Sorry Baby

Sorry, Baby

Ein Film von Eva Victor. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Agnes und Lydie sind seit Studienzeiten eng befreun­det. Während Lydie nach New York zog, besetzt Agnes eine Stelle als Literaturprofessorin an ihrer alten Uni in New England. Trotz des beruf­li­chen Erfolgs scheint ihr Leben im Kontrast zu Lydies still­zu­ste­hen. Nicht nur Wohnort und Beziehungsstatus sind unver­än­dert, sie lebt auch immer noch im glei­chen Häuschen, das sie sich jetzt aber statt mit Lydie mit Katze Olga teilt. Zwischen den leicht­fü­ßig necken­den Gesprächen der bei­den las­sen Lydies Fürsorglichkeit und Agnes’ Unsicherheit erah­nen, dass Agnes nicht ein­fach faul unter der Sofadecke, son­dern unter einem schwe­re­ren Gewicht feststeckt.

In fünf nicht chro­no­lo­gi­schen Kapiteln erzählt Autorin, Filmemacherin und Hauptdarstellerin Eva Victor von einem sexu­el­len Übergriff und den Anstrengungen, die es kos­tet, aus einer trau­ma­ti­schen Schockstarre zurück­zu­fin­den. Feinfühlig insze­niert sie den müh­sa­men, lang­jäh­ri­gen Prozess und die oft über­ra­schen­den Momente von Besserung als Indie-„Traumedy”. Da ent­puppt sich, wäh­rend einer Panikattacke auf einem Restaurantparkplatz, ein schrof­fer Typ als uner­war­tet empa­thi­scher Zuhörer und ein Besuch bei Gericht wird zur Schlüsselszene der Selbstannahme. Warm, wit­zig und tröst­lich ist die Freundschaft zu Lydie, zen­tral für Agnes, um Raum für Heilung zu fin­den. Ein Raum, der ihr Intimität ermög­licht, die sie sonst kaum mehr spürt – außer, wenn sie Katze Olga mit Liebkosungen überschüttet.

Eva Victor balan­ciert als Agnes die Komik des Unbehagens in ihrem Spielfilmdebüt gekonnt aus. Um Bezüge zu Phoebe Waller-Bridges FLEABAG oder Greta Gerwig kommt man im bes­ten Sinne nicht her­um. Auch wenn eini­ge Nebencharaktere zweck­erfül­lend daher­kom­men – ein beson­ders empa­thie­lo­ser Arzt, eine ehr­geiz­zer­fres­se­ne Kollegin – ist SORRY, BABY ein elo­quen­tes und berüh­ren­des Porträt einer Freundschaft und einer Heilung.

Clarissa Lempp | indiekino

Credits:

US 2025, 103 Min., engl. OmU
Regie: Eva Victor
Kamera: Mia Cioffi Henry
Schnitt: Randi Atkins, Alex O’Flinn
mit: Eva Victor, Naomi Ackie, Louis Cancelmi, Kelly McCormack, Lucas Hedges, John Carroll Lynch

Trailer:
SORRY, BABY | Official Trailer (EN/de)
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Archiv: Termine

  • Sorry, Baby

    Sorry, Baby

    Ein Film von Eva Victor. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Agnes und Lydie sind seit Studienzeiten eng befreun­det. Während Lydie nach New York zog, besetzt Agnes eine Stelle als Literaturprofessorin an ihrer alten Uni in New England. Trotz des beruf­li­chen Erfolgs scheint ihr Leben im Kontrast zu Lydies still­zu­ste­hen. Nicht nur Wohnort und Beziehungsstatus sind unver­än­dert, sie lebt auch immer noch im glei­chen Häuschen, das sie sich jetzt aber statt mit Lydie mit Katze Olga teilt. Zwischen den leicht­fü­ßig necken­den Gesprächen der bei­den las­sen Lydies Fürsorglichkeit und Agnes’ Unsicherheit erah­nen, dass Agnes nicht ein­fach faul unter der Sofadecke, son­dern unter einem schwe­re­ren Gewicht feststeckt.

    In fünf nicht chro­no­lo­gi­schen Kapiteln erzählt Autorin, Filmemacherin und Hauptdarstellerin Eva Victor von einem sexu­el­len Übergriff und den Anstrengungen, die es kos­tet, aus einer trau­ma­ti­schen Schockstarre zurück­zu­fin­den. Feinfühlig insze­niert sie den müh­sa­men, lang­jäh­ri­gen Prozess und die oft über­ra­schen­den Momente von Besserung als Indie-„Traumedy”. Da ent­puppt sich, wäh­rend einer Panikattacke auf einem Restaurantparkplatz, ein schrof­fer Typ als uner­war­tet empa­thi­scher Zuhörer und ein Besuch bei Gericht wird zur Schlüsselszene der Selbstannahme. Warm, wit­zig und tröst­lich ist die Freundschaft zu Lydie, zen­tral für Agnes, um Raum für Heilung zu fin­den. Ein Raum, der ihr Intimität ermög­licht, die sie sonst kaum mehr spürt – außer, wenn sie Katze Olga mit Liebkosungen überschüttet.

