Angelo

Ein Film von Markus Schleinzer. Markus Schleinzer ist am 28.11. zu Gast im fsk-Kino

[Credits] [Termine] [Trailer]

Ihr ers­ter gro­ßer Sieg auf dem Weg, Mensch zu wer­den.“ lobt die Comtess den Jungen nach sei­nem Flötenvortrag, und sie meint das durch­aus aner­ken­nend. Der Junge, den sie auf­zieht, dem sie Manieren und Kuschen bei­bringt und eine sprach­lich-musi­ka­li­sche Ausbildung zukom­men lässt, wur­de vor­her nach ihrem Wunsch auf den Namen Angelo getauft, und noch frü­her mit vie­len ande­ren Leidensgenossen aus sei­ner afri­ka­ni­schen Heimat ver­schleppt, um in Europa ver­kauft zu wer­den. Der jetzt Angelo genann­te kommt im Höfischen unter, wo er als „edler Wilder“ durch­ge­reicht wird. Schlau genug jedoch zu erken­nen, dass es ihn als Sklave viel schlim­mer hät­te tref­fen kön­nen, lässt er vie­les über sich erge­hen, schweigt bei Tafel, hört zu und lernt. Schließlich nutzt er die Lust an der Exotik sei­nes Publikums, des­sen Projektionsfigur er per­fekt ver­kör­pert, zu sei­nem Vorteil, ver­in­ner­licht aber nach und nach sei­nen Stand als „Hofmohr“. Zudem ist ihm natür­lich kei­ner­lei Abweichung von den Erwartungen und Regeln erlaubt. Nachdem die heim­li­che Heirat mit einer wei­ßen Angestellten auf­fliegt, beraubt man ihm sei­ner Privilegien und ent­lässt ihn in die „Freiheit“, wo er durch sei­ne Hautfarbe immer als Außenseiter wahr­ge­nom­men wer­den wird.

Lose ange­lehnt als die Geschichte von Angelo Soliman (1721–1796), der es in Wien als Vorzeigeobjekt zu eini­ger Bekanntheit brach­te, hat Schleinzer (Michael) eine klu­ge Auseinandersetzung mit Kolonialismus und den Folgen geschaf­fen. In kunst­vol­len Tableaus erzählt er von den vie­len Facetten des euro­zen­tri­schen Rassismus und über­führt die fal­sche soge­nann­te Toleranz. Das Schicksal von Angelo Soliman wird damit stell­ver­tre­tend für den Umgang Europas mit ‚dem Anderen‘. Ein hoch­ak­tu­el­ler Stoff, der hier in einer kunst­fer­ti­gen und ana­ly­tisch schar­fen Bilderwelt auf­geht und ein wei­te­rer Beweis für die außer­ge­wöhn­li­che Eigensinnigkeit des öster­rei­chi­schen Kinos.

 

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Credits:

AT/LU 2018, 111 Min., fran­zö­sisch-deut­sche OmU-Fassung
Regie: Markus Schleinzer
Kamera: Gerald Kerkletz
Schnitt: Pia Dumont
mit: Makita Samba, Alba Rohrwacher, Larisa Faber, Kenny Nzogang, Lukas Miko

Termine:

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Trailer:

 

 

Autor: fsk

  • Angelo

    Angelo

    Ein Film von Markus Schleinzer. Markus Schleinzer ist am 28.11. zu Gast im fsk-Kino

