Toxic

Ein Film von Saulė Bliuvaitė.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Die jugend­li­che Marija ver­bringt den Sommer bei ihrer Großmutter in einem Industriegebiet im Hinterland Litauens. Aufgrund ihres Gehfehlers wird sie schnell gemobbt und gerät in eine Prügelei mit der gleich­alt­ri­gen Kristina, die – wie vie­le ande­re Mädchen in die­ser abge­häng­ten Gegend – eine Modelschule besucht. Bald schließt sich auch Marija der kult­ähn­li­chen Institution an. Mit der Aussicht auf eine Karriere in der Modebranche wer­den hier Gefühle von Selbsthass nor­ma­li­siert und Essstörungen sind an der Tagesordnung. Während sich eine inti­me Freundschaft zwi­schen Marija und Kristina ent­wi­ckelt, gera­ten die Mädchen in eine sich immer schnel­ler dre­hen­de Spirale, in der sie ihre Körper auf extre­me Weise missbrauchen.

Beruhend auf eige­nen Erfahrungen offen­bart Regisseurin Saulė Bliuvaitė die toxi­schen Strukturen einer aus­beu­te­ri­schen, patri­ar­cha­len Gesellschaft, mit der vie­le jun­ge Frauen zu kämp­fen haben. Der weib­li­che Körper wird zur Währung, zum mani­pu­lier­ba­ren Objekt – oder viel­leicht doch zum letz­ten Fluchtweg aus einer chan­cen­lo­sen Situation? TOXIC ist von einer inti­men Emotionalität geprägt und bezieht sei­ne Faszination aus dem Gegensatz zwi­schen der Hässlichkeit eines tris­ten Alltags und der Schönheit ech­ter Menschlichkeit und Zuneigung.

(Wichtiger Hinweis: Dieser Film behan­delt Themen im Zusammenhang mit Essstörungen und Körperbildproblemen und beinhal­tet Darstellungen von Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Diese Inhalte könn­ten für Menschen mit einer Essstörung oder einer ent­spre­chen­den Vergangenheit belas­tend sein.
Beratungsstellen fin­den: www.bundesfachverbandessstoerungen.de / www.bzga-essstoerungen.de
Anonyme und kos­ten­freie Onlineberatung: www.ANAD-dialog.de
Hinweis in Kooperation mit ANAD-dia­log erstellt.)

Credits:

Akiplėša
LT 2024, 99 Min., Litauische OmU
Regie: Saulė Bliuvaitė

Kamera: Vytautas Katkus
Schnitt: Ignė Narbutaitė
mit: Ieva Rupeikaitė, Vesta Matulytė, Giedrius Savickas, Vilma Raubaitė, Eglė Gabrėnaitė 

Trailer:
nach oben

Kategorie: Vorstellung

  • Toxic

    Toxic

    Ein Film von Saulė Bliuvaitė.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die jugend­li­che Marija ver­bringt den Sommer bei ihrer Großmutter in einem Industriegebiet im Hinterland Litauens. Aufgrund ihres Gehfehlers wird sie schnell gemobbt und gerät in eine Prügelei mit der gleich­alt­ri­gen Kristina, die – wie vie­le ande­re Mädchen in die­ser abge­häng­ten Gegend – eine Modelschule besucht. Bald schließt sich auch Marija der kult­ähn­li­chen Institution an. Mit der Aussicht auf eine Karriere in der Modebranche wer­den hier Gefühle von Selbsthass nor­ma­li­siert und Essstörungen sind an der Tagesordnung. Während sich eine inti­me Freundschaft zwi­schen Marija und Kristina ent­wi­ckelt, gera­ten die Mädchen in eine sich immer schnel­ler dre­hen­de Spirale, in der sie ihre Körper auf extre­me Weise missbrauchen.

