Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte

[:de]Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte – mit Gästen[:]

[:de]

Ein Film von Klára Tasovská. Am Dienstag, 25. Februar um 20:00 Uhr in Anwesenheit der Fotografin Libuše Jarcovjáková & der Regisseurin Klára Tasovská

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Ein Fotofilm, mon­tiert aus tau­sen­den Aufnahmen der Fotografin Libuše Jarcovjáková, unter­legt mit Texten aus ihren Tagebüchern. Das Kaleidoskop eines erfüll­ten Lebens, hart und uner­bitt­lich abge­run­gen und erkämpft, was mög­lich schien. Ohne sich zu scho­nen, um aus dem Vollen schöp­fen zu kön­nen. All das ist in den schwarz/weißen Momentaufnahmen greif­bar und spür­bar.
Dem Grau des real exis­tie­ren­den Sozialismus und der Depression nach der Niederschlagung des Prager Frühlings ent­flieht die Fotografin in die Ritzen, die es damals zumin­dest in Prag gab. Weil ihre Eltern als unzu­ver­läs­sig gal­ten, wur­de Libuše Jarcovjáková lan­ge das Studium an der Kunstschule ver­sperrt, sie muss­te sich erst als Arbeiterin bewäh­ren. Schichten in einer Druckerei, dort arbeiten/saufen/schlafen. In Kneipen leben, lan­ge in der ein­zi­gen Schwulenbar am Ort. Sprachkurse für viet­na­me­si­sche Vertragsarbeiter, nackig daheim mit Freunden und noch ein paar Gläser mehr. Die Kamera erlebt alles mit, sach­lich, neu­tral und grob­kör­nig. Durch einen Zufall kommt sie nach Japan und wird Modefotografin, denn das Leben schreibt die schlech­tes­ten Drehbücher. Dabei wird sicht­bar, über welch viel­sei­ti­ges Repertoire sie ver­fügt. Aber geleck­te Modeaufnahmen lie­gen ihr eben nicht und sie fährt zurück. Zu Prag und Tokio gesellt sich schließ­lich West-Berlin, der sur­rea­le Ort, der von Oktober bis April aus­schließ­lich in Grautönen exis­tier­te. Libuše Jarcovjáková arbei­tet hier u.a. als Zimmermädchen, denn als Künstlerin ent­deckt und aner­kannt wird sie erst sehr spät. Noch bin ich nicht… ist ein wil­der Bilderrausch aus der Untersicht, vol­ler Empathie für die, die im Spiegelreflex strah­len.
In wel­cher Welt lebe ich? Wer bin ich? Wie möch­te ich leben? Aus Libuše Jarcovjákovás Werk von zehn­tau­sen­den Negativen und dut­zen­den Tagebüchern hat die tsche­chi­sche Regisseurin Klára Tasovská einen poe­ti­schen Filmessay mon­tiert. Noch bin ich nicht, wer ich sein möch­te erzählt von einem beson­de­ren Künstlerinnenleben und einer bewe­gen­den Reise in die Freiheit, die sich über sechs Jahrzehnte spannt und von der sowje­tisch „nor­ma­li­sier­ten“ ČSSR der spä­ten 1960er und frü­hen 70er über das Ost-Berlin der 80er bis ins Prag nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und von heu­te führt.

Credits:

Ještě nej­sem, kým chci být
CZ/SK/AU 2024, 90 Min., tsche­chi­sche Originalfassung mit deut­schen Untertiteln
Regie:
Klára Tasovská
Schnitt: Alexander Kashcheev

Trailer:
NOCH BIN ICH NICHT, WER ICH SEIN MÖCHTE Trailer Deutsch | German [HD]

nach oben
[:en]

A film by Klára Tasovská. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Libuše Jarcovjáková docu­ments her life with ana­lo­gue pho­tos and dia­ry ent­ries. Her Czechoslovakian home­land is in the repres­si­ve pha­se of “nor­ma­li­sa­ti­on” after the sup­pres­si­on of the Prague Spring in 1968. The young pho­to­grapher sear­ches for islands of free­dom in Prague as well as her sexu­al iden­ti­ty; her came­ra is her con­stant com­pa­n­ion. One of the­se islands is the T‑Club, a mee­ting place for the que­er sce­ne. When a mur­der is com­mit­ted and the poli­ce beco­me inte­res­ted in Libuše’s pho­tos from the club, her per­so­nal jour­ney of eman­ci­pa­ti­on is abrupt­ly cut short. She enters into a mar­ria­ge of con­ve­ni­ence and moves to West Berlin. But this new world is also fil­led with obs­ta­cles. Using the last of her money, she flies to Tokyo and, for a short time, beco­mes a sought-after fashion pho­to­grapher the­re. Continuing to search for the life she wants to live, Libuše’s path leads her back to Prague via Berlin after the fall of the Iron Curtain. Using only pho­to­graphs and the dia­ry ent­ries she reads out hers­elf, the artist – tog­e­ther with the film­ma­ker – inti­m­ate­ly rela­tes her search for iden­ti­ty, ever­y­day strug­gles, phy­si­cal­i­ty, rela­ti­onships and emotions

Credits:

Ještě nej­sem, kým chci být
CZ/SK/AU 2024, 90 Min., tsche­chi­sche Originalfassung mit deut­schen Untertiteln
Regie:
Klára Tasovská
Schnitt: Alexander Kashcheev

Trailer:
NOCH BIN ICH NICHT, WER ICH SEIN MÖCHTE Trailer Deutsch | German [HD]

nach oben
[:]