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    Ihr ers­ter gro­ßer Sieg auf dem Weg, Mensch zu wer­den.“ lobt die Comtess den Jungen nach sei­nem Flötenvortrag, und sie meint das durch­aus aner­ken­nend. Der Junge, den sie auf­zieht, dem sie Manieren und Kuschen bei­bringt und eine sprach­lich-musi­ka­li­sche Ausbildung zukom­men lässt, wur­de vor­her nach ihrem Wunsch auf den Namen Angelo getauft, und noch frü­her mit vie­len ande­ren Leidensgenossen aus sei­ner afri­ka­ni­schen Heimat ver­schleppt, um in Europa ver­kauft zu wer­den. Der jetzt Angelo genann­te kommt im Höfischen unter, wo er als „edler Wilder“ durch­ge­reicht wird. Schlau genug jedoch zu erken­nen, dass es ihn als Sklave viel schlim­mer hät­te tref­fen kön­nen, lässt er vie­les über sich erge­hen, schweigt bei Tafel, hört zu und lernt. Schließlich nutzt er die Lust an der Exotik sei­nes Publikums, des­sen Projektionsfigur er per­fekt ver­kör­pert, zu sei­nem Vorteil, ver­in­ner­licht aber nach und nach sei­nen Stand als „Hofmohr“. Zudem ist ihm natür­lich kei­ner­lei Abweichung von den Erwartungen und Regeln erlaubt. Nachdem die heim­li­che Heirat mit einer wei­ßen Angestellten auf­fliegt, beraubt man ihm sei­ner Privilegien und ent­lässt ihn in die „Freiheit“, wo er durch sei­ne Hautfarbe immer als Außenseiter wahr­ge­nom­men wer­den wird.

    Lose ange­lehnt als die Geschichte von Angelo Soliman (1721–1796), der es in Wien als Vorzeigeobjekt zu eini­ger Bekanntheit brach­te, hat Schleinzer (Michael) eine klu­ge Auseinandersetzung mit Kolonialismus und den Folgen geschaf­fen. In kunst­vol­len Tableaus erzählt er von den vie­len Facetten des euro­zen­tri­schen Rassismus und über­führt die fal­sche soge­nann­te Toleranz. Das Schicksal von Angelo Soliman wird damit stell­ver­tre­tend für den Umgang Europas mit ‚dem Anderen‘. Ein hoch­ak­tu­el­ler Stoff, der hier in einer kunst­fer­ti­gen und ana­ly­tisch schar­fen Bilderwelt auf­geht und ein wei­te­rer Beweis für die außer­ge­wöhn­li­che Eigensinnigkeit des öster­rei­chi­schen Kinos.

     

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    Credits:

    AT/LU 2018, 111 Min., fran­zö­sisch-deut­sche OmU-Fassung
    Regie: Markus Schleinzer
    Kamera: Gerald Kerkletz
    Schnitt: Pia Dumont
    mit: Makita Samba, Alba Rohrwacher, Larisa Faber, Kenny Nzogang, Lukas Miko

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  • Was gewesen wäre

    Was gewesen wäre

    Ein Film von Florian Koerner von Gustorf.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Paul und Astrid woll­ten ein roman­ti­sches Wochenende in Ungarn ver­brin­gen. Doch als Astrid in einem ande­ren Hotelgast ihre Jugendliebe wie­der­erkennt, wird die Pärchenreise zu Trip in die Vergangenheit.

    WAS GEWESEN WÄRE ist eine kom­ple­xe Ost-West-Geschichte, die vor­sich­tig Gegenwart und Vergangenheit ver­flicht und ein Gefühl dafür ver­mit­telt, wie viel­fäl­tig die Wendeerfahrungen sind und wie vie­le Geschichten aus die­ser Zeit noch uner­zählt. Die Gegenwart spielt in Budapest. Paul (Ronald Zehrfeld) und Astrid (Christiane Paul), bei­de Mitte 40 und seit ein paar Monaten ein Paar, ver­brin­gen dort einen Städteurlaub im Grand Hotel. Für Astrid ist es eine Reise in die Vergangenheit – seit ihrer Ausreise damals aus der DDR über Ungarn in die BRD hat sie die Stadt nicht mehr gese­hen – und für bei­de die Gelegenheit, ein­an­der bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Das war jeden­falls Pauls Idee, doch als Astrid in einem ande­ren Hotelgast ihre Jugendliebe Julius (Sebastian Hülk) wie­der­erkennt, ist die Vergangenheit auf ein­mal prä­sen­ter als geplant. Astrid drif­tet immer wie­der in schö­ne und schmerz­haf­te Erinnerungen ab, und mit Astrid erin­nert sich auch der Film zurück – an eine Party am See, den Ausreiseantrag der bes­ten Freundin, die On-Off Liebesgeschichte mit Julius und den Bruch, der lose Enden hin­ter­las­sen hat. Dass Regisseur Florian Koerner von Gustorf die meis­ten von Christian Petzolds Filmen pro­du­ziert hat, merkt man sei­nem Regiedebüt vor allem an der etwas sprö­den, melan­cho­li­schen Tonlage und den blau-grau­en Alltagsfarben an. Dessen Faible für die Überhöhungen des Genrekinos teilt er dage­gen nicht. Stattdessen erzäh­len von Gustorf und Gregor Sander, der das Drehbuch zu sei­nem eige­nen Roman ver­fass­te, sehr dif­fe­ren­ziert von erwach­se­nen Menschen, die vor­sich­tig, mit Brüchen, Sackgassen, Umwegen und Missverständnissen eine Gegenwart navi­gie­ren, in der die jewei­li­gen Vorgeschichten wie Untiefen im Unsichtbaren prä­sent sind und erst­mal kar­to­gra­fiert wer­den müssen.