    Beruhend auf eige­nen Erfahrungen offen­bart Regisseurin Saulė Bliuvaitė die toxi­schen Strukturen einer aus­beu­te­ri­schen, patri­ar­cha­len Gesellschaft, mit der vie­le jun­ge Frauen zu kämp­fen haben. Der weib­li­che Körper wird zur Währung, zum mani­pu­lier­ba­ren Objekt – oder viel­leicht doch zum letz­ten Fluchtweg aus einer chan­cen­lo­sen Situation? TOXIC ist von einer inti­men Emotionalität geprägt und bezieht sei­ne Faszination aus dem Gegensatz zwi­schen der Hässlichkeit eines tris­ten Alltags und der Schönheit ech­ter Menschlichkeit und Zuneigung.

    (Wichtiger Hinweis: Dieser Film behan­delt Themen im Zusammenhang mit Essstörungen und Körperbildproblemen und beinhal­tet Darstellungen von Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Diese Inhalte könn­ten für Menschen mit einer Essstörung oder einer ent­spre­chen­den Vergangenheit belas­tend sein.
    Beratungsstellen fin­den: www.bundesfachverbandessstoerungen.de / www.bzga-essstoerungen.de
    Anonyme und kos­ten­freie Onlineberatung: www.ANAD-dialog.de
    Hinweis in Kooperation mit ANAD-dia­log erstellt.)

    Credits:

    Akiplėša
    LT 2024, 99 Min., Litauische OmU
    Regie: Saulė Bliuvaitė

    Kamera: Vytautas Katkus
    Schnitt: Ignė Narbutaitė
    mit: Ieva Rupeikaitė, Vesta Matulytė, Giedrius Savickas, Vilma Raubaitė, Eglė Gabrėnaitė 

    Trailer:
    nach oben
  • Arsenal on location: Hinter den Farben

    Arsenal on location: Hinter den Farben

    Ein Film von Julia Groteclaes. Am 5.5. um 20:00 im fsk
    Anschließend Diskussion mit Julia Groteclaes, Moderation: Birgit Kohler

    [Tickets]

    Die seit zehn Jahren in loser Folge im Arsenal am Potsdamer Platz prä­sen­tier­ten Dokumentarfilmpremieren wer­den im Rahmen von Arsenal on Location im und mit dem fsk Kino am Oranienplatz wei­ter­ge­führt – eine nahe­lie­gen­de Kooperation, weil auch dort das zeit­ge­nös­si­sche Dokumentarfilmschaffen einen fes­ten Platz im Programm hat. Die Reihe wird im Mai mit HINTER DEN FARBEN (D 2024) von Julia Groteclaes fort­ge­setzt. In einem redu­zier­ten Studio-Setting – ein Stuhl vor neu­tra­lem schwar­zem Hintergrund – erzäh­len acht Personen alter­nie­rend eine zuvor vom Blatt abge­le­se­ne Extremerfahrung in der Ich-Form nach: Durch einen Sturz beim Canyoning war der 25-jäh­ri­ge Micha tage­lang im Hohlraum hin­ter einem Wasserfall ein­ge­schlos­sen, unsicht­bar für die Außenwelt. Die Protagonist*innen spie­len sei­ne Rolle, stell­ver­tre­tend, mit der Filmemacherin als Gegenüber, sie kom­men­tie­ren Michas Geschichte aber auch und brin­gen ihre Gefühle und eige­ne Erlebnisse ein.
    (Birgit Kohler)

    DE 2024, 61 Min., dt. OF
    Regie: Julia Groteclaes
    Kamera: Franziska Kabutke
    Schnitt: Wolfgang Purkhauser

    Dieses Programm ist Teil der vom Hauptstadtkulturfonds geförderten Veranstaltungsreihe Arsenal on Location:
  • Oslo-Stories: Liebe

    Oslo-Stories: Liebe

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Dag Johan Haugeruds Trilogie Oslo Stories besteht aus drei jeweils eigen­stän­di­gen Filmen mit einer unab­hän­gi­gen Geschichte. Der Teil Träume („Der mit der Lehrerin“, ab 8.5.) hat gera­de den Goldenen Bären gewon­nen, Sehnsucht heist im Original Sex („Der mit den Dachdeckern“, Panorama 2024, ab 22.5.) und zuerst nun der Teil Liebe („Der mit der Fähre“ Venedig 2024)