    Eva Victor balan­ciert als Agnes die Komik des Unbehagens in ihrem Spielfilmdebüt gekonnt aus. Um Bezüge zu Phoebe Waller-Bridges FLEABAG oder Greta Gerwig kommt man im bes­ten Sinne nicht her­um. Auch wenn eini­ge Nebencharaktere zweck­erfül­lend daher­kom­men – ein beson­ders empa­thie­lo­ser Arzt, eine ehr­geiz­zer­fres­se­ne Kollegin – ist SORRY, BABY ein elo­quen­tes und berüh­ren­des Porträt einer Freundschaft und einer Heilung.

    Clarissa Lempp | indiekino

    Credits:

    US 2025, 103 Min., engl. OmU
    Regie: Eva Victor
    Kamera: Mia Cioffi Henry
    Schnitt: Randi Atkins, Alex O’Flinn
    mit: Eva Victor, Naomi Ackie, Louis Cancelmi, Kelly McCormack, Lucas Hedges, John Carroll Lynch

    Trailer:
    SORRY, BABY | Official Trailer (EN/de)
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  • Sehnsucht in Sangerhausen

    Sehnsucht in Sangerhausen

    Ein Film von Julian Radlmaier. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein Ort im Harz im Wechsel der Zeiten: Sensibel und manch­mal absurd zuge­spitzt bringt Julian Radlmaier (Blutsauger, Selbstkritik eines bür­ger­li­chen Hundes) in sei­nem neu­en Film Menschen zusam­men, die in der öffent­li­chen Debatte oft gegen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den.
    Ursula lebt in Sangerhausen von zwei Jobs im Niedriglohnsektor. Die Iranerin Neda war­tet auf und kämpft um einen dau­er­haf­ten Aufenthaltssta­tus. Als ers­te aber ler­nen wir Lotte ken­nen, die vor 230 Jahren als Dienstmagd u.a. den Nachttopf von Novalis lee­ren muss­te. Allen drei Frauen ist ihr Status als Verliererinnen in die­ser Gesellschaft bewusst. Jede sucht sich ihren Ausweg auf ihre Weise. Lotte will nach Frankreich, als sie von der dor­ti­gen Revolution hört, Ursula ver­liebt sich hoff­nungs­los in eine Künstlerin aus der Stadt, die einer ande­ren Klasse ange­hört, und Neda ver­sucht, sich als Influencerin mit Tipps über bil­li­ge Urlaubsziele über Wasser zu hal­ten, was sie nach Sangerhausen führt. Zusammen mit Sung-Nam, einem älte­ren Mann korea­ni­scher Herkunft, und des­sen Wahlenkel Buk gera­ten Ursula und Neda auf Geisterjagd in die nahe Barbarossa-Höhle, in der Lotte einst ver­schwand.
    “… kann roman­ti­sche Sehnsucht einen Ausweg aus dem tris­ten Alltag bie­ten? In sei­ner Komödie ver­bin­det Radlmaier sehr lako­nisch sei­ne stets gegen­wär­ti­ge Kapitalismuskritik mit Ikonen der deut­schen Romantik: der Blauen Blume des Dichters Novalis (Friedrich von Hardenberg) sowie dem Kyffhäuser mit sei­ner Barbarossa-Legende. Der Geist, der den Protagonistinnen Ursula und Neda statt­des­sen erscheint, hat aller­dings einen eher prag­ma­ti­schen Ratschlag parat: „Hört auf zu jam­mern!“
    (Lars Penning | Viennale)

    Credits:

    DE 2025, 90 Min., Deutsch mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie & Schnitt: Julian Radlmaier
    Kamera: Faraz Fesharaki
    mit: Clara Schwinning, Maral Keshavarz, Henriette Confurius, Paula Schindler, Ghazal Shojaei, Kyung-Taek Lie, Buksori Lie, u.a.

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
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  • Sentimental Value