    Toni Ohms | indiekino

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    Credits:

    DE 2019, 90 Min.,
    Regie: Florian Koerner von Gustorf
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Mona Bräuer
    mit: Christiane Paul, Ronald Zehrfeld, Sebastian Hülk

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    WAS GEWESEN WÄRE – Trailer HD

     

  • Marriage Story

    Marriage Story

    Ein Film von Noah Baumbach.

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    Es beginnt mit zwei gegen­sei­ti­gen Liebeserklärungen: Was ich am ande­ren mag. Doch es sind nur Aufgaben aus einer Paartherapie und schnell wird klar: das Paar wird sich tren­nen. Sie ist Schauspielerin, er Theaterregisseur. Beide arbei­ten zusam­men in New York im Off-Theater, haben ein Kind und als Sie ein Angebot für eine Fernsehserie in LA annimmt, beginnt das Auseinenderleben bis zur Scheidung. Der Film beglei­tet die­sen Prozess. Erst ver­su­chen es die Beiden im guten, bald gibt es ihre Anwältin, dann sei­nen lie­ben ers­ten Anwalt, spä­ter den aus­ge­buff­ten Zweiten. Der Wechsel von der per­sön­li­chen zur juris­ti­schen Ebene ist für alle schwer zu ertra­gen, wird immer wie­der zurück­ge­fah­ren um wenigs­tens noch eine Basis für das zukünf­ti­ge, unver­meid­li­che Miteinanderumgehen zu bewaren.

    Baumbachs Film ist dabei aber kein Kramer vs. Kramer rel­oa­ded, kein Rosenkrieg. Es sei ihm, schreibt er sel­ber, nicht dar­um gegan­gen, die Geschichte einer zer­bre­chen­den Familie zu erzäh­len, son­dern die Liebesgeschichte in der Trennung zu fin­den. Drehbuch und Dialoge von Noah Baumbach (Frances Ha, Gefühlt Mitte Zwanzig) sind auf den Punkt geschrie­ben – und was Scarlett Johansson und Adam Driver ablie­fern, ist unglaub­lich gros­ses und facet­ten­rei­ches Schauspiel. Sie beherr­schen alle Töne die­ser „Szenen einer Ehe“, die lei­sen, melan­cho­li­schen, die ver­nünf­ti­gen, aber auch die sehr lau­ten, ver­let­zen­den. Noah Baumbachs Virtuosität besteht unter ande­rem dar­in, mir als Zuschauerin kei­ne Seite auf­zu­zwin­gen, kei­ne Sympathien vor­zu­ge­ben. Selbst die gewitz­ten Scheidungsanwälte (Laura Dern & Ray Liotta), die mit har­ten Bandagen kämp­fen, sind nicht nur die unsym­pa­thi­schen Geldfresser. Für Laura Dern als Anwältin Nora gab’s bei einem lei­den­schaft­lich femi­nis­ti­schen Plädoyer sogar Szenenapplaus. Am Ende steht das Ehepaar nicht ein­fach nur vor dem gros­sen Scherbenhaufen sei­ner kaput­ten Ehe – es bleibt auch das Gefühl, trotz­dem als Familie, die sie ja wei­ter­hin sind, sich irgend­wie arran­giert zu haben und bestehen zu kön­nen.“ Brigitte Häring | Sennhausers Filmblog

    Der Film wird von einem gro­ßen Streamingdienst ver­trie­ben, gehört aber defi­ni­tiv auf die (unse­re) Leinwand.

