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  • Die Melodie des Meeres

    Die Melodie des Meeres

    Ein Film von Tomm Moore, ab 24.12. im fsk.

    Als klei­nes Weihnachts-Experiment und zei­gen wir im Abendprogramm einen Animationsfilm, der aber nicht nur Kinder anspre­chen soll­te, in der eng­li­schen Originalfassung mit deut­schen UT.
    Die 6‑jährige Saoirse fin­det die magi­sche Muschel ihrer ver­stor­be­nen Mutter und lauscht ihrer Musik. Ein Märchen beginnt, denn Saoirse ist in Wirklichkeit ein Selkie, ein Seehundmädchen, das an Land lebt. Eine alte iri­sche Sage erzählt von zwei Welten – dem Meer und dem Land –, zwi­schen denen sich Saoirse ent­schei­den muss.
    Die Familie, von der Tomm Moore in sei­nem (nach The Secret of Kells) zwei­ten Animationsfilm erzählt, ist nach dem Tod der Mutter in eine schwe­re Krise gera­ten. Der Vater, ein Leuchtturmwärter, tut alles für sei­ne Kinder – doch Sohn Ben ver­ach­tet die klei­ne Schwester, die er für den Tod sei­ner Mutter ver­ant­wort­lich macht. Zudem hat Saoirse in ihrem Leben noch kein ein­zi­ges Wort gespro­chen. Für die Großmutter ist klar, dass die bei­den weg müs­sen von der klei­nen Insel, und nimmt sie mit in die Stadt. Für Ben ist das ein schwe­rer Schlag. Noch schlim­mer trifft es aller­dings Saoirse, denn sie braucht das Meer.

    »Moores Film ist ein tief berüh­ren­des, durch und durch iri­sches Gegenstück zu Miyazakis „Ponyo – Das gro­ße Abenteuer am Meer“ – also ein Kinderfilm, der nicht nur jun­ge Kinogänger begeis­tert, son­dern auch älte­re Semester sofort ver­zau­bert. In „Die Melodie des Meeres“, der 2015 eine hoch­ver­dien­te Oscarnominierung als Bester Animationsfilm erhielt, zele­briert Moore den Reichtum der kel­ti­schen Mythen und trägt auf best­mög­li­che Weise dazu bei, dass die­se nicht in Vergessenheit gera­ten.« Ulf Lepelmeier | filmstarts.de

    Kritik in der Süddeutschen

    Song of the Sea 
    Irland, Frankreich 2014, 93 Min., engl. OmU 
    Regie: Tomm Moore 
    Musik : Nolwenn Leroy, Bruno Coulais und Kíla 
    mit den Stimmen von David Rawle, Brendan Gleeson, Fionnula Flanagan, Pat Shortt

    Song of the Sea Teaser

    im Kino mit deut­schen Untertiteln

  • Unsere kleine Schwester

    Unsere kleine Schwester

    Die Schwestern Sachi, Yoshino und Chika leben gemein­sam in einem gro­ßen Haus in Kamakura, einer Küstenstadt unweit von Tokio. Zur Beerdigung ihres Vaters, der die Familie vor 15 Jahren ver­las­sen hat, rei­sen die drei jun­gen Frauen aufs Land. Dort tref­fen sie ihre Halbschwester Suzu, die nun auf sich allein gestellt ist. Obwohl sie die schüch­ter­ne 13-Jährige kaum ken­nen, bie­ten sie ihr kur­zer­hand an, zu ihnen nach Kamakura zu zie­hen. Suzu nimmt die Einladung an, und so beginnt für die vier Schwestern ein neu­es Leben, in dem zwar die Vergangenheit ihren Platz hat, aber ein­zig die Gegenwart zählt. Schimmernde Sonnenreflexe auf dem Meer, das leuch­ten­de Laub des Herbstwaldes, ein Feuerwerk, das den Sommer ankün­digt – inmit­ten des Farbenspiels, das die Stadt Kamakura im Zyklus der Jahreszeiten durch­läuft, spielt die Geschichte die­ser vier Schwestern.  Es liegt nahe bei die­ser Geschichte um eine Familie, die zer­fal­len ist und ver­sucht sich neu zu fin­den, an Filme von Yasujiro Ozu zu den­ken. Und in der Tat besticht der Film von Kore Eda, der gewöhn­lich auch die­ses Thema immer wie­der behan­delt, genau­so durch sei­ne ent­schie­de­ne Zurückhaltung bezüg­lich der Dramaturgie und Inszenierung. Auch die Konflikte wer­den nie voll­kom­men aus­ge­spielt, son­dern schwin­gen höchs­tens im Hintergrund (und in den Gesichtern) mit. Dabei wagt der Film sich ganz wun­der­bar auf einen schma­len und fra­gi­len Grad zwi­schen Kitsch und Subtilität.

