Miasto, które wyjechało / The Town That Drove Away

PL 2025, 70 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln , R/B/K: Natalia Pietsch, Grzegorz Piekarski / S: Alan Zejer, Michał Buczek / M: Jozef van Wissem, Ali Ayhan

Die uralte Stadt Hasankeyf am Tigris in der schrof­fen Berglandschaft Nordkurdistans beher­bergt eine alte Festung. Auch ihre Höhlen sind von hohem kul­tur­his­to­ri­schen Wert. Aber immer wie­der erschüt­tert lau­tes Krachen den Ort – nicht von Schüssen, son­dern von Sprengungen. Die tür­ki­sche Regierung hat beschlos­sen, einen rie­si­gen Staudamm zu errich­ten, der lang­sam die Stadt über­flu­ten wird.
Allmählich erlischt das Leben, Stück für Stück wer­den Bauwerke abge­tra­gen und die Bewohnerinnen eva­ku­iert. Ein paar Kilometer ent­fernt war­tet eine nagel­neue Stadt auf sie – durch­ge­plant und effi­zi­ent, aber geschichts- und see­len­los. Dorthin sol­len auch der Friseur Burak mit sei­nem gehör­lo­sen Vater und die jun­ge Rengin zie­hen, die von einem Studium weit weg träumt. Sie gehö­ren zu den letz­ten, die noch in Hasankeyf aus­har­ren, wäh­rend neben­an die Bagger die his­to­ri­sche Bausubstanz zer­le­gen. Die Regisseurinnen prä­sen­tie­ren kein poli­ti­sches Pamphlet über die vor­sätz­li­che Zerstörung von Natur und Kultur, son­dern ein fein­füh­li­ges Porträt von Menschen, deren ver­trau­te Umgebung ein­fach ver­schwin­det. Mit sta­ti­scher Kamera und dezent ein­ge­setz­ter Musik sam­meln sie wie bei­läu­fig klei­ne Details, die gemein­sam eine gro­ße Geschichte erzäh­len. [Rainer Mende]

11.09. / 20:00 / fsk Kino / zu Gast: Natalia Pietsch & Grzegorz Piekarski
[Tickets]