann | Dok-Leipzig (Eröffnungsfilm 2024)

    Credits:

    DE/GB 2024, 99 Min., OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Thomas Riedelsheimer

    Musik: Fred Frith, gab­by flu­ke-mogul

    Trailer:
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