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    Credits:

    USA 2019, 134 Min., engl. OmU
    Regie: Noah Baumbach
    Musik: Randy Newman
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Jennifer Lame
    mit: Scarlett Johansson, Adam Driver, Laura Dern, Alan Alda, Ray Liotta, Julie Hagerty

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  • Bis dann, mein Sohn

    Bis dann, mein Sohn

    Ein Film von Wang Xiaoshuai.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Sein Debutfilm WINTERTAGE, FRÜHLINGSTAGE, der 1993 im Internationalen Forum der Berlinale (und dann auch bei uns im Kino) lief, erin­ner­te ent­fernt an die Novelle Vague. Nach 26 Jahren und vie­len aus­ge­zeich­ne­ten Filmen mehr, wie dem De-Sica-Remake BEJING BICYCLE, ZUO YOU oder CHONGQING BLUES hat Regisseur Wang Xiaoshuai nun ein gera­de­zu epi­sches Werk geschaf­fen, das bei der dies­jäh­ri­gen Berlinale mit dem Preis für die Beste Darstellerin und den Besten Darsteller geehrt wur­de. In BIS DANN MEIN SOHN fol­gen wir über drei Jahrzehnte lang dem aus dem Norden Chinas stam­men­den Ehepaar Liu Yaojun und Wang Liyun, ihren Familienmitgliedern und Freunden. Die gewal­ti­gen Veränderungen in der poli­ti­schen und sozia­len Lage des Landes gehen ein­her mit pri­va­ten Erlebnissen und Schicksalsschlägen. Der Fokus des Films lag für den Regisseur aller­dings weni­ger auf der Geschichte als auf den Gefühlen, und so fol­gen wir kei­ner linea­ren Zeitlinie. Es gin­ge ihm dar­um, wie die Menschen mit ihren Verletzungen umge­gan­gen sind, sie ein­an­der ver­ge­ben und in die Augen schau­en konn­ten, sag­te Wang Xiaoshuai auf der Pressekonferenz. Für uns Zuschauer*innen bedeu­tet das, Taschentücher bereit­zu­hal­ten und sich die­sem wun­der­bar gefilm­ten Melodram ein­fach erge­ben zu kön­nen, ohne das Hirn aus­schal­ten zu müssen.

    Wang Xiaoshuai nimmt sich Zeit: für die Figuren, die Geschichte, die Themen.  Es wird wenig gere­det und doch viel gesagt – über Blicke, Gesten, Bildgestaltung. „Bis dann, mein Sohn“ ist ein Film über Schuld, Vergebung und Versöhnung, der die Menschen in ihrer Zerbrechlichkeit und Stärke in den Mittelpunkt stellt. Und ganz neben­bei erzählt er ein Stück chi­ne­si­sche Zeitgeschichte.„ Jurybegründung „Film des Monats: November 2019”.

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    Credits:

    Di jiu tian chang
    China 2019, 185 Min., chin. OmU
    Regie: Wang Xiaoshuai
    Kamera: Kim Hyun-seok
    Schnitt: Lee Chatametikool
    mit: Wang Jingchun, Yong Mei, Qi Xi, Wang Juan, Du Jiang

    Termine:

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    Trailer:

    BIS DANN, MEIN SOHN – offi­zi­el­ler OmU-Trailer – Kinostart 14.11.2019

     

  • Midnight Traveler

    Midnight Traveler

    Einmalige Vorführung des Kotti e.V. (mit beschränk­tem Kartenverkauf)

    Eine Todesdrohung der Taliban zwingt den afgha­ni­schen Regisseur Hassan Fazili und sei­ne Frau Fatima Hussaini, eben­falls Filmemacherin, im Jahr 2015 zur Flucht. Zusammen mit den bei­den Töchtern Nargis (11) und Zahra (6) hof­fen sie auf Sicherheit im fer­nen Europa. Mit dem Blick von Filmemachern fil­men sie die Reise über die Balkanroute und die unge­wis­sen Aufenthalte in ver­schie­de­nen Flüchtlingslagern mit ihren Mobiltelefonen. Familiärer Humor und ihr Ziel geben ihnen Kraft, ihre schwie­ri­ge Situation zu dokumentieren.

