No Other Land

Ein Film von Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Basel Adra, ein jun­ger paläs­ti­nen­si­scher Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit sei­ner Kindheit gegen die Vertreibung sei­ner Gemeinschaft durch die israe­li­sche Besatzung. Er doku­men­tiert die schritt­wei­se Auslöschung der Dörfer sei­ner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israe­li­schen Regierung nach und nach Häuser abrei­ßen und ihre Bewohnerinnen ver­trei­ben. Irgendwann begeg­net er Yuval, einem israe­li­schen Journalisten, der ihn in sei­nen Bemühungen unter­stützt. Eine unwahr­schein­li­che Allianz ent­steht. Die Beziehung der bei­den wird durch die enor­me Ungleichheit zwi­schen ihnen zusätz­lich belas­tet: Basel lebt unter mili­tä­ri­scher Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines paläs­ti­nen­sisch-israe­li­schen Kollektivs vie­rer jun­ger Aktivist*innen ent­stand als Akt des krea­ti­ven Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit.
Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024

Credits:

PS/NO 2024, 95 Min., Arabisch, Hebräisch, Englisch OmU
Regie & Schnitt: Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor

Kamera: Rachel Szor 

Trailer:
nach oben

Archiv: Termine

  • No Other Land

    No Other Land

    Ein Film von Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Basel Adra, ein jun­ger paläs­ti­nen­si­scher Aktivist aus Masafer Yatta im Westjordanland, kämpft seit sei­ner Kindheit gegen die Vertreibung sei­ner Gemeinschaft durch die israe­li­sche Besatzung. Er doku­men­tiert die schritt­wei­se Auslöschung der Dörfer sei­ner Heimatregion, wo Soldatinnen im Auftrag der israe­li­schen Regierung nach und nach Häuser abrei­ßen und ihre Bewohnerinnen ver­trei­ben. Irgendwann begeg­net er Yuval, einem israe­li­schen Journalisten, der ihn in sei­nen Bemühungen unter­stützt. Eine unwahr­schein­li­che Allianz ent­steht. Die Beziehung der bei­den wird durch die enor­me Ungleichheit zwi­schen ihnen zusätz­lich belas­tet: Basel lebt unter mili­tä­ri­scher Besatzung, Yuval frei und ohne Einschränkungen. Der Film eines paläs­ti­nen­sisch-israe­li­schen Kollektivs vie­rer jun­ger Aktivist*innen ent­stand als Akt des krea­ti­ven Widerstands auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit.
    Berlinale Dokumentarfilmpreis 2024

    Credits:

    PS/NO 2024, 95 Min., Arabisch, Hebräisch, Englisch OmU
    Regie & Schnitt: Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham, Rachel Szor

