Rohbau

Ein Film von Tuna Kaptan.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Ist es das schlech­te Gewissen, hilf­lo­se Panik, Einsicht oder Angst vor den Konsequenzen, was den Architekten Lutz dazu bringt, die 14-jäh­ri­ge Irsa zurück nach Albanien zu brin­gen? Nach der Pleite sei­nes eige­nen Büros bekam von einem Kollegen gna­den­hal­ber einen Job als Bauleiter bei einem Projekt für Luxuswohnungen. Auch alle erfor­der­li­chen Maßnahmen jen­seits der Grauzone, die zur Einhaltung von Terminen und Ausgaben nötig sind, fal­len in sei­nen Aufgaben- und Verantwortungsbereich, so auch, wie hier, Unfälle.
Ein ille­gal beschäf­tig­ter Bauarbeiter aus Albanien ver­un­glückt töd­lich und muss unauf­fäl­lig besei­tigt wer­den. Überraschend jedoch ver­schafft sich am nächs­ten Tag Irsa, die jun­ge Tochter des Mannes, des­sen Leiche Lutz gera­de im Fluss ver­senkt hat, Zugang zur Baustelle. Während er gera­de mit einem Investoren-Paar ver­han­delt und Aussicht auf einen beruf­li­chen Neustart im gro­ßen Stil wit­tert, lässt sie nicht locker bei der Suche nach dem Vater. In die Enge gedrängt, macht er sich mit dem Mädchen auf Richtung Süden.
Angenehm zurück­hal­tend, ohne spek­ta­ku­lä­re Szenen erzählt erzählt der Film von unge­heu­er­li­cher, aber all­täg­li­cher Realität:
„Die Baubranche mit ihren vie­len ille­gal beschäf­tig­ten unsicht­ba­ren ArbeiterInnen bil­det die Kulisse für Lutz und Irsa. Der tra­gi­sche Unfall in der Hafencity Hamburg im November 2023 mit fünf Toten ver­deut­licht die Vulnerabilität ille­gal beschäf­tig­ter MigrantInnen, ins­be­son­de­re derer aus Herkunftsländern, die weder EU- noch Schengen-Mitglied sind. Irsas Suche nach ihrem Vater und ihrem Grundbedürfnis nach einem Dach über dem Kopf ste­hen im kras­sen Kontrast zu Lutz‘ Streben nach beruf­li­chem Erfolg. Die erzwun­ge­ne Verbindung zwi­schen ihnen wirft Fragen nach Schuld und dem System der Ausbeutung auf…“
Tuna Kaptan

Credits:

DE 2023, 86 Min., Deutsch, Englisch, Albanisch mit dt. UT
Regie: Tuna Kaptan
Kamera: Ben Bernhard
Schnitt: Beatrice Babin
mit: Angjela Prenci, Peter Schneider

Trailer:
ROHBAU | Trailer | Kinostart: 26. September 2024
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Kategorie: Vorstellung

  • Rohbau

    Rohbau

    Ein Film von Tuna Kaptan.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ist es das schlech­te Gewissen, hilf­lo­se Panik, Einsicht oder Angst vor den Konsequenzen, was den Architekten Lutz dazu bringt, die 14-jäh­ri­ge Irsa zurück nach Albanien zu brin­gen? Nach der Pleite sei­nes eige­nen Büros bekam von einem Kollegen gna­den­hal­ber einen Job als Bauleiter bei einem Projekt für Luxuswohnungen. Auch alle erfor­der­li­chen Maßnahmen jen­seits der Grauzone, die zur Einhaltung von Terminen und Ausgaben nötig sind, fal­len in sei­nen Aufgaben- und Verantwortungsbereich, so auch, wie hier, Unfälle.
    Ein ille­gal beschäf­tig­ter Bauarbeiter aus Albanien ver­un­glückt töd­lich und muss unauf­fäl­lig besei­tigt wer­den. Überraschend jedoch ver­schafft sich am nächs­ten Tag Irsa, die jun­ge Tochter des Mannes, des­sen Leiche Lutz gera­de im Fluss ver­senkt hat, Zugang zur Baustelle. Während er gera­de mit einem Investoren-Paar ver­han­delt und Aussicht auf einen beruf­li­chen Neustart im gro­ßen Stil wit­tert, lässt sie nicht locker bei der Suche nach dem Vater. In die Enge gedrängt, macht er sich mit dem Mädchen auf Richtung Süden.
    Angenehm zurück­hal­tend, ohne spek­ta­ku­lä­re Szenen erzählt erzählt der Film von unge­heu­er­li­cher, aber all­täg­li­cher Realität:
    „Die Baubranche mit ihren vie­len ille­gal beschäf­tig­ten unsicht­ba­ren ArbeiterInnen bil­det die Kulisse für Lutz und Irsa. Der tra­gi­sche Unfall in der Hafencity Hamburg im November 2023 mit fünf Toten ver­deut­licht die Vulnerabilität ille­gal beschäf­tig­ter MigrantInnen, ins­be­son­de­re derer aus Herkunftsländern, die weder EU- noch Schengen-Mitglied sind. Irsas Suche nach ihrem Vater und ihrem Grundbedürfnis nach einem Dach über dem Kopf ste­hen im kras­sen Kontrast zu Lutz‘ Streben nach beruf­li­chem Erfolg. Die erzwun­ge­ne Verbindung zwi­schen ihnen wirft Fragen nach Schuld und dem System der Ausbeutung auf…“
    Tuna Kaptan

