Sivas

Der elfäh­ri­ge Aslan küm­mert sich um den schwer­ver­letz­ten Kampfhund Sivas, der für den alten Besitzer nach einem ver­lo­re­nen Kampf wert­los gewor­den ist. Zwischen Aslan und dem Kampfhund, der fast genau­so groß ist wie der Junge, ent­wi­ckelt sich lang­sam Vertrauen. Bald ist Sivas wie­der kräf­tig und kampf­be­reit und Aslan benutzt den Hund, um ande­re aus dem Dorf zu beein­dru­cken und sei­ne Position in der Gemeinschaft zu stär­ken. Und jetzt ist es Aslan, der den Hund in gefähr­li­che Kämpfe schickt. Nachdem Sivas meh­re­re Kämpfe gewinnt, wird aller­dings auch das Dorfoberhaupt auf­merk­sam auf den Hund, der wie­der wert­voll gewor­den ist.

SIVAS ist der Debütfilm des tür­ki­schen Regisseurs Kaan Müjdeci. In einem Interview sagt er, dass der Hund ein Symbol ist für die Männerwelt, von der er in sei­nem Film eigent­lich erzäh­len will. „Natürlich gibt es Unterschiede, aber ich mei­ne vor allem das Auftreten. Zum Beispiel, wie sie ihre Körper trai­nie­ren und ihre Körper als Zeichen von Kraft und Macht präsentieren.”

Spezialpreis der Jury beim Filmfestival Venedig
Türkischer Oscar-Beitrag für den bes­ten fremd­spra­chi­gen Film 2016

Deutschland, Türkei 2014, 97 Min., türk.. OmU
Regie: Kaan Müjdeci
Drehbuch: Kaan Müjdeci
Mit: Doğan İzci, Ozan Çelik, Muttalip Müjdeci, Hasan Yazılıtaş
Kamera: Armin Dieroff, Martin Hogsnes Solvang
Schnitt: Yorgos Mavropsaridis

Sivas – Trailer 1 – tr – UT Deutsch

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  • Sivas

    Sivas

    Der elfäh­ri­ge Aslan küm­mert sich um den schwer­ver­letz­ten Kampfhund Sivas, der für den alten Besitzer nach einem ver­lo­re­nen Kampf wert­los gewor­den ist. Zwischen Aslan und dem Kampfhund, der fast genau­so groß ist wie der Junge, ent­wi­ckelt sich lang­sam Vertrauen. Bald ist Sivas wie­der kräf­tig und kampf­be­reit und Aslan benutzt den Hund, um ande­re aus dem Dorf zu beein­dru­cken und sei­ne Position in der Gemeinschaft zu stär­ken. Und jetzt ist es Aslan, der den Hund in gefähr­li­che Kämpfe schickt. Nachdem Sivas meh­re­re Kämpfe gewinnt, wird aller­dings auch das Dorfoberhaupt auf­merk­sam auf den Hund, der wie­der wert­voll gewor­den ist.

    SIVAS ist der Debütfilm des tür­ki­schen Regisseurs Kaan Müjdeci. In einem Interview sagt er, dass der Hund ein Symbol ist für die Männerwelt, von der er in sei­nem Film eigent­lich erzäh­len will. „Natürlich gibt es Unterschiede, aber ich mei­ne vor allem das Auftreten. Zum Beispiel, wie sie ihre Körper trai­nie­ren und ihre Körper als Zeichen von Kraft und Macht präsentieren.”

    Spezialpreis der Jury beim Filmfestival Venedig
    Türkischer Oscar-Beitrag für den bes­ten fremd­spra­chi­gen Film 2016

    Deutschland, Türkei 2014, 97 Min., türk.. OmU
    Regie: Kaan Müjdeci
    Drehbuch: Kaan Müjdeci
    Mit: Doğan İzci, Ozan Çelik, Muttalip Müjdeci, Hasan Yazılıtaş
    Kamera: Armin Dieroff, Martin Hogsnes Solvang
    Schnitt: Yorgos Mavropsaridis

    Sivas – Trailer 1 – tr – UT Deutsch
  • Unter der Haut

    Unter der Haut

    Alice und Frank zie­hen mit ihren drei Kindern in eine neue Wohnung auf dem Land. Während der Alltag sei­nen Lauf nimmt, merkt Alice, dass Frank etwas beschäf­tigt. Nur lang­sam öff­net er sich, und je mehr er von sich preis­gibt, des­to weni­ger will Alice von die­ser Wahrheit wis­sen. Dies ist die Geschichte einer hef­ti­gen, unaus­weich­li­chen Konfrontation zwi­schen zwei Ehepartnern, als Schritt für Schritt Verborgenes ans Licht kommt.