    OT: Umimachi Diary 

    Japan 2015, japan. OmU, 128 Min. 
    Buch & Regie: Hirokazu Kore-Eda 
    Kamera:  Mikiya Takimoto 
    Schnitt: Hirokazu Kore-Eda 
    Comicvorlage: Akimi Yoshida 
    Darsteller: Haruka Ayase, Masami Nagasawa, Kaho, Suzu Hirose,  Ryô Kase,  Takafumi Igeka

    Our Little Sister – Trailer 【Fuji TV Official】

    im Kino mit deut­schen Untertiteln.

  • Conducta

    Conducta

    Kuba 2014, ein Film von Ernesto Daranas. Ab 7.1. im fsk.

    Der elf­jäh­ri­ge Chala wächst bei sei­ner dro­gen­süch­ti­gen Mutter auf und muss mit mehr oder min­der lega­len Jobs zum Lebensunterhalt bei­tra­gen, zum Beispiel indem er einem Nachbarn, der viel­leicht sogar sein Vater ist, Hunde auf­zie­hen und für blu­ti­ge Wettkämpfe abrich­ten hilft. Kein Wunder, fällt er den Behörden und ande­ren Aufsichtspersonen immer wie­der nega­tiv auf. Durch sei­ne Lebensumstände zwar gewieft, doch nicht abge­stumpft, bewegt er sich zusam­men mit sei­nen Freunden in den lär­mig bun­ten Strassen Havannas wie ein Fisch im Wasser. In der Schule ist er nie um einen Spruch ver­le­gen, in Auseinandersetzungen bleibt er hart, doch but­ter­weich, wenn es um sei­ne Mutter, sei­ne heim­li­che Liebe zu Yeni oder sei­ne ver­ehr­te Lehrerin Carmela geht.

    Carmela, sei­ne eigent­lich schon pen­sio­nier­te Lehrerin, steht dem Jungen mit ihrer Lebensklugheit bei­sei­te, deckt ihn bei brenz­li­gen Situationen, spricht mit ihm, nicht ohne gleich­zei­tig den Eltern ins Gewissen zu reden, sich bes­ser um ihn zu küm­mern. Als sie nach einem Zusammenbruch län­ger aus­fällt, beschließt das Schulteam, dass Chala in ein Erziehungsheim muss. Gegen die­sen Entscheid und ande­re Veränderungen an der Schule wehrt sich Carmela bei ihrer Rückkehr vehe­ment, auch wenn damit ihr eige­nes Verbleiben an der Schule auf dem Spiel steht.

    Die Erziehung ist für jedes Land von grund­sätz­li­cher Bedeutung. Wie die Bildung in einem Land struk­tu­riert ist, auf wel­che Kriterien sie sich stellt, bestimmt zu einem gro­ßen Ausmaß die Gesellschaft, die wir in der Zukunft haben wer­den. In Bezug auf Kuba inter­es­sier­te uns beson­ders die Aufgabe der Lehrkraft im ursprüng­li­chen Sinn. Der Lehrer oder die Lehrerin ist jemand, der das Wissen einer bestimm­ten Materie ver­mit­teln kann, der umfas­sen­de Pädagoge gibt dar­über hin­aus Werte und Gefühle wei­ter, was im Film über die Figur von Carmela auf­ge­grif­fen wird. Dieser Typ von Schullehrer ist welt­weit in Krise, wie wir fest­stel­len konn­ten. Bildungssysteme grün­den heute
    Mechanismen, die zwar in jedem Land eine eige­ne Ausprägung haben, die­se Funktion aber ten­den­zi­ell zuneh­mend beschnei­den. Im Interesse der ein­zel­nen Gesellschaft wer­den eine Reihe von Kriterien auf­ge­stellt, die den Handlungsspielraum des klas­si­schen Lehrers immer mehr einschränken.
    Natürlich erhält die­ses System in Kuba einen ganz eige­nen Zuschnitt, und natür­lich spie­len sozia­le Bedingungen eine Rolle. Unser Land lebt seit qua­si 25 Jahren in einer per­ma­nen­ten Wirtschaftskrise, das hin­ter­lässt Spuren und hat Auswirkungen vor allem auf die jun­ge Generation, und da zual­ler­erst auf Kinder aus ein­fa­chen Verhältnissen, dar­auf, wie sie das Leben anpa­cken. Oft gibt es zuhau­se Probleme und drän­gen wirt­schaft­li­che Nöte. Gerade sie soll­ten in der Schule nicht noch­mals auf solch nega­ti­ve Mechanismen sto­ßen, son­dern – das wäre wün­schens­wert und wich­tig – auf jeman­den wie Carmela.” Ernesto Daranas