    Credits:

    DE 2023, 86 Min., Deutsch, Englisch, Albanisch mit dt. UT
    Regie: Tuna Kaptan
    Kamera: Ben Bernhard
    Schnitt: Beatrice Babin
    mit: Angjela Prenci, Peter Schneider

    Trailer:
    ROHBAU | Trailer | Kinostart: 26. September 2024
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  • Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Ein Film von Charly Hübner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Charly Hübner hat einen Film über ELEMENT OF CRIME gedreht.
    Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENT OF CRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusam­men Musik macht. Er folgt der Band auf einer klei­nen Tour durch Berlin, die eigens zu die­sem Zweck orga­ni­siert wur­de und die vom klei­nen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größ­ten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führ­te, immer mit aus­ge­such­tem Support.
    Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nost­al­gisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exis­tie­ren­de Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berich­tet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, son­dern nur noch Klischee. Wie man die NDW über­leb­te, wie die unter­schied­li­chen Richtungen und Schwerpunkte der ein­zel­nen Bandmitglieder zusam­men­ka­men. Was wich­tig war, ein biss­chen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wur­de, und wie sowas heut­zu­ta­ge nur noch als Phrase exis­tiert.
    Für alle, die dabei waren, hät­ten dabei sein, oder ein­fach nur mal schau­en und hören wol­len. Bemerkenswerterweise wer­den die Tracks fast durch­weg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – aus­ge­spielt!
    „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hof­fen und das ist Charly Hübner. Wir wuss­ten, er liebt die Band, wir ver­trau­ten ihm und wir hat­ten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwar­tet, und das sind immer die bes­ten Filme.“
    Sven Regener

    Credits:


    DE 2024, 93 Min.,
    Regie: Charly Hübner

    Kamera: Casey Campbell
    Schnitt: Christoph Brunner
    mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian
    Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa
    Sauermann

    Trailer:
    ELEMENT OF CRIME in ‚Wenn es dun­kel und kalt wird in Berlin‘ | TRAILER – Jetzt für zuhause
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  • Memory

    Memory

    Ein Film von Michel Franco.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sylvia arbei­tet als Pflegerin, ist allein­er­zie­hen­de Mutter einer wun­der­ba­ren Tochter, hat die Alkoholsucht hin­ter sich gelas­sen und ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwester und Menschen um sich her­um, die sie schät­zen und mögen. Doch tief in sich trägt Sylvia ein tie­fes Trauma. Als sie von einem Klassentreffen nach Hause geht, wird sie von einem frem­den Mann ver­folgt. Dieser Mann heißt Saul und lei­det unter dem Anfangsstadium der Demenz. Und auch wenn das ers­te Zusammentreffen der Beiden unter kei­nem guten Stern steht, nähern sich Sylvia und Saul lang­sam an. Denn sie spü­ren, dass sie eine gro­ße Verletzlichkeit ver­bin­det.
    Dem Film gelingt es, die Annäherung die­ser bei­den „ver­lo­re­nen Seelen“ und die Liebesbeziehung in einer unglaub­lich anrüh­ren­den Zartheit zu inszenieren.“

