Achtung Berlin! 2026

Das Filmfestival Achtung Berlin!, bei dem wir mitt­ler­wei­le zum ach­ten Mal Spielort sind, prä­sen­tiert zwar Produktionen aus Berlin und Brandenburg, ist aber nicht an den Ort gebunden.

Nach allen Filmvorstellungen folgt ein Q&A mit dem Filmteam.
Das Programm im fsk:


Samstag, 18.4.

16:00 Gropiusstadt Supernova (Wettbewerb Spielfilm)
DE 2025, 82 Min.
Sprache [deutsch], [tur­kisch], [ara­bisch] UT [eng­lisch]
Regie, Buch: Ben Voit

Berlin-Gropiusstadt, eine Plattenbausiedlung am Stadtrand. Es ist der letz­te Tag des Jahres, auf­ge­la­den mit gro­ßen Erwartungen und den Raketen der Ungeduldigen. Drei Menschen ste­hen vor einem Wendepunkt: Tarik erhält einen Brief zu sei­ner bevor­ste­hen­den Abschiebung, Stella die Zusage für eine Schauspielschule im Ausland und Luan erwacht aus einem Albtraum, in dem er von bei­den zurück­ge­las­sen wird. Nachdem sein Bruder ver­schwun­den ist und ein miss­glück­ter Überfall das Viertel in Aufruhr ver­setzt, befürch­tet er das Schlimmste. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um Tariks Schicksal abzu­wen­den. Doch je mehr er ver­sucht, den Lauf der Dinge auf­zu­hal­ten, des­to wei­ter drif­tet er selbst ins Abseits.


Sonntag, 19.4.

16:00 A jewish pro­blem (Wettbewerb Dokumentarfilm)
DE 2025, 79 Min.,
Sprache [eng­lisch], [hebrä­isch] UT [eng­lisch]
Regie, Buch: Ron Rothschild

Von 2007 bis 2010 dien­te Ron als Kameramann für die israe­li­sche Armee. Heute lebt er in Berlin, und der Krieg scheint weit ent­fernt – doch die Spuren sei­ner Heimat, Erinnerungen an Palästina und das Echo der Gewalt sind all­ge­gen­wär­tig. Begleitet von sei­ner Stimme wer­den wir Zeug:innen eines schmerz­haf­ten, per­sön­li­chen Schicksals von Vertreibung – zwi­schen Berlin, Palästina und Israel. Aufnahmen der Gespräche mit sei­ner Großmutter, Familienarchive und Filmmaterial aus sei­ner Zeit in den besetz­ten Gebieten, ergän­zen sich zu einem Film, der sich zwi­schen Vergangenheit und Gegenwart, zwi­schen per­sön­li­chem Erinnern und kol­lek­ti­ver Geschichte situ­iert. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit im Exil pro­vo­ziert wider­sprüch­li­che Gefühle und offe­ne Fragen, denen sich Ron stellt, ohne sie aufzulösen.


Sonntag, 19.4.

18:30 Weisser Rauch über Schwarze Pumpe (Wettbewerb Dokumentarfilm)
DE 2025, 89 Min.,
Sprache [deutsch] UT [eng­lisch]
Regie, Buch: Martin Gressmann

Die alten Bilder rie­chen nach Phenol und Braunkohlestaub: Das Frühjahr 1991 im Energiedreieck der DDR um die Orte Spremberg, Hoyerswerder und Schwarze Pumpe – Verzweiflung von kurz vor der Entlassung ste­hen­den Arbeiter*innen. Heute hat sich das Erscheinungsbild der Kohlekraftwerke geän­dert. Es sind nur noch zwei Kühltürme da, das eigent­li­che Braunkohlenwerk ist ver­klei­det. Die von wei­tem sicht­ba­re Dampfschleppe der Türme, die ewi­gen Braunkohlezüge – ein sich in die Landschaft fres­sen­de Tagebau ist geblie­ben. Die Bergleute – jetzt kurz vor oder schon in Rente – äußern sich zu wech­sel­haft ver­lau­fen­den Arbeitsjahren. Mit Rente und Familienschicksal über­wie­gend zufrie­den, sehen sie die Entwicklungen zu nicht-fos­si­ler Energie und den Strukturwandel meist kritisch.



Sonntag, 19.4.