    Dok., USA / Großbritannien / Katar / Kanada 2019, 87′, Englisch, Farsi

    Auszeichnungen:
    Sundance Film Festival 2019
    World Cinema Documentary Special Jury Award

    Berlinale Panorama
    Lobende Erwähnung der Friedensfilmpreis-Jury
    Publikumspreis 2. Rang

    Visions du réel: Grand Angle – Prix du Public

  • The Kindness of Strangers

    The Kindness of Strangers

    Ein Film von Lone Scherfig.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Mit ihren zwei Söhnen auf der Rückbank kommt Clara im win­ter­li­chen New York an. Was für die Kinder als Abenteuer getarnt wird, stellt sich bald als Flucht vor dem gewalt­tä­ti­gen Ehemann und Vater her­aus. Er ist Polizist, und Clara ver­sucht ver­zwei­felt, sei­nen Nachstellungen zu ent­kom­men. Die drei besit­zen wenig mehr als ihr Auto, und als das abge­schleppt wird, ste­hen sie mit­tel­los auf der Straße. Doch die kal­te Großstadt zeigt Güte: Auf der Suche nach Zuflucht begeg­net die Familie der selbst­lo­sen Krankenschwester Alice, die für Betten in einer Notunterkunft sorgt. Beim Mundraub in dem rus­si­schen Restaurant Winter Palace lernt Clara den Ex-Häftling Marc ken­nen, der die Chance bekom­men hat, den Laden in altem Glanz erstrah­len zu las­sen. Das Winter Palace wird zum Ort der uner­war­te­ten Begegnungen von Menschen, die in der Krise ste­cken und in schick­sal­haf­ten Wendungen zusam­men­fin­den. Mit viel Gespür für ihre Figuren erkun­det Lone Scherfig mensch­li­ches Verhalten unter extre­men Bedingungen. Dabei zeigt sich die vol­le Härte des Lebens im urba­nen Dschungel, aber auch, was wach­sen kann, wenn sich Fremde freund­lich und mit offe­nem Herzen gegenübertreten.

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    Credits:

    DK/CA/SE/DE/FR 2019, 112 Min., engl. OmU
    Regie, Buch: Lone Scherfig
    Kamera: Sebastian Blenkov
    Schnitt: Cam McLauchlin
    mit: Zoe Kazan, Andrea Riseborough, Tahar Rahim, Caleb Landry Jones, Jay Baruchel, Bill Nighy

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  • Mein Ende. Dein Anfang.

    Mein Ende. Dein Anfang.

    Ein Film von Mariko Minoguchi.

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    Nora, noch nicht lan­ge mit ihrem Freund zusam­men, muss nach sei­nem plötz­li­chem und gewalt­sa­men Tod , die­se Zäsur in ihrem Leben ver­ar­bei­ten. Nach Versuchen alles zu ver­drän­gen, beginnt sie lang­sam den Verlust anzunehmen.
    Gleichzeitig, in der sel­ben Stadt, sorgt sich Natan um sei­ne Tochter, die unter einer schwe­ren Krankheit lei­det, deren Behandlung für ihn unbe­zahl­bar ist.
    Wie die­se bei­den Geschichten, unter­füt­tert von rela­ti­vi­täts­theo­re­ti­schen Überlegungen, zuein­an­der fin­den und das Leiden der Beteiligten einen even­tu­el­len Trost erfah­ren, ist die gro­ße Kunst die­ser Erzählung, ohne dabei durch ihre Fülle und Komplexität auseinanderzustreben.
    Ein Film, der sich aus vie­len klei­nen Szenen und Momenten ele­gant in ein Ganzes zusam­men­fügt, dabei mit­hil­fe von Parallelmontagen und Rückblenden schein­bar Verwirrung stif­tet und doch als Erzählung wun­der­bar har­mo­nisch wirkt, wobei die Geschichte aller­dings alles ande­re als kon­flikt­frei ist: Eine Liebesgeschichte und gleich­zei­tig ein Kriminaldrama. Dabei gelingt es ihm, die zeit­wei­li­gen Orientierungslosigkeit der Protagonisten auf den Zuschauer zu über­tra­gen, um sich dann doch hier und da ein Innehalten, die Möglichkeit in ruhi­ges Fahrwasser zu kom­men, offenzuhalten.

