Wiener Blues – The Loneliest Man in Town

Ein Film von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Ab 19.11. im fsk.

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Al Cook lebt umge­ben von sei­nen Erinnerungen. Seine Wohnung und sein Keller sind voll­ge­stopft mit Büchern, Videokassetten und Schallplatten. Es ist alles, was ihm von einem Leben in vol­len Zügen geblie­ben ist. Die Zeit scheint hier still­zu­ste­hen, wäh­rend sich außer­halb sei­ner vier Wände die Erde wei­ter­ge­dreht hat. Der Blues, die Musik, die Al alles bedeu­tet, gerät all­mäh­lich in Vergessenheit. Seine Heimatstadt fühlt sich nicht mehr wie ein Zuhause an, und der Verlust sei­ner gelieb­ten Frau schmerzt ihn noch immer täg­lich. Als eine skru­pel­lo­se Immobilienfirma sein Haus abrei­ßen will, droht ihm auch die­ser Rückzugsort zu ent­glei­ten, und er steht vor den Trümmern sei­ner Existenz. Während er sich gezwun­ge­ner­ma­ßen nach und nach von all den Schätzen sei­nes Lebens ver­ab­schie­det, muss Al sich die Frage stel­len: Wie wei­ter­ma­chen, wenn Erinnerungen alles sind, was ihm geblie­ben ist? Angesichts des dro­hen­den Verlusts ent­schei­det er sich für einen radi­ka­len Neuanfang.

„Bei all der nost­al­gi­schen Wehmut, die in die­sem Film und in der Figur Al Cookes mit­schwingt, ist The Loneliest Man in Town zugleich aber ein lebens­be­ja­hen­der, teil­wei­se auch sehr komi­scher und über­aus zärt­li­cher Film. Wenn der coo­le Bluesmusiker Blumen auf dem Hausaltar für sei­ne ver­stor­be­ne Frau abstellt oder unbe­hol­fen mit einer ver­flos­se­nen Liebe flir­tet, die ihm den Laufpass gab, weil er ihr, die auf die Beatles stand, statt­des­sen Elvis-Platten ver­ehr­te, dann tref­fen einen die­se klei­nen Gesten mit­ten ins Herz und zei­gen auch die Einsamkeit, die ja bereits im Titel (der wie­der­um von einem Song kommt, den Cooke an einer Stelle vor einem sehr klei­nen Publikum dar­bie­tet) ange­deu­tet wird. (…)
Und Cooke / Koch selbst reiht sich naht­los ein in die lan­ge Reihe von Figuren aus Tizza Covi und Rainer Frimmels vor­he­ri­gen Filmen, die häu­fig Musiker, sind, Zirkusartisten, fah­ren­dem Volk oder Schauspieler*innen. Dabei liegt dem Regieduo wenig am Glanz und Glamour, der sich damit ver­bin­det. Vielmehr zei­gen sie vol­ler Liebe zu den von ihnen Porträtierten all die Fadenscheinigkeiten und Brüche inner­halb eines Lebens, das die­se Menschen ohne Rücksicht auf mate­ri­el­le Sicherheiten der Kunst gewid­met haben. Ihnen gilt all ihre Aufmerksamkeit, all ihre Liebe. Dass es ihnen immer wie­der gelingt, so groß­ar­ti­ge, ganz eige­ne, unge­heu­er humor­vol­le und zugleich berüh­ren­de Filme über ech­te (Über-)Lebenskünstler wie Alois Koch zu machen, macht Tizza Covi und Rainer Frimmel zu Ausnahmeerscheinungen und ihre Filme zu ganz kost­ba­ren Schätzen, die man mit all ihre Herzenswärme und ihre Empathie nicht mis­sen möch­te.„
Joachim Kurz | Kino-Zeit

Credits:

AT 2026, 86 Min., Deutsch
Regie:Tizza Covi und Rainer Frimmel
Buch: Tizza Covi
Kamera: Rainer Frimmel
Schnitt: Tizza Covi, Emily Artmann
mit: Alois Koch, Brigitte Meduna, Alfred Blechinger, Flurina Schneider

Trailer:
Wiener Blues – The Loneliest Man in Town | Trailer Deutsch | Ab 19. November im Kino
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