    Kuba 2014, 108 Min., spa­ni­sche OmU
    Buch und Regie: Ernesto Daranas
    Kamera: Alejandro Pérez
    Schnitt: Pedro Suárez 

    Mit Alina Rodríguez, Armando Valdés Freire, Silvia Aguíla, Yuliet Cruz, Armando Gomez

    Trailer „Conducta”
  • Dirigenten – Jede Bewegung zählt!

    Dirigenten – Jede Bewegung zählt!

    Am 31.1.
    Seit 2002 fin­det in Frankfurt am Main der Georg Solti Dirigentenwettbewerb statt, für den sich jun­ge Dirigenten bewer­ben kön­nen. Aus hun­der­ten Bewerbungen wer­den 24 ein­ge­la­den, die mit loka­len Orchestern arbei­ten und vor den Augen einer Jury ihre Fähigkeiten unter Beweis stel­len müssen.
    Fünf der Teilnehmer am Wettbewerb von 2008 beob­ach­te­te Götz Schauder für sei­ne Dokumentation: Den erst 20 Jahre alten Usbeken Aziz Shokhakimov, einer der jüngs­ten Teilnehmer aller Zeiten, der den­noch schon ein enor­mes Selbstvertrauen an den Tag legt. Die aus Mexiko stam­men­de, in New York arbei­ten­de Alondra de la Parra, den erfah­re­nen Engländer James Lowe, den kopf­las­ti­gen Deutschen Andreas Hotz und den spä­te­ren Gewinner des Wettbewerbs, den Japaner Shizuo Kuwahara.

    Letztlich bleibt es ein Geheimnis, war­um der eine diri­gie­ren kann und der
    ande­re nicht”, sag­te Sir Georg Solti.

    Deutschland 2015, 84 Min., OmU
    Buch, Regie, Schnitt: Götz Schauder
    Produktion: Hubertus Siegert
    Kamera: Mark Liedtke, Cornelia Schendel, Nina Werth, Bahman Kormi, Rainer Krausz,
    Anna Berger
    Mitwirkende: Aziz Shokhakimov, Alondra de la Parra, James Lowe, Andreas Hotz, Shizuo Z Kuwahara

  • Sture Böcke

    Sture Böcke

    Island 2015, ein Film von Grímur Hakonarson. Ab 1.1. im fsk.

    Man könn­te ihn auch „Von Menschen und Schafen“ nen­nen, oder „Männer, die auf Schafe star­ren“, spie­len doch die lie­bens­wert-ein­fa­chen Einschlafhilfen eine wich­ti­ge Rolle in die­sem Film. Die eigent­li­chen „Sturen Böcke“ jedoch sind hier Kiddi und Gummi, 2 Brüder, die zwar Hof an Hof woh­nen, aber seit 40 Jahren kein Wort mehr mit­ein­an­der gere­det haben. Sie leben im rau­en Norden Islands, wo nicht viel wächst und die Schafzucht über­le­bens­wich­tig ist. Nach einem durch­aus lus­ti­gen anzu­schau­en­den, aber für die Beteiligten sehr erns­ten Zuchtwettbewerb, den Kiddi mit sei­nem Bock gewinnt, schaut sich sein Bruder miss­trau­isch und eifer­süch­tig heim­lich des­sen Schafe an. Er meint, eine Krankheit zu ent­de­cken und schal­tet das Veterinäramt ein, und trau­ri­ger­wei­se geht die Sache aber nach hin­ten los.

    aus­ge­zeich­net mit dem Prix „Un Certain Regards“, Cannes 2015 und nomi­niert für den Europäischen Filmpreis

    »Die Bilder des nor­we­gi­schen Kameramanns Sturla Brandth Grovlen … set­zen die spek­ta­ku­lä­ren Landschaften Islands in bril­lan­tes Licht, aber ohne die­se zu über­hö­hen, ihnen ein Pathos zuzu­schrei­ben, dass sich auf die Figurenkonstellation über­tra­gen soll.

