Silver

PL/FI/NO 2025, 78 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln R/B: Natalia Koniarz / K: Stanisław Cuske / S:
Yael Bitton / M: Yngve Leidulv Sætre, Marcin Lenarczyk

Unmengen von Silber sind im Laufe von fünf Jahrhunderten aus dem Berg Cerro Rico geholt wor­den. Der boli­via­ni­schen Stadt Potosí an sei­nem Fuß bescher­te er gro­ßen Reichtum, aber auch unzäh­li­ge Opfer. Heute gleicht der aus­ge­wei­de­te Berg einem zer­lö­cher­ten Käse, nur noch weni­ge Todesmutige – oder Verzweifelte – wagen sich in die brü­chi­gen Stollen. Sie haben weder moder­ne Technik noch Versicherungsschutz oder ein Gesundheitssystem. Die Polizei hat sich zurück­ge­zo­gen, die Gegend ist gefähr­lich und kri­mi­nell, das Wasser ver­seucht. Viele der Bergleute sind min­der­jäh­rig, kaum jemand erlebt sei­nen 40. Geburtstag.
In ihrer für ein Debüt ent­waff­nend rei­fen Milieustudie schickt uns Natalia Koniarz mit­ten hin­ein in die­se lebens­feind­li­che Umgebung, in der sich vie­les von dem spie­gelt, was in der Weltwirtschaft schief­läuft. Sie nimmt uns mit in klaus­tro­pho­bi­sche Schächte, wo stän­dig das Dynamit kracht, in not­dürf­tig zusam­men­ge­zim­mer­te Hütten ohne Strom, ins Bordell und aufAbraumhalden, die zu Spielplätzen wer­den. Im Fokus ste­hen dabei Kinder, die in die­se Bedingungen hin­ein­ge­bo­ren wur­den und schon bei ihrer Geburt eigent­lich kei­ne Zukunft hat­ten. Wir tau­meln ohne Chronologie und räum­li­che Orientierung durch die bedroh­li­che Szenerie und ahnen, dass auch wir Schuld dar­an tra­gen. [Rainer Mende]

10.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Natalia Koniarz
[Tickets]