    Alice sieht sich nach 18-jäh­ri­ger Ehe mit der Tatsache kon­fron­tiert, dass ihr Mann Frank sich immer stär­ker von Männern ange­zo­gen fühlt. Nicht nur Frank, son­dern auch sie und ihre drei Kinder machen eine irrever­si­ble Wandlung durch. Der Film erzählt in schlich­ten Szenen aus dem Alltag einer Familie – unspek­ta­ku­lär und manch­mal auch sehr trau­rig, ange­sichts der all­sei­ti­gen Hilflosigkeit, ohne jedoch jemals ins Melodramatische zu kippen.

    Unter der Haut ist ein rei­fer, intel­li­gen­ter und in sei­ner schmerz­li­chen Konsequenz über­aus mensch­li­cher Film.“ (Sennhausers Filmblog)

    Schweiz 2015, 94 Min., Schweizerdt. mit dt. UT 
    Regie: Claudia Lorenz
    Buch: Claudia Lorenz, Rolando Colla
    Kamera: Jutta Tränkle
    Schnitt: Daniel Gibel
    Darsteller: Ursina Lardi, Dominique Jann, Antonio Buil, Linda Olsansky, Nicolas Rosat, Flurin Giger

     

  • Qualia

    Qualia

    Nadja ging vor Gericht und klag­te gegen den Mann, der sie in ihrer Kindheit jah­re­lang sexu­ell miss­braucht hat­te. Aber ihre Angst, die Bilder und Schmerzen blei­ben. Die Regisseurin Lena Scheidgen beglei­tet Nadja bei ihrem all­täg­li­chen Kampf zwi­schen Verdrängung und Strategie, Emotion und Kontrolle. Und mit der Frage, was denn die Mutter von all­dem mit­be­kam, taucht der Film ein in eine Familiestruktur, in der über Generationen Missbrauch und Gewalt zur Tagesordnung gehörten.

    Deutschland 2013, 105 Min. 

    Regie: Lena Scheidgen

    Kamera: Adriana Flores Franz

    Schnitt: Wiebke Hofmann

    Termine:
    Mo, 09.11.2015 – 18 Uhr
    Di, 10.11.2015 – 18 Uhr (anschlie­ßend Gespräch mit der Protagonistin und Regisseurin in Kooperation mit Wildwasser e.V. Berlin)
    Mi, 11.11.2015 – 18 Uhr

  • Am Kölnberg

    Am Kölnberg

    Deutschland 2014, 89 Min., deutsch
    Regie: Robin Humboldt, Laurentia Genske, Kamera: Johannes Waltermann u.a., Schnitt: Carina Mergens

    Guten Morgen ihr Wixer” brüllt eine vom fröh­lich Balkon, die sich selbst Junkyhure nennt, die ande­re sagt: „Jugendwahn hab ich kei­nen, aber der Verfall, der stört mich”. Dass sie hier ihren Lebensabend ver­bringt, weiß sie. Einer erklärt, wel­chen Leuten man halt aus dem Weg gehen muss, und will bald end­lich auf­hö­ren zu trin­ken, und eine ande­re besorgt sich Gemüse auf den umlie­gen­den Feldern und strickt an ihrer Emigration nach Jamaika. Vier von tau­sen­den Menschen, die im Hochhauskomplex Auf dem Kölnberg leben und die Robin Humboldt und Laurentia Genske über zwei Jahre por­trai­tiert haben. Ein ganz spe­zi­fi­scher Ort und einer, wie man ihn in der einen oder ande­ren Form doch in jeder Großstadt tref­fen kann. Es gibt vie­le Wege, die hin füh­ren, und weni­ge dar­aus hin­aus. Am Kölnberg erzählt vom Überleben am Rand der Stadt, am Rande der Gesellschaft und vom Traum der bleibt, von einem ande­ren Leben.