    Aus der Jury Begründung der Filmbewertugsstelle – FBW:
    „Dabei ist MEMORY von ganz eige­ner, auch visu­el­ler Eleganz. Francos Film wirkt wie aus einem Guss. Tatsächlich zeich­net Franco für Regie, Buch und auch Schnitt ver­ant­wort­lich. Und auch die Kamera folgt dem Konzept des Films. Bis auf weni­ge intro­du­zie­ren­de Großaufnahmen zu Beginn, beschränkt sich Francos Leib-und Magen-Kameramann Yves Cape maxi­mal auf Halbtotalen, die das Publikum Sylvia und Saul nie­mals zu nahe kom­men lässt. MEMORY nimmt sich Zeit und Raum für die Gefühle sei­ner Protagonisten, traut sich, psy­chi­sche Erkrankungen ernst zu neh­men, ver­liert sich aber nicht in Rührseligkeit. Dramaturgisch geschickt ist MEMORY von Anfang an unter­schwel­lig so span­nend ange­legt, dass die Jury kei­ne Sekunde hät­te ver­säu­men wol­len. In der Tat hat die Jury sel­ten ein an sich sper­ri­ges Thema mit so viel Eleganz, bild­li­cher Ästhetik und Dramaturgie so über­zeu­gend für die Leinwand insze­niert gesehen.“

    Memory
    Credits:


    US, MX 2023, 103 Min., engl. OmU
    Regie: Michel Franco
    Kamera: Yves Cape
    Schnitt: Oscar Figueroa Jara, Michel Franco
    mit: Jessica Chastain, Peter Sarsgaard, Merritt Wever, Brooke Timber, Josh Charles

    Trailer:
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  • Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Ein Film von Charly Hübner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Charly Hübner hat einen Film über ELEMENT OF CRIME gedreht.
    Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENT OF CRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusam­men Musik macht. Er folgt der Band auf einer klei­nen Tour durch Berlin, die eigens zu die­sem Zweck orga­ni­siert wur­de und die vom klei­nen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größ­ten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führ­te, immer mit aus­ge­such­tem Support.
    Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nost­al­gisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exis­tie­ren­de Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berich­tet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, son­dern nur noch Klischee. Wie man die NDW über­leb­te, wie die unter­schied­li­chen Richtungen und Schwerpunkte der ein­zel­nen Bandmitglieder zusam­men­ka­men. Was wich­tig war, ein biss­chen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wur­de, und wie sowas heut­zu­ta­ge nur noch als Phrase exis­tiert.
    Für alle, die dabei waren, hät­ten dabei sein, oder ein­fach nur mal schau­en und hören wol­len. Bemerkenswerterweise wer­den die Tracks fast durch­weg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – aus­ge­spielt!
    „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hof­fen und das ist Charly Hübner. Wir wuss­ten, er liebt die Band, wir ver­trau­ten ihm und wir hat­ten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwar­tet, und das sind immer die bes­ten Filme.“
    Sven Regener

    Credits:


    DE 2024, 93 Min.,
    Regie: Charly Hübner

    Kamera: Casey Campbell
    Schnitt: Christoph Brunner
    mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian
    Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa
    Sauermann

    Trailer:
    ELEMENT OF CRIME in ‚Wenn es dun­kel und kalt wird in Berlin‘ | TRAILER – Jetzt für zuhause
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  • Die Kinder aus Korntal