    Es ist bemer­kens­wert, wie unprä­ten­ti­ös Hakonarson erzählt, mit bewuss­tem Einsatz der fil­mi­schen Mittel, aber ohne die­se auch nur in einem Moment aus­zu­stel­len. Mit ganz weni­gen Worten ent­wi­ckelt sich die Geschichte, mehr als Sprache erzäh­len die Gesichter der Schauspieler vom Leben, von Konflikten, deren Ursachen längst ver­ges­sen sind und von einer Art Versöhnung, die red­se­lig und rühr­se­lig hät­te sein kön­nen. So prä­zi­se Grímur Hakonarson sei­nen Film begon­nen hat, so bringt er ihn auch zu Ende und fin­det ein wun­der­ba­res Schlussbild in einem an bemer­kens­wer­ten Momenten ohne­hin rei­chen Film.« Michael Meyns | programmkino.de

    Zur Preview am Sonntag, den 13.12.2015  um 13:00 Uhr. erwar­ten wir den Regisseur Grimur Hákonarson sowie die bei­den Hauptdarsteller Sigurður Sigurjónsson und Theodór Júlíusson, dazu den Kameramann Sturla Brandth Grøvlen  (Deutscher Filmpreis – Beste Kamera für VICTORIA), den Produzenten Grímar Jónsson  und den Komponisten Atli Örvarsson.
    Moderieren wird der Filmjournalist Jörg Taszman.

    OT: Hrútar
    Island 2015 93 Min. isl. OmU
    Regie, Buch: Grímur Hakonarson
    Kamera: Sturla Brandt Grovlen
    Schnitt: Kristján Loðmfjörð
    mit Sigurdur Sigurjónsson, Theodór Júlíusson, Charlotte Böving, Gunnar Jónsson, Sveinn Ólafur Gunnarsson

  • Results

    Results

    Ein Film von Andrew Bujalski.

    Danny will Veränderung, auch der Körper soll anders wer­den und dafür bezahlt er das Fitnessstudio gleich mal Jahre im Voraus. Das Geld dafür hat er, weil die Mutter gestor­ben ist und ihm unver­hofft eine grö­ße­re Summe ver­erbt hat. Davon kauft er sich noch ein rie­si­ges Haus, eine E‑Gitarre und ein paar ver­ein­zel­te Möbelstücke. Kate, sei­ne Fitnesstrainerin, hat zwar einen per­fek­ten Körper, aber noch kei­nen pas­sen­den Mann gefun­den. Und Trevor, dem das Fitnessstudio gehört, will ver­grö­ßern und dafür braucht er Geld.
    Dass der Erzählfluss unge­wöhn­li­che Wege ein­schlägt, macht den Reiz die­ses ent­spann­ten Films aus. Andrew Bujalski, bekannt gewor­den mit klei­nen, kos­ten­güns­ti­gen Mumblecore-Filmen, arbei­te­te dies­mal mit pro­mi­nen­te­ren Schauspielern und grö­ße­rem Budget – und bleibt doch ganz eigen­sin­nig dabei.

    USA 2015, 105 Min., engl. OmU

    Buch und Regie: Andrew Bujalski
    Kamera: Matthias Grunsky
    Schnitt: Robin Schwartz
    Mit: Guy Pearce, Cobie Smulders, Kevin Corrigan u.a.

    Verleih: Peripher
    Pressematerial
    Hier im Kino

    Besprechung von Ekkehard Knoerer in der taz (den letz­ten Satz mit der DVD aus England bit­te ignorieren)
    im Filmdienst
    bei Indiekino

    Filmografie von Andrew Bujalski (Auswahl):
    Computer Chess
    Beeswax
    Mutual Appreciation
    Funny Ha Ha

    Trailer „Results” von Andrew Bujalski from Peripher on Vimeo.