    Kamera: Rachel Szor 

    Trailer:
    nach oben
  • Black Dog

    Black Dog

    Ein Film von Guan Hu.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Geschichte der lang­sa­men Annäherung zwi­schen zwei Außenseitern, dem eigen­wil­li­gen Lang und einem schwar­zen Hund, wur­de in Cannes die­ses Jahr mit dem Hauptpreis in der Sektion „Un cer­tain regard“ aus­ge­zeich­net. Xin, der Hund, bekam zudem die begehr­te „Dog-Palm“.
    Lang saß vie­le Jahre im Gefängnis, jetzt kehrt er in sei­nen Heimatort am Rande der Wüster Gobi zurück. Wir wer­den den Einzelgänger aller­dings noch als völ­lig ver­schie­den ken­nen­ler­nen von dem, was die eige­nen Vorurteile uns dik­tie­ren.
    Die Umgebung, in die er zurück­kehrt, ist schwer von Umgestaltung betrof­fen, denn die bedeu­tet fast immer Abriss. Zwar fin­det die Olympiade – der Film spielt 2008 – woan­ders statt, aber auch in den nicht nur im räum­li­chen Sinn fer­nen glit­zern­den Großstädte muss jetzt „auf­ge­räumt“ wer­den. Betroffen davon sind auch die vie­len streu­nen­den Hunde. Ein Tier mit beson­ders schwar­zem Fell ent­wischt den Fängern immer wie­der, da wird ihm die Tollwut ange­dich­tet und ein Preis für ihn aus­ge­setzt. Lang fühlt sich dem wider­spens­ti­gen Wesen ver­wandt und nimmt es, nicht ohne Blessuren zu erlei­den, zu sich. Beide müs­sen nun schau­en, wie es für sie wei­ter­ge­hen kann.
    Regisseur Guan Hu zähl­te zusam­men mit u.a. Zhang Yuan, Wang Xiaoshuai, He Jianjun, Jia Zhang-Ke und Yu Le zur soge­nann­ten 6. Generation chi­ne­si­scher Filmemacher*innen, die es sich erlaub­ten, in ihren Filmen auch mit poli­ti­schem Blick das Alltagsleben unge­schönt dar­zu­stel­len. Nach meh­re­ren Großprojekten scheint Black Dog – Weggefährten sein Schritt zurück zu den Anfängen zu sein.
    „Auch Black Dog setzt zwar durch­aus hier und da klei­ne Spitzen gegen die offi­zi­el­le Fortschrittsrhetorik Chinas, ist aber ins­ge­samt kein sub­ver­si­ver Film. Indem er das Leid und das Freiheitsbedürfnis der Menschen auf das Leid und das Freiheitsbedürfnis der Tiere über­trägt, wird bei­des erträg­li­cher und uni­ver­sel­ler. Traurige Hundeaugen bli­cken über­all auf der Welt gleich. Später tau­chen außer­dem noch ande­re Tiere auf, Tiger und Schlangen, sowie eine Bauchtänzerin, die ein Auge auf Lang wirft und dem ansons­ten ziem­lich männ­lich domi­nier­ten Film durch­aus gut­tut. Wie man über­haupt Black Dog sei­ne rühr­se­li­ge Schlagseite kei­nes­wegs zum Vorwurf machen muss. Das Kino hat nicht die Pflicht, immer gleich das Regime stür­zen zu wol­len. Manchmal genügt es voll­auf, eine her­zens­war­me – und wirk­lich wun­der­schön foto­gra­fier­te – Ballade von einem Mann und einem Hund zu erzäh­len.“ Lukas Foerster | Die Presse

    Cannes 2024 – Un Certain Regard Preis

    Credits:

    CN 2024, 110 Min., Mandarin OmU
    Regie: Guan Hu
    Kamera: Gao Weizhe
    mit
    Eddie Peng, Zhangke Jia, Jing Liang

    Trailer:
    BLACK DOGWEGGEFÄHRTEN | offi­zi­el­ler Trailer mit Dt. Untertiteln | ab 12. Dezember im Kino
    nach oben
  • All we imagine as light