    In München zeigt sie nun ihr ful­mi­nan­tes Spielfilmdebüt, ein sel­ten inten­si­ves Kinoerlebnis, stän­dig in Bewegung, intim und nah dran, ohne Angst vor Pathos. Gleich am Anfang insze­niert Minoguchi einen Banküberfall und einen Todesfall, der die Hauptfigur ins Wanken bringt – und für einen kur­zen Moment mag man ver­wun­dert inne­hal­ten, was doch alles in deut­schen Filmen mög­lich ist, wenn dahin­ter ein unbe­ding­ter Erzählwille steckt.
    Minoguchi hat das Drehbuch samt Zeitsprüngen und irren Koinzidenzen selbst ver­fasst, sie über­höht das Eigenartige und das Merkwürdige und lässt es zu einer roman­ti­schen Erzählung epi­schen Ausmaßes anwach­sen. „Mein Ende. Dein Anfang.” ist ein Werk, das sehr dar­auf ver­traut, dass das Kino als Affektraum bespielt wer­den kann und es dafür Mechanismen gibt. Dass die­ses Kalkül auf­geht, ist eine umso grö­ße­re Überraschung – die wohl schöns­te in die­sem Münchner Jahrgang.“
    Frédéric Jaeger

     

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    Credits:

    DE 2019, 111 Min., OmeU
    Regie: Mariko Minoguchi
    Kamera: Julian Krubasik
    Schnitt: Andreas Menn,
    mit: Saskia Rosendahl, Julius Feldmeier, Edin Hasanovic, Jeanette Hain, Lilly Forgach

    Termine:

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    MEIN ENDE. DEIN ANFANG. | Trailer | deutsch/german

     

  • Eine eiserne Kassette

    Eine eiserne Kassette

    Ein Film von Nils Olger.

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    Von sei­ner Großmutter erhält Nils Olger nach dem Tod des Großvaters eine Kassette. In ihr lie­gen Rollen mit Fotonegativen. »Da hast du nun alle unse­re Geheimnisse«, sagt sie. Die Bilder las­sen ahnen, wor­an der Großvater als SS-Angehöriger im zwei­ten Weltkrieg betei­ligt war. Olger folgt der Spur der Negative und begibt sich an ihre Entstehungsorte. Nach Österreich, Ungarn und Italien. Es ist der Versuch des Nachgeborenen, sei­ne Erinnerungen an den Großvater um die von ihm ver­schwie­ge­nen Elemente zu ergän­zen und mit­hil­fe der Negative ein voll­stän­di­ge­res Bild ent­ste­hen zu lassen.

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    Credits:

    AU/DE 2018, 102 Min., Deutsch, Italienisch, Ungarisch, Rumänisch OmU
    Regie: Nils Olger
    Drehbuch: Nils Olger
    Kamera: Nils Olger, Juri Schaden, Thomas Marschall
    Schnitt: Nils Olger

     

    Termine:

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    Trailer:

    Eine eiser­ne Kassette – offi­zi­el­ler Trailer from bit­ters­weet GmbH on Vimeo.