    Trailer down­load: (m4v)

  • Aus dem Abseits

    Aus dem Abseits

    Als sein Vater stirbt, ist Simon erst 4 Jahre alt. Ein Plakat mit einem Bild vom Vater, dar­un­ter die Ankündigung eines Seminars, beein­druckt spä­ter die Schulkameraden, die zu Besuch sind, denn sein Name ist ihnen ein Begriff: Der Sozialpsychologe Peter Brückner war in den 70er Jahren eine Symbolfigur der Westdeutschen Protestbewegung.
    Dreißig Jahre spä­ter begibt sich Simon auf die Suche nach dem Vater. Er spricht mit Freunden, Kollegen und ehe­ma­li­gen Studenten, die dage­gen pro­tes­tier­ten, dass Peter Brückner als ver­meint­li­cher RAF-Sympathisant Lehrverbot erteilt wur­de. Simon trifft sei­ne älte­ren Halbgeschwister, die sich dar­an erin­nern, als der Vater zu Hause vie­le Leute emp­fing, die um Rat frag­ten. Und er geht wei­ter zurück in die Vergangenheit, bis zur Kindheit des Vaters wäh­rend der Nazi-Diktatur, wovon nur noch Bilder Auskunft geben. Dabei macht sich Simon die Fragestellung des Vaters zu eigen: Ihn inter­es­siert das Verhältnis von Geschichte und Lebensgeschichte.

    Gewinner des Deutschen Wettbewerbs beim Dokfest München 2015: „Aus dem Abseits ist sen­si­bel und vir­tu­os in der Verwendung viel­fäl­ti­ger Mittel. Ein Film, der über das frag­men­ta­ri­sche Wesen der Erinnerung, viel­leicht des Dokumentarischen per se, erzählt – ihre Fragilität und Konstruiertheit. Auf die­se Weise macht er Peter Brückner wie­der leben­dig. Wir wol­len ihn lesen, mehr wis­sen, ihn ken­nen­ler­nen – den Intellektuellen, wie den Vater.“
    (aus der Jurybegründung)

    D 2015, 112 Min.,
    Regie: Simon Brückner
    Kamera: Isabelle Casez
    Schnitt: Sebastian Winkels 

    Am 6.12. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Simon Brückner 

  • Mia Madre

    Mia Madre

    Filmregisseurin Margherita hat vie­le Baustellen zu bewäl­ti­gen. Gerade hat sie sich von Ihrem Freund getrennt, der aber als Schauspieler auch beim aktu­el­len Filmdreh dabei ist. Tochter Livia, die beim Vater lebt, puber­tiert hef­tig und lässt sich von ihr nichts mehr sagen. Der neu ein­ge­trof­fe­ne US-ame­ri­ka­ni­sche Hauptdarsteller Barry Huggins erweist sich als Meister der Selbstüberschätzung und bringt mit alber­nen Starallüren die Dreharbeiten ins Stocken. Ihre größ­te Herausforderung besteht aber dar­in, damit zurecht­zu­kom­men, dass ihre kran­ke Mutter nicht mehr lan­ge zu leben hat. Und wäh­rend ihr Bruder Giovanni sich lie­be­voll um die Mutter küm­mert, ist sei­ne Schwester mit der Situation völ­lig über­for­dert. Margherita steckt in einer Ausnahmesituation, in der sie Berufliches und Privates, Ängste und Realität zuneh­mend mischt, und mit ihr der Film. Angestrengter Filmdreh und kon­tem­pla­ti­ve Zurückgezogenheit wech­seln sich ab, schei­nen sich zu kom­men­tie­ren. Motive, Satzfetzen, Gedanken über­la­gern sich in bei­den Sphären und rau­ben Margherita nicht nur den Schlaf, son­dern krat­zen arg an ihrem Selbstverständnis.

    Mia Madre ist einer­seits ein typi­scher Moretti-Film. Ausgewogen, komisch, tra­gisch, mensch­lich. Andererseits aber auch eine wei­ter gereif­te Version sei­nes meist ange­nehm ego­zen­tri­schen Schaffens, ein Vor-Alterswerk, dass schon jetzt Vor-Freude auf sei­nen nächs­ten Film in rund vier Jahren weckt.“ Sennhausers  Filmblog

    It, F, D 2015  106 Min. ital. OmU
    Regie: Nanni Moretti
    Buch: Francesco Piccolo, Nanni Moretti, Valia Santella
    Kamera: Arnaldo Catinari
    Schnitt: Clelio Benevento
    mit: Margherita Buy, Nanni Moretti, John Turturro, Pietro Ragusa, Antonio Zavatteri, Giulia Lazzarini

    MIA MADRE – Trailer OV/d

     