    All we imagine as light

    Ein Film von Payal Kapadia.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Es war der ers­te indi­sche Film seit 30 Jahren, der in den Wettbewerb des Filmfestes in Cannes ein­ge­la­den wur­de. In ihrem Spielfilmdebüt the­ma­ti­siert die Dokumentarfilmerin Payal Kapadia die öko­no­mi­schen Ungleichheiten Indiens und nimmt uns mit in die Megacity Mumbai. Hier gilt ihr Blick drei Frauen, die in einem Krankenhaus arbei­ten. Die zurück­hal­ten­de Pflegerin Prabha lebt in ihrer Arbeit, die sie mit Ruhe und Sorgfalt bewäl­tigt. Der ihr zunächst unbe­kann­te Mann, mit dem sie eine arran­gier­ten Ehe ein­ging, ver­ließ sie kurz nach der Trauung Richtung Deutschland, der Arbeit wegen, und hat sich seit­dem nicht mehr gemel­det. Die Wohnung teilt sie sich des­halb seit eini­ger Zeit mit ihrer jün­ge­ren Kollegin Anu. Die ist leb­haft, risi­ko­freu­dig und frisch ver­liebt, in Shiaz, einen Mann mit der fal­schen Religion. Die Schwierigkeiten mit der Familie und die Gerüchteküche im Krankenhaus sor­gen Anu wenig, wohl aber, dass sie mit dem Geliebten nie und nir­gend­wo allein sein kann. Für Prabha hin­ge­gen schwärmt offen­sicht­lich ein Arzt, für sie aber gilt das Ehegelöbnis. Als die Post aller­dings einen Reiskocher aus Deutschland bei ihr ablie­fert, ohne Absender oder Gruß, fragt sie sich schon, was die­se ers­te Nachricht seit drei Jahren bedeu­ten könn­te – viel­leicht ist es doch eine Art Abfindung, ein Vorbote der Trennung?
    Die drit­te Frau ist Parvaty, Köchin im Krankenhaus und Prabhas bes­te Freundin. Ihr droht nach dem Tod des Ehemanns der Verlust der Wohnung, denn er hat ihr kei­ne Papiere hin­ter­las­sen, die die Rechte klä­ren. Prabha ver­sucht ihr zu hel­fen, aber sie sind chan­cen­los. Resigniert ver­lässt Parvaty Mumbai und zieht zurück in ihr Heimatdorf. Dort besu­chen sie Prabha und Anu, und die­se Tage wer­den zu einem ganz beson­de­ren Erlebnis.
    Trotz der doku­men­ta­ri­schen Sicht und aller Authentizität wirkt „All we ima­gi­ne as Light“ stets wie unwirk­lich und ver­zau­bert, viel­leicht aber auch nur aus west­li­cher Sicht.

    Kino, das im bes­ten Sinne den Blick auf ande­re Welten öff­net“ schreibt programmkino.de dazu. Unzweifelhaft ist jedoch, dass er ganz wun­der­bar eine Entwicklung hin zu weib­li­cher Solidarität und immer mehr Selbstbewusstsein aufzeichnet.

    Sehnsüchtig such­te man [im Wettbewerb der 77. Filmfestspiele von Cannes] nach einem Film, der sich auf die Schönheit, die ele­men­ta­re Kraft des Kinos ver­ließ. Und er kam dann auch. „All we ima­gi­ne as Light“ von der indi­schen Regisseurin Payal Kapadia folgt drei Frauen, die als Krankenschwestern und Köchin in einem Krankenhaus in Mumbai arbei­ten. Mit einer ruhi­gen Kamera glei­tet man in drei Leben hin­ein. Zwischen Schichtarbeit, Kochen und Einkaufen geht es um die Dinge des Lebens.
    „All we ima­gi­ne as Light“ bekam in Cannes den Großen Preis der Jury, und die­ser berüh­ren­de Film, ein wahr­haf­ti­ger Lichtblick, zeigt, was Kino sein kann: Alles, was wir uns als Licht vor­stel­len.“ Katja Nikodemus | Die Zeit

    Wettbewerb Cannes Filmfestival 2024. Mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

    Credits:

    IN, FR, NL, LU 2024, 114 Min., Malayalam, Hindi OmU
    Regie: Payal Kapadia
    Kamera: Rabadir Das
    Schnitt: Clément Pinteaux
    mit Kani Kusruti, Divya Prabha, Chhaya Kadam, Hridhu Haroon 

    Trailer:
    nach oben
  • The Outrun

    The Outrun

    Ein Film von Nora Fingscheidt 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach mehr als zehn Jahren kehrt Rona in ihre Heimat auf den ent­le­ge­nen Orkneyinseln zurück. Während sie die ein­zig­ar­ti­ge, raue Landschaft, in der sie auf­ge­wach­sen ist, wie­der­ent­deckt, ver­mi­schen sich ihre Kindheitserinnerungen mit sol­chen aus der letz­ten, von Sucht gepräg­ten Zeit. Ihr dama­li­ger Aufbruch in die Stadt und die fol­gen­den aus­schwei­fen­den Jahre in London mün­de­ten in einem schmerz­haf­ten Absturz. Doch nach und nach wird die Begegnung mit den ver­wun­sche­nen, wind­ge­peitsch­ten Küsten der Inseln zu einer Chance auf ein neu­es Leben.
    Nora Fingscheidts Adaption von Amy Liptrots auto­bio­gra­fi­schem Bestseller blickt in erschüt­tern­den Rückblenden auf die Abwärtsspirale, die Rona in London durch­lebt, und auf ihre Zeit in einem stren­gen Entzugsprogramm. Im Zentrum des Films steht jedoch ihre Befreiung von per­sön­li­chen Dämonen durch die Verbindung mit der Natur der Heimat ihrer Kindheit.
    „Gerade durch die Verweigerung ein­fa­cher Antworten und die kon­se­quen­te Konzentration auf die Alltäglichkeit des Kampfes sei­ner Protagonistin ent­wi­ckelt The Outrun eine stil­le, aber nach­drück­li­che Kraft. Besonders in den intro­spek­ti­ven Momenten gelingt es Saoirse Ronan, ihrer Figur eine beein­dru­cken­de Menschlichkeit zu ver­lei­hen. Die Hoffnung, die ihre Rona am Ende emp­fin­det, mag klein sein – aber sie ist echt. Und genau dar­in liegt die Stärke die­ses ein­dring­li­chen Porträts eines Heilungsprozesses.“ Arabella Wintermayr | taz

    Credits:

    GB/DE 2024, 117 Min., engl. OmU
    Regie: Nora Fingscheidt
    Kamera: Yunus Roy Imer
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit Saoirse Ronan, Paapa Essiedu, Stephen Dillane, Saskia Reeves, Nabil Elouahabi, Izuka Hoyle, Lauren Lyle 

    Trailer:
    nach oben
  • Black Dog

    Black Dog

    Ein Film von Guan Hu.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Geschichte der lang­sa­men Annäherung zwi­schen zwei Außenseitern, dem eigen­wil­li­gen Lang und einem schwar­zen Hund, wur­de in Cannes die­ses Jahr mit dem Hauptpreis in der Sektion „Un cer­tain regard“ aus­ge­zeich­net. Xin, der Hund, bekam zudem die begehr­te „Dog-Palm“.
    Lang saß vie­le Jahre im Gefängnis, jetzt kehrt er in sei­nen Heimatort am Rande der Wüster Gobi zurück. Wir wer­den den Einzelgänger aller­dings noch als völ­lig ver­schie­den ken­nen­ler­nen von dem, was die eige­nen Vorurteile uns dik­tie­ren.
    Die Umgebung, in die er zurück­kehrt, ist schwer von Umgestaltung betrof­fen, denn die bedeu­tet fast immer Abriss. Zwar fin­det die Olympiade – der Film spielt 2008 – woan­ders statt, aber auch in den nicht nur im räum­li­chen Sinn fer­nen glit­zern­den Großstädte muss jetzt „auf­ge­räumt“ wer­den. Betroffen davon sind auch die vie­len streu­nen­den Hunde. Ein Tier mit beson­ders schwar­zem Fell ent­wischt den Fängern immer wie­der, da wird ihm die Tollwut ange­dich­tet und ein Preis für ihn aus­ge­setzt. Lang fühlt sich dem wider­spens­ti­gen Wesen ver­wandt und nimmt es, nicht ohne Blessuren zu erlei­den, zu sich. Beide müs­sen nun schau­en, wie es für sie wei­ter­ge­hen kann.
    Regisseur Guan Hu zähl­te zusam­men mit u.a. Zhang Yuan, Wang Xiaoshuai, He Jianjun, Jia Zhang-Ke und Yu Le zur soge­nann­ten 6. Generation chi­ne­si­scher Filmemacher*innen, die es sich erlaub­ten, in ihren Filmen auch mit poli­ti­schem Blick das Alltagsleben unge­schönt dar­zu­stel­len. Nach meh­re­ren Großprojekten scheint Black Dog – Weggefährten sein Schritt zurück zu den Anfängen zu sein.
    „Auch Black Dog setzt zwar durch­aus hier und da klei­ne Spitzen gegen die offi­zi­el­le Fortschrittsrhetorik Chinas, ist aber ins­ge­samt kein sub­ver­si­ver Film. Indem er das Leid und das Freiheitsbedürfnis der Menschen auf das Leid und das Freiheitsbedürfnis der Tiere über­trägt, wird bei­des erträg­li­cher und uni­ver­sel­ler. Traurige Hundeaugen bli­cken über­all auf der Welt gleich. Später tau­chen außer­dem noch ande­re Tiere auf, Tiger und Schlangen, sowie eine Bauchtänzerin, die ein Auge auf Lang wirft und dem ansons­ten ziem­lich männ­lich domi­nier­ten Film durch­aus gut­tut. Wie man über­haupt Black Dog sei­ne rühr­se­li­ge Schlagseite kei­nes­wegs zum Vorwurf machen muss. Das Kino hat nicht die Pflicht, immer gleich das Regime stür­zen zu wol­len. Manchmal genügt es voll­auf, eine her­zens­war­me – und wirk­lich wun­der­schön foto­gra­fier­te – Ballade von einem Mann und einem Hund zu erzäh­len.“ Lukas Foerster | Die Presse

    Cannes 2024 – Un Certain Regard Preis

    Credits:

    CN 2024, 110 Min., Mandarin OmU
    Regie: Guan Hu
    Kamera: Gao Weizhe
    mit
    Eddie Peng, Zhangke Jia, Jing Liang

    Trailer:
    BLACK DOGWEGGEFÄHRTEN | offi­zi­el­ler Trailer mit Dt. Untertiteln | ab 12. Dezember im Kino
    nach oben
  • All we imagine as light

    All we imagine as light

    Ein Film von Payal Kapadia.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Es war der ers­te indi­sche Film seit 30 Jahren, der in den Wettbewerb des Filmfestes in Cannes ein­ge­la­den wur­de. In ihrem Spielfilmdebüt the­ma­ti­siert die Dokumentarfilmerin Payal Kapadia die öko­no­mi­schen Ungleichheiten Indiens und nimmt uns mit in die Megacity Mumbai. Hier gilt ihr Blick drei Frauen, die in einem Krankenhaus arbei­ten. Die zurück­hal­ten­de Pflegerin Prabha lebt in ihrer Arbeit, die sie mit Ruhe und Sorgfalt bewäl­tigt. Der ihr zunächst unbe­kann­te Mann, mit dem sie eine arran­gier­ten Ehe ein­ging, ver­ließ sie kurz nach der Trauung Richtung Deutschland, der Arbeit wegen, und hat sich seit­dem nicht mehr gemel­det. Die Wohnung teilt sie sich des­halb seit eini­ger Zeit mit ihrer jün­ge­ren Kollegin Anu. Die ist leb­haft, risi­ko­freu­dig und frisch ver­liebt, in Shiaz, einen Mann mit der fal­schen Religion. Die Schwierigkeiten mit der Familie und die Gerüchteküche im Krankenhaus sor­gen Anu wenig, wohl aber, dass sie mit dem Geliebten nie und nir­gend­wo allein sein kann. Für Prabha hin­ge­gen schwärmt offen­sicht­lich ein Arzt, für sie aber gilt das Ehegelöbnis. Als die Post aller­dings einen Reiskocher aus Deutschland bei ihr ablie­fert, ohne Absender oder Gruß, fragt sie sich schon, was die­se ers­te Nachricht seit drei Jahren bedeu­ten könn­te – viel­leicht ist es doch eine Art Abfindung, ein Vorbote der Trennung?
    Die drit­te Frau ist Parvaty, Köchin im Krankenhaus und Prabhas bes­te Freundin. Ihr droht nach dem Tod des Ehemanns der Verlust der Wohnung, denn er hat ihr kei­ne Papiere hin­ter­las­sen, die die Rechte klä­ren. Prabha ver­sucht ihr zu hel­fen, aber sie sind chan­cen­los. Resigniert ver­lässt Parvaty Mumbai und zieht zurück in ihr Heimatdorf. Dort besu­chen sie Prabha und Anu, und die­se Tage wer­den zu einem ganz beson­de­ren Erlebnis.
    Trotz der doku­men­ta­ri­schen Sicht und aller Authentizität wirkt „All we ima­gi­ne as Light“ stets wie unwirk­lich und ver­zau­bert, viel­leicht aber auch nur aus west­li­cher Sicht.

