Mit 20 wirst du sterben

Ein Film von Amjad Abu Alala.

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Damit der Mensch leben kann, muss der Tod gleich­zei­tig prä­sent und abwe­send sein. Das Gefühl von Sterblichkeit treibt vor­an und erfüllt mit Sinn, begrenz­te Zeit will schließ­lich genutzt wer­den. Doch zu nah darf das Ende nicht erschei­nen, weil es vom Gefühl für Wirkung und Konsequenz des Handelns befreit.“ Dieser Text von Lucas Barwenczik führt in den Film ein. Es gibt schon eini­ge Filme, in denen das Wissen über den Todeszeitpunkt die Folie ist, aber dies ist der ers­te aus suda­ni­scher Sicht und der ers­te des Regisseurs, dabei erst der ach­te Spielfilm aus dem Land ins­ge­samt.
Ein Junge wur­de gebo­ren und soll vom Imam geseg­net wer­den, doch bei sei­nem Zahlentanz bricht der Derwisch mit dem Wort „20“ auf den Lippen tot zusam­men. Für die Gemeinde steht fest: Mit 20 wird der klei­ne Muzamil ster­ben. Was wird aus einem Kind, das ohne Zukunft auf­wächst? Der Vater ver­lässt umge­hend das Land, die Mutter wird immer from­mer, der Junge zwei­felt nicht an der Prophezeiung, muss aber viel Häme ertra­gen und wird oft geschnit­ten. Als Heranwachsender lernt er jedoch Sulaiman ken­nen, einen alten Rebellen, der von reli­giö­sen Vorhersagen wenig hält.
Mit 20 wirst du ster­ben ist fas­zi­nie­rend in sei­nen Bildkompositionen, den war­men Farben, den Aufnahmen, in denen das Innere in Muzamils Haus mit den traum­haf­ten Sequenzen der kegel­för­mi­gen Heiligtümer kon­tras­tiert. Der in Venedig preis­ge­krön­te Film ist geprägt von der sorg­fäl­ti­gen und wohl­wol­len­den Beobachtung des Lebens im Dorf zwi­schen bau­em und wei­ßem Nil.
„Er [der Film] zeigt, wie sehr ein star­ker Glaube das Leben der Menschen beein­flus­sen und wie er poli­tisch genutzt wer­den kann. Die suda­ne­si­sche Regierung von Omar el-Beshir benutz­te den Islam, um das Volk zum Schweigen zu brin­gen. Wenn jemand den Satz «Gott sagt» aus­spricht, wer­den alle still. Mein Film ist eine Einladung, sich davon frei zu machen.“ Amjad Abu Alala
Filmgespräch mit dem Produzenten am 28.8. 20Uhr

Credits:

SD 2019, 105 Min., OmU
Regie: Amjad Abu Alala
Schnitt: Heba Othman
Kamera: Sébastien Goepfert
mit: Mustafa Shehata, Islam Mubarak, Mahmoud Elsaraj, Bunna Khalid

Trailer:
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