    am 6, 7, & 8.11. um 18:00 (am 6.11. in Anwesenheit von Robin Humboldt)

  • Familienbande

    Familienbande

    Will wird früh­zei­tig aus der Haft ent­las­sen, damit er sich um sei­ne elf­jäh­ri­ge Nichte Stacey (Lauren Kinsella) küm­mern kann. Die ist von der Idee nicht so begeis­tert. Sie miss­traut dem Onkel, den sie so lan­ge nicht gese­hen hat und von dem sie immer noch nicht weiß, war­um er eigent­lich im Gefängnis war. WiIIs klapp­ri­ge Karre und der neue Wohnort, ein Trailerpark mit­ten in den Midlands, der kargs­ten und ärms­ten Gegend der Insel, hel­fen auch nicht bei der Vertrauensbildung. Während Will sich red­lich bemüht, ver­bar­ri­ka­diert sich Stacey hin­ter einer Mauer aus Dauerantagonismus und ober­coo­lem Geplänkel. Ständig lie­gen sich die bei­den in den Haaren und lie­fern sich bis­si­ge Wortwechsel. Trotzdem ist klar: eigent­lich könn­ten die­se bei­den sich mögen. Zumindest tei­len sie einen Sinn für Humor.

    Regisseur Mark Noonan lässt sei­nen Protagonisten (von denen die 13-jäh­ri­ge Lauren Kinsella den manch­mal etwas zu zufrie­den wir­ken­den Aidan Gillen locker an die Wand spielt) die Zeit, das in der Weite des plat­ten Nirgendlands selbst her­aus zu fin­den. Probleme wer­den kaum geschont, fal­sche Lösungen nicht unbe­dingt for­ciert. Staceys Trauer um die kürz­lich erst ver­stor­be­ne Mutter ist immer wie­der prä­sent und Will gelingt es lan­ge nicht,
    einen Job an Land zu zie­hen, wor­auf er abends dann frus­triert Staceys Narkolepsie-Tabletten plün­dert. Aber all­zu trau­rig wird es auch wie­der nicht. Wie die sehr schön zwi­schen Ödnis und Idylle foto­gra­fier­te MoorIandschaft, so ist auch die Stimmungslage von Will und Stacey: gedämpft, aber mit son­ni­gen Momenten.  Hendrike Bake

    OT: You’re ugly too, Irland 2014, 81 Min., engl. OmU
    Regie: Mark Noonan
    Kamera: Tom Comerford
    Schnitt: Colin Campbell

    DARSTELLER: Lauren Kinsella, Aidan Gillen, Erika Sainte, George Pistereanu


    YOU’RE UGLY TOO by Mark Noonan (Berlin Generation Kplus)
    Kino mit deut­schen Untertiteln.
  • 5 Filme gegen das Schweigen über sexualisierte Gewalt

    5 Filme gegen das Schweigen über sexualisierte Gewalt

    LARA, ein Krisen- und Beratungszentrum für ver­ge­wal­tig­te und sexu­ell beläs­tig­te Frauen in Berlin zeigt eine Filmreihe mit 5 Filmen in denen sexua­li­sier­te Gewalt the­ma­ti­siert wird. Filme in denen Frauen zu Wort kom­men und ihre Geschichte erzäh­len. Anschließend gibt es jeweils ein Gespräch mit Mitarbeiter_innen der Beratungsstelle und wei­te­ren Expert_innen. Gezeigt werden:

    29. Oktober
    18 Uhr
    India‘s Daughter
    Dokumentarfilm, 2015, OmenglU, 58 min
    Die Massenvergewaltigung und der Tod der indischen
    Medizinstudentin Jyoti Singh Pandey lös­te 2012
    wochen­lan­ge Proteste in Indien aus. In dem Film
    kom­men die Angehörigen und Freund_innen der jungen
    Frau zu Wort, eben­so wie die ver­ur­teil­ten Täter und
    ihre Anwälte. Der Film ist ein erschre­cken­des Zeugnis
    patri­ar­cha­ler Gewalt aber auch ein muti­ger Appell für
    Veränderung durch Widerstand.

