Europe

[:de]

ein Film von Philip Scheffner

[indie­ki­no Club] [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Zohra lebt in der süd­west­fran­zö­si­schen Kleinstadt Châtellerault. Sie hat dort Arbeit, eine Wohnung, Bekannte, Verwandte. Die Heirat in ihrer Heimat Algerien liegt nur kur­ze Zeit zurück, der Mann ist auf dem Sprung nach Frankreich, und in der Klinik wur­de die lang­wie­ri­ge Behandlung eines schmerz­haf­ten ortho­pä­di­schen Rückenleidens gera­de als erfolg­reich been­det erklärt. Als Zohra an ihrer Haltestelle „Europe“ – die gibt es dort wirk­lich – aus­steigt und nach Hause geht, ist ihre Welt noch gänz­lich in Ordnung. Für den Staat ist der Abschluss der medi­zi­ni­schen Versorgung aller­dings Anlass, ihre Aufenthaltsgenehmigung zu been­den, bleibt sie, wird sie zu einer „Illegalen“.

Innerhalb kur­zer Zeit, in der sich mit ihrer Umgebung auch ganz Frankreich in die Sommerferien begibt, wird Zohra in eine Parallelwirklichkeit kata­pul­tiert, in der nur Gleichgestellte sich wahr­neh­men kön­nen. Aber dort will Zohra sich nicht einrichten.

Dokumentarfilmer Philip Scheffner (Revision, Havarie, Der Tag des Spatzen …) zu sei­nem ers­ten Spielfilm: „Mir wur­de klar, dass die Arbeit mit klas­si­schen Methoden eines Dokumentarfilms die rea­le Lebenssituation von Rhim [die Darstellerin der Zohra] eher ver­schlei­ert hät­te: Wie kann ich einen Film mit einer Person machen, die eigent­lich gar nicht da sein darf, deren rea­le Anwesenheit vor Ort also eigent­lich fik­tiv ist? Diese erzwun­ge­ne Fiktionalisierung ist kon­sti­tu­ie­rend für ihre per­sön­li­che Lebensrealität aber auch für ihre Begegnung mit mir. Zwischen uns ver­läuft eine Grenze, die sich nicht ein­fach durch ein „spre­chen über“ auf­lö­sen lässt. Daher habe ich mich gemein­sam mit [Ko-Autorin] Merle Kröger ent­schie­den, die Methoden fil­mi­scher Fiktion auf ihre Relevanz in Bezug auf die Lebensrealität der Protagonistin hin zu unter­su­chen und zu sehen, wel­che Spielräume das eröff­nen könn­te. Aus Rhim wur­de Zohra …“

Credits:

DE/FR 2022, 105 Min., Französisch, Arabisch OmU,
Regie: Philip Scheffner
Kamera: Volker Sattel.
Schnitt: Philip Scheffner

Mit: Rhim Ibrir, Thierry Cantin, Didier Cuillierier, Sadya Bekkouche

Trailer:
nach oben
[:en]

A film by Philip Scheffner. In French an Arabic with German subtitles.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Previously acclai­med for his essay­i­stic docu­men­ta­ries, Philip Scheffner has now ven­tu­red into fic­tion. Zohra, play­ed by Rhim Ibrir, alre­a­dy fea­tured in Scheffner’s HAVARIE (Berlinale Forum 2016), is living in a town in sou­thwes­tern France. She has a seve­re case of sco­lio­sis. Volker Sattel’s came­ra­work exami­nes X‑rays, fol­lows Zohra to the hos­pi­tal and to an indoor swim­ming pool for rehab and sits right next to her or behind her on the bus. The images are crisp and floo­ded with sum­mer light, the sen­se of place and space is so pre­cise that we know each of the bus stops along her way: first Poste, then Piscine, then Europe.
When Zohra’s con­di­ti­on impro­ves, her resi­dence per­mit is not rene­wed, so she has to go back to Algeria. Her case worker shrugs his should­ers: it’s out of his hands, he says, not­hing he can do about it. A fade to black marks a tur­ning point in the sto­ry, after which the heroi­ne dis­ap­pears from view. Scheffner con­ti­nues to vary this game of the visi­ble and the invi­si­ble for a while until dream and ever­y­day rea­li­ty fuse in the sum­mer heat and gla­ring sun­light to crea­te a shim­me­ring nar­ra­ti­ve in the sub­junc­ti­ve. (Cristina Nord)

Credits:

DE/FR 2022, 105 Min., Französisch, Arabisch OmU,
Regie: Philip Scheffner
Kamera: Volker Sattel.
Schnitt: Philip Scheffner

Mit: Rhim Ibrir, Thierry Cantin, Didier Cuillierier, Sadya Bekkouche

Trailer:
nach oben
[:]