Nackte Tiere

Ein Film von Mela­nie Wael­de. Ab 17.9. im fsk.

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Nack­te Tie­re erzählt von fünf befreun­de­ten Jugend­li­chen in der Pro­vinz, die kurz vor dem Abitur ste­hen und noch nicht wis­sen, wie es danach wei­ter­ge­hen soll. Teil der Grup­pe zu sein, gibt ihnen Halt, der oft fest und plötz­lich brü­chig zu sein scheint. Man unter­stützt sich gegen­sei­tig und lässt ein­an­der doch wie­der allein. Aggres­sio­nen und Zärt­lich­kei­ten wech­seln sich ab, Nähe wird sehn­süch­tig gesucht, gleich dar­auf grenzt man sich von­ein­an­der ab. Die Gefüh­le sind inten­siv, erup­tiv wech­seln sie ihre Rich­tung.
Der Blick der Kame­ra ist den Jugend­li­chen zuge­tan, er ist „nah dran“ (in einem guten Sin­ne). Der Regis­seu­rin Mela­nie Wael­de gelingt es, die Gefühls­welt die­ser fünf Jugend­li­chen aus­zu­drü­cken, trotz ihres wie­der­sprüch­li­chen Ver­hal­tens fängt man an, sie zu ver­ste­hen. Dafür wur­de sie mit einer Ein­la­dung in den Wett­be­werb der neu­en Ber­li­na­le-Sek­ti­on „Encoun­ters“ belohnt.

Nur jun­ge, unver­brauch­te Gesich­ter hat Wael­de gecas­tet, nor­ma­le, durch­schnitt­li­che Gesich­ter, die weit weg sind vom glat­ten Look, den das Main­stream-Kino favo­ri­siert. Gefilmt wur­de im alt­mo­di­schen 4:3 For­mat, des­sen fast qua­dra­ti­sches Bild­fens­ter die Enge der Pro­vinz noch drü­cken­der erschei­nen lässt. Man mag hier an Tie­re im Käfig den­ken, an unge­zü­gel­te Wesen, die aus­zu­bre­chen ver­su­chen, die nicht recht wis­sen wohin mit ihrer Ener­gie, ihrer Wut. Doch sol­che Meta­phern drängt Wael­de nicht auf, sie deu­tet nur an, beob­ach­tet wie die Grup­pe um Kat­ja sich ent­wi­ckelt, fei­ert, liebt, strei­tet, kämpft. Von sel­te­ner Authen­ti­zi­tät ist ihr Blick in das Leben jun­ger Erwach­se­ner in der deut­schen Pro­vinz, in dem Wael­de offen­bar auch etli­che Erfah­run­gen ihres eige­nen Lebens ver­ar­bei­tet. Auto­bio­gra­phisch mutet „Nack­te Tie­re“ jedoch nie an, son­dern fin­det statt­des­sen das Uni­ver­sel­le im Spe­zi­el­len.“ Micha­el Meyns, programmkino.de

 
Credits:

DE 2020, 83 Min., OmeU
Regie, Buch: Mela­nie Wael­de
Kame­ra: Fion Mutert
Schnitt: Jes­si­ca Schnel­ler
mit: Marie Tra­gous­ti, Sam­my Scheu­rit­zel, Michel­an­ge­lo For­tuz­zi, Luna Schal­ler, Paul Micha­el Stieh­ler

 
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