    Kino, das im bes­ten Sinne den Blick auf ande­re Welten öff­net“ schreibt programmkino.de dazu. Unzweifelhaft ist jedoch, dass er ganz wun­der­bar eine Entwicklung hin zu weib­li­cher Solidarität und immer mehr Selbstbewusstsein aufzeichnet.

    Sehnsüchtig such­te man [im Wettbewerb der 77. Filmfestspiele von Cannes] nach einem Film, der sich auf die Schönheit, die ele­men­ta­re Kraft des Kinos ver­ließ. Und er kam dann auch. „All we ima­gi­ne as Light“ von der indi­schen Regisseurin Payal Kapadia folgt drei Frauen, die als Krankenschwestern und Köchin in einem Krankenhaus in Mumbai arbei­ten. Mit einer ruhi­gen Kamera glei­tet man in drei Leben hin­ein. Zwischen Schichtarbeit, Kochen und Einkaufen geht es um die Dinge des Lebens.
    „All we ima­gi­ne as Light“ bekam in Cannes den Großen Preis der Jury, und die­ser berüh­ren­de Film, ein wahr­haf­ti­ger Lichtblick, zeigt, was Kino sein kann: Alles, was wir uns als Licht vor­stel­len.“ Katja Nikodemus | Die Zeit

    Wettbewerb Cannes Filmfestival 2024. Mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

    Credits:

    IN, FR, NL, LU 2024, 114 Min., Malayalam, Hindi OmU
    Regie: Payal Kapadia
    Kamera: Rabadir Das
    Schnitt: Clément Pinteaux
    mit Kani Kusruti, Divya Prabha, Chhaya Kadam, Hridhu Haroon 

    Trailer:
    nach oben
  • The Outrun

    The Outrun

    Ein Film von Nora Fingscheidt 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach mehr als zehn Jahren kehrt Rona in ihre Heimat auf den ent­le­ge­nen Orkneyinseln zurück. Während sie die ein­zig­ar­ti­ge, raue Landschaft, in der sie auf­ge­wach­sen ist, wie­der­ent­deckt, ver­mi­schen sich ihre Kindheitserinnerungen mit sol­chen aus der letz­ten, von Sucht gepräg­ten Zeit. Ihr dama­li­ger Aufbruch in die Stadt und die fol­gen­den aus­schwei­fen­den Jahre in London mün­de­ten in einem schmerz­haf­ten Absturz. Doch nach und nach wird die Begegnung mit den ver­wun­sche­nen, wind­ge­peitsch­ten Küsten der Inseln zu einer Chance auf ein neu­es Leben.
    Nora Fingscheidts Adaption von Amy Liptrots auto­bio­gra­fi­schem Bestseller blickt in erschüt­tern­den Rückblenden auf die Abwärtsspirale, die Rona in London durch­lebt, und auf ihre Zeit in einem stren­gen Entzugsprogramm. Im Zentrum des Films steht jedoch ihre Befreiung von per­sön­li­chen Dämonen durch die Verbindung mit der Natur der Heimat ihrer Kindheit.
    „Gerade durch die Verweigerung ein­fa­cher Antworten und die kon­se­quen­te Konzentration auf die Alltäglichkeit des Kampfes sei­ner Protagonistin ent­wi­ckelt The Outrun eine stil­le, aber nach­drück­li­che Kraft. Besonders in den intro­spek­ti­ven Momenten gelingt es Saoirse Ronan, ihrer Figur eine beein­dru­cken­de Menschlichkeit zu ver­lei­hen. Die Hoffnung, die ihre Rona am Ende emp­fin­det, mag klein sein – aber sie ist echt. Und genau dar­in liegt die Stärke die­ses ein­dring­li­chen Porträts eines Heilungsprozesses.“ Arabella Wintermayr | taz