20:45 Das Glück der Tüchtigen (Wettbewerb Spielfilm)
DE 2025, 104 Min.,
Sprache [deutsch] UT [eng­lisch]
Regie: Franz Müller, Buch: Franz Müller, Marcus Seibert

Mira hat das, was man ein gutes Leben nennt: Vor kur­zem hat sie die Position der Managerin in einem Supermarkt über­nom­men, die lie­be­vol­le Beziehung zu ihrem Mann und den bei­den Töchtern geben ihr Unterstützung und Kraft. Dann wird ein ein­zi­ger Moment der Schwäche, in dem Mira sich nicht dazu durch­rin­gen kann, ehr­lich zu sein, zum Auslöser für eine Kaskade von Halbwahrheiten und Lügen. Ihr Leben wird zu einem Kampf, der ver­hin­dern soll, dass alles zer­bricht. Als wäre das nicht genug, hört sie in ihrem Kopf immer wie­der die Stimme ihrer bour­geoi­sen Mutter, die sie davon über­zeu­gen möch­te, dass sie sich zu nied­ri­ge Ziele gesetzt hat.


Montag, 20.4

18:30 Active Vocabulary (Wettbewerb Dokumentarfilm)
DE 2025, 82 Min.
Sprache [eng­lisch], [deutsch], [rus­sisch], [kir­gi­sisch] UT [eng­lisch]
Regie, Buch: Yulia Lokshina

Eine Frau mit Plastiktüten an den Füßen steht im Wald, am Rand von Moskau. Sie ist ehe­ma­li­ge Lehrerin. Es ist Winter und alles vol­ler Schnee. Um sie her­um sind jun­ge Tagelöhner aus Zentralasien, die die­sen Wald abhol­zen sol­len. Die Frau ver­tei­digt mit aller Kraft den Wald. Der Wald soll dem Bau einer neu­en Schule wei­chen. Die Schule wie­der­um wird zur Trägerin der Staatsideologie wer­den, die die äuße­re mili­tä­ri­sche Expansion legi­ti­mie­ren soll. Es ist Mitte Februar 2022. Es ist kurz vor dem Krieg, Die Gesetzeslage ver­schärft sich, Lehrkräfte und Schüler*innen tre­ten in gegen­sei­ti­ge Beobachtung: Kurz nach der Invasion spricht sich eine jun­ge rus­si­sche Lehrerin gegen den Krieg aus. Sie wird heim­lich auf­ge­zeich­net und von einer Schülerin denun­ziert. Sie flieht nach Berlin, wo eine deut­sche Schulklasse ihren Fall nach­stellt und zu ver­ste­hen ver­sucht, wie es zu dem Verrat kam. Der Film folgt die­sen Ereignissen, um über Prozesse der poli­ti­schen Überwältigung und die Bedingungen des Widerstands nachzudenken.


Montag, 20.4


20:45 WB ML 5, Dear Ellis (KF)
13 Min.
Sprache [man­da­rin] UT [eng­lisch]
Regie: Yinuo Wang

und

The Plant from the Canaries
66 Min.
Sprache [korea­nisch], [eng­lisch], [deutsch] UT [eng­lisch]
Regie: Lan-Xi Ruan,

May, eine drei­ßig­jäh­ri­ge Drehbuchautorin in Berlin, gerät aus dem Gleichgewicht, nach­dem ihr Partner aus­ge­zo­gen ist. Sie beginnt eine Therapie und ver­lässt kaum noch die Wohnung. Schlaflose Nächte brin­gen sie in Erinnerungen zurück zu ihrer Jugend in Seoul, wo sie ein­mal einen streu­nen­den Hund auf­ge­nom­men hat. Sie ver­traut sich einer Freundin an und erkennt, dass ihr Abschiede schwerfallen.


Dienstag, 21.4.


18:30 Sechswochenamt (Wettbewerb Spielfilm)
DE 2025, 98 Min.,
Sprache [deutsch] UT [eng­lisch, deutsch – dual]
Regie, Buch: Jacqueline Jansen

Nach dem Tod ihrer Mutter ver­bringt Lore sechs Wochen in der rhei­ni­schen Heimat, um der Verstorbenen ihren letz­ten Wunsch zu erfül­len. Dabei muss sie sich gegen fest­ge­fah­re­ne Familienstrukturen und eine Bürokratie, die von der ers­ten Covid-Welle gelähmt ist, behaup­ten. Sechs Wochen Ausnahmezustand. Sie fan­gen an zu ver­strei­chen, und es scheint, dass Lore in einer absur­den Symbiose mit der pan­de­mi­schen Ausnahmesituation zu leben beginnt. Sechs Wochen, in denen sie lernt, ihre Trauer zuzu­las­sen, um nicht von ihr auf­ge­fres­sen zu wer­den. In denen sie erfährt, dass die Endlichkeit des Lebens geplant wer­den muss und dass es kei­ne Antwort auf die Frage gibt: Wie trau­ert man richtig.


