Ein Film von Klára Tasovská.
[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]
Ein Fotofilm, montiert aus tausenden Aufnahmen der Fotografin Libuše Jarcovjáková, unterlegt mit Texten aus ihren Tagebüchern. Das Kaleidoskop eines erfüllten Lebens, hart und unerbittlich abgerungen und erkämpft, was möglich schien. Ohne sich zu schonen, um aus dem Vollen schöpfen zu können. All das ist in den schwarz/weißen Momentaufnahmen greifbar und spürbar.
Dem Grau des real existierenden Sozialismus und der Depression nach der Niederschlagung des Prager Frühlings entflieht die Fotografin in die Ritzen, die es damals zumindest in Prag gab. Weil ihre Eltern als unzuverlässig galten, wurde Libuše Jarcovjáková lange das Studium an der Kunstschule versperrt, sie musste sich erst als Arbeiterin bewähren. Schichten in einer Druckerei, dort arbeiten/saufen/schlafen. In Kneipen leben, lange in der einzigen Schwulenbar am Ort. Sprachkurse für vietnamesische Vertragsarbeiter, nackig daheim mit Freunden und noch ein paar Gläser mehr. Die Kamera erlebt alles mit, sachlich, neutral und grobkörnig. Durch einen Zufall kommt sie nach Japan und wird Modefotografin, denn das Leben schreibt die schlechtesten Drehbücher. Dabei wird sichtbar, über welch vielseitiges Repertoire sie verfügt. Aber geleckte Modeaufnahmen liegen ihr eben nicht und sie fährt zurück. Zu Prag und Tokio gesellt sich schließlich West-Berlin, der surreale Ort, der von Oktober bis April ausschließlich in Grautönen existierte. Libuše Jarcovjáková arbeitet hier u.a. als Zimmermädchen, denn als Künstlerin entdeckt und anerkannt wird sie erst sehr spät. Noch bin ich nicht… ist ein wilder Bilderrausch aus der Untersicht, voller Empathie für die, die im Spiegelreflex strahlen.
In welcher Welt lebe ich? Wer bin ich? Wie möchte ich leben? Aus Libuše Jarcovjákovás Werk von zehntausenden Negativen und dutzenden Tagebüchern hat die tschechische Regisseurin Klára Tasovská einen poetischen Filmessay montiert. Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte erzählt von einem besonderen Künstlerinnenleben und einer bewegenden Reise in die Freiheit, die sich über sechs Jahrzehnte spannt und von der sowjetisch „normalisierten“ ČSSR der späten 1960er und frühen 70er über das Ost-Berlin der 80er bis ins Prag nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und von heute führt.




Credits:
Ještě nejsem, kým chci být
CZ/SK/AU 2024, 90 Min., tschechische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Klára Tasovská
Schnitt: Alexander Kashcheev
Trailer:
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[:en]
A film by Klára Tasovská.
[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]
Libuše Jarcovjáková documents her life with analogue photos and diary entries. Her Czechoslovakian homeland is in the repressive phase of “normalisation” after the suppression of the Prague Spring in 1968. The young photographer searches for islands of freedom in Prague as well as her sexual identity; her camera is her constant companion. One of these islands is the T‑Club, a meeting place for the queer scene. When a murder is committed and the police become interested in Libuše’s photos from the club, her personal journey of emancipation is abruptly cut short. She enters into a marriage of convenience and moves to West Berlin. But this new world is also filled with obstacles. Using the last of her money, she flies to Tokyo and, for a short time, becomes a sought-after fashion photographer there. Continuing to search for the life she wants to live, Libuše’s path leads her back to Prague via Berlin after the fall of the Iron Curtain. Using only photographs and the diary entries she reads out herself, the artist – together with the filmmaker – intimately relates her search for identity, everyday struggles, physicality, relationships and emotions




Credits:
Ještě nejsem, kým chci být
CZ/SK/AU 2024, 90 Min., tschechische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Klára Tasovská
Schnitt: Alexander Kashcheev
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