    Credits:

    GB/DE 2024, 117 Min., engl. OmU
    Regie: Nora Fingscheidt
    Kamera: Yunus Roy Imer
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit Saoirse Ronan, Paapa Essiedu, Stephen Dillane, Saskia Reeves, Nabil Elouahabi, Izuka Hoyle, Lauren Lyle 

    Trailer:
    nach oben
  • Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Ein Film von Charly Hübner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Charly Hübner hat einen Film über ELEMENT OF CRIME gedreht.
    Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENT OF CRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusam­men Musik macht. Er folgt der Band auf einer klei­nen Tour durch Berlin, die eigens zu die­sem Zweck orga­ni­siert wur­de und die vom klei­nen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größ­ten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führ­te, immer mit aus­ge­such­tem Support.
    Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nost­al­gisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exis­tie­ren­de Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berich­tet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, son­dern nur noch Klischee. Wie man die NDW über­leb­te, wie die unter­schied­li­chen Richtungen und Schwerpunkte der ein­zel­nen Bandmitglieder zusam­men­ka­men. Was wich­tig war, ein biss­chen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wur­de, und wie sowas heut­zu­ta­ge nur noch als Phrase exis­tiert.
    Für alle, die dabei waren, hät­ten dabei sein, oder ein­fach nur mal schau­en und hören wol­len. Bemerkenswerterweise wer­den die Tracks fast durch­weg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – aus­ge­spielt!
    „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hof­fen und das ist Charly Hübner. Wir wuss­ten, er liebt die Band, wir ver­trau­ten ihm und wir hat­ten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwar­tet, und das sind immer die bes­ten Filme.“
    Sven Regener

    Credits:


    DE 2024, 93 Min.,
    Regie: Charly Hübner

    Kamera: Casey Campbell
    Schnitt: Christoph Brunner
    mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian
    Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa
    Sauermann

    Trailer:
    ELEMENT OF CRIME in ‚Wenn es dun­kel und kalt wird in Berlin‘ | TRAILER – Jetzt für zuhause
    nach oben
  • Nan Goldin – I Remember Your Face

    Nan Goldin – I Remember Your Face

    Ein Film von Sabine Lidl.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Anlässlich der Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie bie­ten wir allen kurz vorm Höhepunkt der Feierlichkeiten eine Erholungspause vom Weihnachtstrubel an:
    Nan Goldin ist kei­ne gewöhn­li­che Künstlerin. Für die renom­mier­te Fotografin ver­schmel­zen Privatleben und Beruf voll­stän­dig – auf ihrem Lebensweg por­trä­tiert sie die Menschen, die sie auf die­sem beglei­ten. Goldin trifft in die­sem Dokumentarfilm unter Anderem alte Freunde, und erzählt von ihren wil­den Jahren in Berlin, ihrer Familie und ihrer Sammel-Leidenschaft reli­gi­ös kon­no­tier­ter Kunst. Der Film von Sabine Lidl ent­stand bereits 2013, vor Goldins Oxycodon-Abhängigkeit, die im Film All the Beauty and the Bloodshed the­ma­ti­siert wird, und ist nun erst­mals regu­lär im Kino zu entdecken.