Dienstag, 21.4.


20:45 Nichts bleibt und nichts ver­schwin­det (Wettbewerb Dokumentarfilm)
DE 2026, 79 Min.
Sprache [deutsch], [eng­lisch], [rumä­nisch] UT [eng­lisch, deutsch – dual]
Regie, Buch: Paul Sonntag

Eine Straßenecke in Berlin-Moabit ver­än­dert sich: Aus einem altern­den Supermarkt wird eine Baustelle, wird ein Neubau. Regale wer­den ein­ge­räumt, Wände abge­ris­sen, Pause gemacht und Geld gezählt. Die Menschen, die hier arbei­ten, las­sen den Ort ent­ste­hen und ver­ge­hen. In wel­cher Beziehung ste­hen sie zu ihm? Wie bestimmt er die Umstände ihrer Arbeit? Über einen Zeitraum von fünf Jahren unter­sucht der Film mit Geduld, Humor und lie­be­vol­lem Blick das Verhältnis zwi­schen Konstanten und Veränderung am Ort. Verschiedene Versionen des Ortes über­la­gern sich und fin­den zwi­schen Kühlregal, Baugerüst und Sichtbeton gleich­zei­tig statt. Mal spie­le­risch, mal gespens­tisch, kom­men dabei Wiederholungen zum Vorschein, wie Echos zwi­schen den Welten.



Mittwoch, 22.4.

18:30 Im Licht der Sandbank (Wettbewerb Dokumentarfilm)
DE 2025, 75 Min.
Sprache [deutsch], [eng­lisch], [fran­zö­sisch] UT [eng­lisch]
Regie, Buch: Kilian Helmbrecht
Als Vogelwart ver­bringt Kilian sie­ben Monate allei­ne auf Scharhörn, einer Düneninsel in der Helgoländer Bucht. Seine Aufgaben bestehen aus Vogelzählung, Observierung und dem Sammeln von Treibgut. Das Gespür für die sich stets ver­än­dern­de Landschaft mit ihren Vogelschwärmen am Himmel und dem extrem wech­seln­den Wetter liegt eben­so in den Bildern wie im unge­küns­tel­ten Soundtrack aus Wind, Regen und Vogelrufen. Kontakte nach außen sind rar, aber umso deut­li­cher wirkt das Eindringen der Außenwelt. Vorboten des Klimawandels und Nachrichten aus dem Krieg errei­chen die Insel. In der melan­cho­li­schen Grundstimmung liegt sowohl ein Echo der Einsamkeit als auch die Ahnung, dass die Existenz die­ses Ortes ohne eige­nes Zutun zutiefst bedroht ist. In der genau­en Beobachtung ent­steht ein Sinnbild für das Verschwinden von Vielfalt und wie es beginnt



Mittwoch, 22.4.

20:45 Luisa (Wettbewerb Spielfilm)
DE 2025, 94 Min.,
Sprache [deutsch] UT [eng­lisch]
Regie: Julia Roesler, Buch: Julia Roesler, Silke Merzhäuser
Luisa lebt in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung am Rande einer deut­schen Kleinstadt. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf Flirts und Abenteuer ein. Zunächst unbe­merkt wird Luisa stil­ler – über­ra­schend kommt her­aus, dass sie schwan­ger ist. Sie selbst schweigt dazu, wie es pas­siert ist. Alle wis­sen, dass ihr Freund Anton nicht zeu­gungs­fä­hig ist. Ein Verdacht auf sexu­el­len Missbrauch liegt nahe. Luisa ent­schließt sich, die Schwangerschaft abbre­chen zu las­sen. Es wird poli­zei­lich ermit­telt, ob eine Straftat vor­liegt – die Ermittlungen wer­den zur Belastungsprobe für Luisa, ihre Beziehung zu Anton und die gesam­te Wohngruppe.