Father Mother Sister Brother

Ein Film von Jim Jarmusch. Ab 26.2. im fsk. 

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Jim Jarmusch konn­te es selbst kaum glau­ben, als sein Film in Venedig mit dem Goldenen Löwen aus­ge­zeich­net wur­de, und man­che Filmkritik zeug­te auch von Irritation. Als zu wenig über­wäl­ti­gend, zu unauf­ge­regt und daher löwen-unwür­dig wur­de FMSB ein­ge­stuft. Dabei macht doch gera­de das von fei­nem Humor durch­zo­ge­ne Hintergründige, mit dem von drei Familien erzählt wird, die Stärke aus.
In Teil eins besu­chen die Geschwister Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik) nach zwei Jahren Pause gemein­sam ihren weit­ab in New Jersey leben­den Vater (Tom Waits). Beide schät­zen den Vater als bedürf­tig und ein­sam ein, aber der hat eine ganz eige­ne Agenda.
In Dublin fin­det in Episode zwei das jähr­li­che Treffen der unglei­chen Schwestern Timothea (Cate Blanchett) und Lilith (Vicky Krieps) mit ihrer Mutter (Charlotte Rampling) statt. Die Bestsellerautorin psy­cho­lo­gi­scher Ratgeber domi­niert am exqui­sit gedeck­ten Kaffeetisch auch jetzt noch ihre erwach­se­nen Töchter.
Im letz­ten Teil tref­fen sich die Zwillinge Kye (Indya Moore) und Billy (Luka Sabbat) in Paris, um nach dem Unfalltod der Eltern deren Wohnung auf­zu­lö­sen, und ent­de­cken man­che Geheimnisse. Der Vertrautheit unter­ein­an­der konn­te weder räum­li­che noch zeit­li­che Distanz etwas anha­ben, und so endet der Reigen mit war­mer Melancholie.
„Jarmusch in Reinform: kei­ne Sentimentalität, kei­ne fal­sche Dramatik, statt­des­sen die stil­le Rebellion der Pause, das Gedicht in den Zwischenräumen, die Erkenntnis, dass Familie eben­so Gefängnis wie Rettung sein kann. Wer ihn als „klein“ abtut, hat nicht ver­stan­den, dass gera­de die kleins­ten Filme manch­mal die größ­ten Risse hin­ter­las­sen.“ kino-zeit
„Ich habe schon häu­fi­ger epi­so­dische Filme gedreht. Mir gefällt, dass es kei­nen Star gibt, son­dern allen Figuren die glei­che Bedeutung zukommt. … Ich mag es nicht, wenn man einen Film wie Father Mother Sister Brother bloß als Aneinanderreihung von Kurzfilmen sieht. Denn wenn schon nicht inhalt­lich, dann besteht doch emo­tio­nal eine Verbindung zwi­schen den drei Geschichten. Der letz­te Teil über die Geschwister in Paris könn­te sei­ne emo­tio­na­le Wirkung gar nicht ent­fal­ten, hät­te es nicht vor­her die bei­den ande­ren Episoden gege­ben.“
J.J. im epd-Interview

Credits:

US,FR,IT,DE,IR 2025, 110 Min., Englisch OmU
Regie: Jim Jarmusch
Kamera: Frederick Elmes, Yorick Le Saux
Schnitt: Affonso Gonçalves
mit: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene, Indya Moore, Luka Sabbat, Françoise Lebrun

Trailer:
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