    Credits:

    DE 2023, 62 Min., engl. OmU
    Regie & Kamera: Sabine Lidl

    Schnitt: Barbara Gies
    mit: Nan Goldin, Clemens Schick, Käthe Kruse, Joachim Sartorius, Piotr Nathan, Christine Fenzl, Guido Costa, Jack Ritchey, Thomas Dupal

    Trailer:
    NAN GOLDIN – I REMEMBER YOUR FACE | Trailer
    nach oben
  • Shambhala

    Shambhala

    Ein Film von Min Bahadur Bham.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Pema, eine jun­ge Frau aus der obe­ren Himlaya-Region Nepals, hei­ra­tet. Zu erst ein­mal Tashi, aber zugleich wer­den der Tradition nach sei­ne bei­den Brüder Kama und Dawa auch ihre Ehemänner.
    Nach den Flitterwochen muss Tashi auf eine län­ge­re Handelsreise, Karma kehr­te zurück ins Kloster, nur der vor­lau­te Schuljunge Dawa bleibt an ihrer Seite, und wird zum Problem. Pema ist schwan­ger, und er streut das Gerücht, nicht Tashi, son­dern der Schullehrer sei der Vater des Kindes. Als Tashi nicht mit den ande­ren Männern zurück­kehrt, befürch­tet Pema, er habe auch davon gehört und blie­be des­halb in den Bergen. Um ihn zu fin­den, begibt sie sich auf eine beschwer­li­che, aber gleich­sam erkennt­nis­rei­che Reise in über­wäl­ti­gen­der Landschaft.
    „Der Film lebt von sei­nen beein­dru­cken­den, zum Teil sen­sa­tio­nell präch­ti­gen Aufnahmen. Bewundernswert ist auch, wie die Darsteller auch bei Eiseskälte die im Schnee spie­len­den Szenen meis­tern. Bham ist ein sehr sorg­fäl­ti­ger Beobachter und bedäch­ti­ger Erzähler. Die Gefühle der Figuren zei­gen sich in klei­nen Gesten; die Story ent­wi­ckelt sich anhand all­täg­li­cher Handlungen und Begebenheiten.
    Bham [ver­zich­tet] auf jede dra­ma­ti­sche Übersteigerung, was den Film aus dem von Hektik und Effekthascherei gepräg­ten Strom fil­mi­scher Erzeugnisse her­aus­ra­gen lässt. Doch es lohnt sich, sich auf Shambhala und sei­ne inne­re Geruhsamkeit ein­zu­las­sen. Außerdem soll­te man im Hinterkopf behal­ten, dass Rinpoche ein Titel ist, der vor­wie­gend an Menschen ver­ge­ben wird, die als Wiedergeburt eines frü­he­ren Meisters aner­kannt wer­den. Erst dann ver­steht man näm­lich, was Karma wäh­rend der Reise zu Pema sagt: dass näm­lich die Frage nach der bio­lo­gi­schen Vaterschaft belang­los sei, weil sich das wah­re Wunder des Lebens erst mit der Geburt offen­ba­re. Das wird zum eigent­li­chen Schlüssel die­ses wun­der­schö­nen Films, der weni­ger über weib­li­che Emanzipation als viel­mehr von der Weisheit des (Zusammen-)Lebens erzählt.”
    Irene Genhart | Filmdienst.

    Credits:

    NP/FR/NO/HK/CN/TK/TW/US/QA 2024, 150 Min.,
    Tibetisch, Nepali Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Min Bahadur Bham
    Kamera: Aziz Zhambakiyev
    Schnitt: Liao Ching Sung, Kiran Shrestha
    mit: Thinley Lhamo, Sonam Topden, Tenzin Dalha, Karma Wangyal Gurung, Karma Shakya, Loten Namling, Tsering Lhamo Gurung, Janga Bahadur Lama 

    Trailer:
    SHAMBHALA l OmU Trailer
    nach oben