The room next door

Ein Film von Pedro Almodóvar.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

Hendrike Bake | indiekino

Credits:

DE 2023, 90 Min., engl. OmU
Regie: Pedro Almodóvar
Kamera: Eduard Grau
Schnitt: Teresa Font
mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

Trailer:
THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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Kategorie: Vorstellung

  • The room next door

    The room next door

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

    THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

    Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

    THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

    Hendrike Bake | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

    Trailer:
    THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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  • Dahomey

    Dahomey

    Ein Film von Mati Diop.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    November 2021: 26 Kunstschätze des Königreichs Dahomey ver­las­sen Paris und keh­ren in ihr Herkunftsland, das heu­ti­ge Benin, zurück. Zusammen mit Tausenden ande­ren Gegenständen wur­den sie 1892 von fran­zö­si­schen Kolonialtruppen geraubt. Doch wie sol­len die zurück­keh­ren­den Objekte emp­fan­gen wer­den, in einem Land, das sich wäh­rend ihrer Abwesenheit stark ver­än­dert hat? Unter den Studierenden der Universität von Abomey-Calavi in Benin ent­flammt eine poli­ti­sche Debatte.

    Berlinale 2024: Goldener Bär

    Credits:


    FR/SN/BJ 2024, 67 Min., Französisch, Fon, Englisch OmU
    Regie: Mati Diop

    Kamera: Josephine Drouin Viallard
    Schnitt: Gabriel Gonzalez

    Trailer:
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  • The room next door

    The room next door

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

    THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

    Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

    THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

    Hendrike Bake | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

    Trailer:
    THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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  • Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Ein Film von Charly Hübner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Charly Hübner hat einen Film über ELEMENT OF CRIME gedreht.
    Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENT OF CRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusam­men Musik macht. Er folgt der Band auf einer klei­nen Tour durch Berlin, die eigens zu die­sem Zweck orga­ni­siert wur­de und die vom klei­nen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größ­ten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führ­te, immer mit aus­ge­such­tem Support.
    Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nost­al­gisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exis­tie­ren­de Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berich­tet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, son­dern nur noch Klischee. Wie man die NDW über­leb­te, wie die unter­schied­li­chen Richtungen und Schwerpunkte der ein­zel­nen Bandmitglieder zusam­men­ka­men. Was wich­tig war, ein biss­chen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wur­de, und wie sowas heut­zu­ta­ge nur noch als Phrase exis­tiert.
    Für alle, die dabei waren, hät­ten dabei sein, oder ein­fach nur mal schau­en und hören wol­len. Bemerkenswerterweise wer­den die Tracks fast durch­weg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – aus­ge­spielt!
    „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hof­fen und das ist Charly Hübner. Wir wuss­ten, er liebt die Band, wir ver­trau­ten ihm und wir hat­ten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwar­tet, und das sind immer die bes­ten Filme.“
    Sven Regener

    Credits:


    DE 2024, 93 Min.,
    Regie: Charly Hübner

    Kamera: Casey Campbell
    Schnitt: Christoph Brunner
    mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian
    Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa
    Sauermann

    Trailer:
    ELEMENT OF CRIME in ‚Wenn es dun­kel und kalt wird in Berlin‘ | TRAILER – Jetzt für zuhause
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  • The room next door

    The room next door

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

    THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

    Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

    THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

    Hendrike Bake | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

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    THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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  • Dahomey

    Dahomey

    Ein Film von Mati Diop.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    November 2021: 26 Kunstschätze des Königreichs Dahomey ver­las­sen Paris und keh­ren in ihr Herkunftsland, das heu­ti­ge Benin, zurück. Zusammen mit Tausenden ande­ren Gegenständen wur­den sie 1892 von fran­zö­si­schen Kolonialtruppen geraubt. Doch wie sol­len die zurück­keh­ren­den Objekte emp­fan­gen wer­den, in einem Land, das sich wäh­rend ihrer Abwesenheit stark ver­än­dert hat? Unter den Studierenden der Universität von Abomey-Calavi in Benin ent­flammt eine poli­ti­sche Debatte.

    Berlinale 2024: Goldener Bär

    Credits:


    FR/SN/BJ 2024, 67 Min., Französisch, Fon, Englisch OmU
    Regie: Mati Diop

    Kamera: Josephine Drouin Viallard
    Schnitt: Gabriel Gonzalez

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  • The room next door

    The room next door

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

    THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

    Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

    THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

    Hendrike Bake | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

    Trailer:
    THE ROOM NEXT DOOR | Teaser Trailer (2024)
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  • Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Ein Film von Charly Hübner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Charly Hübner hat einen Film über ELEMENT OF CRIME gedreht.
    Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENT OF CRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusam­men Musik macht. Er folgt der Band auf einer klei­nen Tour durch Berlin, die eigens zu die­sem Zweck orga­ni­siert wur­de und die vom klei­nen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größ­ten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führ­te, immer mit aus­ge­such­tem Support.
    Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nost­al­gisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exis­tie­ren­de Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berich­tet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, son­dern nur noch Klischee. Wie man die NDW über­leb­te, wie die unter­schied­li­chen Richtungen und Schwerpunkte der ein­zel­nen Bandmitglieder zusam­men­ka­men. Was wich­tig war, ein biss­chen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wur­de, und wie sowas heut­zu­ta­ge nur noch als Phrase exis­tiert.
    Für alle, die dabei waren, hät­ten dabei sein, oder ein­fach nur mal schau­en und hören wol­len. Bemerkenswerterweise wer­den die Tracks fast durch­weg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – aus­ge­spielt!
    „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hof­fen und das ist Charly Hübner. Wir wuss­ten, er liebt die Band, wir ver­trau­ten ihm und wir hat­ten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwar­tet, und das sind immer die bes­ten Filme.“
    Sven Regener

    Credits:


    DE 2024, 93 Min.,
    Regie: Charly Hübner

    Kamera: Casey Campbell
    Schnitt: Christoph Brunner
    mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian
    Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa
    Sauermann

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  • The room next door

    The room next door

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Pedro Almodóvars ers­tem eng­lisch­spra­chi­gen Spielfilm spie­len Tilda Swinton und Julianne Moore die eins­ti­gen Freundinnen Ingrid und Martha. Als sie sich wie­der­be­geg­nen, ist Martha unheil­bar an Krebs erkrankt und hat einen letz­ten Wunsch.

