Capo / Permit

PL 2025, 90 min, Original mit deut­schen und eng­li­schen Untertiteln, R: Robert Kwilman / B: Robert Kwilman, Malwina Górecka, Kirk Kjeldsen / K: Kasper Lorek / S: Ming-Wei Chiang D: Daniel Felipe, Jimenez Vaquez, Ivan Sharan, Josiana Costales, Justa Beatriz Blanco Rojas, Alejandra, Herrera, Victor Venecia Fuentes, Gerson Isai Lam Lopez, Sebastian Stankiewicz, Michał Balicki u. a.

Eine Gruppe von Frauen und Männern aus Lateinamerika wird mit einem klei­nen Bus irgend­wo in die pol­ni­sche Provinz gefah­ren. Dort hält man ihnen Verträge unter die Nase, deren Sprache sie nicht ver­ste­hen und in denen die zu Hause ver­spro­che­nen 3.500 Dollar plötz­lich zu 3.500 Złoty gewor­den sind. Schlimmer noch: Sie müs­sen ihre Reisepässeabgeben und statt in einem Hotel zu arbei­ten, ver­pflich­ten sie sich mit die­sen Verträgen zur mono­to­nen, auf­rei­ben­den Arbeit in einer Fleischerei. Für das schä­bi­ge Wohnheim wird ihnen zusätz­lich Geld abge­knöpft, Arbeitsschutz ist ein Fremdwort. Was als Aufenthalt zum Geldverdienen geplant war, fühlt sich bald an wie ein Gefängnis mit Zwangsarbeit.
Robert Kwilman erweckt das Sozialkino à la Ken Loach wie­der zum Leben und setzt des­sen Mittel gekonnt ein. Im Stil eines Dokumentarfilms, mit wacke­li­ger Handkamera, ohne Musik oder künst­li­ches Licht lässt er uns so nah wie mög­lich an die tra­gi­schen Helden des Films her­an­rü­cken, die sich bald die Frage stel­len: Sollen sie die him­mel­schrei­en­de Ungerechtigkeit still ertra­gen, rebel­lie­ren oder flie­hen? Ohne Beschönigungen zeigt Kwilman ein Polen, das vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland gewor­den ist, mit all sei­nen Schattenseiten. [Rainer Mende]