    Die Kinder aus Korntal

    Ein Film von Julia Charakter.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Richtig fas­sungs­los war ich, als gegen Ende des Filmes der bis 2022 akti­ve Geistliche Vorsteher der Brüdergemeinde gera­de­zu dreist Erkenntnisse aus der Soziologie umdreht und die Traumata und psy­chi­schen Schwierigkeiten der ehe­ma­li­gen Heimkinder qua­si deren „nie­de­rer“ Geburt zuschreibt. Ebenso erschre­ckend ist die Beschwerde eines gläu­bi­gen Ehepaars, wahr­schein­lich stell­ver­tre­tend für dor­ti­ge Bürger, dass ihre Spenden an die Brüdergemeinde jetzt als Schmerzensgeld für die Opfer ver­wen­det wer­den.
    Internate, Klöster, Waisenhäuser, Sportvereine … die Liste lie­ße sich lan­ge fort­set­zen. Immer wie­der kom­men über­all neue Fälle von Missbrauch von Schutzbefohlenen ans Licht. 2014 geriet die Evangelische Brüdergemeinde in Korntal, einem beschau­li­chen Ort in der Nähe von Stuttgart, in den Fokus. Ein ehe­ma­li­ger Zögling hat­te sich auf­raf­fen kön­nen, mit sei­ner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, anstatt sich umzu­brin­gen, wie eini­ge sei­ner frü­he­ren Leidensgenossen. Daraufhin mel­de­ten sich über 170 wei­te­re Betroffene, die in dem Heim bis weit in die 2000er Jahre hin­ein eben­falls sys­te­ma­ti­scher psy­chi­scher, kör­per­li­cher und/oder sexua­li­sier­ter Gewalt aus­ge­setzt waren, aus­ge­übt von Angehörigen der pie­tis­ti­schen Bruderschaft, Hausangestellten oder soge­nann­ten Pateneltern im Ort. Die Kinder waren Waisen oder kamen aus „schwie­ri­gen Verhältnissen“, es gab kei­ner­lei Kontrolle, sie waren ihren Peinigern aus­ge­lie­fert. Schwer trau­ma­ti­siert und nicht sel­ten gebro­chen gehen sie als Erwachsene durchs Leben. Sechs von ihnen berich­ten vom Erlebten, dazu kom­men Mitglieder der „Aufklärungskommission“, rang­ho­he Gemeindemitglieder und Ortsansässige zu Wort.

    Je län­ger Die Kinder aus Korntal läuft, des­to deut­li­cher wird, dass das Einstehen für die schwe­re Schuld, die die Brüdergemeinde auf sich gela­den hat, und eine ech­te Aufarbeitung der Taten noch lan­ge nicht pas­siert sind. Vielmehr schwingt unter­schwel­lig immer das Gefühl mit: Jetzt muss es auch mal gut sein mit die­ser lei­di­gen alten Geschichte.“ Elisa Reznicek | Haus des Dokumentarfilms

    Korntal
    Credits:


    DE 2023, 90 Min., Deutsch mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Julia Charakter

    Kamera: Jonas Eckert
    Schnitt: Jonas Eckert, Julia Charakter 

    Trailer:
    DIE KINDER AUS KORNTAL Trailer Deutsch | German [HD]
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  • Memory

    Memory

    Ein Film von Michel Franco.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Sylvia arbei­tet als Pflegerin, ist allein­er­zie­hen­de Mutter einer wun­der­ba­ren Tochter, hat die Alkoholsucht hin­ter sich gelas­sen und ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwester und Menschen um sich her­um, die sie schät­zen und mögen. Doch tief in sich trägt Sylvia ein tie­fes Trauma. Als sie von einem Klassentreffen nach Hause geht, wird sie von einem frem­den Mann ver­folgt. Dieser Mann heißt Saul und lei­det unter dem Anfangsstadium der Demenz. Und auch wenn das ers­te Zusammentreffen der Beiden unter kei­nem guten Stern steht, nähern sich Sylvia und Saul lang­sam an. Denn sie spü­ren, dass sie eine gro­ße Verletzlichkeit ver­bin­det.
    Dem Film gelingt es, die Annäherung die­ser bei­den „ver­lo­re­nen Seelen“ und die Liebesbeziehung in einer unglaub­lich anrüh­ren­den Zartheit zu inszenieren.“

    Aus der Jury Begründung der Filmbewertugsstelle – FBW:
    „Dabei ist MEMORY von ganz eige­ner, auch visu­el­ler Eleganz. Francos Film wirkt wie aus einem Guss. Tatsächlich zeich­net Franco für Regie, Buch und auch Schnitt ver­ant­wort­lich. Und auch die Kamera folgt dem Konzept des Films. Bis auf weni­ge intro­du­zie­ren­de Großaufnahmen zu Beginn, beschränkt sich Francos Leib-und Magen-Kameramann Yves Cape maxi­mal auf Halbtotalen, die das Publikum Sylvia und Saul nie­mals zu nahe kom­men lässt. MEMORY nimmt sich Zeit und Raum für die Gefühle sei­ner Protagonisten, traut sich, psy­chi­sche Erkrankungen ernst zu neh­men, ver­liert sich aber nicht in Rührseligkeit. Dramaturgisch geschickt ist MEMORY von Anfang an unter­schwel­lig so span­nend ange­legt, dass die Jury kei­ne Sekunde hät­te ver­säu­men wol­len. In der Tat hat die Jury sel­ten ein an sich sper­ri­ges Thema mit so viel Eleganz, bild­li­cher Ästhetik und Dramaturgie so über­zeu­gend für die Leinwand insze­niert gesehen.“

