spk Komplex

Ein Film von Gerd Kroske.

Das 1970 in Heidelberg gegrün­de­te anti­psych­ia­tri­sche Sozialistische Patientenkollektiv (SPK) führ­te indi­vi­du­el­les Leiden auf die kapi­ta­lis­ti­schen Strukturen der Gesellschaft zurück. Es begann als selbst­or­ga­ni­sier­tes grup­pen­the­ra­peu­ti­sches Experiment des Arztes Wolfgang Huber mit Psychiatriepatienten, betrieb Hegel-Lektüre und Einzelagitation, radi­ka­li­sier­te sich poli­tisch und ende­te mit Strafprozessen und dem Abtauchen eini­ger Mitglieder in der RAF. Ein wenig bekann­tes Kapitel west­deut­scher Geschichte wird hier unprä­ten­ti­ös und höchst beein­dru­ckend erschlos­sen. Anhand von auf­wen­dig recher­chier­ten Dokumenten wie Akten des Innenministeriums, der Universität, Pressefotos und TV-Beiträgen, bei Ausflügen nach Stammheim und Italien sowie in Gesprächen mit Ehemaligen von SPK bzw. RAF, Anwälten und Staatsschutz ent­steht ein prä­zi­ses Bild des gesell­schaft­li­chen Klimas im Deutschen Vor-Herbst. Vor allem aber kommt dank der gekonn­ten Gesprächsführung eine ech­te Begegnung mit den Menschen vor der Kamera zustan­de: Wie sie sich und das SPK rück­bli­ckend sehen, wo sie Zeugnisse aus jener Zeit her­vor­kra­men und ob ihr Widerstand ins Heute reicht – auch das geht in Kroskes Geschichtsschreibung ein.


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Credits:
Deutschland 2018, 111 Min., dt., ital. OmU
Regie: Gerd Kroske
Kamera: Susanne Schüle, Anne Misselwitz
Schnitt:Olaf Voigtländer, Stephan Krumbiegel

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Termine:
  • noch kei­ne oder kei­ne mehr 

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