    5. November
    18 Uhr
    Out in the night
    Dokumentarfilm, 2014, OV Englisch, 75 min
    Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von sieben
    les­bi­schen afro­ame­ri­ka­ni­schen Frauen, die in New York
    City von einem Mann ange­grif­fen wer­den. Die Frauen
    setz­ten sich zur Wehr und wer­den in der Öffentlichkeit
    als „Gang der Killer-Lesben“ dargestellt.

    15. November
    15 Uhr
    Höllenleben
    Dokumentarfilm, 2001, Deutsch, 75 min
    Höllenleben doku­men­tiert die Spurensuche von Nicki
    und der Bärenbande, einer Überlebenden rituelllem
    Missbrauchs. Nicki wur­de von ihren Eltern und deren
    Umfeld miss­braucht, in den Film begibt sie sich auf die
    Suche nach Tatorten und Täter_innen – und durchbricht
    mit die­sem Projekt den Teufelskreis aus Gewalt, Angst
    und Ohnmacht.
    Die Protagonistin ist anwe­send. Eintritt kostenlos.

    22. November
    14.45 Uhr
    Kaltes Land
    Spielfilm, 2005, Deutsch, 126 min
    Minnesota in den 70er Jahren: Amerikanische
    Minenarbeiterinnen weh­ren sich gegen die sexuellen
    Belästigungen, die sie täg­lich an ihrem Arbeitsplatz
    erle­ben. 1988 geht ihr Fall als ers­te Sammelklage wegen
    sexu­el­ler Belästigung in die Justizgeschichte ein.

    26. November
    18 Uhr
    Kairo 678
    Spielfilm, 2010, OmU, 100 min
    Drei Frauen in Kairo, jede aus einer ande­ren Schicht,
    alle erle­ben sexu­el­le Belästigung und Übergriffe. Das
    Drama zeigt die Frauen bei ihrem Widerstand gegen die
    all­täg­li­che sexu­el­le Unterdrückung.
    Im Anschluss an die Filme laden wir zur
    Diskussion mit Expertinnen ein.

    * Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Bildungswerk Berlin der
    Heinrich-Böll-Stiftung ist und wird u.a. finan­ziert mit Mitteln der Stiftung
    Deutsche Klassenlotterie Berlin.

  • Mistress America

    Mistress America

    Ein Film von Noah Baumbach. Ab 10.12. im fsk Kino.

    In ihrer zwei­ten Zusammenarbeit mit Noah Baumbach (nach Frances Ha) hat Greta Gerwig sich als Ko-Autorin mit Brooke einen nicht immer sym­pa­thi­schen Charakter auf den Leib geschrie­ben.  Brooke ist eine quir­li­ge, selbst­be­wuss­te, schein­bar nie zuhö­ren­de Endzwanzigerin mit zu vie­len Ideen und Interessen, die auch rich­tig bis­sig sein kann. Ihr Traum ist aller­dings die Eröffnung eines klei­nen Cafes mit Friseur, Bücherei und Galerie, wo sich all ihre Freunde und die gan­ze Nachbarschaft will­kom­men und wohl füh­len soll.  Aber zuerst ler­nen wir Tracy ken­nen, die frisch vom Land zum Literaturstudium in New York ankommt und fort­wäh­rend ent­täuscht wird. Öde Seminare, des­in­ter­es­sier­te Mitbewohnerinnen und Pech in der Liebe machen ihr zu schaf­fen. Zudem erlebt sie nichts, was Stoff für Geschichten bie­ten könn­te, bis sie Brooke, ihre bis dato unbe­kann­te Stiefschwester in Spe, trifft. Sie ver­kör­pert alles Aufregende, was Tracy sich vom Großstadtleben erhofft hat, und sogleich beginnt Tracy mit dem Schreiben. Das Ergebnis ist aller­dings weni­ger schmei­chel­haft für Brooke, als man den­ken würde…

    Angesichts der poin­tier­ten Dialoge, der rasan­ten, in man­chen Momenten fast Screwballartigen Inszenierung kann die gro­ße Qualität von „Mistress America“ leicht über­se­hen wer­den: Die Subtilität der Figurenzeichnung. Ganz bei­läu­fig offen­ba­ren sich sowohl in Brooke als auch in Tracy Abgründe, Schwächen, aber auch ein Maß an Sensibilität, das anfangs gera­de bei Brooke nicht zu spü­ren war. Unter sei­ner leich­ten, humor­vol­len Oberfläche erzäh­len Baumbach und Gerwig viel über die Illusionen einer Generation, die alle Möglichkeiten zu haben scheint, aber von die­sem Überfluss oft gera­de­zu gehemmt wird. In die­sem Wust sei­nen eige­nen Weg zu fin­den und nicht den durch Medien und sozia­le Netzwerke gepräg­ten Vorstellungen eines Lebens, das man leben soll­te, dar­um geht es in dem außer­or­dent­li­chen Mistress America.“   Michael Meyns | programmkino.de

     

    USA 2014, 84 Min., eng­li­sche OmU
    Regie: Noah Baumbach
    Buch: Noah Baumbach und Greta Gerwig
    Kamera: Sam Levy 
    Schnitt: Jennifer Lame 
    Darsteller: Greta Gerwig, Lola Kirke, Heather Lind, Cindy Cheung, Jasmine Cephas Jones, Matthew Shear

    MISTRESS AMERICA: „Official Trailer #2”

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln
  • My name is salt

    My name is salt

    Die Wüste geht bis zum Horizont, end­los, flach und hell, kein Baum, kein Gras, kein Stein ist zu erken­nen. Ein Wagen taucht wie aus dem Nichts auf, kommt näher, und eine Familie steigt her­un­ter. Sie kom­men wie jedes Jahr. Die nächs­ten acht Monate wer­den sie hier ver­brin­gen, 1 Kilometer ent­fernt von der nächs­ten der wei­te­ren rund 40000 Familien, die genau wie sie hier Salz ern­ten wer­den, das wei­ßes­te Salz der Erde. Wie hier in kur­zer Zeit zunächst Hütten, Brunnen, Arbeitsgeräte und schließ­lich Salzfelder haupt­säch­lich durch Hand- und Fussarbeit, unter­stützt von einem alten Dieselmotor, ent­ste­hen, grenzt an ein Wunder. Der ers­te abend­fül­len­de Dokumentarfilm der Ethologin Gebo Farida Pacha ist ein beob­ach­ten­der. Keine Offstimme erklärt das Wo, kei­ne Texttafel benennt die Hintergründe. Wir fol­gen der Familie Sanabhai durch die Zeit. Die Arbeit ist hart, oft bringt sie nicht den erwünsch­ten Erlös, aber sie wird ruhig und mit Konzentration ver­rich­tet. Vieles im Film lässt uns stau­nen, man­ches erklärt sich erst im nach und nach. Unterstützt von wun­der­schö­nen, aber nicht beschö­ni­gen­den Bildern geht ein hyp­no­ti­scher Zauber vom Film aus, die „Zivilisation“, die in Form von Wassertankern oder Motorrädern immer wie­der vor­bei­schaut, unter­stützt den Eindruck noch.

    CH 2013 92 Min., Gujarati OmU,

    Regie & Buch: Farida Pacha,

    Kamera.: Lutz Konermann

    Schnitt: Katharina Fiedle Rampal

    mit Chhanabhai Bababhai Pagi, Devuben Chhanabhai Pagi, Guhabhai Lakshmanbhai Rathod, Manju, Rajnik, Ajit, Dharmi, Rampal

    Deutscher Kamerapreis 2014: Lutz Konermann

    Trailer „My Name is Salt”
  • El Club

    El Club

    Gott sah das Licht, und es war gut, und er schied das Licht von der Dunkelheit.“ Dieses Zitat aus der Genesis stellt Pablo Larraín sei­nem kraft­vol­len Drama vor­an. Gefolgt vom Bild eines Mannes, der am Meer einen Windhund trai­niert. Immer im Kreis rennt der ange­lein­te Hund. Wie ver­rückt einem Fellköder nach. Den Anweisungen sei­nes Herrn unter­tan, aber mehr noch den eige­nen Instinkten. Nirgends ein Anfang, nir­gends ein Ende. Befreiung, Erlösung? Fehlanzeige. Dafür blau­grau­es Zwielicht, selbst die Sonne ist ver­düs­tert. Wenn der Hintergrund doch ein­mal hell ist, blei­ben die Gesichter der Protagonisten trotz­dem ver­schat­tet. Der Club der ver­lo­re­nen Priester, abge­scho­ben in ein Haus am Meer irgend­wo am Dorfrand am Ende der Welt. Hierhin kom­men die­je­ni­gen, über die getu­schelt wird, die eines Tages ohne wei­te­re Erklärung aus den Pfarreien ver­schwin­den. Sie haben gefehlt, Messdiener miss­braucht oder Babys armer Eltern an rei­che Kinderlose ver­kauft. In der Verbannung machen sie unter der stren­gen Aufsicht von Ordensschwester Mónica Geld mit Hunderennen, ansons­ten sind Kartoffeln zu schä­len und der Abwasch zu erle­di­gen.  Ein wei­te­rer Verstoßener wird zuge­stellt, aber eines sei­ner Mißbrauchsopfer, längst erwach­sen und durch das Geschehene aus der Bahn gewor­fen, ver­folgt ihn und stört die Ruhe emp­find­lich. Schließlich kommt auch noch ein Jesuit daher, denn die Kirche hat letzt­lich kein Interesse, den nutz­los gewor­de­nen lebens­lang ein Heim zu spen­die­ren.  Für die Verbannten spitzt sich die Lage zu, sie müß­ten sich neu erfin­den und Opfer brin­gen. Die Rituale sind ihnen schließ­lich geläufig.

    Chile 2015, 98 Min.  span. OmU 
    Regie:  Pablo Larraín 
    Buch:  Pablo Larraín, Guillermo Calderón, Daniel Villalobos 
    Kamera: Sergio Armstrong 
    Schnitt: Sebastián Sepúlveda 

    mit: Roberto Farías, Antonia Zegers,  Alfredo Castro,  Alejandro Goic, Alejandro Sieveking, Jaime Vadell,  Marcelo Alonso

    El Club (Trailer OmU deutsch HD)
  • Hasret – Sehnsucht

    Hasret – Sehnsucht

    Ein klei­nes Filmteam wird beauf­tragt, eine Reportage über das Leben in Istanbul zu dre­hen. Die Geldgeber wün­schen sich Zeitraffer von Straßen vol­ler Menschen und Bilder, die das leben­di­ge Nachtleben zei­gen, sowie mög­lichst vie­le Fakten über Istanbul. Das Filmteam dreht, was gewünscht wird, und neben­bei noch ande­re Bilder – bloß für wel­chen Zweck, fra­gen Kameramann und Tonmann genervt den Regisseur? Der lässt sich trei­ben und folgt Stimmen, die ihm die dunk­le Seite der Stadt zei­gen. Und so ste­hen neben schö­nen Reiseführerbildern ande­re Bilder von Istanbul – von leer­ste­hen­den Shopping-Malls, von Zeichen an den Häuserwänden, die an die Gezi-Proteste erin­nern, und von alten Häusern, die nur noch von Katzen und Geistern bewohnt wer­den. Entstanden ist ein sehr per­sön­li­ches und melan­cho­li­sches Portrait die­ser so viel­schich­ti­gen Stadt.
    Wer sich län­ger als 99 Tage in Istanbul auf­hält – sagt man den Ankommenden gleich zu Beginn der Dreharbeiten -, der wird für immer in Istanbul bleiben …

    Deutschland 2015, 82 Min., 

    engl./türk. mit deut­schen Untertiteln 

    Regie: Ben Hopkins

    Kamera: Jörg Gruber

    Ton: Bilge Bingül

    Schnitt: Levent Çelebi 


    HASRETYEARNING ORIGINAL TRAILER HD

    im Kino mit deut­schen Untertiteln.