    Memory
    Credits:


    US, MX 2023, 103 Min., engl. OmU
    Regie: Michel Franco
    Kamera: Yves Cape
    Schnitt: Oscar Figueroa Jara, Michel Franco
    mit: Jessica Chastain, Peter Sarsgaard, Merritt Wever, Brooke Timber, Josh Charles

    Trailer:
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  • Favoriten

    Favoriten

    Ein Film von Ruth Beckermann. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Über drei Jahre beglei­tet die Filmemacherin Ruth Beckermann eine Klasse im Alter von sie­ben bis zehn Jahren und ihre enga­gier­te Lehrerin in einer gro­ßen Schule im Wiener Bezirk Favoriten. Der Film nimmt uns mit in den Unterricht und lässt uns die täg­li­chen Abenteuer, Kämpfe, Niederlagen und Erfolge der Kinder ganz nah mit­er­le­ben. Der Stadtteil Favoriten war einst ein Arbeiterbezirk, heu­te spricht ein Großteil der Kinder an den dor­ti­gen Grundschulen nicht Deutsch als Erstsprache. Mit gro­ßer Sensibilität beglei­tet der Film die Kinder, wäh­rend ihre Lehrerin ihnen dabei hilft, einen Platz in einer Welt zu fin­den, in der sie sich oft nicht zuge­hö­rig füh­len. Indem wir die „Favoriten“ ken­nen ler­nen, erle­ben wir mit ihnen eine beweg­te Zeit, die ihre Zukunft ent­schei­dend prä­gen wird.

    Ruth Beckermanns neu­er Film ist eine Langzeitbeobachtung, die den Blick auf die struk­tu­rel­len Probleme im Schulsystem lenkt und die Perspektive der Kinder ernst nimmt. Ein erstaun­lich hei­te­res Porträt einer unge­wöhn­li­chen Gemeinschaft, das Fragen stellt, auf die vie­le von uns eine Antwort suchen. Ein Film über das Lehren und das Lernen und dar­über, wie die Zukunft unse­rer Gesellschaft auch im Klassenzimmer aus­ge­han­delt wird.

    In dem Film ver­schrän­ken sich struk­tu­rel­le und indi­vi­du­el­le Perspektiven. Denn zum einen wirft „Favoriten“ einen Blick auf ein von Mangel und Ungleichheit bestimm­tes Bildungssystem, in dem bei aller Einfühlsamkeit und Hingabe der Lehrerin, die von Deutsch, Mathe über den Schwimmunterricht bis hin zum Klassenausflug alles zu ver­ant­wor­ten hat, am Ende nur die Leistung zählt. Zum ande­ren sieht man jun­gen Individuen dabei zu, wie sie Welt, Sprache und sozia­les Miteinander begrei­fen, wie sie an Aufgaben wach­sen und dar­an schei­tern, wie sie ver­zwei­feln und neu­en Mut fas­sen.
    Dieser über­aus leben­di­ge Raum, den zu betrach­ten schön ist, anrüh­rend, trau­rig und manch­mal auch lus­tig, steht in „Favoriten“ im Zentrum, auch wenn das Systemische immer mit­wirkt. Je näher die Schüler:innen dem Moment kom­men, an dem sich ihre wei­te­re Schulbildung ent­schei­det – Mittelschule oder, was für die wenigs­ten von ihnen in Betracht kommt, der Übertritt ins Gymnasium – arbei­tet sich das in den Vordergrund.“ Esther Buss | Filmdienst

    Credits:

    AT 2024, 118 Min., in deutsch mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Ruth Beckermann
    Kamera: Johannes Hammel
    Schnitt: Dieter Pichler 

    Trailer:
    Favoriten (offi­zi­el­ler Trailer) – Ein Film von Ruth Beckermann
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  • Ellbogen