    Oslo Stories: LIEBE ist ein roman­ti­scher Film, der Sexualität, Beziehungen und Liebe erforscht und sich um einen schwu­len Krankenpfleger und eine hete­ro­se­xu­el­le Ärztin dreht. In vie­ler­lei Hinsicht ist die­ser Film uto­pisch: Er han­delt vom Streben nach sexu­el­ler und emo­tio­na­ler Nähe zu ande­ren, ohne sich dabei unbe­dingt an die gesell­schaft­li­chen Normen und Konventionen zu hal­ten, die Beziehungen regeln. Die weib­li­che Sexualität, die in vie­len Teilen der Gesellschaft sowohl von Männern als auch von Frauen stän­dig unter die Lupe genom­men und in Frage gestellt wird, ist ein zen­tra­ler Schwerpunkt des Films. Wir haben noch nicht den Punkt erreicht, an dem Frauen Entscheidungen in Bezug auf ihre Sexualität und ihr Liebesleben tref­fen kön­nen, ohne sich ver­tei­di­gen oder erklä­ren zu müs­sen. Der Film deu­tet auch an, dass bestimm­te Erfahrungen und Praktiken inner­halb der homo­se­xu­el­len Gemeinschaft wert­vol­le Erkenntnisse für die Gesellschaft im Allgemeinen bie­ten könn­ten.
    Aber im Kern geht es in dem Film um die Frage, wie man Gutes tun kann. Ich glau­be, dass Fiktion eine ent­schei­den­de Rolle dabei spielt, sich alter­na­ti­ve Welten und Prspektiven vor­zu­stel­len. Sie ermög­licht es den Menschen, sich aus­zu­drü­cken und auf unge­wöhn­li­che Weise zu han­deln. Für mich besteht eine wich­ti­ge Funktion der Fiktion dar­in, neue Denkweisen im wirk­li­chen Leben zu inspi­rie­ren. Mit Oslo Stories: LIEBE – und der gesam­ten Trilogie – war es mein vor­ran­gi­ges Ziel, zu ver­mit­teln, dass neue Denk- und Verhaltensweisen mög­lich sind.

    Dag Johan Haugerud

    Credits:

    Love
    NO 2024, 119 Min, Norwegische OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud
    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad,
    mit: Andrea Bræin Hovig, Tayo Cittadella Jacobsen, Marte Engebrigtsen, Lars Jacob Holm, Thomas Gullestad

    Trailer:
    nach oben
  • Toxic

    Toxic

    Ein Film von Saulė Bliuvaitė.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die jugend­li­che Marija ver­bringt den Sommer bei ihrer Großmutter in einem Industriegebiet im Hinterland Litauens. Aufgrund ihres Gehfehlers wird sie schnell gemobbt und gerät in eine Prügelei mit der gleich­alt­ri­gen Kristina, die – wie vie­le ande­re Mädchen in die­ser abge­häng­ten Gegend – eine Modelschule besucht. Bald schließt sich auch Marija der kult­ähn­li­chen Institution an. Mit der Aussicht auf eine Karriere in der Modebranche wer­den hier Gefühle von Selbsthass nor­ma­li­siert und Essstörungen sind an der Tagesordnung. Während sich eine inti­me Freundschaft zwi­schen Marija und Kristina ent­wi­ckelt, gera­ten die Mädchen in eine sich immer schnel­ler dre­hen­de Spirale, in der sie ihre Körper auf extre­me Weise missbrauchen.

    Beruhend auf eige­nen Erfahrungen offen­bart Regisseurin Saulė Bliuvaitė die toxi­schen Strukturen einer aus­beu­te­ri­schen, patri­ar­cha­len Gesellschaft, mit der vie­le jun­ge Frauen zu kämp­fen haben. Der weib­li­che Körper wird zur Währung, zum mani­pu­lier­ba­ren Objekt – oder viel­leicht doch zum letz­ten Fluchtweg aus einer chan­cen­lo­sen Situation? TOXIC ist von einer inti­men Emotionalität geprägt und bezieht sei­ne Faszination aus dem Gegensatz zwi­schen der Hässlichkeit eines tris­ten Alltags und der Schönheit ech­ter Menschlichkeit und Zuneigung.

    (Wichtiger Hinweis: Dieser Film behan­delt Themen im Zusammenhang mit Essstörungen und Körperbildproblemen und beinhal­tet Darstellungen von Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Diese Inhalte könn­ten für Menschen mit einer Essstörung oder einer ent­spre­chen­den Vergangenheit belas­tend sein.
    Beratungsstellen fin­den: www.bundesfachverbandessstoerungen.de / www.bzga-essstoerungen.de
    Anonyme und kos­ten­freie Onlineberatung: www.ANAD-dialog.de
    Hinweis in Kooperation mit ANAD-dia­log erstellt.)

    Credits:

    Akiplėša
    LT 2024, 99 Min., Litauische OmU
    Regie: Saulė Bliuvaitė

    Kamera: Vytautas Katkus
    Schnitt: Ignė Narbutaitė
    mit: Ieva Rupeikaitė, Vesta Matulytė, Giedrius Savickas, Vilma Raubaitė, Eglė Gabrėnaitė 

    Trailer:
    nach oben
  • Julie bleibt still

    Julie bleibt still

    Ein Film von Leonardo van Dijl.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Julie gilt als eines der größ­ten Nachwuchstalente des bel­gi­schen Tennisverbands. Als ihr Trainer Jérémy wegen frag­wür­di­ger Arbeitsmethoden sus­pen­diert wird, gerät Julies Welt ins Wanken. Eine Untersuchung wird ein­ge­lei­tet, und alle Spielerinnen der Tennisschule sol­len aus­sa­gen. Doch Julie bleibt still.

    Je mehr Menschen um sie her­um die Stimmen erhe­ben, des­to grö­ßer wird der Druck auf sie. Julie sieht sich mit star­ren Machtstrukturen und ihrer eige­nen Ohnmacht kon­fron­tiert. In der Stille wächst die Frage, wie sie ihre eige­ne Stärke fin­den kann in einer Welt, die ihr bis­lang die Regeln dik­tiert hat.

    Leonardo Van Dijls fes­seln­des Regiedebüt erzählt ein­dring­lich von Fremdbestimmung, Machtmissbrauch und den lei­sen, aber tief­grei­fen­den Prozessen weib­li­cher Selbstfindung. „Julie bleibt still“ fei­er­te Weltpremiere im Rahmen der Semaine de la Critique beim Filmfestival von Cannes, wo der Film zwei Preise gewann.

    Credits:

    Julie Keeps Quiet
    BE/SE 2024, 100 Min., Niederländisch-fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Leonardo van Dijl
    Kamera: Nicolas Karakatsanis
    Schnitt: Bert Jacobs
    mit: Tessa Van den Broeck, Grace Biot, Alyssa Lorette, Ruth Becquart, Koen De Bouw,
    Pierre Gervais, Claire Bodson und Laurent Caron

    Trailer:
    nach oben
  • Oslo-Stories: Liebe

    Oslo-Stories: Liebe

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Dag Johan Haugeruds Trilogie Oslo Stories besteht aus drei jeweils eigen­stän­di­gen Filmen mit einer unab­hän­gi­gen Geschichte. Der Teil Träume („Der mit der Lehrerin“, ab 8.5.) hat gera­de den Goldenen Bären gewon­nen, Sehnsucht heist im Original Sex („Der mit den Dachdeckern“, Panorama 2024, ab 22.5.) und zuerst nun der Teil Liebe („Der mit der Fähre“ Venedig 2024)

    Oslo Stories: LIEBE ist ein roman­ti­scher Film, der Sexualität, Beziehungen und Liebe erforscht und sich um einen schwu­len Krankenpfleger und eine hete­ro­se­xu­el­le Ärztin dreht. In vie­ler­lei Hinsicht ist die­ser Film uto­pisch: Er han­delt vom Streben nach sexu­el­ler und emo­tio­na­ler Nähe zu ande­ren, ohne sich dabei unbe­dingt an die gesell­schaft­li­chen Normen und Konventionen zu hal­ten, die Beziehungen regeln. Die weib­li­che Sexualität, die in vie­len Teilen der Gesellschaft sowohl von Männern als auch von Frauen stän­dig unter die Lupe genom­men und in Frage gestellt wird, ist ein zen­tra­ler Schwerpunkt des Films. Wir haben noch nicht den Punkt erreicht, an dem Frauen Entscheidungen in Bezug auf ihre Sexualität und ihr Liebesleben tref­fen kön­nen, ohne sich ver­tei­di­gen oder erklä­ren zu müs­sen. Der Film deu­tet auch an, dass bestimm­te Erfahrungen und Praktiken inner­halb der homo­se­xu­el­len Gemeinschaft wert­vol­le Erkenntnisse für die Gesellschaft im Allgemeinen bie­ten könn­ten.
    Aber im Kern geht es in dem Film um die Frage, wie man Gutes tun kann. Ich glau­be, dass Fiktion eine ent­schei­den­de Rolle dabei spielt, sich alter­na­ti­ve Welten und Prspektiven vor­zu­stel­len. Sie ermög­licht es den Menschen, sich aus­zu­drü­cken und auf unge­wöhn­li­che Weise zu han­deln. Für mich besteht eine wich­ti­ge Funktion der Fiktion dar­in, neue Denkweisen im wirk­li­chen Leben zu inspi­rie­ren. Mit Oslo Stories: LIEBE – und der gesam­ten Trilogie – war es mein vor­ran­gi­ges Ziel, zu ver­mit­teln, dass neue Denk- und Verhaltensweisen mög­lich sind.

    Dag Johan Haugerud

    Credits:

    Love
    NO 2024, 119 Min, Norwegische OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud
    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad,
    mit: Andrea Bræin Hovig, Tayo Cittadella Jacobsen, Marte Engebrigtsen, Lars Jacob Holm, Thomas Gullestad

    Trailer:
    nach oben
  • filmPOLSKA reloaded – Girls‘ Stories

    filmPOLSKA reloaded – Girls‘ Stories

    Dziewczyńskie his­to­rie / Girls‘ Stories

    [Tickets]

    7.5.18:00, Einführung: Bartek Tesarz (Polnisches Institut Berlin)
    PL 2023
    R/B/S: Aga Borzym
    60 min, OmeU
    K: Kachna Baraniewicz
    M: Barbara WrońskaJagoda
    Jagoda und Zuzia gehö­ren zur TikTok-Generation, sind bes­te Freundinnen und ste­hen gera­de an der Schwelle zur Pubertät. Und sie sind Prototypen des­sen, was man gemein­hin als „früh­reif“ bezeich­net – sie sind umfas­send auf­ge­klärt und machen sich tief­grei­fen­de Gedanken über Partnerschaft und Lebensgestaltung, seh­nen aber immer noch ihre ers­te Periode her­bei, die sie end­lich zu Erwachsenen machen soll. Zwischen Spielplatz, Schule und sozia­len Medien beob­ach­ten wir über vie­le Monate hin­weg, wie der Übergang von der Kindheit ins Erwachsenenleben tat­säch­lich Fahrt auf­nimmt und über­ra­schend unter­schied­li­che Entwicklungen in Gang bringt. Denn der Blick auf sich selbst und die Umgebung ver­än­dert sich bei den bei­den Mädchen nicht so gleich­ar­tig, wie es die anfäng­li­che Harmonie ver­mu­ten lässt. Wie zwei Prototypen spie­geln die Charaktere mög­li­che Wege, die man in die­sem Alter ein­schla­gen kann – von frü­her Karriereplanung und bewuss­ter Arbeit am eige­nen Erscheinungsbild über resi­gnier­te Gleichgültigkeit bis zu Essstörungen und psy­chi­schen Problemen. In vie­len klei­nen, auf den ers­ten Blick unspek­ta­ku­lä­ren Szenen mit viel Wortanteil, unter­bro­chen von kur­zen Animationen, zeigt die Regisseurin, wie die Sehnsucht nach dem Erwachsensein lang­sam der puber­tä­ren Desillusionierung und Ratlosigkeit weicht. Dabei bleibt sie stets nah an ihren Protagonistinnen und gibt ihnen den Raum, sich so dar­zu­stel­len, wie sie es wol­len. [Rainer Mende]

    Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem fsk Kino

    GIRLSSTORIES (Dziewczyńskie his­to­rie) trai­ler – Cambridge Film Festival 2024

  • Toxic

    Toxic

    Ein Film von Saulė Bliuvaitė.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die jugend­li­che Marija ver­bringt den Sommer bei ihrer Großmutter in einem Industriegebiet im Hinterland Litauens. Aufgrund ihres Gehfehlers wird sie schnell gemobbt und gerät in eine Prügelei mit der gleich­alt­ri­gen Kristina, die – wie vie­le ande­re Mädchen in die­ser abge­häng­ten Gegend – eine Modelschule besucht. Bald schließt sich auch Marija der kult­ähn­li­chen Institution an. Mit der Aussicht auf eine Karriere in der Modebranche wer­den hier Gefühle von Selbsthass nor­ma­li­siert und Essstörungen sind an der Tagesordnung. Während sich eine inti­me Freundschaft zwi­schen Marija und Kristina ent­wi­ckelt, gera­ten die Mädchen in eine sich immer schnel­ler dre­hen­de Spirale, in der sie ihre Körper auf extre­me Weise missbrauchen.

    Beruhend auf eige­nen Erfahrungen offen­bart Regisseurin Saulė Bliuvaitė die toxi­schen Strukturen einer aus­beu­te­ri­schen, patri­ar­cha­len Gesellschaft, mit der vie­le jun­ge Frauen zu kämp­fen haben. Der weib­li­che Körper wird zur Währung, zum mani­pu­lier­ba­ren Objekt – oder viel­leicht doch zum letz­ten Fluchtweg aus einer chan­cen­lo­sen Situation? TOXIC ist von einer inti­men Emotionalität geprägt und bezieht sei­ne Faszination aus dem Gegensatz zwi­schen der Hässlichkeit eines tris­ten Alltags und der Schönheit ech­ter Menschlichkeit und Zuneigung.

    (Wichtiger Hinweis: Dieser Film behan­delt Themen im Zusammenhang mit Essstörungen und Körperbildproblemen und beinhal­tet Darstellungen von Anorexie, Bulimie und Binge-Eating. Diese Inhalte könn­ten für Menschen mit einer Essstörung oder einer ent­spre­chen­den Vergangenheit belas­tend sein.
    Beratungsstellen fin­den: www.bundesfachverbandessstoerungen.de / www.bzga-essstoerungen.de
    Anonyme und kos­ten­freie Onlineberatung: www.ANAD-dialog.de
    Hinweis in Kooperation mit ANAD-dia­log erstellt.)

    Credits:

    Akiplėša
    LT 2024, 99 Min., Litauische OmU
    Regie: Saulė Bliuvaitė

    Kamera: Vytautas Katkus
    Schnitt: Ignė Narbutaitė
    mit: Ieva Rupeikaitė, Vesta Matulytė, Giedrius Savickas, Vilma Raubaitė, Eglė Gabrėnaitė 

    Trailer:
    nach oben
  • Julie bleibt still

    Julie bleibt still

    Ein Film von Leonardo van Dijl.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Julie gilt als eines der größ­ten Nachwuchstalente des bel­gi­schen Tennisverbands. Als ihr Trainer Jérémy wegen frag­wür­di­ger Arbeitsmethoden sus­pen­diert wird, gerät Julies Welt ins Wanken. Eine Untersuchung wird ein­ge­lei­tet, und alle Spielerinnen der Tennisschule sol­len aus­sa­gen. Doch Julie bleibt still.

    Je mehr Menschen um sie her­um die Stimmen erhe­ben, des­to grö­ßer wird der Druck auf sie. Julie sieht sich mit star­ren Machtstrukturen und ihrer eige­nen Ohnmacht kon­fron­tiert. In der Stille wächst die Frage, wie sie ihre eige­ne Stärke fin­den kann in einer Welt, die ihr bis­lang die Regeln dik­tiert hat.

    Leonardo Van Dijls fes­seln­des Regiedebüt erzählt ein­dring­lich von Fremdbestimmung, Machtmissbrauch und den lei­sen, aber tief­grei­fen­den Prozessen weib­li­cher Selbstfindung. „Julie bleibt still“ fei­er­te Weltpremiere im Rahmen der Semaine de la Critique beim Filmfestival von Cannes, wo der Film zwei Preise gewann.

    Credits:

    Julie Keeps Quiet
    BE/SE 2024, 100 Min., Niederländisch-fran­zö­si­sche OmU
    Regie: Leonardo van Dijl
    Kamera: Nicolas Karakatsanis
    Schnitt: Bert Jacobs
    mit: Tessa Van den Broeck, Grace Biot, Alyssa Lorette, Ruth Becquart, Koen De Bouw,
    Pierre Gervais, Claire Bodson und Laurent Caron

    Trailer:
    nach oben
  • Oslo-Stories: Liebe

    Oslo-Stories: Liebe

    Ein Film von Dag Johan Haugerud.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Dag Johan Haugeruds Trilogie Oslo Stories besteht aus drei jeweils eigen­stän­di­gen Filmen mit einer unab­hän­gi­gen Geschichte. Der Teil Träume („Der mit der Lehrerin“, ab 8.5.) hat gera­de den Goldenen Bären gewon­nen, Sehnsucht heist im Original Sex („Der mit den Dachdeckern“, Panorama 2024, ab 22.5.) und zuerst nun der Teil Liebe („Der mit der Fähre“ Venedig 2024)

    Oslo Stories: LIEBE ist ein roman­ti­scher Film, der Sexualität, Beziehungen und Liebe erforscht und sich um einen schwu­len Krankenpfleger und eine hete­ro­se­xu­el­le Ärztin dreht. In vie­ler­lei Hinsicht ist die­ser Film uto­pisch: Er han­delt vom Streben nach sexu­el­ler und emo­tio­na­ler Nähe zu ande­ren, ohne sich dabei unbe­dingt an die gesell­schaft­li­chen Normen und Konventionen zu hal­ten, die Beziehungen regeln. Die weib­li­che Sexualität, die in vie­len Teilen der Gesellschaft sowohl von Männern als auch von Frauen stän­dig unter die Lupe genom­men und in Frage gestellt wird, ist ein zen­tra­ler Schwerpunkt des Films. Wir haben noch nicht den Punkt erreicht, an dem Frauen Entscheidungen in Bezug auf ihre Sexualität und ihr Liebesleben tref­fen kön­nen, ohne sich ver­tei­di­gen oder erklä­ren zu müs­sen. Der Film deu­tet auch an, dass bestimm­te Erfahrungen und Praktiken inner­halb der homo­se­xu­el­len Gemeinschaft wert­vol­le Erkenntnisse für die Gesellschaft im Allgemeinen bie­ten könn­ten.
    Aber im Kern geht es in dem Film um die Frage, wie man Gutes tun kann. Ich glau­be, dass Fiktion eine ent­schei­den­de Rolle dabei spielt, sich alter­na­ti­ve Welten und Prspektiven vor­zu­stel­len. Sie ermög­licht es den Menschen, sich aus­zu­drü­cken und auf unge­wöhn­li­che Weise zu han­deln. Für mich besteht eine wich­ti­ge Funktion der Fiktion dar­in, neue Denkweisen im wirk­li­chen Leben zu inspi­rie­ren. Mit Oslo Stories: LIEBE – und der gesam­ten Trilogie – war es mein vor­ran­gi­ges Ziel, zu ver­mit­teln, dass neue Denk- und Verhaltensweisen mög­lich sind.

    Dag Johan Haugerud

    Credits:

    Love
    NO 2024, 119 Min, Norwegische OmU
    Regie: Dag Johan Haugerud
    Kamera: Cecilie Semec
    Schnitt: Jens Christian Fodstad,
    mit: Andrea Bræin Hovig, Tayo Cittadella Jacobsen, Marte Engebrigtsen, Lars Jacob Holm, Thomas Gullestad

    Trailer:
    nach oben