    THE ROOM NEXT DOOR, der eben mit dem Goldenen Löwen in Venedig aus­ge­zeich­net wur­de, ist Pedro Almodóvars ers­ter eng­lisch­spra­chi­ger Film. Tilda Swinton und Julianne Moore spie­len zwei Freundinnen, die ein­an­der einst sehr nahe waren, und die auch ein gemein­sa­mer Ex-Lover ver­bin­det, aber die schon lan­ge den Kontakt ver­lo­ren haben. Bei einer Lesung in New York erfährt Ingrid (Moore), die inzwi­schen erfolg­rei­che Schriftstellerin ist, dass Martha (Swinton), die ihr Geld als Kriegsberichterstatterin ver­dient hat, schwer an Krebs erkrankt ist. Sie besucht Martha im Krankenhaus und wird fast durch Zufall, weil sie gera­de da ist, und auch weil sie nicht nein sagen kann, zur Verbündeten von Marthas letz­ten Lebenstagen. Denn Martha wünscht sich einen selbst­be­stimm­ten Tod, den sie wie ein raf­fi­nier­tes Verbrechen bis ins Detail geplant hat, und sie wünscht sich einen Menschen, der dann in ihrer Nähe ist.

    Dass die Art, wie Martha Ingrid in ihre Pläne ein­bin­det, an emo­tio­na­le Erpressung grenzt, gehört eben­so zu den Ecken und Kanten der Erzählung wie die Tatsache, dass Ingrid Martha nicht erzählt, dass sie noch Kontakt zu besag­tem Ex-Lover hat. THE ROOM NEXT DOOR nach dem Roman „What Are You Going Through?“ von Sigrid Nunez ist so etwas wie Almodóvars far­ben­fro­he Fantasie von einem mög­lichst guten Tod im Angesicht von Krankheit und Verfall, und deren Versatzstücke unter­schei­den sich von den übli­chen fil­mi­schen Angeboten, die meist von Versöhnung mit den Liebsten, Befreiung von Schuld oder scho­nungs­lo­ser Ehrlichkeit träu­men. Mehrfach krei­sen die Gespräche um Kunst, die auch noch Bestand hat, wenn alles ande­re in Desinteresse ver­sinkt – immer wie­der wird „The Dead“ von Joyce zitiert -, die Farbgestaltung schwelgt in geschmack­vol­len Kontrasten, und das zen­tra­le Thema ist wie so oft bei Almodóvar die radi­kal selbst­be­stimm­te Gestaltung des eige­nen Lebens.

    THE ROOM NEXT DOOR erin­nert an Almodóvars LEID UND HERRLICHKEIT in der Art, wie die ein­zel­nen Figuren und Gespräche eher Vehikel für Überlegungen des Regisseurs zu sein schei­nen als psy­cho­lo­gisch glaub­haf­te Personen. Besonders fällt das bei Julianne Moore auf, die man sonst für ihre nuan­cen­rei­che, natu­ra­lis­ti­sche Darstellung kennt. Zu Almodóvars Positionen gehört dabei auch der vehe­men­te Einsatz für eine Legalisierung der Sterbehilfe. Aber auch die Gegenposition for­mu­liert der Film. Einmal sagt Ingrid: „Es geht um das Recht, in Würde zu ster­ben.“ und ihr Gegenüber ent­geg­net lako­nisch: „Mach dir kei­ne Sorgen, wenn das Gesundheitssystem zusam­men­bricht, wer­den wir das alle.“

    Hendrike Bake | indiekino

    Credits:

    DE 2023, 90 Min., engl. OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Eduard Grau
    Schnitt: Teresa Font
    mit: Tilda Swinton, Julianne Moore, John Turturro, Alessandro Nivola, Juan Diego Botto 

    Trailer:
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  • Dahomey

    Dahomey

    Ein Film von Mati Diop.

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    November 2021: 26 Kunstschätze des Königreichs Dahomey ver­las­sen Paris und keh­ren in ihr Herkunftsland, das heu­ti­ge Benin, zurück. Zusammen mit Tausenden ande­ren Gegenständen wur­den sie 1892 von fran­zö­si­schen Kolonialtruppen geraubt. Doch wie sol­len die zurück­keh­ren­den Objekte emp­fan­gen wer­den, in einem Land, das sich wäh­rend ihrer Abwesenheit stark ver­än­dert hat? Unter den Studierenden der Universität von Abomey-Calavi in Benin ent­flammt eine poli­ti­sche Debatte.

    Berlinale 2024: Goldener Bär

    Credits:


    FR/SN/BJ 2024, 67 Min., Französisch, Fon, Englisch OmU
    Regie: Mati Diop

    Kamera: Josephine Drouin Viallard
    Schnitt: Gabriel Gonzalez

    Trailer:
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