    Sentimental Value

    Ein Film von Joachim Trier. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nora ist fas­sungs­los, als ihr Vater Gustav bei der Beerdigung ihrer Mutter auf­taucht, schließ­lich hat er sei­ne Familie vor vie­len Jahren ver­las­sen. Immer schon war dem einst gefei­er­ten Filmregisseur sei­ne Arbeit wich­ti­ger als sei­ne Töchter gewe­sen, was Nora ihm nicht ver­zei­hen kann. Jetzt kommt er mit einem Script, in dem er ihr, einer Theaterschauspielerin mit zu gro­ßem Lampenfieber, die Rolle sei­ner Mutter auf den Leib geschrie­ben hat. Nora lehnt das offen­sicht­li­che Versöhnungsangebot ent­schie­den ab. Gustav enga­giert dar­auf­hin statt­des­sen den Hollywoodstar Rachel, und beginnt, den Film auf dem alten Familienwohnsitz, wo Nora und ihre Schwester Agnes auf­wuch­sen, mit dem Dreharbeiten – kaum ver­wun­der­lich, dass alte Dynamiken wie­der ins Rollen gera­ten.
    „Ich glau­be, wir woll­ten etwas über Versöhnung, Familie und Zeit machen“, erklär­te Trier auf der Pressekonferenz in Cannes. „Wir befin­den uns jetzt mit­ten im Leben und haben einen grö­ße­ren Überblick über die Lebensspanne eines Menschen. Wir erken­nen, dass hin­ter jedem kom­pli­zier­ten Elternteil oft ein ver­letz­tes Kind steckt. Und wir haben erkannt, dass Gustav Borg, auch wenn er ein kom­pli­zier­ter Vater ist, als Künstler über zwei Ausdrucksweisen ver­fügt. Wir woll­ten über die Verletzlichkeit der Kommunikation spre­chen, über die Unfähigkeit, in einer Familie zu kom­mu­ni­zie­ren, und dar­über, ob Kunst dabei eine Rolle spie­len kann.“
    „Gleich zu Beginn von Sentimental Value wird ein Zuhause nicht über sei­ne Architektur beschrie­ben, son­dern über die Erinnerung. Eine Stimme erin­nert sich an Wände, die einst warm waren, vol­ler Leben – erfüllt von Stimmen, Licht, Streit, Freude. Jetzt ist die Luft still. Die Stimmen sind ver­schwun­den. Und das Haus, einst fast eine Figur für sich, trägt nur noch Echos in sich. In die­sen stil­len Überresten der Vergangenheit legt Joachim Trier den emo­tio­na­len Grundstein für sei­nen bis­her reifs­ten und zärt­lichs­ten Film.“ Mia Pflüger | kino-zeit

    Credits:

    Affeksjonsverdi
    DK/DE/FR/NO 2025, 132 Min., Norwegisch mit deut­schen Untertiteln
    Regie: Joachim Trier
    Kamera: Kasper Tuxen
    Schnitt: Olivier Bugge Coutté
    mit: Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Elle Fanning, Inga Ibsdotter Lilleaas

    Trailer:
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  • Sorry, Baby

    Sorry, Baby

    Ein Film von Eva Victor. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Agnes und Lydie sind seit Studienzeiten eng befreun­det. Während Lydie nach New York zog, besetzt Agnes eine Stelle als Literaturprofessorin an ihrer alten Uni in New England. Trotz des beruf­li­chen Erfolgs scheint ihr Leben im Kontrast zu Lydies still­zu­ste­hen. Nicht nur Wohnort und Beziehungsstatus sind unver­än­dert, sie lebt auch immer noch im glei­chen Häuschen, das sie sich jetzt aber statt mit Lydie mit Katze Olga teilt. Zwischen den leicht­fü­ßig necken­den Gesprächen der bei­den las­sen Lydies Fürsorglichkeit und Agnes’ Unsicherheit erah­nen, dass Agnes nicht ein­fach faul unter der Sofadecke, son­dern unter einem schwe­re­ren Gewicht feststeckt.

    In fünf nicht chro­no­lo­gi­schen Kapiteln erzählt Autorin, Filmemacherin und Hauptdarstellerin Eva Victor von einem sexu­el­len Übergriff und den Anstrengungen, die es kos­tet, aus einer trau­ma­ti­schen Schockstarre zurück­zu­fin­den. Feinfühlig insze­niert sie den müh­sa­men, lang­jäh­ri­gen Prozess und die oft über­ra­schen­den Momente von Besserung als Indie-„Traumedy”. Da ent­puppt sich, wäh­rend einer Panikattacke auf einem Restaurantparkplatz, ein schrof­fer Typ als uner­war­tet empa­thi­scher Zuhörer und ein Besuch bei Gericht wird zur Schlüsselszene der Selbstannahme. Warm, wit­zig und tröst­lich ist die Freundschaft zu Lydie, zen­tral für Agnes, um Raum für Heilung zu fin­den. Ein Raum, der ihr Intimität ermög­licht, die sie sonst kaum mehr spürt – außer, wenn sie Katze Olga mit Liebkosungen überschüttet.

    Eva Victor balan­ciert als Agnes die Komik des Unbehagens in ihrem Spielfilmdebüt gekonnt aus. Um Bezüge zu Phoebe Waller-Bridges FLEABAG oder Greta Gerwig kommt man im bes­ten Sinne nicht her­um. Auch wenn eini­ge Nebencharaktere zweck­erfül­lend daher­kom­men – ein beson­ders empa­thie­lo­ser Arzt, eine ehr­geiz­zer­fres­se­ne Kollegin – ist SORRY, BABY ein elo­quen­tes und berüh­ren­des Porträt einer Freundschaft und einer Heilung.

    Clarissa Lempp | indiekino

    Credits:

    US 2025, 103 Min., engl. OmU
    Regie: Eva Victor
    Kamera: Mia Cioffi Henry
    Schnitt: Randi Atkins, Alex O’Flinn
    mit: Eva Victor, Naomi Ackie, Louis Cancelmi, Kelly McCormack, Lucas Hedges, John Carroll Lynch

    Trailer:
    SORRY, BABY | Official Trailer (EN/de)
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