Jeunes Mères – Junge Mütter

Ein Film von Jean-Pierre & Luc Dardenne. 

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Ursprünglich gab es nur die Geschichte einer ein­zel­nen jun­gen Frau, die viel zu früh schwan­ger wird. Nach dem Besuch des Mutter-Kind-Heimes in der Nähe ihres Wohnsitzes in Lieges war den Brüdern Dardenne jedoch klar, was sich ändern wird:
„Wir gin­gen zu die­sem Haus, das ein Heim für min­der­jäh­ri­ge Frauen war. Wir gin­gen mehr­mals hin, um Informationen zu sam­meln. Wir spra­chen viel mit den Betreuerinnen. Es gab kei­ne Männer. Es gab nur Frauen. Es war eine rein weib­li­che Umgebung. Mit der Leiterin, einer Psychologin, ver­brach­ten wir viel Zeit dort. Wir waren fas­zi­niert von dem Lebensgefühl, das wir dort spür­ten, auch wenn es natür­lich auch Probleme gab. Es war kein Paradies. Aber es gab dort die­se Art von Lebenskraft, die uns sowohl ansporn­te als auch anzog. Und dann sag­ten wir zuein­an­der: „Wir müs­sen den Film hier dre­hen.“ Es war die­ses Gefühl, dass das Leben vor­an­schrei­tet, sich unsi­cher wei­ter­ent­wi­ckelt, und die Zerbrechlichkeit davon – das hat uns beflü­gelt.
Dieser Ort steht in Beziehung zu der Gewalt, aus der all die­se Teenager kom­men – aus häus­li­cher Gewalt, Armut, zer­bro­che­nen Familien, wo die jün­ge­ren Generationen das repro­du­zie­ren, was die älte­ren getan haben. Und die­se Einrichtung schien sich für uns gegen all die­se zykli­sche Fortsetzung anzu­kämp­fen. Dieses Haus ist ein Zufluchtsort, an dem sie sicher sein kön­nen, aber es ist mehr als das: Es ist ein Ort, der Leben ver­än­dert.“ So erwei­ter­te sich der Kreis von einer auf fünf jun­ge Mütter, die mit ihrer neu­en Rolle, ihrer Verantwortung und sehr vie­len Hürden zu kämp­fen haben: Perla, Jessica, Ariane, July und Naïma.

Fast doku­men­ta­risch beglei­ten wir sie dabei, wie sie ein­an­der Solidarität geben und in ihren Beziehungen zu ihren Partnern und ihren Müttern ent­täuscht und ver­letzt wer­den, Fehler machen und über sich hin­aus wach­sen. Sie kämp­fen auf sehr unter­schied­li­che Weise mit fami­liä­ren Traumata und der Verantwortung, jun­ge Mütter zu sein. Dabei tref­fen sie Entscheidungen, die nicht nur ihr eige­nes Leben, son­dern auch das Leben ihrer Kinder lang­fris­tig beein­flus­sen und prä­gen.
Jeunes mères – Junge Mütter besticht durch einen Mix aus Freude, Liebe, Trauer und Enttäuschung, aus Nähe, Distanz und weib­li­cher Solidarität.“
Lea Lünenborg | Filmlöwin

Credits:

BE 2025, 105 Min., franz. OmU
Regie: Jean-Pierre & Luc Dardenne
Kamera: Benoît Dervaux
Schnitt: Tristan Meunier
mit: Babette Verbeek, Elsa Houben, Janaïna Halloy Fokan, Lucie Laruelle, Samia Hilmi

Trailer:
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