Derek Jarman: The Garden

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Derek Jarman arbei­tet in sei­nem Garten im eng­li­schen Dungeness. Um ihn liegt eine kar­ge Küstenlandschaft, im Hintergrund ein gewal­ti­ges Atomkraftwerk. Bilder von Blumen und Kies, dem Meer und dem Himmel. Es fol­gen Episoden einer Passionsgeschichte: Ein schwu­les Liebespaar wird fest­ge­nom­men, gede­mü­tigt und gekreu­zigt. Die Zwölf Apostel tre­ten als alte Frauen auf, die am Tisch sit­zen und Glasmusik machen. Eine Madonna wird von mas­kier­ten Paparazzi bedrängt. Jesus muss den Niedergang der Welt mit­an­se­hen. Alles mün­det in eine kämp­fe­ri­sche Totenrede auf die ver­stor­be­nen Freunde.

The Garden“ (1990) ist ein sub­jek­ti­ver, höchst sinn­li­cher Strom von Bildern, der kühn die Möglichkeiten des Kinos aus­tes­tet. Der Experimentalfilm kommt ohne Dialoge aus, lyri­sche Erzählstimmen und ein betö­ren­der Soundtrack von Simon Fisher-Turner bestim­men die Tonspur. Derek Jarman (1942−1994) ver­han­delt dar­in nicht nur die eige­ne Sterblichkeit, er klagt auch wütend das repres­si­ve Klima gegen Schwule und Lesben unter der Regierung Margaret Thatchers in der Hoch-Zeit der Aids-Krise an – und hin­ter­fragt kri­tisch die Rolle der katho­li­schen Kirche in der Jahrhundert-lan­gen Homosexuellen-Verfolgung.

Knapp 30 Jahre nach sei­ner Uraufführung wur­de Jarmans visio­nä­res Meisterwerk vom British Film Institute nun digi­tal restauriert

ein Film von Derek Jarman

UK 1990, 95 Minuten, eng­li­sche Originalfassung mit deut­schen Untertiteln

FSK 16

Digital restau­rier­te Fassung

mit Tilda Swinton, Johnny Mills, Kevin Collins u.a.


wei­te­re Derek Jarman Termine:

Mo., 24. Jan.:Di., 25. Jan.:Mi., 26. Jan.: