Zama (OmU)

Ein Film von Lucrecia Mar­tel.

Der titel­ge­ben­de Prot­ago­nist des Films ist ein Offi­zier der spa­ni­schen Kro­ne, der in einem Ort an der süd­ame­ri­ka­ni­schen Küs­te dar­auf war­tet, end­lich nach Bue­nos Aires ver­setzt zu wer­den. Doch der Gou­ver­neur lässt sich viel Zeit, den Bitt­brief an den spa­ni­schen König zu schi­cken, und auf eine rasche Ant­wort vom König darf Don Die­go de Zama auch nicht hof­fen. Er steckt also fest und je län­ger er war­tet, des­to mehr ero­diert sein kolo­ni­al­herr­schaft­li­ches Leben; die pracht­vol­le Klei­dung ver­schleißt zuse­hends und Zama ver­liert lang­sam an Macht und Ein­fluss.

Ein Gedulds­spiel mag das sein, ein bewuss­tes Gegen­stück zu all den Fil­men, die viel zu viel erzäh­len wol­len, hek­tisch von einem Hand­lungs­mo­ment zum nächs­ten het­zen. Mar­tel dage­gen erzählt von Zustän­den, die sie vor allem mit einem aus­ge­feil­ten Sound­de­sign evo­ziert. Geräu­sche von Tie­ren oder dem Wind ver­mi­schen sich zuneh­mend mit einem omi­nö­sen Brum­men und Rau­schen, Dia­log­fet­zen wie­der­ho­len sich, so als wür­de sich Zamas Bewusst­seins­zu­stand zuneh­mend aus der Rea­li­tät ent­fer­nen. Und lang­sam, ganz lang­sam kommt schließ­lich auch doch noch äuße­re Bewe­gung in den Film, insze­niert Mar­tel eine Rei­se ins Herz der Fins­ter­nis, die Zama zwar äußer­lich mit der Natur, mit den Urein­woh­nern kon­fron­tiert, vor allem aber mit sei­ner Mensch­lich­keit. … Man muss sich also dar­auf ein­las­sen, nicht schon nach zehn Minu­ten ohne erkenn­ba­re Hand­lung unge­dul­dig wer­den, son­dern sich dem Sog einer ein­zig­ar­ti­gen Stim­mung über­las­sen, die „Zama“ zu so einem beson­de­ren, bemer­kens­wer­ten Film macht.“ Micha­el Meyns | programmkino.de

 
Credits:

Argentinien/ Brasilien/ Spanien/ Frankreich/ Niederlande/ Mexiko/ Portugal/ USA 2017, 114 Min.,
span. OmU
Regie: Lucrecia Mar­tel
Buch: Lucrecia Mar­tel, nach dem Roman von Anto­nio di Bene­det­to
Kame­ra: Rui Poças
Schnitt: M. Schver­dfin­ger, K. Har­ley
Dar­stel­ler: Dani­el Gimé­nez Cacho, Lola Due­ñas, Matheus Nach­ter­gae­le, Juan Min­u­jín, Rafa­el Spre­gel­burd, Nahu­el Cano, Maria­na Nunes
 
Ter­mi­ne:
Mi., 18. Jul.:

Do., 19. Jul.:Fr., 20. Jul.:Sa., 21. Jul.:So., 22. Jul.:Mo., 23. Jul.:Di., 24. Jul.:Mi., 25. Jul.:Do., 26. Jul.:Fr., 27. Jul.:Sa., 28. Jul.:So., 29. Jul.:Mo., 30. Jul.:Di., 31. Jul.:Mi., 1. Aug.: