Soundtrack to a Coup d’Etat

Ein Film von Johan Grimonprez.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Im Grunde ist die­ser Film eine Zumutung: Er ist lang, schnell und wütend, und er ent­hält eine Überfülle an Informationen. Mit einer unglaub­lich umfang­rei­chen Materialsammlung aus Film- und Fernsehbildern, Reportagen, mit geschicht­li­chem und geo­po­li­ti­schem Hintergrundwissen gelingt hier eine Verdichtung der sechs Monate von der Unabhängigkeit Kongos von Belgien bis zur Ermordung des ers­ten Ministerpräsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Patrice Lumumba. Im Zuge der Dekolonisierung wuchs die Zahl der Mitgliedsstaaten der UN Anfang der 1960er Jahre schnell aufs drei­fa­che an, wodurch ein Machtverlust der bis­he­ri­gen Mitglieder droh­te. Viele der neu­en Staaten wur­den von sozia­lis­ti­schen Regimen unter­stützt, was die west­li­che Seite nicht hin­neh­men konn­te, zumal wert­vol­le Bodenschätze zur Disposition stan­den. Anhand rasan­ter Bild- und Tonmontagen führt Johan Grimonprez eine hoch­in­ter­es­san­te stra­te­gi­sche Antwort der USA vor. Ein beein­dru­cken­des und span­nen­des Werk, auf­wüh­lend und lei­der immer noch aktuell.

Dieser detail­rei­che und fas­zi­nie­ren­de Film springt zwi­schen Zeitebenen und Kontinenten hin und her. Er zeigt, wie die CIA unwis­sen­de Jazzmusiker (z. B. Louis Armstrong) als Ablenkungsmanöver ein­setzt, um ihre poli­ti­schen Einmischungen in ver­schie­de­nen Ländern zu ver­schlei­ern. Es geht um die unglaub­li­che Andrée Blouin – Frauenrechtsaktivistin, Lumumbas Beraterin und Redenschreiberin … .Es gibt Werbeeinblendungen für iPhones und Teslas, die zei­gen, wie die Bodenschätze der Demokratischen Republik Kongo das Land zu einem begehr­ten Ziel für die Kolonialmächte mach­ten, und die die Vergangenheit mit der aktu­el­len Geschichte ver­knüp­fen. Informativ, gründ­lich recher­chiert, aber nie tro­cken oder didak­tisch, ist dies eine phä­no­me­na­le Leistung von Grimonprez, der auch sein eige­nes Land für sei­ne beschä­men­de Rolle in die­ser trau­ri­gen Geschichte zur Rechenschaft zieht.“
Wendy Ide | The Guardian

Credits:


BE/FR/NL 2024, 150 Min., engl., frz. OmU, 

Regie: Johan Grimonprez
Schnitt: Rik Chaubet

mit: Patrice Lumumba, Louis Armstrong, Andrée Blouin, Nina Simone, Nikita Krutschev, Eisenhower, Fidel Castro, Duke Elligton

Trailer:
Soundtrack to a Coup d’Etat – Official Trailer
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A film by Johan Grimonprez. In French and English with German subtitles

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Artist Johan Grimonprez’s new film essay stems from detail­ed rese­arch about some of the machi­na­ti­ons the Western colo­ni­al powers, such as his nati­ve Belgium or the US, came up with to under­mi­ne the African deco­lo­niza­ti­on move­ment. It spe­ci­fi­cal­ly reex­ami­nes the Democratic Republic of the Congo (then Zaire) and its strugg­le for inde­pen­dence in the con­text of the CIA’s histo­ry of arts patro­na­ge, tel­ling how the US Foreign Intelligence agen­cy sent Louis Armstrong as a jazz ambassa­dor to dis­tract from their invol­vement in the ass­as­si­na­ti­on of new­ly elec­ted Prime Minister Patrice Lumumba. Nina Simone was sent on a simi­lar tour of Nigeria by a CIA front orga­niza­ti­on, yet other jazz gre­ats got invol­ved less unwit­tingly. Dizzy Gillespie brief­ly ran for pre­si­dent in 1964 and pro­mi­sed that the White House would be ren­a­med the Blues House, while Abbey Lincoln and Max Roach cra­s­hed the UN Security Council to pro­test Lumumba’s ass­as­si­na­ti­on. Both a his­to­ri­cal pam­phlet and a swin­ging musi­cal com­po­si­ti­on, SOUNDTRACK TO A COUP D’ETAT unfolds like a record’s exten­si­ve slee­ve notes, as the jazz sounds pro­pel and car­ry along facts, figu­res and foot­no­tes of major and minor his­to­ries with them at diz­zy­ing speed. (Antoine Thirion)

Credits:


BE/FR/NL 2024, 150 Min., engl., frz. OmU, 

Regie: Johan Grimonprez, 

mit: Patrice Lumumba, Louis Armstrong, Andrée Blouin, Nina Simone, Nikita Krutschev, Eisenhower, Fidel Castro, Duke Elligton

Trailer:
Soundtrack to a Coup d’Etat – Official Trailer
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