  • Cinespañol 5

    Cinespañol 5

    Die Cinespañol Filmtournee (26.11. – 2.12.) zeigt auf Festivals prä­mier­te latein­ame­ri­ka­ni­sche und spa­ni­sche Filme. Sie besteht in die­ser Auflage aus den fol­gen­den vier Titeln:

    Por las Plumas – Ein Hahn für ein Hallelujah  Chalo, ein Nachtwächter in Costa Rica, möch­te unbe­dingt ins Hahnenkampfgeschäft ein­s­tei-gen. Doch so ein­fach ist das nicht, denn ers­tens bekommt er den Hahn nicht, den er will und zwei­tens wohin damit, wenn er ihn hat. Skurrile Charaktere, auf die er trifft, beglei­ten ihn auf der Suche nach sei­nem Glück und dem des Hahns.
    Costa Rica 2013, 85 min, span. OmU, Regie:  Neto Villalobos ,
    26.11. 22:15  & 30.11. 21:30

    Paco de Lucía – Auf Tour!  Der Film beglei­tet einen der bekann­tes­ten Flamenco Gitarristen welt­weit auf Konzerten, Studioaufnahmen und in sein pri­va­tes Refugium. Gedreht von sei­nem Sohn Curro Sánchez Varela kurz vor Paco de Lucia´s Tod im Februar 2014.
    Spanien 2014, 95 Mon., span. OmU, Regie: Curro Sánchez,

    27.11. & 2.12. 21:30

    Como ganar enemi­gos – Wie man sich Feinde macht Lucas, ein jun­ger Anwalt aus Buenos Aires lernt die gut­aus­se­hen­de Barbara in einem Cafe ken­nen. Lucas hält sie für per­fekt, da sie sich wie er für Literatur in-ter­es­siert und nimmt sie gleich bei ihrem ers­ten Date mit nach Hause. Am nächs­ten Morgen sind Barbara und sein Geld, das er am Tag zuvor für die Anzahlung sei­nes Appartments abge­ho­ben hat­te, weg. Fest ent­schlos­sen, sein Geld wie­der­zu­be­kom­men, beginnt er sie zu suchen.
    Argentinien 2014, 78 Min., span. OmU, Regie: Gabriel Lichtman
    28.11. 21:30     

    A 60 km/h Mario aus Uruguay möch­te mit sei­nen etwas mehr als 50 Jahren noch­mal etwas ande­res machen und beschließt mit sei­nen bei­den Söhnen in einem alten Citroën Méhari um die Welt zu fah­ren – fast ohne Geld und gegen alle Widerstände.
    Uruguay 2014, 90 Min., span. OmU, Regie: Facundo Marguery
    29.11.& 1.12. 21:30

  • Sand Dollars

    Sand Dollars

    Die wohl­ha­ben­de altern­de Europäerin Anne ver­lebt ihre Tage auf einer idyl­li­schen Insel in der Karibik. Mit der meh­re­re Jahrzehnte jün­ge­ren Einheimischen Noeli führt sie eine Beziehung, die von emo­tio­na­ler wie finan­zi­el­ler Abhängigkeit bestimmt ist. Als Noeli plötz­lich schwan­ger wird, kommt die Liebe auf den Prüfstand. Sinnlich und sub­til beleuch­tet das Regie-Duo Laura Amelia Guzmán und Israel Cárdenas eine les­bi­sche Beziehung in post­ko­lo­nia­len Zeiten. (Filmfest München)
    Besonders inter­es­sant an dem Film ist das Spannungsfeld, in dem sich die Figuren bewe­gen: Nie kann man sich sicher sein, ob und wel­che Handlungen und Emotionen gera­de echt oder falsch sind, was die Protagonisten bis­wei­len selbst nicht zu wis­sen schei­nen und bei den kom­pli­zier­ten Abhängigkeitsverhältnissen auch nicht ver­wun­der­lich ist. Diese Offenheit oder auch Doppelbödigkeit hält der Film bis zum Schluss durch.

    Argentinien, Mexiko, Dominikanische Republik  2014, 85 Min.,
    spanisch/englisch/französische OmU
    Regie: Laura Guzmán und Israel Cárdenas
    Kamera: Israel Cárdenas, Jaime Guerra
    Schnitt: Andrea Kleinman
    mit: Geraldine Chaplin, Yanet Mojica, Ricardo Ariel Toribio

     

    SAND DOLLARS Trailer | Festival 2014 from TIFF on Vimeo.