     

  • The Gold Diggers (1983) + Performance:  Confessions of am actress

    The Gold Diggers (1983) + Performance: Confessions of am actress

    Ein Film von Sally Potter mit anschlie­ßen­der Performance CONFESSIONS OF AN ACTRESS von Susanne Sachsse. Am  Mittwoch, 23.10. um 20 Uhr im fsk

    THE GOLD DIGGERS (1983) ist das erstaun­li­che Debut von Regisseurin Sally Potter (Orlando, Tango Lesson, The Party), den sie mit einer rein weib­li­chen Crew insze­nier­te und zu den Schlüsselfilmen der 80-er Jahre gehört. Der sw-Film erzählt von zwei Frauen auf der Suche nach ihrer eige­nen Art von Gold. „Ich betrach­te die­sen Film als ein Musical, das eine weib­li­che Suche beschreibt. Während des Arbeits- und Herstellungsprozesses tra­ten die­sel­ben Fragen auf, die der Film sich zu stel­len bemüht: Fragen nach den Beziehungen zwi­schen Gold, Geld und Frauen; nach der Einbildung, Frauen sei­en macht­los; nach der tat­säch­li­chen und der inne­ren Suche nach Gold; nach der Bildsprache des Unbewussten und sei­ner Beziehung zu der Macht des Films; wir rufen uns die Kindheit und die Erinnerungen vor Augen und betrach­ten die Filmgeschichte als kol­lek­ti­ves Gedächtnis der Bilder, die wir von uns haben und die man sich von uns als Frauen macht.” (Sally Potter)

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    Credits:

    GB 1983 82 Min. engl. OV • Regie: Sally Potter • Drehbuch: Lindsay Cooper, Rose English, Sally Potter • Kamera: Babette Mangolte • Kostüm: Rose English • Musik: Lindsay Cooper • Mit: Julie Christie, Collette Laffont

    Termine:

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  • PJ Harvey – A Dog called Money

    PJ Harvey – A Dog called Money

    Ein Film von Seamus Murphy.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Musikfilm, Reisefilm, Spurensuche und das Ergebnis der Begegnungen zwei­er sehr unter­schied­li­cher Künstler. Seamus Murphy ist haupt­säch­lich Fotograf und recher­chiert oft in soge­nann­ten Krisengebieten. Seine Arbeiten doku­men­tie­ren die Schattenseite, aber er ver­zich­tet auf die Perspektive des Fotoreporters, der vor­geb­lich das vor­ge­fun­de­ne fest­hält, ohne zu kom­men­tie­ren oder gar zu ästhe­ti­sie­ren. Murphy arbei­tet vor­wie­gend in S/W, sei­ne Bilder kön­nen sich im Auge des Betrachters wie Landschaften ent­fal­ten. Ähnlich wie Musik das kann, für mich sind eini­ge Alben von P J Harvey genau so: Let England shake und die gemein­sams­ten Arbeiten mit John Parish, Dance hall at lou­se point und A woman a man wal­ked by (cita­ti­on nee­ded). Die Kooperation Harvey/Murphy führ­te über sei­ne Kurzfilme zu den Songs von Let England. Shake zu gemein­sa­men Reisen. Dabei ent­stand ein Buch und schließ­lich P J Harveys aktu­el­les Album Hope six demo­liti­an pro­ject. Aufgenommen wur­de in einem mobi­len Studio, Kunstbesucher des Sommerset House in London konn­ten den Musikern bei den Aufnahmen zuschauen/zuhören. .

    Natürlich gab es den kri­ti­schen Vorwurf, hier latscht eine Musikerin durch Kabul oder auf der fal­schen Seite der Straße in Washington D.C., kurz hin­term Kapitol etc,. Dann wird aus Elend Kunsthandwerk gemacht. Natürlich darf Musik seit lan­gem genau so ernst genom­men wer­den wie Fotografie oder Film oder Buch. Musik ist eman­zi­piert und nicht nur Jukebox. Die Frage, war­um sehe ich auf Murphys Seite die­se Bilder an und war­um zei­gen wir die­se Filme und war­um schaut die dann wer, ist eine andere.

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    Credits:

    IR/GB 2019, 90 Min., engl. OmU
    Regie, Buch: Seamus Murphy
    Kamera: Seamus Murphy
    Montage: Sebastian Gollek
    mit: PJ. Harvey

    Termine:

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