    Ellbogen

    Ein Film von Aslı Özarslan. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Weißt du noch, was du wer­den woll­test, als du noch klein warst? Du woll­test Ärztin wer­den. Mama woll­te immer, dass du Arzthelferin wirst. Aber du woll­test Ärztin wer­den“, erzählt Semra ein­mal zu ihrer klei­nen Schwester Hazal, um sie auf­zu­mun­tern. Die küh­le Antwort: „Ich woll­te nie Ärztin wer­den. Als ich klein war, woll­te ich Popstar wer­den.“ Ob Ärztin, Arzthelferin oder Popstar, bis dato kann die jun­ge Frau aus dem Wedding trotz vie­ler Bewerbungen über­haupt kei­nen Beruf oder Ausbildungsplatz vor­wei­sen, nicht zu einer ein­zi­gen Vorstellung wur­de sie ein­ge­la­den. Das stresst und frus­triert, doch an ihrem 18. Geburtstag soll gefei­ert wer­den, dass es kracht, und der gemei­ne Alltag bleibt daheim. Mit den Freundinnen Elma, Gül und Ebru zieht Hazel durch die Stadt, Höhepunkt soll der Besuch im cools­ten Club der Stadt sein, doch dort ist Schluss: kein Einlass, da zu auf­ge­bre­zelt. Die extre­me Wut über die erneu­te Zurückweisung ent­lädt sich bei Hazel in einer Weise, dass sie als Ausweg nur noch die Flucht aus dem Land sieht, und so sitzt sie schon am nächs­ten Tag in dem ihr unbe­kann­ten Istanbul. Konnte sie in Berlin wegen ihrer tür­ki­schen Backgrounds nie rich­tig ankom­men, fin­det sie sich in der für sie frem­den Türkei auch nicht zurecht.
    Die Berliner Regisseurin Asli Özarslan (ihr Dokumentarfilm Dil Leyla war 2017 bei uns zu sehen), ver­filmt hier den gleich­na­mi­gen Roman von Fatma Aydemir kon­se­quent aus jun­ger, weib­li­cher, migran­ti­scher Perspektive. Die Protagonistin möch­te eigent­lich ein für sie nor­ma­les Leben füh­ren, wehrt sich aber gegen alle ihr von ver­schie­de­nen Seiten zuge­schrie­be­nen Rollen, in Deutschland wie in der Türkei, und gerät so zwi­schen alle Stühle. Mit größt­mög­li­cher Präzision und Einfühlung erzählt Ellbogen die Geschichte eines der vie­len jun­gen Menschen, die aus der Gesellschaft ver­drängt wer­den, die eigent­lich die ihre ist.

    Credits:


    DE/TK/FR 2024, 86 Min., Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Aslı Özarslan

    Kamera: Andac Karabeyoglu-Thomas
    Schnitt: David J. Achilles, Ana Branea
    mit: Melia Kara, Doğa Gürer, Jale Arıkan, Haydar Şahin, Orhan Kiliç, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Mina Sağdıç 

    Trailer:
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  • Rohbau

    Rohbau

    Ein Film von Tuna Kaptan.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ist es das schlech­te Gewissen, hilf­lo­se Panik, Einsicht oder Angst vor den Konsequenzen, was den Architekten Lutz dazu bringt, die 14-jäh­ri­ge Irsa zurück nach Albanien zu brin­gen? Nach der Pleite sei­nes eige­nen Büros bekam von einem Kollegen gna­den­hal­ber einen Job als Bauleiter bei einem Projekt für Luxuswohnungen. Auch alle erfor­der­li­chen Maßnahmen jen­seits der Grauzone, die zur Einhaltung von Terminen und Ausgaben nötig sind, fal­len in sei­nen Aufgaben- und Verantwortungsbereich, so auch, wie hier, Unfälle.
    Ein ille­gal beschäf­tig­ter Bauarbeiter aus Albanien ver­un­glückt töd­lich und muss unauf­fäl­lig besei­tigt wer­den. Überraschend jedoch ver­schafft sich am nächs­ten Tag Irsa, die jun­ge Tochter des Mannes, des­sen Leiche Lutz gera­de im Fluss ver­senkt hat, Zugang zur Baustelle. Während er gera­de mit einem Investoren-Paar ver­han­delt und Aussicht auf einen beruf­li­chen Neustart im gro­ßen Stil wit­tert, lässt sie nicht locker bei der Suche nach dem Vater. In die Enge gedrängt, macht er sich mit dem Mädchen auf Richtung Süden.
    Angenehm zurück­hal­tend, ohne spek­ta­ku­lä­re Szenen erzählt erzählt der Film von unge­heu­er­li­cher, aber all­täg­li­cher Realität:
    „Die Baubranche mit ihren vie­len ille­gal beschäf­tig­ten unsicht­ba­ren ArbeiterInnen bil­det die Kulisse für Lutz und Irsa. Der tra­gi­sche Unfall in der Hafencity Hamburg im November 2023 mit fünf Toten ver­deut­licht die Vulnerabilität ille­gal beschäf­tig­ter MigrantInnen, ins­be­son­de­re derer aus Herkunftsländern, die weder EU- noch Schengen-Mitglied sind. Irsas Suche nach ihrem Vater und ihrem Grundbedürfnis nach einem Dach über dem Kopf ste­hen im kras­sen Kontrast zu Lutz‘ Streben nach beruf­li­chem Erfolg. Die erzwun­ge­ne Verbindung zwi­schen ihnen wirft Fragen nach Schuld und dem System der Ausbeutung auf…“
    Tuna Kaptan

    Credits:

    DE 2023, 86 Min., Deutsch, Englisch, Albanisch mit dt. UT
    Regie: Tuna Kaptan
    Kamera: Ben Bernhard
    Schnitt: Beatrice Babin
    mit: Angjela Prenci, Peter Schneider

    Trailer:
    ROHBAU | Trailer | Kinostart: 26. September 2024
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  • Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin

    Ein Film von Charly Hübner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Charly Hübner hat einen Film über ELEMENT OF CRIME gedreht.
    Dieser Film erzählt die Geschichte und Gegenwart von ELEMENT OF CRIME, es geht um Musik, Freundschaft, eine Haltung zur Welt und über das Geheimnis, wie man über 30 Jahre zusam­men Musik macht. Er folgt der Band auf einer klei­nen Tour durch Berlin, die eigens zu die­sem Zweck orga­ni­siert wur­de und die vom klei­nen Privatclub über SO36, Lido, Admiralspalast zu größ­ten Konzert im OpenAir der Zitadelle Spandau führ­te, immer mit aus­ge­such­tem Support.
    Es ist ein Heimatfilm, dabei auch etwas nost­al­gisch. Es gibt viel 80er/90er und SO 36, nicht mehr exis­tie­ren­de Punkte in Schöneberg, Cafe Swing, Risiko, Kob und berich­tet aus der Zeit, als es nicht cool war, eine Band aus Berlin zu sein, son­dern nur noch Klischee. Wie man die NDW über­leb­te, wie die unter­schied­li­chen Richtungen und Schwerpunkte der ein­zel­nen Bandmitglieder zusam­men­ka­men. Was wich­tig war, ein biss­chen Eingemachtes, wie Musik gemacht und wie gelebt wur­de, und wie sowas heut­zu­ta­ge nur noch als Phrase exis­tiert.
    Für alle, die dabei waren, hät­ten dabei sein, oder ein­fach nur mal schau­en und hören wol­len. Bemerkenswerterweise wer­den die Tracks fast durch­weg – eine Seltenheit in Filmen mit Thema Musik – aus­ge­spielt!
    „Ein Film über uns und dann auch noch auf Tournee, das hat etwas von Tierfilm und wir dann die Tiere, da muss man auf einen guten Regisseur hof­fen und das ist Charly Hübner. Wir wuss­ten, er liebt die Band, wir ver­trau­ten ihm und wir hat­ten Recht damit. Der Film ist toll, ganz anders, als erwar­tet, und das sind immer die bes­ten Filme.“
    Sven Regener

    Credits:


    DE 2024, 93 Min.,
    Regie: Charly Hübner

    Kamera: Casey Campbell
    Schnitt: Christoph Brunner
    mit: Sven Regener, Jakob Ilja, Richard Pappik und Maike Rosa Vogel, Florian
    Horwarth, Isolation Berlin, Von wegen Lisbeth, Steiner & Madlaina, Ansa
    Sauermann

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